Claras Allerleiweltsgedanken

Gut, dass ich gestern …

20 Kommentare

schon so zeitig eingeschlafen bin …

und sogar recht gut geschlafen habe, denn heute um 7.00 Uhr begann die

Bauarbeiter-Ballett-Aufführung „Wir wecken jetzt die Clara“.

Ein richtiges Orchester nahm nicht teil, doch die Zurufe der Beteiligten untereinander, die Geräusche des Lastenaufzuges, die geschobenen, gefüllten Mörteleimer und das Kratzen der Maurerkellen auf den Wänden rund um mein Fenster reichten aus, um sofort mein Bett zu verlassen. Doch immer noch ist es nur die Wand, die bearbeitet wird – diese Wand, von der vorher kein Mensch wusste, dass sie überhaupt so intensiv bearbeitet werden wird, denn sie enthielt kein Ethernit. Mein Balkon bleibt unbearbeitet, wo er mir doch so wichtig ist. Ab 5. Juni bin ich für ein paar Tage weg, da kann ich keinen Einfluss mehr darauf nehmen, falls ich einen lila Anstrich wählen wollte. 🙂

Ich muss den Bauarbeitern wirklich bestätigen, dass sie hart, unverdrossen und schnell arbeiten. Auch vor 50 Jahren hätte ich mit ihnen nicht den Job tauschen wollen. Allein dieses viele Treppensteigen über wacklige Außentreppen wäre nichts für mich gewesen. Weiterhin missfällt mir, dass sie so lange auf Knien OHNE Knieschutz arbeiten (müssen), kann sich später rächen. In Extremfällen liegen sie auf dem Rücken und verputzen – OHNE SCHUTZBRILLE – wie schnell kommt so ein kleines Klümpchen Mörtel wieder nach unten.

Im Endeffekt tun sie mir leid, die Bauarbeiter. Nicht nur wegen der Hitze, sondern auch wegen der schlechten Löhne und der vielleicht noch schlechteren Arbeitsschutzbedingungen.

Die ganz „normalen“ Fotos von heute früh stelle ich als Galerie ein, die besonderen getrennt. – Wenn die Wand fertig verputzt ist, sieht sie richtig gut aus.

Jetzt die Einzelaufnahmen. Neben den Artisten = Bauarbeitern sind natürlich auch die vollen Eimer Solisten – oder etwa nur Statisten? Ich bin schon ganz durcheinander und muss raus hier – sonst „verliebe“ ich mich noch in so ein zartes Jungbauarbeiterpopöchen 🙂

Und hier zeige ich euch, was für eine Viecherei es ist, im Liegen den Mörtel an die Wand zu „klatschen“ – die zarten Pfeile weisen auf ihn.

Das Ballett der Mörteleimer hat hier auch seinen Auftritt – nicht nur das linke Bein eines Arbeiters. 🙂

***********

Allein an der Veröffentlichungszeit (gegen 10.00 Uhr) könnt ihr sehen, dass das heute ein sogenannter „Spontanbeitrag“ ist.

 

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Autor: Clara HH

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

20 Kommentare zu “Gut, dass ich gestern …

  1. Wennn ich quer lese, dann lese ich was von einem lila Popöchen 🙂 :-). Ach ein, da gings wohl um die Wand.

  2. Das mit den Fensterkondomen ist bei den Temperaturen extrem unschön. Kannst ja schlecht nachts Luftlöchlein reinschneiden …
    Aber schaut fast so gut aus wie in der Werbung! Drückst jetzt dem mit dem Gesäß noch eine Colaflasche in die Hand – und dann freuen wir uns auf ein weiteres Foto. 🙂

  3. Es tut sich viel, das heißt, bald kommt sein Schutzanzug von der Fasade und du hast wieder freie Sicht.
    Dass das eine unglaubliche Knochenarbeit für die Jungs ist, weiß ich vom Freund meines Sohnes. Der hat die Schäden und muss damit klar kommen, irgendwie.
    Ein lila Anstrich wäre natürlich was. Aber den kannst du wahrscheinlich nur mit Lichteffekten dran bekommen.
    Tolle Fotos sind das, liebe Clara, nicht nur wegen des Ausblicks auf das Maurerdekollete.

