Claras Allerleiweltsgedanken


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Abschied von HL 1 und HL2

Ist irgendwie irreführend, denn von HL 1 habe ich vor langen Jahren schon Abschied genommen, nämlich 1996 – doch innerlich habe ich diesen Abschied immer und immer hinausgezögert. Auch jetzt ist immer noch einiges in der Wohnung, was mich an „IHN“ erinnert:

  • ein Badefoto (1995) aus Mallorca – klebt im Kleiderschrank und zeigt mir, wie wahnsinnig schlank ich mal war
  • ein Foto im Segelboot, denn er war leidenschaftlicher Freizeitkapitän
  • ein kleiner Tonschutzengel, der mich beschützt
  • ein goldener Krebsanhänger an einem Bilderrahmen

und jetzt dieses Nummernschild, das absichtlich seine Initialen hatte und „zufällig“ sein Todesjahr. Ich habe – als man sich die Buchstabenkombination bei Autos aussuchen konnte – immer Autonummern mit CH gehabt, das konnte ich mir gut merken.

Wenn ich mit dieser Nummer gefragt wurde, was das heißt, war meine Blitzantwort: H…immelhoch-Löwe, da das ganze Auto voller Löwen war, konnte das jeder glauben.

Und jetzt ist der Himmelhoch-Löwe überall abgemeldet, die Steuer hat sich schon gemeldet, die Versicherung auch und der Käufer hat mich angemotzt, warum ich den Kaufvertrag an die Zulassungsstelle geschickt habe. Was hatte der mit meinem Auto vor? Als ich die Schilder von ihm bekam, nahm ich natürlich an, dass er das Auto ordnungsgemäß abgemeldet hat.

Ich habe übrigens mit zwei Anwälten vom ADAC gesprochen – wenn ich schon noch bis nächstes Jahr Oktover drin sein muss, kann ich auch noch Leistungen abfordern. – Beide haben mich übrigens gelobt, dass ich gleich unumwunden meine Schuld zugegeben habe. Der eine meinte ganz trocken: Ein fahrendes Auto und ein stehendes Auto – welcher Fahrer wird wohl schuld sein? – Beide meinten, da kommt nichts Schlimmes hinterher, auch das Bußgeld für einen Auffahrunfall ist erträglich.

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Dieses Foto, das mittelscharf unscharf ist, zeige ich nur, weil die Sachen drumherum vielleicht erkannt werden.

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Es wird so sein, von beiden wird immer ein wenig Erinnerungen bleiben.

 


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Bombiges Berlin

Es ist kaum zum glauben, 72 Jahre nach Kriegsende legen immer noch Bomben das Großstadtleben lahm.

Zuerst fuhr die S-Bahn nicht, weil in der Nähe des Potsdamer Platzes eine Bombe entschärft werden musste.

Und wenige Tage später, und zwar am Mittwoch, war der S-Bahnverkehr nach Potsdam unterbrochen, weil auch dort in der Nähe des Hauptbahnhofs eine Bombe ihren Fundort hatte. Immerhin betraf es 10.000 Leute, die ihre Wohnungen während der Entschärfung räumen mussten.

Ich bewundere immer wieder die Entschärfer, die ihr Leben aufs Spiel setzen, denn diese alten und sicher total verrosteten Bomben reagieren ja ganz anders als man es von ihnen erwartet. Die Schlagzeilen im Netz waren nicht zu überlesen.

Nicht genug mit Potsdam, im Norden von Berlin wurde ebenfalls am Mittwoch in Reinickendorf noch eine Bombe entschärft.


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Susanna im Bade … *

… Quatsch, natürlich muss es „Clara im Bade“ heißen

Jetzt braucht ihr euch nicht auf heiße Fotos zu freuen, es geht um anderes.

Ich wollte meiner Gesundheit und meinem Bein was Gutes tun und deswegen Wassergymnastik machen, neumodisch auch mit Aquafitness benannt.

