Claras Allerleiweltsgedanken

Zu vorschnell „geschossen“ ??? …

21 Kommentare

… warum passiert das immer mir?

Ich hatte euch ja von den beiden Herren erzählt, die hier bei mir zum Aufmaß für die Plissees waren. Der ältere ging im allgemeinen als der Erfahrenere durch, der jüngere war hübsch, pfiffig und lustig.

Aber beide Mitarbeiter haben ja ein Hinterland, das aus ihrer Firma besteht und wo es jeweils eine Person gibt, die für meine persönliche Betreuung ausgesucht wurde.

Firma 1 mit dem älteren Mitarbeiter:

Selten so eine arrogante, ungeduldige, zickige und offenbar relativ ahnungsarme (PC-Arbeit betreffend) junge Frau erlebt wie diese.

Das erste Angebot kommt und alle 7 Plissees laufen unter der gleichen Stoffart, nämlich grün, und unter der gleichen Anbringungsweise, nämlich geklebt. – Wenn ich dieses Angebot unterschrieben hätte, wären womöglich alle Räume grün bestückt worden.

Also schrieb ich eine Mail und bat um genaue Aufgliederung mit Stoffnummern, damit ich sie beim Anbieter erfal nachverfolgen kann.

Zu dem Zeitpunkt war sie noch nicht viel unfreundlicher als bei unserem Erstgespräch in ihrer Filiale.

Ich bekam also das detaillierte Angebot und schluckte mächtig wegen der 1.833,35 €.

Als nächstes fasste ich den Entschluss, die beiden Räume, die Plissees bekommen sollen, auch mit neuen Fenstern auszustatten. Also schickte ich wieder eine Mail und bat um ein abgespecktes Angebot, die letzten drei Positionen sollten einfach gestrichen werden.

Ich bekam ein Angebot, in dem nur der Endpreis gelistet war, alle anderen Preise fehlten.

Und ich aufmüpfige Kundin wollte doch tatsächlich ein ganz normales Angebot, das man aus dem ersten einfach durch Wegstreichen der drei letzten Positionen erstellen könnte.

Nicht meine Mitarbeiterin. Sie erklärte mir lang und breit am Telefon, dass das ein Systemfehler wäre und dass das nicht ginge und sie jetzt EXTRA für mich ein neues Angebot erstellen muss. Ich habe mir wirklich verkniffen zu sagen, dass das bei 1.225,03 € wohl nicht zu viel verlangt sei.
Da sie mich anrief, obwohl sie Kundschaft vor sich sitzen hatte, wurde sie sehr ungeduldig, wenn ich nicht gleich alles am Telefon akustisch verstehen konnte.

Da sackte sie um 10 Sympathiepunkte bei mir nach unten.

Und dann kam der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte: Ich wollte doch tatsächlich VOR Unterzeichnung des Vertrages die Zahlungsmodalitäten der Vorauszahlung wissen und die IBAN, auf die ich überweisen soll.

Sie hingegen erklärte mir, dass ich das alles bekäme, wenn ich unterschrieben hätte – UND DA WAR SIE RAUS! Ich hätte womöglich 100 % Vorauszahlung leisten müssen und hätte dann mit allem zufrieden sein müssen.

Ich habe mich so geärgert, dass ich ihr eine sehr unfreundliche Mail schrieb – vielleicht lernt sie etwas für die Zukunft. – Doch jetzt im direkten Preisvergleich mit einem anderen Anbieter stelle ich fest, dass B.J. gar nicht so schlecht war.

Vielleicht hätte ich die unfreundliche Dame schlucken sollen wie eine Kröte.

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Und jetzt zu der anderen Firma – eine recht renommierte in Berlin.

Ich bekam das Angebot und war natürlich über die Summe von 1400,90 € erfreut, denn immerhin ca. 430,00 € weniger als bei den anderen. (Na gut, für die geklebte Variante bei den teuren müsste man im Vergleich 140,00 abziehen, aber dann bleiben immer noch 290,00 €.)

