Claras Allerleiweltsgedanken

Baltikum 2

20 Kommentare

3. Tag – 21.5.

Um 6.00 Uhr früh habe ich bei Fb geschrieben:

Ich grüble darüber nach, ob man hier in Litauen wunderbar ein Remake von dem Film „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ drehen könnte.
Ca 80% aller Dächer sind irgendwie mit Metall gedeckt. Manche sehen aus, wie das primitive DDR-Wellasbest. Bei anderen ist es etwas vornehmer und bei manchen sieht es fast aus wie Schindeln, aber eben aus Metall. Ich konnte noch nicht googeln und ermitteln, warum das so ist. Vielleicht klärt ihr mich auf.
Jetzt geht es in aller Herrgottsfrühe zum Frühstück.

***********

Heute gibt es bei der Berichterstattung nur einen realen Tag, weil ich so viele Fotos habe.

Wir fuhren in den Kurort Nida mit dem Thomas-Mann-Haus.

Das Naturschutzgebiet Kurische Nehrung erreicht man, wenn man mit der Autofähre übersetzt.

Dort auf der Nehrung sind Europas höchste Sanddünen,

endlos scheinende Strände, weite Buchten und romantische Fischerdörfer, außerdem ganz, ganz viele geschnitzte Kunstwerke. Ich habe schon unendliche viele Fotos gelöscht oder weggelassen. Interessanter Weise blieben 13 Fotos übrig – 13 eine meiner Lieblingszahlen. Ich fand nicht alle schön oder hübsch – aber die Holzbildhauer habe ich bewundert, die diese Skulpturen geschaffen haben.

Diese Holzplastiken haben wir auf einem Spaziergang über den sogenannten Hexenweg fotografiert. Der ging bergauf-bergab, treppauf-treppab und hat mich noch in den nächsten beiden Tagen mit Wadenmuskelkater begleitet.

Am Ende fotografierte ich das und das:

Leider hatte ich nicht genügend Muße, um mich auf der Schaukel zu erholen.

Im Ort gab es dann noch folgende Fotos: Das Haus in lila natürlich gleich zu Beginn, meine Hand im Ewigkeitsformat gleich danach und diese hübschen „Wind- und Himmelszeichen“ als letztes Foto.

Nachdem wir die Kurische Nehrung verlassen hatten, gab es eine Stadtbesichtigung zu Fuß in Klaipeda = Memel und erst danach fuhren wir zurück zu unserem Hotel  „Palanga Alanga“ in Klaipeda und schliefen dort die zweite Nacht.

Auf dem Platz vom ersten Foto steht die Figur von „Ännchen von Tharau“, die von dem deutschen Dichter Simon Dach so verehrt wurde. (Hoffentlich erzähle ich jetzt keinen Mist, aber der Gesang der Gruppe dieses Liedes hat mir die letzten Verstandeszellen aus dem Kopf gesungen.)

Der Begriff „Memel“ ist mir dunkel aus einer Nationalhymne bekannt, die ich zum Glück nicht mehr singen musste.

Die Sache mit dem Mann auf dem Dachfirst wurde von der jungen Stadtführerin genau erklärt, doch von mir weniger verstanden. Lustig fand ich es schon. –

In Klaipeda liegt das Geld auf der Straße – doch leider ist es dort im Laufe der Jahre festgeklebt – vielleicht, weil es keiner aufgehoben hat 🙂

Damit Geländer und Zäune nicht herhalten müssen, hat ein Künstler extra für die „Liebesschlösser“ einen Kugelbaum geschaffen.

 

Für meinen Enkel habe ich ein Klavier oder besser einen Flügel gefunden. Ist ihm das Klavierspielen zu anstrengend, kann er ja auf Schach umsteigen, was er wohl auch gut beherrscht.

Ein Schiff unter Segeln wurde mit viel Aufwand wiederhergestellt und gehört jetzt zu den Wahrzeichen der Stadt

Die Stadtführerin war jung – nach meiner Schätzung Anfang bis Mitte Zwanzig. Ihre Kleidung war so, wie sie in Deutschland kaum jemand in dieser Altersgruppe tragen würde – sehr konservativ.

Die Bronzefiguren waren typische Glücksbringer – bilden die Leute sich ein. Wie diese hässliche Katze mit einem (vielleicht) Politikergesicht Glück bringen soll, ist mir rätselhaft – alles kann der Schwanz auch nicht rausreißen. – Und eine Maus könnte für mich nieniemalsnicht Glücksbringer sein.

