Claras Allerleiweltsgedanken

Was gut ist gegen Corona –

14 Kommentare

… muss auch gut sein gegen Asbest!

Diese etwas kuriose Überschrift erkläre ich euch später.

Dass die Fassade unseres Hauses und die der beiden Nachbarhäuser momentan saniert wird, hatte ich ja schon erwähnt. Dicke Dämmplatten und feuerfeste Abschnitte zwischen den Etagen sollen die Kälte, aber auch die Hitze schlechter nach innen dringen lassen und im Ernstfall die Ausbreitung eines Feuers über die Etagengrenzen hinaus verhindern.

Dass das mit viel Dreck, aber mit noch viel mehr Lärm verbunden ist, sage ich euch jetzt einfach.

Vor einiger Zeit hatte ich schon mal irgendwo geschrieben, dass ich dem Firmenchef eine Mail geschrieben habe, weil seine Leute Arbeiten mit dem Bohrhammer OHNE Gehörschutz ausführen mussten. Ich habe die Leute vor kurzem gefragt: Sie haben diese schützenden Kopfhörer bekommen.

Für mich würde sich jetzt gleich ein neueres Feld auftun, um wieder etwas für die Gesundheit der ausländischen Bauarbeiter zu tun.

Unter der Flachdachabdeckung aller Häuser ist alles mit Asbest isoliert. Für die Entfernung dieser Platten müssten die Arbeiter mit Spezialmasken und eventuell bei großflächigen Arbeiten (so war es vor 2 Jahren an der Vorderfassade) sogar mit Schutzanzügen ausgerüstet sein.

Die ersten Wochen der normalen Arbeiten ist natürlich kein Bauarbeiter auf die Idee gekommen, mit Maske zu arbeiten – durch die kann man ja keine Zigarette in den Mund stecken.

Und plötzlich haben die zwei Männer, die mit der Asbestentsorgung zu tun haben, eine Maske auf – und darauf bezieht sich meine Überschrift.

Ich habe mit ihnen gesprochen und sie meinten: Kein DEUTSCHER Bauarbeiter würde mit so einer einfachen Stoffmaske arbeiten, aber mit den Ausländern kann man es ja machen. In dem Moment habe ich mich ein wenig für meine Nationalität geschämt.

So, das war jetzt die ernste Seite der Medaille, jetzt kommt die lustigere.

Da ja mein Badezimmerfenster eine Klarglasscheibe hat und ich auch jegliche Gardine verabscheue, wollte ich den Herren Bauarbeitern nicht unbedingt freie Sicht auf meine Badewanne und meine Toilette gewähren und habe einfach ein Handtuch davor gehängt.

Die Gerüstbretter sind nicht genau in unserer Wohnungshöhe, so dass das schon ein gewisser Schutz ist.

Es ist ein Samstag und ich freue mich auf einen geräuscharmen Tag, weil ja heute keine Bauarbeiter auf dem Gerüst rumwuseln. Leicht bekleidet mit der Nachtwäsche „schwebe“ ich ins Bad, um mir Wasser für ein Morgenbad einzulassen. Und da das: Die Knie eines Bauarbeiters drücken fast meine Fensterscheibe raus.

Um euch den Eindruck plastisch vor Augen zu führen, nehme ich das Handtuch weg und fotografiere im Bad und in der Küche.

Die jetzt vor die Scheiben geklebte Folie soll verhindern, dass beim Verputzen die Scheiben zu dreckig werden – aber den Durchblick beeinträchtigen sie nur minimal.

Den Beitrag habe ich gleich am Anfang meiner Pause geschrieben – die Bauarbeiten sind bei allen drei Häusern inzwischen fast abgeschlossen und es sieht wirklich sehr schön aus.

 

 

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

14 Kommentare zu “Was gut ist gegen Corona –

  1. „Was machst du mit dem Knie lieber Hans?“ Gesungen hast du nicht?
    Clara, ich finde es Klasse, dass du dich so für die Jungs einsetzt. Sie würden bestimmt nichts sagen, weil sie Angst um ihren Job haben.
    Zeist du mal die Fassade auf einem Foto?
    Liebe Grüße

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    • Mache ich gern, liebe Gudrun, aber ich habe gedacht, dass es viel schneller gehen würde. Wir hatten so viele Regentage und offensichtlich müssen sie auch noch auf einer anderen Baustelle arbeiten, es ist jedenfalls noch nicht fertig. Es muss noch gestrichen werden und dann natürlich das Gerüst abgebaut. Aber natürlich fotografiere ich dann mein schönes Haus. Das meine musst du nicht zu wörtlich nehmen.
      Ich glaube auch, dass sie sich über diese Anerkennung sehr gefreut haben. Ich glaube nicht, dass das viele Leute aus dem Haus machen.
      Jetzt muss ich mir gleich die Wochenshow9 ansehen, auf die kann ich nicht verzichten. Gute Nacht

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  2. Clara Fall für Clara!