Das Ankogelbad ist

  • zu Fuß zu weit zum Laufen
  • mit Öffentlichen zu umständlich zu erreichen
  • mit Auto nicht möglich zu fahren

also holte ich seit langer Zeit mal wieder das Fahrrad hervor und es ging besser als ich dachte.

Da das Kinderbecken wärmeres Wasser und weniger Leute hatte, suchte ich mir dort eine Ecke. Natürlich blieb es nicht so leer und bald kam ein gutaussehender „Papa“ mit 4 Kindern. Ich vermutete, dass die beiden kleineren Jungen von ihm sind und die beiden türkischen Kinder von der Nachbarsfamilie mitgenommen waren.

Ihm und den Kindern zuzusehen und zu hören, war eine wahre Freude. Sobald sie am nassen Rand zu schnell rannten, zu laut quietschten oder sich mit ihren Schwimmärmeln ins zu tiefe Wasser begaben, genügte eine Handbewegung von ihm und die Kinder machten es. Immer wieder kam eines zu ihm, um sich liebevoll das Wasser aus den Augen wischen zu lassen.

Am Ende ging er selbst ins Wasser und warf die Kinder mit Lust und Laune hoch und sie platschten ins Wasser – immer und immer wieder wollten sie.

Ich war so neugierig geworden, welche denn nun seine Kinder sind. Und was stellte sich heraus?

Er ist Erzieher in einer KITA, der jüngste und mutigste war erst 3,5 Jahre und die Großen waren 5. Die Eltern dieser KITA können froh sein, so einen engagierten Erzieher zu haben, den die Kinder auch richtig mochten.

Mal sehen, ob er nächsten Dienstag auch wieder da ist.

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Zu dem kleinen Stern in der Überschrift – eine Leserin bei fb, übrigens eine Klassenfreundin von Klasse 1 bis 8, machte mich darauf aufmerksam, dass es nicht „Johanna im Bade“ heißt, sondern „Susanna im Bade“ heißen müsste und dem Pinsel von Tintoretto entstammt. Habe ich doch sofort geändert. – Als ich noch einmal bei Wiki recherchierte, habe ich festgestellt, dass sich auch noch andere Maler diesem biblischen Thema gewidmet haben, u.a. auch Rubens und Rembrandt. Da hat bei mir die kulturelle Bildung im Unterbewusstsein geschlummert 🙂

 


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Den ganzen Tag QVC sehen …

(so oder so ähnlich heißt ein Werbesender),

  • macht das Portemonnaie leerer
  • macht die Wohnung voller
  • macht den Kleiderschrank abwechslungsreicher
  • macht die Straßen verstopfter (weil so viele LKWs fahren müssen)
  • macht die Hersteller reicher
  • macht den Popo dicker, weil es alle Süßigkeiten nur im Kilopaket gibt – (oder waren es doch schon 500 g?)
  • macht die Menschen bequemer, weil sie nicht mehr einkaufen gehen müssen
  • macht den Verstand dümmer

Da ich in meiner Umgebung so etwas kenne, habe ich mein eigenes Einkaufsverhalten näher unter die Lupe genommen. Bei bestimmten Sachen ist es in Berlin schon recht mühsam, von dem einen Fachgeschäft zum anderen zu kommen. Ich will mich jetzt nicht mit meinem „Lahmknie“ herausreden, aber ich bin wirklich froh, dass ich nur auf drei oder vier Seiten suchen muss und dann IMMER das finde, was ich gern hätte. Nur im äußersten Notfall schicke ich es wieder zurück.

Was jetzt in letzter Zeit bei mir leider eingerissen ist, ist die Bestellung von rezeptgebundenen und rezeptfreien Medikamenten. Mir haben 1000 (oder weniger) Leute empfohlen, dass ich Hyaluron, dass ich Vitamin D, dass ich Curcuma oder dass ich Murmeltiersalbe brauche. Wenn alles weh tut, greift frau ja nach jedem Strohhalm. Bei der Versandapotheken ist das alles viel billiger als bei der um die Ecke. Ich kann nur für die um die Ecke hoffen, dass es noch genügend Kunden ohne Computer gibt, die ihre Sachen vor Ort kaufen.

