Claras Allerleiweltsgedanken

Die Dame von Welt …

49 Kommentare

trägt in ihrer teuren Designer-Handtasche:

  • mindestens einen Lippenstift
  • ein elegantes Ensemble – bestehend aus Kamm, Spiegel und Nagelaccessoires
  • die Kreditkarte vom finanzstarken Ehemann oder aber vom „Spielgefährten“
  • ein in edles Krokodilleder gebundenes Adressbüchlein, um jederzeit einen Freund anrufen zu können, falls der Ehemann verreist ist
  • ein Apfelphone der allerneuesten Generation
  • eine goldene Kamera 🙂
  • ein Pflaster, falls die neuen Highheels noch drücken und erst eingelaufen werden müssen

Sieben Dinge sollten reichen, denn ich möchte ja die Handtaschen von Louis Vouitton, Joop, Chanel oder sonstwem nicht überfüllen. Außerdem interessiert mich das Thema „Markenhandtaschen“ weniger als ich nach einer ausgedehnten Maniküre Dreck unter einem Fingernagel habe.

Für mich wäre so ein Gang mit einer solchen Handtasche mehr als ein Drahtseilakt. Und dazu bräuchte ich noch nicht mal diese Schuhe.

Ihr merkt schon, ich habe mich schon vor vielen, vielen Jahren entschlossen, KEINE DAME zu werden – es liegt mir einfach nicht. Frau und Mutter wollte ich schon sein, aber eben nicht Dame.

Vor ein paar Tagen habe ich noch aktuelle Handtaschenaufnahmen in den Schaufenstern des KdW gemacht – die möchte ich euch nicht vorenthalten.

Und ich schwöre euch, dreist wenn ich das Geld in Hülle und Fülle und locker hätte – nieeeeeeeeeeeeeeeeee würde ich mir so etwas kaufen, weder das eine noch das andere.

Also stieg ich auf das Rucksackmodell um. Anfangs waren diese Riesenbeutel für Beuteltiere ja noch klein, zart und ein wenig damenhaft.

Dieser eventuell positiv ausfallende Eindruck wurde dann aber sicher schnell durch ein keck aufgesetztes Schirmmützchen zunichte gemacht. (Seht ihr übrigens neben der Heizung meinen ersten Klapproller, der durch seine kleinen Räder so viel Unheil angerichtet hat?)

Aber im Laufe der Jahre wuchsen die Bedürfnisse, die Aufgaben und die „Hilfsmittel“, die im Rucksack verstaut werden mussten. Wer will schon plötzlich den Durchblick verlieren, nur weil plötzlich die Brille kaputt ist? Wer will die internette Kommunikaiton abbrechen müssen, weil das Handy keinen Saft mehr hat? Wer muss achtlos an Hunderten von schönen Fotomotiven vorüber gehen, weil der Fotoapparat zu Hause liegt? Wer kann standhaft an den teuren Getränkeautomaten vorüber gehen, weil ja eine Flasche in der Seitentasche steckt. Wer kann lässig einen Schirm aus dem Ärmel Rucksack zaubern, wenn es in Strömen anfängt zu regnen.     … ICH JA ODER ICH NICHT!

Also wurden die Rucksäcke größer, schwerer und schwärzer – doch der Mensch wächst mit seinen Aufgaben und die Träger der Rucksäcke sind immer breiter und weicher geworden!

Hier mal eine Auswahl des technischen Equipments, das ich so mit mir rumtrage. Bei den gesundheitlichen Hilfsmitteln lasse ich mir nicht in die Karten gucken, denn ein paar Geheimnisse müssen ja noch bleiben.

Ich denke, ihr versteht jetzt, warum ich kein Handtaschentyp bin.

