Claras Allerleiweltsgedanken

2062 – Tausend-Taler-Wiese

4 Kommentare

Die einen heiraten, die anderen wollen Eltern werden. – Endlich sollte die kirchliche Trauung von Felicitas mit ihrem Maximilian stattfinden – vorher hatten sie kein Geld, um mit all den Gästen zu feiern, die sie gern bei sich haben wollten. Die Finanzspritze von Oma Claudia wurde auch in das Hochzeitssparsäckel gepackt und dann war es so weit.

Bei der Trauung in der Hofkirche passierte ein kleines Malheur. Cora war mit ihren 4 Jahren schon ein kluges Kind, das nie schlafen wollte, weil es immer noch Lust auf eine neue Geschichte hatte. Vor der Hochzeit war Cora ganz besonders aufgeregt und konnte überhaupt nicht einschlafen.

Als der Pfarrer eine viel zu lange Predigt vortrug, saß sie bei ihrer Oma Anna auf dem Schoß, Plötzlich gab es ein ziemlich lautes Poltern: Das Kind war eingeschlafen und mit Getöse unter die Bank gerutscht – was zum Glück ohne Verletzungen abging.

Es wurde auf einem Landgut am Stadtrand von Dresden gefeiert. Die Unterbringung war sehr  rustikal, aber das störte die gute Stimmung auf keinen Fall. – Das Brautpaar wunderte sich, warum nicht ein einziger Gast, kein Pärchen irgendein Geschenk überreichte. Sie dachten heimlich: „Auch gut, da müssen wir nicht so vieles entsorgen, was uns nicht gefällt.“

Da das Wetter sonnig, warm und prächtig war, stand ein Spaziergang zu einer Blumenwiese auf dem Programm. Dass sich diese Wiese als die 1000-Taler-Wiese entpuppen sollte, bekamen Feli und Max erst mit, als sie fast mit der Nase darauf gestoßen wurden, dass sich in den Blumen Geld versteckt hat. Die Verstecker hatten die Münzen ganz genau registriert und gezählt, damit nicht die Hälfte des Geldes auf der Wiese bleibt. – Das Brautpaar war froh, dass Cora mitsuchen durfte, denn die Kleine war am erfolgreichsten, da sie ihre Augen am dichtesten über dem Boden hat.

Als die beiden fertig waren – fertig im doppelten Sinn – zählen sie das Geld und kommen genau auf 1000,00 Euro

Als dann die Familie am Abend nach der Feier noch ein wenig beieinander sitzt, steht Benno plötzlich auf, bekommt (fast) einen roten Kopf und meint: „Katharina wird Mama, ich werde Papa und wir werden Eltern – und Bonnox bekommt jemand, der ihn am Schwanz zieht.“ Sofort wird nachgefragt: „DER ihn am Schwanz zieht, wird es denn ein Junge? Wann kommt das Kind denn?“ – Diese beiden waren nicht so standhaft und ließen es sich sagen, dass es ein Junge werden wird. Als Termin ist Ende Januar anvisiert. Sofort sagt Feli, die Mathematikerin: „Dann kommt er ja genau 63 Jahre nach seinem Opa Anno zur Welt – da müssen wir ihm auch einen Wegweiser schenken – einfach aus Tradition – denn der von Anno hatte viele, viele Jahre überlebt, bevor er total verrostet in der Schrottsammlung landete.

 

2063 – Und wieder ein Wegweiser

Die Familie war in der Spur, in der Suchspur, um einen würdigen Wegweisernachfolger zu finden für das Kind, dessen Name bisher noch nicht bekannt gegeben wurde. Das Vorbild wurde gefunden, fotografiert und in einer guten Tischlerwerkstatt nachgebaut. Natürlich waren alle so klug, die Entfernungen neu zu berechnen – nämlich von dem Hof in Brandenburg aus gesehen, auf dem Benno und Katharina immer noch lebten.

Sie suchten sich auch andere Orte aus, denn was soll der kleine Erdenbürger in seinen ersten Lebensjahren mit der Antarktis oder Nowosibirsk anfangen?– Das wäre wirklich zu kalt für ihn.

Benno und Katharina hatten lange über den Namen für ihren Sohn nachgedacht – nicht nur nachgedacht, sondern auch heftig diskutiert, zum Teil auch gestritten. Katharina wollte mit dieser „dämlichen“ C-Tradition“ brechen, denn es war schon auffällig, dass in dieser Familie + Erweiterung einige Anfangsbuchstaben häufiger vertreten waren als andere. Sie machte sich die Mühe und suchte mal alle Namen zusammen.

3 x A bei Anna, Anno und Stute Ada
3 x B bei Benno, Bob (Sohn von Kay und Sandra) und Hund Bonnox
3 x C bei Claudia, Cora, Constantin
2 x F bei Felicitas, Felix
1 x J bei Johannis
2 x K bei Katharina und Kay
1 x L bei Louise (Tochter von Kay und Sandra)
1 x M bei Maximilian
1 x S bei Sandra (Frau von Kay)

Zuerst sollte der Sohn Clemens heißen, denn Benno hätte eine ABC-Familie aus Ada, Benno-Bonnox und Clemens lustig gefunden, sah dann aber ein, dass sich dann Katharina ausgeschlossen fühlen musste.

