Claras Allerleiweltsgedanken

Den 100m-Hürdenlauf im Flur bewältigt

24 Kommentare

Erstens kommt es anders zweitens als frau denkt.

Das Projekt hieß schlicht und ergreifend: Flur mit KlickVinyl auslegen

(Ist wie Laminat, nur besser, teurer und dicker,  nämlich 1 cm stark)
Die Vorbereitungen dafür waren schon lange im Gange. Der Sohn besorgte die (sau-)schweren Pakete mit den Platten und die Scheuerleisten, ich die Abdeckleisten für die Übergänge zwischen den Zimmern. Alle stellten einhellig fest, dass die Wohnungseingangstür um mindestens einen cm gekürzt werden muss.

Gedacht … und schon fing das Problem an. Der Vorbesitzer muss entweder Goldbarren oder tausend andere wertvolle Sachen zu Haus gehortet haben, denn er hat sich eine spezielle Sicherheitstür anfertigen lassen,  in der ein Schloss mit 8 Zapfen, die tief in die Wände gehen,  eingearbeitet ist. Der Tischler meinte, dass er eine derart gesicherte Tür noch nie gesehen hat. Denn zusätzlich zu dem Zapfenschloss besteht das Innenleben aus einem Metallkern nach dem Motto: Diese Tür tritt keiner ein – oder er hat danach einen gebrochenen Knöchel.

Der Tischler, der nicht nach einem Leichtgewicht aussah, war nicht in der Lage, die Tür auch nur einen mm in ihren Angeln nach oben zu bewegen. Also war klar, dass die Arbeit nur mit zwei starken Männern passieren kann..

Die Handwerker und ich waren der Meinung, dass wir das Sägen vor der Wohnungstür im Treppenhaus machen – nur der Hausmeister war konsequent dagegen.

Also blieb nur mein Balkon, bei dem dann die Plastikfliesen auf dem Fußboden und auch die Fensterscheiben und das neue Fensterbrett gut abgedeckt werden mussten. Alle Handwerker gingen davon aus, dass mit der Flex geschnitten  werden muss, deren Funken Schaden anrichten können. Da habe ich mich wirklich gefreut, dass ich nicht nur Spannbettlaken habe, so dass ich eine wunderschöne hellblaue Fensterverkleidung zaubern konnte.

So sah der Flur aus, als der Teppich noch „heil“ war.

Dann kam Montag, der 2. Oktober und der Handwerker stand 8.03 vor der Tür. Der Teppich war mit Nie-wieder-ablöse-Klebemittel mit dem Untergrund verschweißt.. Jetzt weiß ich, warum Handwerker solche dicken Muskeln haben.

 

Dann kam der spannende Moment und der Tischler betrat die „Bühne“. Zu zweit wuchteten sie, werkelten sie, ruckelten sie und plötzlich war die Tür aus den Angeln gehoben – geschätztes Gewicht: 60 kg oder mehr.

Jetzt war der Blick von unten auf das Innenleben der Tür frei. Die beiden Stahlplatten waren mit dünnen MDF-Platten verkleidet. Vielleicht hatten die sich bei der Fabrikation der Sicherheitstür gedacht, dass sie vielleicht mal gekürzt werden muss, denn ein Zentimeter war metallfrei, so dass es ganz, ganz prima per Hand gesägt werden konnte.

Tür mit viel Getöse wieder eingesetzt, Trittschalldämmung und Bodenplatte probehalber hingelegt – und – und – Tür konnte einwandfrei bewegt werden.

Der Tischler ging, der Allroundhandwerker machte weiter.

Und jetzt eine Besonderheit des Hauses Himmelhoch: Teppich in Tüten!

Alle Platten und Scheuerleisten wurden auf dem Balkon gesägt. Ich habe die Bettlaken am Abend in der Badewanne eingeweicht – es kam ein unglaublicher Holzmatschdreck raus, denn mit den ganzen Sägespänen wollte ich mir nicht die Waschmaschine versauen.

Und so ist das Endergebnis

Es sieht so unglaublich gut aus, dass mich (hoffentlich) keine Tischler- und keine andere Handwerkerrechnung Abstriche an meiner Feude machen lassen.

