Claras Allerleiweltsgedanken

Lila war ihr Paletot …

22 Kommentare

… laut Duden ein dreiviertellanger Damen- oder Herrenmantel …

… der mir plötzlich und unerwartet als Geschenk ins Haus gekommen ist.

Ein Blogfreund, der zu seinen Arbeitszeiten viel reger im Netz unterwegs war als jetzt, wo er die Früchte seiner Arbeit als Rentner oder Pensionär genießen kann, war längere Zeit abgetaucht. Weder bei WhatsApp noch irgendwo anders konnte ich seine bayrischen bzw. fränkischen Weißwurst- oder Bierfotos finden. Einige Zeit fiel es mir gar nicht auf, doch dann plötzlich machte ich mir Sorgen, anfangs kleine, später größere.

Ich habe ja leider genügend Erfahrungen gemacht, wie Leute aus Bloggersdorf wegen ihres Todes nicht mehr hier vertreten sind. Noch größer wurden die Befürchtungen, als mein Handyanruf auch nicht funktionierte, weil es die Nummer nicht mehr gab. Dabei hätte es doch genügt, immer nur zu murmeln: „Unkraut vergeht nicht!“

Also suchte ich die Festnetznummer im Telefonbuch — und — hatte die etwas erstaunte Gattin am Ohr. Ich wurde (fast) auf Herz und Nieren geprüft, ob ich vertrauenswürdig genug sei, um als Anruferin an den gerade nicht anwesenden Gatten gemeldet zu werden.

Mir fielen wirklich drei Steine vom Herzen, als ich ihn kurze Zeit später am Ohr hatte. Durch die stark fränkisch gefärbte Aussprache verstehe ich zwar nicht alles, aber das war in diesem Moment nicht ausschlaggebend.

Kurze Zeit später bekam ich die Nachricht, dass ein Päckchen an mich unterwegs sei – keinerlei Andeutungen über den Inhalt.

Diese Sendung hatte es sehr, sehr schwer, in meine Hände zu gelangen. Es kam mit der Briefpost, passte aber nicht in den Briefkasten. Ich fand die Nachricht vor, dass ich es im weit entfernten Postamt ab 13:00 Uhr am nächsten Tag abholen kann.

Doch da traf ich mich mit meiner Tochter in Kladow, die auf dem Fahrrad Berlin umrundet und in keinem Verwandtenbett schlafen wollte, sondern lieber auf Zeltplätzen. Es waren sehr schöne und auch sehr lustige Stunden, die wir miteinander verbrachten, zum großen Teil im Biergarten oder beim Chinesen, da sie das sehr wertvolle Fahrrad mit allem Gepäck nicht längere Zeit ohne Aufsicht lassen wollte. – Für mich gab es eine ganz leckere Überraschung – nämlich kalten Hund.

Da die Post mit ihren kundenunfreundlichen Öffnungszeiten nur bis 18:00 Uhr sendungsausgabewillig ist, verstrich wieder ein Tag ergebnislos. Damit der absendende Blogfreund nicht denkt, ich will das Päckchen nicht abholen, erklärte ich die Situation.

Was lange währt, wird auch mal gut. Am nächsten Tag halte ich einen dicken, weichen, großen Umschlag in der Hand. Im Nebenraum des Postschalterbereichs reiße ich den Umschlag auf – und musste mich beherrschen, nicht laut zu juchzen – zumindest habe ich meine Freude über das Geschenk sofort telefonisch weitergereicht.

Als ich diese Fotos an den „Spender“ schickte, verlangte er nach einem lila Hut als damenhafte Ergänzung. Ihr kennt mich – damenhaft ist nicht bei mir. Ich schlug ihm diesen Hut vor, doch der wird auf meinem Kopf nicht das Straßenpflaster zu sehen bekommen.

Dieser Hut hat schon hexige Faschingszeiten mit mir gefeiert – da war er aber noch nicht so verblichen. – Einen anderen kann ich auch noch bieten

Doch am allerschönsten ist der letzte, denn er ist eine Erinnerung an meine Blogfreundin Lucie.

 

 

 

Aber jetzt ist Schluss mit der „Hüterei“ – der Mantel fiel dem Blogfreund in die Hände, als er die Wohnung seiner Schwiegermutter (90 Jahre) nach deren Tod ausräumen und in Ordnung bringen musste. – Mich hat es gefreut, dass auch andere betagte Damen lila mögen.

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Hausfrauentipps und -tricks als auch Koch- und Backrezepte müsst ihr wo anders suchen.

