Claras Allerleiweltsgedanken

RB 6 – Kunst in teils fragwürdiger Art –

28 Kommentare

… weil irgendwie an das dritte Reich erinnernd

Wir sind und bleiben heute im realen Leben beim 15. August. Laut Prospekt war ja ein Besuch des Schlossplatzes  angekündigt – dort wollte ich mich ja als „kleine Königin“ fühlen. Leider musste ich dieses „Event“ ca. 500 m weiter im Bus stattfinden lassen. An wem es gelegen hat – ob am nicht vorhandenen Navi des Busfahrers oder der fehlenden Lust des Stadtführers – wir bekamen das Schloss gerade mal so von der Seite her zu sehen. Ärgerlich!

Insgesamt war die Stadtführung mit 4 Stunden angesetzt – doch von der eigentlichen Innenstadt haben wir so gut wie NICHTS gesehen, zumindest all die Highlights nicht, die der Reiseführer nennt.

Dieses Foto entstand, als wir neben der Oper waren. Der Stadtführer hatte was von einem „Eisberg“ gesagt, was ich aber als „Eisbär“ verstand und mich sehr wunderte, wie in Norwegen die Eisbären aussehen – nämlich so. Der pfiffig kalte Wind ließ mich dann doch eher an einen Eisberg glauben.

Was ich noch fotografiert habe, ist das Rathaus, denn dann war es das schon mit den Osloer Fotoobjekten. Ein ganz klein wenig musste ich wegen des komplizierten runden Gebildes an Prag denken.

Und dann wurden wir auch schon in den Bus verfrachtet, um zum Vigelandskulpturenpark zu fahren. Dort werden 212 Stein- und Bronzeskulpturen gezeigt, die von dem norwegischen Bildhauer Gustav Vigeland (*1869 – 1943)

in den Jahren 1923 bis 1942 geschaffen wurden. Es ist der größte Skulpturenpark der Welt, der von einem einzigen Bildhauer erarbeitet  wurde – aber wie ich auf einer Seite lesen konnte, hatte er viele Helfer. Er hat die Figuren in Lehm erschaffen und die Helfer mussten sich die Staublunge beim Bearbeiten des Steins holen.

Ganz besonders hervorgehoben unter allen Skulpturen wird der Monolith – er besteht aus über 200 Figuren, die sich um die Säule ranken, wiegt natürlich viele Tonnen und stellt die menschliche Entwicklung vom Embryo bis zum Greis dar.

 

Der kleine trotzige Knabe, der symbolisch mit dem Fuß aufstampft, um seinen Willen zu bekommen, ist weiterhin sehr bekannt.

Bevor ich euch die große Galerie mit Fotos zeige, picke ich mir einzelne heraus, wo ich mir so meinen Teil gedacht habe?

Mutter und trotziger Sohn? – Ältere Frau und junger Liebhaber?

Der Gesundheitsminister und sein Partner, die sich wegen des Kaufs der 4-Millionenvilla in Berlin in die Haare bekommen

Lesbische Liebe ganz offen gezeigt? In dieser Zeit?

Liebesyoga

Sind Kinder so wenig wert, dass man sie einfach so durch die Gegend kicken darf?

„Der Sexring“ – „Ring mit Sex“ – „Der Swingerringclub“

Wem das nicht zu anstrengend wäre, der sage ganz laut „ICH!“

Gewalt in der Partnerschaft – und der Mann ist der stärkere, der prügelt

Diese „Reitpferdskulptur“ finde ich gut.

Und jetzt die Galerie:

Sollte noch jemand Lust haben, hier ist noch ein Video aus dem Netz:

Genug für heute, es waren mehr als genug Fotos.