Doch es gibt im Jahr ca. 10 – 15 Tage, wo ich nicht ALLES mit mir rumtragen will und muss. Und genau für diese Tage habe ich jetzt einen neuen in meinen Bestand integriert, denn diese vom oberen (Tür-)Foto existieren bis auf einen alle nicht mehr. Das schönste an ihm sind die unendlich vielen Taschen, in denen ich dann ganz hektisch nach etwas suchen kann. Ist er bis zum Platzen gefüllt mit „Technik, dann dürften die Schulterriemen ruhig breiter sein – aber ich übertreibe eben auch mit dem Gewicht wie so oft.

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Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

49 Kommentare zu “Die Dame von Welt …

  1. Ohfrau, man meint, Du wirst jünger und jünger…vielleicht geht`s bei Dir andersrum! Wäre das was?

    • Mit einigen Sachen bin ich ja auf dem besten Weg dazu. Meinen zahnbefund will ich nicht näher erörtern. Die Haare fallen auch immer mehr aus aber bis jetzt geht es noch. Doch wenn ich dann anfange, in Windeln zu machen, dann will ich nicht mehr leben

  2. Emir: (E)Fendi, (E)Fendi
    rasch reich‘ er mir sein Handy
    auf dass ich bestell auf die rasche
    diese wundervolle Tasche … 🙂

    • Herr Ösi, jetzt wären Sie mir doch beinahe in dem vielen Geld ertrunken, dass mir (mein) Emir geschenkt hat, damit ich mir eine dieser saublöden Taschen kaufen kann.
      Um so viel Reichtum schadlos zu überstehen, lade ich Sie jetzt zu einem kühlen Cocktail im lauschigen Schatten einer urigen Kneipe ein. Und dann können wir herzlich über das ganze Wohlhabenheitsgedöns lachen – Sie haben ja mit lachen noch weiaus bessere Erfahrungen als ich.
      Nächtliche Grüße durch den Äther schickt
      Clara
      (Besonders gelungen finde ich: … bestell auf die rasche …)

    • hehehe – ich habe gegoogelt, der alte Knabe ist ja schon lange tot – oder gibt es noch einen Namensbruder, der sich bester Gesundheit und dennoch eines vollen Geldbeutels erfreut?

  3. Ich muss gestehen, dass ich Handtaschen sehr sehr gerne habe. Die von dir gezeigten Preise würde ich aber nur bezahlen. 🙈

    • Liebe Mitzi, es kann jede so viele Handtaschen haben oder tragen, wie sie mag – wenn ich das nicht muss. – Im letzten Satz hast du bestimmt etwas anderes gemeint, wenn du schreibst, dass du die Preise aber „nur“ bezahlst. Oder wolltest du sie nicht bezahlen, sondern abtanzen oder mit deinen Geschichten aufwiegen???
      Gute Nacht!

  4. Liebe Clara!

    Da geht es Dir ähnlich wie mir. Ich habe ebenfalls noch nie eine Handtasche besessen und benutze seit Ewigkeiten immer nur den selben alten Rucksack. Das Handtasche tragen finde ich einfach überflüssig. ich bin froh, wenn ich so wenig als möglich mit mir rumschleppen muss. So wie Du Damen hier beschreibst würde ich sie Tussies nennen. Damen sind bei mir eher elegant und durchaus stilvoll und mit Intelligenz gesegnet. Was ich billigen Handtaschenflittchen eher absprechen würde 🙂 Aber das ist natürlich alles äußerst oberflächlich betrachtet. Bei dem Preisschild könnte man meinen, dass der erste Preis die Jahreszahl der Herstellung ist. Mannomann, da muss man wirklich Geld im Überfluss und einen absoluten Faible für Handtaschen haben, wenn man sich so etwas kauft.
    Da loben wir uns den guten alten Rucksack, der wirklich immer brav seine Dienste tut und mit dem man auch sehr chic aussehen kann. Wir sowieso 🙂

