Claras Allerleiweltsgedanken


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Selbst gekaufte Geburtstagsgeschenke

Wenn ich absolut sicher sein will, dass mir ein Geschenk gefällt, dann muss ich es mir selbst kaufen. Na gut, dann ist es im herkömmlichen Sinne kein Geschenk mehr, aber das ist mir ziemlich egal.

Durch Fb kam ich plötzlich und unerwartet auf die Seite „Heike Store“ und war schlichtweg begeistert. Ich scrollte mal bei Blusen durch – und ehe ich mich versah, hatte ich mir vier ausgesucht. Da der Preis durchaus erschwinglich ist – und bei einer bestimmten Bestellmenge das Porto wegfällt und bei noch etwas mehr sogar 10 % Rabatt gewährt wird, habe ich mir keinen Zwang angetan.

Die Lieferung ist inzwischen eingetroffen, weil ich den Beitrag so lange vor mir hergeschoben habe –  zuerst zeige ich euch jetzt mal die hauseigenen Models in den Blusen.

Lila MUSSTE sein – und wenn ich schon keine Blumen auf dem Balkon habe, sondern nur Grünpflanzen, dann trage ich jetzt Blumen durch Berlin.

Für diese Bluse suche ich jemand, die sie gern geschenkt haben möchte. Es ist die Größe M, die MIR viel zu eng ist, ich bekomme sie noch nicht mal über die Oberweite gezogen. – Also bei Interesse einfach Bescheid sagen. – Ich bekomme in Kürze die hoffentlich passende Größe kostenlos zugeschickt.

Jetzt habe ich das highlight gleich vornweg gezeigt – eigentlich macht man es ja anders herum.

Auch das nächste Modell hat ein florales Muster – da hat bestimmt mein Unterbewusstsein mitgespielt. – Ich habe genau an mir Maß genommen und dann die vorgeschlagene Größe bestellt. Überall wurde als Größe die L vorgeschlagen – doch die lila Bluse gab es nicht in L – und da  habe ich leichtsinniger Weise die M genommen, in die ich jetzt nicht hinein passe.

Mit den nächsten beiden habe ich mir einen kleinen Scherz erlaubt – sie sind vom Prinzip her sehr ähnlich – nur der Aufdruck ist anders. – Obwohl ich keine Katze habe, finde ich es dennoch das schönste Shirt. – Mir gefällt besonders, dass die Blusen schön lang sind, so dass der Popo zum Teil verdeckt ist. – Das angegebene Material ist ok.

Und jetzt noch Clara in schwarzweiß – mal blumig, mal katzig.

Die Nachlieferung ist schon angekündigt – das Foto davon an mir wird später nachgeliefert.


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Riesenfreude und mittelgroßer Kummer …

… alles in einem Rutsch!

Ich hatte in zwei Kommentarantworten bei meinem letzten Artikel erwähnt, dass ich zu einem Treffen aufbreche, auf das ich mich riesig freue. – Ich war mit meinem Superakustiker verabredet, der ja seit Jahresbeginn nicht mehr bei F*ielmann arbeitet, weil er sich selbständig machen will – und das ziemlich in meiner Nähe.

Die Eröffnung seines Geschäfts war so ca. für Februar/März geplant, aber immer, wenn ich danach durch die Gropiuspassagen schlenderte, sah ich nur dieses große Plakat, hinter dem sich seine Geschäftsräume verbargen.

 

Diese Aufnahme hatte ich vor weniger als zwei Wochen gemacht – langsam kam mir alles „spanisch“ vor – doch die Aufklärung bekam ich erst gestern.

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Der Grund für einen Akustikerkontakt war mein Roger-Mikrofon, das ich ja für wertvolles Geld bei F*ielmann gekauft hatte. Der allererste Eindruck war gut, so dass ich es nach dreiwöchiger Testzeit bezahlte.

Was der Grund war, warum sich dieser Eindruck gravierend verschlechterte, weiß ich nicht – zumindest war das Gerät plötzlich derart übersteuert, so dass ich nur auf ganz komplizierte Weise über Bluetooth und die Phonakapp im Handy die Lautstärkenreduzierung vornehmen musste. – Das ist aber derartig umständlich und vor allem wird die Verbindung zu den Hörgeräten immer wieder unterbrochen, so dass ich das nicht hinnehmen wollte.

