Claras Allerleiweltsgedanken

3 RBB-Projekt U-Bahnhöfe: Bayerischer Platz: Rang 16

26 Kommentare

Der Bayerische Platz ist ein Stadtplatz im Zentrum des Bayerischen Viertels im Berliner Ortsteil Schöneberg des Bezirks Tempelhof-Schöneberg.

U4 + U7: Gleich vornweg eine typische Claradusseligkeit. Ich war lange und ausgiebig auf diesem Bahnhof und in der Umgebung. Als ich dann zu Haus alle Fotos und Nebeninformationen bearbeitete, stellte ich fest, dass ich mich nur dem Bahnsteig der U7 gewidmet hatte. Dass es noch einen für die U4 gab, habe ich dann erst auf dem Übersichtsplan mitbekommen. – Aber natürlich bin ich noch einmal hingefahren – aber überall wird gebaut. Endlich will Berlin für ALLE Bahnhöfe Barrierefreiheit erreichen, damit auch Leute mit Kinderwagen, Fahrrädern, Rollatoren und Rollstühlen die Möglichkeit haben, die U-Bahn benutzen zu können. Hier war dieser Fahrstuhl schon vorhanden, aber bei der U4 hapert es damit gewaltig.

So vornehm kann ich die Treppe in roter Begleitung hinab schreiten.

Überall waren große Fototafeln angebracht, die Momente aus vergangenen Zeiten zeigten. Auch wenn wir einen sehr warmen November haben – Lust zum Baden habe ich dennoch nicht bekommen.

Der Bahnsteig selbst gab so gut wie nichts her, dafür um so mehr das reichhaltig bebilderte Bahnhofsgebäude. – Den Besuchern wurde gezeigt, wer in der Vergangenheit alles im Bayerischen Viertel gewohnt hat. Ich habe mich auf wenige beschränkt, weil ich alle anderen kaum oder nicht kannte. – Gegen die ständigen Störungen der Neonröhren auf den Fotos ist mir kein Trick eingefallen.

Was mir ganz besonders gefallen hat, dass hier offensichtlich was dafür getan wird, dass die Verbrechen aus der Nazizeit auch in der jungen Generation bekannt werden. – An vielen Laternenpfählen oder anderen Befestigungsmöglichkeiten hängen Tafeln, was den Juden seit 1933 nicht mehr erlaubt war – ich habe nur ein Beispiel gewählt.

 

Es wurden Fotos aus einer Schule gezeigt, in denen die Schüler sich mit einer jüdischen Person beschäftigen, die durch die Nazis ermordet wurden. Ähnlich wie bei den Stolpersteinen, schreiben sie auf einen Ziegelstein alle Angaben und aus diesen Steinen wird dann eine Mauer gebaut.

 

 

Die Bayern sind ja treukatholisch, deswegen haben sie z.B. solche Straßennamen:

Und englisch können sie genau so perfekt wie ich:

Die Stadtbibliothek hat sich eine ganz pfiffige Notleiter einfallen lassen, falls es mal brennen sollte.

Und damit ihr sehen könnt, dass ich bei herrlichstem Sonnenwetter unterwegs war, habe ich das für euch fotografiert:

Aber da es ja kein politischer Artikel werden soll, werde ich mich jetzt wieder dem U-Bahnhof und seiner Umgebung widmen. Zum Glück ist Berlin nicht wie Dresden oder Hamburg an manchen Stellen total in Schutt und Asche gelegt worden, denn sonst wären nicht so viele alte wundervolle Häuser erhalten geblieben. Ein paar Beispiele will ich euch zeigen. Bewachsen oder nicht, mit großen Sende- oder Empfangsanlagen auf dem Dach, aber auch ganz modern – so hat das Viertel auf mich gewirkt.

Bei diesem Haus war ich mir nicht ganz klar, ob ich den Baum vor meinem Balkon so gut fände, wenn ich dort wohnte. Da aber die Sommer immer heißer werden, freuen sich die „Beschatteten“ sicher über den Schattenspender.

Jetzt fehlen nur noch die wenigen Fotos vom Bahnsteig der Linie 4:

Und das war es dann wirklich – tschüss bis übermorgen.

******************

Verbringt einen ganz gemütlichen ersten Adventssonntag. Zur Unterstützung meines Wunsches bekommt ihr ein „Kugelfoto“, das noch in der alten Wohnung aufgenommen worden ist.