    Liebe Feiertagsgrüße
    Mallybeau

    • Liebe Mallybeau, eine Dame, wie ich unter Umständen auch mal sein kann, geht natürlich über deinen „Feiertagsgruß“ ohne Grollen und ohne Murren hinweg. Feiertage kennen wir Berliner kaum noch, nur die aller-, allernotwendigsten hat man uns gelassen. Und bei dem Glaubensstand der Bevölkerung ist es schon wahrlich erstaunlich genug, dass wir einen Ostermontag und Pfingstmontag feiern dürfen. Aber wir lassen doch herzlich gern allen braven und frommen Katholiken in Bayern und Schwaben und sonstwo ihren Fronleichnamstag. Als Kind bin ich Jahr für Jahr mit einem Körbchen mit Blütenblättern im Park zur Fronleichnamsprozession gegangen und habe meine Blüten verstreut.
      Einen Bezug brauche ich für meinen Rucksack in Marokko bestimmt nicht – man braucht ihn ja bei der Dauertrockenheit kaum noch in Deutschland.
      Du siehst ja auf den Preisschildern nur die Handtaschen. Diese Zahlen als Jahreszahlen zu werten ist oberhammer(geil)spitze. Das eingeklammerte Wort sagt eine Dame nicht. Die Preise für die Schuhe waren ähnlich.
      Und jetzt setze ich mich auf den Balkon mit Erdbeeren und Schlagsahne – hhhhhhhhhmmmmmmmmmmm lecker!
      Liebe Nicht-Feiertagsgrüße von Clara

      • Oh Erdbeeren, ich will auch … ach ich hab ja selber welche 🙂 Jetzt räume ich die Garage auf …

        • Eine Garage für ein Nicht-Auto? Oder hat jemand aus der Familie dort ein Auto drin stehen?
          Ist aber letztendlich auch egal, aber ich möchte solche Fronarbeiten bei diesen Temperaturen nicht machen müssen, es sei denn, die Garage ist in den Felsen gehauen.
          Erdbeeren bleiben noch – mittags musste ich erst einmal Blumenkohl, 2 Setzeier und wundervolle Stampfkartoffeln essen.

          • Die Garage ist voll mit Gerümpel in die bald noch mehr Gerümpel gestopft werden soll, deshalb muss Platz gemacht werden.
            Was sind denn Setzeier?

          • Na die, dich sich in der Pfanne setzen und ihre Schönheit spiegeln – manche sagen auch Spiegeleier. Oder was sagst du. Rühreier werden gequirlt, Frühstückseier mit Schale gekocht und Setzeier in die Pfanne gehauen.

          • Achso, ich sage Spiegeleier. Setzeier klingt lustig. 🙂

          • Setzeier muss ich wohl noch aus Görlitz mitgebracht haben, denn hier in Berlin sagt das auch kein Mensch. Aber naja, so ein paar sprachliche Eigenheiten kann sich Frau oder Dame leisten.

          • Mitgebracht ist gut. Die scheinen ja lange haltbar zu sein….

          • Das sind eben chinesische Dauereier, die ewig haltbar sind, du Scherzkeks. – Ich kann auch mal ein Wort aus der „Heimat“ mitbringen. Das Wort war mir schon immer ein wenig suspekt, aber seitdem der Horst Heimatminister ist, bleibt es mir fast im Hals stecken.

          • Na klar kannst Du die Worte mitbringen. Ist doch toll. Dialekte und Wortkreationen aus verschiedenen Regionen finde ich immer interessant und meist viel spannender als die herkömmlichen. 🙂

          • Wenn ich dir das nächste Mal Spiegelfliesen anbiete, musst du noch nicht stutzig werden – erst wenn ich dir weismachen will, dass ich die jetzt auch in die Pfanne hauen werde.
            Ich hatte diesen Kommentar schon aufs Handy gesprochen, der ist aber falsch gelandet – deswegen bekommst du ihn erst jetzt.

          • Bei Dir wundert mich gar nichts mehr. Eine Fliese in der Pfanne würde mich nicht überraschen 🙂

          • Die würde ich aber nur gut paniert essen, denn so knallrot würde sie mich doch zu sehr an rohes Fleisch erinnern, auch von der Zähigkeit. 🙂 😉

          • Alle Achtung, dass Du sie überhaupt probieren würdest!