Ich war der Meinung, dass eine Lautstärkensteuerung auch über die Tasten an den Hörgeräten möglich sein muss, denn nicht jeder Nutzer dieses Mikrofons hat ein Smartphone mit der hochwertigen Androidversion und zusätzlich die Phonakapp. – Die Forderung nach einer Steuerung der Lautstärke über die Hörgeräte hatte ich gleich von Anfang an bei dem Nachfolge-Akustiker bei F*ielmann gestellt, doch er entdeckte keine andere Beeinflussung als über die App.

Nicht nur in dieser Situation, sondern auch noch bei vielen, vielen anderen Gelegenheiten hatte ich bemerkt, dass sich Akustiker in der Qualität ihrer Leistung um WELTEN unterscheiden können.

Als es jetzt so akut wurde, wollte ich telefonisch einen Termin haben, doch mir wurde gesagt, dass mein mich „betreuender“ Akustiker im Urlaub ist – ich aber bei einem anderen einen Termin bekommen könnte. Da sah ich die Chance (meines Lebens), um von ihm weg zu kommen und erwähnte kurz, dass ich vorher bei dem „abtrünnigen P(atrick)P(oser) gewesen wäre. Und da sagte mir die freundliche junge Akustikerin, dass mein Lieblingsakustiker vorübergehend in einer anderen Filiale arbeitet, weil es mit seiner Geschäftseröffnung noch nicht funktioniert hat.

Glaubt mir, ich wäre bis Spandau oder ein anderes Ende von Berlin gefahren, um mein Problem von ihm klären zu lassen. Aber das war gar nicht nötig – er ist jetzt genau dort, wo ich von 1985 – 2000 gewohnt habe – und alles war gut.

Doch das nahm ich sofort (innerlich) zurück, als er mir erzählte, dass er alles bisher aufgewendete Geld für das Geschäft in den Gropiuspassagen in den Sand gesetzt hat und von der Centrumsleitung auch nicht einen Cent erstattet bekommt.

Es gibt mit dem Brandschutz ein ähnliches Problem, wie es schon beim Bau der BER aufgetreten ist – Genaueres weiß ich nicht dazu. Jedenfalls haben alle bisher schon bestehenden Geschäfte in dieser Ladenzeile Bestandsschutz  und können weiter geöffnet bleiben – nur neue Geschäfte dürfen nicht eröffnet werden, so lange das Problem nicht geklärt ist. Und WANN das der Fall sein wird, ist vollkommen unklar.

Also wird er dort stehenden Fußes kündigen und seine Kräfte auf zwei neue Projekte konzentrieren – in der Hoffnung, dass es mit einem von beiden klappt und er endlich in die angestrebte Selbständigkeit starten kann. Er ist mit seiner Dreier-Geburtstags-Schnapszahl im besten Karrierealter und bringt als Optiker- und Akustikermeister allerbeste Voraussetzungen mit.

MEINE BESTEN WÜNSCHE BEGLEITEN IHN UND ICH WERDE AUCH IM NEUEN GESCHÄFT TREUE KUNDIN SEIN!

Und als er mir das alles erzählt und auch die Standorte der beiden ins Auge gefassten neuen Geschäfte gezeigt hatte , kümmerte er sich um das Mikrofonproblem, das er in wenigen Minuten (hoffentlich) gelöst hatte. Ich werde es beim heutigen Doppelkopfspielen ausprobieren, ob ich es allein über die Hörgeräte lauter oder leiser stellen kann – DANN wäre alles wieder in Ordnung. (geschrieben am Do gegen 16:00 Uhr)

Es ist alles wieder ok – geschrieben am Do gegen 23:00 Uhr – ich konnte lauter oder leiser stellen – je nach Wunsch – alles hat geklappt.

 


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Dies und das – mal hier, mal dort

Dieses Haus, natürlich seine Bewohner – überraschen mich immer wieder neu, leider nicht unbedingt von der positiven Seite her. Von „Herrn Fromm“ und seiner Geräuschempfindlichkeit jeglicher Art hatte ich ja schon mal hier oder da berichtet.

