Claras Allerleiweltsgedanken

Wenn Clara eine Reise macht … 1

25 Kommentare

… dann kann sie was erzähl’n.

Am Tag der Arbeit, der ja in Deutschland Feiertag ist, musste ich spätestens 7.30 Uhr am Alexanderplatz sein. Bei den selten fahrenden Verkehrsmitteln erforderte das etwas Logistik, die funktioniert hat.

Die wichtigsten Sachen wie Brille und Hörgeräte und andere Absolut-Notwendigkeiten waren dieses Mal dabei, also konnte ich mich ganz auf die zu erwartende Nordseeküste in Ostfriesland mit einem Abstecher nach Groningen in Holland freuen.

Der Bus mit seinen 55 = fünfundfünfzig Plätzen war restlos ausgebucht – mit solch einer großen Gruppe bin ich wohl noch nie gereist.

Ich will nicht flunkern, aber es kam mir vor, als wenn ich in meinem zarten Alter von 73,9 Jahren  die Jüngste war – aber es kann auch sein, dass ich doch noch ziemlich gesund bin, denn Nicht-Hör-Ohren und Flatterblutdruck sieht man mir ja nicht an.

Ich befand mich also in einer Gruppe von

  • ÜbergewichtsträgerInnen
  • RollatorenhurtigschieberInnen
  • mit DrittzähnenbeißerInnen
  • um-jedes-Quäntchen-Luft-Ringende
  • mit HörgerätenlauscherInnen
  • um-jeden-Scheiß-Streitenden
  • Mindestalter-von-70-Habenden

dennoch war meine unmittelbare Umgebung = Bussitz- und Esstischnachbarin (zumindest waren wir uns frisurtechnisch sehr ähnlich)

und die Leute von Gegenüber sehr nett, so dass mich alles andere nicht bekümmerte.

Während der unendlich langen Busfahrt – wir waren gegen 16.00 Uhr erst am Ziel – konnte man immer wieder diese Wolkenquirle sehen.

Für Daggi bzw. ihren Schriftführer MUSSTE ich das fotografieren – vielleicht hätte er statt meiner fahren sollen.

Wir waren Pi mal Fensterkreuz bei Wittmund untergebracht. Für alles, was man vergessen hatte, hätte man 4 km hin und 4 km zurück laufen müssen – da habe ich doch meine Haare lieber nicht volumengestützt frisiert.

Das Hotel lebte wohl ganz und gar von Reisebusbesatzungen, denn private Gäste verirren sich selten in diese Einöde. Deswegen ist der Preis ab 32,00 € pro Nacht auch erträglich.

Im Zimmer allerdings fiel mir gleich diese Elektrikerpfuscharbeit auf – das hätte ICH ja besser gemacht.

Jetzt beim Schreiben (7.5. 14:00 Uhr) arbeitet gerade der Installateur an der vergammelten und verrosteten Hauptwasserleitung. Er meinte nur, dass es allerhöchste Zeit war, hier was auszuwechseln, denn die Roststellen waren bis weit nach unten in der Leitung – das Tropfwasser hätte bei Mietern unter mir austreten können. Jetzt ist alles wieder ok!

Über das Wetter will ich jetzt im Nachhinein nicht klagen – es war so kalt, dass ich einen doppelt so großen Koffer für warme Sachen gebraucht hätte. Meine Sitznachbarin hat einen kunstpelzgefütterten Mantel im Winterschlussverkauf für 50,00 € gekauft und war ab da auf der lachenden, warmen Seite. – Warum ich mir nicht auch so ein Ding gekauft habe, bereute ich all die Tage danach bitter und bibbernd.

Die Wohnetage meines Hotelzimmers hatte schräge Wände und schräge Veluxfenster. Am letzten Tag waren diese Hagelkörnerreste auf dem Fensterrahmen.

**********

Übermorgen geht es weiter!

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

25 Kommentare zu “Wenn Clara eine Reise macht … 1

  1. Liebe Clara,
    hungern und frieren sind die schlimmsten Dinge momentan für mich. Darum kann ich dich um diese Reise nicht beneiden, obwohl ich als frühere Reisetante schon jahrelang nicht mehr verreist bin. – Offensichtlich hast du es aber verkraftet: Gratuliere!
    Mit liebem Gruß Gerel

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    • Liebe Gerel, offenbar hat mein Körper instinktiv die richtige Verarbeitungsmethode gefunden: Ich habe doppelt so viel gegessen wie zu Haus, da habe ich nur noch halb so viel gefroren 🙂
      Lieben Gruß zu dir von Clara

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  2. Herrlich die Attribute deiner Mitreisenden😂😂😂😂

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  3. Hihi „volumengestützte Frisuren“ . Zu 55 durch die Lande zu gondeln habe ich noch nie ausprobiert. Wird schon auch seine Reize haben. Ich stelle mir nur schrecklich vor, wenn unterwegs ein Klo-stop gemacht wird und dann 50 von den 55 in langer Schlange vor dem einzigen Klo stehen 😦
    Über den Bericht über die Nordseeküste freue ich mich schon. Das wär was für mich: Küste in kalt. Natürlich entsprechend eingepackt in mehrere Schichten ….