Aber ich habe manchmal wenigstens ein schlechtes Gewissen – besonders, wenn ich bei A*mazon bestelle, denn von dort hört man ja nicht die mitarbeiterfreundlichsten Sachen.


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Clara und die Mode

Das Wort MODE konnte ich bestimmt schon in der ersten Klasse mit ungelenken Großbuchstaben schreiben, denn es ist ja keine große Leistung, sich 4 Buchstaben zu merken.

Was aber in diesem Wort steckt und was es bedeutet oder beinhaltet, habe ich bis heute nicht verinnerlicht.

Wie kann man die halbe Menschheit dazu bringen, dass in diesem Jahr nur diese und jene Farben Glück bringen, also Mode sind, alle anderen Kleidungsstücke kann man entweder in die Altkleidersammlung geben oder gleich entsorgen – denn wer will schon in Farben herumlaufen, die nicht Trend sind? 🙂 😉

Mit den Farben ist es die eine Seite, da kann man sich ja noch getrost darüber hinwegsetzen. Doch wie sieht es aus, wenn Herr Modeschöpfer Carl L., der smarte Wolfgang J., die jugendfrische Jil S., der Mehrfachmilliardär Giorgio A. oder die CC = Coco Chanel festlegen, dass die Rocklänge kurz oder lang, die Kleider tailliert oder locker fallen oder die Hosenbeine mit Schlag und weit oder hauteng sind. – An diesem Diktat kann man sich sicherlich vorbeimogeln, aber es fällt schon mehr auf als bei den Farben.

Und da bin ich auch schon bei des Pudels Kern. Ich habe eine lila Hose, das Kaufdatum liegt wirklich schon einige Jahre zurück. Ich gehe damit Doppelkopf spielen und prompt sagt eine zu mir: „Trägst du deine Hose aus den 70er Jahren auf?“

Ich fahre zu Besuch zu meiner Schwägerin – in einer Hose, die gut und viel Luft von unten in die Hosenbeine lässt. Nach ihrem Kommentar komme ich mir fast vor, als begehe ich ein Sakrileg.

Und jetzt fange ich an, mich umzuschauen. Nicht nur die blutjungen und schlanken Mädchen tragen hautenge Hosen. Ich überlege, ob sie sich da mit dem Schuhanzieher reinquälen, denn auf natürliche Weise kann das gar nicht klappen. Und dazu gehört dann ein kurzes Stück freies, nacktes Bein und irgendwelchen Markenturnschuhen. Von weitem sieht es aus, als wenn die jungen Damen in Strumpfhosen rumlaufen würden.

Und das soll schön sein?????? Ich habe das Gefühl, von 100 Hosenträgerinnen haben 3 keine hautengen Jeans oder andere Hosen an. Das sind dann die Außenseiterinnen. Ich mache mir überhaupt nichts daraus, auch Außenseiterin zu sein … … bis …

Jede versteht bestimmt, dass ich nach 7 kg abgegebenem Speck das Bedürfnis hatte, zwei neue Hosen zu kaufen. Außerdem bin ich schnapszahlensüchtig. Als auf der Waage wirklich und wahrhaftig die 66,6 erschien, musste ich mich belohnen. Ich ging zu einem Kleidungsdiscounter und probierte ewig. Ganz besonders beliebt waren dort die K-Größen – wahrscheinlich für das obligatorische nackte Stück Bein! Wollte ich aber nicht.

Hauteng wollte ich auch nicht, aber richtig weite und bequeme Hosenbeine wollte ich auch nicht – wenn schon eine neue Hose, dann kann sie ja nach der sicher bald wieder wechselnden Mode sein.

Und jetzt einen kleinen bildlichen Eindruck. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Jeans zu meiner Lieblingshose mutiert.

Bei dieser Hose hätte ich nichts gegen eine andere Farbe gehabt, aber andere Farben waren nur in kurz zu haben.

Da war je der „Stress“ mit der Uhrenrückstellerei ein Kinderspiel dagegen.