Claras Allerleiweltsgedanken

Wer schon nicht beißen kann, soll wenigstens gut streichen

19 Kommentare

Noch zwei Tage und dann kann ich die Überschrift (vielleicht) umdrehen: „Wer schon schlecht streicht, kann wenigstens gut beißen“ – Frau hat eben so ihre Wunschvorstellungen.

Wenn ich schon nicht oder nur wenig unter Leute gehen will, muss ich ja irgendwas machen, denn immer nur lesen, fernsehen, schlafen und essen ist für einen ganzen Tag zu wenig.

Bevor ich mit den Streicharbeiten auf der Balkonbrüstung anfing, animierte ich mich erst einmal selbst mit einem Aperol Spritz – hat gewirkt und ich hatte Lust. Hier steht das Glas aber schon ziemlich lange und in dem kleinen Rest sind weder Eis noch Sektperlen zu erkennen.

Mir gefiel der von meinem Lieblingshandwerker gemachte Anstrich auf der Balkonbrüstung an manchen Stellen nicht bis gar nicht – er war einfach zu dünn und jeder Pinselstrich war zu sehen. Ich schrieb ihm eine WhatsApp und bat ihn darum, mir den Rest der Farbe zur Verfügung zu stellen. Er war so nett und brachte mir die Büchse sogar vorbei.

Als die Wetterlage stabil und kein Regen zu erwarten war, ließ ich den Gedanken der Ausführung in mein Handwerkerherz hinein. Auf dem Balkon wurde schützende Stoffe oder sonstiges ausgebreitet, denn auf meinem grünen Teppich wollte ich keine grauen Farbflecken. Da könnt ihr auch schon schön das Objekt meiner Streichbegierde sehen.

In der Küche bereitete ich ein „Arbeitszentrum“ vor – alles schön mit einer alten Tischdecke geschützt. So konnte ich frisch zur Tat schreiten. Von meiner Nachbarin besorgte ich mir Zeitungspapier, was es ja in meinem Haushalt nicht gibt, denn ich lese noch nicht einmal die kostenlosen Werbeblätter.

Als ich dann zur Tat schreiten wollte, wäre das Projekt beinahe an der Farbbüchse gescheitert – trotz zur Hilfename eines Schraubendrehers und einer Zange passierte nicht – Deckel und Büchse wollten sich nicht voneinander trennen.

Da wir aber auch nette Menschen = Männer im Haus wohnen haben, brachte ich meine Büchse zu ihm und er beendete die Öffnungszeremonie.

Und dann rührte und rührte und rührte …. und rührte ich mit einem stabilen Holzstab in der Farbe herum, um das obenauf schwimmende Lösungsmittel unterzurühren – irgendwann rief ich voller Verzweiflung den Sohn an, ob das wirklich ganz verschwunden sein muss. …

Na ja, irgendwann konnte ich mit der Rolle anfangen, die Farbe auf dem Metall zu verteilen.

Lange Rede, wenig Sinn – nach zweimaligem Rollen war ich zufrieden und es konnte wieder „abgerüstet“ werden. – Klein-Clara hat natürlich ein wenig auf die gelbe Wand gekleckert – da ich davon aber noch einen halben Eimer im Keller zu stehen hatte, war das meine kleinste Sorge. – Mit Schutzhandschuhen entfernte ich die beiden Rollen (Baumwolle und Schaumstoff) von ihren Halterungen und entsorgte sie. In der Verteilerschale trocknete die Farbe zu einer schönen gleichmäßigen Schicht. Und für den netten Lieblingshandwerker versteckte ich unter dem Klebeband aus dem Lenny-Shop ein kleines „Leckerli“ in Form eines Geldscheins.

Ja, und das war es dann mit der HandwerkerINNENaktion – ich bin zufrieden.

Vögel und andere Fliegtiere sind ja wunderbare Lebewesen. Ein wenig werde ich in meiner Auffassung erschüttert, wenn sie immer und immer auf meine Balkonbrüstung kacken. Die würstchenförmigen sind sehr stabil und können ganz leicht weg gepustet werden. Anders ist das schon mit den kreisrunden Häufchen, die nicht nur weich sind, sondern auch noch sehr aggressiv – nach kürzester Zeit habe ich schon zwei markierte Stellen – wenn das so weitergeht, muss ich aller paar Wochen mit einem Pinsel nachtupfen.

