Claras Allerleiweltsgedanken


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Berlin ist auch nur ein Dorf

Dass es mit Handwerkern auch anders geht als im letzten Artikel beschrieben, zeige ich hier.

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Was lange währt, wird manchmal gut …Damit meine ich die Spülmaschine, zumindest ihren Stand.

Bisher bot sich ja immer dieses leicht vorstehende Bild der Maschine, da sie nicht bis hinten an die Wand geschoben werden konnte, weil dort eine Steckdose mit dem Maschinenstecker das verhinderte.

Mir wurde von allen Seiten geraten, diese Steckdose hinter der Maschine entfernen zu lassen, da sich der Stecker erhitzen kann (hatte er bei einer Maschine ja bereits getan) und die Dose in das benachbarte Teil setzen zu lassen, wo sich die Spüle befindet.

Mein Allround-Handwerker, der Maler und nicht Elektriker ist, hatte keine Zeit, gab mir aber die Nummer von einem befreundeten Elektriker.

Ich rief an, unterbreitete ihm die zusätzlichen Installateurarbeiten und bekam für den 14. Juni einen Termin. Zu allem Unglück – wie sich später herausstellte, zum Glück – ist einige Tage davor der Traps undicht geworden. Ich sofort mit diesem Foto auf dem Display in den Baumarkt, um eine neue Garnitur zu kaufen. – Der Baumensch wunderte sich, dass die ganze Sache so lange gehalten hat, denn „ein sehr naher Verwandter von mir“ hat beim Einbau etwas falsch gemacht. Ich sollte das senkrechte Rohr um ca. 12 cm kürzen. Die Begründung habe ich zwar nicht kapiert, aber brav das Kunststoffrohr abgesägt.

Der Elektriker war mir schon deswegen so sympathisch, weil er mich gelobt hat: Ich hatte nämlich alles schon vormontiert mit allen Dichtungen. – Und bei der Spülmaschine hatte ich auch schon die vier Befestigungsschrauben (Innen-Sechsrund Torx) mit meinem „Spezialwerkzeug“ herausgedreht. – Der Elektriker hat ganz lieb und brav alles getauscht, ewig geprüft, ob auch alles dicht ist und jetzt sieht es so aus:

Aber das ist ja nur das Nebenprodukt. Die Maschine sieht jetzt auf ihrem richtigen Standplatz sehr gut aus:

Doch nun endlich zur Überschrift

Einen Tag vor dem Handwerkertermin war im Großelterndienst eine Veranstaltung. Wir tragen immer alle Namensschilder, damit wir uns untereinander besser anreden können. – Schräg gegenüber sitzt eine Frau, die ich schon eeeeeeeeeewig kenne, aber immer nur mit dem Vornamen. Ich lese ihren (sehr ausgefallenen) Familiennamen, gehe zu ihr hin und frage sie, ob sie einen Elektriker Robert … kennt. Sie grinst mich an und meint: „Gerade noch, er ist mein jüngerer Sohn, der sich viel zu selten meldet!“

Wir mussten natürlich herzlich lachen und damit war alles geritzt.

Ich habe selten einen so ehrlichen Handwerker erlebt. Auf der Stundenabrechnung schrieb er „2 Stunden“, die ich ganz, ganz schnell in 2,5 Stunden geändert habe.

Das war nicht etwa (nur) mein gutes Herz, sondern die Freude, dass es endlich erledigt ist.


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wut – wuter – am wutensten!

Vor dem Urlaub vorgepostet. Ich bin zwar schon ein paar Stunden wieder in Berlin, hätte aber weder Zeit noch Lust gehabt, einen Artikel zu schreiben. – Aber ich habe die ca. 300 Fotos in den Computer geladen und sie auf 2/3 reduziert.

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Ich weiß schon noch, dass das eigentlich „wütig – wütiger – am wütigsten“ heißen müsste, aber heute „vergewaltige“ ich mal die Sprache, damit sie besser das ausdrückt, was ich empfinde.

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Story:

Ich möchte aus bestimmten Gründen meine Toilette ein Stück versetzen lassen, um mehr Platz zu gewinnen. Zum Anschauen kommt ein Installateur aus einer unbekannten Firma.

Er schaut sich das an und rät mir ab, da es viel kosten und wenig bringen würde. –
Fazit: Ich schätze ihn für ehrlich und aufrichtig ein.