 

 

 

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

20 Kommentare zu “Baltikum 2

  1. Der Kluge baut vor und stellt sich seine Arche rechtzeitig in den Garten … 🙂

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  2. Die Schaukel ist das Beste – und das modischrussische Kleid der Führerin, interessant alles, bis auf die Gesänge. Konnten die alle das Lied? Memel, ein größerer Fluss?

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    • Wenn du dich mal 3:50 Minuten „gut unterhalten“ willst, dann rufst du das hier auf:

      Nein, natürlich kannte kaum jemand den Text, was kaum jemanden gehindert hat, laut und falsch zu singen.
      Ich habe bis 2000 auf der Verlängerung der Simon-Dach-Straße gewohnt, deswegen hat es mich überhaupt ein wenig interessiert.
      Memel = Fluss = Jein
      in den großdeutschen Gedanken waren ja die Reichsgrenzen von der Etsch bis an die Memel und von der Maas bis zum Belt gespannt – und hier ist die Memel der Fluss.
      Aber der deutsche Name von Klaipeda war oder ist eben auch Memel gewesen.
      Das Kleid fand ich so ungewöhnlich – ich kenne vielleicht kaum noch jemand in dieser Altersklasse – aber ich kann mir auch keine vorstellen, die es auf der Straße tragen würde.

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  3. Liebe Clara!

    Eure Reise sieht sehr schön abwechslungsreich aus. Wirklich ärgerlich, dass Du sie nicht richtig genießen konntest. Aber vielleicht kannst Du das ein ganz klein wenig mit Blick auf die schönen Bilder zu Hause nachholen. Da kann man dann auch entspannt die Füße hochlegen wie auf der tollen Schaukel.
    So eine Figur auf dem Dachfirst fände ich auch lustig. Muss natürlich gut gegen Wind und Wetter gewappnet sein.
    Die Katze sieht wie zusammengestückelt aus. Verschiedene Materialien auf jeden Fall. Die Maus gefällt mir da bedeutend besser … ist klar, Mauswohn 🙂
    Ich hoffe, Du hast Dich mittlerweile einigermaßen von den Reisestrapazen erholt und kannst ein gemütliches Sommerwochenende genießen.

    Ganz liebe Grüße
    Mallybeau

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  4. Ein schöner Bericht mit guten Bildern. Liebe Clara, ich habe den Bericht genossen, zumal es diesmal keinerlei Beschwerden oder Beanstandungen von dir gab 🙂

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    • Ich hatte immer gehofft, dass meine Beschwerden und Beanstandungen nur MICH betreffen und belasten. Ich schreibe sie ja hauptsächlich aus Erinnerungsgründen auf, denn sonst hätte ich nächste Woche – oder übernächste – schon fast alles wieder vergessen und würde in die nächste Reisebürobusfalle mit 55 Leuten tappen.
      Bei der Gruppe habe ich oft festgestellt, dass ich ANDERE Sachen als die anderen fotografiere – z.B. dieses Gesicht von der Katze.

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  5. Ein schöner Bericht, liebe Clara. Ich hab das gern gelesen.
    Meine Reise nach Litauen vor vielen Jahren war so ganz anders. Ich hatte ein Visum für Vilnius und in eine andere Stadt fahren zu können, musste ich vor Ort beantragen. Das dauerte und dauerte.
    Ich würde zu gerne wissen, wie es den litauischen Freunden von damals ergangen ist über die Jahre. Leider habe ich keinen Kontakt mehr.
    Herzliche Grüße

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    • Halte durch, liebe Gudrun, bei Baltikum 6 wirst du auch Fotos von Vilnius finden – allerdings nicht so wahnsinnig viele, aber bestimmt Sachen, die schon damals standen und an die du dich vielleicht erinnern kannst.
      Du warst doch bestimmt noch zu „russischen Zeiten“ in dem Land? Konntest du denn so gut russisch, dass du dich mit deinen Freunden Freunden verständigen konntest? – Und ich Hirni habe mir mal eingebildet, „Sprachmittler“ zu werden, wie wohl der Beruf des Dolmetschers genannt wurde – dabei bin ich für wenig Sachen unbegabter als für Sprachen – zumindest das verstehende Hören funktioniert und funktionierte noch nie.
      Heute früh hätte ich auch ohne deinen Kommentar an dich gedacht, denn ich habe mein Bett mit allen seinen Kissen bezogen. Und das eine Kissen, das ich mir bei Seitlage immer zwischen die Knie packe, ist ein Schafwollkissen. Schafe = Gudrun denken = selbsterfüllende Prophezeiung.
      Gestern war ich beim dritten (2x Notdienst, einmal Normaldienst) Urologen. Ich muss gegen 11 anrufen, ob aus der angelegten Kultur was gewachsen ist – dann muss ich noch einmal Antis nehmen, um endlich Ruhe zu bekommen.
      Immer wenn ich deine Artikel lese, tut es mir so unendlich Leid, dass die Fortbewegung für dich inzwischen zum Problem geworden ist – und dabei bist du eine gewaltige Summe an Tagen jünger als ich. Toitoitoi.
      Mit „baltischen oder lettischlitauischestnischen“ Grüßen von Clara