 

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

24 Kommentare zu “Den 100m-Hürdenlauf im Flur bewältigt

  1. Ganz wunderbar sieht das aus, liebe Clara,
    es ist echt edel geworden, Du kannst mit Recht stolz sein auf diesen herrlichen Flur.
    Ist doch schön, dass sich die ganze Mühe, Arbeit, Plackerei am Ende gelohnt haben.
    Lieben Gruß
    moni

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    • Liebe moni, das sehe ich auch so. Ganz am Anfang, sah es mit dem grauen Teppich auch gut aus, zumal auf den Scheuerleisten auch ein 5 cm breiter Teppichstreifen klebte. Deswegen sah ich auch keine Veranlassung, den Teppich rausreißen zu lassen und den Belag zu ändern. Ich hätte mich aber kennen müssen. Ich bekomme Auslegeware ziemlich schnell dreckig, da ich so ein fauler Schuhauszieher bin.
      Liebe Grüße zu dir von Clara

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  2. Das letzte Foto ist der Hammer!!!
    Wann kannst du dich endlich in aller Ruhe zurücklehnen und eine fertige Wohnung genießen?

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    • Sonja, ich habe soeben mit dem Zurücklehnen begonnen – das war die letzte Aufgaben. Ich habe nur Angst, dass mir das zu langweilig wird. Überflüssiger Weise will ich auch nichts machen, also wird jetzt alles erst einmal so bleiben.
      Leider habe ich dem Maler einen falschen Rat gegeben. Ich hatte ein altes Paket (10 Platten) und 3 lose, alte Platten und dann 3 neue Pakete mit 30 Platten. Ich habe ihm gesagt, er soll sie mischen. Aber das war nciht ideal. Er hätte nur mit den neuen anfangen und die bis zum Rest verbrauchen. Und dann den Abstellraum und vorn an der Tür die alten Platten nehmen. Man sieht es doch ein wenig an der Oberfläche. Aber ist jetzt eben so.

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  3. Sieht wirklich gut aus. So eine gut abgesicherte Türe finde ich trotz aller „Aushängprobleme“ prima.

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    • Gut sieht es jetzt wirklich aus – und vor allem ist es unheimlich pflegeleicht.
      Aber so eine dicke Sicherheitstür bräuchte ich nicht – da muss ja jeder denken, ich habe einen Sack mit Brillanten im Tresor. – Im Urlaub nutze ich das zweite Schloss, das so viele Stöpsel in die Wand steckt.

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  4. Eine dicke schwere Tür, da fühlt man sich doch gleich sicher. 🙂

    Ich bin verwundert, dass du das nicht alles selber gemacht hast 😀

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    • Ich brauche so eine dicke, schwere Tür nicht, ich habe nicht so ein Sicherheitsbedürfnis. Dieses fette Schloss habe ich bisher nur im Urlaub genutzt, sonst ist mir das zu aufwändig.
      Ach Anke, ich habe mir gesagt: Frau muss auch gönne könne – ich kann doch die armen Handwerker nicht arbeitslos sein lassen, die würden ja alle verhungern.
      Es war reine Nächstenliebe, dass ich es nicht selbst gemacht haben 🙂 Die Stichsäge hätte ich mir von meinem Sohn ausleihen können. Aber wie ich so sah, war es sehr schwer, die Platten mit Nut und Feder so richtig ineinander zu rütteln – und da ich mich ja im Moment nicht 100%ig wohl fühle, wäre es vielleicht doch nichts geworden.
      Der Tischler wollte 116,00 € und der war nur reichlich 2 Stunden da – was wird dann der andere von mir haben wollen???

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      • Seh ich genau so: Lass den armen Mann was dazuverdienen! Putzen hinterher reicht auch. Wobei ich ja letztens mal einen hatte, der hat sogar saubergemacht! 🙂

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        • Das hätte er in diesem Falle ganz schnell erledigt, da ich ja große Bettlaken ausgelegt hatte und das Wetter noch trocken war. – Da aber nach ihm der andere Handwerker alle oder fast alle Platten mit der Stichsäge bearbeitete, kam dort erst der große Dreck und der große Regen, der aus den Spänen Holzbrei machte. Vieles haben die Bettlaken aufgefangen, aber nicht alles.
          Da gestern der große Orkan auch noch Erde auf den Balkon gewindet hat, müsste es mal wieder richtig trocken sein, damit ich aus den Fußbodenritzen den Dreck saugen kann.

