Claras Allerleiweltsgedanken


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Pack die Badehose ein … 1

… nimm das dicke Raucherbein … interessant war für mich hier im Video, dass einiges davon auch heute noch so ist. Nur eines war für uns besser – es waren nicht so unendlich viele Leute am Strand und im Wasser – das verhindern sicher die hohen Eintrittspreise

Anbaden – Zwischenbaden – Abbaden …

… so könnte ich meinen Artikel auch nennen. Durch einen Zufall kam ich in den Genuss, die immer noch sehr warmen Tage mehrmals kostenlos im Strandbad verbringen zu dürfen. Eine Bekannte hatte eine fast unbenutzte 20er-Eintrittskarte geschenkt bekommen und wollte nicht allein im Sand rumliegen.

Obwohl seit 100 50 Jahren in Berlin, war ich noch nicht einmal an diesem geschichtsträchtigen Ort. Na gut, als Entschuldigung gilt, dass ich das erst seit 29 Jahren gekonnt und gedurft hätte.

Gleich beim ersten Besuch hatte ich das Gefühl, dass dieses Bad in den 12 Jahren des 1000jährigen Reiches eine (unrühmliche) Rolle gespielt haben müsste, denn der Baustil sah irgendwie führergemäß aus – in meinen Augen jedenfalls. Laut oberflächlicher Recherche war es aber nicht so. – Der große Strand mit herrlichem Sand und das saubere Wasser entschädigten mich für die hässlichen Bauten, die auch alle deutlich zeigten, dass sie mal gepflegt und ausgebessert werden wollen.

Beim ersten Besuch wurden wir kontrolliert, weil Glas, Porzellan, Messer und andere Sachen nicht gestattet sind. Ich musste meine Melonenstücke in eine Plastiktüte umfüllen. Vom Prinzip her finde ich es ok – doch die Biergefäße, die die Badegäste vom Kiosk brachten, sahen sehr nach Glas aus. Vielleicht hat man durch einen hohen Pfand sichergestellt, dass sie nicht als Scherben im Wasser landen.

Am letzten Badetag pustete ein kräftiger Wind das Wasser zu Wellen, den Sand in alle Ritzen und die Segelboote geschwind durch das Wasser. Eine Gruppe von Segel-Eleven kreuzten vor unseren Augen in ihren kleinen Optis = Optimisten. Ich musste gleich an meinen Sohn denken, der in diesem Segelboot seine langjährige Segel“karriere“ startete.

Der FKK-Bereich war sichtsicher abgeteilt. Solche strengen Regeln für das textilfreie Baden habe ich noch nirgendwo gelesen.

Die Wasserrutsche auf Bild 4 ist schon längere Zeit defekt. Leider – die vielen Kinder werden sie im Sommer sicher vermisst haben.

Die Wach- und Rettungsbrücke war immer besetzt – doch insgesamt erinnerte mich vieles vom Ton her mehr an eine Kaserne denn an ein Strandbad. Laut und unerbittlich wurde um 18.30 Uhr das Baden verboten und um 19.00 Uhr durfte sich keiner mehr auf dem Gelände des Bades aufhalten. – Welchen Sinn hat dann der Begriff „Tageskarte“?

Die Sängerin des obigen Videos ist ja noch ein wenig älter als ich und der spätere „Gassenhauer“ wurde 1951 aufgenommen. Zu dieser Zeit gab es sicher kaum solche maroden Stellen des Verfalls, wie ich sie euch jetzt zeigen will. – Warum diese rostige Konstruktion, die mir ohne Sinn und Verstand erscheint, noch immer steht, ist mir schleierhaft. Bei den Gehwegplatten muss man im Barfußlauf schon mächtig aufpassen.

Zu dem maroden Zustand habe ich in einem Artikel des Tagesspiegels von 2016 gelesen, dass das Bad ursprünglich 2007 zu seinem 100. Geburtstag komplett saniert sein sollte. Ihr Text

„Aber die kommen ja nicht hierher“, kritisierten die Architekten des Ausschusses am Montagabend bei einer Ortsbesichtigung. Sie bekamen einen niederschmetternden Eindruck vom baulichen Zustand. Es waren nicht nur die Blicke auf verrostete Stahlgerippe, gesperrte Wandelgänge und vergammelte einstige Umkleidehallen, auf brüchigen Beton und Wasserschäden; es war auch der Eindruck, dass die Bäderbetriebe mit dem Bad hoffnungslos überfordert sind und selbst mit den hergerichteten Hallen nichts Rechtes anzufangen wissen. So viele Umkleidekabinen wie früher werden nicht mehr gebraucht, eine sanierte Halle steht völlig leer. „Wir sind an die Grenze gekommen, an der wir das Bad betreiben können“, sagte der BBB-Regionalleiter Jürgen Regitz.