  5. Lächel… was für ein Beitrag zum totlachen wieder! 🌵🦎
    Liebe Morgengrüße vom Lu

    • Hallo, lieber Lu, hier ist die „3-Buchstaben-Killerin!!!“ Als erstes kille ich ein kleines „t“, dann ein kleines „o“ und dann noch einmal ein kleines „t“ – lachen kannst du herzlich gern und ich freue mich, wenn ich das erreiche, aber TOTlachen sollst du dich auf keinen Fall. Bei wem bewundere ich dann die exzellenten Fotos? Bei wem schleiche ich mich durch die Vordertür des Blogs und sage kühn und keck: „Hallo, ich bin schon da!“ und so weiter und so fort.
      Also lebe weiter, lebe froh und rufe manchmal „horrido!!!“
      „Dichtergrüße“ von der Clara 🙂 😉

  6. Deine neueste Errungenschaft würde mir auch gefallen. Aber ich habe schon Rucksäcke genug – keine Designerdinger, eben praktische. Dass ich auch nie „Dame“ werden würde, das habe ich schon vor vielen Jahren beschlossen 🙂

    • Hallo, liebe Ute, ich habe auch viel zu viele Rucksäcke – an vielen ist eine Kleinigkeit kaputt. Zum Wegwerfen noch zu schade, aber für den eigenen Dauergebrauch nervig, wenn an einer wichtigen Tasche der Reißverschluss immer mal wieder von alleine aufgeht.
      Ich würde dem Erfinder der Rucksäcke 10 % von einem Nobelpreis verleihen – die anderen 90 % sollen auf 9 andere Erfinder aufgeteilt werden.

  7. Tja. Mein Bruder war mal in der Lage, das Alter einer Frau anhand der Anzahl ihrer Handtaschen bestimmen zu können.
    Meine Schwägerin hat gefühlt tausend Handtaschen, in ein paar davon passt jetzt sogar auch der Chihuahua.
    Nach der Handtaschenthese meines Bruders müsste meine Schwägerin jetzt bereits so alt sein wie sie niemals werden könnte, ginge man nach der Anzahl ihrer Handtaschen.
    Du hast den Inhalt einer Damenhandtasche so schön übersichtlich aufgelistet.
    Ob natürlich meine Schwägerin diese Dinge alle drin hat, weiß ich nicht so genau, weil ich in fremde Handtaschen nicht reingucke und kann infolgedessen auch nicht genau sagen ob sie alle Deine Kriterien erfüllt um eine „Dame“ zu sein, jedenfalls sieht sie immer so aus.
    Wie aus dem Modemagazin gepellt, quasi druckreif auf Hochglanzpapier. Ich mag das Wort „Dame“. Das klingt so nach Kultur, nach Höflichkeit, nach Aufmerksamkeit, nach gepflegtem Miteinander. Darum nenne ich alle Frauen „Damen“, auch die „kleinen“ Frauen mit Zöpfchen und Tornister und freu mich wenn die dann kieksen vor Spaß. Ich sage nie: „die Frau oder der Mann da waren vor mir da, bitte nehmen Sie den oder die zuerst dran“ an der Fleischtheke. Ich sage immer: die „Dame“ da oder „der Herr“. Weil das feiner klingt und irgendwie freundlicher – und ich mag es.
    So hat jeder seine Vorstellungen von einer Dame im Kopf – so ähnlich wie wenn Blinde einen Elefanten beschreiben müssen, kommt mir das vor. 🙂

    Meine Handtaschensammlung ist überschaubar – außerdem habe ich nur „mochilas“, wie Dein „Neuer“ in zeitlosem Schwarz-Weiß-Chic – Karl Lagerfeld und Coco Chanel nicken wohlgefällig: schwarz-weiße Eleganz geht für Damen immer. Für Herren eher schwarz (der Karl nu wieder…)

