Claras Allerleiweltsgedanken


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Momentan brauche ich keinen Wecker …

… ich habe ja MEINE Bauarbeiter!

Vielleicht nicht auf die Minute genau pünktlich, aber das ist ja in südlicheren Ländern nicht so tragisch. Bei mir auch nicht, denn ich muss nicht mehr zur Arbeit raus.

Gestern saßen sie um halb acht genau vor meinem Schlafzimmerfenster, also konkret einen Meter von meinem Kopf entfernt, der auf dem Kopfkissen ruhte, und brachten Rauputz auf die beiden Fensterleibungen (oder wie das heißt) auf.

Es ist wirklich ein Jammer – die „Jungs“ arbeiten super, schnell, sauber und gründlich – und bekommen dafür nicht das Geld, wofür ein deutscher Bauarbeiter zumindest“aufstehen“ würde, von arbeiten noch keine Rede. Und keiner sage mir diesen Satz, den ich schon mehrfach in diesem Zusammenhang gehört habe: „Das sind doch NUR Ausländer!“

Ich erinnere mich noch sehr gut an 1989 und einige Jahre danach, wo die Leute aus der DDR auch nur als Deutsche zweiter Klasse angesehen wurden.

Was können Leute dafür, dass ihr Geburtsland Hunderte bis Tausende Kilometer von Deutschland entfernt ist?

Ich habe die blöden Sprüche im dritten Reich von der Herrenrasse und ihrem Gegenteil nicht selbst gehört und erlebt, aber seit es diese riesigen Fluchtwellen nach Deutschland gibt, weiß ich, dass es sich heute nicht sooooooooooooo viel anders anhört. Manche dieser abschätzigen Bemerkungen höre ich (sogar) im Bekannten- oder entfernten Verwandtenkreisen.

Wir Deutschen sind nicht das Non-plus-Ultra der europäischen Länder – und mit meiner guten Meinung über ausländische Bauarbeiter bleibe ich nicht hinter dem Berg. Was ich hier in meiner Umgebung freiwillig oder unfreiwillig aufgeschnappt habe, könnte mit diesem unfreiwillig lustigem Schild verglichen werden.

Wichtigste Beobachtung aus dem Baugeschehen: Bauarbeiter bräuchten eine dritte Hand, um besser ihre Zigarette halten zu können. 🙂

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Nachbarschaftsliebe

… oder wie soll ich es nennen, wenn ich zu spätabendlicher Stunde 2 frische Köpfe Salat aus dem Garten an die Korridortür gehängt bekomme? Ich hätte den „Herrn-Tüten-Aufhänger“ auch zu dieser Zeit noch eingelassen, aber ich habe wohl das Flashen der Türglocke für Gewitterblitze oder Fernsehaktivitäten gehalten.

Für den späten Abend stand noch eine andere Schüssel mit vorbereitetem Salat bereit, aber am nächsten Tag kam der erste Kopf dran. Mir wurde gesagt, dass da sehr viel Erde dran ist, ich sollte ihn mindestens dreimal waschen.

Gesagt – getan, dann rief mich mein Telefon und ich ging weg vom Schauplatz des Geschehens.

Als ich wiederkam, hatte es eine dicke, fette Nacktschnecke geschafft, den oberen Rand der Spüle zu erklimmen. Gleich und sofort zweifelte ich an meiner Liebe – nicht an der zu meinen Nachbarn, sondern an der zur Natur, speziell zu den Schnecken. Vor lauter Ungutgefühl im Bauch vergaß ich ein Foto zu machen.

