Claras Allerleiweltsgedanken

Leichter ist es nicht geworden, das Leben …

13 Kommentare

… doch weitaus mehr für andere als für uns

Das meine ich jetzt nicht als „Clara-Bonmot“, sondern echt und ehrlich. – Wir leiden vor allem unter den massiv gestiegenen Preisen – und wie immer die ärmeren Leute weitaus mehr als die Wohlhabenden, von denen es in Deutschland einige gibt, auch wenn sie noch nicht zu den Millionären oder höher gezählt werden – aber ihr finanzielles Polster reicht wahrscheinlich, um diese Krise und den Krieg in der Ukraine zu überstehen. –

Ich für mich bin wirklich sehr, sehr froh, dass ich seit Oktober 2017 kein Auto mehr habe, da ich es nach einem Auffahrunfall verkauft/verschenkt habe. Die Kosten für die gerade neu aufgezogenen Allwetterreifen überstiegen die Einnahme aus dem Kauf um vieles.

Ich fühle mich nach wie vor hilflos, kann aber – wie so oft – nichts Kluges dazu schreiben. Politik empfand und empfinde ich nach wie vor als schwierig und überwiegend als Männersache, denn bis auf die wenigen Frauen, die in der Politik eine Rolle spielten oder spielen, sind es eben Männer, die alles beraten, bestimmen, verpfuschen, auf die kriegerische Spitze treiben, gelingen lassen und und und. Nach der Dokumentation in ARTE über Frau Merkel bin ich der Meinung, (vielleicht bekomme ich zu lesen, dass ARTE bei Einschätzungen von Politikern aus Ost und West rücksichtsvoller umgeht als andere Sender, besonders dann, wenn die Dokumentationen vor Ausbruch des Krieges gedreht wurden) dass sie ihre Sache mehr oder weniger gut  gemacht hat, dennoch zeigen sich jetzt die Versäumnisse bei Klimaschutz und Bundeswehrausrüstung besonders deutlich. Aber all diese Sachen entscheiden ja nicht die Kanzlerin/der Kanzler allein, denn über Gesetzesvorlagen und deren Verwirklichungsabsichten muss ja meist der Bundestag abstimmen bwz. der Bundespräsident zustimmen.

Andere Frauen haben sich da schlechter geschlagen – besonders die, die sich im Verteidigungsministerium oder in der EU betätigt haben oder noch tätig sind. Ein Segelschulschiff mit Namen Gorch Fock und gelieferte Helme sind mir zum Beispiel in Erinnerung – aber das ist alles schon so lange her, dass es gar nicht mehr aktuell ist.

Und deswegen verlasse ich jetzt ganz schnell dieses heikle Gebiet und erzähle euch noch ein wenig über „Ruhrpöttisch„, das ist ein friedliches Umfeld und ein schön zu lesendes Buch.

Ruhrgebietsliteratur-Häppchen

Wenn sich Männlein und Weiblein ganz doll lieben, dann nennt sie ihn zum Beispiel:

Böcksken, Bullebäuseken, Fürzepüppel, Hasimänneken, Knuddelbär, Möppelken, Pöcksken, Schlönzken, Schnibbel, Schnübbelsken, Schnüffi, Schnuppel, Stümmelken

Bevor hier meine Rechtschreibungswarnanlage verrückt spielt, höre ich lieber auf. Die Menschen dort müssen andere Sprachwerkzeuge haben, mir ringelt sich die Zunge, wenn ich manche Namen aussprechen soll – nur den dick gedruckten Begriff kenne ich.

Und er – so er auch aus dem Ruhrpott stammt, antwortet oder reagier mit diesen Anreden:

Dierken, Etteken, Föttken, Häppken, Mäuselöffelken, Mäusi, Püppi Schnüssken, Stitzken Täubin

Vielleicht hatte ich an den oberen Begriffen weniger auszusetzen, weil ich sie weniger verstand. Hier die unteren sind verständlicher – aber ich mit meiner Ablehnung gegen alle Verkleinerungsformen würde aus der Haut fahren, wenn ER zu mir FÖTTKEN oder MÄUSI sagen würde – spätestens beim ersten mal PÜPPI -sagen hätte er meinen Latschen am Kopf, könnte ich besser zielen.