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    • Myriade, gestehe, du warst eine von den 54 Mitreisenden – obwohl nein, kann nicht sein, denn du hast ja das zarte Alter von 70 noch als „Traumalter“ vor dir, vielleicht auch als Alptraumalter 🙂
      Du hast das Problem wunderbar erkannt. – Mir kam zugute, dass ich in der ersten Reihe hinter der Tür saß und wahnsinnig schnell sein kann, wenn ich denn will. Also war ich an den Kloschlangen immer im vordersten Drittel. Zum Glück haben die Autobahnraststätten mehr als eine Toilette – aber das hatte ich bei früheren Reisen auch schon – da sind wir dann auf die Herrentoilette gegangen.
      Für die 0,50 €-Wertgutscheine habe ich mir dann am letzten Tag ein „Kloeis“ geleistet 😉
      Zum Glück hatte der Bus für Notfälle auch eine Toilette – da habe ich mich bei den wirklich dicken Leuten gefragt, wie die sich durch diese enge Öffnung zwängen können – ich hatte mächtige Probleme. Vielleicht habe ich mich falsch reingeschraubt.
      Nach dem Zwiebelschalenprinzip war ich ja angezogen – aber alle Schalen waren zu dünn!

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  4. Wie der Zufall es so will, ist Nachschub eingetroffen! 🙂

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  5. Liebe Clara!

    Immer auf Achse! Da meint man, Du zählst brav Deine Schritte im Britzer Garten und siehe da, Frau unternimmt eine Reise.
    Bei dem Verkehrsschild musste ich auch sofort an Daggi denken. So hat eben jeder sein Markenzeichen 🙂
    Klar, dass Dir der Elektrikerpfusch im Hotel sofort auffällt. Bei Deiner perfekten Wohnung und dem Hang zur Akribie ist so etwas nicht zu übersehen. Hauptsache, Du hast keinen Stromschlag gekriegt und das Hotel entpuppt sich nicht als „Bates Motel“ wie in Hitchcocks „Psycho“ 🙂
    Das kalte Wetter klingt ja nun wahrlich nicht vielversprechend. Hoffentlich hattet ihr auch ein paar schöne Tage. ich bin gespannt auf die Fortsetzung.
    Und jetzt eine warme Tasse Kaffee …

    Liebe Grüße und einen gemütlichen Start ins Wochenende
    Mallybeau

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    • Hallo, meine liebe Mallybeau – deine rote Tasse nehme ich natürlich gleich und sofort – allerdings bekommt er in seine linke Hand einen Schluck Milch und keinen Zucker – süßen Kaffee mag ich nicht.
      Ich habe mal gerade unter der Rubrik „von unterwegs“ nachgeschaut, wann ich das letzte Mal verreichst war – das war im November für ganz kurze Zeit zum Klassentreffen in Görlitz. Da wurde es doch mal Zeit, wieder etwas neues kennenzulernen. – Ich schieße mich jetzt langsam ein, denn in diesem Jahr werden noch einige Reisen folgen – wer weiß, wie lange ich überhaupt noch etwas von den Erklärungen der Reiseleiter verstehe – und vollkommen ohne Text steht man doch etwas deppert da.
      Das hatte ich gerade gestern beim Doppelkopf wieder – ich habe mich sehr geärgert. Es war wahnsinnig laut und ich habe die zweite Ansage von contra einer Mitspielerin nicht gehört – daraus hätte ich nämlich ganz ganz wichtige Schlussfolgerungen ziehen können und auch gezogen. – Am Ende hat meine Mitspielerin dann gesagt: „Na, wenn die Clara pennt, dann ist es ja kein Wunder, wenn wir verloren haben.“ – Und es war wirklich ganz, ganz knapp. Aber sie kann sicher sein, dass ich mich über mein Hörvermögen entschieden mehr gräme als sie das über ein verlorenes Spiel macht.
      Beim Wetter blieb es leider die ganze Zeit kalt, aber alles, was an Regen runterkam, haben wir im Bus abgesessen – da konnte ich mich sogar für die Natur freuen.
      Für dich habe ich natürlich auch was mitgebracht, denn Kuh ist ja noch leichter als Jever. Und was – besonders in solcher Gegend auch immer leicht ist, sind Schafe.
      Liebe Grüße von
      Clara

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      • Oh, Kuh und Schaf klingt toll. Da freue ich mich schon. Und die Kuh gibt Dir auch die nötige Milch für den Kaffee.
        Schade, dass es beim Doppelkopf nicht ganz gereicht hat. Aber ohne Hörprobleme zu gewinnen ist ja auch kein Kunststück 🙂

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        • Ich habe gerade noch mal die beiden nächsten Beiträge angesehen – du bekommst leider erst am 14. dein Kuhgeschenk.
          Was mit meinen Doppelkopfkarten los ist, weiß ich auch nicht. Bis auf wenige Ausnahmen bekomme ich solche Sch….karten, dass man das nicht mehr spielen nennen kann. Wenn ich von 10 Karten gerade mal 4 ganz schlechte oder niedrige Trümpfe habe, dann sieht es mau aus. Mir geht es partout nicht ums Gewinnen, sondern nur um schöne Spiele.
          Und tschüss!

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