Claras Allerleiweltsgedanken

Ein Wort in eigener Sache

14 Kommentare

An alle meine Mitschreiber (m*w*d*), die hier Tatsachen oder gefühlte Tatsachen über die oder von der DDR schreiben. Bitte bitte lasst das vollkommen überflüssige Wort „ehemalige“ weg – jeder hat erfasst, dass es die DDR seit 1990 nicht mehr gibt. Keiner würde auf die Idee kommen, vom „ehemaligen Mittelalter“ zu schreiben. Alle, die von den damals rund 17 Millionen noch leben, wissen, dass es 40 Jahre lang ein realer Staat war, der mit der Vereinigung beider deutscher Staaten weggefallen ist.

Ursprünglich dachte ich, die „ehemalige DDR“ wäre so etwas wie ein „weißer Schimmel“  und habe es bei den Tautologien eingeordnet. Ich habe mich aber belehren lassen müssen, dass solche doppelt-gemoppelten Begriffe ein Pleonasmus sind.

(meist) überflüssige Häufung sinngleicher Ausdrücke
„weißer Schimmel/mit meinen eigenen Händen/schwarzer Rabe“

Deswegen habe ich mal ganz schnell die Definition von Pleonasmus kopiert:

Ein Pleonasmus (griechisch πλεονασμός pleonasmós; Überfluss, Übertreibung, Vergrößerung [in der Erzählung]) ist eine rhetorische Figur; sie ist gekennzeichnet durch Wortreichtum ohne Informationsgewinn…

Für mich ist ja schon die Aussage „es regnet draußen“ oder „draußen scheint die Sonne“ überflüssig, denn wo sonst sollte es regnen oder scheinen – wenn nicht draußen.

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Viel ist ja nicht passiert seit meinem letzten Artikel. Die Feiertage haben wir jetzt alle hinter uns – wirkliche echte Suchaktionen nach Ostersüßigkeiten wird es wohl bei den wenigsten gegeben haben. – Meine Osterüberraschung von der netten Nachbarin stand – wie immer – einfach so vor der Tür. Das Platzdeckchen wird meine Tischdecke bei Balkonmahlzeiten schützen, der Schokohase lebt bisher noch und das hübsche Osterei wurde zweckentfremdet an einem „Schmuckbaum“ aufgehängt. – Die schönste Osterüberraschung war für mich, dass die Mitglieder der „Weitweg-Familie“ angerufen haben, das ging nämlich nicht so auf die Hüften wie die vernaschten Marzipaneier.

Meine „lustigste“ Osteraktion war das „Verstecken“ eines Blumentopfes in einem größeren Übertopf. – Aus einigen Schäden auf dem Balkon klug geworden – siehe hier, wo sich der Inhalt eines Übertopfes auf dem Teppich ausgebreitet hat, weil das Gewicht des Topfes einem kleinen Stürmchen nicht standgehalten hat – nahm ich dieses Mal anderes, schwereres Füllungsmaterial. Dieses auf dem linken Foto ist verwerfliche „Spielerei mit Lebensmitteln“, das sind nämlich Semmelbrösel. Bei uns gibt es oft nur die Riesenpackungen – und die kann ich nur verbrauchen, wenn ich sie in Übertöpfe fülle.

Dieses Mal habe ich dem Spielplatz zwei kleine Tüten voll Sand entführt, diesen ganz ordentlich gesiebt und dann mit Hilfe eines Trichters ganz ordentlich um den Topf der (Kunst-)Pflanze drapiert. Jetzt ist der Topf tatsächlich ziemlich schwer, ich konnte ihn jedoch noch zum Fensterbrett tragen. – Auf diese Weise können auch mal ältere Damen mit Sand spielen.

Von innen ist der immer noch österliche Ausblick so:

Und das war die Sendung: „Neues aus dem Clarablog“

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Hausfrauentipps und -tricks als auch Koch- und Backrezepte müsst ihr wo anders suchen.

