Claras Allerleiweltsgedanken

Pack die Badehose ein … 1

32 Kommentare

… nimm das dicke Raucherbein … interessant war für mich hier im Video, dass einiges davon auch heute noch so ist. Nur eines war für uns besser – es waren nicht so unendlich viele Leute am Strand und im Wasser – das verhindern sicher die hohen Eintrittspreise

Anbaden – Zwischenbaden – Abbaden …

… so könnte ich meinen Artikel auch nennen. Durch einen Zufall kam ich in den Genuss, die immer noch sehr warmen Tage mehrmals kostenlos im Strandbad verbringen zu dürfen. Eine Bekannte hatte eine fast unbenutzte 20er-Eintrittskarte geschenkt bekommen und wollte nicht allein im Sand rumliegen.

Obwohl seit 100 50 Jahren in Berlin, war ich noch nicht einmal an diesem geschichtsträchtigen Ort. Na gut, als Entschuldigung gilt, dass ich das erst seit 29 Jahren gekonnt und gedurft hätte.

Gleich beim ersten Besuch hatte ich das Gefühl, dass dieses Bad in den 12 Jahren des 1000jährigen Reiches eine (unrühmliche) Rolle gespielt haben müsste, denn der Baustil sah irgendwie führergemäß aus – in meinen Augen jedenfalls. Laut oberflächlicher Recherche war es aber nicht so. – Der große Strand mit herrlichem Sand und das saubere Wasser entschädigten mich für die hässlichen Bauten, die auch alle deutlich zeigten, dass sie mal gepflegt und ausgebessert werden wollen.

Beim ersten Besuch wurden wir kontrolliert, weil Glas, Porzellan, Messer und andere Sachen nicht gestattet sind. Ich musste meine Melonenstücke in eine Plastiktüte umfüllen. Vom Prinzip her finde ich es ok – doch die Biergefäße, die die Badegäste vom Kiosk brachten, sahen sehr nach Glas aus. Vielleicht hat man durch einen hohen Pfand sichergestellt, dass sie nicht als Scherben im Wasser landen.

Am letzten Badetag pustete ein kräftiger Wind das Wasser zu Wellen, den Sand in alle Ritzen und die Segelboote geschwind durch das Wasser. Eine Gruppe von Segel-Eleven kreuzten vor unseren Augen in ihren kleinen Optis = Optimisten. Ich musste gleich an meinen Sohn denken, der in diesem Segelboot seine langjährige Segel“karriere“ startete.

Der FKK-Bereich war sichtsicher abgeteilt. Solche strengen Regeln für das textilfreie Baden habe ich noch nirgendwo gelesen.

Die Wasserrutsche auf Bild 4 ist schon längere Zeit defekt. Leider – die vielen Kinder werden sie im Sommer sicher vermisst haben.

Die Wach- und Rettungsbrücke war immer besetzt – doch insgesamt erinnerte mich vieles vom Ton her mehr an eine Kaserne denn an ein Strandbad. Laut und unerbittlich wurde um 18.30 Uhr das Baden verboten und um 19.00 Uhr durfte sich keiner mehr auf dem Gelände des Bades aufhalten. – Welchen Sinn hat dann der Begriff „Tageskarte“?

Die Sängerin des obigen Videos ist ja noch ein wenig älter als ich und der spätere „Gassenhauer“ wurde 1951 aufgenommen. Zu dieser Zeit gab es sicher kaum solche maroden Stellen des Verfalls, wie ich sie euch jetzt zeigen will. – Warum diese rostige Konstruktion, die mir ohne Sinn und Verstand erscheint, noch immer steht, ist mir schleierhaft. Bei den Gehwegplatten muss man im Barfußlauf schon mächtig aufpassen.

Zu dem maroden Zustand habe ich in einem Artikel des Tagesspiegels von 2016 gelesen, dass das Bad ursprünglich 2007 zu seinem 100. Geburtstag komplett saniert sein sollte. Ihr Text

„Aber die kommen ja nicht hierher“, kritisierten die Architekten des Ausschusses am Montagabend bei einer Ortsbesichtigung. Sie bekamen einen niederschmetternden Eindruck vom baulichen Zustand. Es waren nicht nur die Blicke auf verrostete Stahlgerippe, gesperrte Wandelgänge und vergammelte einstige Umkleidehallen, auf brüchigen Beton und Wasserschäden; es war auch der Eindruck, dass die Bäderbetriebe mit dem Bad hoffnungslos überfordert sind und selbst mit den hergerichteten Hallen nichts Rechtes anzufangen wissen. So viele Umkleidekabinen wie früher werden nicht mehr gebraucht, eine sanierte Halle steht völlig leer. „Wir sind an die Grenze gekommen, an der wir das Bad betreiben können“, sagte der BBB-Regionalleiter Jürgen Regitz.

