Claras Allerleiweltsgedanken


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Kriminalfall im Hause Himmelhoch

Langjährige LeserInnen können sich bestimmt noch an diese Fotos erinnern:

Die Frau des Hauses ist für eine geringfügige Affinität zu der Farbe Lila bekannt. Als ein Discounter vor ca. 2 Jahren Toilettenpapier in dieser zarten Farbe anbot, konnte sie sich nicht zurückhalten und kaufte 3 Pakete.

Der Unterschied zu heute ist der, dass damals der Verkäufer glücklich war über diesen Umsatz und keiner der Kunden auch nur im entferntesten an Hamsterkäufe gedacht hat.

Würde sie das momentan machen, käme sie vor den Richter wegen Hamsterei und würde mit einer Quarantänestrafe nicht unter einem Jahr belegt, eventuell auf Bewährung.

Vielleicht könnte ich beim Richter um mildernde Umstände bitten, indem ich ihm meine Sparsamkeit mit anderen, eben so stark gefragten  Ressourcen wie Papierhandtücher vor Augen führe. Damit mein Papierabfallbehälter nicht täglich gefüllt ist, zerschneide ich die Blätter in Teile, da man ja nach jedem Schnäuzen ein neues „Taschentuch“ nehmen soll. Das finde ich Verschwendung – deswegen nehme ich kleinere Stücke – die reichen vollkommen aus.

Heutzutage ist es ja schon so, dass eine einzelne Toilettenrolle im Fonds eines Autos als „Wertgegenstand“ bezeichnet wird, den man nicht unbeaufsichtigt liegen lassen soll. Es könnten Langfinger kommen und die kostbare Fracht von dannen tragen.

Zum Abschluss noch eine ganz andere Frage: Wie lange wird das Virus noch als „neuartiger“ Coronavirus benannt werden? Muss erst ein Impfstoff gefunden sein, bis es nicht mehr „neuartig“ ist.

Das fällt mir nur so besonders auf, weil ich mal in einer Arbeitsstelle länger als ein Jahr von meiner Kollegin immer als „Und das ist unsere neue Kollegin, Frau Himmelhoch“ vorgestellt wurde. Irgendwann hat es mir dann gereicht und ich war eingegliedert.


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Es hat nicht sollen sein …

dass ich euch aktuelle FFs = Frühlingsblumen-Fotos aus dem Britzer Garten zeige

Und warum nicht? Ich bin immer noch durch den Wind, die ganze Situation geht mir viel mehr an die Nieren, als ich es je vor zwei Wochen gedacht hätte. Da ja im Grunde genommen die Erkrankungszahlen in Berlin immer noch relativ niedrig sind, hätte ich diese drastischen Maßnahmen, die jetzt getroffen wurden, nie und niemals nicht erwartet.

Und jetzt zu den Fotos, die hier nicht antanzen. Ich war Kopf lüften, Herz an den Frühlingsblühern erfreuen und fast 10.000 Schritte für die Gesundheit im Britzer Garten laufen. Als Eintrittsentgelt habe ich mir wieder eine Jahreskarte gekauft. Wenn ich in den nächsten Wochen schon keine Sozialkontakte haben soll, dann kann ich wenigstens Kontakte zu Bäumen, Sträuchern, Blumen, Eseln, Schafen und Ziegen haben – besser als gar nichts. Ich werde schnell noch Zickisch lernen, da kann ich mich wenigstens mit den Tieren unterhalten.

Die ganze Strecke bis zum Britzer Garten zu Fuß zu gehen, ist mir zu weit. Das Fahrrad ist noch eingemottet und wegen meiner häufigen „Schwindeleien“ nicht günstig, also fuhr ich doch mit dem Bus, obwohl man Verkehrsmittel möglichst meiden soll. In allen Bussen sind die Vordertüren gesperrt und es gibt keinerlei Zugang mehr zum Fahrer, also kann man auch nicht bezahlen. Ich habe eine Jahreskarte, aber die Schwarzfahrerzahlen werden sprunghaft ansteigen und den Erkrankungszahlen Konkurrenz machen. Aber darauf kommt es bei dem ganzen Wirtschaftschaos jetzt auch nicht mehr an.

