Claras Allerleiweltsgedanken


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Altes zu Ende bringen und Neues freudig erregt anfangen

Vornweg ein bei mir beobachtetes Phänomen:

Ich kann mich „stundenlang“ mit mir, meinem Computer, meinen Problemen, meinen Aufgaben und anderem beschäftigen, ohne dass mir langweilig wird. Und dabei ist dann noch nicht einmal Saubermachen dabei.

Motto: Wenn man immer nur tut, was sich gehört, verpasst man den ganzen Spaß!

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Meine Leidenschaft für Schnapszahlen ist ja wohl hinreichend bekannt – dabei mag ich gar keinen Schnaps. Ich freue mich immer wie ein Kind, wenn ich auf irgendeiner Digitaluhr (Herd, Mikrowelle, Computer, Handy, Uhr im Flur) eine Zahl doppelt oder sogar dreifach hintereinander sehe.

Wenn ich meine Medikamente für 14 Tage in die zwei Boxen fülle, freue ich mich genau so, wenn ich die benötigte Menge GENAU aus der Packung in die Hand geschüttet habe – bei Curcuma z.B. 28 Stück, bei Hyaluron und Magnesium 14 Stück. – Ist das etwas Gutes, wenn ich mich von kindlicher Freude so wenig weg oder wieder so stark angenähert habe? – Echte Medizin ist nur die, die ich eingekreist habe. Und dann konnte ich es nicht lassen, mir ein NIkolausClaraHaus zu „bauen“. Sonnenklar, nur das zweite ist echt – bei dem anderen hat jemand versucht, meinen Stil zu kopieren 🙂

Mit solchen Spielereien kann frau natürlich auch ihre Zeit vertrödeln.

Wenn ich mein ganz privates Nikolaushaus mit vielen „Energie-Einfangplatten“ ausstatten würde, könnte ich vielleicht sogar Strom verkaufen und „reich“ werden. – Pfui, Clara, solche Gedanken hat man doch nicht zu Jahresbeginn – und wenn, dann äußert man sie nicht laut.

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Mit der Überschrift habe ich ein wenig gerungen.

Was meine ich mit „Altes zu Ende bringen“? Kann man Weihnachten zu Ende bringen? Nein – aber die Deko kann man wegräumen. Da ich ja damit nicht gespart hatte, entartete es fast in Arbeit. Bis zum Fest der Heiligen drei Könige am 6. Januar (eine katholische Vorbildung ist manchmal nicht übel) blieb fast alles unberührt – nur die Kugeln wurden schon im Keller verstaut.

Ein siebenarmiger Leuchter spendet den ganzen Winter warmes Licht vor sich hin – ich habe ihn im zarten Alter von unter 20 Jahren von dem Mann bekommen, der als erster mein Herz erobert und dann gebrochen hat.

An der beleuchteten Dekoration wurden vor dem Wegräumen erst noch alle Batterien aufgebraucht. In der nächste Adventszeit werden Akkus eingesetzt, um die Umweltsauerei nicht noch zu fördern.

 

 

Am Ende kamen mir dann noch so einige Gedanken über Familie und das, was ich mir so darunter vorstelle. Meine zwei Blumentöpfe mit den Dickblattgewächsen animierten mich zu einigen Gedanken.

Als erstes die Mutter, die sich so liebevoll um alle ihre Kinder Ableger kümmert, so dass alle groß und stark werden können.

Und was macht der Vater, Vati oder Papa? Er geht seiner Wege und seinen Hobbys nach und überlässt die Brutpflege seiner Frau.

Mir gefallen beide Töpfe sehr gut, auch wenn ich gar keinen konkreten Grund dafür nennen könnte.

Die große Amaryllispflanze in der Küche entwickelte sich so vor sich hin – aber die kleine in ihrem Wachsmäntelchen explodiert gerade (geschrieben und fotografiert am 9.1.) – hätte ich kaum geglaubt, dass ohne Wasser und sonstige Pflege so eine Pflanze entstehen kann. Das Wasser, was sie nicht braucht, fällt ungenutzt vom Himmel.

Eine einzige Tischdecke für den quadratischen Tisch ist zu wenig – aber ich habe noch keine einfarbige bekommen, die mir gefiel. Da bin ich mal kurz auf Filz ausgewichen – kann eine Zeit lang so bleiben.

Und von dem in der Überschrift angedeuteten neuen Sachen berichte ich übermorgen.