 

 

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

28 Kommentare zu “RB 6 – Kunst in teils fragwürdiger Art –

  1. Ich find’s auch bisl befremdlich, dass die alle nackt sind. Nicht, weil ich prüde bin, aber das Spielen mit Kindern stellt eher eine Alltagssituation da und in Alltagssituationen bin ich – außer beim Duschen – eher selten nackt 😀

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  2. Mir musst du nicht helfen, ich brauche das nicht, ich bin trainiert genug.😂🤣😃

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  3. Also jedenfalls sind die Blumen schön! 🙂

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  4. Liebe Clara,
    Während in Rom, wo es warm ist, die Skulpturen fast immer – wenn auch – spärlich bekleidet sind, sind sie in Oslo, wo es deutlich kälter ist, ziemlich nackt.
    Ich kann es mir nur so erklären, dass der Skandinavier nicht als Warmduscher gelten möchte beziehungsweise das Herausmeißeln von zusätzlichen Klamotten ein Vermögen gekostet hätte… 😉
    Liebe Grüße
    Herr Ösi

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    • Herr Ösi, aus den wenigen verstandenen Aufklärungsworten über Norwegen konnte ich entnehmen, dass die Norweger nicht prüde sind, vor ihren Fenstern – so wie ich auch – fast nie Gardinen, Vorhänge oder Rollos haben und wenn, dann nur gegen Sonne oder Kälte. Also warum sollten die dann ihren Skulpturen Klamotten anziehen, die sich mit Hammer und Meißel so schlecht schneidern lassen. – Sie sehen also, ich sehe das genau so.
      Belustigte Grüße schickt Clara

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  5. Liebe CC,
    Aus dem huldvollen Winken am Claratag vorm Osloer Schloß wurde leider nix. So Schade, weil Du Dich auf diesen speziellen Moment an diesem Tag so gefreut hattest. Banausin, die ich sein kann, kannte ich Gustav Vigeland nicht und er wirkte in einer düsteren Zeit. Die Skulpturen sind beeindruckend und irgendwie sind sie auch unheimlich, diese teils ineinander verschlungenen und verknäuelten Körper. Diesen Park würde ich gerne einmal besuchen, doch nachts hätte ich Traumarbeit um die Körper zu entwirren. Besonders der Obelisk trieb mir bei näherer Betrachtung Gänsehäute die Wirbelsäule rauf und wieder runter….ein Schaudern, weil ich an andere furchtbarste Schreckbilder dabei denken muss, die ich recherchierte für ein Geschichtsreferat in der Achten.
    Diese beiden Frauen…hm…findest Du die schon lesbisch wirkend? Kannst mal sehen, für mich sind die nur zärtlich miteinander wie Frauen eben so sein können, wenn sie sich sehr mögen.
    Danke für die Eindrücke, ich schau jetzt noch das Vigelandbildungsfilmchen an.
    Liebe Grüße
    Amélie

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    • Liebe Amélie, ich hatte mich nicht nur darauf gefreut, ich hatte fast die ganze Reiseanmeldung auf dieser Tatsache aufgebaut – ich weiß, dass das idiotisch ist, Altersstarrsinn oder so! Aber gleich bei der Anmeldung rechnete ich aus, dass Oslo und das Schloss am 15. dran sind – und da hob ich das Fingerchen zur Anmeldung.
      Du kannst ganz beruhigt sein – ich kannte Vigeland vorher auch nicht. Am Tag davor im Ekebergpark sagten mir zumindest einige Künstlernamen noch was.
      Mir wurde gesagt, dass Norwegen erst Ende der 30er Jahre mit dem Faschismus zu tun bekam – und da hatte er den größten Teil seiner Skulpturen schon fertig, denn er hat ja nur noch bis 1942 gearbeitet. – Aber ich glaube, er wird mir in Erinnerung bleiben – nur in welcher, ist mir noch nicht so ganz klar.
      Ich ahne, was du mit deiner Recherche für das Geschichtsreferat in der Achten meinst – diese Assoziationen könnten kommen, nur hier sind die Figuren mit mehr Fleisch bepackt und nicht so verhungert dünn.
      Das mit der lesbischen Liebe war ja nur eine Idee, vielleicht, weil sie nackt waren.
      Ich fand das mit dem Gesundheitsminister viel lustiger. – Alte Frau und junger Mann hat mir auch mehr Gedanken gemacht.
      Liebe Grüße zu dir von CC

