Claras Allerleiweltsgedanken

Ist das der Anfang vom Ende bei mir? …

27 Kommentare

… oder hat das Ende schon längst angefangen?

Ich hasse stockdunkle Zimmer, und seit ein paar Tagen weiß ich auch warum.

Ich bin zu Besuch – nicht zum ersten Mal dort und auch über Nacht nicht zum ersten Mal. Mein schlechter Orientierungssinn – ich müsste eigentlich von einem „fehlenden Orientierungssinn“ sprechen, müsste ja inzwischen hinlänglich bekannt sein. Deswegen hätte ich mir vor dem Einschlafen den Weg von meinem Bett zur Toilette stundenlang einprägen müssen.

Als wir zu später Stunde zu Bett gingen, versäumte ich es, die Gastgeber  darum zu bitten, meine Jalousie mindestens bis zur Hälfte hochzuziehen, um etwas Licht ins Zimmer lassen. Ich fand den Mechanismus nicht, um die Jalousie selbst hochzuziehen. – Mein Schlafplatz war mit keiner Lampe verbunden und meine Taschenlampe legte ich leider auch nicht neben das Kopfkissen.

Also ging ich schlafen – kennt ihr den Ausdruck „Es ist finster wie im Bärena….!“ und genau so war es. Im ungewohnten Bett dauerte das Einschlummern etwas länger – aber irgendwann muss ich so tief geschlafen haben, das ich gar nicht wieder wach werden wollte. Doch das getrunkene Radler wollte raus. Ich wurde wach und damit ging die Misere los. Ich reflektierte nicht, dass ich in einer fremden Umgebung bin, sondern „orientierte“ mich anhand meines Schlafzimmers zu Haus. Doch immer wieder stieß ich an einen Tisch, an einen Sessel, bekam Blumenvasen zu fassen – alles Sachen, die bei mir zu Haus nicht im Weg rumstehen.

Das einzig Schlimme an diesem Irrgang war die Tatsache, dass der Blasendruck immer schlimmer wurde. Ich setzte die Suche nach der rettenden Tür mit überkreuzten Beinen fort.

In der medizinischen Fachwelt heißt diese Desorientiertheit „Durchgangssyndrom“ und tritt meist bei älteren/alten Patienten auf, die für eine Operation narkotisiert wurden. Eine „Schlafnarkose“ würde erklären, warum ich nicht wusste, wo ich war.

Nun machen wir der Story ein Ende – ich fand die Tür, ich fand den Lichtschalter und ich fand in allerletzter Sekunde auch die Toilette. – Den Rest der Nacht verbrachte ich mit eingeschalteter Stehlampe.

**************

Aber alles andere war ganz wunderbar, nicht nur das exquisite Kuchenbüfett und das leckere Abendbrot. Nein, die Kontakte waren das Schöne – mehr zur zweiten und dritten Generation. Die erste Generation sehe ich ja ab und zu, aber die Kinder der Gold-Eltern äußerst selten. Und dieses Mal waren sie alle da. Neu waren in manchen Fällen die Ehepartner – es entstanden spontane, herzliche Sympathien. Es war ein rundum gelungenes Fest.

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Autor: Clara HH

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

27 Kommentare zu “Ist das der Anfang vom Ende bei mir? …

  1. Liebe Clara,

    In vollkommener Dunkelheit aufzuwachen und unter Druck zu stehen, egal welcher Art, ist eine höchst schwierige Stresssituation, von äußerstem Ausmaß.
    Ich möchte es nicht durchmachen müssen. In der Dunkelheit hat man keine Orientierung. Im totalen Nebel und im Rauch auch nicht. Wie gut, dass Du es dennoch geschafft hast.
    Deine leichte, humorige Art darüber zu schreiben, hat mich schmunzeln gemacht.

    LG. Hilde

  2. Man piesele in einen Eimer. 🙂

    • Was meinst du, was das für einen Flurschaden gegeben hätte, wenn ich über den Eimer gestolpert wäre oder einfach den leicht gefüllten Eimer umgeschüttet hätte.
      Aber ich sehe, ihr seid alle soooooooo verständnisvoll mit mir.

  3. Da hatten es unsere Vorfahren früher besser, denn da gab es ein Nachtgeschirr.
    Gut, dass du mit deinen überkreuzten Beinen alles dahin geschafft hast, wo es hin musste. Ich weiß, es ist schlimm, wenn es drückt, ich musste jetzt trotzdem schmunzeln.
    Liebe Grüße von der Gudrun.
    PS: Wenn du mich in Leipzig mal besuchst, bekommst du ein Clara-Licht.