******************

Fast alles, was ich mache, mache ich sehr umständlich, damit ich lange was davon habe und stundenlang von meinem Stachelfadenkiefer abgelenkt werde. 😉  🙂

Dafür kann ich euch jetzt ein Paradebeispiel liefern.

Bei der Brüstungsstreicherei musste ich den Tisch mit den vielen Kunstpflanzen abrücken, damit die Auswüchse der Pflanzen nicht in die graue Farbe titschen. Beim Abrücken des sehr schweren Tisches verzog sich der grüne Teppich, so dass ich beschloss, alles abzuräumen, damit ich den Tisch besser schieben kann. Also wasserfeste Tischdecke gesucht und alles auf den anderen Tisch geräumt. (Foto 1)

Als ich den blanken Tisch vor mit hatte, sah ich, dass er sich aufzulösen begann – ich hatte doch aber beschlossen, dass er bis an mein Balkon- oder Lebensende reichen soll. – Also musste die Wasserzufuhr unterbunden werden, die die unter der Metallplatte liegende Holzschicht aufquellen lassen könnte. (Foto 2)

Ich fand ein Material, das ich als Tischdeckenstopper gekauft hatte, doch dafür war es reichlichst ungeeignet. – Tja, aber wie aus einem großen Viereck einen großen Kreis anzeichnen und ausschneiden??? Bleistift, Faden und ein Pieker für die Mitte brachten das gewünschte Ergebnis. Am längsten hat es noch gedauert, die Kiste mit den Piekern zu finden. (Fotos 3-5)

Jetzt soll aber bitte niemand denken, ich sei zu blöd, die richtige Größe des Tisches auszumessen – DAS IST ABSICHT. (Foto 6)

Foto 7 zeigt euch, wie ich meine Zeit damit verbringe, die Kanten vor Regenwasser zu schützen, indem ich alles umklappe und mit Klebeband aus dem Lenny-Shop befestige. Das Zeug klebt wie Pech und Schwefel und geht kaum wieder ab – soll es ja in diesem Fall aber auch nicht.

Das letzte Foto zeigt, wie der Tisch mit Zubehör friedlich in der Sonne steht.

So, jetzt habe ich euch wieder ein wenig auf meine Kosten schmunzeln lassen – mache ich übrigens gern.

Ansonsten stelle ich mit Entsetzen fest, dass sich besonders an dem einen Wohnzimmerfenster ganz deutliche Wintererscheinungen zeigen, wenn ich mit noch verschlafenen Augen ins Wohnzimmer komme. Dieses Beschlagen der Außenscheibe kannte ich bisher nur im Winter – aber wie ich sehe, kann das der Spätsommer auch.

Ich hoffe, ihr könnt den beschlagenen riesigen Halbkreis erkennen. Na gut, nach zwei Stunden ist alles abgetrocknet oder nach 5 Minuten mit meinem Fensterreiniger eingesaugt.

Übermorgen werden die Fäden gezogen und ich hoffe ganz, ganz sehr, dass dann die Hochkonjunktur meiner zwei Stabmixer zu Ende ist, weil ich wieder essen und vorsichtig kauen kann. – Schau’n wir mal.

Gestern Abend habe ich 4 große Kartoffeln, 2 mittelgroße Zucchinis, 2 Zwiebeln und 6 Wienerwürste mit viel Gewürzen in Brühe gekocht und anschließend püriert. Wenn ich so weitermache mit dem Kochen, will ich am Ende gar keine neuen Zähne mehr (haha) – aber es hat wirklich richtig, richtig gut geschmeckt. Eine Portion kommt in den Tiefkühlschrank und die anderen beiden gehen auch bald den Weg in meinen Magen.

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Hausfrauentipps und -tricks als auch Koch- und Backrezepte müsst ihr wo anders suchen.