Um die vielbeschäftigten Leser und vor allem Leserinnen nicht zu überfordern, breche ich nach ca. 650 Wörtern und 13 Bildern ab und zeige euch die richtig schönen Sachen des Bades in einem zweiten Beitrag.

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Ich kenne mindestens zwei Geburtstagskinder des heutigen Tages – ich wünsche ihnen mal auf so ungewöhnliche Weise alles Gute und schenke ihnen eine Wolke, mit der sie in Gedanken wegsegeln können, um sich ihre Wünsche zu erfüllen.

 


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Gibt es Hoffnung in solch einer Situation?

Viele werden das Buch oder den Film „Nicht ohne meine Tochter“ kennen. Natürlich habe ich es damals mit Spannung und auch mit Mitgefühl gelesen – aber irgendwie doch mit einem „entfernten Mitgefühl“. Es betraf niemanden in meiner Familie oder Umgebung, ja, ich kannte noch nicht mal eine Frau, die mit einem Mann aus diesen Regionen verheiratet war oder Kinder hatte.

Das Buch ist 1987 erschienen – wann ich es las, weiß ich nicht mehr so genau.

Doch dann zog ich 2000 in ein Haus, wo es gleich drei Mischehen/Mischbeziehungen gab, die ihre Liebe mit mindestens zwei oder sogar mehr Kindern gekrönt hatten. Es waren insgesamt – alle drei – wunderbare Nachbarn, die ich nie und nimmer hätte missen wollen. Durch sie habe ich ein wenig mehr vom Islam und den Lebensbräuchen gelernt, wirklich schätzen gelernt, denn kaum eine deutsche Familie war so vorbehaltlos freundlich und einladend zu mir wie diese drei.

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Genug von der Vorgeschichte.

In einer Beziehung, die ich absolut nicht näher definieren will, kriselt es – kriselt es sehr – die Scheidung wird angedacht und später auch eingereicht.

Alle (nehme ich einfach mal an) Kinder wollen ihre BEIDEN Elternteile haben und auch behalten, denn der Streit zwischen den Eltern ist ihnen relativ egal – so auch diese beiden, um die es hier geht. Der Große besucht schon das Gymnasium und ist mit seinen ca. 14 Jahren fast schon ein Mann – aber nur körperlich 🙂 – ansonsten ist er noch ganz Kind. – Die Kleine ist vom Alter her noch nicht einmal zweistellig – und der absolute Liebling vom Papa.

Der Vater ist seit langem in seinem Heimatland und hat es dort in jeglicher Beziehung richtig, richtig gut: ein großes Anwesen wird von einer mondänen Villa geschmückt und selbstverständlich gehört auch ein großer Pool dazu – in diesen heißen Ländern ein nicht zu verachtendes Accessoire. Die Kinder kennen dort alles und mögen dort auch alles, denn sie waren als komplette, intakte Familie schon oft dort – mindestens einmal in jeden Sommerferien.

So fingen auch die Sommerferien 2018 mit der Einladung, der Reiseplanung und dem Flug dahin an.

Die Mutter fühlt sich sicher, denn SIE hat ja die Reisepässe der Kinder und ohne diese Pässe kann ja nichts „eingerührt“ werden und der Rückflug ist schon gebucht. – Doch eines Tages sind die Pässe weg und da nahm alles andere seinen Lauf.

Der Vater buchte (angeblich) den Rückflug der Kinder um, damit sie ihre ganzen Ferien bei ihm verbringen können und nicht auf die begrenzte Urlaubszeit der Mutter angewiesen sind. Von vielen Zweifeln geplagt, doch andersherum von Zwängen genötigt, muss die Mutter allein abfliegen – der Mann verweigert ihr ein längeres Aufenthaltsrecht.