Autor: Clara Himmelhoch

Auf meinem PR = purple Roller fahre ich durch die Bloggerwelt und mache PR = Public Relation. In meinem Gepäck habe ich fast täglich eine "Überraschung" für meine LeserInnen. Hausfrauentipps und -tricks als auch Koch- und Backrezepte müsst ihr wo anders suchen.

26 Kommentare zu “3 RBB-Projekt U-Bahnhöfe: Bayerischer Platz: Rang 16

  1. Solche Werbung koschtet wohl einiges, da kann man sich auch ein feines Gebiss leisten 😉

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  2. Ein Schmuckstück ist diese Leiter ja nicht, aber wenns hilft 😉

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  3. boah, liebe clara, du warst fleissig, wieder ein spannender bericht! damit du den bericht nicht aus versehen löschst, kannst du ihn ja vorsichtshalber grundsätzlich erstmal speichern, mache ich jetzt öfter aus vorsicht. zuletzt war ich in der gegend im cafe bilderbuch, hat mir sehr gefallen. danach habe ich mich mit dem bus in die falsche richtung verfahren! für mich sind die vielen punkte deiner stadttour voller erinnerungen. gut finde ich deine verknüpfungen mit der vergangenheit. in der nähe des büros des luisenstädtischen vereines hatten wir auch mal eine ferienwohnung. herzliche grüsse aus dem odenwald in die weltstadt, roswitha

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    • Danke, liebe Roswitha, dass du mir ein „Fleißbienchen“ zuerkennst, da freue ich mich doch sehr darüber. Wenn es mir selbst keinen Spaß machen würde, täte ich das auch nicht – aber wenn ich dann das Gefühl habe, es freuen sich auch andere darüber, ist das natürlich noch schöner. Und dann gar noch solche Berlinkennerinnen!!!
      Beim Schreiben der Artikel geht nichts verloren – nur bei Kommentaren kann das mal passieren, wenn ich zwischendurch auf einen anderen Bildschirm springe.
      Natürlich habe ich sofort dein ewähntes Café gegoogelt – es ist auf der Akazienstraße in Schöneberg und sieht so aus, dass dort bestimmt ein Stück Kuchen mit einer Tasse Kaffee schmecken würde.
      Für mich ist der Odenwald so viel unbekannter als für dich Berlin – mich freut es.
      Fast schon Erste-Advents-Grüße schickt dir Clara

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  4. Und schon sind wir wieder auf Bahnsteigen Berlins unterwegs. Ganz schicke Bauten gibt es da drumherum wieder, wobei mir Platz 14 ganz besonders gut gefällt. Und die nachfolgenden Balkonvarianten finde ich echt schick.
    Die Gestaltung mit den alten Fotos in der Linie 4 finde ich toll. Da hat man wenigstens einen Zeitvertreib, wenn man auf seine Bahn wartet.
    Wow, Du warst ja mächtig bekugelt in Deiner alten Wohnung. Sieht aber sehr dekorativ aus. Dann hab auch Du morgen einen schönen ersten Advent und sei lieb gegrüßt von der Silberdistel

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    • Liebe Silberdistel, dir wird noch vom vielen U-Bahnfahren ganz schwindelig werden, denn schließlich müssen wir ja immer mit der Bahn vom gerade angesehenen Bahnhof zum nächsten fahren – und die sind selten ganz dicht beieinander.
      Hast du noch einen U-Bahnfahrplan – wenn nicht, im Netz gibt es einen. Am Montag sind wir in Alt-Tempelhof (U 6), du kannst dir ja schon mal die Verbindung raussuchen 🙂 😉
      Dir gefällt also das zugewachsene Haus (jetzt ohne Blätter) mit den zwei Blumenbalkons am besten. Gut, dass ich die immer alle durchnummeriert habe.
      Ich fand die Ausgestaltung mit alten Fotos und mit der Erinnerung an das dritte Reich sehr berührend.
      Wusstest du noch nicht, die Clara ist „bekugelt“, ich habe wirklich einen Kugelknall – aber es gibt schlimmeres.
      Erster Advent wurde um einige Stunden vorverlegt, musste sein.
      Liebe adventliche Grüße zu dir von Clara

