Claras Allerleiweltsgedanken

Weiteres über den BER

19 Kommentare

Da ihr wieder hier seid, habt ihr offensichtlich den ersten Teil der BER-ichterstattung gut verdaut. Vielleicht kommen heute auch mal paar richtig positive Ausblicke auf diesen Flughafen. – Ich las gerade, dass die 3 Terminals für 27 Millionen Passagiere pro Jahr ausgerüstet sind – oder besser, wenigstens auf 26 Millionen warten. Das Terminal 3 ist in Planung, soll bis Ende der 20er Jahre fertig sein (wollen wir Wetten abschließen, wann es fertig ist?) und dann wird Terminal 5 – der alte Schönefelder Flughafen, geschlossen.

Irgendwo stand ein freundlicher Erklärmensch herum, den ich vieles fragen durfte und der über meine Fragen einfach nur geschmunzelt hat. Er sagte mir – und ich denke beinahe, dass ich das falsch verstanden habe – anfangs waren viele Hinweise und Beschriftungen NUR in deutsch angebracht. Kann ich verstehen – schließlich sprechen 83 Millionen der Weltbevölkerung aus Deutschland, viele Millionen aus Österreich und einige 100 000ende aus der Schweiz schließlich deutsch – müssen wir uns um den Rest der Welt kümmern? (Dunkelschwarzer-Humor-Modus wieder aus!)

Ich sprach ja im ersten Teil über Fahrstühle, die man benutzen muss, weil es keine Rolltreppen in Abwärtsrichtung gibt. Pech ist nur, sieht man dann das: (aber der ist ja eh nur für Mitarbeiter, wie ich gerade gesehen habe – da aber dort auch das Rollstuhlpiktogramm steht, setze ich voraus, dass sie sich bei der Einstellung an die staatlichen Auflagen gehalten haben)

Oder das in schönster Handschrift:

Viel schlimmer finde ich aber einen anderen Makel, auch wenn ich weder mit Rollator noch im Rollstuhl unterwegs bin. Hier an diesen Türen ist dick und deutlich das Rollstuhlpiktogramm zu sehen. Ich habe diese Türen per Hand aufgemacht – sie sind richtig, richtig schwer. – Jeder Rollstuhlfahrer muss seinen persönlichen Assistenten dabei haben, um die Tür für ihn zu öffnen – denn eine Fernbedienungstaste (kennt man vorrangig aus Krankenhäusern) ist Fehlanzeige.

Aber jetzt muss doch endlich mal was Positives kommen, denn sonst werden wir noch depressiv. – In der ersten Etage habe ich das Schild „Raum der Stille“ entdeckt, aber das Foto war mir durch das Flackern der Neonbuchstaben zu verwackelt. Das sind Aufnahmen von innen. – Ich habe keine eindeutige Religionszuweisung wie Kreuze entdecken können. Das auf dem ersten Foto mit der altarähnlichen Aufstellung haben die wahrscheinlich nicht so christlich gemeint. Dafür zum Ausgleich gibt es die Himmelsrichtungen, damit jeder Moslem weiß, wie er seinen Gebetsteppich ausrichten muss.

War das genug positiv? Ich schau mir mal die Fotos an, die ich noch gemacht habe. Was haltet ihr denn so von Sponsoren für den Flughafen. Wer goldene Autos vermieten will oder BMW heißt und dort seine Werbung aufhängen darf, der MUSS einfach Geld gespendet haben. – Na gut, nach oder in der Coronakrise sehen die Autokonzerne nicht mehr so wohlhabend aus. Aber dafür kann ja jetzt Bayer einspringen, denn der Pharmaindustrie geht es so unendlich gut, „guter“ ginge es schon gar nicht mehr.

Durch das erste Foto wurde ich auf die Besucherterrasse aufmerksam. Der freundliche „Chefklärer“ sagte mir, dass der Besuch dieser Terrasse im ersten Monat der Eröffnung kostenlos sei. Es findet auch keine Sicherheitskontrolle statt.

Also folgte ich den Wegweisern – und wurde bitter enttäuscht. Es landen und starten momentan nicht viele Maschinen, aber welche habe ich dann halbhoch doch in der Luft gesehen. Doch die Besucherterrasse ist so „idiotisch“ angelegt, dass man weder die Startbahn noch die Landebahn überblicken kann. Was – bitteschön – soll ich mir dann von dieser Terrasse aus ansehen?

Momentan die geballte Ladung von orangefarbigen Flugzeugen (easyJet), Tochter der Lufthansa??? Oder den Fluglotsen keinen Fahrstuhlausfall wünschen, damit sie nicht die ganzen Außentreppen steigen müssen???

Ich weiß zwar nicht, wie hoch der Eintrittspreis wird – aber davon sind mindestens die Hälfte rausgeschmissenes Geld. In Tegel waren es 3,00 € – aber da konnte man auch startende und landende Flugzeuge sehen.

Anders war das wohl mit der Besucherterrasse des alten Flugplatzes, jetzt Terminal 5. Da musste man durch eine Sicherheitsschleuse, durfte dafür aber zur Belohnung rollende und fliegende Flugzeuge sehen.