Um die vielbeschäftigten Leser und vor allem Leserinnen nicht zu überfordern, breche ich nach ca. 650 Wörtern und 13 Bildern ab und zeige euch die richtig schönen Sachen des Bades in einem zweiten Beitrag.

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Ich kenne mindestens zwei Geburtstagskinder des heutigen Tages – ich wünsche ihnen mal auf so ungewöhnliche Weise alles Gute und schenke ihnen eine Wolke, mit der sie in Gedanken wegsegeln können, um sich ihre Wünsche zu erfüllen.

 

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

32 Kommentare zu “Pack die Badehose ein … 1

  1. Dort bin ich in meiner Berliner Zeit auch nie gewesen, wie ich sehe, habe ich auch nicht wirklich was verpasst! Trotzdem danke für die Bilder und den Ausflug –
    was nun Berlin und seine Sanierungen betrifft: die kommen doch eigentlich nie hinterher und der Ton ist auch selten freundlich, oderrr?!

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    • Ach, liebe Ulli, der Ton in Berlin ist ja so eine zweischneidige Sache – wenn er schnoddrig frech ist, komme ich damit ganz gut zurecht – aber diesen hier im Bad fand ich zu militärisch – vielleicht war ich auch aus verschiedenen Gründen einfach zu empfindlich.
      Morgen kommen definitiv viel schönere Fotos aus dem Wannseebad – wunderschöne Bäume, die in der Natur noch viel schöner sind als auf dem Foto – und riesige Steine, die zu Kunst verarbeitet worden und mir sehr gefallen haben.
      Wetten, dass die dir auch gefallen werden? 🙂
      Einen lieben Gruß schickt Clara

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  2. ach ja, westberlins gute alte badewanne. uns zog es im nachklapp von ’68 seltener dort hin. unser revier war der sogenannte bullenwinkel am grunewaldsee. eine wilde badestelle, wo uns die polizei immer wegholte.bis wir uns dort nackt präsentierten und unsere klamotten versteckten. da durften sie uns zunächst nicht abführen sondern mussten erstmal kleidung oder decken beschaffen. irgendwann war es denen wohl zu blöd und sie ließen es sein. den wannsee hab ich erst wieder entdeckt, nachdem mir meine geheimnisvolle besucherin begegnet ist. sie wollte da gerne mal hin. aber ist schon ein stück berlin, gehört einfach dazu – auch im gammellook…
    beste grüße von peter

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    • Ab 2000 wohnte ich ja im ehemaligen Westen von Berlin, nämlich in Lichterfelde, was zu Steglitz gehört. Damals noch mit Auto und wechselnden Betreuungskindern über den Großelterndienst habe ich nach 2004, als ich dann ohne Arbeit und demnach mit viel Zeit ausgestattet war, den „Westen“ intensiv erkundet – auch den Grunewald. Dort ist ja auch ein Hundebadesee – nichts dagegen und beim Zuschauen viel Freude gehabt. Aber wenn einem dann riesige Kampfhunde ohne Leine auf dem Weg entgegen kommen, musste ich den Gedanken „Der will doch nur spielen“ ziemlich laut vor mich hindenken.
      Einmal werde ich wohl noch hingehen, denn übermorgen sollen 31° werden.
      Liebe Grüße an dich

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  3. Liebe Clara,
    Ein Strandbad in Berlin…wow,..
    Hier gibt es zwar auch tonnenweise Sand, heißt ja auch ‚Senne‘ aber nicht so schön zu einem Strand aufgeschüttet und unser kleiner Bullerbach hier erfreut höchstens die Kinder. Sehnsüchtig wünsch ich mir Sommerbachgeplantsche, ein klitzeklein büschn neidisch schiele ich zu Deinen Umtriebigkeiten und bewundere die Bilder.
    Herzlich,
    Deine Fee✨🧚‍♀️

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    • Hallo liebe Fee,
      gestern war ich platt wie eine Flunder und reagiere deswegen mit einer 23stündigen Verzögerung. – Aus gegebenem Anlass habe ich mir gerade einen Termin beim Orthopäden per Onlineterminvergabe gebucht: 12. November. Darüber war ich nur mittelschwer aused, rief an, und siehe da: an dem Tag, da du deinen Kopfauswuchs loswirst, kann ich zum Arzt kommen. Da habe ich den ganzen Hinweg und die Wartezeit und überhaupt Zeit, um an dich zu denken und die Daumen zu drücken.
      Morgen kommen definitiv die schöneren Bilder vom Wannsee – nämlich Bäume und Kunst.
      GAnz liebe Grüße an dich und zu dir von CC

