Claras Allerleiweltsgedanken

2 RBB-Projekt U-Bahnhöfe: Borsigwerke – Platz 26

29 Kommentare

U6: Als ich mich aufmachte, um dort den Platz 26

zu würdigen, bemerkte ich, dass ich dort noch nie gewesen bin – und das, obwohl wir schon über 30 Jahre Westen sind. Allgemein habe ich ja für Backsteinbauten etwas übrig, deswegen hat es mir auch ausnehmend gut gefallen. Und damit meine ich wieder nicht den Bahnhof oder Bahnsteig, sondern die Umgebung.

Mir fiel dieses Schild auf und ich war froh, dass ich mich noch zum richtigen Zeitpunkt auf die Socken gemacht habe, denn für die nächsten 2,5 Jahre sind die letzten 5 Stationen der U-Bahnlinie 6 nur noch mit Schienenersatzverkehr zu erreichen, und das ist in dieser verkehrsreichen und fahrgastintensiven Gegend bestimmt kein Zuckerschlecken.

An den ehemaligen großen Arbeitgeber, der u.a. Dampflokomotiven hergestellt hat, erinnern diese zwei Fotos. Die Lokomotive sieht man sofort, wenn man aus der S-Bahn kommt.

Ich machte mich auf die Füße und fotografierte alles, was nicht bis drei vor meiner Linse verschwunden ist. Bei vielen Gebäuden wusste ich gar nicht richtig, was sie beinhalten, sondern ich habe einfach nur die schöne Form und die schönen Steine fotografiert.

und das ist die schöne Tür in dieses Gebäude

Ganz dicht am S-Bahnausgang steht dieses neogotische Borsigtor, das ich von hinten und vorn aufgenommen habe.

Andere Häuser mit roten Backsteinfassaden konnte ich nicht immer einer Verwendung zuführen – fotografiert habe ich sie dennoch.

Unschwer ist zu erkennen, dass auch am Borsigturm das Auge des Gesetzes dich mit (schnellen) Fahrzeugen einholen kann.

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Das eigentliche Highlight dieser Gegend ist der Borsigturm, denn überall wird darauf hingewiesen.

Über den Gebäudeturm habe ich bei berlin.ivd.net folgendes gelesen:

Der Borsigturm wurde 1922 errichtet und wurde schnell zum Wahrzeichen der Borsigwerke. Es steht auf einer schmalen Grundfläche von nur 20×16 Metern. Seine Höhe von 65 Metern reichte damals aus, um ihn zum ersten Hochhaus Berlins zu machen. Architekt war Eugen Schmohl, der auch später das Ullsteinhaus in Tempelhof entwerfen sollte. In den 1970er Jahren wurde der Turm renoviert und wird heute für Büros genutzt, öffentlich zugänglich ist er leider nicht.

Gleich neben dem Turm steht dieses halbrunde Wohnensemble.

Den Fast-noch-Sommer konnte ich Anfang November auf vielen Balkons sehen und fotografieren.

Ich habe ja auch ein kleines Faible für Fotos von übriggebliebener Industrie, wo ich gar nicht sagen kann, was es mal war – wie hier zum Beispiel.

Und das war es dann mit dieser Station.

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Hausfrauentipps und -tricks als auch Koch- und Backrezepte müsst ihr wo anders suchen.

29 Kommentare zu “2 RBB-Projekt U-Bahnhöfe: Borsigwerke – Platz 26

  1. Ein schönes Projekt ist das.
    Denke gerade, wieso ich so etwas nicht in Tokio 2011 machte?! Nun, einfach nicht im Fokus gehabt.

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  2. Da finde ich ein echt tolles Projekt. Hatte ich mir hier auch schon mal überlegt. Ich gucke das auch gerne im RBB, auch wenn ich nicht in Berlin lebe.
    Ich finde überhaupt, dass der RBB da manchmal ganz nette Ideen hat. Sowas fällt dem NDR leider nie ein.