Doch leider hat diese Freude nur kurz vorgehalten. Der junge Mann, der hier zum Ausmessen war, hatte für das Wohnzimmer einen falschen Stoff ausgewählt, der in der Preisgruppe 1 liegt – alle anderen und der richtige fürs Wohnzimmer sind Preisgruppe 2. Mit dem richtigen Stoff wäre es um vieles teurer geworden. (Ich werde jetzt noch recherchieren, wer den Schaden getragen hätte, wenn die vier Plissees in der falschen Stoffart bestellt worden wären, ich die aber nicht hätte haben wollen. Wäre ich dann zu einer Abnahme gezwungen worden, weil ich das Angebot in Unkenntnis und im Vertrauen auf die korrekte Arbeit des Angestellten unterschrieben habe?????)

Warum ich die Rechnung in diesem Angebot geprüft habe, kann ich euch nicht sagen, auf jeden Fall war sie falsch, falscher, am falschesten.

Sie hatten mir 1.400,90 € angeboten, es hätten aber bei korrekter Taschenrechner- und Excelvariante 1.667,07 € sein müssen, da die Mehrwertsteuer nicht in Ansatz gebracht wurde. Wenn jetzt noch die Differenz wegen der falschen Preisgruppe addiert wird, sind sie teurer als die, die ich gerade vom Feld gekickt habe.

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Vielleicht werde ich jetzt sagen: „Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.“ Ich bin bereit, bis 1.500,00 mitzugehen, wenn ich genau diese Stoffe bekomme, die ich haben will. Schau’n wir mal.

Wer denkt denn aber auch, dass so eine alte Frau so genau die verwendeten Stoffe bei der Herstellerfirma erfal recherchiert, Preise nachrechnet und dann auch noch aufmüpft – ich möchte mich nicht unbedingt zur Kundin haben. 🙂

*************

Und, was soll ich euch sagen, das neue Angebot ist in meinem Computer angekommen – die Endsumme lautet: 1447, 21 €. Ich weiß nicht, ob ich mich 10 Minuten darüber gefreut habe oder nur fünf – jedenfalls habe ich wieder Excel gestartet und alle Werte eingegeben.

Wenn ich – genau wie bei der ersten Rechnung – die Mehrwertsteuer außen vor lasse, dann stimmt der Preis. Wie kann man so idiotisch sein und den gleichen Fehler noch einmal machen. Mit Märchensteuer müsste ich nämlich 1.722,18 € bezahlen – und dafür hätte ich die ersten nicht aus dem Feld kicken müssen.

Dieser Anbieter ist also raus – bei mir darf man jeden Kardinalfehler nur einmal machen.

*********

Also war ich bei einem Dritten – und alles ist (fast) in Sack und Tüten. Ohne zu feilschen haben sie im Geschäft ein wenig Nachlass gegeben und wir haben uns auf 1.400,00 € geeinigt. – Wenn die neuen Fenster drin sind, kommt jemand zum Aufmaß, dann werden die 7 Plissees bestellt und dann eingebaut – und dann kann ich endlich ohne Bettlaken oder Badehandtuch vor dem Fenster wieder die Tagesschau und anderes sehen.

Was lange währt, wird auch mal gut.

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Obwohl Oma aus Leidenschaft, gibt es kaum omahaftes hier - und Hausfrauentipps und -tricks müsst ihr wo anders lesen.

21 Kommentare zu “Zu vorschnell „geschossen“ ??? …

  1. Ich noch mal: Plissees sind schon eine feine Sache. Eine – für mich – teure feine Sache. In den zehn Jahren nun in dieser Wohnung hatte ich mindestens zehn Phasen, wo ich über eine solche Anschaffung nachgedacht habe. Bei acht Fenstern, davon 6 bodentiefe, habe ich mit Pi mal Daumen 2k gerechnet – wenn ich es anbringen lasse. Und seit zehn Jahren fallen mir 2k Gründe ein, wofür ich das Geld lieber ausgeben würde. Also lebe ich weiter mit meinen Rollos.

