Claras Allerleiweltsgedanken

Gedult? Gehduld?? oder Gedullt???

21 Kommentare

Ich kann nur Un-Geduld richtig schreiben

Auf dem Hinweg zum Friseur sah mein Kopf noch so aus:

Die Friseuse hat zwar Abhilfe geschaffen, aber ich sah schon besser aus, nachdem ich 29,00 € auf den Tresen gelegt hatte. – Egal, jetzt habe ich wieder für einige Wochen Ruhe.

Auf dem Heimweg kam ich an diesem Auto mit der „lustigen Autonummer“ vorbei. Der arme Eigentümer wird Zeit seines Autolebens an die Phase der FFP2-Maskentragerei erinnert werden. – Ich kenne bessere Sachen, an die ich erinnert werden möchte.

So, aber jetzt zur Überschrift, denn das soeben Gezeigte meine ich nicht damit.

Wenn heute Freitag ist, dann war gestern Donnerstag – und vier Tage später erfolgt der Fensterwechsel. Ganz bequem hätte ich alle notwendigen Vorbereitungsarbeiten am Vortag erledigen können, denn es steht keine Reiseaktion oder anderes im Kalender.

Früher habe ich mich immer über meine Mutter belustigt, die alles schon Tage, gar Wochen im Voraus in Angriff genommen hat. Und endlich sehe ich ein, dass ich das von ihr geerbt habe.

Denn, was habe ich schon alles erledigt???

Blumen von den Fensterbänken im Wohnzimmer in mein Zimmer getragen:

Das kann man ja notfalls noch „entschuldigen“, denn ob die Pflanzen Wohnzimmersonne oder Clarazimmersonne bekommen, ist ja eh egal – vor allem dann, wenn die Jalousien nach unten gelassen sind.

Aber schon die „Getränkebar“ für die Handwerker aufzustellen, grenzt ein wenig an Übereifrigkeit 🙂 😉

Aber die nächste Aktion ist noch ein wenig verrückter. Die beiden Aufmaßtermine bei zwei verschiedenen Firmen habe ich am 9. und 10. Juni. Ein Aufmaß hätte die Aufmaßperson im Arbeitszimmer sicher auch noch hinbekommen, wenn sie sich auf die Couch knien müsste. Und ich hätte noch bis zum Termin der Plisseemontage (so ungefähr Ende Juni rechne ich damit, es kann ein paar Tage früher oder später sein) ein ganz bequemes Arbeiten am Computer gehabt.

Stattdessen bekomme ich den Flitz, das nötige Umräumen gleich und sofort mit großer UNGEDULD  in Angriff zu nehmen. Das Wenden der Couch war wirklich Millimeterarbeit, denn ich wollte ja nicht den Arbeitsplatz rausräumen. Wenn das nötig gewesen wäre, hätte ich mir eine starke Person zum Anheben geholt.

Alles Überflüssige wird in den Korridor gestellt und dann durch Schrägstellung der Liege getestet, ob der Platz zum Wenden mit einigen Rangiervorgängen ausreicht. Als sie übergangsweise an ihrem Interimsstandort angekommen war und ich den Bürostuhl hinschob, fluchte ich darüber, dass die Damen und Herren Architekten diesem Zimmer nicht wenigstens 20 cm mehr Breite gegönnt haben, denn dann hätte es gereicht. Fünf cm konnte ich noch gewinnen, indem ich den Computertisch ganz an die Wand schob, aber auch dann hätte ich die ausgefahrene Computertastatur ständig im Bauch drücken gehabt. – Jetzt werde ich ca. 4 Wochen mit dem Provisorium leben müssen – aber zum zurückrücken der Liebe hole ich mir Verstärkung.

Noch übereilter war die letzte Aktion, denn mein Superhandwerker kommt ja erst im Juli, um den Balkon aufzuhübschen. Ich wollte ein wenig seiner Zeit und meines Geldes sparen und machte mich an die von mir gestrichene Scheuerleiste. Eine untauglichere Farbe hätte ich kaum wählen können, denn schon nach kurzer Zeit platzte sie überall auf und ab.

Arbeiten in Bodennähe gehören nicht zu meinen Lieblingsarbeiten.

Genug jetzt von der Zukunft, noch ein wenig Gegenwart, denn heute habe ich wieder einen Akustikertermin. Da haben sich für mich ein paar gute Aussichten herausgestellt. Vielleicht kann ich ein wenig Geld sparen, das ich dann an Fensterbauer, Plisseemonteure oder Balkonverschönerer verteilen kann.

Um all diese Wunderdinge zu vollbringen, müssen wir drei: Gerät, Akustiker und ich noch ein wenig miteinander arbeiten.