Ich war kaum drin im Garten, da wurde ich förmlich von Blumenwiesen überschwemmt. Am deutlichsten drängte sich die Gelb-Fraktion in den Vordergrund. Büschelweise gepflanzte und wunderbar in der Sonne blühende Krokusse konkurrierten mit Osterglocken, die sich stolz in die Höhe erhoben und etwas hochnäsig auf die kleinen Krokusse hinabblickten.

Und ich wechselte mich in meinen Fotografenstellungen ab: Gestreckt von oben die ganze Wiese, etwas gebückt eine zusammenhängende Kolonie auf dem Display jongliert und dann knieend oder fast liegend die Soloaufnahmen von besonders schönen Exemplaren. Manchmal hatte ich schon Sorge, ich komme nicht unbeschadet wieder nach oben.

Doch dann sah ich von weitem eine lila Wiese – und da hättet ihr mich mal sehen sollen, wie schnell ich auf und bei der Wiese war. So viele und so viele wundervolle Krokusse – es war eine einzige Augenweide.l Und obwohl ich auf meiner Festplatte bestimmt nicht wenige Krokusfotos habe, konnte ich mich fotografierend nicht zurückhalten.

Im Laufe der ausgedehnten Parkwanderung kamen noch einige sehr schöne Fotos dazu.

Und dann war ich zu Haus. Ich schloss den Fotoapparat an den Computer an und wollte ihn erst ein wenig aufladen. – Doch dann kam vieles nicht so Schönes dazwischen. Unter anderem schrieb ich meine Reisestornierung für die Fahrt nach Italien an das Reiseunternehmen. Ich hoffe, dass ich es genügend gut mit einem Paragraphen aus dem BGB (höhere Gewalt) begründet habe, der eine kostenlose Stornierung erlaubt. Doch 400,00 € haben sie ja schon von mir – das war die Anzahlung, die ich schon voriges Jahr im Mai bezahlt habe. Ich glaube kaum, dass ich davon etwas zurück bekomme.

Die Zeit wurde später und später und ich lud die Fotos nicht mehr auf den Computer. Das allein wäre ja noch nicht schlimm – aber dann löschte ich die Originale auf der Speicherkarte des Fotoapparates. Wahrscheinlich habe ich mit dem Kopf die eine Sache gedacht und mit den Händen die andere (falsche) gemacht.

Jetzt habe ich mir einfach ein paar Fotos aus vergangenen Jahren geholt, denn ganz ohne wollte ich diesen Beitrag nicht schreiben.

Die nächsten Tage werden bestimmt nicht die besten in meinem/deinem/unserem Leben, aber sie gehen vorbei und dann läuft irgendwann alles wieder normal.

 


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Clara piep einmal –

anstelle des Kinderspiels „Hänschen piep einmal!“

Ein ganz klein wenig habe ich mich in den letzten Tagen rar gemacht – im Normalfall schreibe ich ja jeden zweiten Tag einen Post, doch mir war wirklich nicht danach. Doch da heute ein Freitag, der 13. ist, sage ich einfach mal „piep“

Ganz am Anfang eine Frage als Minirätsel, die ich am Ende auflösen werde. (Von einem Kalenderblatt abgekupfert)

Es gibt zwei Wörter, die dir im Leben viele Türen öffnen werden.
(Welche zwei Wörter sind das?)

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Nun zum Tagesgeschehen. Es gibt ja wohl kaum noch eine öffentliche Verlautbarung, in der nicht das Wort Coronavirus oder der wissenschaftliche Name dafür vorkommt. Ich bezeichne ihn für mich als „Herr Corona“ und habe ihm auch ein Gesicht gegeben: Hässlich, gierig, zähnefletschend.