Und der Artikel hat 555 Wörter.


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Eine Erinnerung an mein Schneechaos

Um meinem Schnapszahlfimmel zu huldigen, lasse ich an einem 11.1. meinen Artikel erst um 1.11 Uhr statt 00.05 Uhr erscheinen – aber die wenigsten werden das merken.

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Der in weiten Teilen des Landes, aber auch in anderen Ländern wie Österreich und Polen unaufhörlich fallende Schnee fordert immer mehr Opfer – die Lawinengefahr ist zum Teil auf der höchsten Warnstufe. Der Landkreis, in dem ich in Bayern geboren wurde, ist von der Außenwelt abgeschnitten. Tausende müssen Angst haben, dass die Last des Schnees ihre Dächer zum Einsturz bringt. Vor Jahren war das ja mal mit einer Sporthalle passiert.

Monatelang hatte Deutschland fast überall Sommer und Spätsommer – und dann kommt der Winter mit fast nicht mehr zu beherrschender Gewalt. Wissenschaftler vermuten, dass auch das eine Folge der Klimaveränderung sein kann.

Diesen Artikel, den ich schon am 22. Februar 2010 veröffentlicht habe, will ich heute in stark gekürzter Form noch einmal einstellen.

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So viel Schnee in den Bergen, das ist ja toll, jubelt Clara innerlich vor sich hin, als sie die Nachrichten im Fernsehen sieht. Sie denkt an ihre Tochter, die mit Mann und Kindern die Winterferien zum Skifahren in Österreich nutzt. Auch Clemens, der Filius, treibt sich zum gleichen Zweck in irgendwelchen Schweizer Bergen  herum. – Sie sitzt gemütlich auf der Couch, eingepackt in ihre rote Kuscheldecke. Bei diesen Außentemperaturen kann Clara eine „Zwiebelschale“ mehr gut vertragen. . „Irgendwann muss ja mal Schluss sein mit dem Winter“, denkt sie. Bei dem vielen Schnee und Eis auf Straßen und Gehwegen ist Clara froh, dass sie nicht mehr täglich von ihrem Chef gerufen wird. So kann sich ihr kleiner „Leon“ in der Garage wärmen und sie kann sich auf der Couch ausruhen.

In diesem Moment bekommt der Ansagensprecher einen fast sakralen Tonfall. Er kündigte für die nächsten Stunden flächendeckend Blitzeis an und bittet alle, nicht unnötig das Haus zu verlassen. – „Offensichtlich brauchen die Unfallchirurgen jetzt schon ein zweites und drittes Paar Hände zum Operieren“, denkt Clara so halblaut vor sich hin. Manchmal redet sie mit sich, wenn es kein anderer tut – aber in der Öffentlichkeit hat sie es noch ganz gut im Griff.

Das Wort Blitzeis tritt eine Erinnerungslawine los. Sie ist sofort bei der Jahreswende 1978/79, in der innerhalb von Stunden das Thermometer um 20° fiel und Deutschland mit seinen Nachbarländern im Schnee- und Eischaos versank.

Der wunderschöne hellgrüne Wartburg Tourist mit dem liebevoll ausgesuchten Namen ‚Hannibal‘ hatte seinen Kilometerzähler noch nicht einmal fünfstellig gefahren. Er war also noch ein absolutes Greenhorn in seiner Gilde.

Wie es bei der langen Wartezeit auf seine „Ankunft“ nicht anders zu erwarten war, liebten ihn drei aus der Familie abgöttisch und eine registrierte ihn als Neuankömmling. Im Gegensatz zu seinem gebrauchten Vorgänger war er nagelneu und absolut jungfräulich. Clara konnte sich noch sehr gut an ihre Angst erinnern, als sie ihn – lediglich mit Trabanterfahrung ausgestattet – im zentralen Auslieferungslager Rummelsburg holen durfte.
Der Junior war stinksauer, dass er noch nicht im Fahrschulalter war. Wäre es nach ihm gegangen, hätte er ‚Hannibal‘ mit unserer Hilfe gern schon mal heimlich gefahren, um damit dann entsprechend in seiner Clique zu prahlen. Aber Clara legte heftigsten Protest ein.