So ohne weiteres konnte ich sie nicht ins Gras befördern, da ja alle Fensterausgänge mit grüner Gaze verhängt sind. Doch in der Wohnung wollte ich sie um nichts in der Welt behalten. Also segelte sie im Spalt zwischen Balkon und Gerüst nach unten. Leider machte sie in der dritten Etage Zwischenhalt – aber dafür fühlte ich mich dann nicht mehr zuständig. – Ich fand sie auf einer Skala von 0 bis 10 3 Grad eklig. –

Einen Tag später machte ich mich über den zweiten Kopf her. Auch hier waren Bewohner drin, sogar zwei. Eine Babyschnecke und eine Sportlerschnecke – zumindest nach der Figur zu urteilen. Und da sie sich relativ schnell in meiner Küchenspüle bewegte, taufte ich sie Rudi, die Rennschnecke, bevor ich sie in den Abgrund stürzte. Aber sie ist jetzt nicht ungetauft gestorben, falls sie den Absturz nicht überlebt hat.


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Gut, dass ich gestern …

schon so zeitig eingeschlafen bin …

und sogar recht gut geschlafen habe, denn heute um 7.00 Uhr begann die

Bauarbeiter-Ballett-Aufführung „Wir wecken jetzt die Clara“.

Ein richtiges Orchester nahm nicht teil, doch die Zurufe der Beteiligten untereinander, die Geräusche des Lastenaufzuges, die geschobenen, gefüllten Mörteleimer und das Kratzen der Maurerkellen auf den Wänden rund um mein Fenster reichten aus, um sofort mein Bett zu verlassen. Doch immer noch ist es nur die Wand, die bearbeitet wird – diese Wand, von der vorher kein Mensch wusste, dass sie überhaupt so intensiv bearbeitet werden wird, denn sie enthielt kein Ethernit. Mein Balkon bleibt unbearbeitet, wo er mir doch so wichtig ist. Ab 5. Juni bin ich für ein paar Tage weg, da kann ich keinen Einfluss mehr darauf nehmen, falls ich einen lila Anstrich wählen wollte. 🙂

Ich muss den Bauarbeitern wirklich bestätigen, dass sie hart, unverdrossen und schnell arbeiten. Auch vor 50 Jahren hätte ich mit ihnen nicht den Job tauschen wollen. Allein dieses viele Treppensteigen über wacklige Außentreppen wäre nichts für mich gewesen. Weiterhin missfällt mir, dass sie so lange auf Knien OHNE Knieschutz arbeiten (müssen), kann sich später rächen. In Extremfällen liegen sie auf dem Rücken und verputzen – OHNE SCHUTZBRILLE – wie schnell kommt so ein kleines Klümpchen Mörtel wieder nach unten.

Im Endeffekt tun sie mir leid, die Bauarbeiter. Nicht nur wegen der Hitze, sondern auch wegen der schlechten Löhne und der vielleicht noch schlechteren Arbeitsschutzbedingungen.

Die ganz „normalen“ Fotos von heute früh stelle ich als Galerie ein, die besonderen getrennt. – Wenn die Wand fertig verputzt ist, sieht sie richtig gut aus.

Jetzt die Einzelaufnahmen. Neben den Artisten = Bauarbeitern sind natürlich auch die vollen Eimer Solisten – oder etwa nur Statisten? Ich bin schon ganz durcheinander und muss raus hier – sonst „verliebe“ ich mich noch in so ein zartes Jungbauarbeiterpopöchen 🙂

Und hier zeige ich euch, was für eine Viecherei es ist, im Liegen den Mörtel an die Wand zu „klatschen“ – die zarten Pfeile weisen auf ihn.

Das Ballett der Mörteleimer hat hier auch seinen Auftritt – nicht nur das linke Bein eines Arbeiters. 🙂

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Allein an der Veröffentlichungszeit (gegen 10.00 Uhr) könnt ihr sehen, dass das heute ein sogenannter „Spontanbeitrag“ ist.

 


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Ich brauche noch eine zweite lila Aufmunterung

… fotografiert in einer Ausstellung. Wenn man dann noch das Gebilde mit lila Kerzen bestückt, die natürlich lila Kerzenflammen zeigen, dann wäre das LilaGlück schon fast wieder unerträglich.