22 Kommentare zu “Lila war ihr Paletot …

  1. gefällt mir alles an diesem blog: clara im lila mantel, gedanken um blogfreundschaften, geschenkversandt, kalter hund – so ist die welt angenehm und freundlich. danke fürs berichten, gruss roswitha

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  2. Liebe Clara,
    Gut, dass Deine Spürnase auf der Suche nach lange nicht Gelesenen keine Ruhe geben wollte…Und Siehe da- platsch, ein kleines lila Wunder passiert. Und wieso? Weil Du nicht aufgegeben hast. Und dann noch Familienqualitätszeit…? (Das ist Sozialpädagogenklingonisch für Familienpflege…)
    Das Mäntelchen steht Dir allerliebst und ist ein feiner Allwetterkünstler, wie mir scheint.
    Gerne gelesen wie gut es Dir gerade geht und mit Dir mitgefreut.
    Liebe Grüße
    Amélie ❣️🌸

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    • So, liebe Amélie, nachdem ich unzählige andere Igel gekämmt habe, kann ich mich endlich dem Computer widmen, um meine letzten zwei Kommentare zu beantworten.
      Die Familienqualitätszeit wird mit anderer Person am Sonntag fortgeführt.
      Über die Brücke mit dem „Allwetterkünstler“ gehe ich nicht, denn da bräuchte ich dringendst eine Kapuze – und gegen Regen scheint die Abwehr sehr gering zu sein.
      Und ein ganz liebes Tschüss von
      Clara

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      • …Ein lila Regenhut stünde Dir auch gut …zu Gesicht (oder nicht…?👀)
        oder ein Parapluie mit lila Löwen drauf? Egal. Ist eh nur Schnickschnack überm Oberhaupt…
        Auch Berliner Löwinnen vermeiden Nasswerden- sie sind Katzennaturen…😉
        Sie wandeln nie ohne Schirm über Regenfluren…😎
        Familienqualitätszeit kann was ganz Feines sein.
        Am liebsten liebt sich’s nicht allein…😎

        Diese Sorte wünsche ich Dir ❣️
        Liebe Grüße
        Amélie

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        • Hallochen, liebe Amélie, mit dem Regenhut bin ich mir nicht so sicher, denn wegen meiner so schnell fettenden Haare trage ich Kopfbedeckung nur sehr ungern.
          Bei dem Para…dingsbums habe ich sicherheitshalber erstmal gefragt, ob tatsächlich ein Regenschirm gemeint ist.
          Einen solchen könnte ich mir vorstellen, aber der wäre nur in Einzelanfertigung machbar und somit weitaus überbezahlt, weil ich lieber und meist mit Kapuze im Regen gehe.
          Zum Glück habe ich hier kommunikativen Austausch für die viel zu seltenen Familienqualitätszeiten.
          Drüxxxxxxxxxxxxxxxxxxx!

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  3. Na toll! Jetzt habe ich einen Ohrwurm. Und was für einen. Der liebe Blogger hatte nicht vergessen dass dir Rot und so nicht steht: „Aber Lilla!“
    Alles andere habe ich auch gerne gelesen. Ich habe mich für dich gefreut, liebe Clara, es hat mich aber auch sehr berührt.
    Liebe Grüße

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    • Liebe Gudrun, das freut mich – nicht, dass du einen Ohrwurm hast, sondern dass du das Lied und die Melodie kennst. – Ich hatte das ja auch bei WhatsApp in den Status gestellt – und da fragte mich eine voller Unkenntnis, ob ich das selbst gedichtet hätte. – Ich ging davon aus, dass jeder diesen „Gassenhauer“ kennt.
      Ich habe ja im Laufe meiner langen Bloggerzeit schon sehr, sehr viel lila Sachen von meinen Blogfreundinnen geschenkt bekommen – die Herren waren da sehr viel zurückhaltender. Aber ein richtiges Kleidungsstück gab es noch nie. – G. meinte zu mir am Telefon: „Mehr als wegschmeißen kannst du ihn ja nicht – aber dass du dich so sehr freust, das hatte ich nun auch nicht erwartet.“
      Darüber, dass ich ihm hinterher telefoniert habe, war er wohl doch ein wenig gerührt.
      Ich sage ja, das Bloggen ist eine sehr angenehme Art, Freizeit in Computerzeit umzuwandeln – und das eins zu eins – aber es kommt Freude auf.
      Heute habe ich beim doppelkopfen haushoch gewonnen – ich gebe dir die Hälfte ab, damit du auch ein bisschen Freude hast – und obendrauf gibt es noch eine dicke Umarmung als PC = Penny-Clara-Trost.
      Herzliche Grüße von mir

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  4. Na, das Bild vom Kalten Hund darf ich meinem Herrn Silberdistel nicht zeigen. Den liebt er nämlich über alles, und sicher müsste ich dann gleich einen zusammenzaubern.
    Ansonsten schickes lila Mäntelchen! Du solltest den letzten Hut dazu dem Straßenpflaster vorstellen. Steht Dir gut!
    LG von der Silberdistel

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    • Was ist das schön, dass ich einen „Kalter-Hund-Schmaus-Gesellen“ gefunden habe. Als die Kinder noch klein waren und wir manchmal ein Westpaket bekommen haben, wo auch Palmin drin war, wurde IMMER kalter Hund gemacht. Ich habe den gern hergestellt, weil er nicht gebacken werden müsste. – Natürlich waren die Endstücken immer die gefragtesten.
      Der letzte Hut hat schon genug von der Welt gesehen, denn schließlich ist er auf der hinteren Seite meines Buches zu sehen, wie dir und deinem Scharfauge natürlich nicht entgangen ist.
      Der Versender des lila Schickmäntelchens war schon auf die Kommentare gespannt – er wird seine helle Freude haben.
      Irgendwie bin ich nach den 3,5 Stunden Doppelkopf jetzt ziemlich ko und muss bald ins Bett. Ich habe mir sagen lassen, dass morgen auch noch ein Tag ist.
      Clara grüßt mit schmunzelnden Mundwinkeln