Ich kann leider nicht ganz verleugnen, dass so ein kleines bisschen Angst bei mir Platz genommen hat, denn nicht nur altersmäßig zähle ich zu der Risikogruppe – nein, auch mein hoher (zwar behandelter) Blutdruck zählt wohl auch als Vorerkrankung.

Und deswegen habe ich mich jetzt natürlich vorbereitet auf den Besuch von „Herrn Corona“. Ich bin zu diesem Kundenparkplatz gelaufen und habe alle drei Dienstleistungen in Anspruch genommen, um erstens hübsch auszusehen, zweitens scharf gucken zu können und drittens mit großen Ohren auf alles zu lauschen, was Herr Corona mir zu sagen hat.

So weit, so gut erst einmal – Aber wenn mich Herr Virus mit ins Krankenhaus nehmen wollte, müsste ich ihn doch durch schicke Unterwäsche beeindrucken und von seinen eigentlichen Zielen ablenken. Oder nicht? Vielleicht denkt er auf dem ersten Foto, dieses bauchfreie Girl sei ich. Leider nein – und jetzt habe ich auch erst einmal den Besuch des Fitnessstudios gestoppt, weil es mir dort zu infektiös vorkam. Bin ich so lange Jahre ohne so eine Einrichtung ausgekommen, geht das jetzt auch noch ein halbes Jahr ohne.

Das zweite Foto ist etwas farbaufgebessert, denn ganz so violett = purple = lila sind sie nicht, die drei Popoverhüller.

Wenn ich plane, dann plane ich richtig, auch wenn ich nicht denke, dass es so weit kommt. Der Herr Corona gefällt mir ja partout nicht – und das merkt man mir auch an. Deswegen wird er mich so schnell wie möglich wieder loswerden wollen. Dafür gibt es ja zwei Möglichkeiten: den letalen Ausgang und den un-letalen. Für den ersten Weg hat schon Herr Johann Sebastian Bach für mich die Musik geschrieben: Ein Himmelfahrts-Oratorium, passender kann es nicht sein.

In der zweiten Zeile scheint mir ein Fehler zu sein. Meinten die eigentlich: „Lobet Gott mit seinen Reichen“ – denn die Kirche gehört ja nicht zu den Ärmsten dieser Erde.

Noch etwas fällt mir mit dem ganzen Coronaschlamassel ein. Könnt ihr euch erinnern, dass viele von uns gesagt haben, dass 2020 sicher besser werden wird als 2019 – besonders bei mir gab es ja viele Probleme im letzten Quartal.

Wenn 2020 das noch schaffen will, besser zu werden, darf es sich solche Kapriolen wie Epidemie oder Pandemie aber nicht leisten, denn diese beiden Erscheinungen haben mehr als genug unangenehme Folgeerscheinungen.

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So, und jetzt die Auflösung von der Eingangsfrage:

Es gibt zwei Wörter, die dir im Leben viele Türen öffnen werden:
ziehen und drücken.


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„Wir treffen uns in der Zukunft“

Unsere gesellschaftliche und auch unsere private Zukunft ist relativ ungewiss – ein paar Sachen kann man ahnen, kann man planen, kann man hoffen – doch was dann wirklich Realität wird, ist erst klar, wenn die Zukunft Gegenwart ist.

In Berlin gibt es seit einiger Zeit ein Zukunftsmuseum – das Futurium. Da haben sich Wissenschaftler, Politiker und Handwerker Gedanken darüber gemacht, wie die Menschheit in einigen Jahrzehnten leben wird – wenn sie nicht so unklug ist, sich durch ihre eigene Dummheit auszulöschen.

 

Im Programm war ein Treffpunkt ausgemacht, aber der wurde von einigen missverstanden. Wo hättet ihr euch denn eingefunden?

Schon von außen kann man dieses Riesenmodell sehen, dessen Aufbau wohl Präzisionsarbeit war. Es besteht aus 2000 Teilen in 11 verschiedener Gestaltung.

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Ist Frau Clara jetzt meschugge oder was?

… oder nur zerstreut? Oder doch schon dement?