Gesundheitlich geht es mir von ein wenig besch…. bis ziemlich besch…… Ich wurde schon immer gnatzig, wenn ich nicht richtig schlafen kann. Und momentan finde ich keine „Stellung“ oder besser „Liegung“, in der ich schmerzfrei mein Bett genießen kann. Irgendwas tut immer weh – Hüftgelenk, Kniegelenk oder Iliosacralgelenk. Ich fange an zu zweifeln, ob der Mensch nicht mit zu vielen Gelenken ausgestattet wurde oder ob die Haltbarkeitsdauer einfach zu gering programmiert wurde. Mit 70 und älter ist diese garantiert um Jahre schon überschritten. – Der Orthopädentermin ist vereinbart, mal sehen, ob er mir wieder einen Schuss eine Spritze gibt.

Kennt jemand von euch den Film „Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss“ mit Jane Fonda. Es war ein Dauertanzwettbewerb über viele, viele Stunden. Manchmal fällt mir dieser Filmtitel ein.

Und wenn ich dann auch noch von motzenden Mitbewohnern angegangen werde, könnte ich explosiv reagieren, doch dazu kam ich aus dem Sitzen nicht schnell genug hoch. Gut für die Frau und ihren hässlichen Hund, da konnten sie wenigstens in aller Ruhe weitergehen.

Da ich den Balkon nicht nutzen kann, wollte ich mit Kissen, Buch und Trinkflasche auf eine Bank im Wohngebiet gehen. Doch davon gibt es nur welche neben dem Spielplatz – und die waren alle besetzt bzw. es war mir zu laut. Also legte ich mein Kissen auf einen spärlichen Rasenplatz und lehnte mich an den Baum. – Die Frau wollte mir zeternd und keifend klar machen, dass ich dazu kein Recht habe. – Ich habe schon immer gesagt, Eigentümermentalität ist eine andere als Mietermentalität.

Macht es gut, es gibt Schlimmeres!!!!!


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Ich habe aus dem Vatertag …

einfach einen Kindertag gemacht.

Eine Doppelkopffreundin hat ein Enkelkind, inzwischen 10 Monate alt – bestens bekannt durch Fotos in allen Lebenslagen, abgewechselt mit Videos.

Mein Omaherz kann zu bzw. über die Kleine nur sagen: Süß, prächtig entwickelt und einen Kopf voller dunkler, dicker Haare. Das betone ich extra so, weil die meinigen bis zum zweiten Lebensjahr so gut wie glatzköpfig rumliefen, aber trotzdem von Papa und Mama innig  geliebt wurden. Dieses kleine süße Mädchen wächst dreisprachig auf – was sie aber wirklich versteht, wenn die Mama giechisch, der Papa spanisch und die Oma deutsch auf sie einreden, das war nicht eindeutig feststellbar. Ich glaube, sie hat sich überwiegend nach ihrem eigenen Kompass in ihrem Kopf gerichtet, wenn sie zielstrebig durch das Zimmer krabbelte. Aber dieses kleine Wunder der Natur steht schon mühelos freihändig und hat es wohl auch geschafft, schon zwei Schritte allein zu gehen.

Na, wenn ICH solche schicken lila Schuhe gehabt hätte, wäre ich mit 9,5 Monaten gelaufen, könnt ihr glauben. 🙂 Aber so etwas Ausgefallenes gab es ja zu meiner Zeit noch nicht.

Die Lütte auf dem Spielplatz zu beobachten war eine wahre Freude. Die jungen „Herren“ im zarten Alter von 1-2 Jahren, die da dick und bräsig mit ihren vielen, vielen Sandspielformen hockten, zeigten sich kein bisschen als Kavalier. Immer wieder versuchte Lia, sich eine Form zu „erschleichen“, zu „erbetteln“ oder einfach zu nehmen, aber die beiden Geizhälse nahmen es ihr sofort aus der Hand und hockten lieber drauf, als damit zu spielen. Und ich sage jetzt nicht: „Typisch Männer!“ , habe ich nicht gesagt!!!!!!!!!!!!!