****************

Hier die erste Strophe von Ode an Kannap, dat windige Kaff“ – erinnert mich in der Fortsetzung an eine Geschichte aus dem Struwwelpeter oder an die Wetterkapriolen der letzten Zeit

Wenn et schüttet volle Kanne,
wenn en Sturm macht platt ne Tanne
Bleiben Blagen, so ganz lütte, ……………………………das hört sich ziemlich berlinerisch an
besser stickum inne Hütte.
Robert Rotzich dacht sich: Nee,
bissken plästern tut nich weh.-………………………….dank Googel weiß ich auch was „plästern“ heißt
Und mit Krücke und ner Kapp‘
dackelter nach draußen app.

**************

Von Goethes Faust habe ich diesen Dialog zwischen Herrn Dr. Faust und Gretchen in Erinnerung:

Er: Schönes Fräulein, darf ich’s wagen, Ihnen Arm und Geleit anzutragen.

Sie: Bin weder Fräulein noch bin ich schön, kann ungeleitet nach Hause gehn.

Und hier habe ich lachend gelesen:

Ey, lecker Mäusken, daar ich wagen,
dich ein bissken anzugraben?

Is nix mit Baggern, bin kein Mäusken ……………… (ich höre förmlich Clara sprechen)
geh nur solo inn’t Kabäusken.

Und so geht es dann munter weiter, Mephistopheles kommt auch zum Einsatz. Da ich aber die entsprechenden Textpassagen im Original nicht vor Augen habe, lasse ich jetzt mal das Abschreiben.

***************

Beliebt sind im Ruhrgebiet die Witze über Antek und Frantek. Da viele polnische/oberschlesische Bergleute ins Ruhrgebiet eingewandert sind, kam es wohl zu dieser Namensgebung. Ich fand die immer schon ganz besonders lustig, da die Ehegesponste meiner beiden Cousinen Anton heißen und beide im Bergbau gearbeitet haben und beide jetzt im Ruhrgebiet wohnen. So klein ist Europa – leider oder Gott sei Dank in jeder Beziehung.

 

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Hausfrauentipps und -tricks als auch Koch- und Backrezepte müsst ihr wo anders suchen.

13 Kommentare zu “Leichter ist es nicht geworden, das Leben …

  1. Hömma, liebe Clara,
    Du biss ja ein richtich tofftet Schätzken – dat is ja kaum unglaublich´!
    Du glaubss nich, wat dat mein altet Herz erfreut, datt Du so – aus so eine Entfernung! -ein Fan von unserem Ruhrdeutsch biss.
    Du hass Dir sonne richtich härzliche Umärmelung mit ganz feste Drücken verdient!
    Liebe Grüße!
    Lo

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  2. Liebe Clara,
    Bei den Energiepreisen und einer sich zehn Prozent weiter annähernden Inflationsrate, bleibt mir das Lachen im Hals stecken. Im Schildescher Hausflur meiner Großeltern hingen ein paar Bilder von Carl Spitzweg, ein Maler aus der Biedermeierzeit, dessen Bilder mich als Kind faszinierten. Es gab den Blumenfreund, den Bücherwurm und den armen Poeten. Vor diesem Bild verbrachte ich nachdenkliche Kindheitsstunden, es erschien mir irgendwie schicksalhaft, heute verstehe ich, wieso.
    Diese ruhrpöttischen Verhohnepipelungen gegenseitiger Bekosungen, las ich schmunzelnd und mit leichtem Grusel…😎
    Liebe Grüße
    Amélie 🌱

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    • Du musst bis nach dem Turnier warten, ich war Geld ausgeben bei Netto – und das nicht wenig – bei Frau Momo habe ich genaueres geschrieben.
      Also bis am Abend, da melde ich mich dann.

