Claras Allerleiweltsgedanken

Das ist der Umräumaktion erster Akt

30 Kommentare

Dass mir eine Nachbarin das Umräumvirus in den Pelz gesetzt hat, davon schrieb ich ja schon. Doch jetzt, wo alles fertig ist, könnte ich sie knutschen für diese Bemerkung.

Sie war gestern zu ihrem ersten Besuch in meiner Wohnung und bemerkte gleich und sofort, dass sich unser Einrichtungsstil ein wenig ähnelt – zumindest lieben wir es beide farbig an den Wänden. Sie auch bei den Möbeln stärker als ich – denn meine Möbel sind entweder weiß oder schwarz – nur die Polsterstühle machen eine Ausnahme. Aber sie hat in ihrem Wohnzimmer eine riesengroße Eckcouch – und die ist LILA – ich dachte, ich bekomme positives Augenzucken, als ich bei ihr war, um die neuen Fenster zu begutachten. GsD wäre so eine Couch bei mir viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiil zu groß – und lila passt ja auch überhaupt nicht ins Wohnzimmer – die zweite Aussage stimmt viel mehr als die erste.

Heute will ich nur von meinem neuen  Arbeitszimmer erzählen – es ist einfach nur schön, praktisch und funktional geworden. Das Licht fällt am Tag von links auf Tastatur und Bildschirm, eine Couch unter dem Fenster lädt zur Erholung ein, wenn der Kopf rauch. Das Zimmer ist mal gerade 2,30 m breit – da ist wirklich jeder Zentimeter ausgeknautscht.

So fing es an – ich drehte im Schweiße meines Rückens die Couch aus der Zimmerlängsrichtung in die Querstellung, quartierte den Teppich aus meinem lila Salon vor die Liege  und besann mich auf die Farbe der kleinen Berlinbilder an der Wand und wählte Orange als Liegenbezug. Von dem großen karierten Kissen in gelb/orange nahm ich den lila Bezug ab. Die ehemals an der Seite stehende Schutzwand wollte ich entsorgen, da sie vor der Heizung unangebracht war. Das war ein Moment, wo ich es bedauerte, es allein gemacht zu haben. Ein Bandscheibenvorfall hätte mich nicht gewundert, so sauschwer war das Ding. Der Sohn hingegen hat sie lässig locker aus dem Keller, wo ich sie zwischengelagert hatte, auf dem Kopf zum Auto getragen.

Die nächste Überraschung kam, als ich die Muschelfolie von dem runden Tisch abziehen wollte, da sie mir unpassend erschien. Die muss noch Friedensware gewesen sein, so musste ich beidhändig an ihr ziehen und zerren, bis sie ihren Platz räumte.

Der kleine Schrank in der Ecke ist noch eine Erinnerung an meine Mutter – wir hatten ihn als Zusatzmöbelstück im Zimmer des Pflegeheims aufgestellt. Als ich ihn nach ihrem Tod 2013 in meiner Küche aufstellte, lackierte ich ihn blau und ver(un)zierte ihn mit Zitronen. Ich räumte die Oberfläche ab und gestaltete sie arbeitszimmergerecht.

Als ich im Schrank etwas zusammen- bzw. ausgeräumt hatte, konnten die Bilderkästen nach innen wandern. Der grüne Blumenvasenersatz kam auch wieder weg – schließlich will ich hier ja arbeiten und nicht mich erholen 🙂 😉

Doch was soll ich euch sagen – das mit der Lila-Abstinenz hielt nicht lange an. Ich breitete die herumliegende Tagesdecke auf die Liege, polsterte mit allen vorhandenen lila Kissen die Heizung ab, damit man sich besser anlehnen kann und holte aus dem Abstellschrank das zweite karierte Kissen. Zu dem Zeitpunkt war der Computerarbeitsplatz noch nicht umgeräumt.

Da wurde ich dann langsam hibbelig, weil ich ohne Sohn die Technikumräumaktion nicht in Angriff nehmen wollte.

Und was machte ich – ich machte einen „Brückenlockdown“, blieb wie immer zu Haus und widmete mich hauswirtschaftlichen Tätigkeiten. Ich hatte noch nie so einen schönen Bügelarbeitsplatz – sonst habe ich beim Fernsehen gebügelt, jetzt habe ich mit Fernsicht aus dem Fenster geplättet.

Und das ist das letzte Foto der Umräumaktion aus dem Arbeitszimmer.

Es gab nur ganz leichte Pleiten, Pech und Pannen. Das LAN-Kabel, das von der Fritzbox ursprünglich durch die Wand ins Arbeitszimmer und dann durch die nächste Wand ins lila Clarazimmer verlegt war, konnte jetzt im mittleren Zimmer, dem Arbeitszimmer, bleiben und dort an den Computer gestöpselt werden. Doch die Verbindungskabel zwischen Computer und Drucker waren sehr, sehr knapp bemessen.