Mich hat das Jung-Kind erst ignoriert, dann vorsichtig so ganz nebenbei beguckt und als ich dann immer noch da war, hat sie mir ab und an ein Lächeln geschenkt. – Was gibt es mehr???

Auf jeden Fall denke ich, dass ich den christlichen Feiertag „Christi Himmelfahrt“ damit nicht entweiht habe, denn es gab keinen Alkohol, auch nicht aus dem lila Schuh.

 


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Ich brauche eine lila Aufmunterung

… denn langsam geht mir die Bauerei mächtig auf die Ketten

Der Britzer garten wirbt nach der Tulipan = Tulpen in allen Arten und Farben mit den Zauberblüten. Das ist der Rhododenronhain, der die wunderschönsten Blüten für seine Besucher bereithält. Und da ich eine Aufmunterung brauche, habe ich mir nur die lila Blüten rausgesucht.

Jetzt bin ich gespannt. ob ich nach diesem lila Post bessere Laune bekommen. Richtig gut wird die erst wieder sein, wenn alles fertig ist und wir wieder unsere Balkons nutzen können.


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Frei von Baustelle und Lärm …

habe ich einen Tag genossen

Beim Großelterndienst hatte ich mich für einen Ausstellungsbesuch in Babelsberg angemeldet. Es ist dicht bei Potsdam und das Schloss, zu dem wir wollten, liegt in einem ganz wundervollen Park.

Die Schlösser sind in dieser Gegend dicht gesät, denn Glienicke und Potsdam haben ja auch welche zu bieten. Aber ich bleibe jetzt und hier in Babelsberg, das war schon anstrengend genug. Hauptsächlich deswegen anstrengend, weil das Wetter bzw. die Sonne gleich wieder übertrieben hat. Sie steigerte sich auf über 34° in der Sonne – für mich als eher Kaltblutpferd nicht auszuhalten.

Die Anfahrt dauerte etwas länger, so dass ich 8.30 Uhr das Haus verließ und – noch mit anderen schönen Sachen beschäftigt – erst kurz vor Mitternacht zurückkehrte. Einen Tag lang kein Hämmern, kein Bohren, kein Kleben, kein Trampeln, keine Männergesichter und keine Männerbeine vor dem Fenster. Ich war es schon fast entwöhnt.

Die Ausstellung hieß „Pückler – Babelsberg; Der grüne Fürst und die Kaiserin

Wir näherten uns dem Schloss über das Café, aber die Zeit reichte nicht, einen Frühcafe einzunehmen.

Fürst Pückler war mir nicht nur über das Eis bekannt, sondern auch über den Park in Bad Muskau. Dieser Ort lag auf der Strecke nach Görlitz, so dass wir uns zur entsprechenden Zeit oft die wunderbaren Rhododendronsträucher angesehen haben.

Vor Beginn der Besichtigung sah ich mich ein wenig um. Die erst in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts angebrachten Medaillons gefielen mir. Ich habe nicht alle Porzellanköpfe auf die Speicherkarte geholt, aber Pückler, Schinkel und Lenné haben es verdient – das hat sich der Künstler auch gesagt, der die Medaillons geschaffen hat. (anklicken, dann werden die Fotos größer)

Vor dem Schloss fiel mir etwas auf – von weitem sah es aus wie eine Kanone, von näherem war diese „Kanone“ mit einem Baum bestückt. Dieses zweirädrige Instrument ist dafür gedacht, größere Bäume an einen anderen Ort zu transportieren. Die großen Gartenbaugestalter hatten nicht so viel Zeit, jahrelang auf das Wachsen kleiner junger Bäume zu warten – sie setzten Bäume einfach um.