Die Zeit vergeht – über die modernen Kommunikationswege hat sie Kontakt zu den Kindern – es scheint ihnen gut zu gehen. … Dann: Es ist ein Tag vor Schulbeginn – und die Kinder kommen nicht. Der Schulbeginn in Berlin ist schon einige Zeit her – und wie leider zu befürchten war – die Kinder sind auch jetzt noch nicht da.

Eine Frau in diesen Ländern hat so gut wie keine Rechte, zumindest nicht auf ihre Kinder, denn diese GEHÖREN zum oder sogar DEM Vater. Ich mag mir nicht ausmalen, was im Kopf und in der Seele der Mutter, aber fast noch mehr, in den Kindern vorgeht. Sie können kaum arabisch und werden von einem Tag auf den anderen von allem, was ihnen vertraut ist, getrennt: Keine Mutter mehr, keine bekannte Wohnumgebung, keine vertraute Sprache, keine Schulfreunde und -freundinnen, keine Großeltern, kein gar nichts.

Welche Rechte hat ein deutscher Rechtsanwalt, wenn er dagegen vorgehen will? Ist so ein Kampf überhaupt bezahlbar?

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Auch jetzt werde ich die Kommentare moderieren, weil ich keine Hetze gegen Väter aus diesen Ländern hier lesen will und auch nicht dulden werde.


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Der Osten erkennt sich – Update

Am 22. August erzählte ich euch, dass der Heizkörper in meinem Arbeitsschlafzimmer durchgerostet ist und erneuert werden muss. Wahrscheinlich wird er von zu wenigen genutzt, so dass das Wasser zu rostig wird und Schaden anrichtet, denn zwei verschiedene Bewohner aus unter mir liegenden Wohnungen mussten das auch schon machen.

Anfang September kam dann endlich der Chef von der Sanitärfirma, weil wir den Auftrag eventuell erweitern wollten. Als er meinen perfekt ausgefüllten Zettel mit allen Heizkörpermaßen in der Hand hielt, flossen ein paar lobende Worte über mein technisches Verständnis. (Und da war es schon wieder, dass ich dachte, ich „könnte“ Technik 🙂 )

Meine Antwort war: „Ich hatte ja auch polytechnischen Unterricht.“

Und darauf sein leichtes Grinsen: „Aha, auch aus der DDR.“

Und damit flutschte die Sache. Der Heizkörper in meinem Zimmer wird so schnell wie möglich erneuert, damit es nicht durch die einsetzende Heizperiode unnötig erschwert wird.

Dann erläuterte ich ihm meine Schwierigkeiten mit dem Küchenheizkörper. Der steht zu Winterszeiten ständig auf 5 und wird dennoch nur mittellau. Der Hausmeister hat ihn schon mal entlüftet mit einem Ergebnis gleich Null. – Allerdings habe ich beim allgemeinen Ventilaustausch dieses nicht tauschen lassen – das wäre eine mögliche Ursache. Auch könnten die Zuleitungen verschmutzt sein – doch warum gerade an diesem Heizkörper?

Wir wollten in einer Wohnung unterhalb meiner die Strangführung fotografieren, was ich dann auch tat, als die Mieterin wieder anzutreffen war. Als ich die Fotos sah, fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren und ich bestätigte innerlich den Verdacht, den der Installateur schon geäußert hatte. Ich hatte es für unwahrscheinlich gehalten, dass der Monteur so einen gravierenden Fehler gemacht hat.

Ich zeige euch die beiden Fotos und bin gespannt, ob euch etwas auffällt. Das erste Foto ist aus meiner Wohnung, was Kennerinnen sofort an der Café-Tapete erkennen.

Manchmal empfinde ich es als sehr hilfreich, polytechnischen Unterricht oder einen „Tag in der Produktion“ verbracht zu haben, mindestens einen pro Monat. Dümmer bin ich dadurch nicht geworden.

Noch eine Frage: Hat jemand Erfahrungen mit Rippenheizkörpern?

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Wundert euch nicht – ausnahmsweise moderiere ich die Kommentare.

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Daggi hat einen klugen Schriftführer – denn der hat es erkannt.