    • Gudrun, erst einmal einen hocherfreuten Dank für das in Aussicht gestellte Clara-Licht – ob ich es ausnutze oder nicht, allein der Gedanke zählt. Da fühle ich mich doch verstanden mit meinen Zipperleins und Desorientiertheiten.
      Mit dem „alles dahin geschafft …“, wie du schriebst: Hätte ich eine gehabt, ich hätte eine andere Schlafanzughose angezogen. Aber das Problem ließ sich auch anders lösen. Vor Nachbarsblicken wurde ich ja bei der Umzugsaktion gut durch das Rollo geschützt. Ich denke aber, die hätten früh gegen 3.15 Uhr auch sonst nicht geguckt.
      Mit dem fröhlichen Gedanken an ein Clara-Licht grüße ich dich. Ist das übrigens lila???? 🙂

  4. Siehste, früher war das einfacher, da hatte man einen Nachttopf am Bett. Aber den hättest du ohne Beleuchtung wahrscheinlich auch nicht gefunden 🙂 Aber im Ernst, ganz finster mag ich es überhaupt nicht, ob mit oder ohne Orientierung. Bei mir bleiben immeer zwei Rolläden hoch, so dass die Straßenbeleuchtung hereinschimmern kann.

    • Ute, endlich mal eine, mit der ich in Bezug auf Helligkeit in der Nacht in einem Zimmer zusammen schlafen könnte. (Von meinem Schnarchen mal abgesehen, was dich sicher bald durch das halbhelle Zimmer fliehen ließe.)
      Komischerweise wohnen in meinen bevorzugten Besuchswohnungen nur Dunkelschläfer, die mich immer ganz irritiert ansehen, wenn ich es heller bis hell haben will.
      Da man ja heute bei den Schlafcouchmöbeln keinen Nachttopf UNTER das Bett schieben kann, wäre es tatsächlich ein Problem geworden.
      Also auf zur nächsten Bewältigung einer Aufgabe!!!!

  5. Also mal ehrlich: wer ist nachts schon voll bei Sinnen, wenn er aus dem Tiefschlaf hochgestört wird, von was auch immer…ich finde es total bescheuert nachts müssen zu müssen und wanke meistens komplett im Blindflug durch die nächtlichen Tücken meiner Wohnung. Ich schwör Dir, dieser Bettpfosten, vor den ich meinen Zeh krawummte, steht sonst zehn Zentimeter weiter links, äh, nein rechts…;-)
    Gut, Dich mit ein bisschen Ultranormalo munter zu bekommen. Stolpern ist menschlich und ich wollte mal volltrunken in einen Schrank, aaaber…das ist eine ganz andere Story…🤐

  6. Duuuu…früher kamen solche x-beinigen Gänge auf der verzweifelten Suche nach dem fremd verorteten Gäste-Örtchen im Halbtraum und nur ein Zehntel bei Sinnen, öfter mal vor. Heute übernachte ich weniger auswärts und haute mir vor ein paar Tagen in zutiefst vertrauter Umgebung in meinem Halbtran aber sowas von meinen Zeh, ich jaulte mit Sicherheit fünf Straßen hörbar weit auf. Nix senile Bettflucht – meine Ingwerlimo war schuld!
    Das andere war stimmig und im Schlaf herumizuirren wenn man wo fremd ist, finde ich normal.
    Herzliche Grüße✨

    • Ach liebe Fee, fühle dia jeknutscht!!!!!! Und zwar ganz doll!!!! Du hat mir gezeigt, dass das Leben auch für orientierungslose Leute vollkommen normal ablaufen kann oder könnte oder sollte.
      Bloß gut, dass ich vor einiger Zeit 6 x Beckenbodenmuskulaturtraining gemacht habe – das war in dieser Situation sehr hilfreich. Man pullert ja in diesem Alter nicht mehr gern auf den Teppich, so lange man noch nicht vollkommen debil ist. (siehe Film „Honig im Kopf“, wo der Alzheimeropa die Kühlschranktür öffnet, um seiner Blase Entspannung zu verschaffen)
      So, du hast mich wieder aufgebaut!
      Liebe Grüße zu dir

  7. Liebe Clara!

    Das klingt, bis auf den nächtlichen Orientierungslauf, wirklich wunderbar. Auch wenn Dir Dein Koffer auf der Hinreise unverschämterweise nicht gehorcht hat, entschädigt ein schöner Tag mit netten Menschen dann doch alles. Natürlich ist ein reichhaltiges Buffet ebenfalls nicht zu verachten, vor allem, wenn man mal nicht reden möchte, kann man sich den Mund schnell mit kleinen Häppchen vollstopfen 🙂 Um Dir noch eine Freude zu machen, hätte sich das goldene Hochzeitspaar natürlich auch in einen chicen lila Partnerlook schmeissen können. Dann wäre es wirklich ein unvergesslicher Tag gewesen. Aber wir wollen ja nicht vermessen sein.
    Ich hoffe, die Gerüstaffen vor Deinem Fenster haben bald ausgeturnt und Du hast wieder Deine Ruhe 🙂

