Claras Allerleiweltsgedanken

Marokko – Trinkgelddiskussion

13 Kommentare

Ich hatte es ja zum ersten Mal in dem Artikel vom 1.7. erwähnt, dass schon im Reiseprospekt der Hinweis auf das Trinkgeld ausgedruckt war. Dummerweise war es so, dass da ein gravierender Druckfehler in einigen Prospekten von anderen Reisebüros zu lesen war. Ich hatte von BigXtra alles online bekommen, mir ausgedruckt und da stand: Pro Person für eine Woche 35,00 €, also 5,00 € pro Tag und Gast.

Bei anderen stand blöderweise 35,00 € pro Tag. Dass das die Gemüter erhitzte, kann ich verstehen, doch der Reiseleiter klärte den Irrtum sofort auf und wollte pro Gast die 35,00 € einsammeln.

Über wie viel Geld reden wir:

35,00 € x 44 Gäste = 1540,00 € gesamt geteilt durch 7 Tage = 220,00 € pro Tag.

Wer sollte mit diesem Geld bedacht werden?

Kofferträger
Zimmermädchen
Kellner – nach meiner Meinung nicht, denn sie haben für die Getränkelieferung an den Tisch Trinkgeld bekommen. Ich habe mal unterwegs in einem Abendlokal mit einem größeren Schein bezahlt. Als er mir das Wechselgeld gab, wollte er anfangs gleich 20 MHD (oder wie das Geld dort heißt) = ca. 2,00 € einbehalten. Als ich andeutete, dass ich noch was bekomme, hat er dennoch 5,00 MHD einbehalten – daraufhin hat er natürlich nichts mehr bekommen.
Küchenkräfte – die hätten es nach meiner Meinung mehr als reichlich verdient, so wie sie schuften mussten
Rezeption – ihre Arbeitszeit war immer sehr lange, dort gibt es offenbar keinen 8-Stunden-Tag
Externe Reiseleiter, die jeweils an den verschiedenen Orten engagiert werden müssen – dort wurde der Reiseleiter nicht müde, sein islamisches Gewissen zu betonen, dass jeden Moslem zu guten Taten und Spenden an Bedürftige verpflichtet. Oft waren es sehr alte Männer oder auch Behinderte, die von anderen nicht engagiert wurden (nach seinen Worten) – Er machte die Führung selbst und gab ihnen (nach seinen Worten) das Trinkgeld. – Manchmal dachte ich so: Vielleicht sind Lügen Andersgläubigen = Christen gegenüber keine Sünde, die für Moslems angerechnet werden.

Und dann zu der Busbesatzung, bestehend aus Fahrer, Kopilot und Reiseleiter.

Ich hatte es so verstanden, dass das Busteam darin nicht inbegriffen sind, so war es jedenfalls in Jordanien.  Wenn sie mit drin wären, dann kämen

1 Busfahrer
1 Kopilot, der an 5 Tagen  44 Koffer, die teilweise unmenschlich groß und schwer waren, früh in den Bus verfrachten und am Abend wieder rausholen musste
1 Reiseleiter, der die Oberverantwortung für alles trug

In Jordanien kreiste der Becher fast täglich neu im Bus. Ein Busfahrer, der nur einen Tag Dienst hatte, ein ortsansässiger Reiseleiter oder ähnliches, alle wurden mit einem Extratrinkgeld belohnt – wahrscheinlich mit einem Euro pro Paar oder Zimmerbesatzung. – Vielleicht ist es wirklich so, dass bei sogenannten „Billigreisen“ das Geizniveau der Leute höher ist, denn bei uns gab es viele Diskussionen.

Und jetzt meine ganz persönliche Auffassung zu diesem Thema:

Ich bin schon der Meinung, dass die weitaus wohlhabenderen Touristen die in den armen Ländern arbeitende Bevölkerung unterstützen sollte. Ich hätte im Restaurant gern eine Trinkgeldbox gehabt, die für alle Küchenkräfte und Kellner  gilt – ich hatte einige Schwierigkeiten, mein Trinkgeld loszuwerden. Die Kellner im Restaurant der letzten Woche bekamen für die Getränke auch kein Trinkgeld, denn es war ja all inclusive – und sie mussten wirklich hart und viel und schnell arbeiten.

Aber wie sagt man so schön: Die Welt wird nie gerecht sein.

 

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Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

13 Kommentare zu “Marokko – Trinkgelddiskussion

  1. Diese Reiseleiter sind Halsabschneider. Manchmal im wahrsten Sinne des Wortes …

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  2. das klingt sehr kompliziert.

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    • Wahrscheinlich mache ich mir viel zu viele Gedanken um so etwas. Ich hätte ja die Alternative gehabt, entweder den geünschten Betrag zu zahlen (was ich gemacht habe) oder es zu lassen (was andere gemacht haben).
      Alles andere sind sowieso Gedanken im Nachhinein.