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

21 Kommentare zu “Gedult? Gehduld?? oder Gedullt???

  1. Haha. Frauen und Geduld, zwei Welten prallen aufeinander! 😛
    Erst gestern sagte ich am Telefon mit dem Zaunpfahl winkend zu einer alten Freundin: „Ich kenne da ein, zwei Frauen, deren Stärke ist die Geduld nun wahrlich nicht.“ Lakonische Antwort: „Ich weiß überhaupt nicht was oder wen du meinst.“
    Nun ja, wir nehmen es mit Humor und das ist gut so!
    Geduldwünschende Grüße vom Sven 😉

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  2. Liebe CC,
    Das, was Du Ungeduld nennst, würde ich als pritzelige Vorfreude bezeichnen, genau wie Deine Räumwut. Neue Fenster werfen ihr Licht voraus…
    Und ich mag diese Lilawand so!
    Bitte passe trotz aller Vorfreude auf Dein Chassis auf. Immer schön gelassen cruisen. Singen dabei ist sogar erwünscht, und auf drei, mal alle:: eins, zwei, drei und: wer will fleißige Handwerker seh‘n, der muss zu der Clara geh‘n, oh wie fein oh wie fein, der Glaser setzt die Scheiben ein 🙂

    Freitagsgrüsse von Amélie 🍃

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    • Hallo, liebe Freitags-Amélie,
      ich glaube, dass momentan ein Teil meiner Ungeduld auf den gegenwärtigen gesellschaftlichen Zustand zurückzuführen ist. Manche laufen jetzt wie verrückt in die Geschäfte und haben fast alle auch schon im Restaurant gegessen – ich mache beides nicht. Da ich aber irgend etwas machen MUSS, räume ich eben meine Liege von quer nach längs.
      Von dieser Lilawand habe ich noch viel Tapete übrig- aber komplett für eine ganze Wand würde es wohl doch nicht reichen.
      An Renovierung habe ich bisher JEDEN ernsthaften Gedanken ausgeshclossen, das bekommen wir so in zwei oder drei Jahren.
      Ich werde von den fleißigen Handwerkern am Montag bestimmt Fotos machen, damit ich was zu zeigen habe. Gerade habe ich noch einmal in der Wetterapp für Berlin-Marienfelde nachgesehen, ob nicht etwa irgendwelche Sturmfluten das Unternehmen vereiteln könnten.
      Jetzt ist bald mein Akustikertermin – und heute geht es ja echt um wichtige Verhandlungen.
      Lieb grüßt dich die Clara

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  3. So billig sind die Friseure in Berlin! Da frisst mich der blanke Neid

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    • Das ist vielleicht alles eine Frage der Relationen – du hast vielleicht (oder sicher) eine dreimal höhere Rente als ich – und da erscheint es dir billig.
      Wenn ich aber bedenke, dass ich noch VOR Corona 17,50 € bezahlt habe, denke ich, dass das so ein gewaltiger Preisanstieg in 1,5 Jahren ist, der durch die Coronamaßnahmen nur zum Teil erklärbar ist.
      Die Haarwäsche ist ja jetzt Pflicht – und dann schneiden sie an meinen kurzen Fusseln keine 20 Minuten.

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      • Nein, nein, das ist glaube ich nicht der Grund. Ich habe in Wien noch nirgendwo um 29€ auch nur waschen+Haarschnitt gesehen. Ö ist generell teuer als D. viele Leute fahren zum einkaufen, tanken, essen über die Grenze … Ein Preisanstieg von 17.50 auf 29 in zwei Jahren ist natürlich astronomisch !

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      • was darf die friseurin verdienen? was muss sie verdienen, um nicht in altersarmut zu enden? einmal waschen und 20 minuten schneiden sind eine halbe arbeitsstunde, dazu miete,heizung, wasser, shampoo…, in der autowerkstatt holen sie mind. 70 euro/stunde, plus material. ich zahle jetzt 45 euro auf dem land. da lasse ich die haare kurz schneiden, und den pony schneide ich zwischendrin selbst, so muss ich ca. 3- 4 mal im jahr zum friseur. nichts für ungut, aber mir tun die unterbezahlten friseurinnen leid.