Der Heizungsmonteur, der diese Heizung angeschlossen hat, war entweder blau, blind oder unerfahren. Er hat tatsächlich das Zuflussrohr und das Abflussrohr miteinander verwechselt. Das rechte Rohr, wenn man auf das Foto schaut, muss oben an den Zufluss mit dem Thermostat angeschlossen sein. – Jetzt, wie es bei mir ist, bekomme ich nur das „ausgelutschte“ lauwarme Wasser der anderen und muss mich nicht wundern, wenn die Heizung noch nicht mal meine Hände richtig wärmt, geschweige denn meine Küche.

So, das war es schon – doch man kann es wirklich nur erkennen, wenn man die beiden Fotos nebeneinander sieht.


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Aufbegehren oder dulden?

Mich interessiert, wie ihr reagieren würdet.

Mein Telefonvertrag beim großen Magentariesen läuft bis zum 24. September 2018 – aber er ist mir schon lange zu teuer. Ich zahle ca. 35,00 € für eine 50er Geschwindigkeit und 5,00 €/Monat Miete für das Modem, also schlappe 40,00 € werden jeden Monat vom Konto abgebucht.

Da kam mir ein Anruf von der größten Konkurrenz mit Voda und fone, bei denen ich vor Jahren lange, lange Zeit war, gerade recht. Am 16.8. kam ein Vertreter zu mir, der alles klar machte. Er müsste wissen, dass die Kündigung einen Monat vorher beim Betreiber sein muss – also wären noch 8 Tage Zeit gewesen. Ich machte auf die Eile aufmerksam und wollte selbst kündigen. Seine Reaktion: Nein, das macht Voda…..

Am 28.8. rief ich den Voda-Vertreter an und er schob es auf die Langsamkeit der Telek…, dass bisher noch nichts passiert sei.

Doch die Tatsachen waren andere:

Beide Anbieter teilten mir auf Nachfrage Anfang September mit, dass der Vertrag noch bis 24. September 2019 läuft, da die Kündigung von Voda… erst am 27.8. eingegangen ist, also 4 Tage nach dem erforderlichen Termin.

Daraufhin habe ich mir mit der einzig und allein auf der Visitenkarte angegebenen Mobilfunknummer des Vertreters die Finger wund gewählt, um ihn zu erreichen. Er sendete mir eine SMS, dass er momentan nicht telefonieren könne, sich aber zwischen 16.00 und 16.30 Uhr bei mir meldet – und das war vorgestern. Auf diesen Anruf warte ich jetzt noch.

Zwei oder drei Möglichkeiten habe ich:

  1. Ich lasse alles beim alten und fange ein Jahr später den Vertrag bei Voda… an – aber bis dahin könnten die Preiskonditionen schon wieder andere sein.
  2. Ich schildere das Verhalten des Vertreters, das mich um eine gewaltige Einsparung gebracht hat. Dort sollte es im ersten Jahr rd. 20,00 € kosten bei voller Übertragungsleistung – und dann im zweiten Jahr 29,00 € mit einer kostenlosen Fritzbox dazu. Ich könnte vielleicht eine Gutschrift erwirken.
  3. Ich haue Voda…. ihren Vertrag um die Ohren, kündige selbst und suche mir einen anderen Anbieter. Außer 1&1 kommen aber nicht sehr viele in Frage. Der Kabelanbieter gehört auch zu Voda, aber Kabel gibt es hier nicht.

Ich möchte doch bald preiswert und gut telefonieren können.


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Drei Mädchen und ein Junge …

… begegneten mir bei meinem letzten Britzer Gartenbesuch.

Das ist wohl nichts Außergewöhnliches und wahrscheinlich begegneten mir sogar noch viel mehr. Aber diese vier waren etwas Besonderes. Die Mädchen hatten sich wahrscheinlich den Jungen ausgeguckt, dass er der Mutigste sein musste, um mich anzusprechen. In fehler- und akzentfreiem Deutsch sprach er mich an – sein Migrationshintergrund war nicht zu übersehen. Ob ich Zeit hätte und ihnen bei der Erfüllung einer Hausaufgabe helfen könnte.

Sie sahen alle vier sehr sympathisch aus und ich willigte ein. Es ging darum, zu ermitteln, was die Kleidung gekostet hat, die ich trug. Die Armen, da waren sie ja bei mir genau an der richtigen falschen Adresse. Zahlen und Preise interessieren mich im Normalfall gar nicht, da ich immer so preiswert wie möglich einkaufe und keine Markenklamotten trage. Die Jacke, die ich um den Bauch gebunden hatte, machte eine Ausnahme – aber sie muss Mitte der 90er Jahre gekauft worden sein, denn Heiko war dabei.