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      • Den Kalten Hund mag mein Schmaus-Geselle wirklich sehr gern. Ich habe ihn eigentlich fast immer nur für ihn gemacht. Mein Fall ist das nicht so. Vielleicht sollte ich ihm einen zum Geburtstag zusammenbauen 🤔 Ich habe übrigens nie auf Palmin gewartet. Unser Kokosfett eignete sich auch ausgezeichnet dafür.
        Aber sicher doch kam mir das lila Hütchen gleich sehr bekannt vor 👍 Es bisschen muss ich aber noch lesen, bis ich ganz hinten beim Hütchen angekommen bin. Habe mich aber bisher schon köstlich amüsiert.

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        • Ich bilde mir ein, dass es zu damaligen Zeiten kein Kokosfett im Verkaufsregal gegeben hat – aber ich kann mich natürlich auch irren.
          Je mehr ich über den „gestreiften kalten Hund“ lese und schreibe, desto größer wird mein Appetit – aber die Waage spricht ein deutliches Nein!!!!

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          • Also ich hatte immer Kokosfett, wenn ich es brauchte. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass ich danach mal lange suchen musste. Es gab ja Etliches nicht, aber Kokosfett nach meiner Erinnerung schon.
            Diese blöden sprechenden Waagen 🤭

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            • Liebe Silberdistel – der Spruch über mein Gedächtnis lautet: „Es ist wie Schweizer Käse mit ganz wenig Käse um die Löcher herum“
              Und da soll ich mich noch an solche Nichtigkeiten wie Kokosfett erinnern.
              Also begraben wir jetzt das Kokosfett.

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  5. Das ist wirklich eine schöne Geschichte! Und ein schicker Mantel!
    Allerdings: Du wirst doch nicht sagen wollen, dass „Franggen“ einen Akzent oder Dialekt haben, den du nicht verstehst? 😀

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    • haha – liebe Ruthie, habe ich dich doch tatsächlich erfolgreich auf meinen Blog gelockt. Ich weiß, dass das nur eine Eintagsfliege sein wird, aber besser als eine Nulltagsfliege allemal.
      Du bist aus diesem Sprachraum wirklich eine rühmliche Ausnahme – woran das liegt, weiß ich nicht – aber dich habe ich IMMER verstanden, zumindest dann, wenn du nur gelächelt hast 😉
      Den G. verstehe ich ziemlich schlecht, und langsam sprechen kann er offenbar nicht.
      Ich war heute wieder zocken – bin vor kurzem erst nach Haus gekommen.
      Ganz dicke Drüxxe zu dir – so ganz nebenbei gesagt, DIR würde ich auch hinterher telefonieren, wüsste nur nicht, wen ich anrufen sollte. 🙂 😉

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  6. Der Mantel steht Dir, aber auch ich finde vor allem die Geschichte dazu berührend

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  7. Eine wunderbare Geschichte. Schön, dass der Mantel nun weiter bei Dir zu Ehren kommt und sogar mit vielfältigen Hüten Ergänzung findet. Toll, dass Du einen so gemütlichen Tag mit Tochter und einem leckeren kalten Hund verbracht hast. Das hört sich nach einem rundum gelungenen Wochenende an. 🙂
    Liebe Grüße und einen schönen lila Wochenstart

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    • Liebe Mallybeau, so wie das „Paletot-chen“ ausschaut, hat es die ältere 😉 Dame kaum getragen, denn ich habe nirgendwo eine Spur entdecken können. Da er mir eigentlich eine Nummer zu groß ist, habe ich es genutzt, dass man die Rückenweite verkleinern kann – und da war es dann PERFEKT.
      Mein Sohn hat gestern angerufen und er erwägt ERNSTHAFT einen Heimwerkertermin bei mir – lange genug wird es ja nun auch schon hinaus geschoben und einiges habe ich schon selbst gemacht.
      Wenn meine neue Fotocollage eintrifft, die hinten einen Befestigungsrahmen hat, wird er diese im Arbeitszimmer anbringen müssen, denn ich käme da nur mit Leiter ran.
      Ebenfalls werde ich jetzt die „Tor zur neuen Welt-Collage“ im Wohnzimmer FEST an der Rückwand anbringen lassen. – Diese zwei Löcher für Schrauben machen den Kohl auch nicht mehr fett – außerdem wird die Collage bis zum Ende dieser Schrankwand und vielleicht sogar bis zu meinem Ende dort hängen bleiben.
      Tschüss zu dir

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  8. eine wunderbare Geschichte, damit meine ich nicht nur das mit der Farbe Lila und dem Päckchen…

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