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  6. Liebe Clara,
    ich habe (obwohl ich zur Zeit nur ein gutes Auge habe) in der Überschrift etwas von Kunst gelesen.
    Da fiel mir ein, dass ich neulich in einem Kunstkatalog folgendes gelesen habe:

    Ich gebe zu, erstens ist das aus dem Zusammenhang gerissen, und zweitens bin ich ein Kunstbanause. Aber ich vermute, Sie waren an so einem Ort, einer indifferenten Randzone der infektiösen Wohlstandskultur, wenn das etwas fragwürdig war?!?
    Wichtig ist, dass Sie gesund und munter zurück sind!
    Gruß Heinrich

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    • Lieber Heinrich, bisher dachte ich immer, dass mein Intellekt zumindest mittelprächtig ausgebildet ist – doch dann las ich den von Ihnen eingeblendeten Text und ???? …. —- verstand nichts. Ich hoffe sehr, dass das jetzt nicht unser gegenseitiges Vertrauensverhältnis beeinträchtigt. – Da die Entstehungszeit dieser kulturell wertvollen Skulpturen noch nicht in die heute so bezeichneten Wohlstandskultur fällt, muss es wohl etwas anderes sein, warum sie nicht meine ungeteilte Liebe anbekamen.
      Ich lese, dass das mit Ihren Augen immer noch ein wenig schwächelt – dass Sie bisher nur ein Auge auf den OP-Tisch gepackt haben. Wenn das aber gut gelungen ist, sollte das für den Haus- und Blogbedarf doch ausreichen, wünsche ich jedenfalls.
      Clara grüßt

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  7. Also mir hätte wie dir auch mehr Oslo gefallen und weniger Park. Aber da ist man dann halt vom Reiseführer bzw. vom Bus abhängig. Sicher gibt es Menschen, die wegen dieser Skulpturen eigens nach Oslo reisen, ich gehöre nicht dazu 🙂

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    • Der Vigelandpark ist wohl so bekannt und berühmt, dass er sicher in das Besichtigungsprogramm gehört. Doch wir hätten es am Vortag anstelle des Ekebergparkes machen können und hätten dann 4 Stunden Zeit gehabt, die Stadt Oslo wirklich kennen zu lernen. Mit meinen äußeren Oper- und Rathauskenntnissen kann ich schlecht behaupten, in Oslo gewesen zu sein.

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  8. Wieso ist Vigeland fragwürdig? Das ist Kunst aus den 1930ern. Die Nazis waren künstlerisch nicht innovativ.
    So insgesamt dürfte dir diese Reise nicht besonders gefallen haben ?

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    • Vigeland hat bis 1942 gearbeitet und ca. 1940 war die Besetzung Norwegens. Das dritte Reich hat in Deutschland jedoch schon 1933 offiziell begonnen. Der norwegische Dichter Knut Hamsun z.B. wurde für seine deutlich zum Ausdruck gebrachte Sympathie für die Deutschen mit so einer hohen Geldstrafe belegt, die seine Existenz kostete.
      Vielleicht hat mich auch nur die Erinnerung an DDR-Monumentalkunst diese Skulpturen nicht so gut finden lassen.
      Und zu deiner letzten Frage: JEIN – für mich ist fast IMMER ein Glas halbleer und nicht halbvoll. Deswegen bin ich vielleicht viel kritischer als andere. Aber wenn mir im Reiseprospekt mehrere Sachen lobend ans Herz gelegt werden, die dann nicht stattfinden, liebe ich das nicht. Da hast du Recht!
      Vielleicht ändert sich dein Eindruck bei den noch folgenden Beiträgen.