Und dieses Auto sollte über Silvester polnische Luft schnuppern. Claras Cousine hatte zu einer zünftigen Party eingeladen. Clemens wollte sofort mitfahren, Theres jedoch blieb Silvester lieber bei der Oma. So konnte der freie Platz im Auto von Claras Tante eingenommen werden, die vom Gewicht her fast die drei anderen aufwog. Zum Glück war der Wartburg für 5 Personen zugelassen und hatte 5 Türen. Im 3türigen Trabant hätten sich Hannes oder Clara durch den engen Einstieg auf den Hintersitz zwängen müssen, für „Tantchen“ wäre das nicht zumutbar gewesen.
Die Feier war okay, das Wiedersehen auch. Nach drei Tagen hieß es wieder, nach Hause zu fahren. Die Temperaturen waren schlagartig gefallen. Die dicke Eisschicht von der Windschutzscheibe konnte nur mit heißen Lappen abgetaut werden, kratzen half da nichts mehr. Ein letztes Winken – und auf ging es Richtung Berlin.
Die vergeblichen Rufe der Cousine, die Fahrt zu verhindern, wurden nicht mehr gehört. Sie hatte die Warnung im Radio gehört, dass die wichtigsten Autobahnen dicht sind, weil Autos im Schnee stecken geblieben waren. Natürlich war auch die Ost-West-Achse lahmgelegt. Hannibal kam noch auf die Autobahn, musste dann aber kilometerweit rückwärts fahren, denn wenden war unmöglich.
Handy? Navigationsgerät? Winterreifen? Davon träumte der wilde Osten zu dieser Zeit noch nicht einmal, aber auch im Westen gab es das wohl noch nicht.
Ein Stück lief auf der Landstraße alles völlig normal – bis zum ersten Knall. Rote Ampel, Glatteis, Auto in Warteposition – physikalisches Gesetz von dem einen und dem anderen Körper! Die Tante hat uns sicherlich für den Aufprall den nötigen Schwung verliehen. Somit war Hannibal stärker, nur büßte er dabei seine „Stoßzähne“ in Form der Scheinwerfer ein.

Kleines Malheur, bei diesem Wetter ohne Licht. Großes Malheur, bei diesem Wetter ohne Heizung. Ständig musste einer von innen die Windschutzscheibe vom Eis frei kratzen. – Der zweite Knall ließ nicht sehr lange auf sich warten, nur stand Hannibal diesmal unglücklich als Hindernis im Weg. Somit hatten sich die Rücklichter auch noch verabschiedet.
Und dann war sie plötzlich dicht, die Straße. Ratlos diskutierten alle, nur Claras Polnischsprachkenntnisse reichten unter diesen Umständen nicht aus.
Plötzlich tauchte ein rettender Engel in der Person eines Bauern auf. Er lud alle zu sich auf seinen Hof ein und gewährte Kost und Logis. Nun bewährte sich Tantchen doch noch, denn sie konnte polnisch parlieren.

Nach einer Übernachtung wurde Hannibal wieder in den Kampf geschickt. Die Schneepflüge hatten die Hauptstraßen geräumt, aber dadurch die Zu- und Ausfahrtmöglichkeiten zu den Nebenstraßen total blockiert. Der hilfsbereite Bauer benachrichtigte einen Freund, der das Auto samt Insassen auf einem Schleichweg mit dem Traktor zur Straße ziehen sollte.
Die Furchen der Lastwagenräder waren so tief, dass Hannibal nicht mit den „Füßen“ auf den Boden kam. Das bedeutete – das Seil zog ihn auf dem Unterboden rutschend über den Schnee. Clara war einem Heulkrampf nahe, Hannes bekam fast einen Herzinfarkt, die Tante zeterte und wollte ständig aussteigen und Clemens fand es spannend, spannend, spannend.

Zum Glück war auch irgendwann dieser Streckenabschnitt bewältigt. Die Insassen der hinteren Reihe wurden in den Zug gesetzt, der Rest versuchte, das stark ramponierte Auto auf deutschen Boden zur Reparatur zu bringen. Im 30er Tempo war das ein etwas länger dauerndes Unterfangen, deswegen musste noch eine Hotelübernachtung eingeschoben werden. Nicht das Glatteis war jetzt der Hinderungsgrund, sondern die eingefrorene Knüppelschaltung. Üblicherweise hatten ja alle DDR-Autos Lenkradschaltung – hier wollten die Konstrukteure mal was besonderes leisten. Warum sie den Kardantunnel nach unten offen ließen, blieb für immer ein ungeklärtes Geheimnis. Waren es Materialeinsparungsgründe? Durfte die DDR keine geschlossenen Tunnelsysteme in Autos einbauen?
Als Theres freudig Mutti und Vati begrüßte, beglückwünschten sie alle zu ihrer weisen Entscheidung, diese Fahrt nicht mitmachen zu wollen.“Hatte das Kind etwa den Seherblick?“, überlegt Clara ca. 30 Jahre später.