Im gleichen Atemzug spreche ich den Austausch des Durchlauferhitzers an, der bestimmt schon sehr alt ist und nicht mehr zufriedenstellend arbeitet. Er stimmt zu und meint, in dem Zusammenhang auch gleich die Wannenarmatur mit Schlauch und Brausekopf zu tauschen. Da diese Sachen auch nicht mehr gut waren, stimmte ich zu.

Ich gehe in das Büro der Firma und wir machen Nägel mit Köpfen. Definitiv will ich einen Durchlauferhitzer von der Firma Stiebel Eltron, denn diese Geräte „stürmen alle ersten Plätze in den Charts.“ – Der Installateur geht zu seinem Computer, sucht ein wenig, murmelt was von „diesen hier“ und druckt dann letztendlich das Angebot aus.

Als ich den Ausdruck vom Kostenvoranschlag zur Unterschrift bekomme, schluckte ich schon ein wenig über die Preise, sowohl vom Durchlauferhitzer als auch von der Mischbatterie. Ich nahm natürlich an, dass er einen sehr hochwertigen aus der Stiebel-Eltron-Serie ausgesucht hat und bei der Mischbatterie + Zubehör auch nur die wertvollste einbaut.

Dabei übersah ich völlig, dass weder eine Firma noch ein genauer Produktname auf dem Angebot = Rechnung ausgedruckt war. – Zu diesem Zeitpunkt an „Betrug“ zu denken, war ich so weit weg wie der Mond von der Erde. Jetzt im Nachhinein kommt es mir vor, als wenn auf einer Rechnung steht:

Sie haben einen Kühlschrank oder eine Waschmaschine oder einen Geschirrspüler oder einen Fotoapparat gekauft – aber wir verraten es niemand, was für eine 🙂 😉 (Jetzt inzwischen kann ich über den geschäftstüchtigsten Installateur aller Zeiten schon wieder lachen. Ich habe extra alles ausgedruckt, damit ihr seht, dass es nicht unbedingt um Peanuts geht für diese geringfügige Arbeit)

So, und jetzt begann ich zu sparen, um das Geld dann nach dem Einbau beisammen zu haben. Schaffe ich das nicht, dann zahlt der Wohnungseigentümer eben den Rest (oder alles).

Am 10. April früh 8:00 Uhr war der Einbautermin.

Es klingelt und der Installateur mit einem Azubi steht vor der Tür mit einem Kasten in den Händen. Mein erster Satz:

Das ist kein Stiebel Eltron (es war ein Vaillant der billigsten Art) – den will ich nicht!

Und jetzt kam folgende Erwiderung:

Frau Himmelhoch, das ist der Mercedes unter den Durchlauferhitzern, etwas Besseres können Sie kaum bekommen.

Ratter, ratter, ratter geht es in meinem Kopf. – Am Nachmittag wollte ein Student alle ausgebauten Teile abholen kommen, ich hatte sie über eBay-Kleinanzeigen angeboten. Ich wollte ihn nicht noch einmal vertrösten. -Und dann meine Erfahrung mit diesem Monteur – ich hatte ihn doch als (bedingungslos) ehrlich eingeschätzt. Wenn er den Vaillant so gut einschätzt, dann muss es doch stimmen. Und dann die Hoffnung, dass dadurch die Rechnung billiger werden wird, weil der Vaillant ja preiswerter ist.

Also glaubte ich ihm und ließ den Einbau vornehmen.

Alle Recherchen habe ich erst danach gemacht.

Preisvergleich zu dem in der Rechnung mit ca. 450,00 € angesetzten Durchlauferhitzer:

Qualitätsvergleich:

Natürlich widme ich dann auch der Mischbatterie mit Zubehör und finde sie für 95,00 € – definitiv genau meine, nur die Halterung konnte er sich noch sparen und dafür 220,00 € einstreichen.

Wo ist bloß das ehrliche Handwerk geblieben?

So sieht jetzt mein Durchlauferhitzer aus – und ich muss ehrlich zugeben, dass es viel besser ist als vorher.

Einen Vorteil hat er vielleicht gegenüber dem „Standard-Stiebel-Eltron“: Ich kann die Temperatur stufenlos einstellen. Der Stiebel hat 3 vorgegebene Stufen: 35° zum Duschen 45° für Badewanne und 60° für richtig heißes Wasser. – Damit rede ich ihn mir schön.