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    • Gestern Abend, liebe Amélie, wollte ich den Computer nicht mehr öffnen, sondern mich nach dem vielen, vielen Lärm beim Turnier (es war eine 12köpfige Truppe an einem Tisch, die offenbar etwas gefeiert haben – und in einer derartigen Lautstärke gelacht und gekreischt haben, dass mir fast die Ohren schmerzten. )
      Da habe ich mir in aller Ruhe und Gemütlichkeit die einzelnen Schnipsel der Sendung „Klein gegen Groß“ angesehen – ich LIEBE diese Sendung aus verschiedenen Gründen.
      Mir ist zwar „Der arme Poet“ nicht von allein als Vergleich eingefallen, aber das kann schon hinkommen – vielleicht nicht ganz so krass. Aber wenn die weniger wohlhabenden Menschen ihr Geld für lebensnotwendige Dinge ausgeben müssen, dann bleibt für Kunst, Kultur, Bekleidung oder anderes wahrscheinlich nichts übrig, was nach den langen Entzugszeiten nach der Pandemie doppelt schlimm ist.
      Schön, dass dich auch leichter Grusel bei vielen Kosenamen in Ruhrpottdeutsch befallen hat – mich befällt der ja schon bei Verkleinerungsformen, die sich erwachsene Leute freiwillig aussuchen.
      Sonnige Sonntagsgrüße um die 5° schickt dir
      Clara

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  3. Die gestiegenen Kosten werden uns noch zu schaffen machen. Auch wenn wir darunter weniger leiden als Leute mit weniger Einkommen, merken werden wir es auch. Unseren Spritverbrauch können wir ja zum Glück durch Verzicht etwas steuern, aber bei Lebensmitteln sieht das schon anders aus. Ich habe keine Ahnung, wo das noch hinführt. Noch bin ich ja in der glücklichen Lage, das ich regelmäßig Tariferhöhungen bekomme, die zwar das nicht ausgleichen, aber besser als nix. HartzIV Empfänger und Menschen mit kleinen Renten, Berufspendler mit geringem Einkommen usw. trifft das ungleich härter.
    Frau Merkel hat sicherlich einiges ganz gut gemacht, unter’m Strich hat aber auch sie viel verpennt und ausgesessen und die Abhängigkeit von Russland haben wir auch ihr ganz wesentlich zu verdanken. In Sachen Bildung, Gesundheit, Energiewende, Argrar-und Verkehrswende hat sie nicht wirklich was auf die Kette gekriegt.

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    • Hallihallo und huihuihui, ich komme gerade vom Einkauf. Ich kaufe ja nur für eine Person ein und es waren kein Alkohol und auch kein Kaffee oder sonstige Genussmittel wie Süßigkeiten dabei – lediglich ein wenig Haushaltschemie für den Geschirrspüler. Und ich habe rund 69,00 € bezahlt. Zum Glück waren es nicht meine letzten 69 Euro auf dem Konto – aber es war schon ein ganz schöner Hammer. Und dabei waren die wenigen Preise, an die ich mich erinnern kann, nicht gestiegen. Ich habe den Kassenzettel mitgenommen und werde mir das Desaster mal ansehen. – Und das ist jetzt erst der Anfang von der Preisspirale.
      Verhungern wird wohl hoffentlich niemand, aber die Restaurants, die Kultureinrichtungen, die Kleidungs- und Einrichtungsbranche werden es merken, denn alles, was man zu solchen Zeiten zurückstellen kann, wird man wohl zurückstellen müssen.
      Meine Rente liegt um wenige Euro über der Mindestrente, weil ich ja 10 Jahre Hartz IV bekommen habe. Wohne ich noch in der alten Wohnung, hätte ich nach der Mietzahlung noch 300 € für ALLES, nicht nur für Lebensmittel, auch Telefon, Versicherung und was es alles so an Ausgaben gibt.
      Den Deal mit dem Erbe meiner Mutter und der Beteiligung am Kaufpreis dieser Wohnung war der beste Deal, der mir in den bis dahin 70 Jahren unter gekommen ist.
      In demokratischen Ländern kann man ja die ausgeübte Politik nie allein den allerobersten Leuten anrechnen oder ankreiden. Ich weiß noch, wie A.M. schärfere Coronaregeln wollte, weil sie die Exponentialfunktion begriffen hatte – aber sie ist nicht durchgekommen.
      W.P. herrscht natürlich weitaus eigenmächtiger, da er das Wort Demokratie zwar gut in deutsch aussprechen kann wie auch ganze Sätze und Gedanken, aber ER BESTIMMT, was gemacht wird – und das ist der große Sch…
      Ich muss mich beeilen, ich muss weg.