Bei den letzten Gedanken an diesen Horrortrip rutscht Clara auf dem Sofa immer tiefer, macht es sich bequem und denkt: „Heute verpasse ich garantiert nichts da draußen. Meinem „Leon“ will ich ähnliche Erfahrungen ersparen.“

Das Telefonklingeln hört sie schon nicht mehr – sie schlummert ihre Mittagsruhe.


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Clara – die Hausfee

… was natürlich backen und kochen einschließt.

Einen Vorteil gab es bei meiner „Ladehemmung“ im Dezember – ich konnte mich fast ungebremst in den Backwahn stürzen. Es gab süße und würzige Sorten und ein Blech voller Baisers, da ich die 3 Eiweiße nicht verkommen lassen wollte.

Nach einiger Zeit setzte ich dem Luxus die Krone auf und glasierte sie mit Schokoladenguss – da schmeckten sie gleich noch einmal so gut.

Eine Panne, die ich natürlich auf mein Auge schob, ergab eine witzige Neukreation. Ich wollte Zimtplätzchen backen. Beim ersten Versuch machte ich das auch. Die warmen Kekse wurden in einer Zimt-Zucker-Mischung gewälzt und schmeckten so fluffig weich, dass ich sofort beschloss, noch einmal zu backen.

Als sie fertig waren, wunderte ich mich nur, warum sie in Richtung „rot“ tendierten und alle Leute die Kostproben als ziemlich scharf und würzig empfanden – trotz meiner Beteuerung, nur einen Teelöffel Zimt verwendet zu haben. – Doch einen Tag später kam die Aufklärung. Statt zum Zimt hatte ich zum scharfen Paprika gegriffen. Jetzt überlege ich, ob ich das noch einmal mache.

Die Marzipankugelproduktion lief auf Hochtouren, weil ständig der Nachschub aufgebraucht war. Hier nur ein paar Fotos aus der Manufaktur. Der Puderzucker ist in mühevoller Handarbeit eingeknetet, die Nougatschokolade in verstaubare Stücke geschnitten, die Rollen aus der Marzipanmasse geformt und geschnitten, die Kuvertüre geschmolzen und die Kugeln mit ihrem Nugatinhalt geformt.

Als Weihnachtsessensbeigabe durfte ich Obstsalat mitbringen – ein kleines Schüsselchen für den Sohn ohne Rosinen, die größere für die drei anderen mit Rosinen. Jedem aus der Familie fällt bei diesem Salat sofort eine Episode aus den 70er Jahren, da war er ca. 7 Jahre jung. Strahlend steht er vor seiner Oma und fragt, ob sie wieder Chicoréesalat zu Weihnachten macht. Ganz glücklich nickt sie – und dann ließ er die Katze aus dem Sack: „Aber ohne Chicorée und ohne Rosinen!“ – So viele Jahre später bekam er seinen Wunsch erfüllt.

Dieser Salat wurde nur für interne Gäste zubereitet und schmeckte ohne Rosinen, dafür aber mit Oliven sehr lecker.

Es ist ja vollkommen idiotisch, dass ich meine größere Kochlust auf den neuen Herd schiebe. Wenn ich schon nicht unter seniler Bettflucht leide, beginnt jetzt vielleicht die senile Küchenerstürmung. Seltsam, seltsam – was es so alles gibt. – Kurz vor dem Jahreswechsel wurde der Tiefkühlschrank inspiziert und von Produkten befreit, die gegessen werden sollten.

Aber diese leckeren Entenkeulen MUSSTEN nicht gegessen werden, denn die waren gerade erst gekauft worden. Bei dem ausgewählten Rezept fehlten mir zwar einige Gewürze, aber auf die verzichtete ich großzügig und ich dachte, sie schmecken dennoch – garniert mit Klößen und Rotkohl – vorzüglich. Leichte Fehleinschätzung, wie sich zeigte.