Natürlich habe ich gegen die Rechnung opponiert , und zwar sogar heftig. Ich habe mir sogar noch 15,00 € ans Bein gebunden und war bei der Verbraucherzentrale – ohne Erfolg für mich.

Ich habe drei Fehler gemacht:

  1. Ich habe dem Monteur geglaubt und ihm vertraut
  2. Ich habe das Angebot unterschrieben, ohne darauf zu bestehen, dass eine Firmenbezeichnung und ein Typname ausgewiesen sein muss
  3. Ich habe das Gerät einbauen lassen, obwohl ich gesehen habe, dass es kein STIEBEL-ELTRON ist

Und jetzt bin ich hoffentlich wieder ein bisschen schlauer. Vielleicht hätte ich alles im Baumarkt kaufen sollen und von deren Handwerkern einbauen lassen. – Da hätte mir ein Klempner den Buckel runter rutschen können.

Das Datum auf der Rechnung ist falsch, denn sie hat wochenlang in seinem Büro gelegen und nicht in meinem Briefkasten.

Ich habe lange überlegt, ob ich ihn beglückwünschen soll, dass er gegen eine alte Dame gewonnen hat – habe es dann aber gelassen. Stattdessen werde ich ihm eine Kopie dieses Artikels zukommen lassen.

 

 

 

 


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Diese Schuhe im Sand …

… laufen gerade am Strand …

Tja wenn ich Glück habe, laufen diese Schuhe – hoffentlich MIT Clara drin – gerade durch den Ostseesand. Wo genau, kann ich euch nicht sagen. Ich sehe nur, dass Sie gegen Wind, Sonne und Sand zu kämpfen haben – schadet ihnen gar nichts, sie hätten ja zu Haus bleiben können.

Leider mussten es neue lila Latschen sein, denn die alten machten es nicht mehr, auch wenn sie noch so schön lila lachen.

Und mit diesen Latschen ging es schon gleich gar nicht, die konnten sie nie entscheiden, ob sie vor oder zurück gehen wollten, einen kurzen oder einen langen Weg – die sind ganz schön schmollend zu Haus im Schuhschrank geblieben.


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Ich war schon lang nicht in (New York) …

… meinem Lieblingsgarten.

Und da ich jetzt für ganz kurze Zeit in Hamburg  oder in Lübeck, auf Helgoland oder am Timmendorfer Strand in Gärten oder auf Strände gucken kann, musste ich ganz schnell noch mal in „meinen Garten“. Ganz schnell ist wörtlich zu nehmen, denn ab 16.00 Uhr mussten Normalbesucher den Park verlassen, denn

Große Ereignisse Konzerte werfen ihre Schatten Töne voraus.

Dass so viele Stühle standen, konnte ich verstehen – doch warum sind immer so viele Lautsprecher? Wollen die Musiker und Zuhörer alle nach Jahren genau so schlecht hören wie ich? Das können sie gern von mir bekommen, also ihre Ohren mit meinen tauschen 🙂

Dass so viele Toiletten die stationären ergänzen, wird bestimmt hauptsächlich die Frauen freuen – und dass so viele Papierkörbe stehen, freut hoffentlich die Umwelt.

Kein Parkbesuch ohne Fotos von „meiner Brücke“!

Und keine Pflanzen ohne lila:

Bougainvillea finde ich sehr schön, nur die Schreibweise nicht – Drillingsblume ist viel einfacher

Aber eigentlich und uneigentlich ist jetzt Rosenzeit – nur ist es deutlich zu sehen, dass es viel zu trocken und viel zu heiß ist. – Trotzdem gibt es jetzt Rosenfotos.

Doch die anderen schönen Pflanzen will ich nicht vernachlässigen

Was habe ich denn noch für euch? Zwei Seerosenteppiche habe ich noch:

Und da grasten ganz viele Erpel – warum sich die Entendamen so separat aufhielten, kann ich euch nicht sagen.

Ob diese beiden Herren jemand zum Skat oder zum Trinken suchen?

Sie sprachen eine Gruppe an – doch die waren vollkommen desinteressiert und zeigten ihnen nur ihren Allerwertesten.

Und das war es schon. Heute mal umgekehrt wie sonst: Wenig Worte, viele Fotos.