14 Kommentare zu “Ein Wort in eigener Sache

  1. Ich bin ehrlich und gebe zu, dass ich mich ertappt fühle. Ich bin bisher weder auf die Idee gekommen, dass der Begriff „ehemalige DDR“ nicht nur absurd ist, sondern auch Menschen, die in der DDR gelebt haben, antriggert. Ich gelobe Besserung.

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  2. Wie merkwürdig, dass mir jetzt eine ehemalige Kinderfrau einfällt, die total gerne Danziger Goldwasser mochte. – Habe seit dreißig Jahren nicht mehr dran gedacht!

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    • Ich kenne sogar „Goldwasser“ – ob es nun unbedingt das Danziger war, weiß ich nicht – aber diesen Schnaps, in dessen Flasche beim Schütteln so kleine Goldflocken schwammen.
      Deswegen habe ich den Text extra nochmal gelesen – weiß aber dennoch nicht, wo der Anhaltspunkt für deine Gedanken war.
      Gestern traf ich mich mit der töchterlichen Fahrradfahrerin, die ihre zweite Osterferienwoche für einen Kurs rund um Berlin nutzt. Sie hatte auf einem Zeltplatz – schon auf Berliner Gebiet – übernachtet und ich fuhr mit Bus + S-Bahn + Fähre über den Wannsee zum Treffen in Kladow. Ich war fasziniert von dem noch relativ neuen Reiserad der Extraklasse, bestaunte alle unüblichen Features und bewunderte mit (fast) offenem Mund, wie Frau mit so einem vollgepackten Fahrrad ca. 80 km am Tag vorwärts kommt.
      Es war ein sehr lustiger Tag ohne Gespräche, die familiäre Ernsthaftigkeiten betroffen hätten – nur der Krieg wurde heftigst diskutiert.
      Gestern am frühen Abend wollte ich so gegen 18:00 Uhr einen verspäteten Mittagsschlaf machen und legte mich in „Komplettmontur“ aufs Bett. Davon bin ich vor einer reichlichen halben Stunde aufgewacht – AUSGESCHLAFEN!

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      • Das mit dem Anhaltspunkt für meine Goldwassergedanken, das geht bei mir Ratatata-rein assoziativ…
        – familiäre Ernsthaftigkeiten müssen ja auch nicht zwangsläufig angesprochen werden, manchmal reichen Lachen und Liebe, rein vom Gefühl her, grad wenn ein paar Wildschweine die Straßenseite wechseln, das war wieder rein asso…Tirallala (obwohl ´s mir so gar nicht danach ist).

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  3. Ich liebe ja den weißen Schimmel 😁
    Ansonsten würde Dein hasiges Platzdeckchen gut zu meinem langohrigen Frühstücksbegleiter passen 😉
    Liebe Grüße von der Silberdistel

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    • Hallo, liebe „Weiß-Schimmel-Liebhaberin“, heute gibt es zu einer vollkommen unüblichen Zeit eine Antwort von mir. Gestern war ich den ganzen Tag an der frischen Luft unterwegs und früh schon vor 7:00 Uhr aufgestanden. Das hat mich wohl so ermattet, dass ich gegen 18:00 Uhr ein verspätetes Mittagsschläfchen – komplett angezogen – machen wollte. Und genau von diesem bin ich vor ca. 30 Minuten aufgewacht. So gut habe ich noch nie ohne meine Abendmedizin, ohne zu trinken, ohne Toilettengang 11 Stunden geschlafen. – Es muss wohl nötig gewesen sein. – Und jetzt, da noch dunkel, kann ich NUR an den Computer, denn für anderes Tagewerk ist alles noch zu dunkel.
      Nach einer großen Tasse mit Kaffee kann der normale Tag beginnen!
      Ausgeschlafene Grüße von der Clara