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      • Wenn das Haus im Sommer beblättert ist, sieht es bestimmt noch viel hübscher aus und ein wenig verwunschen – und das im so belebten Berlin.
        Nein, einen U-Bahnfahrplan habe ich nicht mehr, denke ich jedenfalls. Aber ich könnte direkt noch einmal nachschauen. Wer weiß? 🤔 Aber Deinem Rat werde ich so oder so folgen, damit ich weiß, wo genau in Berlin wir uns gerade befinden.
        Nein, bis eben wusste ich nicht so deutlich, dass Clara bekugelt ist. Aber da können wir uns die Hand reichen. Ich mag Kugeln auch. Aber das weißt Du inzwischen ja 😉
        Liebe Adventsgrüße an Dich von der Silberdistel

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  5. Die schönen alten Häuser beeindrucken mich sehr. Auch das Wort treukatholisch, die Schülerarbeiten, deine roten Kugeln…eigentlich alles!

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    • In der Galerie mit den 8 Fotos beeindruckt mich die Balkonlösung im vorletzten Bild (Bayer.Platz 24) besonders – das Zimmer dahinter ist garantiert nicht dunkel.
      Es würde mich ja wahnsinnig interessieren, was dort die Mieten pro m² kosten und was die Leute bei den hohen Räumen an Heizkosten aufwenden müssen – das war ja früher auch schon nicht wenig, aber hat sicherlich nicht so eine Rolle gespielt wie jetzt.
      Kluge Frauen zu beeindrucken ist eine schöne Sache so am Voradventstag – danach aber auch 🙂

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  6. Liebe Clara,
    Ein bayrischer Bahnhof mitten in Berlin! Die blauweißen Details hast Du ja schon mit Mallybeau besprochen und ich stand gestern Nacht nach einem Abend in der Schwitzhütte vor einem kaputten Fahrkartenautomaten, nachdem das günstige Handyticket nicht funktionierte, weil das Kontingent aufgebraucht war. Ich fluchte wie ein Berliner Bierkutscher. Dann verbündete ich mich mit einem netten jungen Mann und parlierte mit ihm sehr hübsch auf der Suche nach einem funktionstüchtigen Fahrkartenautomaten. Den wir dann auch fanden. Weißt Du, was ich total blöd finde? Erstens, dass Langzeitstrecke inzwischen drei knusprige Euronen kostet. Und dass es keine Möglichkeit gibt, in Bahnen Tickets zu kaufen. Ich hätte noch die Wahl gehabt, ersatzweise 20 Schlappe Kilometer mit Saunatasche nach Hause zu wandern, doch das läuft sich nachts noch mal doppelt so weit wie tags. Tolle Idee, auf die unrühmliche Historie mittels solchen Aktionen wie bei Euch in Tempelhof hinzuweisen. So lernen es die Leute im Vorbeigehen und hoffentlich auch im Stehenbleiben und Drübernachdenken.
    Ich wünsche Dir wunderbare Stunden mit Deinen Leuten und dem Hundemethusalem. Kraul ihm bitte mal hinter den Ohren mit meinen allerherzlichsten Feengrüssen, bitte ja?
    Herzlich
    Amélie

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    • Wenn es nach dem Söder und seinen tiefsten innerlichen Wünschen gegangen wäre, dann hätten wir jetzt einen Bayern im Regierungsgebäude sitzen und alle Restaurants hätten Oktoberfest gefeiert, nicht nur die ganz wenigen, die es trotzdem schon seit Jahren machen.
      Apropos Fahrkarte – ich habe ja das 65+-Ticket und bezahle es komplett alle Monate zusammen auf einmal – das ist die billigste Variante, kostet aber dennoch einiges über 50,00 € im Monat und gilt für ganz Berlin und Brandenburg.
      Die BVG hat mich aber schon angeschrieben, dass ab Januar für ALLE das 49,00 € für ganz Deutschland kommen soll – und ich bräuchte da nichts zu machen, das wird alles automatisch umgestellt. – Wahrscheinlich gibt es dann keine Ermäßigung mehr für Rentner – ist ja auch egal, aber das Gesamtticket, das ja nur für Regionalzüge gilt, braucht frau ja nur dann, wenn sie sich längere Zeit in einer anderen Region aufhält. Für eine Fahrt nach jwd wäre mir das dann dennoch zu blöd.
      Woher weißt du, wie die Berliner Bierkutscher fluchen? Ich denke, andere können das auch.
      Ich fand die Ausgestaltung des Bahnhofs, die über normale Fotos weit hinaus ging, auch sehr beeindruckend.
      Jetzt kommen sie doch früher als ursprünglich gesagt und ich muss mich dann doch ein wenig beeilen. Kraul-Auftrag ist angekommen, aber er will immer am Bauch gekrault werden, so wie er sich prompt und gleich auf den Rücken legt.
      Liebste Grüße von Clara, der U-Bahn-Kommentatorin

