Claras Allerleiweltsgedanken


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Emsig oder übereifrig kann ich auch!

Im letzten Artikel mit den sieben Gesichtern wurde mir bescheinigt, dass ich witzig sei. Danke – ja kann ich sein, wenn alles läuft. Heute zeige ich mich von der nicht so guten Seite – nämlich emsig oder sogar übereifrig.

Es war (wieder einmal) ein Wohnungstag, da es derartig stürmte, dass sogar die Wetterapp mit einem orangefarbigen Ausrufezeichen-Dreieck warnte, so dass ich wenig Lust hatte, mir Dreck ins Gesicht oder Zweige auf den Kopf wehen zu lassen. Immer nur schlafen und lesen geht nicht – also nahm ich mir den Balkon vor.

Ob mein Maler unter Umständen wegen querdenkerischem Gedankengut trotz (angeblich) negativem PCR-Test eine siebentägige Quarantäne einhalten musste und ihm bei Nichteinhaltung eine fünfstellige Strafsumme angedroht wurde, weiß ich alles nicht.  Ich weiß nur, dass diese Quarantäne genau in die Woche fiel, in der er bei mir arbeiten sollte oder wollte. Und das ist für mich zum Jammern, zum Reihern, zum ungeduldig werden. Jetzt – zum Zeitpunkt des Schreibens – weiß ich immer noch nicht, wie es weitergehen soll. Kommt er in der nächsten Zeit oder verschiebt es sich auf einen ungewissen Zeitpunkt?

Deswegen überkam mich plötzlich und unerwartet die Idee, dem Wohnzimmer wieder sein gewohntes Aussehen zurückzugeben und den Rasen auf dem Balkon auszulegen.

Stück für Stück nahm ich auf dem Balkon Maß und schnitt dann sofort das überflüssige Stück aus dem Teppich raus. Im Laufe der Zeit nahmen die Scheren das übel – und eine davon hält sich jetzt noch versteckt und will sich vor weiterer Arbeit drücken.  Ich kann mich partout nicht erinnern, wo ich sie abgelegt habe.

Als ich das fertig zugeschnittene Teil dann auf die gesaugten und gewischten Bodenfliesen legen wollte, stellte es sich ganz schön sperrig an und wollte nicht ganz bis an den äußersten Rand rutschen. Das muss dann der Maler richten, denn wenn er erscheint, muss ja alles wieder weggeräumt werden. – Der Blick durch die Balkontür gefällt mir. Wenn ich mir jetzt noch erträume, dass die Wand schön ockergelb leuchtet, würde es mir noch mehr gefallen. Und barfuß ist es ein wunderschönes Gehgefühl.

Aber irgendwann lagen die vier Meter auf dem Balkon und ich konnte wieder einräumen. Diese Rolle neben dem Hocker ist das Stück, was von den jetzigen 4 Metern bis zur Balkonlänge von 4,30 m noch ergänzt werden muss.

Als ich die Blumentöpfe auf den ehemaligen Grilluntersatz stellte, verfing sich der stürmische Wind derartig in den Blättern, dass er mir beinahe die Töpfe runtergeweht hätte.

Unter dem Blumentisch sieht man das fehlende Teppichstück. – Als der Wind immer und immer wieder die Blätter rüttelte und schüttelte, drehte ich den Tisch einfach um.

Für kurze Zeit erschien es mir die bessere Lösung, zumal so auch eine Person auf dem hinteren Stuhl mehr Bewegungsfreiheit hat. – Doch dann räumte ich noch einmal um. Zusätzlich sägte ich zwei Spanplatten zu, um die Auflageflächen des Gestells stabil zu vergrößern.

Auf dem letzten Foto ist die ehemalige Teekanne zu sehen. Nachdem ich auch die untere Etage durch ein Brett vergrößert hatte, fanden alle Töpfe Platz.

Der letzte Aufhübschungsakt war das Umsetzen einer Lampe, die im Wohnzimmer partout nicht gebraucht wurde. So wie der obere Teil der Kugel, so etwa sollen die Wände gestrichen werden.

Am Abend habe ich noch schnell ein Handyfoto gemacht – und staunte, dass sich meine Lampe durch die Spiegelung „verdoppelt“ hat. – Kurz vor der Veröffentlichung hat es geregnet – geschüttet – gegossen und wollte überhaupt nicht mehr aufhören. Die Balkontür und das große Fenster, die mehr als 1,5 m von der Regenwelt getrennt sind, sahen aus, als fahren sie durch eine Scheibenwaschanlage. Ist schon verrückt – tagsüber war es heiß wie am Rand der Sahara und abends verstopfen wieder alle Gullis.

Unter dem Schrank im Wohnzimmer habe ich meine zukünftige Fensterdekoration „versteckt“, damit sie nicht knittert. Da bin ich ja mal gespannt, ob ich das vernünftig hinbekomme, denn manchmal stehe ich ja mit Folien auf Kriegsfuß. – Da muss ich nur meinem Medi-Boy den Zugang beim Saugen verwehren, denn sonst macht er Schaden.