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  4. Gut, dass Du so eine wunderbare Leselektüre aus dem Pott hast. Da kann man bei so vielen Wortkreationen gut auf andere Gedanken kommen und den Preiswahnsinn vergessen. Vielleicht steigt jetzt der Bücherkauf wieder an, wenn alle verzweifelt nach angenehmen Fluchten suchen 🙂
    Liebe Samstagsgrüße

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    • Liebe Mallybeau, in gewisser Weise zähle ich mich schon zu den (sehr) Privilegierten, auch wenn meine Rente nur sehr wenig über der Mindestrente liegt. Aber zum Glück hatte ich eine Mutter, die eine sehr gute Rente bekam und diese nicht annähernd selbst verbrauchte, weil sie seit ihrem 70. Lebensjahr kaum noch verreiste und bis kurz vor ihrem 100. lebte – da blieb in den letzten Jahren auch trotz Pflegeheim noch Potential zum Sparen. Und das bekam dann die einzige Tochter vererbt.
      Zum Glück habe ich dieses Geld nicht verballert oder so, sondern zu dem Kauf der Wohnung dazu gegeben, die mein Sohn gekauft hat. Das lässt mich jetzt das unschätzbare Privileg genießen, keine Miete zu zahlen, denn sonst würde ich mehr als auf dem Zahnfleisch kriechen.
      Irgendwo habe ich mal gehört, dass der Wohlstand der Deutschen zu einem großen Prozentsatz förmlich explodiert ist. 10 Jahre meines Lebens (1970 – 80) haben wir zu viert in 49 qm gewohnt – jetzt habe ich einige mehr und lebe ALLEIN. – Mit anderen Sachen bin ich weitaus mehr auf dem Teppich geblieben.
      Ich hoffe, dass ich nie vergesse, das Leben ärmerer Leute entsprechend zu beachten und zu helfen, wo es wirklich nötig ist.
      Mich lenkt Lektüre leider momentan nicht wirklich ab – Nachrichten schon gleich gar nicht. Heute Abend stürze ich mich wieder mal in ein Turnier – und der Platz oder der Preis sind mir wirklich VOLLKOMMEN egal – ich will nur meine grauen Zellen auf anderes richten als Krieg.
      Liebe Grüße

      Gefällt 2 Personen

  5. Politiker nach dem zu bewerten, was sie gesagt, ist wie Münchhausen, nach der Wahrheit zu fragen. An ihren Taten könnt ihr sie erkennen und dann unterscheiden sich Politiker von Politikerinnen Null Prozent. Alle leben eine Agenda. Die der jeweiligen Zeit. Man kann dann die verschiedenen Zeitepochen miteinander vergleichen und wird bestimmt viele übereinstimmende finden. Mal mehr, mal weniger aber man findet sie immer. Da die Agenda immer gleich bleibt. Sie wird nur an den jeweiligen Stand angepasst.

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