Claras Allerleiweltsgedanken

Abschied von HL 1 und HL2

13 Kommentare

Ist irgendwie irreführend, denn von HL 1 habe ich vor langen Jahren schon Abschied genommen, nämlich 1996 – doch innerlich habe ich diesen Abschied immer und immer hinausgezögert. Auch jetzt ist immer noch einiges in der Wohnung, was mich an „IHN“ erinnert:

  • ein Badefoto (1995) aus Mallorca – klebt im Kleiderschrank und zeigt mir, wie wahnsinnig schlank ich mal war
  • ein Foto im Segelboot, denn er war leidenschaftlicher Freizeitkapitän
  • ein kleiner Tonschutzengel, der mich beschützt
  • ein goldener Krebsanhänger an einem Bilderrahmen

und jetzt dieses Nummernschild, das absichtlich seine Initialen hatte und „zufällig“ sein Todesjahr. Ich habe – als man sich die Buchstabenkombination bei Autos aussuchen konnte – immer Autonummern mit CH gehabt, das konnte ich mir gut merken.

Wenn ich mit dieser Nummer gefragt wurde, was das heißt, war meine Blitzantwort: H…immelhoch-Löwe, da das ganze Auto voller Löwen war, konnte das jeder glauben.

Und jetzt ist der Himmelhoch-Löwe überall abgemeldet, die Steuer hat sich schon gemeldet, die Versicherung auch und der Käufer hat mich angemotzt, warum ich den Kaufvertrag an die Zulassungsstelle geschickt habe. Was hatte der mit meinem Auto vor? Als ich die Schilder von ihm bekam, nahm ich natürlich an, dass er das Auto ordnungsgemäß abgemeldet hat.

Ich habe übrigens mit zwei Anwälten vom ADAC gesprochen – wenn ich schon noch bis nächstes Jahr Oktover drin sein muss, kann ich auch noch Leistungen abfordern. – Beide haben mich übrigens gelobt, dass ich gleich unumwunden meine Schuld zugegeben habe. Der eine meinte ganz trocken: Ein fahrendes Auto und ein stehendes Auto – welcher Fahrer wird wohl schuld sein? – Beide meinten, da kommt nichts Schlimmes hinterher, auch das Bußgeld für einen Auffahrunfall ist erträglich.

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Dieses Foto, das mittelscharf unscharf ist, zeige ich nur, weil die Sachen drumherum vielleicht erkannt werden.

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Es wird so sein, von beiden wird immer ein wenig Erinnerungen bleiben.

 

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Autor: Clara HH

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

13 Kommentare zu “Abschied von HL 1 und HL2

  1. Liebe Clara, du hast mir von dem Nummernschild erzählt. Und schon damals vor einigen Wochen hat sie mich berührt. Löwenstark will man sein. Muss man sein und ist man. Und doch ist schwer. Ich glaube es ist gut, das Schild so nah bei dir zu haben. Traurige Gedanken kommen mit und ohne die Erinnerungen. So kann es sein, dass du bald auch lächelnd an ihm vorbei gehst.
    Mallybeaus Vorstellung gefällt mir.
    Liebe Grüße und weiter gute Besserung.

    • Liebe Mitzi, alte Leute haben ja die Tendenz, etwas wunderlich zu werden. Bis jetzt hält es sich bei mir noch in Grenzen – und wenn ich jetzt morgens und abends in meinem Zimmer an dem Schild vorbei gehe und fröhlich, verhalten oder traurig „Hallo Heiko“ sage, hört es niemand, dass ich mit einem Schild spreche. Äußerst selten bis nie habe ich bisher „Hallo Leon“ gesagt, denn so hieß der kleine graue Flitzer, der vielleicht bald wieder auf den Straßen fahren wird, weil der Werkstattmensch alle Teile ersetzt hat.
      Mache es gut – sagt einfach die Clara

  2. Ach, Clara, es ist wieder eine ganze Menge, was du einfach mal so wegstecken musst. Aber ie Mallybeau schreibt: Du bist stark wie ein Löwe. Da geht nun eben ein Abschnitt zu Ende. Ein Neuer kann anfangen und ich denke, es wird garantiert nicht langweilig. Heb dein altes Nummernschild gut auf. Es ist ja auch eine Erinnerung an H.
    Ich drück dich mal und gehe wieder davon.