Dieses Mal passierte etwas, was das allgemeine hier herrschende Vorurteil gegen Ausländer noch gewaltig befeuerte. Ich hatte in den frühen Morgenstunden einen Termin und wollte Fahrstuhl fahren – das ging aber nicht, da er mit Auszugs-Müll-Krempel beladen war, und das immer und immer wieder. Mit dem Hausmeister nicht abgestimmt, wurde dieses Zeug 10 m neben dem Hauseingang hingeschmissen. – Ich ärgerte mich schon auch über die lange Blockade des Fahrstuhls, vor allem, weil die beiden jungen Männer es derartig unprofessionell angingen, dass ich sie am liebsten aufklären wollte. Aber ihre und meine fehlenden Sprachkenntnisse verhinderten das – sie VERSTANDEN offenbar nicht ein Wort Deutsch, ich konnte kein Wort Russisch(???) mehr. Ich tippe auf russisch, weil der Eigentümer ein in Israel lebender Russe ist, der mit seiner Schwester eine Kontaktperson im Haus wohnen hat.

Sie hatten weder Mülltüten noch Behältnisse dabei, in denen sie Kleinzeug wie Leisten oder so hätten sammeln und konzentriert zum Ablageplatz bringen können. Stattdessen liefen sie mit drei Leisten in der Hand immer wieder zwischen Fahrstuhl und Müllablage hin und her.

Der Müll aus dieser Wohnung stammte von einer russischen jungen Familie, die ca. vor 6 Monaten ausgezogen war und hier über 5 Jahre gelebt hat. Diese lange Zeit hat keiner der beiden jungen Leute animiert, Deutsch zu lernen. Die inzwischen mindestens 3 Jahre junge Tochter guckte auch vollkommen verständnislos, wenn ich sie mal ansprach. Die Vorteile eines Kindergartens nahm man nicht in Anspruch, schaffte dafür ein „Fahrzeug“ nach dem anderen für das Kind an. – Etwas gewöhnungsbedürftig war ihr Verhalten mit der abends gegen 22 Uhr voll aufdrehenden Tochter schon, besonders für die Leute, die unten drunter wohnten.

Der Hausmeister, mit dem diese Entrümpelungsaktion nicht mit einem Wort abgestimmt war, blaffte die jungen Männer an, bis er begriff, dass diese der deutschen Sprache nicht mächtig sind. – Aber dennoch hat er es geschafft, dass am späten Nachmittag ALLES, wirklich ALLES verschwunden war.

Und jetzt mein Befremden. Auch wenn ich mich ärgere oder so, muss ich diese Leute nicht derart unflätig mit „K*a*n*a*ck*en“ und schlimmeren Worten beschimpfen. – Alles weitere in dieser Wohnung, die ja unmittelbar an mein Wohnzimmer grenzt, ging sehr gesittet und vor allem, relativ leise vor sich. Es wurde der Fußboden gefliest, eine neue Küche eingebaut und alles andere, was ich bisher durch die geöffnete Wohnungstür sehen konnte, sieht auch gut aus. – Da werde ich ja wohl bald neue Nachbarn bekommen. Hoffentlich stehen diese der hier üblichen Landessprache weniger skeptisch gegenüber als ihre Vorgänger. – Das mit der Lautstärke änderte sich plötzlich und unerwartet.

Die Freude über die Wohnungsinstandsetzung wird sich bei den Mitbewohnern nicht steigern, denn es ist zeitweise schon wirklich richtig laut. Mal sehen, bis zu welcher Zeit die russischen Privathandwerker arbeiten – nicht dass hier Beschwerden eingelegt werden müssen, weil nach 22:00 Uhr noch gearbeitet wird.

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Gestern habe ich mal mein „Pflanzentalent“ auf eine ganz harte Bewährungsprobe gestellt. Ich hatte einen Blumentopf, in dem die Stamm- oder Mutterpflanze total vergammelt und vertrocknet war – in dem Topf hatten sich aber zwei Kinder entwickelt, denen ich eine Chance geben wollte. „Ohne Betäubung“ habe ich die alte Pflanze abgetrennt und den Rest wieder eingetopft. Wenn die das überleben und wachsen, gedeihen und vielleicht sogar blühen, dann vertraue ich in Zukunft ein wenig mehr auf meine PflanzenKUNST – *haha*

Das angegangene Blatt habe ich noch beschnitten – und jetzt steht der Topf auf dem Wartegleis – Abstellgleis wäre falsch. – Muss ich daran jedoch meine Freude zurückschrauben, dann habe ich zur Sicherheit einen „Glaswald“ angelegt – zum Trost für die vielen, vielen Bäume, die jetzt durch Feuer vernichtet werden. Und es sind ja nicht nur Bäume, es sind ja auch Häuser, Wohnungen von Menschen, die in der Gefahr sind, Leben und alles Hab und Gut zu verlieren.