Jetzt haben wir die Zeit der technischen Panne überstanden und begeben uns ins Schloss. Drin habe ich allerdings nicht zu viel fotografiert. Anhand der Fotos kann man erkennen, dass hier in die betreffenden Schlösser noch einiges Geld hineingesteckt werden muss, um sie entsprechend zu sanieren. Der Einzeleintritt ist mit 15,00 € kein Schmankerl, aber die Schlösser müssen Geld verdienen, nicht nur ausgeben.

Ich erfuhr in der Ausstellung, dass Fürst Pückler es besonders auf die Ausblicke vom Schloss aus Wert legte. Er gestaltete die Terrassen und die Bepflanzung entsprechend.

Ich zumindest wurde durch die Führung so hungrig, so dass ich gern an dieser fürstlich gedeckten Tafel Platz genommen hätte. Aber sicher hätte mir der Gebrauch der verschiedensten Besteckteile Schwierigkeiten bereitet. – Mein Gott, was müssen die geschlemmt haben.

Überall im Schloss und im Schlossgarten begegnete uns der blaue Papagei. Er ist wohl so etwas wie das Maskottchen der Ausstellung. Fürst Pückler hat wohl seiner Königin so einen Vogel geschenkt und damit sicher große Freude bereitet. – Ich hoffe, ihr könnt ihn auf den Fotos entdecken – bestimmt dann, wenn ihr die Fotos durch Anklicken vergrößert.

Und zum Abschluss haben wir noch einen Spaziergang durch den Garten gemacht. Dabei fiel mir auf, dass ich diesen schon schöner erlebt habe, als nämlich alles bepflanzt war, was jetzt nur kahle, schwarze Flächen zeigte. – Vom Schlosspark kann man wunderbar auf die Glienicker Brücke sehen, die durch die ab und an stattfindenden Agentenaustausche Ost gegen West ihre traurige Berühmtheit erlangt hat. http://www.spiegel.de/einestages/agentenaustausch-auf-der-glienicker-bruecke-1985-a-1037667.html oder
http://www.planet-wissen.de/geschichte/ddr/geteilte_stadt_berlin/pwieagententauschinberlin100.html


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Ich passe – oder 18, 20, 22 weg

Falls sich jemand wundert – dieser Artikel war gestern schon mal kurz online. Ich hatte mit meinem Baulärmkopf vergessen, das Erscheinungsdatum richtig einzustellen.

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Die Bauarbeiten haben gerade ihren Lärmhöhepunkt erreicht. Gefühlsmäßig turnen 10 Bauarbeiter genau vor meinem Fenster herum, jeder mit einer Schlagbohrmaschine in der Hand. Und die haben sie nicht zum Spaß in der Hand, sondern nutzen sie dafür, um irgendwelche Metallgegenstände rund um meine Fenster in die Außenhaut des Hauses zu jagen.

Ohropax in den Ohren ist der einzige Schutz, sonst drehe ich durch. In der Nacht zum Donnerstag hatte ich mit angeklapptem Fensterflügel geschlafen, weil es schon so herrlich warm war. Im Normalfall begann der Bau- und Bohrlärm gegen acht Uhr. Doch an diesem Tag glaubte ich an ein Erdbeben, als 7.30 Uhr die Bohrmaschinen ungebremst ihren Lärm in mein Bett verbreiteten.

Abends komme ich nicht zum Schreiben, weil ich den verschiedenartigsten Vergnügungen fröne.

Also macht es gut bis zu besseren und leiseren Zeiten.

Die Fotos sind nicht topaktuell, aber auf dem Balkon hat sich noch nicht wesentliches verändert. Allerdings ist die unterste Lage der Dämmung angeklebt und zwei Fensterbretter sind auch schon vorbereitet, damit dann das Zink-Abdeckblech montiert werden kann.

Eigentlich muss man sich diese Elendsbilder nicht noch vergrößert ansehen, indem man sie anklickt. Doch wer es unbedingt machen will – ich halte keinen davon ab. Ich muss es ja auch immer in Originalgröße sehen.