    Sieht ladylike aus, Dein Neuer und passt bestimmt viel rein. Ich habe vom (schon zigmal geflickten) Mini-Designerrucksäckchen bis zum Original argentinischen Gaucho-Rucksack, mit dem ich direkt in die Pampa losreiten könnte, wenn ich wollte, noch vier weitere Größen.
    Die Mochilas (Rucksäcke) stammen aus unterschiedlichen Ländern (sogar ein lovely English one!), von unterschiedlichen Damen und Herren und sie sind mit lauter lustigen Sachen gefüllt, wie Notizblöcken in Kullerkeksform, die mir eine gewisse Freundin aus Berlin bescherte, mit meinem Multitool (falls etwas oder jemandem eine Schraube locker sitzt), Pflastermaterial (aber nicht wegen High Heels), einem kleinen Löffel (man weiß ja nie, wo es mal wieder Suppe gibt), einem César Aira (die sind schmal, klein und passen überall rein, Lesefutter ist ein Must-Have), Klümpchen für Husten sowie Taschentücher und Traubenzucker, mein Wanderportemonnaie (ich brauche ein kleines für kleines Geld, Kreditkarten würden aber auch reinpassen, wäre ich aber viel zu dumm für und will ich auch nicht), mein eierlegendes Wollmilchfon, ein Regenknirps, mein Opinel-Taschenmesser für alle Pfadfinderlebenslagen, Taschentücher, Haargummis und manchmal uralte Supermarkt-Kassenbons, die mich verwirren, weil ich seit Jahren immer wieder meistens dasselbe einkaufe.

    Nun habe ich aber genug über den Inhalt meiner kleinen und größeren Begleiter verraten.
    Eine Fee wie ich es bin, schwört auf Rucksäcke, weil man dann die Arme frei hat, nicht schief und krumm läuft (wie die meisten Frauen mit einseitiger Handtaschenbelastung – das fällt mir sehr auf!) und weil sie eben so praktisch sind mit all den Fächern und Taschen für Kleinstkrimskrams.

    Hübsch ist Deiner und hoffentlich wird er Dir gute Dienste leisten.
    Die Dame von heute trägt statt High Heels, High Tech!

    Liebe Grüße von der Fee

    • Ha, liebe Fee, da hast du ja eine wahrhaft damenhafte „Doktorinnenarbeit“ als Kommentar abgegeben, über den ich mich sehr gefreut habe.
      Schon nach Myriades Frage, ob „Dame“ in der DDR nur abwertend gebraucht wurde, habe ich mir viele, viele Seiten angesehen, die zu dem Thema Dame was zu sagen haben. Bei einer einzigen, nämlich bei „Wissen.de“ habe ich was abkopiert:
      „Dame:
      Selbst die Dame [von lat. domina = »Hausherrin«] hat ihren guten Ruf nicht ganz bewahren können. Seit der Barockzeit, seit Potenzprotzen wie Ludwig XIV. und August dem Starken, bezeichnete man auch Mätressen und Dirnen despektierlich als Damen. Seit der französischen Revoluton – im Zeitalter von Freiheit, Gleichheit, Schwesterlichkeit – sagt man dagegen spöttisch »Die markiert die große Dame« und empfindet den Begriff als etwas altmodisch.“
      Komisch, ich würde immer „Herr“ sagen, wenn ich jemand nicht kenne, zum Beispiel beim Einkaufen lasse ich den Herrn natürlich gern vor, wenn er meint, partout keine Zeit zu haben. Das ist man schon so von der Anrde auf einem Briefumschlag gewöhnt. Aber keiner schreibt „Dame Stefanie Karfunkelfee im kleinen B“, sondern „Frau …“ Vielleicht ist es eine Abwertung durch das jahrhundertelange Patriarchat, Aber mir kommt es wirklich kaum über die Lippen außer in so gängigen Bezeichnungen wie Damenrad, Damentoilette, Damenschuhe und so weiter.
      Hat dein Bruder eine „fremde Dame“ gefragt, wie viele Handtaschen sie denn zu Hause hat (die wenigsten wüsstenes wahrscheinlich genau zu sagen) und hat dann danach ihr Alter geschätzt? 😉 🙂
      Mit dem Tausch von High Heels gegen High Tech bin ich mehr als einverstanden.
      Lasse es dir gut gehen – bisher sitzt es sich bei ca. 25 ° noch sehr gut auf meinem Balkon, nur der Computer steht dort leider nicht.
      Drüx von mir

