Claras Allerleiweltsgedanken

2012 – Der Brunnenabrutscher

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Eines Tages traf es sich, dass die drei Knaben schulfrei hatten, weil eine Gasexplosion die Schule stark in Mitleidenschaft gezogen hatte. Alle Eltern waren heilfroh und dankten dem Schicksal oder Gott, dass diese Explosion am späten Abend stattgefunden hatte, so dass niemand verletzt wurde.

Die drei beschlossen, einen Ausflug in die Innenstadt zu machen. Kurz vor dem Losfahren rief Anna an und erzählte, dass sie sich langweile, weil sie wegen einer in ihrer Schule grassierenden Epidemie nicht zum Unterricht durfte. Anno sprach kurz mit den beiden Kumpeln, pries Anna in den höchsten Tönen, bis diese mürrisch zustimmten: „Da soll die Schnecke schon mitkommen!“ Irgendwie nahmen die beiden Jungen die „Viererbande“ nicht so richtig ernst. … Von wegen „Schnecke“, haha, als Anna auftauchte, rissen sich die beiden abwechselnd darum, neben ihr zu gehen, sich mit ihr zu unterhalten. Jeder (Früh-)Pubertätsforscher hätte seine helle Freude an dem Verhalten der drei „Kontrahenten“ gehabt, denn jeder von ihnen wollte am dichtesten bei Anna sein.

Plötzlich kamen sie an einem Spielbrunnen vorbei. Er hieß natürlich anders, aber sie nannten ihn so.

Kay und Anno dachten sich ein Wettklettern aus – wahrscheinlich wollten sie beide der jungen Dame imponieren. Felix musste sich bei Kletterspielchen zurückhalten – vor allem bei solchen, die nicht ganz ungefährlich waren – damit er nicht den Zorn seines Vaters hervorrief.

Der Brunnen hatte mehrere solcher Skulpturengruppen, alle waren nass und glitschig und es war auch schon ganz schön kalt, denn es war Anfang Oktober. Anna und Felix wollten die beiden zurückhalten, aber die zogen sich schon bis auf die Unterbuxe aus. Anno wollte nicht immer nur klug und gut und klein sein – er wollte eben auch mal waghalsig über die Stränge schlagen. Er fühlte sich so stark, so 13jährig verwegen und er wollte eben auch mal den besten Klassensportler besiegen.

Die Wette ging folgendermaßen: Wer zuerst nacheinander auf allen obersten Brunnenfigurköpfen gesessen hat, ist Sieger. Anna und Felix waren Schiedsrichter. Anna passte bei Kay und Felix bei Anno auf, das alles mit rechten Dingen zuging.

Anno hatte sogar einen Vorsprung rausgearbeitet, weil er kleiner und leichter war, konnte er besser klettern. Und – bis zur letzten Figur ging alles gut.

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

11 Kommentare zu “2012 – Der Brunnenabrutscher

  1. Ein kleiner, guter Roman! Aufdeckend und wahrhaftig! (Du hast eindeutig kein Kätzchenbriefpapier im Haus, bist eher eine, die kein Blatt vor den Mund nimmt!) Gut so, liebe Clara!

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  2. Liebe CC,
    Ich bekomme Deine Beiträge nicht mehr im Feeder meiner App angezeigt, WP spinnt vermutlich grad mal wieder, darum surfe ich über Umwege zu Dir.
    Annos und Annas Geschichte liest sich spannend und zeigt aber auch Ernstes auf.
    Ich bleib gerne dran und grüße aus dem kleinen B.,
    Amélie

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    • Hallo, liebe Amélie, danke für den Hinweis, aber da werde ich kaum etwas dagegen machen können. Am schnellsten geht es über Gugel oder andere Suchmaschine mit „Clara Himmelhoch“ – da bist du dann sofort richtig.
      Das kann aber auch an deinem ganz persölichen WP liegen, denn wenn ich bei dir kommentiere, bekomme ich die Antwort auch nicht angezeigt – ich muss immer noch einmal auf deinen Blog gehen und nachsehen, ob du geantwortet hast.
      Da aber wenige Likes da sind, muss er wohl angezeigt werden. Ich kann da nicht selbst nachsehen.
      Kinder zu schlagen bis hin zur Misshandlung – das war mir schon immer ein ganz, ganz wichtiges Thema. Wäre mir als Erzieher in der KITA oder als Lehrerin in der Schule so etwas aufgefallen, ich hätte Himmel und Hölle in Bewegung versetzt.
      Einen schönen Resttag wünsche ich dir

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      • Liebe CC,
        Bin ja jetzt zu Dir hingegugelt, weil ich Deinen Beitrag auf FB sah und in WP nicht.
        Da Dir Worte wichtiger als Mögesternchen sind, schreibe ich lieber und mein Account ist ja der einer Fee, hm, vielleicht müsste ich ihn mal entwichteln oder die Wörter entlüften, ich habe wieder mal keine Ahnung und davon ganz viel, ich Techniktrotteline…
        Und ich finde gut, wie Du schreiberisch das sensible Thema Kindesmisshandlung zur Sprache bringst.
        Der Abend klingt langsam aus und ich muss den geklappten Flieder nochmal hämmern.
        Einen entspannten Abend wünsche ich Dir,
        Liebe Grüße,
        Amélie

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        • Aber wenn du mich doch bei Facebook siehst, brauchst du doch nur dort drauf zu klicken und dann bist Du gleich im richtigen Artikel auf meinem Blog. Dann brauchst du gar nicht über Google zu gehen. Wir kriegen das schon noch hin und tschüss

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        • Ich habe nachgesehen, er ist im WP-Reader aufgelistet. Dann muss das entweder eine Störung sein oder eine, die nur bei dir vorliegt.

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          • Der Reader in der App zickt manchmal und macht rätselhafte Sachen – zum Beispiel mir Beiträge von blogs, denen ich folge, nicht anzuzeigen, ich erlebe das nicht zum ersten Mal. Wenn es mir zu doof wird, muss ich die App neu starten und wenn das auch nicht funzt; das Ding löschen und neu installieren.
            Manchmal erledigen sich Sachen auch von selbst und wenn ich länger nichts von Dir lese, komme ich angegugelt.

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          • Ich bin ja ein absoluter Plan Mensch und ganz leicht zu durchschauen. Ich blogge alle zwei Tage immer zur gleichen Zeit. Darauf kann man sich verlassen wie auf das Amen in der Kirche

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          • Liebe Clara,
            Sie sind sogar zuverlässiger als das Amen in der Kirche, denn das fällt schon mal aus – wegen Corona.
            Gruß Heinrich

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          • Ach lieber Heinrich, sie müssen doch mein alter ego sein. Denn ich weiß ja, dass ich zuverlässiger bin als das Amen in der Kirche. Aber ich wollte damit doch nicht so angeben.
            Bald müsste ich jetzt singen: “ müde bin ich geh zur Ruh, schließe meine Äuglein zu …“ aber dieses Singen habe ich schon vor ein paar Jahren eingestellt. Gute Nacht, lieber Heinrich

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