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  3. Clara wieder auf Entdeckungsreise. Es hatte also doch was, dass Du mit den Platzierungen nicht so recht einverstanden warst und Dir selbst ein Bild machen wolltest. So konntest Du sogar noch ein bisschen mehr von Berlin kennenlernen. Aber diese Backsteinbauten gefallen mir auch ausgesprochen gut. Eine feine Fotoserie, liebe Clara.
    Lieben Gruß von der Silberdistel

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    • Du gehörst ja auch mit zu den „Berlinkennerinnen“, allerdings zu deiner Berlinzeit nur zu den östlichen Bahnhöfen – deswegen bringe ich dir jetzt die anderen per Foto nahe.
      Manchmal weiß ich schon gar nicht mehr genau, ob die mal Ost oder West waren – also bin ich doch auf einem guten Weg.
      Noch eine für die Rote-Bachstein-Fraktion – wir können doch eine Liebhaberinnengruppe gründen – aber ich bin nicht die Leiterin 🙂
      Immer, wenn ich mit der RBB-Platzierung so gar nicht einverstanden bin, werde ich das nicht verschweigen.
      Liebe Grüße zu dir, liebe Silberdistel

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  4. liebe clara, ich werde nun deine stadterkundungen ausdrucken für eine hoffentlich irgendwann stattfindende berlintour, schreibe überall clara drauf- ist das ok.? mir gefallen deine berichte fast alle sehr gut, und immer wieder bekomme ich sehnsucht nach berlin. heute denke ich an die arbeiter, die täglich viele staunden in den borsigwerken arbeiteten. backsteinbauten gefallen mir sehr, da fällt mir sofort strahlsund ein. herzlichen gruß und danke für die recherche, roswitha

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    • Roswitha, du glaubst gar nicht, wie sehr ich mich darüber freue, dass du das ausdrucken willst. Du musst nirgendwo Clara draufschreiben, denn ich weiß, dass du das nicht unter deinem Namen irgendwo anders ins Netz stellen wirst. Und privat kannst du damit machen, was du möchtest. – Und falls du wirklich mal nach Berlin kommst, dann ist ein Besuch bei mir gebongt – denke ich zumindest. – Du bist ja wohl von den Auswärts-Lesern die Berlinkennerin par excellence. (Schreibst sich vielleicht anders, ist mir aber jetzt egal).
      Wir brauchen gar nicht nur an die früher so ausgebeuteten Arbeiter in Deutschland denken – ich nehme an, dass die großen Billigfirmen (ich werde jetzt mal keine Namen schreiben) auch heutzutage Kinder und Frauen so ausbeuten, damit sie das Zeug hier als Billigramsch auf den Tisch bringen können und die Käufer das nach wenigem Tagen in den Kleidercontainer werfen.
      Ganz süß finde ich dein Verschreiberli bei Stralsund – dein Strahlsund gefällt mir fast besser.
      Schön, dass du auch zur roten Backsteinlieberinnenfront zählst.
      Herzlichen Gruß von der Gleich-Zockerin Clara

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  5. Liebe Clara,
    Du hast die Industriearchitektur vergangener Zeiten prächtig in Szene gesetzt. Ich mag diese kleinen roten Backsteinziegelwerke auch sehr. Manche Ruine verfällt anmutig und verwehrt dem Verständnis seinen einstmaligen Verwendungszweck. Nun stehen die alten Bauwerke als Geheimnisse in der Gegend herum und erzeugen feine Haarrisse in der Grübelrübe.
    Mit lieben Grüßen
    Amélie 🍂✨

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    • Amélie, meine Liebe, du gehörst also auch zu den Rotziegelbauliebhaberinnen. Bei Ulli schrieb ich schon, dass ich die aus hellen Backsteinen aber gar nicht mag – der Höhepunkt sind solche prunkvollen Häuser mit einem glänzenden blauen Ziegeldach – viel kälter geht schon gar nicht mehr.
      Mal sehen, was ich hier in dieser Serie noch so alles vor eure Augen bringen werde.
      Ganz lieben Gruß zu dir