Als sie mich genügend gelobt hatten ob meiner lila Brille und des lila Sweatshirts und auch die Jacke gut fanden, wurde ich immer aufgeschlossener und wir quatschten und lachten uns durch die Aufgabe.

Doch dann hatten sie eine für mich: Ich sollte von allen das Alter raten und die Herkunft. Als ich das erste Alter bei dem Jungen auf 12 schätzte und mitbekam, dass sie alle in eine Klasse gehen, kamen die Zahlen 11, 12 und 13 in Frage. Damit war ich also schnell durch.

Bei der Herkunft war es bei dem Jungen und einem Mädchen leicht. Aus Syrien konnten sie nicht sein, dafür sprachen sie viel zu gut deutsch, also tippte ich auf Türkei und lag richtig. Beide Kinder hatten ein türkisches Elternteil und ein deutsches. An das dritte kann ich mich nicht mehr richtig erinnern – ich weiß nur, dass alle vier ein deutsches Elternteil hatte.

Bei der vierten sagte ich ganz prompt: Du bist deutsch, denn viel deutscher kann man nicht mehr aussehen. Heftiger Protest scholl mir entgegen. Ein Elternteil war aus Polen und das Mädchen erklärte mir – wie auch die drei anderen – dass sie sich den anderen Pass besorgen wird, weil sie keine Deutsche sein möchte.

Leider konnten wir das nicht diskutieren, weil sie es eilig hatten, aber ich habe doch ein wenig geschluckt. Ich werde jetzt nichts weiter dazu ausführen, vielleicht schreibt ihr mir mal eure Gedanken. –

Hier kurz vor dieser Brücke am Modellbootteich standen wir und diskutierten. – Letztendlich hatte ich den Eindruck, alle wollten weg in das andere Land, aus dem der zweite Elternteil stammt.


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Clara denkt, sie sei technikbegabt, aber …

… da ist sie offenbar einem Irrtum verfallen.

Doch alles schön der Reihe nach. Für den 27. August hatte ich mir einen Tagesausflug in ein Thermalbad vorgenommen. Ich habe mir in Burg im Spreewald die „Spreewaldtherme“ ausgesucht. Mein Bahnticket lässt mich nicht nur in Berlin, sondern in ganz Brandenburg für preiswertes Geld fahren – das muss also ab und an mal richtig ausgenutzt werden.

In einen schon recht großen Rucksack stopfte ich einen dicken Bademantel, ein großes Badetuch, ein kleineres Handtuch, drei (!) Badeanzüge (meine Nieren hassen nasse Anzüge), ein Paar Badelatschen, ein wenig Kosmetik und ein wenig trink- und Essbares. Ich dachte, jeden Moment explodieren die Reißverschlüsse.

Schon früh gegen 7.00 Uhr musste ich mit der S-Bahn zur Friedrichstraße fahren, denn ich wollte kurz nach der Öffnung um 9.00 Uhr vor Ort sein.

Den Wecker habe ich nicht gebraucht, denn „Alpträume“ von geplatztem Rucksack ließen mich vor der Zeit wach werden. Wenn alle Badeanzüge nass sind, hätten sie wirklich nicht mehr in den Rucksack gestopft werden können. Also packte ich um.

Der Wunschkoffer steckte in einem größeren Koffer im oberen Schrankfach. Schlaftrunken und ohne Brille will ich die Schranktür öffnen – und plötzlich wurde ich heftig von oben attackiert. Eine mehr als 2 m lange Leiste (rechtes Foto) hatte sich oben aus ihren Verankerungen gelöst und fiel mir ins Gesicht. Habe ich einen gewissen Hang zur Dramatik, dass ich noch nicht mal einen einfachen Tagesausflug ohne „Einlagen“ ausführen kann. Wäre es mit Brille besser oder schlechter gewesen?

Mein wunderschöner Koffer, den ich mir voriges Jahr zum Geburtstag gewünscht hatte, durfte noch nie das Licht eines Hotels erblicken. – Als ich all die oben aufgezählten Sachen darin verstaut hatte, wusste ich auch warum – er war mit diesen wenigen Sachen schon proppevoll. Vielleicht doch zu wenig für eine Urlaubswoche? Oder ich muss mir Bademantel und Handtücher bei den Gastgebern ausleihen!