Als alles fertig war und der Sohn schon wieder auf dem Heimweg, stellte ich fest, dass ich jedes Mal, wenn ich Papier in den Drucker hätte legen wollen, beide Kabel hätte abstöpseln müssen. – Also verlegte ich das LAN-Kabel so, dass ich  Länge gewann und letztendlich war alles so, wie ich es wollte – UND ES WAR WIRKLICH VIEL BESSER ALS VORHER!

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

30 Kommentare zu “Das ist der Umräumaktion erster Akt

  1. Na schick. So ein kleines Zimmer fehlt mir. Stattdessen habe ich meine Büro-Ecke im Wohnzimmer. Aber passt schon, ich will ja kein Meckerbüdel sein.
    Aber es hat auch Vorteile: Ich kann am PC sitzen und Musik via Bluetooth über meine Anlage hören. So wie jetzt: Allan Talor, Los Companeros. Was will Mann mehr? 😉
    So, nun bin ich auf den zweiten Akt gespannt ….

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    • Haha, ich könnte auch Musik hören über Bluetooth – das kleine Arbeitszimmer ist direkt mit dem Wohnzimmer benachbart – und so weit reicht der Bluetoothsendebereich – ich bekomme ja alles live in die Hörgeräte gesendet. Aber ich kann nicht zwei Sachen gleichzeitig machen – konnte ich noch nie.

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  2. Ich gratuliere! Das sieht nach viel Arbeit aus.
    Schmunzeln musste ich beim Anblick des Bügelbretts und des Bügeleisens. In der Tat habe ich solche Utensilien nie besessen.
    Was Ösichen nicht lernt, lernt punkt punkt punkt 😉

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  3. Sehr gelungen! Ist doch immer wieder toll, wenn man – mit Verlaub – seinen Hintern hochbekommt und solche Aktionen durchzieht. Respekt. Daran kannst Du Dich jetzt jeden Tag freuen und dafür hat sich die Mühe allemal gelohnt!
    Alle Daumen fliegen hoch!

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    • Hallo Nicole, zum Glück habe ich solche weitreichenden Umräumideen nur rund aller fünf Jahre. Ich bin im September 2015 eingezogen. Mein genereller Umzugsturnus mit Wohnungswechsel lag bisher bei 15 Jahren. 1970 nach Berlin gekommen, 1985 nach der Familientrennung von Berlin-Mitte nach Berlin-Friedrichshain gezogen. Der nächste Umzug erfolgte 2000 nach Berlin-Lichterfelde, zum ersten Mal im alten Westberlin. Und seit 2015 wohne ich jetzt hier in Berlin-Tempelhof sehr schön, zwar laut, aber mit viel Platz. Von hier aus ziehe ich schlimmstenfalls ins Pflegeheim oder gleich in den Friedwald, denn die Wohnung gehört meinem Sohn, so dass das keine normale Mietwohnung ist.
      In einigen Wochen werden alle Fenster im Wohnzimmer getauscht – aber da müssen hoffentlich die anderen mehr arbeiten als ich. Und wenn dann ganz chice Plissees an alle Fenster kommen, dann ist mein Umgestaltungswille erst einmal befriedigt.
      An eine Renovierung der Wohnung darf ich gar nicht denken – der Zeitraum wird auf jeden Fall weitaus größer sein als 7 Jahre.

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  4. Liebe CC,
    Chapeau! Das ist super geworden und zum Glück hattest Du Hilfe bei schwerem Zeug.
    Viel Freude mit dem neuen Arbeitsplatz wünscht Dir
    Amélie 🌱🌈

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    • Hallo Amélie, da ja im Alter selten etwas besser wird, sind auch die Augen nicht mehr die allerbesten – ich mache ständig und immer überall Licht an – damit das nicht so auf die Stromrechnung schlägt, habe ich fast überall die Wenig-Verbrauchs-Lampen.
      Ich war schon froh, dass ich meinen Sohn in der Hinterhand hatte, denn wenn vorher schon irgendwas schief gegangen wäre, hätte er mir geholfen. Aber er musste wirklich nur die Technik im Arbeitszimmer anschließen und die alten Sachen entsorgen, da ich weder ein Auto habe noch die Kraft, diese Monsterrückwand zum Auto zu schleppen.
      Dein Geburtstagselefant musste noch einmal um die Ecke ziehen, da sein Nagel für ein größeres Bild gebraucht wird, was morgen oder übermorgen kommen wird. Meine Wände können wirklich langsam als Mauswohn-Museum herhalten.
      In diesem kleinen Zimmer 10 Bilder, eine Fotomotivuhr und ein Kalender – das ist schon eine stolze Leistung.
      Und heute habe ich von einer anderen Bloggerin drei wunderschön bemalte Steine geschenktgeschickt bekommen – ich bin ganz glücklich. Sie werden später hier erscheinen.
      Lieben Gruß zu Dir

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  5. Jetzt musst du der Vollständigkeit halber das andere Zimmer aber auch noch herzeigen 🙂

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  6. Das ist wirklich ein gemütliches Zimmer geworen. Enorm, was du wieder geleistet hast. Dort würde ich mich auch wohlfühlen.