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  5. Liebe Clara!

    Applaus! Das sieht wirklich absolut einladend aus. In Deiner näheren Umgebung wird es wohl kaum jemanden geben, der seine Wohnung so gründlich auseinander genommen und in verschönertem Zustand zusammen gesetzt hat, wie Du.
    Ich nehme an, dass das Regal im Flur mittlerweile mit Sachen gefüllt wurde. Oder bleibt das extra so leer, damit sich die ankommende Gästeschar ihrer Utensilien entledigen kann?
    Glücklicherweise scheint ja auch nichts auf Deinem Balkon und in den übrigen Räumen zu Schaden gekommen zu sein. So hat hat Dank Deiner langjährigen Handwerkererfahrung alles zu einem guten Ende gefunden. Ende? Oder steht nicht schon das nächste Projekt vor der dicken dicken Haustür? 🙂

    Liebe Grüße an die nimmermüde DIY-Clara
    Mallybeau

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    • Ich antworte dir morgen, liebe Mallybeau – ich muss weg vom Computer, ich habe fette Kreuzschmerzen.

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    • Liebe Mallybeau, ich hatte versprochen, dich heute morgen gleich als erste zu begrüßen, und dann habe ich doch erst Aufräumarbeiten gemacht. Verzeihung. Aber vor dem Feiertag waren die Müllcontainer so voll, dass ich meine Tüten ganz brav wieder mit nach oben genommen habe und sie auf dem Balkon gelagert habe. Zum Glück waren sie fest verschlossen, sonst hätte gestern der böse Sturmbube den Inhalt verteilt – hätte ich nicht gebraucht. Die mussten nach unten und zwei große Kartons musste ich zerlegen und auch nach unten bringen.
      Aber anderen Schaden hat er gemacht, ich werde darüber schreiben. Der Schaden kam also zeitverzögert und hatte mit den Handwerkern nichts zu tun – nur mit meiner fehlenden Voraussicht. Da ich so gut wie nie Radio höre UND auch nicht in die Wetterapp geschaut habe, hat mich der Orkan überrascht und auf dem linken Bein erwischt.
      Das Regal hat tatsächlich zwei freie Fächer, da können Besucher ihre Schuhe oder andere Utensilien ablegen, wie du ja schon richtig vermutet hast, oder ich lege etwas ab, was ich mitnehmen will. Ich sage mir, ich muss ja nicht alles bis zum Stehkragen vollknallen. Mein Schuhregal ist aber proppevoll – wie sich das für eine Frau gehört 🙂
      So, jetzt will ich für morgen noch schnell einen Post schreiben.
      Einen ruhigen sturmfreien Freitag wünsche ich dir, liebe Mallybeau

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      • Stürm, stürm… hoffentlich bist Du mittlerweile schmerzfrei. Ich wünsche Dir ebenfalls einen gemütlichen Freitag 🙂

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  6. Ein interessanter Bodenbelag …… hm….. aber ich bin derzeit so froh, dass ich die Badrenovierung und Küchenstreichung und Lampenaustauscherei hinter mir habe, dass ich mich noch nicht entschließen kann …

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    • Myriade, freiwillig mache ich im nächsten halben Jahr NICHTS in der Wohnung, nur bei Katastrophen oder Orkanüberfällen – so wie heute. Es hat mir alle Balkonpflanzen zerdonnert, die nicht in den Kästen standen, sondern auf dem Fensterbrett. Da guckt man einmal nicht auf die Wetterapp und dann kommt gleich so ein Starkwind.
      Ich wollte heute in der Küche eine Glühbirne tauschen und hatte keinen Ersatz mehr. Und die gibt es ja nur noch in LED-Ausgabe. Da habe ich drei gekauft, alle in der Küche eingeschraubt und jetzt habe ich für mein Zimmer Ersatz, denn dort sind die gleichen.

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