Claras Allerleiweltsgedanken

Frei von Baustelle und Lärm …

12 Kommentare

habe ich einen Tag genossen

Beim Großelterndienst hatte ich mich für einen Ausstellungsbesuch in Babelsberg angemeldet. Es ist dicht bei Potsdam und das Schloss, zu dem wir wollten, liegt in einem ganz wundervollen Park.

Die Schlösser sind in dieser Gegend dicht gesät, denn Glienicke und Potsdam haben ja auch welche zu bieten. Aber ich bleibe jetzt und hier in Babelsberg, das war schon anstrengend genug. Hauptsächlich deswegen anstrengend, weil das Wetter bzw. die Sonne gleich wieder übertrieben hat. Sie steigerte sich auf über 34° in der Sonne – für mich als eher Kaltblutpferd nicht auszuhalten.

Die Anfahrt dauerte etwas länger, so dass ich 8.30 Uhr das Haus verließ und – noch mit anderen schönen Sachen beschäftigt – erst kurz vor Mitternacht zurückkehrte. Einen Tag lang kein Hämmern, kein Bohren, kein Kleben, kein Trampeln, keine Männergesichter und keine Männerbeine vor dem Fenster. Ich war es schon fast entwöhnt.

Die Ausstellung hieß „Pückler – Babelsberg; Der grüne Fürst und die Kaiserin

Wir näherten uns dem Schloss über das Café, aber die Zeit reichte nicht, einen Frühcafe einzunehmen.

Fürst Pückler war mir nicht nur über das Eis bekannt, sondern auch über den Park in Bad Muskau. Dieser Ort lag auf der Strecke nach Görlitz, so dass wir uns zur entsprechenden Zeit oft die wunderbaren Rhododendronsträucher angesehen haben.

Vor Beginn der Besichtigung sah ich mich ein wenig um. Die erst in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts angebrachten Medaillons gefielen mir. Ich habe nicht alle Porzellanköpfe auf die Speicherkarte geholt, aber Pückler, Schinkel und Lenné haben es verdient – das hat sich der Künstler auch gesagt, der die Medaillons geschaffen hat. (anklicken, dann werden die Fotos größer)

Vor dem Schloss fiel mir etwas auf – von weitem sah es aus wie eine Kanone, von näherem war diese „Kanone“ mit einem Baum bestückt. Dieses zweirädrige Instrument ist dafür gedacht, größere Bäume an einen anderen Ort zu transportieren. Die großen Gartenbaugestalter hatten nicht so viel Zeit, jahrelang auf das Wachsen kleiner junger Bäume zu warten – sie setzten Bäume einfach um.

Jetzt haben wir die Zeit der technischen Panne überstanden und begeben uns ins Schloss. Drin habe ich allerdings nicht zu viel fotografiert. Anhand der Fotos kann man erkennen, dass hier in die betreffenden Schlösser noch einiges Geld hineingesteckt werden muss, um sie entsprechend zu sanieren. Der Einzeleintritt ist mit 15,00 € kein Schmankerl, aber die Schlösser müssen Geld verdienen, nicht nur ausgeben.

Ich erfuhr in der Ausstellung, dass Fürst Pückler es besonders auf die Ausblicke vom Schloss aus Wert legte. Er gestaltete die Terrassen und die Bepflanzung entsprechend.

Ich zumindest wurde durch die Führung so hungrig, so dass ich gern an dieser fürstlich gedeckten Tafel Platz genommen hätte. Aber sicher hätte mir der Gebrauch der verschiedensten Besteckteile Schwierigkeiten bereitet. – Mein Gott, was müssen die geschlemmt haben.

Überall im Schloss und im Schlossgarten begegnete uns der blaue Papagei. Er ist wohl so etwas wie das Maskottchen der Ausstellung. Fürst Pückler hat wohl seiner Königin so einen Vogel geschenkt und damit sicher große Freude bereitet. – Ich hoffe, ihr könnt ihn auf den Fotos entdecken – bestimmt dann, wenn ihr die Fotos durch Anklicken vergrößert.

Und zum Abschluss haben wir noch einen Spaziergang durch den Garten gemacht. Dabei fiel mir auf, dass ich diesen schon schöner erlebt habe, als nämlich alles bepflanzt war, was jetzt nur kahle, schwarze Flächen zeigte. – Vom Schlosspark kann man wunderbar auf die Glienicker Brücke sehen, die durch die ab und an stattfindenden Agentenaustausche Ost gegen West ihre traurige Berühmtheit erlangt hat. http://www.spiegel.de/einestages/agentenaustausch-auf-der-glienicker-bruecke-1985-a-1037667.html oder
http://www.planet-wissen.de/geschichte/ddr/geteilte_stadt_berlin/pwieagententauschinberlin100.html

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Autor: Clara HH

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

12 Kommentare zu “Frei von Baustelle und Lärm …

  1. Von diesem Herrn P, war da nicht auch in Görlitz was – oder in der Umgebung?
    Jedenfalls wieder eine klasse Bild-Text-Reportage auf die bewährte Art und Weise. Dankeschön!
    Es muss herrlich gewesen sein, die lauen Lüfte unterm blauen Himmel zu genießen, den blauen Papagei zu betrachten und sich über den so reich gedeckten Tisch zu beugen.

