Claras Allerleiweltsgedanken

Es werden immer mehr Fotos – Reise 7

26 Kommentare

… die Texte immer kürzer und die Ereignisse immer spektakulärer

Tagesplan: Goris – Chndzoresk – Tatev – Jerewan

Heute gab es eine große Enttäuschung für mich – aber auch ein riesiges Schulterklopfen – unbemerkt und nur von mir selbst.

In allen Prospekten, die ich hatte und was ich auch im Netz gelesen hatte, stand zu lesen:

1. Am Morgen fahren Sie nach Chndzoresk, einem Höhlendorf mit alten Siedlungen.
2. Hier allerdings stand (im Kleingedruckten): Besichtigung eines Höhlendorfs wetterbedingt und von einer Plattform aus)
3. … wir besichtigen das Höhlendorf … Hier gibt es viele Höhlen und Felsformationen, die bis zur Mitte des 20. Jhd noch bewohnt waren.

Kurz und gut, das Höhlendorf haben wir nur fotografisch besucht. Entweder hat der Reiseveranstalter die Tage zu voll gepackt, so dass Nelly den Zeitplan nicht einhalten konnte; oder Nelly hat zu viel gewusst und zu viel erzählt; oder es haben nicht alle Teilnehmer der Gruppe die Empfehlung der Veranstalter ernst genommen, wirklich gut zu Fuß zu sein. Verletzungsbedingt, altersbedingt (mit 84 ist man nicht mehr so flott) oder mit einer schweren Körperbehinderung an beiden Beinen geht alles sehr langsam.

Zuerst ein Foto aus dem Bus. Ihr könnt mir glauben, bei den sehr, sehr engen Straßen und den sehr, sehr tiefen Schluchten am Wegrand, an dem sich KEINERLEI Sicherheitsplanke befand, war mir nicht immer wohl.

Und jetzt Höhlendorf-Galerie – und heute gibt es Sony-Fotos. Coca Cola muss sich überall breit machen. – Ich hoffe, ihr könnt die Höhlen auf den Fotos erkennen – und wenn nicht, ist es auch kein Beinbruch. – Auf die gelungenen supergezoomten Fotos bin ich natürlich stolz, dass sie ohne Stativ nicht verwackelt sind – aber das ist noch nicht der Schulterklopfer 🙂 – Über diese Brücke hätte ich auch gern gehen wollen – eine Hängebrücke – denn nur über die gelangt man ins Höhlendorf. Vielleicht passiert über diese Brücke schon eine natürliche Auslese – nicht durch Absturz, sondern wegen der Angst vor Hängebrücken.

Tja, und dann ging es weiter – und dann kam es, das Schulterklopfereignis. Die Pendelbahn hat eine Länge von 5.750 Meter, nach meinem Gefühl viel zu wenig Stützpfeiler, 2 gegenläufige Kabinen, die jeweils 30 Passagiere fassen, eine schwindelerregende Aussicht und das Kloster Tatev als Ziel.

Als meine Kinder noch ziemlich klein waren, musste mein Mann mit ihnen allein auf einen tschechischen Berg schweben, denn mich hätte nichts in der Welt dazu bringen können, in diese Gondel einzusteigen oder auf Rügen im Ort Granitz die gusseiserne, durchbrochene Wendeltreppe zu erklettern. – Doch im Laufe der Jahre habe ich diese extreme Höhenangst verloren – jetzt habe ich mich sogar gefreut, dass ich einen Außenstehplatz an der Scheibe hatte. Unsere „Extremdränglerin“ hatte natürlich in Fahrtrichtung einen der besten Plätze – sowohl aufwärts als auch abwärts. Gut und bestens zu Fuß, hatte sie die Nase IMMER vorn.

Die auf den Karten aufgedruckte Zeit muss genau eingehalten werden. Eine komplette Fahrt kostet ca. 14,00 € – für so viel Angst ist das ein sehr billiger Preis.

Das Ziel der Pendelbahnfahrt ist natürlich ein Kloster, und zwar das Kloster Tatev. – Vielleicht hatten die Reiseberichtsersteller auch keine Lust mehr, denn zu dem Kloster gibt es nichts zu lesen.

Vielleicht könnt ihr das, was auf dem Aufsteller des ersten Fotos steht, gut lesen – denn viel mehr weiß ich auch nicht. – Solch alte Bausubstanz muss natürlich gehegt und gepflegt werden. Da die Klöster aber keinen Eintritt einnehmen, muss das Geld aus dem Staatssäckel kommen – und das ist in Armenien nicht so reichlich gefüllt.

Da ja dort nicht der Katholizismus unserer Breitengrade gepflegt wird, sehen die Priester natürlich anders aus als in unseren Kirchen. Er hat dazu aufgerufen, sich den Segen von ihm geben zu lassen – und hier auf dem letzten Foto machen das der Reiseleiter und eine Mitreisende.