Was gibt es noch? Nichteingeweihte werden ständig und immer durch unverständliche Zahlencodes verwirrt. Damit sie nachher verirrt sind??? – Ich tat so, als wenn sie mich nichts angingen.

Genießt es, wir sind bald am Ende. – Von der Terrasse aus konnte ich sehen, dass sich der Flugkapitän dieser SAS-Maschine zum Glück für Kerosin zum Tanken entschieden hat und das blutdrucksteigernde Adrenalin den „goldenen BMW-Fahrern“ überlassen hat.

Und mit diesen beiden Fotos will ich die bebilderte Reise durch zwei Terminals des BER beenden. Ich habe dabei etwas ganz Wichtiges entdeckt: nämlich den Grund dafür, warum es so lange gedauert hat, bis er fertig war. Dieser riesige rote, unter die Decke gehängte Knüpfteppich ist in Makrameetechnik entstanden. Und entweder ist ihnen zwischendrin das rote Knüpfmaterial ausgegangen oder sie haben keine Fachkräfte für diese in Deutschland schon leicht überalterte Knüpfmethode gefunden. Deswegen bedeckt er auch nicht die ganze Fläche!!!!!

So, das könnt ihr jetzt glauben oder es sein lassen.

Wer sich dafür interessiert, den Flughafen als Kunstwerk zu sehen, sollte sich diesen Link ansehen. Da wird auch was über diesen roten Carpet gesagt.

*********

Jetzt habe ich mich genug mit euch verplaudert, ich muss mich sputen – ich muss schließlich meinen Koffer packen für die Flugreise nach Sardinien am 8. Mai 2021. Also tschüss!

 

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

19 Kommentare zu “Weiteres über den BER

  1. Hallo, Claras Allerwetgedanken, so wie es derzeit aussieht brauchen wir den Flughafen gar nicht mehr. Den benötigen nur die die hier reinkommen. Gruß

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    • Liebe Ingrid, es werden auch wieder andere Zeiten kommen und dann wird der Lärm der aufsteigenden und landenden die Menschen, die dort wohnen, wieder nerven.
      Doch wenn ich mir so Tegel in Erinnerung rufe – mitten in der Stadt und als Fußgänger hatte ich oft das Gefühl, fast an die ausgefahrenen Räder greifen zu können – das ist es meiner Meinung nach auch nicht gewesen. Der „neue“ ist ja noch einige Kilometer vom ehemaligen Schönefeld entfernt.
      Aber die heutige Gesellschaft kommt wohl ohne Flugzeuge nicht aus – vielleicht sogar mehr die Urlauber als die Arbeitswelt – denn jetzt stellt sich ja heraus, man kann besser Videokonferenzen veranstalten als echte Treffen.
      Gruß von Clara

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  2. Netter Rundgang, für mich zu weit weg um mal eben vorbeizuschauen.
    Ich finde schon einen ziemlichen Hinweis, dass der Raum der Stille so erstmal „fürs Christentum“ gebastelt wurde, wenngleich vielleicht dezent genug. Die Abstufung kann ich nicht beurteilen.
    Und die Zahlenkolonnen dienen soweit dem Brandschutz – die FFw muss auf dem Rettungsplan jeden einzelnen Ort schnell und präzise finden. Ein so großes Gebäude wie der Flughafen hat entsprechend lange „Nummern“, da sie ja einigermaßen sprechend bleiben sollen – womit sich Nummernkreise ergeben. War nämlich ein Problem bei der Abnahme: es gab Räume ohne Nummer und Nummern fehlten auf dem Rettungsplan…

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    • Heute ist nicht mein Tag – ich weiß genau, dass ich vor ca. 2 Stunden einen längeren Antwortkommentar an Hans Dampf „in allen Gassen“ geschrieben habe. Wo der geblieben ist und weder abgespeichert noch gesendet wurde, entzieht sich meiner Kenntnis.
      Danke für die Aufklärung mit den Zahlenkolonnen.
      Ich habe mich gefreut, dass Sie zu dem Artikel was geschrieben haben.
      Freundliche Grüße von Clara Himmelhoch

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  3. Schön, dass du uns mitgenommen hast zu dem interessanten Rundgang nach Clara-Manier, die ich immer sehr ansprechend finde. Ich finde es auch deshalb so gut, weil ich mt diesem Flughafen in diesem Leben bestimmt nichts mehr zu tun habe. Nach Schönefeld möchte ich eigentlich nochmal, ehe die Bude zugemacht wird. (Nur nicht über die Eisenstiegen zum Überqueren der Schienen der Bahn.)
    Liebe Grüße

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    • Weißt du, nach dieser riesig langen Bauzeit und den ganzen Zusatzmillionen, wenn nicht sogar Milliarden, sah ich keine große Veranlassung, den Flughafen zu loben – sondern das zu suchen, was trotz aller langen Zeit immer noch nicht optimal ist. – Das mit den Rollstuhlfahrern und den schweren Türen finde ich wirklich bedenklich.
      An was für Eisenstiegen zum Überqueren der Schienen erinnerst du dich denn? Da weißt du ja mehr als ich. Zwischen S-Bahnhof und Flugplatz fuhr ein Shuttle oder man konnte auch laufen, es war ja nicht weit. – Mehr weiß ich nicht mehr.
      Gute Nacht!