19 Kommentare zu “Wer schon nicht beißen kann, soll wenigstens gut streichen

  1. Na also, die Wohnungsrenovierung geht weiter… 😉
    Jetzt bin ich beruhigt, weil ich weiß, dass es dir wieder gut geht… 👍

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  2. liebe clara, du bist wunderbar! wie du noch die unangenehmste situation sinnvoll nutzt statt einfach zu jammern ist toll. und deiner kreativität schränkt es auch nicht ein, du streichst, veränderst deinen tisch und nebenbei denkst du an den handwerker. ich finde dich toll, laß dich nicht unterkriegen, du rockst alles was kommt. und wenn nicht, gibt es viele, die dir helfen. eine gute nacht für dich, herzlichen gruß roswitha

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    • Ach Roswitha, es ist zwar schon fast Mitternacht und mein „Rot-werde-Zentrum“ ist schon schlafen gegangen – also werde ich nicht rot wegen deiner netten Lobesworte, sondern freue mich einfach ganz sehr darüber.
      Langsam fange ich an, die Stunden bis Freitag gegen 14:00 Uhr zu zählen. Ich weiß zwar, dass das Ziehen der Fäden auch nicht gerade zu den Lieblingsaktionen zählt, aber da ist der ziehende und ziepende Schmerz immer nur kurz. Ich glaube mich zu erinnern, dass es dieses Mal mehr als 7 Stiche sind.
      Am Montag war ich mit „Mundgardine“ Doppelkopf spielen, Ich hatte vorher angekündigt, dass ich maskiert oder inkognito komme und bin auch standhaft geblieben und habe den blauen Lappen nicht für eine Minute abgelegt. Das empfinde ich jetzt als die einzige angenehme Seite von Corona, denn in vorpandemischen Zeiten hätte ich doch gar nicht gewusst, wie ich meine Zahnarmut hätte verstecken sollen.
      Jetzt gucke ich gerade noch einmal genauer auf deinen Kommentar: Der MUSS ja einfach super sein, denn er ist um 22:44 Uhr erschienen – schnapszahliger geht ja gar nicht mehr.
      Wenn ich noch ein wenig rumtrödle, kann ich auf 23:23 Uhr kommen – aber mit Absicht gilt das nicht, nur zufällig.
      Die jetzige Situation ist zwar unangenehm, aber eben kein Grund zum Jammern, nicht nur deswegen, weil ich sie mir selbst ausgesucht habe. Ganz anders sähe es aus, wenn ich Schmerzen hätte – da bin ich seeeeeeeeeeeeeehr empfindlich, die kann ich so ganz gar nicht leiden.
      Gute Nacht wünscht dir Clara

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  3. Du bist ja wirklich eine absolut pfiffige „Selfmadefrau“…: Clara Klecksel!😉👍
    Toll, das mit dem Streichen und dem Tisch. Dass Du bei all Deinem Geschick doch jemand anderes an Deine Knabberleiste hast arbeiten lassen, ist ein Wunder, liebe Clara! Gute Besserung… und einen lieben Gruß!
    Lo

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    • Ach lieber Lo, du kennst mich besser als ich mich kenne. Wäre es ein Schnitt ab Bauch oder Bein gewesen, hätte ich ja über eine Selfmade-Methode nachgedacht – aber im Mund, und vor allem ganz weit hinten, ist Arbeiten unter Sicht ganz schwer durchführbar. Zu der Zahnärztin hatte ich von der ersten Minute an Vertrauen – ich hoffe und denke, dass sich mich bis zu endgültigen Fertigstellung des Besser-essen-können-Projektes nicht enttäuscht, denn ich will ja nicht vergeblich gelitten haben.
      Danke – und ich werde mich bessern, das liegt in der Natur der Dinge.

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  4. Da bist Du aber sehr fleißig gewesen, liebe Clara. Nicht nur zur Malermeisterin hast Du es gebracht, auch als Tischlerin hast Du Dich noch ausprobiert. Hut ab!
    Aber für die Erwähnung Deines beschlagenen Fensters mit der hübschen Fee bin ich Dir besonders dankbar. Dein saugender Fensterreiniger hat es mir sofort angetan. Ich ärgere mich allwinterlich über die beschlagenen Scheiben in unserem Wintergarten. Der Sauger könnte die Lösung für dieses Ärgernis sein. Ich habe mir sofort einen bestellt. Vielleicht macht der mir auch generell das Fensterputzen etwas schmackhafter 🤔
    Dein Püriertes kann ich mir durchaus als sehr lecker vorstellen. Doch unpüriert ist es sicher auch etwas ganz Feines. Aber Du hast es ja gleich geschafft und bist die Fäden im Mund dann los. Ein bisschen kraftvoller wirst Du dann ja wohl schon wieder zubeißen können. Ich drücke die Daumen, dass alles wunschgemäß verläuft.
    LG von der Silberdistel