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      • Ja, auf den ersten Blick sieht der sozialistische Realismus ähnlich aus, aber auf den zweiten nicht mehr. Vigelands Skulpturen zeigen echte Menschen und keine erstarrten Roboter und er hat auch ganz andere Motive als heldenhafte Arbeiter und Bauern.
        Na, ich bin gespannt auf die weitere Berichterstattung. Meine Highlights in Oslo sind das Munch-Museum, das Museum in dem man die Kon-Tiki sieht und die tolle öffentliche Fähre mit der man zu den Schären-Inseln fahren kann.-

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        • Wir konnten uns ja leider die Highlights nicht aussuchen.
          Vielleicht hätte für mich allein diese Männerskulptur, die vier kleine Kinder durch die Luft schmeißt, ausgereicht für das Wort „fragwürdig“. Auch den prügelnden Mann fand ich bedenklich, auch wenn es das in der Realität natürlich gibt.

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  9. Obwohl keine Moraltante, befremden mich manche dieser Skulpturen. Die Köpfe allein sehen so martialisch aus…
    Über die aus unerfindlichen Gründen ausgefallenen Punkte deiner Reise ist es schade!
    Und noch ein Dankeschön für die wieder interessanten Reportagen!

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    • Sonja, über das Stadtbesichtigungsprogramm in Oslo hätte ich ko…..reihern können. Alle Reiseführer schreiben, dass man die Prachtallee langlaufen muss, die am Schloss endet. Wenige Städte haben noch ein genutztes Schloss – und um das werden wir betrogen. – das mit dem Fühlen als kleine „Geburtstagskönigin“ ist dabei nur zweitrangig – aber eine vernünftige Stadtführung hatte ich schon erwartet. – Der riesige Skulpturenpark von Vigeland gehört wohl dazu, das sagten alle – aber den Park am Vortag hätte man einsparen können – denn die meisten aus der Gruppe waren wohl auch noch nicht in Oslo gewesen.
      Gut, ich hätte am späten Nachmittag in die Innenstadt zum Schloss fahren können – aber allein traue ich mich schlecht.
      Zu den Steinfiguren habe ich auch ein sehr gespaltenes Verständnis.

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  10. Die Figuren in Tätschelnähe brauche ich nicht so dringend.

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  11. Moin Clara. Nun habe ich mir erst einmal in aller Ruhe deine bisherigen 6 Reisebeiträge angesehen. Schön. Bin begeistert. Viele Bilder kommen mir so bekannt vor, besonders die letzten aus dem Vigeland-Park. Das ist ja bald so, als würde ich da noch einmal / wieder durchgehen. Na ja, das wären wir wohl auch, wenn unsere Skandinavien-Reise angegangen wäre.
    Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.
    Habe dich wohl, bleibe gesund & munter, Grüße aus Ostholstein

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    • Moin Sven (dieses Duplikat deswegen, weil mir Moin Clara so gefällt!) – es begeistert nun wiederum mich, dass du begeistert bist – gern geschehen.
      Egal, mit wem ich über Oslo sprach – der Vigelandpark gehört immer und immer zum Programm – er ist ja auch wirklich in seiner Monumentalität beeindruckend. – Wie schön, dass ich dir ein ganz klein wenig deine ausgefallene Reise ersetzen konnte – bis dahin, wo du sie wirklich selbst machen kannst.
      Gesund bleibe ich (hoffentlich), munter bin ich nach 8 Stunden Schlaf und ich grüße dich Südwestberlin

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  12. Ich fand den Vigelandpark sehr beeindruckend. Damals, 1973,habe ich noch nicht fotografiert, so freue ich mich jetzt an deinen Bildern.
    Danke, liebe Clara, guten Morgen. 🌞☕

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    • Liebe Ulli, „beeindruckend“ ist er auf jeden Fall – schon allein deswegen, weil diese Wahnsinnsmenge an Skulpturen alle von einem Künstler erdacht und erschaffen wurden. – Vielleicht habe ich mich durch die Unterhaltung mit einem ehemaligen Familienteil zu sehr beeinflussen lassen. Gestern wiederum hat mir ein Norwegenkenner, der schon mehr als 20x in diesem Land war, versichert, dass Vigeland nichts, aber auch gar nichts mit dem dritten Reich zu tun hatte.
      Keiner von beiden kann seine Meinung beweisen – wichtig ist nur, wie man oder frau selbst diese Kunst einschätzt.
      Einen lieben Montagsmorgengruß schickt dir Clara

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