      • Ach, ja…da ist es wieder, dieses Abwertende. Und ja, ich verstehe sehr gut was Du meinst. Es gibt Damen und Damen und ich bin eine old-fashioned lady. Das Wort Dame benutze ich selbst niemals zynisch und vielleicht hängt es damit zusammen wie man es ausstrahlt oder verwendet. Ich kann nicht ändern, was die Vergangenheit mit Frauen und auch Damen anstellte, doch ich kann in der Gegenwart versuchen so zu leben als ob das unwichtig sei, weil die Zukunft wichtig ist und weil ich mir darin Entgegenkommen, Freundlichkeit, Neutralität wünsche. Ich finde das Frau auf Anreden diskriminierend. Mann sagt ja auch nicht Mann, sondern Herr. Insofern würde ich es begrüßen, als „Dame“ angesprochen zu werden. Gleichheit bitte auf der ganzen Linie, wennschondennschon und wer legt fest, was, wie oder wer eine Dame zu sein hat oder nicht?. Ich will mich hier auf keinen Fall von alten Vorbildern negativ beeinflussen lassen. Es ist für mich ein kultivierter Begriff. Mein Großvater behauptete, aus meiner Mutter würde nie eine „richtige Dame“. Darin hat er allerdings Unrecht. Sie ist nämlich eine – nur die Geschmäcker mögen verschieden sein und für seine völlig überholten und absoluten Macho-Schwarz-Weiß-Ansichten konnte sie als seine Tochter jarnüscht. 🙂
        na, da hat sich das stundenlange Pusten auf meinem Balkon Richtung Berlin ja gelohnt. Die frische Brise kam gut an. hab Dich wohl und Drüxxxx von der Fee

        • Halli und hallo, um nichts in der Welt wollte ich dich irgendwie undamenhaft abwerten – nur ist es für mich immer noch nicht erstrebenswert geworden, eine zu sein oder zu werden.
          Wenn ich den Namen einer „weiblichen Person“ nicht kenne, dann sehe ich die Anrede „werte Dame, würden Sie mal bitte …“ oder so ähnlich vollkommen ein. Wenn ich aber weiß, dass das Frau Müller ist, kann ich doch nicht sagen: „Hallo, Dame Müller, würden Sie mal bitte …“
          Das ist in unserem Sprachgebrauch nun mal anders.
          Bekannte und unbekannte Männer werden tatsächlich als „Herr …“ angesprochen.
          Wenn das die einzige Ungerechtigkeit für Frauen wäre, wäre unsere Frauenwelt = Damenwelt total entspannt und in Ordnung.
          Und jetzt machen wir es so: Du bleibst Dame, ich bleibe Frau.
          In der prominenten Gesellschaft ist die Queen wirklich eine Dame, das erkenne sogar ich ihr zu. Und ein paar anderen auch noch!
          Tschüss, meine Damenverfechterin

