Claras Allerleiweltsgedanken

Die Höflichkeit lebt, ja wirklich!!!

14 Kommentare

Da man ja unserer Jugend meist nicht das Allerbeste nachsagt, muss ich jetzt mal eine Lanze für sie brechen (heißt das Sprichwort so?)

Liegt es daran, dass ich mein Alter nicht mehr so richtig wegleugnen kann, liegt es daran, dass meine Beinschmerzen meist einen mittelprächtig leidenden Gesichtsausdruck hinterlassen? Ich habe doch schon mindestens 1/8 Murmeltier oder Murmeltierfett oder sonstwas vom Murmeltier auf das Bein geschmiert – bisher hat sich das Murmeltier noch nicht gnädig gezeigt.

Jedenfalls habe ich in der letzten Zeit oft einen Platz angeboten bekommen. Auch die Tür wurde mir lange aufgehalten, auch wenn ich noch ein paar Meter weg war. Ich freue mich dann immer sehr und sage das auch deutlich, denn ich hoffe, dass das dann anspornt, auch zu anderen so zu sein.

Mir wird ja nachgesagt, doch recht emanzipiert oder selbständig zu sein. Ich habe selten gewartet, bis mir jemand in die Jacke oder in den Mantel hilft – da habe ich es schon selbst erledigt. Aber manchmal finde ich Höflichkeit einfach angenehm – ich muss sagen, dass ich mich auch immer bemühe, niemand die Tür vor den Latz zu knallen.

Will jemand diese Tür einem anderen aufhalten, hat er Hilfe. Denn oben auf dem Stein steht: „Gott hilft, Gott hat geholfen, Gott wird helfen“ – sicher lege ich das mit dem Tür aufhalten einfach zu eng aus. Oder galt das mit der Hilfe nur für das 18. Jahrhundert?

 

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Autor: Clara HH

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

14 Kommentare zu “Die Höflichkeit lebt, ja wirklich!!!

  1. Deine Sprache ist ab und zu recht drastisch – „die Tür vor den Latz knallen“ – aber das macht den Reiz aus, kein liebliches Tandaradei-Blog zu sein. Du lügst weder dir noch uns in die Tasche, das nenne ich Authentizität.
    Mein Mann hat mir letzthin nach einem Restaurantbesuch mein Mäntelchen gereicht, zum Glück griff ich draußen in die Taschen, hatte plötzlich fremde Haus- und Autoschlüssel in der Hand. Gerade nochmal gut gegangen! (Zurück ins Lokal und schnell und unbemerkt die Mäntelchen wieder richtig getauscht.)
    Wie kam ich jetzt bloß drauf?

    • Jetzt musste ich lachen – aus verschiedenen Gründen. Es waren sicher ähnliche Farben, denn sonst hättest doch zumindest du es gleich drin bemerken müssen. Erst damit nach draußen gehen, das finde ich bemerkenswert.
      Da du ja weniger kriminelle Energie als ich besitzt (stelle ich jetzt einfach mal so in den Raum), hast du mit dem fremden Autoschlüssel nicht den dazugehörigen Mercedes/Audi/BMW/Dieselkutsche gesucht. Ich lasse noch nicht mal das Handy und auch keine Schlüssel in meiner Jackentasche, das ist mir zu riskant. Die Welt ist nicht immer gut 🙂
      Sonja, aus mir wird nie eine feine Dame – aber manchmal könnte ich doch ein wenig zurückhaltender sein. Es ist sicher schwerer als für andere, denn die manischen Zustände schlagen stärker zu als mir manchmal lieb ist.

  2. Diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Viele von den vielgeschmähten jungen Männern aus dem arabischen Raum sind diesbezüglich wirklich nett und höflich. Und wenn sie es nicht sind, fordere ich den Platz so freundlich ein, dass noch nie einer nein gesagt hat. Die Mitbürgerinnen mit den empörten, griesgrämigen Mienen haben da viel weniger Erfolge 🙂

    • Genau so sehe ich es auch, liebe Myriade. Du hast ja auch oft genug Beschwerden mit deinem Bewegungsapparat – da stelle ich mir stehen auch ungut vor.
      Mir macht am meisten das heftige Bremsen und das Festhalten an der Stange zu schaffen, das tut einfach nur weh.