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Und ansonsten habe ich gestern bei AL*DI mal was gemacht, was sonst nicht so meine Art ist – ich habe geHAMSTERT – und zwar zwei Pakete à 500 Blatt Druckerpapier, unter 5,00 €. Vor einem halben Jahr wäre dieser Preis keinen Blick und keinen Lacher wert gewesen, da lag sogar die teure Post mit ihrem Papier meist noch darunter.

Doch jetzt könnt ihr ja mal googeln oder amazonen – ich war erschüttert. Ich brauche in der nächsten Zeit mal einen größeren Posten – doch als ich kaum Preise unter 6,00 € pro Paket fand, die sich sogar bis 8,00 € hochgeschraubt haben, fiel mir die Kinnlade runter. Also habe ich zwei Pakete nach Hause getragen und unter den Drucker gelegt.

Mehr gibt es heute nicht.


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Berliner Allerlei

Gemach, gemach – ich weiß sehr wohl, dass dieses Gericht eigentlich „Leipziger Allerlei“ genannt wird – da kochen aber nicht meine große Leidenschaft ist, benenne ich das jetzt einfach um und erzähle auch andere Sachen als über das Kochen.

Wenn ich so meine vielen, vielen Geldausgaben in den letzten 7 Jahren für diese Wohnung betrachte, will ich jetzt behaupten, dass die vielen Euro für die sieben Plissees in den drei Räumen das am besten investierte Geld waren. – Als die neuen Fenstern mit der Dreifachverglasung eingebaut waren, wollte ich eigentlich Plissees nehmen, die von hinten keine Thermobeschichtung haben, weil ich GLAUBTE, dass DREI Scheiben nicht heiß werden. – Halte ich jetzt bei dieser Höllenhitze meine Hand an die sonnenbeschienenen Fenster, ziehe ich sie gleich wieder zurück, da es ordentlich heiß ist. – Da aber alle Plissees eine Thermobeschichtung haben (anders gab es sie in dieser ausgewählten Stoffart nicht), schluckt diese den Löwenanteil der Temperatur. Das beweise ich euch mit dem nächsten Foto – oben auf dem Balkon, wo das Messgerät durch die Markise nicht unmittelbar der Sonne ausgesetzt ist – unten meine Zimmertemperatur. Es sind mehr als 15° Unterschied – da kann Frau doch nicht meckern.

Da ja mein Fell im Laufe der letzten drei Monate schon so gewachsen war, dass ich von biederen Dokomitspielerinnen wegen meiner „anständigen Frisur“ gelobt wurde, musste ich das stehenden Fußes ändern gehen. – Leider war die Friseuse, die das letzte Mal Kahlschlag gemacht hat, gestern nicht anwesend. Die es gemacht hat, hat nur die halbe Zeit gebraucht, dafür aber auch nur die halbe Qualität geliefert. – Aber: Wächst ja wieder. Sollte es mir doch zu kalt am Kopf werden, stehen ja zwei Zweitfrisuren zur Verfügung.

Ein Sprichwort heißt wohl: „Das Geld liegt auf der Straße“ – offensichtlich bin ich da bisher immer die falschen Straßen lang gegangen, denn die wenigen Funde, die ich je gemacht habe, haben mich keineswegs bereichert. Aber als ich das hier fotografierte , musste ich dennoch an das Sprichwort denken – nur leider waren alle so alt, abgeranzt und schlecht, dass ich mit dem Verkauf keinen Cent erwirtschaftet hätte. Das zeigt, wie die Berliner ihre „Umwelt hegen und pflegen“.

Aber ein Kochfoto muss ich doch unterbringen, wenn ich es schon aufgenommen habe. Der Pürierstab hat tatsächlich erst einmal Pause – normal gekochtes Gemüse mit Kartoffeln lässt sich gut essen. – Das neu gekaufte Maniküreset, das kleine Schleifköpfe und anderes nützliches Werkzeug hat, half mir dabei, alle störenden und überflüssigen Stellen vom Zahnersatz abzuschleifen, so dass ich jetzt HALBWEGS zufrieden bin. Eine störende Stelle kann ich nicht zuordnen und muss zur Fachkraft – aber erst wieder bei gangbaren Temperaturen.