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    • MistMistMist – jetzt hatte ich schon so viel geantwortet, dann etwas zu dem Fensterreiniger gesucht, dann längere Zeit unterbrochen und jetzt ist alles weg von dem Antwortkommentar.
      Zumindest die Fotos finde ich noch einmal in der Mediathek:

      und das komplette:

      Da ich schon längere Zeit keine Fenster mehr geputzt habe, benutzte ich das Ding in letzter Zeit nur dafür, um die Feuchtigkeit von den Außenscheiben abzusaugen, weil die dreifach verglasten Fenster so dicht sind.
      Heute habe ich mir das Essen noch mit ganz kleinen Würfeln von Schafskäse aufgepeppt – aber es ist wirklich „witzig“, wenn man alles mit der Zunge am Gaumen zerdrücken muss, weil die eigentlichen Kauwerkzeuge „Urlaub“ machen.
      Mal sehen, wie es nach dem Fäden ziehen aussieht – diese Dinger stören doch sehr im Mund.
      Liebe Grüße an dich

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      • Danke dafür, liebe Clara. Ich bin gespannt, wie mir mit so einem Teil das Fensterputzen gefällt. Auf jeden Fall wird es wohl hilfreich sein, wenn wieder die Zeit beginnt, in der die Scheiben von Wintergarten beschlagen sind. Das ewig mit einem Tuch wegzuputzen ist mehr als nervend.
        LG von der Silberdistel

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  5. Respekt… sowas kann ich weder gut, noch habe ich Lust dazu. Auch wenn ich beim Fotografieren viel Geduld aufbringen kann, versagt sie mir bei solchen Tätigkeiten gänzlich

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    • In den 15 Jahren meiner Ehe war es so, dass ich meinen Mann auf eine handwerklich zu erledigende Sache aufmerksam machte. Nach ca. 3 Tagen wies ich noch einmal daraufhin. – Beim dritten Mal habe ich es dann selbst gemacht. Nicht, dass er es nicht gekonnt hat, aber (für mich zum Glück) hat er viel lieber eingekauft, gekocht und gebacken. Darunter habe ich allerdings jetzt noch zu „leiden“, denn ich koche nicht sonderlich gut und gern schon gleich gar nicht. Aber in der Coronazeit habe ich es ganz regelmäßig gemacht.
      Ich glaube, ich war schon immer handwerklich ziemlich gut und da ich ja schon eeeeeeeeeeeeewig alleine lebe, ist das eine sehr nützliche Eigenschaft. Heiko hat manchmal theoretische Hilfe geleistet, denn er war ja ziemlich selten in Berlin, meist war ich in Hamburg. Und zum Glück kann mein Sohn ALLES – vor allem die Sachen, an die ich mich nicht heran traue (Elektrik und auf Leitern klettern)
      Es macht mir in den allermeisten Fällen wirklich richtig Spaß – beim Kochen ist nach einer Stunde der ganze Erfolg aufgegessen, hier hat man viel länger was davon.

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  6. Liebe Clara,
    Erstaunlich, was Du mit Deiner zusammen getackerten Kauleiste noch alles auf die Beine stellst!
    Meinen hässlich grauen Balkonboden habe ich mit Pflanzen-Pöttchen und Gedöns zugestellt, damit das hässliche Grau nicht so auffällt. Der Vorteil ist, dass ich gut fegen und wischen kann. Die vielen Blümchen machen viel Dreck und Freude, gestern hatte ich sogar ein Taubenschwänzchen zu Besuch. Zu Deinem sich auflösenden Tisch pflegst Du treue Liebe – das verstehe ich so gut! Mein inzwischen über dreißig Jahre alter Zauberstab will manchmal aufgeben und tut etwas tot. Er braucht dann warmes Wasser und zehn Runden Handbetrieb sowie viel gutes Zureden. Immer tröste ich ihn: du überlebst mich garantiert! Nur noch ein winziges Bisschen, dann hast Du gewonnen und rotierst siegessicher neben meinem verrottenden Kadaver. Das Gerät ist ehrgeizig. Er könnte es vielleicht sogar schaffen. 😎
    Für das Fädenziehen wünsche ich Dir viel Erfolg und dass Du bald wieder beißen kannst.
    Liebe Grüße
    Amélie