    • Danke, liebe Gudrun. Das Auto macht mir im Moment gar keine Sorge, denn die Anwälte haben mir beide glaubhaft versichert, dass da nichts mehr weiter kommt.
      Aber die familiären Spannungen und das verdammte rechte Bein, das sind momentan die Hauptsorgen, die ich habe. Trotz Salbe und Tabletten und anderen Sachen – es dehnt sich immer weiter aus – ich habe das Gefühl, es tut jetzt schon bis runter zum Fuß weh. Draußen zu sein macht keinen Spaß – aber mit dem Auto wäre ich dennoch nur in Ausnahmefällen gefahren, denn auf der Straße kommt man immer schlechter voran. Leider gibt es nicht auf allen Straßen Busspuren – und dann kommt man auch mit dem Bus nicht vorwärts. Ich liebe U-Bahnen und S-Bahnen, wenn nicht gerade die Weichen eingefroren sind oder wegen Bombendrohungen oder wegen Polizeieinsatz nichts fährt.
      Heute habe ich aus 4 kg kernlosen Weintrauben Saft gemacht – der schmeckt so supersupersuper, aber ich muss ihn zu 50 % mit Wasser verdünnen, weil er sonst so süß ist.
      Liebe Grüße von mir

  3. Liebe Clara!

    Hauptsache Du bleibst stark wie ein Löwe und trägst die schönen Erinnerungen in Deinem Herzen. Aber Obacht, das Nummernschild am Regal… hoffentlich fährt es Dir nicht eines Tages davon, weil es auch mal in die große weite Welt hinaus möchte. Und dann flattert Dir noch ein Strafzettel ins Haus, weil Dein Regal bei rot über die Ampel gebrettert ist 🙂 Und hängt da etwa Deine Geburtstagscollage? Die passt farblich ja richtig gut in Deine Umgebung. Da kann es nun, wie der Heißluftballon schon andeutet, nur aufwärts gehen.
    Ich wünsche Dir einen wunderschönen Sonntag.
    Liebe Grüße von der verregneten Alm
    Mallybeau

    • Liebe Mallybeau, na klar hängt dort meine Geburtstagscollage – und nur deinetwegen habe ich das zweite, leicht unscharfe Foto überhaupt eingestellt.
      „Stark wie eine Löwin“ – jahrelang bin ich es wohl gewesen, jetzt lässt es manchmal schon ein wenig zu wünschen übrig, die Stärke.
      Bei dem fahrenden Regal, das du erwähnst, muss ich gleich an den kleinen Häwelmann denken – das hat mir meine Mama als Kind oft vorgelesen. Der ist mit seinem Bett in den Himmel gefahren und hat alles ganz genau erkundet. Früh war er aber immer wieder brav zu Haus.
      Eine Heißluftballonfahrt – die will ich unbedingt noch machen. Das könnte einer der wenigen Tage sein, wo ich das Auto vermisse, denn die starten immer ganz in der Walachei. – Kommt Zeit, kommt Rat.
      Und tschüss sagt Clara

  4. Das ist schon ein kleiner Lebensabschnitt, der damit zu Ende geht. Kommt irgendwann auch auf mich zu.

    • Liebe Ute, Gott sei dank bin ich in solchen Dingen ziemlich pragmatisch. Da man hier in der Stadt wirklich ohne Auto auskommt und notfalls auch mal mit Taxi fahren kann, werde ich das wohl verkraften. Nur das Laufen darf nicht noch schlechter werden. Jetzt brauche ich bis zu einem bestimmten Bus (zum Zahnarzt z.B.) ca. 10 Minuten. – Ich muss es nehmen, wie es kommt, wird schon werden!

  5. Oh!
    Abschied vom Auto ist beileibe nicht NUR Abschied vom Auto….

    • Wie recht du hast. 1964 habe ich meinen Führerschein gemacht, gleich kurz danach brauchte ich ihn für einen Motorroller. Weil ich fast tödlich verunglückt wäre, habe ich ihn ganz schnell verkauft – aber ab 1973 fuhr ich IMMER Auto. Deswegen ist das schon mehr als eine Generation, die ich Auto gefahren bin. Aber der Spaß wurde immer, immer weniger, da die Straßen so wahnsinnig voll sind, dass es in Berlin keinen Spaß mehr machte. Es sind so unendlich viele Idioten unterwegs, brutale Autofahrer gibt es auch mehr als genug, die meisten haben ein BMW-Zeichen oder 4 Ringe an der Motorhaube, da geht es um Sekunden, die sie sparen, wenn sie dich überholen.
      Ich denke, diesen Abschied werde ich verkraften. Am Abschied von Heiko habe ich ja Jahre zu kauen gehabt. – Zu den bei Gudrun geschriebenen Problemen kommt noch mein Zahnarzt dazu – er glänzt mit völliger Unkenntnis der Materie, obwohl es um viel Geld geht, klappt nichts und passt nichts. Das wird noch eine harte Auseinandersetzung.

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