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  3. uih, das nenne ich mal vertraulich nah 🙂

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    • Kann man so sagen – aber gerade zu dem im (immer) grünen Pullover hatte ich den wenigsten Kontakt.

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      • ob er sich vernachlässigt fühlte und deshalb auf Tuchfühlung mit dir ging? 🤪🤔🤣

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        • Annette, das wär’s ja noch, wenn mir die Bauarbeiter hinterher pfeifen – nenene, so weit kommt es schon lange nicht mehr.
          Zwischen 1985 und 2000 wohnte ich im Friedrichshain und ging jeden Morgen flott und adrett im kurzen Rock zur Arbeit. Neben dem Fußweg waren Bauarbeiten. Ein Bauarbeiter wollte eine volle Schubkarre mit Baustoff ein schräges Brett zum LKW hoch fahren, guckte aber auf meine Beine. Plötzlich hörte ich es nur poltern und die Schubkarre lag auf der Wiese. – Pech gehabt, ich habe ihm nicht schippen geholfen. 🙂

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  4. Liebe Clara,
    wie ich sehe bzw. vermute, haben Sie den Bauarbeiter direkt aus Ihrer Küche mit Köstlichkeiten versorgt.
    Wenn er ein wenig schlau ist (wie die Vöglein, die zur Fütterung vorbeikommen) wird er sich noch für ein paar Jahre vor Ihren Fernstern einrichten… 😉
    Gruß
    Herr Ösi

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    • Lieber Herr Ösi, unter meinem heutigen Beitrag sind ja drei Artikel verlinkt, die ich bei der Fassadensanierung der Balkonseite im Jahr 2017 geschrieben habe. Ich bekomme den Eindruck, dass das damals alles viel, viel schlimmer war, denn besonders die Sache mit dem Balkon und vor allem mit der Markise war mehr als schrecklich. Hätte ich damals schon gewusst, dass diese dann später eh defekt wird, hätte ich sie schon damals entsorgt und alles wäre viel, viel leichter gewesen. – Aber leider bin ich eben doch keine Hellseherin, wie mir Mallybeau heute auf Facebook bei einem anderen Beitrag „unterstellt“. Wäre manchmal gar nicht so schlecht, etwas vorherzusehen.
      Dieses Jahr haben die Bauarbeiter nur Kaffee oder Getränke bekommen – eine Versorgung wäre nur über das Badezimmerfenster möglich gewesen – und da transportiere ich selten Essen 🙂
      Ich werde froh sein, wenn die Gerüste wieder abgebaut werden – und meine Etage kommt ja zuerst dran.
      Lieben Gruß

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  5. Dass du bei den Schutzmaßnahmen für die Arbeiter einen gehörigen Anteil hast, das gefällt mir!
    Dass überhaupt noch Asbest irgendwo, wo Menschen wohnen, vorhanden sein darf, wusste ich nicht. Oder ist inzwischen alles entfernt?

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    • Deine Frage in deinem Kommentar zuerst:
      „Asbestprodukte wurden in Deutschland industriell ab den 1950er- bis in die 1990er Jahre in großem Umfang eingesetzt. Die Hochzeit der Asbestanwendungen lag in den 1970er und 1980er Jahren. Aber noch bis in die 1990er Jahre druften fest gebundene Asbestprodukte legal in und an Gebäuden eingesetzt werden.“
      Dieser große Wohnkomplex mit ca. 20 Häusern wurde wohl 1972 endgültig fertig gestellt.
      Die Balkonseiten waren total mit Asbest gedämmt – aber das ist jetzt überall schon längere Zeit beseitigt – das war das Foto mit den Männern im Schutzanzug. – Warum die Eingangsseiten nicht total gedämmt waren, weiß ich nicht – aber hier hatten es die Bauarbeiter nur mit der Dämmung im Dachgeschoss (MEINE WOHNUNG) und direkt unter dem Dach zu tun. Und es wäre die verdammte Pflicht und Schuldigkeit der Bauherren gewesen, den Leuten wenigstens eine anständige Maske zur Verfügung zu stellen.
      Wären es alles deutsche Bauarbeiter, hätte ich mich weniger aufgeregt, denn die haben die Chance, sich selbst zur Wehr zu setzen – obwohl man sicher auch mit denen sehr erpresserisch umgeht.
      Immer wieder bestätigt es sich: Die Welt ist an vielen Stellen nicht richtig gut.

      Gefällt 2 Personen

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