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  4. Ah toll, der Wannsee! Kenne ich nur im historischen Zusammenhang, aber da kann ja der See nichts dafür. Lustig finde ich, dass es sogar am See Strandkörbe gibt 🙂

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    • Bitte bitte beschreibe mal, WELCHE historischen Zusammenhänge es sind, wenn es keine hochnotpeinlichen privaten sind.
      Ein Strandkorb kostet 4 € Benutzungsgebühr, egal, zu welcher Zeit du ihn mietest. Vor 10.00 Uhr und nach 19.00 Uhr ist ja eh geschlossen. Durch eine Fahne am Korb kannst bzw. musst du die rechtmäßige, finanziell abgesicherte Benutzung des Korbes nachweisen.
      Vielleicht gehe ich übermorgen bei 31° noch einmal hin.

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      • Ich habe an Hitlers Wannseekonferenz am 20. Januar 1942 gedacht auf der die Logistik für die Deportation der Juden in den Osten ausgearbeitet wurde.
        Alles in allem ist ja so ein Strandkorb eh was praktisches, er verschandelt nur heftig die Landschaft

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  5. Ich glaube im Rahmen eines Fußballturniers war ich vor zig Jahren mal dort. Irgendwie hat mich das an unseren Eixer Kiessee erinnert, nur viiiel größer. Und schmuddeliger …. Wenn ich deine Bilder von heute sehe, oh ha!
    Irgendwie war früher so wie so alles besser 😉
    https://sven2204.wordpress.com/2013/03/20/frhlingsanfang-frher-war-alles-besser/
    Grüße von der Ostsee und einen schönen Sonntag noch!

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    • Hallo Sven, wissbegierig habe ich gleich deinen Artikel aus dem Jahr 2013 – schon dort war der immer noch nicht fertiggestellte BER (d)ein Thema. – Besonders schön fand ich die Kugel mit Schnee und Aufbau – dagegen haben wir heute am 19. September eine Wettervorhersage von 31° – das ist schon lange nicht mehr normal – nicht nur das Wetter.
      Der gestrige Sonntag war schön anstrengend – im übertragenen Sinne. Wenn ca. 8 Leute ständig durcheinander reden und diskutieren und dann noch erwarten, dass ich auf irgendwelche Fragen antworte, dann ist das nicht nur für meine Ohren anstrengend.
      Und tschüss

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  6. Viele- so hörte ich- gehen ja nur der „Melonenstücke“ wegen ins Freibad. Üble Lustmolche, das. Das nicht:

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  7. Hallo,

    interessant, den Baustil als führerlich beschrieben zu sehen 🙂
    Leider bin ich, was Architektur angeht, nicht besonders gebildet. Aber wie sich Machtstrukturen auf Gebäude abbilden, ist interessant zu erkennen. In viel der heutigen Architektur, vor allem den Bauprojekten an der Universität, sehe ich einen disziplinierende Absichten. Unsere Universitätsbibliothek ist ein einziger, riesiger Raum, es gibt kaum versteckte Ecken, die Arbeitsbereiche liegen in freier Fläche – Stichwort soziale Kontrolle. Wenn die Studierenden sich beim Arbeiten immer gesehen fühlen, braucht man keine Ordner mehr. Und der Innenhof des Pädagogikinstitutes wurde letztes Jahr regelrecht in Reih und Glied gebracht. Vorher zwei Wiesen, Löcher im Beton und ein paar rostige Sitzgelegenheiten… Heute Reihen aus gestutzten Hecken, platzierte und mit Steinen und farblich säuberlich von den „Beeten“ abgetrennte Gänge mit Sitzgelegenheiten. Und eine Metallene Statue, in der zwei Roller um eine Laterne gewickelt sind… Also das liest sich jetzt extrem. Ist nicht hässlich oder so, aber durchaus eine Veränderung mt Wirkung.
    Liebe Grüße zum Sonntag,
    Kai