Nach der gut überstandenen Rückfahrt

gab es „Den Lohn der Angst“ – zum Glück nicht als Film mit Yves Montand, sondern als wie immer prächtiges Mittagessen. Ich zeige euch nur einen Teil der Vorspeisen und das Dessert. – Für die Natur gab es das Dessert „Regen“ – für uns die ersten Tropfen in dieser Woche.

Danach fuhren wir zu einer Weinprobe. Es hat sich ja sicher schon herumgesprochenlesen, dass Wein nicht so mein Getränk ist und offensichtlich von meinem Reisebegleiter auch nicht; denn als er seinen Rüssel in das Rotweinglas gesteckt hatte, fiel er gleich volltrunken hinter die Gläser.

Es ist kein Wunder, dass er nach diesem Alkoholrausch Monsterbären (fast 1 m groß) und „Gruselflaschen“ in Regalen eines Supermarktes entdeckte. – Kann man das Kreuz und den Gekreuzigten sogar für solche hässlichen Flaschen missbrauchen?

Das waren für diesen Tag genügend Ereignisse, Fotos, Worte, „Witze“. – Bis bald mal wieder – in zwei Tagen!

 

 

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

26 Kommentare zu “Es werden immer mehr Fotos – Reise 7

  1. Bei den ersten Namen dachte ich, nun ja, östlich, aber wo in aller Welt… ach, Eriwan! Und schon ist alles klar, der berühmteste Radiosender der WElt, den kann ich wohl verorten! Also das höchste (Grenz-) Gebirge Europas, höher als die Alpengipfel, die Gegen, in der man vor nicht eben langer Zeit nochmal eine Urmenschenart gefunden hat, wo der Thur lebt, wohin ein junger Kollege, der auch Schietouren geht (das war aber, glaub ich, Georgien) eben dazu hinfuhr, wo der Zünsler die Buchsbaumwälder rodet… das muß faszinierend sein! Ja, und auch eine Gegend, in die das Christentum recht frühl vorgedrungen ist. Wir vergessen hier gern, dass nicht nur die evangelischen Abspaltungen, sondern auch die würdige alte katholische Kirche bei weitem nicht die ältesten Kirchen sind.

    Zwergelefanten freilich gehören nach Malta und nicht dorthin, kleine blaue sind aber gute (jedenfalls bessere als der bekannte rosarote, der seinerseits wieder keine Probleme selbst mit schwerem WEin hätte!) Reisebegleiter. Trotzdem – auf solchen Touren wünscht man sich doch leichtes, kompaktes Gepäck, er wird wohl eher nicht tragen helfen!

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    • Hallo Petra, wie schön, dass jemand hier einen Kommentar schreibt, der bzw. die sonst nicht hier zu den Stammlesern zählt. Und dann noch gleich mit so viel geballtem Wissen – hat mich gefreut.
      Mit Witzen vom Sender Jerewan hat uns der Reiseleiter, der immer dort vor Ort ist, jeden Tag bei der Busfahrt erfreut. Offensichtlich werden die immer noch neu produziert.
      Vom Kaukasus mit dem traumhaften Ararat habe ich ja gewusst, doch nach der Urmenschenart muss ich mal googeln. Das, was ich fand, ist schon etwas länger her.
      Dass Armenien seit 301 den christlichen Glauben hat, haben wir immer wieder zu hören bekommen. Die Bevölkerung ist auch offensichtlich sehr gläubig. Dazu schrieb ich weiter vorn, denn der Reisebericht geht ja schon ein paar Beiträge lang.
      Mein blauer Elefant gehörte einfach als mein Begleiter zu mir – da lasse ich nicht daran rütteln. – Da ich mein Gepäck immer im Hotel lassen konnte, musste Clarofant nicht beim Schleppen helfen.
      Mit Gruß von Clara

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      • Denisova – Mensch. Und dass andere Weltgegenden seit sehr viel längerer Zeit christianisiert sind, als unser Mitteleuropa, das sollte man sich immer mal wieder in Erinnerung führen. Meine ältere Tochter hat übrigens immer eine Stoff – kartoffel dabei, die war auch schon da, wo sie herkommt (Maccu Picchu oder wie man das jetzt gleich wieder schreibt). Grüßle zruck, P.