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Ist das der Anfang vom Ende bei mir? …

… oder hat das Ende schon längst angefangen?

Ich hasse stockdunkle Zimmer, und seit ein paar Tagen weiß ich auch warum.

Ich bin zu Besuch – nicht zum ersten Mal dort und auch über Nacht nicht zum ersten Mal. Mein schlechter Orientierungssinn – ich müsste eigentlich von einem „fehlenden Orientierungssinn“ sprechen, müsste ja inzwischen hinlänglich bekannt sein. Deswegen hätte ich mir vor dem Einschlafen den Weg von meinem Bett zur Toilette stundenlang einprägen müssen.

Als wir zu später Stunde zu Bett gingen, versäumte ich es, die Gastgeber  darum zu bitten, meine Jalousie mindestens bis zur Hälfte hochzuziehen, um etwas Licht ins Zimmer lassen. Ich fand den Mechanismus nicht, um die Jalousie selbst hochzuziehen. – Mein Schlafplatz war mit keiner Lampe verbunden und meine Taschenlampe legte ich leider auch nicht neben das Kopfkissen.

Also ging ich schlafen – kennt ihr den Ausdruck „Es ist finster wie im Bärena….!“ und genau so war es. Im ungewohnten Bett dauerte das Einschlummern etwas länger – aber irgendwann muss ich so tief geschlafen haben, das ich gar nicht wieder wach werden wollte. Doch das getrunkene Radler wollte raus. Ich wurde wach und damit ging die Misere los. Ich reflektierte nicht, dass ich in einer fremden Umgebung bin, sondern „orientierte“ mich anhand meines Schlafzimmers zu Haus. Doch immer wieder stieß ich an einen Tisch, an einen Sessel, bekam Blumenvasen zu fassen – alles Sachen, die bei mir zu Haus nicht im Weg rumstehen.

Das einzig Schlimme an diesem Irrgang war die Tatsache, dass der Blasendruck immer schlimmer wurde. Ich setzte die Suche nach der rettenden Tür mit überkreuzten Beinen fort.

In der medizinischen Fachwelt heißt diese Desorientiertheit „Durchgangssyndrom“ und tritt meist bei älteren/alten Patienten auf, die für eine Operation narkotisiert wurden. Eine „Schlafnarkose“ würde erklären, warum ich nicht wusste, wo ich war.

Nun machen wir der Story ein Ende – ich fand die Tür, ich fand den Lichtschalter und ich fand in allerletzter Sekunde auch die Toilette. – Den Rest der Nacht verbrachte ich mit eingeschalteter Stehlampe.

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Aber alles andere war ganz wunderbar, nicht nur das exquisite Kuchenbüfett und das leckere Abendbrot. Nein, die Kontakte waren das Schöne – mehr zur zweiten und dritten Generation. Die erste Generation sehe ich ja ab und zu, aber die Kinder der Gold-Eltern äußerst selten. Und dieses Mal waren sie alle da. Neu waren in manchen Fällen die Ehepartner – es entstanden spontane, herzliche Sympathien. Es war ein rundum gelungenes Fest.


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Und wieder 13 lila „Beweise“

Graffiti im Schöneberger Südgelände

Echte Sprayer mit echter Sprayer-Ehre im Leib sprayen nicht auf genehmigten Flächen – das ist nicht gefährlich genug. Aber hier im Park wird das Angebot eifrig angenommen. Ich habe beobachtet, wie Sprayer erst eine riesige Fläche mit einer neutralen Farbe übersprühen mussten, um eine Arbeitsfläche zu bekommen. Allein dafür gehen viele Sprühdosen drauf – für ihr eigentliches Bild dann noch viel mehr.

Wie die das so aus dem Handgelenk hinbekommen, muss ich immer wieder bewundern. – Und dann fiel mir auf, wie verbreitet inzwischen lila geworden ist. Das kann ich nicht allein gewesen sein mit meiner Reklame.