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  6. Wieder einmal ein sehr schöner Reisebericht. Gerade die richtige Mischung zwischen Deinen Eindrücken, Fotos und Information. Macht Lust aufs Reisen.

    Liebe Grüße, Werner 🙂

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    • Hallo Werner, reine Faktenberichterstattung ist ja noch nie mein Ding gewesen. Sicher haben 53 Leute im Bus besser verstanden, was da erklärt wurde – und sicher können sich mindestens 50 Leute aus dem Bus das Gehörte besser behalten als ich – aber ich mache dann aus dem Rest ein lustiges Potpourri, bei dem ich mich freue, dass es euch gefällt.
      Du bist mir irgendwie aus dem Focus geraten – soeben habe ich dich mit 50!!!! Artikelchen in meinen Feedreader geladen. Ab jetzt bin ich wieder präsent.
      Deine im Krankenhaus „adoptierte“ Tochter ist ja zumindest auf dem Gravatar ganz dicht an deiner Seite – ich wünsche dir, dass du diese schöne Beziehung voll und ganz in die Realität übernehmen konntest.
      Lieben Gruß von Clara

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  7. Eine „Nationalhymne“ hatte nur die DDR. Auf Anfrage Adenauers an Heuss hat dieser zugesagt, eben die 3. Strophe offiziell zu singen. Wenn Staatsgäste kamen. Zur Kontrolle oder so. 1952. Weizsäcker und Kohl schunkelten dann mit, aber dokumentarisch belegt und festgelegt ist die nicht. Özil (der Fußballer) weiß das wohl. Und wo es keine gibt, kann auch kein Teil verboten sein. Aber das nur nebenbei, ähm… womöglich wollen die Litauer mit den Blechdächern auch angeben. Also SS- Veteranen. Hab ja mal durch meinen emsigen Schriftführer bis in den Bundestag ermitteln lassen: der SS- Bande wurde nie die Rente gekürzt. (DasDaggiDing berichtete, weiß aber nicht, wo:-)) Aber nicht nur im Baltikum. Gut, die haben ja sonst nix… digital schon. Belgien erlässt jetzt ein Gesetz, das der BRD untersagen soll, noch Gelder an Kolloborateure zu überweisen, NL will das auch. Balten nicht. Nazis bezahlen, aber bei Entschädigungen alle Sender warmlaufen lassen. Und sich über Österreich lächerlich machen. Großmaul D. War für die Welt nur erträglich, als es Stücker 2 Deutschland gab.

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    • Daggi, wie so oft, bin ich verwirrt:
      Natürlich habe ich gleich nach dem Begriff „Nationalhymne“ gegoogelt. Die von Deutschland ist hier:
      https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=nationalhymne
      Ob das alles gelernte DDR-Bürger waren, die nach Nationalhymnen anderer Länder fragten.
      Wiki hat sogar eine spezielle Liste von Nationalhymnen:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Nationalhymnen
      Soviel zu deinem ersten Satz.
      Die Reiseführerin in Estland habe ich auch nach den Metalldächern gefragt, weil ich mich sprachlich besonders gut mit ihr austauschen konnte. Sie meinte, das wären lediglich finanzielle Gründe – es gibt im Land keine Dachziegelfabriken und Metall wäre weitaus preiswerter. – Jetzt gebe ich mich damit zufrieden.
      Dass ehemalige SS-Angehörige keine Einbußen hinnehmen mussten, kann ich mir sehr gut vorstellen. Auch die DDR war nie und nimmer richtig entnazifiziert.

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    • Voller Freude habe ich mir gerade bei Wiki die polnische vorspielen lassen, denn das ist die einzige ausländische, die komplett immer noch auswendig kann. 4 Jahre Polnischuntericht haben das geschafft.

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