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    • Hallo Amélie, streichen ist ja körperlich nicht so anstrengend, dass da meine Kauleiste Einspruch erheben könnte. Nur das rücken und schieben des vollbeladenen Blumentisches wurde von ihr, der Kauleiste, nicht mit Applaus begrüßt.
      Du kannst doch wohl aber erst GUT fegen und wischen, wenn nicht mehr alles mit Blumentöpfen vollgestellt ist – oder irre ich mich da. Ich mag ja freie Bodenflächen – gut, es könnten in allen Zimmern noch mehr sein, aber geht schon so.
      Den Flug von deinem Besuchs-Taubenschwänzchen konnte ich ja im Status beobachten. Auf dem kleinen Handydisplay war ich mir nicht so sicher, ob es ein kleiner Vogel oder ein Schmetterling ist. Ich habe gerade gelesen, dass er, der Schmetterling, als Kolibri bezeichnet wird.
      Du hast einen Mixer oder Pürierstab, den du per Hand betreiben kannst? – Mein erster schwächelt auch deutlich, aber zum Glück könnte ich ihn ja nahtlos ersetzen. Ich hoffe aber ganz stark, dass die Suppenzeit bald vorbei ist.
      Ich hoffe, dass das Fäden ziehen so unproblematisch ist wie auf der anderen Seite.
      Lieben Gruß zu dir

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      • Na ja, also…äh…wer gut in gleichmäßigen Pinselstrichen ist, feinmotorisch hoch begabt, so wie Du…so eine Person findet es leicht, eine Balkonwand zu streichen. Wenn jedoch so ein handwerklich total unbegabtes Chaoshuhn munter zu Werke schritte, würde daraus eine Action-Painting-Pollock-Performance und am Ende stünde ich mit voll gekleckstem Balkon und von zerbissenen Flüchen schmerzhaft jubelnden Kläffzekern vor dem Farbchaos. Mit dem Fegen und Wischen spiele ich immer Tetris. Pöttchen in Lücke schieben wo vorher Füße hinpassten, diese auf einem Bein positionieren, rechts die Schüppe, links der Feger. Oder Pöttchen auf andere Pöttchen stellen, dann fegen und wischen. Erst Schaukelstuhl hochkant, dann den Derwisch (Olivenbaum, in dem eine Derwischseele wohnt, weswegen er dauernd tanzt) etwas wegrücken, -zum Glück auf Rollen-…dann fegen und sich selber dabei am besten entmaterialisieren oder ersatzweise auf der Fensterbank Platz beziehen…so oder so ähnlich wird es zwar sauber, doch der beengte Geist schnauft und träumt von Riesenbalkonen mit…ja schieet…mit Riesenblumenpötten…🙈🧚‍♀️🙈und Du siehst schon, bei mir liegt es nicht am Platz, sondern an meiner vrruckten Blumen- und Baumliebe…
        Sogar einen Waldfarn kultiviere ich hier und Dietrich, die Rotbuche aus Nachbars Garten. Die ist Müll, befahl mein Vater. Pah! Ich grub das vorwitzige Rotbuchen-Baby aus dem unrechtmäßig besetzten elterlichen Vorgarten aus und topfte es bei mir ein. Jetzt ist es schon ein Kleinkind und strebt den ersten Meter von ungefähr zu erwartenden 28 Metern an.
        Du liebst ja klare Strukturen, das klingt total gesund. Ich liebe Strukturen zwar auch, diese frei flächigen augenschmeichelnden klaren Strukturen, doch die Blümis liebe ich noch tausendmal mehr und so romantisches Rumgewurschtele mit pittoresk zerfledderten Tannenzapfen, abgestorbenem Lavendel usw…
        Deine Kauleiste ist wirklich sehr geduldig mit Dir. Und Du bist geradezu beneidenswert geduldig bei Vorplanungen und in der Sorgfalt, wie Du an solche Dinge heran gehst.
        (Weil Du immer sagst, Du seiest ungeduldig – aber nicht, wenn es um Arbeitsabläufe und Vorplanung geht, denn da bist Du genau so analytisch, genau und diszipliniert wie eine Wissenschaftlerin).
        Das Handwerk braucht dringend Auszubildende, las ich. Den jungen Leuten ist Handwerk zu wenig erfolgreich…
        Schlimm das….
        Was täten Leute wie Du und ich ohne Handwerksfachpersonal…?
        Du bist großzügig zu Deinen Handwerkerleuten, Du zeigst ihnen, was sie Dir wert sind, verwöhnst sie mit Käffchen, Pralinsche usw.
        So müsste das immer sein können. Das würde die Lust am Handwerk bestimmt auch beflügeln.
        So. Das war jetzt aber echt mal ausschweifend kommentiert.
        Und ich muss jetzt mal Daumen für Dich drücken, damit das morgen gut läuft.✊