  3. Wie Mallybeau schon schrieb, eigentlich sollte Höflichkeit selbstverständlich sein. Man trifft auch in der heutigen Zeit immer wieder auf sie, und nicht nur Jugendliche haben sie manchmal „vergessen“. Erst neulich knallte mir ein älterer Herr die Tür direkt vor der Nase zu, obwohl ich unmittelbar hinter ihm ging… Naja.
    Wenn Murmeltier nicht hilft, hätte ich vielleicht einen anderen Tipp. Ich hab gute Erfahrungen mit Curcuma gemacht, man braucht aber ein bisschen Geduld.
    Liebe Grüße
    Glasperlenfee

    • Liebe Glasperlenfee,
      mein Akustiker hat mir Curcuma empfohlen – das nehme ich als dicke Dragees, zweimal am Tag. Auch Hyaluron habe ich mir besorgt – mit dem, was ich zur Zeit schlucke, könnte ich ein kleines Kind satt bekommen. Ich habe es dicke – denn ich habe noch nie gern Medikamente und Zusatzstoffe geschluckt – an das Magnesium hatte ich mich gewöhnt, aber jetzt nimmt schlucken überhand.
      Mütter, Omas und ältere Frauen haben wohl im islamischen Bereich ein besseres Ansehen als hier. Deswegen habe ich schon sehr, sehr oft beobachtet, dass einer von den jungen Männern aus diesem Kulturkreis sofort aufsteht und mir seinen Platz anbietet, wenn der Bus proppevoll ist.
      Einmal hat mir ein junger Mann, der wahrscheinlich allein nach Deutschland gekommen ist, auf dem Handy seine Tochter und seine Frau gezeigt – und dabei kamen ihm die Tränen. Er mit schlechtem Englisch, ich mit nur wenig besserem Englisch – aber wir haben uns die Busfahrt über „unterhalten“.
      Liebe Grüße von Clara

  4. Die Murmeltiersalbe hilft also nicht?
    Schade!

    Aber von den Leiden ab was Grammatikalisches: Gabs denn im 18. Jh keine einfache Vergangenheit? Also, mit der Tür: „Half“ da keiner?

    • Anke, du bist ja noch ungeduldiger als ich – ich habe noch nicht mal 10 % von dem Salbennapf auf das Bein geschmiert – die Murmeltiere brauchen so ihre Zeit, um helfen zu können. Wenn ich dann irgendwann einmal alle beide Näpfe verbraucht habe und es hat sich nichts verbessert, werde ich lakonisch sagen: Fehlinvestition.
      Schön, dass du auf ein wichtigeres Thema kommst: auf die Grammatik. Ich weiß nicht, ob die immer „Gott hat geholfen“ gesagt haben, ich habe damals noch nicht gelebt, wirklich nicht!!! Aber auch heute benutzen viele Leute lieber das Perfekt. Das Präteritum hat ja bei starken Verben so seine Tücken wie grub, lud, schuf oder trug. Gut, dass sie über der Tür das Plusquamperfekt weggelassen haben 🙂

  5. Liebe Clara!

    Also ich finde auch, dass Du, soweit ich das über die virtuelle Ferne beurteilen kann, einen sehr selbständigen Eindruck machst. Da wird nicht lang gefackelt sondern gemacht. Wunderbar! Dass einem mal die Türe aufgehalten wird oder man einen Platz angeboten bekommt, finde ich selbstverständlich. Nun ja, sollte es zumindest sein. Ich weiß, dass dies bei weitem nicht oft der Fall ist. Doch die Tatsache, dass Du Deine Mitmenschen für ihr Verhalten lobst bzw. sagst, dass Du Dich freust, ist wirklich vorbildlich. Für Dich würde ich diese schwere rote Türe natürlich jederzeit aufstemmen. Mit meinem großen Kuhkörper lehne ich mich einfach dagegen. Und wenns nicht hilft, nehme ich die Hörner 🙂

    Liebe Grüße von der frostigen Alm
    Mallybeau

    • Hallo, liebe Mallybeau, noch vor Jahren, als ich mir einbildete, ich werde noch nicht über das Alter definier, bin ich in Verkehrsmitteln richtig erschrocken, wenn jemand für mich aufstand. – Das hat sich inzwischen normalisiert.
      Junge oder jüngere Leute haben oft auch einen anstrengenden Berufsalltag hinter sich, so dass ich nur in Ausnahmefällen einen Platz einfordere oder deutlich erbitte. In jedem Bus sind bei uns sehr viele Plätze für Behinderte, Alte, Kranke, Leute mit Stock oder so. Und wenn da so eine 15jährige ihr ganzes Handy durchtelefonieren will auf so einem Platz, dann hole ich mir den schon mal.
      Ich würde dir helfen bei der Tür – gemeinsam sind wir stark.
      Danke sagt Clara

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