    • Danke, liebe Sonja, für deine anerkennenden Worte. Als „Ausgleich“ bekommst du bisschen DDR-Vergangenheit von mir. Ich wäre gern Journalistin geworden, aber mit meiner verqueren politischen Einstellung wäre ich entweder gar nicht zum Studium zugelassen worden oder dann in einer Lokalredaktion versauert.
      Umgebung von Görlitz ist weitestgehend richtig. Auf dem Weg nach Görlitz kamen wir mir dem Auto in Bad Muskau (Grenzübergang nach Polen) vorbei und haben uns im Schlosspark Muskau (von Pückler angelegt) die wunderschönen Rhododendronbüsche angesehen.
      Und „Pücklereis“ gab es auch immer und überall 🙂 .
      Der Schlosspark Babelsberg ist wirklich ein Genuss.

  2. Liebe Clara!
    Da hast Du ja eine super Abwechslung zu Deinem üblichen Baulärm gehabt.
    Die Kanone hat wirklich einen praktischen Nutzen, sehr lustig. Ansonsten hätte man sie ja auch in die Küche als Gulaschkanone stellen können 🙂
    Der Ausblick ist in der Tat fantastisch. Fast wie im Süden in einer alten Villa in Italien.
    Passend dazu der Papagei, was will man mehr. Putzfrau möchte ich da allerdings nicht sein. Da braucht man wirklich ein ganzes Heer an fleißigem Personal.
    Du kannst Du Dir bei dem ganzen Baulärm ja einfach vorstellen, dass „Dein“ Haus künftig auch so aussehen wird, vielleicht macht das alles ein wenig erträglicher. Die Herrin aus der 8ten Etage wird es dann künftig heißen. Und ein lila Papagei lässt sich auch noch besorgen 🙂
    Vielen Dank für diese wunderbaren Eindrücke und die fantastischen Fotos.
    Liebe Grüße aus der sonne
    Mallybeau

    • Ach liebe Mallybeau, wenn ich dich nicht hätte, wer würde mich dann so gut moralisch aufbauen – aber heute war ich auch den ganzen Tag draußen – in zwei sehr schönen Garten, vollkommen privat, keine BUGA und keine IGA. Es war richtig schön.
      So ein Schloss zu säubern muss eine Arbeit sein für Leute, die Mutter und Vater nicht geachtet haben 🙂
      Jetzt lese ich noch ein wenig, wenn ioch mit dem Computer fertig bin, in den Fernseher will ich auch noch kurz hineingucken und dann freue ich mich auf mein wunderschönes Bett.
      Und morgen will ich, dass die meinen Balkon machen – aber meine Wünsche werden den „Jungs“ ziemlich egal sein. Aber sie winken mir schon immer vom Gerüst zu.
      Tschüss sagt Clara

  3. Alleine schon die Lage des Schlosses ist traumhaft schön. Danke für die interessante Führung. Leider mal wieder viel zu weit weg von hier.

    • Ich finde den wunderschönen, riesigen Park um das Schloss fast noch schöner als das Schloss selbst. Es ist ganz intensiv auf Gotik getrimmt, natürlich auf Neogotik. Und so ganz ist das nicht mein Baustil.

  4. Es ist eine Reise wert Du hast es spannend, verlockend beschrieben. Mal sehn, was mir das Jahr bringt. Es macht mich neugierig.
    Einen schönen Tag
    Hilde

    • Hallo Hilde,
      wenn du mich fragst, würde ich sagen, dass der gesamte Park eine Reise wert ist – schöne Bäume, groß und schattenspendend, hübsche Gebäude aus dieser Zeit, Wasser und Park – alles dicht beieinander. Die Ausstellung würde ich nicht noch einmal besuchen – vielleicht habe ich ein zu schlechtes Gedächtnis dafür, denn ich habe schon am nächsten Tag die meisten Sachen aus der Führung nicht mehr gewusst.
      Aber du sollst überall dort rumfahren (können), wozu du Lust und Laune hast.
      Liebe Grüße von Clara

  5. Das war doch mal was anderes als Lärm an der Baustelle, liebe unternehmungslustige Clara,

    königlich siehts dort aus und blaue Papageien mag ich, genauso wie die grünen, die hier überall herumfliegen und die Bäume bevölkern, der Wilhelma entflogen…

    Liebe Frühlingsgrüße vom Lu

    • Lieber Lu, so lange frau noch kann, zumindest so einigermaßen, soll sie was unternehmen und sich nicht allein vom Baustellengeschehen unterkriegen lassen.
      An dem Tag war die Hitze für mich fast unerträglich – ich mag es ja nicht viel über 25° in der Sonne – und das war um vieles darüber, so dass es auch schon im Schatten heiß war. – Aber es gibt Schlimmeres, was passiert.
      Lasse es dir gut gehen und sprich ein wenig mit den Papageien, vielleicht antworten sie dir 🙂
      Liebe Grüße von Clara

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