    • Liebe Gudrun, ich werde beantragen, dass wir in das Programm von „Festival of Lights“ aufgenommen werden. Ich weiß, das wird abgelehnt werden und die Eigentümer von hier wären auch nicht einverstanden – aber ich kann ja davon träumen, dass die Fassade eine Woche lang lila angestrahlt wird. – Ich glaube, auf immer lila würde mir als Hausfassade nicht gefallen, dafür habe ich meinen lila Salon.
      Hätte ich bei Jauch gewonnen, die würden alle von mir ein fürstliches Trinkgeld bekommen. Bei der Arbeit und dem vielen Material, das gebraucht wird (von einem der besten Anbieter in Berlin), bin ich wahnsinnig überrascht über den niedrigen Preis. 300.000,00 hören sich viel an – aber nicht für die vielen Leute, die hier so lange arbeiten.
      Irgendwie habe ich immer ein klein wenig Angst beim Fotografieren. Nicht, dass die armen Kerle denken, ich will irgendwas monieren oder kritisieren und sie dann eins aufs Dach bekommen.
      Rechtlos in einem anderen Land ist schon irgendwie blöd.

      • Deine Foto-Hemmung kann ich verstehen. Das geht mir genau so. Ich finde es schlimm, dass Menschen auf due Hungerlöhne angewiesen sind, die hier unterwegs sind. Tariflohn bekommt da garantiert keiner.

        • Der eine hat sich ja mal ein wenig mit mir unterhalten. Ich glaube, die bekommen noch nicht erstmal den Mindestlohn. Seine Familie wohnt noch dort, wo er herkommt. Nur er ist hier zum Geld verdienen.
          Zum Glück erkennt man auf diesen Fotos keine Gesichter

  4. Liebe Clara!

    Das ist wahrlich ungewohnt, wenn man bereits zu früher Morgenstunde so viel Herrenbesuch bekommt. Tja, vielleicht sollte man es wirklich positiv sehen und das kostenlose Männerbalett genießen 🙂
    Das Foto mit den Schmetterlingen an der vedeckten Scheibe sieht originell aus, irgendwie alles reichlich surreal. Ich glaube, ich würde auch durchdrehen, wenn ich so lange Zeit verpackt wäre und immer diesem Geräuschpegel ausgesetzt wäre.
    Da hast Du völlig Recht, ab nach draußen in ein schattiges Plätzchen und die Ruhe genießen. Machs gut mit Deinen Männern 🙂

    Liebe Grüße
    Mallybeau

    • Du sagst es, liebe Mallybeau. Vor längerer Zeit wurde mir ja mal unterstellt, dass ich jeden Abend einen sehr lautsprechenden Herrn bei mir hätte, der bis in die späte Nacht bleibt und palavert. Nichts davon war wahr, sondern eine Nachbarnente. Der einzige Mann, der meine Wohnung zu diesem Zeitpunkt betreten hatte, war mein Sohn – und der verschwand immer rechtzeitig.
      Aber mit diesen Männern ist das was anderes. Blöderweise interessieren sie sich nicht für mich, sondern nur für die Eimer, die Gitternetzfolie, die Wände und ihre Maurerkellen. Das ist ja sehr löblich. Ihre Firma ist eigentlich eine Malerfirma, doch verputzen und neue Fensterbretter anbringen, das machen sie so nebenbei für ihr „preiswertes“ Gehalt.
      Zum Glück habe ich noch ein Küchen- und ein Badfenster, beide nach Norden heraus, die den ganzen Tag über offen stehen. Gestern Abend öffnete ich die Balkontür sperrangelweit – aber die Jagd nach der Monsterwespe hat dann mehr Stress eingebracht als Freude über das gelüftete Zimmer.
      Zuerst wollte ich einen der Männer mit in die Ruhe und den Schatten nehmen – aber ich will ihnen nicht ihre gewohnte Arbeit wegnehmen 🙂
      Einszweidreivierviele liebe Grüße von mir

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