Die sehen so lecker aus. Doch hätte der Koch am zweiten Weihnachtsfeiertag die Gänsekeulen in Entenkeulenkonsistenz wie bei mir angeboten, hätte er eine Klage riskiert. Ich musste die Zahnarztnotdienstnummer griffbereit haben.

Aber die Klöße und das Rotkraut waren lecker. Ich habe sogar das Rezept fotografiert. – Wäre es ein DDR-Kochbuch, hätte ich angenommen, die nur 20 Minuten Garzeit wären auf Stromengpässe zurückzuführen. – Im Nachhinein habe ich mich bei Chefkoch.de informiert, dort ist die Bratzeit die drei- oder sogar vierfache. – Das kann ich ja dann mit der dritten Keule machen, die noch im Tiefkühler vor sich hinfriert.

Der zweiten, schon gebratenen, habe ich noch einmal mit 180° 70 Minuten eingeheizt – und dann war sie zart wie ein Kinderpopo. Geht doch!!!!

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Und da ich weder zum Jammer- noch zum Gesundheitsblog werden will, aber auch nicht zum Koch- und Backblog, höre ich jetzt auf.

Sollte euch irgendwo bei den Fotos der Appetit gekommen sein, kann ich euch leider nicht mehr helfen, denn die Speisen sind alle schon verzehrt.


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Was macht Clara, wenn sie sich „langweilt“?

Sie empfängt die Polizei in ihrer Wohnung.

Das fällt mir sehr schwer, diesen Artikel zu schreiben – aber noch schwerer fiele es mir, ihn NICHT zu schreiben, denn ich muss ja alle meine Problemchen bei irgendjemandem loswerden. Ich habe die Story zwar schon zwei Leuten erzählt, aber aller guten Dinge sind eben drei. – Na gut, jetzt erfahren es ein paar mehr Leute, aber frau muss auch zu ihren Dämlichkeiten stehen.

Von diesen falschen-Enkel-Tricks oder gar von der Masche, dass sich Betrüger als falsche Polizisten ausgeben und den Leuten ihr Geld abschwatzen oder abluchsen oder sie sonst wie darum betrügen – das KENNT FRAU ja alles und würde nie-nie-nie-nie-niemals-nicht darauf hereinfallen, denn die Zahl der Enkel ist überschaubar, auch die Reaktionen. Und da ich nicht auf Männersuche bin, kann mir auch kein Heiratsschwindler meine gesparten „Millionen“ abjagen.

Clara denkt – der Betrugsgott lenkt.

Es ist nicht Freitag, der 13., denn dieser Tag hätte mir ja wie immer Glück gebracht, sondern es ist Freitag, der 28. Dezember. Der Tag fängt ganz harmlos an, bis die Uhr der zweiten Nachmittagsstunde entgegen geht.

Das Telefon läutet und eine Berliner Nummer ist dran. Vielleicht sollte ich mir die Vorgehensweise mancher Frauen angewöhnen, die nie gleich und direkt ans Telefon gehen, sondern immer erst die ersten Worte oder Sätze auf dem Anrufbeantworter abwarten. Aber da steht mir meine Wissbegierde im Weg – ich KÖNNTE ja was verpassen.

Wird eine Nummer angezeigt, bin ich gleich schon nur noch halb so misstrauisch. Allerdings habe ich nachträglich bei einem versuchten Rückruf festgestellt, dass diese Nummer gefälscht ist – aber da war schon alles zu spät.

 

Am Telefon ist eine Frau mit osteuropäischem Akzent – vielleicht eine Polin. Es geht um eine Lotterie, bei der ich einen Vertrag abgeschlossen haben soll. Wenn dieser Vertrag nicht noch in diesem Jahr gekündigt wird, dann muss ich im nächsten Jahr pro Monat einen hohen Betrag bezahlen. Natürlich bekomme ich einen Schreck, denn ich hatte schon mal so eine Sache, wo man sich beim Runterladen einer Datei so einen nicht erkenntlichen Vertrag mit geladen hat. Das ging bis zum Inkassobüro. Und wären nicht so viele andere auch betroffen, hätte ich vielleicht sogar gezahlt.

Ich verlangte eine korrekt deutsch sprechende Person, weil ich am Telefon sehr schlecht verstehen kann. Sie kam und machte mir die Sache eindringlich klar, dass es sich um einen Monatsbeitrag von 90,00 € handelt.