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  4. Liebe Clara,
    Och jooo….
    Meint die gemütliche Ostwestfälin so…es gibt so viel aufzuregen. Pleonasmen, Plaque und Politik. Klar haste Recht. Doch lausche einfach nur den angeblich Redegewandten der Politik und schon krümmt sich die deutsche Grammatik in Agonie und Todesschmerz.
    Über der Spüle in der Küches des Hauses meiner Großeltern mütterlicherseits hing über dem Boiler ein Bild mit einer Glühbirne. Darunter stand in altdeutscher Schrift: „Vor Inbetriebnahme des Mundwerks bitte erst das Gehirn einschalten.“
    Ein schlauer Spruch ist das, eine kluge Erinnerung daran, dass Nachdenken sinnvoll sein kann, bevor Worte fließen. Klug auch, dass der Spruch über einem Wasserhahn hing…
    Herzliche Grüße
    Amélie 🌸❣️

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    • Liebe Amélie, schon seit Wochen oder gar Monaten habe ich es mir mehr als gründlich abgewöhnt, irgendwelchen Politikern gleich welchen Geschlechts, egal, aus welcher Partei mein Ohr zu leihen – da könnte ich gar nicht auf Sprachfeinheiten achten, weil ich mich über den Inhalt viel zu sehr ärgern würde.
      Dennoch habe ich vor kurzem einer längeren Rede von Gregor Gysi gelauscht – allerdings ist die noch zu Zeiten von ihm gehalten worden, als noch Frau Merkel Kanzlerin war. – Seine Sätze sind geschliffen, treffend und es machte mir Spaß, ihm zuzuhören.
      Heute war ich zu einer Beratung zu meinem mehr als schlechten Zahnstatus. Die Zahnärztin machte einen sehr kompetenten Eindruck. Sie wird mir alles zuschicken – sowohl Zeitdauer der einzelnen Maßnahmen mit ihren Abheilungsphasen und natürlich auch, was sie dafür haben möchte. – Es ginge um vier Implantate.
      Ich werde sehr, sehr grübeln müssen.
      Heute war auch der Angestellte der Fensterfirma da und hat die kaputte Scheibe gewechselt. – Ich hoffe, jetzt passiert kein Malheur mehr.
      Jetzt erst einmal einen sonnigen Gruß von mir

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  5. Ach, liebe Clara, wenn man danach sucht, dass Einstein mal was Dummes gesagt hat, wird man es finden. Nun kann man sich darüber auslassen oder aber sagen: „Passiert uns allen mal.“
    Ein schön breites Fensterbrett hast du. Das würde meiner Katze sehr gefallen als Schlummerplätzchen.

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    • Ja, liebe Gudrun, so ist das mit den unterschiedlichen Interessen oder sogar Hobbys – die eine fotografiert ganz, ganz viel, die andere interessiert sich sehr konkret für Schafe und Wolle und die andere hat an allem, was mit Sprache zusammenhängt, ihre Freude. Es ist ja eine ganz allgemein gehaltene Ausführung, auf niemand konkret bezogen.
      Nur die „ehemalige DDR“ finde ich wirklich doof – aber meine Ausführung hier wird diesen Begriff nicht aus der Welt schaffen.
      Deine Katze oder jede Katze hätte hier tatsächlich ein breites Fensterbrett – aber von diesem sieht sie fast nichts oder nur Dächer, weil sie nur den Balkon vor sich hat. – Am Nachmittag scheint die Sonne auf das Fensterbrett und dann wird es richtig gemütlich warm.

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      • Nee, das glaube ich auch: der Begriff bleibt kleben. Nimm es gelassen, wenn es geht.
        Meine Katze war so erschrocken, als hier unten jemand am Balkon vorbei lief. Das kannte sie ja nicht. Oben gab es nur ab und zu mal einen Vogel und jede Menge Insekten.

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  6. Die „ehemalige DDR“ ist wirklich absurd. Mein Liebligspleonasmus ist „sich gemeinsam treffen“, kann man sich denn allein treffen?

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