    Liebe Grüße aus der Sonne
    Mallybeau

    • Hallo liebe Mallybeau, hier ist der Fassaden-Affen-Bewunderer. Ich finde es ganz, ganz toll, was die Burschen hier so alles machen – nur fertig werden sie nicht. Aber es wird alles bestimmt ganz, ganz exquisit.
      Vielleicht hätte ich das mit dem lila Gewand der Goldbraut eher einfädeln müssen. Ich habe mich dran gehalten und habe ein kurz- und ein langärmliges Shirt getragen in dieser einzigartig schönen Farbe.
      Gestern, als die Hämmerei an meiner Fassade fast Orchesterlautstärke erreichte, bin ich in einen ganz ruhien Garten geflohen. Mit zwei anderen habe ich Skat gespielt. Für Doppelkopf reichten die Personen nicht.
      Jetzt habe ich erst einmal Ruhe mit dem Reisen bis Anfang Juni – da fahre ich nach Bonn – auch mit der Bahn. Ich kann also noch ein bisschen trainieren mit meinem Koffer, dass er auf „komm“ gleich und sofort reagiert. 🙂
      Beste Grüße aus meinem „Wohnloch mit den vielen Folien vor dem Fenster“ von Clara

      • Zur Not könntest du ja auch den Koffer jetzt schon vorschicken, bis Juni wird er hoffentlich in Bonn angekommen sein. Vielleicht holt er Dich dann sogar am Bahnhof ab 🙂

        • Entschuldige bitte, die Leute würden mich für total verrückt halten: „Die Olle lässt sich von ihrem Koffer abholen! Das war bestimmt mal ihr Mann, den sie verhext hat. Guck dir doch mal die Nase an, die war bestimmt mal hakig und gebogen, na eben wie bei einer Hexe!“
          Ich brauche Herausforderungen und deswegen trainiere ich mit dem kleinen rollenden Miststück.
          Eigentlich muss ich mit beiden trainieren, weil ich noch nihct weiß, ob ich in den kleinen meinen Wochenbedarf quetschen kann.

          • Also für verrückt würde Dich sicher niemand halten. Ich glaube, alle würden vor Neid erblassen. Welcher Koffer steht schon brav an den Gleisen und wartet mit einem Blumenstrauss auf seine Besitzerin?
            Aber Du hast natürlich Recht, so ein Koffertraining hält einen auf Trab, das ist sicherlich auch ein abwechslungsreiches Tagesprogramm 🙂

          • Leider ist im Moment das Wetter viel zu schön, als dass ich mich jetzt hier mit Koffer Training abgeben würde. Aber ich habe ja noch ein paar Tage Zeit und meine Koffer sind sicherlich sehr gelehrig

          • … und sie einfach frei im Park rumlaufen zu lassen, wäre vermutlich viel zu gefährlich 🙂

          • Da ich nicht weiß, wie viele Beiß-Koffer unterwegs sind, gegen die sie sich nicht richtig wehren könnten, kann ich das noch nicht wagen.
            Ich stehe ja erst am Anfang mit meinem Hunde-Koffer-Training!

  8. Ich muss trotz allem lachen. Danke Clara, für diesen herrlichen Morgenschmunzler 🙂

    • Liebe Helma, als ich noch halbwegs trocken wieder im Bett lag, jetzt durch die Stehlampe in angenehmes helles Licht gebettet, habe ich auch gelacht über so viel Dusseligkeit.
      Einen ganz lieben Gruß zu dir

  9. Bis auf das nächtliche Pi-Manöver klingt das doch prima!

    Kennst du das hier von mir schon:
    https://finbarsgift.wordpress.com/2014/11/23/eines-nachts/

    Liebe Morgengrüße vom Lu

    • Lieber Lu, es hat natürlich eine Weile gedauert, bis ich „dein Buch“ über deinen Murphytag gelesen haben – und gleich und sofort habe ich begriffen, dass mein „Schicksal“ in dieser Nacht maximal eine Seite im Buch gefüllt hätte.
      Ich hatte deine Story schon mal gelesen, aber heute gern noch einmal, denn frau kann sich ja nicht genug auf die Zukunft vorbereiten 🙂 .
      Ganz wunderschöne Grüße zu dir kommen aus dem sonnigen Berlin

    • Lieber Lu, ich habe noch mal schnell in die Kommentare zu deinem „Hans-Huckebein-Bericht“ geschaut. Ich schrieb u.a. damals:
      „Ich würde nieeeeeeeeeee in einem stockdunklen Zimmer schlafen wollen – auf Reisen verhindere ich stets, wenn meine Gastgeber lichtdichte Rollos herunter lassen wollen – da würde ich am nächsten Morgen erst Stunden zu spät aufwachen.“
      Und das schrieb ich 2014 – aber dieses eine Mal im Jahr 2017 habe ich nicht darauf geachtet, dass die Rollos oben bleiben.

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