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  6. Die Liebe zu roten Backsteingebäuden teile ich mit dir, liebe Clara. Hier, im Wendland, gibt es sie Zuhauf, das gab mir schon vor zig Jahren ein heimeliges Gefühl. Ganz begeistert aber bin ich von Lüneburg und Lübeck, was für eine großartige Architektur!
    Einen schönen Tag dir, herzlichst, Ulli

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    • Du sagst es, liebe Ulli: Roter Backstein gibt ein heimeliges Gefühl, er vermittelt mir Wärme – im Gegensatz zu den Bauten aus gelbem Backstein, die wirken unterkühlt.
      In Lüneburg war ich wohl noch gar nicht, aber dafür oft schon in Lübeck.
      Heute wird wieder Doko-gezockt.
      Liebe Grüße auch von mir an dich

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  7. Zugloks, alte Bahnhöfe, so interessant für die Enkelin eines Eisenbahners… letzthin fand ich in einem älteren Buch den dort beschriebenen Ort eines Abstellbahnhofs Wannsee. Dort gibt es denkmalgeschützte Gebäude, eines geht über die Schienen…Und das halbrunde Wohngebäude ist ja auch ordentlich seltsam, vielleicht zieh ich da mal hin…im Übrigen nochmals DANKE.

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    • Du glaubst gar nicht, wie sehr ich mich darüber freue, wenn sich andere Leserinnen über einen Text von mir freuen. So wie ich es schon bei Roswitha = Weggefährtin sagte, wenn frau wenigstens im Kleinen Freude machen kann, dann ist doch schon etwas erreicht.
      Du bist ja pausenlos in der Welt der Bücher unterwegs und hast dann dazu noch den großen Vorteil, dass du dir viel mehr vom Inhalt merken kannst.
      Eine richtige Lok habe ich dir ja hier nicht gezeigt, sondern eine „Kunst-Lok“
      Und jetzt zeige ich dir noch eine zweite Kunstlok, die von Clara geführt wird.

      In diesem halbrunden Wohngebäude wird es aber noch nicht ganz so arg sein wie in den Häusern von Hundertwasser – hier wird es nur schräge Wände und eine leicht gebogene oder gewölbte Fensterwand geben.

      Gefällt 4 Personen

  8. Großartig 🙂 Der Borsigturm gefällt mir sehr gut. Toll, dass das Wetter mitgespielt und die Sonne zu den roten Ziegeln einen guten Kontrast gegeben hat. Jetzt wäre es natürlich interessant zu wissen, ob die Gebäude von innen auch so zu gefallen wissen, wie von außen. Jedenfalls hat sich die Polizei eine schöne Unterkunft gesichert. Wer weiß, vielleicht spielen die dort im Hinterzimmer mit einem Zug 🙂
    Verfallene Architektur finde ich auch immer spannend.
    Nennt sich ja auch „Abandoned places“ und erfreut sich größter Beliebtheit. Da findest Du bei Tante Google tolle Sachen.
    Dein Rundgang hat mir wieder großen Spaß gemacht. So bekomme ich endlich mal was von Berlin zu sehen. Zug um Zug 🙂
    Liebe Grüße aus strömendem Regen

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    • Du wirst dich am Ende dieser Serie, die sich bis ins nächste Jahr erstreckt, besser im Berliner Unter- und Obergrund auskennen als ich, weil du ein besseres Gedächtnis hast. Ich bringe ja jetzt schon Sachen durcheinander. Aber es macht auch mir Spaß, manche Sachen neu zu entdecken und andere etwas genauer zu betrachten und zu hinterfragen.
      Gut, dass ich auf Vorrat viele Sachen noch bei Sonne fotografiert habe. Für die ca. 10 Bahnhöfe, die mir noch fehlen, sieht das Wetter momentan zu neblig und diesig aus – und meine unmittelbare Verkehrssituation ist förmlich besch…eiden geworden durch die Sperrung des Bahnübergangs für den Busverkehr.
      Nur mal so zur Info: Die Polizei sitzt NICHT im schönen Borsigturm, sondern dicht an der U-Bahn und an dem schönen Tor.
      „Zug um Zug“ – eine absolut treffende Bemerkung.
      Neblige Grüße an dich

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