Claras Allerleiweltsgedanken


21 Kommentare

45 Minuten die „Vorhölle“ getestet …

… und für unbrauchbar erklärt.

Auf die Fensterbildstory müsst ihr noch ein paar Stunden warten.

Gestern stand ich 8.00 Uhr in einem Institut auf der Matte, die sich fast nur mit Strahlen beschäftigen. Ich schleppe schon seit sehr vielen Jahren einen „kalten Knoten“ in der Schilddrüse mit mir herum. Vielleicht ist das der, der mich immer abkühlt, wenn es in meinem Inneren zu heiß wird??? – Auf jeden Fall hat er mich noch nie geärgert und sogar enge Rollkragenpullover kann ich ohne Beklemmungsgefühle tragen. Da ich kaum Schmuck trage, könnte ich eine eventuelle Strumaoperationsnarbe kaum verdecken – es sei denn, ich ziehe das Doppelkinn etwas tiefer.

Meine neue, wirklich sehr gute Hausärztin – den anderen hatte das lange Jahre trotz Erinnerung von mir nie gestört – hat mich zu einer Spezialistin für innere Erkrankungen geschickt – so kommt man auch in der Pandemie in Berlin rum 🙂

Mit dem Ergebnis der Sonografie wollte sie sich nicht zufrieden geben – sie ist so ähnlich wie ich – sie will bunte Bilder. Also schickte sie mich zur Szintigrafie.

So weit, so gut. An die letzte vor ca. 20 Jahren konnte ich mich nicht mehr erinnern – sonst wäre ich wohl nicht hingegangen.

Ich wurde auf eine viel zu schmale Liege gepackt – nicht für meinen Popo zu schmal, sondern für meine Arme neben dem Körper. Steht es nicht in der Menschenrechtscharta, dass der Mensch das Recht hat, seine Arme im Liegen neben sich zu betten???

Mir wurde dieses Recht verweigert. Ich musste beide Arme in eine breite Gurtschlaufe bis hinauf zu den Oberarmen stecken, damit sie nicht plötzlich ruckartig abrutschen können.

Dann wurde mir ein unmöglicher Kissenklumpen unter die Halswirbelsäule gestopft, so dass das Schilddrüsengebiet überstreckt ist. Den Sinn sehe ich ja durchaus ein – aber diese abartige Haltung 45 Minuten beizubehalten, ohne dass ich in den Pausen zwischen den einzelnen Bildern (jedes benötigte ca. 10 Minuten, bis es fertig „gemalt“ war) mal irgendwelchen dringenden Bedürfnissen nachgeben durfte. 45 Minuten unter der Maske und keine Hand im Gesicht erlaubt, wenn es mal irgendwo juckt oder scheuert.  Niesen und Husten war auch „verboten“ – sonst hätte das Bild wiederholt werden müssen.

Ihr ahnt vielleicht, dass ich schon schönere 45 Minuten in meinem Leben hatte.