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    • Ich kann dich sehr, sehr gut verstehen – zum Glück habe ich nur ein bodentiefes Fenster, nämlich die Balkontür. – Aber ich sehe es immer stärker vor mir, dass ich viel mehr Zeit IN meiner Wohnung als AUßERHALB meiner Wohnung verbringen werde – Schlafenszeiten mal nicht eingerechnet.
      Ich glaube, das wäre mir nie und nimmer bei einer Mietwohnung eingefallen. Da der Eigentümer-Sohn aber nach mir entweder komplett vermietet oder komplett verkauft, ist es zumindest kein schlecht angelegtes Geld. Die Nachfolger könnten höchstens mit den Farben hadern – aber das ist dann nicht mehr mein Problem.
      Richtig begeistert werde ich aber erst sein – oder auch nicht – wenn sie an den Fenstern angebracht sind.
      Kommt Zeit – kommt Einsicht – kommt Freude oder Ärger
      Was steht in deinem Kommentar für „2k“ – also konkret für das „k“???? Ich kann mir die Zahl denken, aber „k“?

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  2. Liebe Clara,
    von Plissees verstehe ich nichts. Habe das Wort erst kennengelernt, als Fa. Hammer bei uns so welche angebracht hat. Das ging glücklicherweise wesentlich unaufregender als nun in Ihrem Fall.
    Vorher dachte ich, Plissees gäbe es nur als Rock und habe mich gewundert, dass man die vors Fenster hängt! 😉
    Gruß Heinrich

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    • Lieber Heinrich, hätten Sie mich – die ich jetzt schon fast wie der Klugscheißer vom Dienst in Sachen Plissees reagiere – vor ca. 3 – 4 Monaten mit diesem Begriff angesprochen, hätte ich auch gefragt? „Wie, hängt man sich jetzt neuerdings diese Röcke aus meiner Jugend an die Fenster?“
      Als ich meiner Nachbarin davon erzählte, dass ich die Fenster erneuern lassen will, fragte sie wie aus der Pistole geschossen: „Und, lässt du dir dann auch Plissees machen?“ Witziger Weise betonte sie das Wort auf der ersten Silbe und da hörte es sich noch blöder an. – Sparsam und geizig, wie ich sein kann, wollte ich die alten Alujalousien wieder montieren lassen. Aber das hat mir der Fensterbauer ausgeredet, weil die jetzigen Glasflächen um einiges größer sind, so dass die Jalousien in jeder Richtung zu klein wären.
      Und da fing mein „Plisseestudium“ an – und ich besuchte mehrere „Studienorte“, um Erfahrungen zu sammeln.
      Schnell, wie ich bin, ist das Studium abgeschlossen. Der theoretische Teil ist gut bis sehr gut über die Bühne gegangen – jetzt müssen sie nur noch an alle Fenster er Wohnung montiert werden – aber die letzten Fenster lassen noch auf sich warten.
      Gruß Clara

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  3. Mir schwirren die Sinne. Vor so vielen Zahlen. Gut, diese ungewöhnliche Rechenschwäche, hatten mir die Lehrer bereits in der Schule attestiert. Später ist es nicht besser geworden.
    Meine Fenster haben eine Erfindung, namens Rollo, zum Glück bereits eingebaut. Die könnte ich runter lassen, wenn ich nackt durch die Wohnung laufe. Aber meistens vergesse ich darauf…

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    • Ösi, gib es zu, du vergisst es absichtlich, die Rollos runter zu lassen – du willst deinen Astralkörper zeigen und hoffst auf Frauen mit offenem Mund, die dich bestaunen.
      Das Kinn auf das Fensterbrett werden sie vielleicht nicht legen können, weil du sicher nicht in Parterre wohnst. Obwohl, Rollos werden bei uns nur in Erdgeschosswohnungen aus Sicherheitsgründen eingebaut.
      Mache es gut und gönne den anderen ruhig ein bisschen Freude.