Zum Schluss gibt es jetzt noch ein wenig Balkon – im Gegensatz zu den meisten Balkons ist ja meiner kein Pflanzenkindergarten, in dem die Pflänzchen ganz klein eingepflanzt werden, gut gehegt, gepflegt und betreut werden und dann blühen und ganz viel Fliegzeug anlocken. – Das hat in dieser Wohnung auf diesem Balkon nicht geklappt – und ich habe die echten Grünpflanzen alle im Wohnzimmer auf dem Fensterbrett stehen. Damit ist mein Pflanzenbedarf gedeckt.

Auf dem Balkon ist alles – na sagen wir mal, FAST alles – Kunst, also künstlich. Dennoch bin ich so begabt, immer wieder mal einen Topf vom Winde verwehen zu lassen, der dann seinen unguten Inhalt auf dem Teppich ausbreitet. Der letzte Übertopf war mit abgeschnittenen Zweigen bestückt und mit viel Sand beschwert, damit er nicht umkippen kann. – Aber er konnte – und ich musste wieder lange, lange saugen, bis alles aus dem Teppich im Staubsauger war.

Damit mir das mit der großen Blattpflanze nicht wieder passiert, habe ich sie zu einer rot-grünen-Koalition verdonnert, was nichts mit Politik zu tun hat.

Wenn die jetzt noch mal umfallen kann, dann fresse ich einen Besen mit Stiel.

Der Rest vom Balkon sieht so aus:


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Gerade noch die Kurve gekriegt

Was ich damit nach 12 Tagen Stille hier im Blog meine, werde ich euch gleich erläutern. Es ging mir die ganze Zeit nicht so super super gut, so dass ich euch nicht die Ohren voll jammern wollte.

Der letzte Beitrag ist vom 4. Juli – und ich schrieb, dass der Kiefer nach der Op vom 21. Juni noch mächtig mault und die Augen sich das ganze Drama auch nicht beschwerdefrei ansehen wollen.

Als erstes habe ich so halbwegs die Augen in den Griff bekommen. Eine Freundin aus Bonn, die lange Jahre hier in Berlin gearbeitet hat, gab mir den Rat, es mit 0,9 %iger Kochsalzlösung zu versuchen. Die Behältnisse enthalten entweder 5 ml oder 10 ml. Ich entschied mich für die kleineren, da das Plastikfläschchen nicht tagelang geöffnet sein soll, um nicht neue Keime in die Augen hinein zu tropfen. – Ich kaufte zwei Augenbadewannen und spülte ein- oder zweimal am Tag die Augen mit dem Zeug. Ich hätte nie gedacht, dass ich so problemlos meine Augen offen lasse, wenn Flüssigkeit kommt. – Es ist ein ungeheuer entspannendes Gefühl. Zusätzlich habe ich in eine kleine  Spritze mit Hilfe einer Kanüle die Flüssigkeit eingesaugt und sie dann immer und immer wieder in die Augen getropft.  – Ich behaupte, das hat sehr geholfen, so dass das ständige Druck- und Reizgefühl weg ist.

Aber mein Kopf ist sehr erfinderisch, sich immer wieder neue Querelen genau für diesen Ort auszudenken. Nur Kieferprobleme reichten ihm nicht aus. Plötzlich bemerkte ich, dass mein LINKER Mundwinkel eingerissen ist – also nicht dort, wo die Op war und dadurch eine starke Belastung stattfand, sondern auf der anderen Seite. Es klingt wirklich nicht übertrieben, wenn ich sage, ich hatte das Gefühl, als wenn der Schmerz bis zum Ohr ging – so hat es gebrannt.

Sofort nach Hausmitteln gegoogelt – und da wurde Honig mit Olivenöl angepriesen. Sofort gemacht – ob es hilft oder nicht, kann ich nicht sagen, weil ich es nur zweimal aufgetragen habe. Wenn es dann klebrig das Kinn runterläuft und sich sehr unangenehm anfühlt, bin ich doch lieber in die Apotheke gegangen. Dort wurde mir Bepanthen empfohlen, was ich stündlich auftragen sollte – und gleich die Lippen mit, denn die sahen auch sehr mitgenommen aus. Ich hielt die Lippenschwellung ja mehr für einen Herpes, aber die Apothekerin überstimmte mich – sie hielt es für eine kräftige Entzündung.