Vornweg sei gesagt, dass ich mir das Wort „meschugge“ von einem Bloger aus Thüringen ausgeliehen habe. Ich kannte es aus meiner Görlitzer und Dresdener Zeit, aber seit 50 Jahren sind Leute aus meiner Umgebung bekloppt, bescheuert, haben einen Vogel oder an der Waffel, sind aber auch zur Abwechslung mal dämlich bis doof. – Natürlich habe ich bei Wiki nachgesehen, was es denn bedeutet. – Als ich las, dass es ursprünglich aus dem Jiddischen kommt, war ich schon mal beruhigt.

Als ich weiter las, musste ich zur Kenntnis nehmen, dass es sich sehr wohl in Berlin durchgesetzt hatte – aber offensichtlich vor meiner Zeit. Dort steht: „Der macht mir janz meschugge mit sein Jequatsche“

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So, und ich will euch nicht meschugge machen mit meinem Gequatsche, sondern löse die Titelzeile auf.

Es ist Dienstagabend. Ich sitze im Bus und simse einer Freundin: „Ich fahre jetzt zum Doppelkopf.“ Da sie meinen Kalender besser als ich kennt, kommt drei Minuten später ihre Antwort: „Heute ist doch Dienstag, du fährst doch sonst immer am Donnerstag zum Spielen“ – Ich war ihr sehr dankbar und fuhr von der nächsten Haltestelle sofort wieder nach Haus.

Kann ja mal passieren – nur dürfte so etwas oder ähnliches nicht so oft wie bei mir passieren.

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Auch ich muss meinen Senf zu den Hamsterkäufen dazu geben. Das meiste verstehe ich nämlich nicht. Dass man Flüssigseife, feste Seife und Desinfektionsmittel kauft oder klaut, ist ja schon schlimm genug, aber was will eine ganz normale dreiköpfige Familie mit 3 Packungen = 30 Rollen Toilettenpapier? Verwechseln die Leute den Virus??? Denken die, wir stehen vor einer großen Norovirusepedemie, die den Darm befällt.- Ob die Verkaufskräfte das Nutella absichtlich daneben gestellt haben, damit die Leute denken sollen, damit können sie ihrer Diarrhö  entgegen futtern?

Nein, Leute, der momentane Virus befällt die Lunge – und die kann man nicht in Toilettenpapier einwickeln, damit sie wieder gesund wird.  – Aber langsam bin ich der Auffassung, dass die Angst vor Corona das Gehirn befällt.

Also, die am meisten gekauften Sachen sind: Klopapier, Nudeln und Desinfektionslösung. – „Der Postillon“ (satirische Website) war so freundlich, und hat 10 Rezepte mit genau diesen Zutaten ins Netz gestellt. Zwei davon will ich euch aufschreiben:

Nudeln mit Klopapiersoße
Nudeln kochen. Währenddessen Klopapier in Wasser einweichen, bis es eine zähflüssige Masse ergibt und erhitzen. Bei Bedarf abschließend mit Desinfektionsmittel abschmecken und über die Nudeln gießen.

Nudelauflauf mit Klopapiergratin
Nudeln al dente vorkochen. Schichtweise in eine mit Desinfektionsmittel bestrichene Auflaufform geben. Zwischen die Schichten Klopapier auslegen. Oben mit Klopapier-Rollen-Karton garnieren. 30 Minuten bei 150 Grad im vorgeheizten Ofen backen.

Stellt euch mal vor, wie sich die Menge der Leute benehmen würden, wenn tatsächlich eine ernsthafte Gefahr im Anmarsch ist. Krieg, Überschwemmungen oder andere Katastrophen. Ich mag es mir nicht ausmalen.

Wahrscheinlich ist dann Begrenzung oder Rationierung das einzige Mittel, um Sachen gleichmäßig unter die Leute zu bringen. Dann darf man eben keine 3 Packungen Klopapier und 6 Packungen Küchentücher mitnehmen, sondern von jeder Sorte nur eine.

Dass ich so unsanft in DDR-Zeiten zurück versetzt werde, hätte ich auch nicht gedacht.