Claras Allerleiweltsgedanken


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Den 100m-Hürdenlauf im Flur bewältigt

Erstens kommt es anders zweitens als frau denkt.

Das Projekt hieß schlicht und ergreifend: Flur mit KlickVinyl auslegen

(Ist wie Laminat, nur besser, teurer und dicker,  nämlich 1 cm stark)
Die Vorbereitungen dafür waren schon lange im Gange. Der Sohn besorgte die (sau-)schweren Pakete mit den Platten und die Scheuerleisten, ich die Abdeckleisten für die Übergänge zwischen den Zimmern. Alle stellten einhellig fest, dass die Wohnungseingangstür um mindestens einen cm gekürzt werden muss.

Gedacht … und schon fing das Problem an. Der Vorbesitzer muss entweder Goldbarren oder tausend andere wertvolle Sachen zu Haus gehortet haben, denn er hat sich eine spezielle Sicherheitstür anfertigen lassen,  in der ein Schloss mit 8 Zapfen, die tief in die Wände gehen,  eingearbeitet ist. Der Tischler meinte, dass er eine derart gesicherte Tür noch nie gesehen hat. Denn zusätzlich zu dem Zapfenschloss besteht das Innenleben aus einem Metallkern nach dem Motto: Diese Tür tritt keiner ein – oder er hat danach einen gebrochenen Knöchel.

Der Tischler, der nicht nach einem Leichtgewicht aussah, war nicht in der Lage, die Tür auch nur einen mm in ihren Angeln nach oben zu bewegen. Also war klar, dass die Arbeit nur mit zwei starken Männern passieren kann..

Die Handwerker und ich waren der Meinung, dass wir das Sägen vor der Wohnungstür im Treppenhaus machen – nur der Hausmeister war konsequent dagegen.

Also blieb nur mein Balkon, bei dem dann die Plastikfliesen auf dem Fußboden und auch die Fensterscheiben und das neue Fensterbrett gut abgedeckt werden mussten. Alle Handwerker gingen davon aus, dass mit der Flex geschnitten  werden muss, deren Funken Schaden anrichten können. Da habe ich mich wirklich gefreut, dass ich nicht nur Spannbettlaken habe, so dass ich eine wunderschöne hellblaue Fensterverkleidung zaubern konnte.

So sah der Flur aus, als der Teppich noch „heil“ war.

Dann kam Montag, der 2. Oktober und der Handwerker stand 8.03 vor der Tür. Der Teppich war mit Nie-wieder-ablöse-Klebemittel mit dem Untergrund verschweißt.. Jetzt weiß ich, warum Handwerker solche dicken Muskeln haben.

 

Dann kam der spannende Moment und der Tischler betrat die „Bühne“. Zu zweit wuchteten sie, werkelten sie, ruckelten sie und plötzlich war die Tür aus den Angeln gehoben – geschätztes Gewicht: 60 kg oder mehr.

Jetzt war der Blick von unten auf das Innenleben der Tür frei. Die beiden Stahlplatten waren mit dünnen MDF-Platten verkleidet. Vielleicht hatten die sich bei der Fabrikation der Sicherheitstür gedacht, dass sie vielleicht mal gekürzt werden muss, denn ein Zentimeter war metallfrei, so dass es ganz, ganz prima per Hand gesägt werden konnte.

Tür mit viel Getöse wieder eingesetzt, Trittschalldämmung und Bodenplatte probehalber hingelegt – und – und – Tür konnte einwandfrei bewegt werden.

Der Tischler ging, der Allroundhandwerker machte weiter.

Und jetzt eine Besonderheit des Hauses Himmelhoch: Teppich in Tüten!

Alle Platten und Scheuerleisten wurden auf dem Balkon gesägt. Ich habe die Bettlaken am Abend in der Badewanne eingeweicht – es kam ein unglaublicher Holzmatschdreck raus, denn mit den ganzen Sägespänen wollte ich mir nicht die Waschmaschine versauen.

Und so ist das Endergebnis

Es sieht so unglaublich gut aus, dass mich (hoffentlich) keine Tischler- und keine andere Handwerkerrechnung Abstriche an meiner Feude machen lassen.