Mit der Regionalbahn ging es nach Vetschau (kurz vor Cottbus) und dann mit einem Sammeltaxi nach Burg.

9.20 Uhr rollte ich meinen Koffer über die Schwelle der Spreewaldtherme.

Also jetzt sind mein Koffer und ich durch die Tür, haben die Tageskarte für 23,00 € (OHNE Saunabereich) gelöst und dann auch eine Umkleidekabine gefunden. Am Handgelenk wird ein Armband mit einem Sensorteil befestigt. Und jetzt geht der Ärger los.

Der Koffer passt nicht in die Umkleidekabinen – die sind alle nur für dünne Heringe. Also wieder zur Anmeldung, die mir einen Chip für einen breiteren Schrank an der Rezeption geben. Also der leere Koffer ist verstaut – aber alle anderen Sachen möchte ich ja doch im Badebereich in den Schrank legen und hängen.

Mit der Nummer 25 (merkt sich gut) fange ich an – nur kann ich die Tür nicht abschließen. Also ziehe ich in die 24 um, weil ich denke, das Schloss hat eine Macke. Als ich dann an den Schränken 24 und 23 die gleiche Erfahrung mache, werde ich mehr als stutzig. Mit den komischen Strichzeichnungen im Inneren der Tür komme ich nicht klar – solche Sachen konnte ich noch nie leiden oder gar begreifen..

Technikbegabt?

Ich doch nicht, das muss die andere mit C sein! Kleinlaut schleiche ich zur Rezeption und versuche, ohne Hördremmel die Erklärung zu verstehen. Irgend etwas muss gefehlt haben, denn trotz dichtem Heranhalten des Sensors an das Schloss funktioniert es nicht. Zum Glück kommt gerade eine Putzperle daher, die meine verzweifelten Bemühungen bemerkt. Die meisten Leute wollen ja einen Schrank auf-brechen, ich jedoch möchte ihn gern zu-brechenschließen. Sie macht es mir mit spielender Leichtigkeit vor – und ich erkenne, welchen wichtigen Schritt ich nicht ausgeführt habe:

Ich muss mit dem Chipsensor das Schloss kräftig hinein drücken!

Von innen in der Therme habe ich keine Aufnahmen, da fotografieren nicht gestattet ist. Ich hatte den ganzen Tag Ostseewassergeschmack auf den Lippen. Es sprudelte, dampfte, wärmte, trug und erfrischte – je nachdem, in welchem Becken ich gerade war. Liegen waren mehr als ausreichend vorhanden – für die Handtücher konnte man sich einen Bastkorb nehmen. – Das kulinarische Angebot war lecker und dem Preisniveau der Therme angepasst.

Eine Tageskarte hätte ich dennoch nicht gebraucht. Ich wollte mit dem Bus 17.39 Uhr wieder bis Vetschau und von dort mit der R2 zur Friedrichstraße zurück fahren. 16.00 saß ich schon in der Sonne mit meinem Buch, so dass sich meine „gefältelten Waschfrauenfingerkuppen“ wieder entfalten konnten. So viele Stunden warmes Salzwasser ist zu viel des Guten.

 


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Fotobuch, Klappe die dritte, Fotos von 2017

Nach diesem Beitrag habt ihr erst einmal Ruhe vor den Fotobüchern, denn das aktuelle soll auf jeden Fall bis Dezember d.J. geführt werden, vielleicht sogar länger. Es hat eine andere „Atmosphäre“ als die bisherigen. Alle Fotos werden zwar bearbeitet, aber großformatig abgespeichert und auch verwendet. Außerdem wird alles ziemlich aktuell auf die Seiten gebracht – da darf es nur keinen Rechnercrash geben.

Bei den Fotos von 2017 werden euch doch (hoffentlich) viele Fotos bekannt vorkommen, denn kaum jemand kann so ein schlechtes Gedächtnis haben wie ich.

Es sind also wieder jeweils die Anfangsseiten eines Monats – und auch hier ist jeder Monat in einer anderen Farbe. Es ist ein wenig irritierend, dass ich das Buch zum Fotografieren auf eine rote Decke gelegt habe.