Claras Allerleiweltsgedanken


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ich suchte – ich suche – ich werde suchen

Das ist kein Ostereiersuchartikel

Mittelspäter Abend, das Telefon läutet. Das können nur Freundinnen sein – andere trauen sich zu dieser Zeit nicht mehr anzurufen. Die denken vielleicht, ich gehe 22.00 Uhr schon ins Bett. Da fängt doch mein Abend erst an.

Ich will den Hörer nehmen und fröhlich „na du“ sagen, denn mein Telefon verrät mir ja fast immer, wer dran ist. Wie eine besengte S.. durch alle Räume gerannt. Überall, wo es sein sollte, war es nicht – und wo es war, hörte ich es nicht. Der Anrufbeantworter sprang an und ich konnte mithören. Bei einer früheren Telefonversion konnte ich mich auch ohne Hörer zum Gespräch einschalten.

Oder die noch frühere Version, wo der Hörer fest an den Apparat gekettet war – für solche Leute wie mich eigentlich das Richtige. Andersherum hole ich mit Hörer in der Hand die Spaziergänge nach, die ich draußen nicht mache. Und an einem 10m-Kabel zu hängen und den Apparat auch noch mitzutragen, gefällt mir dann doch nicht.

Wenn diese „Telefonversteckerei“ so weiter geht bei mir, werde ich mir was einfallen lassen müssen.

Nach einiger Zeit gab ich die Suche auf und verließ mich auf den Zufall – der Hörer MUSSTE ja irgendwo auftauchen. Ich schnappte mir mein dickes Buch und verzog mich ins Bett. Und wie bei der Prinzessin auf der Erbse störte etwas unter der Bettdecke: DER TELEFONHÖRER!