          • Nein, Du doch nicht. Das Abwerten ist doch längst durch andere gemacht worden. So meine ich das. Es ist eben die Prägung, die Konditionierung und Konnotation des Wortes. Erstrebenswert finde ich Dame sein auch nicht. Wo käm ich denn dahin? Ja, fühlt sich ungewöhnlich an, Dame statt Frau zu sagen. Mann Müller fänd ich hingegen total cool. Oder sagen Sie mal, Mann Mann (also bei Thomas Mann…äh…apropos…noch eine Seltsamheit klafft auf: gibt e es Frau als Nachnamen…??? Ha! Das schau ich nach….
            Sprachgebrauch…ja, hat sich so ‚eingewöhnt‘, das stimmt. Ich bestehe nicht für mich als auf einer Dame. Muss ich bei Herren auf den Herrn bestehen? Könnte er drauf bestehen? Jo. Könnte er. Wegen ‚Sprachgebrauch = Gewohnheitsrecht?)
            Ungerechtigkeit beginnt immer an einer Stelle, die scheinbar ganz unauffällig ist. Wie dieser deutsche Anredenbrauch, denn bei den Briten ist das anders…
            Und klar gibt es wichtigere Auswüchse der Ungerechtigkeiten…doch hier beginnt etwas und das hat etwas mit der Dame zu tun.
            Das ist der Grund, warum ich für diese Bezeichnung bin und hier so viele Worte finde, die aber nicht überzeugen wollen, nur aufmerken…

            Tschüss. Und ich bin eine Verfechterin, wenn überhaupt fechtend, eher argumentierend, der Gleichbehandlung. Das gilt für Mann und Frau…:-)
            Tschüsselchen🧚‍♀️🌀

          • JETZT SCHREIBE ICH ALLES IN GROSSBUCHSTABEN, WEIL ICH DEINEN LETZTEN ABSATZ SO RICHTIG UND WICHTIG FINDE. DOCH PESSIMISTISCH, WIE ICH BIN, DENKE ICH, DASS ICH ES NICHT MEHR ERLEBEN WERDE, DIESE gLEICHBEHANDLUNG.

          • …wir machen es einfach und wir leben es einfach und das ist ansteckend wie ein befreites Lachen…🌀🧚‍♀️

          • Du siehst hoffentlich, dass ich einen Stern verschenkt habe!

    • Du: „Ich sage immer: die „Dame“ da oder „der Herr“. Weil das feiner klingt und irgendwie freundlicher – und ich mag es.“ – Ich finde, es klingt nicht unbedingt freundlicher. lediglich distanzierter. Ich hätte eher das Gefühl, dass sich manche – so schlampig, wie sie hier rumlaufen – mit der Anrede Dame vera….. fühlen würden.

      • …na ja aber das ist ja bei Männern genauso…wieso wird sowas Schlonzig herumlaufendes dann noch als ‚Herr‘ betitelt…?
        ohoh…🙈
        Und ja, Dame klingt distanzierter- es verschafft Dir selbst dann aber auch mehr Abstand…und das…kann ja manchmal auch ausgesprochen angenehm oder sogar von Vorteil sein…🧐

  8. Hahaha . Was habe ich undamenhsft gelacht , ich habe zwar auch Taschen , aber das sind eher Beutel und in einer anderen Preisklasse und fie benutze ich kaum. Dafür habe ich aber eine Ssmmlung von Rucksäcken , in verschiedenen Farben , Mustern und Grössen . l.g.Anja

    • Hallo Anja, ich stelle mir gerade den Namensträger deines Blogs mit Rucksack vor. Aber „ein Herr von Welt“ kann alles tragen, auch einen Häkelrucksack oder eine Stricktasche, wie du uns ja immer wieder beweist.
      Ganz lieben Gruß zu euch. Thor ist durch seine Spitzohren überall zu erkennen.

  9. Mir kommt vor, dass in der DDR das Wort „Dame“ ganz negativ besetzt war. Das ist mir schon öfter aufgefallen.

    • Ich weiß nicht, ob das DDR-typisch ist oder mehr Clara-typisch. Für mich ist Dame eine Frau, durchgestylt und geschminkt, mit langen Fingernägeln und sehr modischen Sachen, die sie stilvoll zur Schau trägt. Wenn ich in dem Kaufhaus des Westens die Sachen sehe, vor allem die Preise, nicht nur von Handtaschen, schlackere ich mit den Ohren. Eine Handtasche würde mich immer zu einseitig belasten, ich brauche die Hände frei.
      Und diese schrecklichen und gesundheitsschädlichen Highheels schiebe ich auch Damen in die Schuhe, denn vernünftige Leute tragen solche Dinger nicht.

