Claras Allerleiweltsgedanken


24 Kommentare

Schon lange nicht mehr über Möbel geplaudert *haha*

Es ist noch gar nicht lange her, seit ich mich weit und breit über meine „Schrankwandoma“ vom Wohnzimmer ausgelassen habe. – Es wäre Ungerechtigkeit hoch drei, wenn ich die anderen DDR-Möbel, die ebenfalls noch stehen, gar nicht „würdigte“  – aber sie sind neuer und nicht halb so stabil wie die andere Möbelwand – auch nicht so flexibel im Aufbau bzw. Gestaltung.

Als wir uns 1981 ENDLICH von der Zweizimmerwohnung = 49 qm mit 4 Personen auf eine Vierzimmerwohnung mit ca. 70 qm verbesserten, mussten natürlich auch neue Möbel gekauft werden. Von dieser sehr, sehr schönen Wohnung existieren kaum virtuelle Fotos – und in Fotoalben suche ich jetzt nicht. – Da wir wegen Scheidung 4 Jahre später wieder auszogen, mussten die Wohnung und die Möbel und die Kinder getrennt werden – doch diese Geschichte werde ich nicht noch einmal erzählen.

Es gab ein  Möbelkombinat mit sehr alter Tradition in der DDR, das sehr verschiedene Einzelmöbel und Schrankwände baute – und das hieß „VEB Möbelkombinat Hellerau“ und produziert in Dresden im Stadtteil Hellerau und heißt  heute „Deutsche Werkstätten Hellerau“. Bei eBay werden einzelne Holzstühle von einem „Stardesigner“ für richtig richtig viel Geld angeboten – also ganz sind die Möbel nicht vergessen – u.a. beweisen sie in meinen verschiedenen Wohnungen immer noch ihre Daseinsberechtigung.

Helleraumöbel werden ja oft mit IKEA verglichen – sie haben in gewisser Weise auch Ähnlichkeit, da sie sehr oft aus einzelnen Brettern zusammengesetzt werden. IKEA selbst ist nicht unbedingt älter, aber bekannter – aber in Deutschland wurde der erste IKEA-Verkaufsläden erst 1974 eröffnet.

Bei Wikipedia gibt es einen recht guten Artikel über dieses Dresdener Möbelbaukombinat

Gleich nach der Trennung zog ich 1985 mit dem Sohn im Stadtbezirk Friedrichshain in eine Wohnung der ehemaligen „Stalinallee“ – sehr schön, sehr groß, sehr schön geschnitten mit großer 2fenstriger Wohnküche, sehr preiswert, mit Fahrstuhl und – bezogen auf das Baualter 1953 – mit viel Komfort  – aber sehr laut, direkt an der Kreuzung und einer Ampel. – Deutliche Erinnerungen habe ich noch an diese erste nur meine Wohnung, aber keine Fotos. Wir hatten zwei große Zimmer und einen sehr großen Flur, der Platz für eine vierachsige Schrankwand dieser Fabrikation und einen Arbeitstisch bot. – Jetzt kann ICH an diese schöne Wohnung denken, ihr mich aber nicht wegen fehlender Fotos begleiten.

Deswegen jetzt einen Sprung in die Zweizimmerwohnung im ehemaligen Westberlin, nämlich in Steglitz-Lichterfelde, ohne Kind, ohne Fahrstuhl und ohne Straßenlärm.

Die Wohnzimmerschrankwand hatte ich ja schon dort gezeigt. Jetzt also zu den Möbeln von Hellerau. Auf dem zweiten Foto sieht man die ursprüngliche Oberfläche, die alle Türen hatten. Die Zwischenwände und Trennelemente waren weiß. – Holz selbst in heller Form gefällt mir recht gut, aber nicht als nachgemachte Folie. – An der Tür sieht man, dass ich mit weißer Folie zum Überkleben gearbeitet habe – bei den vielen Flächen eine Sauarbeit. – Deswegen bin ich dann dazu übergegangen, einzelne Türen zu streichen – erst weiß – dann wenige in dunkelgrün – und später dann lila, aber lila war dann wieder Folie, weil es mit Farbe nicht geklappt hat oder nicht ausgesehen hat.

Die ersten 5 Fotos sind aus der vorhergehenden Wohnung. Auf dem dritten Foto ist eine große Schranktür durch einen lila Stoff ersetzt – das musste ich aus Platzgründen machen, weil der benachbarte Computerarbeitsplatz das Öffnen der Tür behindert hat.

Nur die letzten beiden Fotos zeigen die Wand, wie sie bis zum Ende meiner Tage in dieser Wohnung stehen wird – mit vielen Macken und Alterserscheinungen, eben wie bei mir – und deswegen lieben wir uns auch so. Jetzt sind beide linken Schranktüren durch Stoff ersetzt – und es gefällt mir besser so.