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  3. Ich hab oft den Eindruck, dass der Anteil des Reiseleiters an eingesammelten Trinkgeldern zu hoch ist und bin dafür, dass das auch bei einer Busreise mit vielen Leuten jeder selbst erledigt

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    • Für mich ist das ein sehr schwieriges Thema, da ich doch ein gewisses Teilbedüfnis mit einkommensschwachen arbeitenden Leuten habe, so wie hier Kofferträger, Zimmermädchen, Küchenkräfte.
      Wollte man wirklich Kofferträger oder andere Kurzzeitdienstleistungen „entgelten“, hätte man aus Deutschland einen ganzen Sack 50 Ct-Münzen mitbringen müssen. Im Land selbst war Kleingeld knapp, da fast immer mit Karte bezahlt wurde.
      Bei der Reise in Jordanien – ich erwähnte es schon irgendwo – war das mit den Koffern weitaus besser organisiert als hier. Wir mussten nur in der Lobby unsere Zimmernummer aufkleben und dann wurden sie uns ins Zimmer gebracht und früh auch wieder abgeholt. So wurden nicht von lauter einzelnen Koffern + ihrer Besitzer die Fahrstühle verstopft.
      Aber hier war es wirklich viel zu undurchsichtig. Ich hoffe sehr, dass sich Reiseleiter und Buscrew nicht den Löwenanteil genommen haben. Dennoch habe ich dem Busfahrer, den ich so supersupergut fand, einen Zehner extra gegeben. Eben: Leben und leben lassen.

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      • Ich finde das auch sehr schwierig. Einerseits gibt es viele Menschen, denen man gerne Trinkgeld geben möchte andererseits auch welche, die Touristen wie Melkkühe behandeln und wahrscheinlich findet sich bei einer Gruppenreise selten die richtige Balance. Aber mehr als sein Bestes kann man halt auch hier nicht tun ….

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  4. Liebe Clara!

    Achja, das liebe Geld. Hat man es nicht, regt man sich drüber auf. Hat man es, ist man geizig wie Onkel Dagobert. Naja, dazwischen gibts natürlich auch noch was, wie Du ganz treffend beschreibst. Ich wäre mit solch einer Thematik komplett überfordert. Über Geld nachzudenken, macht mir keinen Spaß. Vielleicht hättest Du es mal mit Spielgeld oder den goldenen Schokotalern von Weihnachten probieren sollen. Wer weiß, vielleicht hätte es der ein oder andere als bare Münze genommen 🙂
    Du hast Deine Moneten bestimmt richtig verteilt. Ein kleines lila Reisesouvenir hättest Du Dir allerdings noch gönnen können. Aber Frau kann das ja auch hier nachholen 🙂
    Hoffentlich hat bei Deinem Arzttermin alles gut geklappt und die Nachwirkungen sind gut überstanden.
    Hier warte ich jetzt weiter auf Regen und sende liebe kostenfreie Grüße nach Berlin.

    Mallybeau

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    • Einen fröhlichen Guten Morgen, liebe Mallybeau, die Berliner Außentemperatur liegt momentan knapp unter 20° – wie schön. Es hat zwar gewittert und am Himmel waren wunderschöne Blitze, nur Regen kam viel zu wenig. – Der Termin ist noch nicht abgehandelt, ich gehe in ca. 10 Minuten los. Und da ich ja keinen Kaffee trinken darf, kann ich die Zeit gut nutzen, um auf deinen Kommentar zu antworten.
      Vielleicht nutze ich den leeren Darm und kein Hungergefühl gleich noch aus und trinke bis Sonntag Mittag weiter nur Apfelsaftschorle – täte mal wieder gut.
      Dem Reiseleiter einen Schokoladentaler als Trinkgeld fest in die Hand zu drücken, hätte schon eine gewisse (Schaden-)Freude bei mir ausgelöst.
      Als Souvenir hatte ich doch das lila Portemonnaie gekauft, was hier auch eifrig genutzt wird. Und dann noch das Fotobuch – das reicht als Erinnerung.
      So, jetzt muss ich los – viele gedrückte Daumen für Regen schickt dir
      Clara

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    • So, ich bin wieder zu Hause, vom PRINZIP her ist alles ohne größere Komplikationen abgelaufen. Es war nur blöd, dass die „Stechschwester“ ihr Handwerk nicht so sonderlich gut beherrschte. Erst hat sie im rechten Arm vehement stochernd die Vene gesucht. Als es mir zu bunt wurde, bot ich ihr den linken Arm an.
      Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals jemand Schwierigkeiten hatte, denn ich habe Prachtvenen. Vielleicht hatte sie nicht die richtige Brille auf, denn auch dort hat sie einige Zeit gebraucht, bis es klappte.
      Das war dann der Zugang für das betäubende Propanol.
      Gucke mal, hier will ich dir zeigen, dass ich mein „Versprechen“ eingelöst habe. Es hat himmlisch geschmeckt.

      Im Eiscafé musste ich nur einen Tisch suchen, der von anderen ein wenig entfernt stand. Denn der Arzt hatte mich oder meinen Darm kräftig mit Luft aufgeblasen – und die wollte partout nicht in mir bleiben.

      Gefällt 1 Person

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