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    • Hallo lieber Kai mit der Strubbel-Frisur, komm herein zu meinem Blog, hier gibt es manchmal was zu lachen, manchmal auch Fehlinformationen. Ich weiß nicht genau, was mich diese Führeridee denken ließ, denn live habe ich ja die Zeit zum Glück doch nicht miterlebt. Vielleicht war es auch mehr die vielen „Aufsichtsbeamten“, die patrouillierten, die ziemlich unfreundlichen Lautsprecheransagen oder oder oder.
      Der von seinem Turm hat auch soziale Kontrolle ausgeübt – zum Teil mit Recht. Ein Liegestuhl kostet 4,00 € pro Tag – den rechtmäßigen Erwerb weist man mit einer kleinen Fahne nach, die an den Korb gesteckt wird. Alle Körbe sind offen und die Leute liegen so lange drin, bis die verbietende Stimme per Lautsprecher kommt.
      Sonntagsgrüße in lieber Ausfertigung zurück von
      Clara

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      • Oh ich glaube, solche Machtgefühle sollte man nicht als Fehlinformationen nehmen. Das sind Eindrücke und die sind ja grundsätzlich erstmal nicht falsch. Solange man sie ergründen kann. Wachposten und Patrouillen…. Kann man sich schon berechtigt überwacht fühlen

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        • Ich weiß ja nicht wirklich, ob es nicht dort tatsächlich schon Randale oder zerschmetterte Glasflaschen gegeben hat, so dass verstärktes Wachpersonal notwendig ist. – Mein Lieblingsbad würde es nie werden – wegen der langen Anfahrt und der hohen Preise. An den Seen in Parkanlagen sieht es aus wie nach einer Abfallschlacht, das macht noch weniger Spaß.

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  8. Liebe Clara!

    So bekomme ich auch endlich mal Bilder des bekannten Wannsee zu sehen. Dass dort Haie ihr Unwesen treiben war mir neu, aber ich habe ja schon immer gewusst, dass die Berliner abgehärtet sind. 🙂 Der marode Anblick ist bestimmt was für Abenteurer, mit sowas lockt man doch heutzutage Touristen an.
    Dein etwas anderer Liedtext gefällt mir gut, gibt es da eine bekannte Umtextung oder hast Du das selbst erfunden? Könnte man mal negativ weiter ausarbeiten und allen Rauchern unter die Nase reiben. Musikalisch lässt man dann vielleicht eher die Finger von den Glimmstängeln 🙂
    Ich „muss“ heute noch bei der Obsternte helfen und wünsche Dir derweil einen wunderschönen entspannten sonnigen Sonntag.

    Liebe Grüße
    Mallybeau

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    • Hallihallo, liebe Mallybeau, da ich heute früh erst gegen 5.00 Uhr eingeschlafen bin, dauerte die Schlafenszeit dann doch etwas länger. Du bist ernten gegangen, ich verschwand in der Küche. Denn außer Herr Ösi hat heute die Frau Geburtstag, mit der ich im Strandbad war. Wir wollen grillen und jeder bringt was mit. Ich habe noch einmal die Schokoladentorte gebacken, aber mit verändertem Rezept.
      Tja, frau ahnt es kaum, doch überall lauern Gefahren, und wenn es alte Lustmolche oder Badehosenhaie sind – mir tun sie kaum oder wenig was. 🙂
      Es gibt keine offizielle Umtextversion – sie fiel mir nur ein, weil meine Begleitung entweder mit drehen oder mit rauchen oder mit essen oder mit kiffen beschäftigt war.
      Ich denke, der GartenGeburtstagsGrilltag = GGG wird mir sicher gefallen.
      Liebe Grüße zu dir von
      Clara, der Kuchenfee – Mohrrübensalat habe ich auch noch gemacht.

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      • Oh, grillen klingt toll. Die Schokotorte sowieso. 🙂 Hut ab, dass Dir das Rauchen nichts ausgemacht hat, ich reagiere da immer allergisch. Wahrscheinlich hätte ich einen Hechtsprung ins Wasser gemacht und mich lieber mit dem Hai vergnügt.
        Genießt das schöne Wetter und guten Appetit! 🙂

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        • Schrieb ich irgendwo, dass es mir nichts ausgemacht hat??? Dann war das eine Fehlinformation. Aber mehr hat mich gestört, dass jede Zigarette ein Joint war – aber man oder frau versucht alles, um nicht ewig am Leben zu bleiben. Beim Husten gehe ich schon immer aus dem Weg, weil ich Angst habe, es kommen Lungenstücke.
          Ich bin gespannt, wie die Torte mit Orangenschokolade und Marzipan schmeckt.

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  9. Feiner Post, liebe Clara, in Text und Bild!
    Lang lang ist’s her, dass ich am Wannsee war …
    Und … herzlichen Dank! *lächel*
    Liebe Grüße zur Nacht vom Lu

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