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    • Ute, nachdem ich den Gedanken einer Mitwohnenden endgültig über Bord geworfen hatte, war die Nutzung des kleinen Zimmers als Arbeitsplatz mehr als logisch.
      EINE Besuchsperson kann ja trotzdem hier noch schlafen – es ist alles im Bettkasten der Liege vorhanden. – Nach Coronazeiten haben sich schon zwei angekündigt.
      Beim Arbeiten bin ich manchmal wie ein Bullterrier – ich kann einfach nicht loslassen, bis alles bis ins kleinste Detail fertig ist.

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  7. Liebe Clara!

    Wahnsinn! Endlich sehe ich Deine Umräumaktion mal in ganzer Pracht. Deine energiegeladenen Nachrichten über den jeweiligen Zwischenstand habe ich ja immer erhalten, aber wenn man es dann fertig sieht, ist es doch noch mal was ganz anderes. Hut ab, vor dieser Leistung. Ich glaube, ein wenig umräumen tut uns allen mal gut. Sowohl zu Hause als auch in den Köpfen. Toll, dass Du das so fantastisch umgesetzt hast und vor allem auch mit Deinem Ergebnis zufrieden bist. Genieße Deine neu gestalteten Räume.
    Ein Hoch auf die Dekorationsmeisterin! 🙂
    Prosit!

    Liebe Grüße aus dem Schneetreiben 🙂
    Mallybeau

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    • Danke, liebe Mallybeau! Am meisten beschäftigt mich, was in den zwei Anstoßköpfen drin ist? Milchkaffee mit Schaum oben drauf oder doch Bier?
      Heute früh habe ich den letzten Hammerschlag (was weiß ich, ob es wirklich der letzte war) in diesem Zimmer gemacht. Das kleine Elefantenbild musste umziehen und einem Werk von MM Platz machen. Dieses Werk ist zwar noch bei ALDI Foto – aber damit es dann gleich und sofort an die Wand gehängt werden kann, ist der Nagel schon mal frei gemacht worden.
      Ich glaube, dann ist das Maß an Farbverrücktheiten aber auch gesättigt.
      Die Nachbarin sagte gestern im Spaß: „Bei dir vermisse ich aber auch das übliche Eiche rustikal – bei dir ist alles so hell und weiß.“
      Ich habe schon schlechtere Komplimente bekommen.
      Du wirst in den nächsten Tagen noch so einiges an Umgeräumtem zu sehen bekommen.
      Lustig fand ich die Bemerkung vom Sohn. Alles alles wieder angestöpselt war, wollte er alles prüfen. Und der Computer braucht ja wirklich eine Ewigkeit zum Hochfahren. Schon das allein wäre für ihn ein Argument, sich einen neuen anzuschaffen.
      Die 80 cm lange Steckdosenleiste ist jetzt fast unsichtbar untergebracht und stört keine ästhetischen Gefühle mehr. Außerdem hat er zwei platzraubende Ablagen abmontiert, so dass der dicke Computer viel mehr Platz hat und nicht mehr an meine Knie stößt. Momentan habe ich gerade wenig Grund, die Technik zu erneuern und mit allem wieder von vorn zu beginnen – zumindest nicht aus dem Grund, weil er älter und langsamer ist – bin ich auch.
      Fette Grüße aus Berlin, ohne Schnee, aber Regen!

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  8. Glückwunsch. Zweckmäßig und fleißanregend…sowie sorgsam farblich abgestimmt, besonders gefallen mir die Hüpfzitronen auf dem blauen Schränkchen!

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    • Guten Morgen, ich bemerke die Verbesserung in jedem Raum – u.a. schlafe ich im anders stehenden Bett offenbar besser. Laut Feng Shui sollen zwar die Füße nicht zur Tür zeigen, aber … irgend was ist immer.
      Meine Mutter ist ja im September 2013 gestorben. Ich weiß noch, dass ich das streichen am Silvestertag gemacht habe – es war wie ein kleiner Abschied von ihr. – Und da es einzig und allein in blau langweilig aussah – so wie vorher in holzfarbig – kaufte ich die „hüpfenden Zitronen“ und belebte es auf diese Weise ein wenig. Ich sah sie bisher mehr als „platschende Zitronen“ an, da sie ja ins Wasser springen, also letztendlich doch hüpfen, wie du sagst.
      Fleißanregend?????? Kann höchstens fürs Bügeln zutreffen.
      Ich sitze jetzt übrigens schräg unter dem großen Auge – ob mich das animiert, besonders fleißig zu sein?
      Auf jeden Fall gefällt mir meine neue Arbeitsumgebung.

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