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  2. Sehr vernünftig, keine Elefanten in die Gondel zu lassen … 😉

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  3. Aha: zwischen 1373 und 1435 war Tatev die GRÖSsTE Universität (Armeniens). Wow. Und heute…?
    Oh, die Bilder. Was soll ich schon sagen mit offen stehenden Chorgestühl, baff des Staunens angesichts dieser Gegend da und dann gleich so viel davon. Und überall Byzanthinisch Anmutendes, olle Gemäuer, ein Land für Bergfeen oder so…
    Danke wieder…
    Und liebe Grüße ins dicke B.
    von Amélie

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    • Liebe, liebe Fee, ich bin so unheimlich glücklich, dass ich so fachkundiges Lesepublikum habe, die so viel mehr wissen als ich. Wie schön, dass ich dich zum Staunen bringe – aber es gab da unterwegs wirklich viel zum Staunen. Ich allerdings habe mehr über schwingende Hängebrücken, hängende Seilbahngondeln und schöne Aussichten gestaunt. Die Klöster waren nicht so 100%ig meins, was aber auch nicht so schlimm ist.
      Wäre mal lieber die Bergfee gefahren und hätte dann hier anmutig über alles Sehenswerte berichtet. Vielleicht wäre es nicht so lustig geworden, denn ich habe ein loseres „Maul“ als du.
      Ganz lieben Gruß von mir

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  4. War da ein Strommastendesignerspezialwettbewerb?

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  5. Liebe Clara!

    Das war wirklich ein ereignisreicher Tag!
    Die Höhlen bzw. die Eingänge sehen toll aus. Ich denke auch, dass die Hängebrücke schon ganz automatisch den größten Besucheransturm reduziert. Ich frage mich, ob ich mich über solch eine Brücke gewagt hätte. Ich weiß gar nicht genau, ob ich Höhenangst habe 🙂
    Hut ab, dass Du Dich überwunden und in die Gondel gestiegen bist. Hierfür bekommst Du sicher auch noch den weltbekannten Daggitäschtler 🙂
    Wenn man das Schild nicht ließt, könnte man meinen, dass auch Elefanten mitfahren dürfen. Und Du hattest ja sogar einen dabei 🙂
    Die Aussicht ist jedenfalls spektakulär und auch das Kloster sieht schön natürlich aus. Aber Du sagtest ja, dass Du für uns immer die Touristen schön von den Fotos ausgespart hast.
    Der liebe Elefant hat ganz Recht. Mit Alkohol ist nicht zu spaßen. Da soll er lieber süßen Traubensaft schlürfen und die großen Teddybären bewundern. Die großen Flaschen sind echt der Hammer. Ist an Scheußlichkeit ja kaum zu überbieten 🙂
    Deine Berichterstattung war mal wieder allererste Sahne. Todesmutig, lustig und informativ!

    Mit Vorfreude warte ich auf die nächsten Bilder in zwei Tagen. Bis dahin
    Liebe Grüße 🙂
    Mallybeau

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    • Da du ja nicht „meine“ bist, schreibe ich nur: „Liebe, liebe Mallybeau,
      zum wiederholten Male muss ich die Honig ums Mäulchen schmieren, denn wenn ich nicht deine wunderbaren Kommentare hier lesen könnte, würde die Berichterstattung zwar genau so stattfinden, wie sie ist – aber sie würde nur halb so viel Spaß machen.
      Nun zu deinem „schrecklichen GIF“ – watt’n Glück, dass sich diese fiese Nummer unsere Seilbahn nicht hat einfallen lassen, sondern streng ihre einmal eingeschlagene Richtung beibehalten wird. Weißt du zufällig, wo diese Seilbahn fährt?
      Meine Höhenangst, die sich natürlich bei solchen Sachen früher ausgewirkt hat, ist wirklich vorbei – wahörscheinlich nach dem Motto: „Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“. Lieber in dem schwarzen Kasten: „Plötzlich und unerwartet …“ als „Nach langer schwerer Krankheit, mit gar keiner Geduld ertragen …“
      Bei der Hängebrücke war ich wieder mal so glücklich über den 30fachen Zoom, denn die war wirklich sehr weit weg. Ich glaube, nicht allein die Höhe war der einzige angstmachende Faktor, sondern das Schwanken. Ich konnte es nur sehen, nicht spüren.
      Die Originalfotos in Buch und Ordner haben viel mehr Menschen drauf, aber ich habe sie mit dem Fotoprogramm oft wegschneiden können.
      In zwei Tagen kommen 4 kurze Videos. Die wirklich allerletzten Reisefotos kommen in vier Tagen – und dann ist Armenien auch schon wieder Geschichte.
      Die großen Bären ließe ich mir ja auch noch gefallen – aber diese abartig hässlichen Flaschen – ob die wirklich jemand kauft? – Sicher, denn sonst ständen sie nicht dort.
      Ich habe jetzt ein Strommessgerät an der Steckerleiste, wo Computer, Bildschirm und Drucker hängen. Ich hätte mehr erwartet, der Verbrauch liegt so bei 70 Watt – das macht mich also nicht vollkommen arm.
      So, jetzt kümmere ich mich weiter um das Leben-ohne-PC.
      Lieben Gruß von Clara

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