Sie verlangte meine Kundennummer, damit sie die Kündigung in die Wege leiten könnte. – Warum ich bei diesem Stuss nicht stutzig wurde, begreife ich im Nachhinein überhaupt nicht.

Da ich mich ja leider auf mein Gedächtnis nur partiell verlassen kann, wusste ich nichts von einem Vertrag und hatte auch keine Kundennummer. Ich konnte mich nur erinnern, dass oft Briefe von einer Lotterie kamen, die ich sofort und ungeöffnet auf dem Weg vom Briefkasten zur Wohnung zerriss.

Und jetzt kommt es: Sie behauptete steif und fest, dass ich einmal einen kleinen Betrag überwiesen hätte. Anhand meiner IBAN könnten sie dann die Kundennummer der Lotterie ermitteln und für mich kündigen. Ich war derartig nervös, aufgeregt und durch den Wind, so dass ich nach langem Zögern die IBAN herausgab, allerdings unvollständig. Ich überlegte, dass man mit einer Kontonummer allein nichts anfangen kann. – Sie zeterten ununterbrochen herum, dass die IBAN unvollständig sei – es fehlten zwei Stellen.

Das Bankinstitut erkannten sie sofort, was für Betrüger auch keine große Leistung sein dürfte. Was ich aber ERSCHRECKEND fand: Innerhalb von ca. 4  Minuten hatten sie durch einen Suchlauf auch die fehlenden zwei Ziffern der IBAN ermittelt. – Soviel nur zum Schutz von Bankdaten.

Und dann ging alles ganz schnell – sie beriefen sich auf den Feierabend am heutigen Freitag und waren weg.

Aber ich war mindestens genau so schnell. Ich rief die 110 an und erzählte mit schrecklich aufgeregter Stimme, was mir gerade passiert sei. Ich sollte sofort eine Anzeige in einem Revier aufgeben. Warum sie dann so nett waren und einen Beamten mit einem vorbereiteten Formular zu mir in die Wohnung schickten, weiß ich nicht. Offensichtlich habe ich ihnen leid getan.

 

Der Beamte beruhigte mich und wollte weder Kaffee noch Tee oder Wasser. Aber eine Tüte mit Süßigkeiten drängelte ich ihm für Kinder, Enkel oder Frau auf, die er freudig entgegen nahm.

Dann versuchte ich, den Kundendienst der IBAN-Bank anzurufen – doch dort wurde immer nur auf großen Andrang und auf den Onlinekontakt verwiesen. Aber dann hatte ich noch eine andere Nummer in petto und erreichte sogar nach knapp 8 Minuten Wartezeit jemand. Die Mitarbeiterin sagte mir, dass man ein Konto nicht sperren könne, nur meine Girokarte. Warum ich das gemacht habe, kann ich auch nicht erklären, doch ich hielt es für besser. Allerdings ist meine Zugehörigkeit zu dieser Bank eh am 31. Dezember beendet.

Sollte etwas abgebucht werden, könnte ich das zurückbuchen. Sie meinte, das könne man nur mit einer fingierten Lastschrift, für die ich kein Mandat erteilt habe, Da aber vom 28.12. bis zum 2.1. keine Geschäftstage sind, erfolgen auch keine Buchungen.

Dann rief ich noch den IMMER erreichbaren Kundendienstmitarbeiter der neuen Bank an. Auch er beruhigte mich mit ähnlichen Argumenten. Eine Kontonummer ist schnell mal irgendwo „erbeutet“ – die dazugehörigen Bankangaben sind schnell ermittelt – aber diese allein reichen nicht aus, um den fetten Reibach zu machen.

Und ich habe am gleichen Abend und gleich am nächsten Tag um 00.05 Uhr die höchstmögliche Summe an meine neue Bank überwiesen, so dass nur noch Peanuts auf dem Konto blieben.

Und dann ging es mir wieder besser!

Kurz vor der Veröffentlichung sage ich, dass offenbar kein Schaden entstanden ist. Das Konto mit der angegebenen IBAN ist seit 7 Tagen geschlossen und das neue behalte ich für mich.

 


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Weihnachtsfreuden und -schäden von 2018

Vornweg kurz zu gestern und dem Orthopädenbesuch. Er hat geröntgt, bleibt bei der Diagnose „Impingementsyndrom“ und schießt sicherheitshalber noch ein MRT hinterher. Über die ansonsten vorgeschlagenen Therapiemethoden will ich noch gar nicht nachdenken, denn ich kenne sie alle noch von der Hüfte. – Also schau’n wir mal.