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        • Liebe Roswitha, ginge es nach mir, müsste sie nicht in Altersarmut enden. Doch offenbar hat ihre Chefin einen anderen Plan. Das ist ein Geschäft, in dem die Chefin Türkin ist und auch ALLE Angestellten. Meine Friseuse, die ich wegen der Preiserhöhung von 17.00 € auf 29,00 € innerhalb von 2 Jahren ansprach, flüsterte mir ins Ohr, dass sie unwesentlich mehr verdient als vor 3 Jahren – also hat den Mehrgewinn offenbar die Chefin eingesteckt.
          Ich würde es ihr noch viel mehr gönnen, wenn ich selbst nicht eine Rente hätte, die unter dem bedingungslosen Grundeinkommen liegen würde, OBWOHL ich mein ganzes Leben gearbeitet habe. Die DDR-Arbeit zählte für den Westen wohl geringer – und als ich 2000 arbeitslos wurde, bekam ich erst Arbeitslosengeld, dann Arbeitslosenhilfe und die letzten 6 Jahre Hartz IV, nachdem ich mehr als 100 Bewerbungen geschrieben habe. Frauen mit 55 sind hier im Arbeitsprozess wenig gefragt, auch mit guter Ausbildung und guten Zeugnissen nicht.
          Und eine Scheidung zu DDR-Zeiten bedeutete, dass die Frau NICHTS von der guten bis sehr guten Rente des geschiedenen Ehepartners abbekommt. Der Exmann hat fleißig Überstunden gemacht, damit wir mehr Geld haben, weil ich wegen der zwei Kinder einige Zeit verkürzt gearbeitet habe. – Er hat auch deswegen gern Überstunden gemacht, weil ihn teilweise die beiden Kinder in der kleinen Zweizimmerwohnung genervt haben.
          Also du siehst, ich kann das auch anders sehen. Hätte ich nicht meine Mutter mit ihrer sehr guten Rente und jetzt meinen Sohn mit seiner Firma, könnte ich keine Miete für eine vernünftige Wohnung bezahlen. – Die Ostler bekommen ja sicherheitshalber weniger Rente, damit sie nicht übermütig werden.
          Mir tun die unterbezahlten Pflegekräfte noch viel mehr leid, denn sie bekommen nicht für 15 Minuten Arbeitszeit Trinkgeld wie die Friseusen, denn länger als 15 Minuten braucht sie für meine paar Haare nicht.

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          • liebe clara, das bewegt mich, deine situation, auch einer meiner gründe, seit jahren für ein bedingungsloses grundeinkommen einzutreten. ich glaube das problem sind u.a. die politiker und politikerinnen, die direkt von der schule zur uni und dann in die politik gehen. sie denken an manche probleme, die sich aus ihrer gesetzgebung ergeben, leider nicht. sie dachten nicht daran, mit dem einheitsvertrag auch die scheidungsfolgen ost zu beachten. und niemand traut sich eine veränderung zu fordern. diese hartz4-vorschriften kosten soviel geld und lebenskraft und freude, führen zu bürokratie ohne sinn.
            wir müssen dranbleiben und änderungen einfordern.

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  4. Ich habe fertig, dass Friseure mich verhunzen… Mein letzter Besuch war im Dezember 2019. Mittlerweile sehe ich aus, wie einer dieser gefährlichen Halunken aus einem Italo-Western. So wollte ich schon immer aussehen. Jetzt habe ich mich endlich auch getraut… 😉
    Der Ösi-Halunke wünscht ein schönes Wochenende

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    • Wenn du mit solchen langen Haaren zum Friseur gehst, müsstest du der Gerechtigkeit halber aber auch Damenpreise zahlen. Hier zahlen Männer in den Wohnvierteln, wo sehr, sehr viele Türken wohnen, nur 10,00 € pro Haarschnitt. – Meine Haare sind eben so kurz, aber ich darf nicht zum Herrentarif geschnitten werden.
      Noch dreimal schlafen und dann habe ich hoffentlich neue Fenster im Wohnzimmer. Ich befürchte fast, dass ich die putzen muss, bevor da die Plissees anmontiert werden.
      Mit Gruß von mir

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  5. Überschriftwortspielerei ist mir sehr angenehm. Außerdem die Einblicke in deine so gar, gar nicht alterserwartungsgemäß eingerichtete Wohnung, ganz ohne Häkelspitzendeckchen unter Venediggondeln. Drinnen wie auf dem Balkon, du bist am Rumoren.

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  6. ……und wenn einer der Handwerker jetzt nicht pünktlich kommt, dann musst du noch länger „provisorisch“ wohnen. Ich halte die Daumen, dass alles klappt wie geplant.

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    • Ute, wenn ich hier plötzlich nicht mehr schreibe, dann liegt das daran, dass ich mit mir selbst gedrückten Daumen schlecht am Computer die Tastatur bedienen kann. Es geht ja notfalls mit dem Stuhl, aber letztendlich möchte ich wieder den ursprünglichen Zustand zurück haben. Wird schon werden.

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