Claras Allerleiweltsgedanken

Nachbarschaftsliebe

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… oder wie soll ich es nennen, wenn ich zu spätabendlicher Stunde 2 frische Köpfe Salat aus dem Garten an die Korridortür gehängt bekomme? Ich hätte den „Herrn-Tüten-Aufhänger“ auch zu dieser Zeit noch eingelassen, aber ich habe wohl das Flashen der Türglocke für Gewitterblitze oder Fernsehaktivitäten gehalten.

Für den späten Abend stand noch eine andere Schüssel mit vorbereitetem Salat bereit, aber am nächsten Tag kam der erste Kopf dran. Mir wurde gesagt, dass da sehr viel Erde dran ist, ich sollte ihn mindestens dreimal waschen.

Gesagt – getan, dann rief mich mein Telefon und ich ging weg vom Schauplatz des Geschehens.

Als ich wiederkam, hatte es eine dicke, fette Nacktschnecke geschafft, den oberen Rand der Spüle zu erklimmen. Gleich und sofort zweifelte ich an meiner Liebe – nicht an der zu meinen Nachbarn, sondern an der zur Natur, speziell zu den Schnecken. Vor lauter Ungutgefühl im Bauch vergaß ich ein Foto zu machen.

So ohne weiteres konnte ich sie nicht ins Gras befördern, da ja alle Fensterausgänge mit grüner Gaze verhängt sind. Doch in der Wohnung wollte ich sie um nichts in der Welt behalten. Also segelte sie im Spalt zwischen Balkon und Gerüst nach unten. Leider machte sie in der dritten Etage Zwischenhalt – aber dafür fühlte ich mich dann nicht mehr zuständig. – Ich fand sie auf einer Skala von 0 bis 10 3 Grad eklig. –

Einen Tag später machte ich mich über den zweiten Kopf her. Auch hier waren Bewohner drin, sogar zwei. Eine Babyschnecke und eine Sportlerschnecke – zumindest nach der Figur zu urteilen. Und da sie sich relativ schnell in meiner Küchenspüle bewegte, taufte ich sie Rudi, die Rennschnecke, bevor ich sie in den Abgrund stürzte. Aber sie ist jetzt nicht ungetauft gestorben, falls sie den Absturz nicht überlebt hat.

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

5 Kommentare zu “Nachbarschaftsliebe

  1. Liebe Clara!

    Ich bin mir sicher, dass es sich hierbei ganz eindeutig um den Berliner Weltsensationstrainingsclub der Schnecken handeln muss. Man bzw. Schnecke wollte ursprünglich im Garten die Schnellkriechung üben, als plötzlich der Salat rabiat geköpft und die Schnecken mit abgesäbelt wurden und bei Dir in der Wohnung gelandet sind. Rudi die Rennschnecke wollte gegen Usain Bolt im 100-Meter-Lauf gewinnen und hat sich deshalb immer an frischen Salatblättern gestärkt, die besonders viel Kraft geben. Aber nun ist eben aus dem lieben Rudi eine Flugschnecke geworden. Macht ja nix. Auch das ist eine Weltsensation. Die Alm klatscht Beifall, dass die Weltsensationen nun schon bis in Deine Küche gedrungen sind 🙂
    Ich hoffe, der Salat gibt auch Dir viel Kraft, dass Du nun gestärkt den Tag angehen kannst.

    Liebe Grüße aus der Hitze… schwitz schwitz…
    Mallybeau

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    • Wie wunder-, wunderschön, liebe Mallybeau, dass es meine Schnecke, mein Blog und mein schlichtes Gemüt zu einer Weltsensation gebracht haben. Mein allererster Schrei bei der ersten Schnecke war ein wenig weltrekordverdächtig, die kam so überraschend. Bei der zweiten habe ich noch nicht mal gezuckt, als ich sie kriechen sah.
      Es tut mir aufrichtig leid, dass ich nun den Schneckenweltrekord vereitelt habe – den nächsten Salat schaue ich gleich im Garten durch, falls ich ihn dort geschenkt bekomme.
      Mir hat er hervorragend geschmeckt. Den dritten Kopf habe ich etwas „großzügiger“ zubereitet, also viele Außenblätter weggelassen. So konnte ich ihn wirklich allein mit Behagen aufessen.
      Du erwartest jetzt aber nicht von mir, dass ich in die Fußstapfen der Schnecke trete und auch laufen trainiere, um gegen Usain Bolt anzutreten. Wenn er mir 40 Minuten Vorsprung gibt auf der 100 m Strecke – so viel ist er schließlich jünger als ich – dann habe ich Chancen 🙂
      Hier auch Hitze und fleißige Bauarbeiter. Aber alles auszuhalten.
      Und tschüss sagt Clara

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  2. So ist das halt mit reinem Bio-Salat 🙂

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  3. Ich wusste doch, dass dieser Salat nicht aus den Niederlanden ist. Der ist echt Bio und deswegen fühlt sich auch jede Schnecke darin wohl. Ich habe insgesamt jetzt drei Köpfe geschenkt bekommen und in jedem war eine Schnecke.

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