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Besser spät als nie!“ – das ist ein Satz, den der kleine Lord in seinem Weihnachtsklassiker sagt. Ich sehe selten Filme mehrmals – aber dieser und „Pretty Women“ sind die Ausnahmen. In letzterem liegt es AUCH am Hauptdarsteller.

Monate oder zumindest Wochen oder Tage VOR Weihnachten kam ein Päckchen von der Fee – und das Schlimme daran war, dass sie erwartete, dass ich es wirklich bis Weihnachten liegen lasse. Als ich es öffnete und mich freute, hatte der Kalender schon eine 2 vorn stehen.

Und ich packte aus:

Ein drittes, rotes Rentier, das die bisher vorhandenen zwei Rentiere in der Küche erst zur Familie macht. Der Vater pirscht gerade auf Nahrungssuche.

Für mein lila Glitzerherz gab es Lila-Stern und Lila-Schneeflocke und für den (lila) Leckermagen Kugeln zum Lutschen.

Was ich jetzt zeige, habe ich mal wieder claramäßig zweckentfremdet. Ich packte ganz dicke, ganz warme Handschuhe aus, die aber weder meine Finger noch meinen Daumen richtig wärmen wollten, weil dafür keine Vorrichtung vorhanden war. Sicher kann ich damit auch unterwegs mein Handy bedienen – wenn ich zwei Händewärmer in den Jackentaschen habe oder ein lebender neben mir läuft.

Bis ich dieses Problem gelöst habe, stehen sie mit glänzenden Nasen und halb verdeckten Köpfen in meinem Lila-Regal. – Das erste Foto ist die Vorstufe.

Und meine liebste Nachbarin hat mich auch beschenkt – aber sie hat sich mehr an den Küchenfarben orientiert. Ich bekam den großen Übertopf mit der zweigleisig wachsenden Amaryllis und einen zusätzlichen roten Übertopf, den ich in der Küche für alles mögliche verwenden kann. (Ich schreibe den Artikel am 29.12. – wenn sich eine der Pflanzen bis zum 5. Jan. noch zum Blühen entschließt, stocke ich die Galerie auf)

Aber es ist ja nicht so, dass ich nur Geschenke bekomme – ein paar Sachen habe ich mir ja auch einfallen lassen. Am Heiligabend und zum Mittagessen am Ersten Weihnachtsfeiertag war ich bei der Mutter der Sohnesfreundin eingeladen. Weil wie immer „keine Geschenke“ galt, musste ich es eben als Spiel tarnen.

Ich packte 6 Geschenke ein – kleinere und größere, selbst produzierte und selbst gekaufte. Dann kreiste der Würfelbecher mit 6 Würfeln darin. – Würfelte jemand einen Dreierpasch, also 3 x die Eins oder Fünf, durfte er das Geschenk auspacken, falls es nicht schon ein anderer vor ihm getan hatte. Aber es blieb auf dem Tisch.

Das Geschenk mit der Nummer 6 hatte eine besondere Tücke – es war 6 mal eingepackt – und jedes Mal durfte die oder der 3-Sechsen-Würfler/in nur eine Papierschicht lösen.

Und dann kam die Gewinnrunde. Erwürfelte man sich ein Geschenk, konnte man es behalten oder weitergeben. Meine selbst gerollten Marzipankugeln mit Nougatfüllung fanden bei den Damen des Hauses keinen Anklang, da sie kein Nougat mögen. Um so mehr freute sich mein Sohn.

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Nachweihnachtlicher Kollateralschaden:

Leider habe ich meinen schönen LED-Stern am Fenster und die wunderschöne Lichterkette entschärft, als ich die Anschlussstrippen verwechselte und sie in den falschen Stecker einstöpselte. Dadurch hat es Stern und Kette beschädigt , so dass jetzt nur noch „Endstation Tonne“ übrig bleibt. Schade, ich habe beides sehr gemocht.

Der Stern war erst voriges Jahr gekauft und hatte drei Jahre Garantie – ich habe es aber nicht übers Herz gebracht, diesen Schaden dem Verkäufer A*LDI anzuhängen.

Bei den weltweiten Katastrophen wie Kriege und erneute Tsunami und Überschwemmungen gibt es viel größere Schäden. Deswegen kaufe ich nichts neues, sondern spende Geld für die Opfer, die alles verloren haben.