Claras Allerleiweltsgedanken


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Frau wird alt wie eine Kuh …

… und lernt immer noch dazu!

Dieses Bonmot erkläre ich später, jetzt kommt erst einmal die Story

„Clara bekommt einen Fernsehsessel geliefert“

Der Tag stand fest, die Zeit war auf 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr (nicht) eingegrenzt. Der Fahrer der Spedition DB Schenker soll ca. 30 Minuten vor der Anlieferung auf dem Mobilphone anrufen. Ich sitze ganz brav mimt weit aufgesperrten Ohren zu Haus.

Da kommt der vermeintlich erlösende Anruf – es ist aber die Dame von der Spedition, die mir sagt, dass der Fahrer schon wiederholt versucht hat, mich zu erreichen und immer nur den Anrufbeantworter am Ohr hatte. In diesem Moment klingelt es und ich fahre zum Glück sofort nach unten.

Dort stellen sich zwei sehr unangenehme Tatsachen heraus. Der Fahrer wählte ständig eine falsche Nummer und zweitens wird die ca. 40 kg schwere Kiste nur bis Bordsteinkante geliefert. Ich konnte den Fahrer erweichen, die Kiste wenigstens noch bis ins Haus hinein zu fahren. Seine Dienstvorschrift verbietet ihm, die Kiste mit dem Fahrstuhl nach oben zu begleiten – also fuhr ich allein mit diesem Monsterding.

Was lobe ich mir da die Anlieferung des ersten Sessels. Die beiden Männer vom Hermes-Lieferdienst trugen ihn ohne Bitte oder Aufforderung ausgepackt und aufgebaut in mein Wohnzimmer und warteten sogar noch einen Testlauf ab. Bei dieser Sendung war die Lieferung im Preis inbegriffen – bei der jetzigen musste ich 30,00 € für die Bordsteinkante bezahlen. Die Hermesfahrer bekamen ihr Trinkgeld zurecht.

Mit Ziehen und Stoßen hievte ich ihn aus dem Fahrstuhl hinaus – aber die jetzt noch fälligen 8 Stufen nahm ich gar nicht erst in Angriff.

Sehr diebstahlgefährdet war er wohl bei diesem Gewicht nicht. Also hatte ich ausreichend Zeit, einen Schlachtplan zu ersinnen. Sohn nicht greifbar, Männer im Haus (fast) alle alt und schwach. Also blieb mir nur, die beiden Hausmeister mit einem versüßenden Trinkgeld zu meiner Kiste zu locken.

Der ältere ist im Urlaub – und den jüngeren verstehe ich so schlecht, weil er Pole ist. Zum Glück versteht er aber mich – und er kam sofort mit, um die Kiste die 8 Stufen erklimmen zu lassen – was ihm an dem kräftigen Spannband auch gelang.

Ich lockte ihm auch noch die Zusage ab, dass er mir den Sessel aufbaut.

Natürlich wollte ich die Arbeitszeit für ihn verkürzen und machte mich schon mal ans Auspacken. Bevor ich alle Spannbänder abschnitt, entstand dieses „grandiose Gesamtkunstwerkfoto“.

Jetzt gibt es eine Sessel-Auspack-Galerie. Ich habe es doch schon immer geahnt, wofür ich diese edlen, teuren Messer von Zwilling brauche: Um Packbänder und Kartons aufzuschneiden – das können diese Messer so hervorragend, dass ich immer nur zusehen muss, die Finger schnell genug aus ihrer Laufbahn zu nehmen.

Wenn ich das gesamte Verpackungsmaterial nehme – Karton, Plastik, Styropor, Luftblasenfolie – ist es schon fast eine Umweltsünde, sich so ein Gerät zu bestellen. – Auf dem ersten Foto lacht mich die Rückenlehne an, die gleich auf dem alten Fernsehsessel (der leider immer noch nicht abgeholt ist) zwischengelagert wird. – Dann kommt der Sitz mit den beiden Motoren – der allein war schon so schwer, dass ich ihn nur ziehen, nicht heben konnte. – Am meisten hat mich das nächste Foto überrascht. Es war ein absolut leerer Karton, der nur den Platzhalter spielte. – Der gut verhüllte Fuß ist wirklich edel.

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