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      • Mein „Astralkörper“ hat im Lockdown ziemlich gelitten. Beziehungsweise… gelitten hat er nicht. Bloß fett ist er geworden. Manchmal liegt morgens frischer Fisch in meinem Briefkasten. Die Leute denken wohl, das Walross, das sie abends im Fenster sehen, müsste wohl gefüttert werden… 😉

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  4. alle guten Dinge sind 3 😉

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  5. In dieser Richtung ahnungsarm, habe ich beim Lesen mit den Ohren geschlackert und kam irgendwann nicht mehr ganz mit, doch schließlich findet ja die ganze Rechnerei ihr Einigermaßenende. Na, also.
    „ahnungsarm“ ist ein cooles Wort – und letzthin habe ich durch einen Kommentar bei dir gelernt, dass man nur flüssiges Zeug zum Verstopfungenlösen nehmen soll…

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    • Vielleicht gilt das mit den Verstopfungen auch beim Menschen??? Hahaha
      Ist nicht so schlimm, wenn du irgendetwas nicht mehr ganz mitbekommen hast – ICH muss ja Bescheid wissen. – Ich war zuvor in 4 Einrichtungen, um mich beraten zu lassen – bei zwei war ich näher interessiert und was dabei rausgekommen ist, habe ich geschrieben. Und die letzten, bei denen ich erst gestern Nachmittag gewesen bin – bei diesen habe ich die sachlich und fachlich beste Beratung bekommen und letztendlich auch den besten Preis. Ich konnte mir alle Muster in Ruhe ansehen und die Beraterin hat mich auf dieses oder jenes hingewiesen.
      Zu Hause habe ich den Hersteller für die Plissees im Arbeits- und im Schlafzimmer gegoogelt – und habe mich gleich noch einmal gefreut. Sie kommen aus dem Vogtland, also eine ehemalige DDR-Firma. Jetzt ist mir auch klar, warum sie preiswerter sind – viele müssen sich immer noch unter Wert verkaufen.

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  6. Das hast du mal wieder ausgezeichnet gemacht, liebe Clara. Das ersparte Geld kannst du schon in die Fenster investieren. Allerdings muss ich dir trotzdem in einem Recht geben, als Kundin möchte ich dich nicht haben. 🙂

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    • Aber, liebe Ute, du wolltest mich sicherlich nur dann nicht als Kunden haben, wenn du mich irgendwie ein wenig betrügen willst. Eine Tante von mir, die ich mit meiner Mutter mit 9 Jahren im Westen besucht habe, die hatte ein gut florierendes Lebensmittelgeschäft. Und die hat die Leute eifrig betrogen, hat ihnen aber immer umsonst eine kleine Tafel Schokolade geschenkt, damit die Leute dachten, sie sei sehr großzügig.

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      • Betrügen würde ich nie, auch nicht ein klein wenig. Nein, nein, nein.

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        • Bei soviel Redlichkeit bräuchtest du doch dann vor mir keine Angst als Kundin haben. Ich kann ganz lieb, freundlich und zuvorkommend sein.
          Die erste Mitarbeiterin war nur muffelig und maulig. Bei dem zweiten habe ich allmählich das Gefühl, dass es Absicht war. Sie wollten mich mit unlauteren Mitteln als Kundin gewinnen.

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          • Oft habe ich das Gefühl, dass man, je älter man ist, immer öfter versucht, einen „über den Tisch“ zu ziehen. Du hast ja Recht, wenn du dich wehrst.

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          • Genau das denke ich auch – „mit der alten Dame können wir das sicher machen“ – nein, mit mir nicht.
            Bei dem neuen Geschäft, wo ich den Vertrag schon so gut wie unterzeichnet habe, freute es mich ganz besonders, dass die Dinger fürs Arbeitszimmer und für meinen Schlafsalon aus dem Vogtland kommen – ein ehemaliges DDR-Werk, das auch schon damals existiert hat.

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