So wie Felicitas mit dem C von Cora der Uroma Claudia eine Freude machen wollte, machten sie es jetzt mit dem Uropa Johannis, der diese Freude aber nur noch von oben verfolgen konnte.

Namensbücher wurden gewälzt. Der Trend der englischen oder amerikanischen Namen wie Jack, Jeffrey, Jonny (Übersetzung von Johannes)  oder Jason war schon lange vorbei – die Deutschen sprachen wieder deutsch. Biblisch wie Jakob oder Jeremias wollten sie auch nicht, der einfache Johann war ihnen zu altmodisch.

Und plötzlich hatten sie es und waren beide auf Anhieb einverstanden. Ihr Sohn wird Jannis heißen, die neugriechische Form von Johannes. Kaum war der Name ausdiskutiert, war er auch schon da, der kleine Jannis Domini – kräftig, prächtig und ganz gesund.

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

4 Kommentare zu “2062 – Tausend-Taler-Wiese

  1. Liebe CC,
    Hoffentlich konntest Du das Pfingstwetter genießen. Mein Tag war total lebendig und arbeitsreich. Im Rückblick erschrecke ich oft – wie viel Zeit von meinem Leben bereits vergangen ist…und dann erscheint sie mir schnell vergangen…kennst Du das? Was ist ein Jahr? Letztes Jahr ist mir noch nah. Und dieses Jahr alles anders. Dann ist wieder Anpassen angesagt. Sich neu zu erfinden, jeden Tag, das ist die Kunst dabei.
    Und Freundinnen sind dufte.
    Viel Gute Laune wünsche ich Dir,
    Herzlich
    Amélie

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    • Ich antworte dir jetzt wieder sprechend ins Telefon. Für die Fehler ist dann also das Telefon zuständig. Ich faule Socke war doch nicht draußen, sondern bin lesend und hörend auf dem Balkon geblieben. Und dabei habe ich eine Vorahnung auf diesen Sommer bekommen. Es war über 40° heiß und ich musste mich mit Sonnencreme einschmieren. Das ist ja noch nicht so schlimm, aber es war ziemlich starker Westwind, so dass ich Angst um meine Markise hatte und sie nicht unten gelassen habe. Es war fast nicht auszuhalten. Wenn das den ganzen Sommer so geht, wandere ich nach Island aus. Und jetzt will ich noch ein wenig lesen. Tschüss

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  2. Liebe CC,

    Ohne Metalldetektor oder Saugroboter tausend Talerstücke von einer Wiese zu klauben, klingt wie Beschäftigungstherapie für Brautpaare zwischen Trauung und Hochzeitsnacht. Hier wird nicht getanzt, sondern gesucht. Für die Hochzeit einer Arbeitskollegin klaute ich mal in einer Nacht- und Nebelaktion eine wilde Kirsche aus dem Wald und spickte sie mit Geldschmetterlingen. Das ist jetzt schon so lange her, dass es mir wie ein ganz anderes Leben erscheint.
    Tod und Geburt und dazwischen ein schnelles Dahinwischen – Leben.

    Liebe Grüße und frohe Pfingsten

    Amélie

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    • Nein, meine liebe Amélie, um nichts in der Welt sollte es eine Beschäftigungstherapie für das Brautpaar werden. Ich habe meine „Erfüllungsgehilfen“, die mir beim Erstellen der Fotos und dem Vorbereiten der Blumenwiese geholfen haben, inständig gebeten, die „Taler“ oder besser die Euromünzen so gut sichtbar anzubringen, dass es keine Schwierigkeit bereitet, sie zu finden. Wie sie es geschafft haben, diese fast unlösbare Aufgabe zu lösen, weiß ich nicht, aber Felicitas, Maximilian und Cora waren nach ca. 30 Minuten fertig. Der Zwischensammler des Geldes zählte ja ganz genau mit – und als 1000,00 € erreicht war, blies er die Suchaktion ab. – Na, jetzt zufrieden? – Im Organisieren von Festen war ich immer einigermaßen gut, zumindest habe ich den 80. und den 90. Geburtstag meiner Mutter recht liebevoll, mit vielen Gästen und mit schönen Überraschungen für sie durchgeführt. Meine runden (60. und 70.) verliefen nur so, wie ich es gemacht habe, „Fremdeinwirkungen“ waren keine zu bemerken.
      Du: „Tod und Geburt und dazwischen ein schnelles Dahinwischen – Leben.“ – Dieses dazwischen kann aber oft doch sehr lang und vor allem anstrengend und einsam sein – aber Frau hat zum Glück Freundinnen.
      Nach dem Essen werde ich rausgehen. Ursprünglich wollte ich mit dem Rad fahren – aber mir kommt trotz Brille ständig Dreck in die Augen. Und da man sich ja mit diesen Fingern nicht ins Gesicht, geschweige denn in die Augen fassen soll, werde ich doch maskiert Bus fahren.
      Liebe Grüße zu dir von CC

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