      • Mir geht´s da so wie der Mallybeau, was du als Dame beschreibst ist für mich auch eine Tussi. Zur Dame gehört nicht nur die äußere Erscheinung

        • Vielleicht habe ich die „Tussi“ etwas überzeichnet, aber eine wirkliche Dame zu sein ist wohl recht schwer und sehr viele gibt es im normalen Leben – nach meiner Auffassung – auch nicht.
          Aber vielleicht sehe ich das alles falsch.

          • Oder ich 🙂 Solche Definitionen sind oft sehr persönlich

          • Die „Tussi“ leitet sich von „Thusnelda“ ab. Das war die Frau von Hermann, dem Cherusker. Thusnelda war eine stolze Prinzessin, die so gar nichts mit dem Klischeebild der heutigen „Tussi“ gemein hat und leider hatte sie ein trauriges Schicksal, starb mit ihrem Kind und ohne ihren Hermann in der Fremde, in die die Römer sie verschleppt hatten. Eine Runde Mitgefühl für Thusnelda, bitte…;-)

            Doch „Tussi“ ist inzwischen auch ein Synonym geworden für Überschminktheit im Wesen, für etwas Zickiges. Manche verwenden es verächtlich und andere sind stolz darauf.
            Tussis gibt es bei Männern und bei Frauen. Ich kenne mehrere.
            Nur ohne Handtasche, lackierte Nägel und tonnenweise Schminke.
            Dafür mit Jaguarschlüsseln in der Hosentasche, sündhaft teuren Technikspielzeugen und tonnenweise Selbstüberschätzung.

            Ich schrieb ja über meine Schwägerin. Die wäre so eine Dame wie Du eine Dame empfindest, Clara. Allerdings ist sie auch und ebenfalls ein sehr sympathischer Mensch, ein bisschen flippig und auf Hollywood getrimmt und sie lacht sehr gerne. Sie hat nur eben diesen Mode- oder „Dame“-Fimmel und sieht immer aus wie frisch aus der Vogue gepellt – und das ist ja ihr Ding, sie braucht das für ihr Sosein. Ich bewundere ihr perfektes Outfit jedenfalls gerne. Sie ist stolz darauf und sie hat es drauf. Da passt der Schuh zum Täschchen, die Ohrringe zum Lidschatten usw…also so eine Art Gesamtkunstwerk könnte man sagen. Eine wandelnde Performance habe ich sie mal genannt – allerdings nicht mit Zwinkern. So perfekt alles aufeinander abzustimmen – das ist auch eine Kunst und ein eigener Stil.

            Es ist so eine Sache mit den Begriffen. Früher war ich echt mal koketter und vielleicht auch gedankenloser in ihrer Verwendung oder meiner Denkart darüber. Doch das hat sich sehr über die Jahre verändert. Die Begriffe Dame oder Herr haben ursprünglich etwas mit Respekt zu tun. Wann begann die Verzerrung, die Ironie, die Abwertung der Dame?

            Ich mag den Wortklang. Dame. Klingt nicht so herrisch irgendwie weicher. Schön.
            Dame.
            Dame.
            Es gibt ein Spiel, das so heißt.

            Nuuuu…..

            bin ich aber wech….

            (Clara, auf den nächsten Brief schreibe ich mal: Dame Clara Himmelhoch.
            Wetten, der kommt trotzdem an?)

            frechgrins

          • Bei deinem ersten Absatz muss ich irgendwie an das frischvermählte Paar denken – er heißt zwar Harry und nicht Hermann der Cherusker und er wird – das ist das wichtigste – nicht König. So kann sie kein Thusneldaschicksal erleiden, höchstens ähnlich, fern der Heimat und so.
            Fast alle Gebräuche des Wortes Dame haben was mit einem Spiel zu tun: Im Schach, beim gleichnamigen Brettspiel und in fast jedem Kartenspiel wie meinem geliebten Doppelkopf. Und da muss ich auch in einer Stunde hin, deswegen spute ich mich.

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