Und als sich der nächste Zahnarzttermin näherte, bei dem ich natürlich den Mund aufmachen muss, bekam ich bei der Hautärztin einen Nottermin und ein Rezept für eine kortisonhaltige Creme, die ich früh und abends auf den Mundwinkel auftragen soll.

Das allerschlimmste ist vorbei, aber hier bei der Melone ist nicht das Kauen das Problem, sondern die Größe der Stücke, die ich von der flachen Seite her zwischen die Zähne schieben kann.

Von einer Nachbarin besorgte ich mir dicke Strohhalme, denn meine immer pürierten Suppen wollten durch normale Strohhalme nicht zu mir kommen.

So, und jetzt komme ich zu der gerade noch gekriegten Kurve. Seit dem Tod meiner Mutter liegt ihr Besteck bei mir auf Halde – niemand will es, da sowohl die großen als auch die kleinen Löffel so eigenartig tief geformt sind, dass man sie nicht richtig ablecken kann. Ich hatte alles schon zusammen gepackt und wollte es demnächst entsorgen. – Und da kam mir plötzlich die Idee. Auf dem ersten Foto seht ihr es einmal komplett – die langen Zinken der Gabel, die tiefen Mulden der Löffel, die inzwischen stumpf gewordenen Klingen der Messer. – Auf dem zweiten Foto kann man die vollkommen unterschiedliche Form meiner jetzigen breiten Suppenlöffel und die spitzen Dinger meiner Mutter sehen. – Und genau diese konnte ich ein wenig in den Mund nehmen und dann den Inhalt in den Mund kippen. – Ich war froh, dass ich immer alleine beim Essen war, denn manchmal musste ich schon ein wenig schlürfen und meine gute Erziehung vergessen.

Was will ich euch noch erzählen, ich kleine (oder große) Plaudertasche? – Der Sohn hat ja vor einiger Zeit ein großes Grundstück gekauft, auf dem er ein neues Gebäude für seine Firma bauen lassen will, weil sie in der alten Werkstatt schon aus allen Nähten platzen.

Das Grundstück hat viel Platz – und einige Quadratmeter davon haben sie mit Muttererde versehen und verschiedene Sachen angepflanzt. Gestern hatten wir einen kleinen Handwerkertreff und er fragte, ob ich selbst geernetes Gemüse haben möchte. Wollte ich – und ich bekam zwei Hokkaidokürbisse, eine lange und eine runde Zucchini.

Die Kürbissuppe hatte Vorrang – sie schmeckt vorzüglich. – Fleisch und alles harte Zeug wird vorläufig noch vom Speiseplan ferngehalten, deswegen bin ich über abwechslungsreiches Gemüse hoch erfreut.

Meine Zahnärztin macht nächste Woche einen Miniurlaub und fährt mit dem Fahrrad durch die Gegend. Ich habe ihr dieses Foto per Whats App geschickt. Bei meinem letzten Termin kam ich 20 Minuten zu spät, weil zwei Busse ausgefallen sind. Aber ich konnte im Festnetz, im Handy und per Whats App mein verspätetes Kommen ankündigen. Obwohl es Freitag 17.00 Uhr war, hat sie auf mich gewartet und einen einigermaßen kaufähigen Zustand hergestellt – aber wie gesagt, nicht übertreiben. – Auf dem Foto sieht man, wie beschmaddert ich von Bepanthen bin und das Blut aus dem Riss hat sich überall verteilt – Frau hat es nicht leicht, aber leicht hat es mich.  – Ich sollte mir das mit dem Altwerden doch noch mal gründlichst überlegen – ob sich das wirklich lohnt, weiß ich immer noch nicht.

Ihre Frage zurück: „Macht der Pürierstab jetzt auch Urlaub?“ – Ich glaube, sie ist die beste Zahnärztin, die ich bisher hatte.

Und jetzt gehe ich wieder mein Ego pflegen, es macht ja sonst niemand. – Ich habe kaum etwas in Reserve zum Berichten – also wird wohl wieder eine Zeit lang Flaute sein.