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        • Liebe Amélie, du hast vollkommen Recht, bei mir muss alles ziemlich klar und übersichtlich sein, deswegen bin ich ja jetzt so glücklich, dass ich so viel Platz habe und nur eine überschaubare Menge an Möbeln. Als wir noch zu viert auf 49 qm wohnten, war das Saubermachen und alle ähnlichen Beschäftigungen keine wahre Freude, weil ich nur am Rücken und Rutschen war – so ähnlich wie du auf deinem Balkon. Ich faule Socke bin nicht so erpicht darauf, ständig Blumenblätter und Blüten und Blütenstaub und und und zu beseitigen, ich bin doch schon ein wenig behäbig und faul geworden.
          Mit der Rolle kann man beim Streichen viel weniger Schaden anrichten als mit dem Pinsel – denke ich jedenfalls. Ansonsten machen mir meine manchmal doch ganz schön zitternden Hände gute Feinmotorik schwer – aber jammern hilft da nichts – wer das nicht will, muss nicht 77 werden.
          Heute ist also Mittwoch – den Donnerstag muss ich noch „gehandicapt“ überstehen und am Freitag gegen 14:00 Uhr habe ich den Termin zum Fädenziehen. Dann hatte die Wunde 10 Tage Zeit, sich anständig zurückzubilden. Diese Fusseln im Mund stören sehr – auch wenn es ziept, ich werde sie nicht vermissen. – Und alles weitere sehen wir dann.
          Ich verstehe es auch nicht, dass fast ALLE Abitur machen wollen, um zu studieren, auch wenn sie sich dafür gar nicht oder schlecht eignen. Irgendwann werden sich die wenigen Handwerkern bei den reichen Akademikern so viel Geld erarbeiten, dass jeder Akademiker blass wird vor Neid.
          Meinen Lieblingshandwerker, der wirklich fast alles kann, würde ich auf Händen tragen, wenn es notwendig wäre.
          Ich nehme deine gedrückten Daumen gern am FREITAG um 14:15 Uhr in Anspruch.

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  7. Da hast Du Dir ja im wahrsten Sinne des Wortes selbst einen Streich oder vielmehr eine Streichung gespielt 🙂
    Prima, wenn man sich zu helfen bzw. abzulenken weiß. Das verdient natürlich einen tosenden Applaus. Möge der Stabmixer bald wieder in der Ecke stehen und Deine Zähne ordentlich was zu kauen bekommen. Mit so einer liebenswerten Schmetterlingsfee in Aussicht kann bestimmt nichts schief gehen 🙂
    Liebe Grüße an den geplagten Kiefer

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    • Nachdem ich alle meine Igel, die sich brav in einer Reihe angestellt hatten, gekämmt und gestreichelt hatte, ist jetzt Zeit, um zwei Kommentare zu beantworten.
      Immer, wenn ich meinen Balkon betrete, wandern meine Augen voll Lust und Freude über das schön gestrichene Metall – das bisschen Arbeit hat sich echt gelohnt.
      Ich habe das Gefühl, dass mein alter Stabmixer in den Ruhestand gehen will oder gar ganz und gar sein Leben aushauchen will – zum Glück steht ja der Nachrücker schon in den Startlöchern auf der Schrankwand.
      Langsam fiebere ich dem Freitag entgegen, denn die Fäden stören doch ziemlich im Mund. Ich denke, die Zahnärztin wird zumindest optisch eine grundlegende Verbesserung einführen. Ob die dann etwa auch noch zum essen und kauen gut ist, wird sich zeigen.
      Vielleicht lerne ich in meinem „gesegneten Alter“ doch noch, was mit dem Wort „Geduld“ gemeint sein könnte 🙂 😉

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  8. So ungefähr hatte ich mir deine Schmerzablenkungen vorgestellt. Vorzüglich geschildert für das Berufsschulberichtsheft der Streichmeisterklasse!

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