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  4. Moin Clara (8 oder 9? – egal 😉
    Interessant. Ergänzen möchte ich, das wurde die Tage in einer Doku berichtet, dass es auf dem ganzen Flughafengeländer lediglich 20 Ladestationen für E-Autos gibt. Na ja, man kann ja nicht an alles denken 😉
    So, nun ist Ende im Gelände. Ich will soll muss in die Küche.
    Wie gesagt, genieße den 1. Advent, wir lesen uns „WP-Blutsschwester“ 😉

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    • Aber wenn Fluggäste ihre E-Autos auf dem Langzeitparkplatz abstellen, können sie doch nicht die ganze Zeit eine Ladesäule blockieren. – Aber vielleicht macht das dann der Parkplatzwächter für ein Extrasalär.

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      • Moin. Ja. oder so. Aber was ist mit Taxen oder den Tagesgästen, die jemanden bringen oder abholen? Ich will damit ja auch nur sagen, dass grundsätzlich zu wenig für die Ladestation-Infrastruktur für E-Autos getan wird. Fortwährend sind Klagen der Automo0bilhersteller zu hören, dass sie mehr E-Autos verkaufen könnten/würden, wenn es mehr Ladestationen gäbe.

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        • Hallo Sven, da ich ja vor reichlich zwei Jahren meinen ersten richtigen Autounfall hatte und dabei mein Auto stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, habe ich es ja verschleudert und habe jetzt keines mehr. Deswegen geht mir alles mit Auto ein wenig am Popo vorbei. Ich glaube, diese Sache mit den E-Autos ist auch nicht ganz koscher. Denn was dort für die Batterien gebraucht wird, soll ja auch nicht gerade umweltfreundlich sein. Aber egal, ich will jetzt nicht darüber diskutieren. Und Tschüss für dich

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  5. Ein bisschen hätte man wohl noch warten können mit der Eröffnung. Zumindest bis der rote Teppich fertig geknüpft ist. Oder will man den etwa für einen hohen Staatsbesucher ausrollen… ?

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    • Herr Ösi, die hatten offensichtlich in der Leitung nicht solche fähigen Köpfe wie Sie und mich. – Als ich anfing zu lesen, dachte ich, die sollten für die Eröffnung Corona abwarten – aber wer weiß, wann und ob er dann je eröffnet werden würde. (das soll deutsch sein!!!)
      Aber das an dem roten Teppich aufzuhängen, das ist so ÖSI-genial, da wäre ICH nicht drauf gekommen. Aber Recht haben Sie.
      Liebe Grüße vom verhinderten Vorstandsmitglied (ohne Glied) Clara

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  6. Ehem, alles Andere würde ich lieber tun, aber schön, dass du diesen Rundgang beschreibst…Und wenn man seinen Gebetsteppich ausgerichtet hat, wirft man die Koffer in die Etage unterhalb, weil weder Rolltreppe noch Lift funktionieren, man isst und trinkt hohle Suppen und ficht sich durch bis ins hintere Kirgistan…irgendwie alles bizarr, absurd, mir fremd- und der Brandschutzgatte lacht sich schief.

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    • Die ernst gemeinte Frage gleich zuerst: Warum lacht der Brandschutzfachmann? Mir ist so, als ob wegen Intervention der Brandschutzfachleute die Eröffnung mindestens einmal, wenn nicht sogar zweimal verschoben werden musste. Ich dachte, sie hätten jetzt alles in den Griff bekommen.
      Es gibt wirklich sehr viele Fahrstühle, so dass man vielleicht aufs Kofferwerfen verzichten kann, weil doch welche fahren. Und es gibt ja immer noch richtige Treppen, die man notfalls benutzen kann. – Es ist eh blöd, mit riesigen Koffern zu reisen.
      Tja, wenn es nun mal einen wichtigen Grund gab, sich aus dem schönen Kirgisistan nach Berlin zu begeben, dann müssen doch diese Leute auch wieder zurück dürfen.
      Und warte mal ab – die Coronawelle ist noch nicht ganz um die Ecke, da werden die Fern- und Urlaubsreisen wieder boomen!

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  7. Danke nochmals für den Rundgang, liebe Clara. Ich glaube, da bevorzuge ich doch eher unseren guten alten Flugplatz in Stuttgart-Echterdingen.

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    • Was soll ich armes Großstadtkind nun machen??? Ich glaube, die nächsten kleineren Flughäfen sind in Dresden und Leipzig – aber da ist das Flugangebot nicht nur zu Coronazeiten schon sehr eingeschränkt. Offensichtlich stelle ich bei G. die falsche Frage – ich wollte wissen, wo der nächste Flughafen ist. Aber ist ja auch egal – wenn ich jetzt schon fast einen Shuttlebus vor der Tür habe, fliege ich auch vom BER. Wenn der voller Leute und offener Kioske und Abfertigungsschalter ist, sieht er nicht mehr so verwaist aus.

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