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      • Ok, Dir darf ich das ja sagen…ich hab den Fahrkartenautomaten als blöden Blaffke, als unfunktionalen Nieselprim, als verfluchtes Backpfeifenjesicht und als unbrauchbaren König Kacka bezeichnet. Außerdem als Automatenaas, als falschen Fuffzijer und als oberfaule Flitzpiepe…
        🙈🙈🙈

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        • Du nun wieder – so ein Fahrkartenautomat ist doch auch nur ein Mensch, der mag es nicht, wenn er eine sensible Seele hat, dass er von dir ausgeschimpft wird. Mich wundert es nur ein ganz klein wenig, dass er dir kein Ticket ausgespuckt hat.
          Wenn du noch Zeit hattest, so viele Verwünschungen dir auszudenken, kann es dir soooooooooooo schlecht dann doch nicht gegangen sein. 😦 😉
          Gut’s Nächtle!

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  7. Alles einsteigen, die Reise geht weiter 🙂
    Ich hätte nicht gedacht, dass man Bayern einen eigenen Bahnhof gewidmet hat. Sogar in klassischem Blau Weiß. Die Vertäfelung um die Bilder macht sich wirklich gut. Prima, dass weiter an der Barrierefreiheit gearbeitet wird. Da sollte definitiv nicht gespart werden.
    Und ich dachte, die Leiter der Bibliothek dient Gaunern, die doch spontan Lust bekommen, sich weiter zu bilden. Vielleicht gibt es einen Schmöker „Wie verhalte ich mich im Knast?“
    Schön zu sehen, dass solch eine architektonische Vielfalt herrscht und nicht alles in trister Einheit bewohnt wird.
    Deine Kugeln setzen dem ersten Advent das i-Tüpfelchen auf und garnieren Deinen wunderbaren Streifzug durch die Bahnhofswelt. Hab ich eigentlich ein Ticket gekauft? Oh je, ich glaub, ich bin schwarz gefahren …, schnell raus 🙂
    Liebe Grüße

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    • Lieb(st)e Mallybeau, da es nur eine deines Ranges und deiner Ordnung gibt, bedarf es nicht dieses Superlativs (echter Genitiv, haha)!
      Deine Kommentare bringen mir meinen Artikel im Nachhinein noch einmal so richtig ins Gedächtnis, denn fotografiert und geschrieben habe ich den ja schon vor einigen Tagen, schließlich bin ich jetzt schon mit dem 18. Dezember fertig.
      Zuerst überlegte ich, was du mit dem „blau-weiß'“ für Bayern meintest, da ja die offiziellen Stationsschilder immer blau-weiß sind. Aber dann sah ich den Bahnsteig der U4 mit den entsprechenden Kacheln – sehr aufmerksam von dir.
      Das mit der fehlenden Barrierefreiheit habe ich oft schmerzlich zu spüren bekommen, als ich noch meine großen Fahrradtouren gemacht habe. Mit einem stark beladenen Rad Rolltreppe zu fahren, ist fast lebensgefährlich für so eine „schwache und zierliche Frau wie mich“ haha – damals war ich natürlich noch kräftiger, aber eine Schinderei war es trotzdem, wenn es keine Fahrstühle gab. Und da war es immer noch großes Glück, wenn es WENIGSTENS eine Rolltreppe gab.
      Das mit der Bibliotheksleiter zeigt mir, dass auch in dir (wie in mir) so eine gewisse kriminelle Energie wohnt 🙂
      An den vier Adventssonntagen gibt es für meine LeserInnengemeinde immer einen Artikel, der aus der Reihe tanzt und NUR adventlich ist.
      Hier das Foto hatte ich schon hingesetzt, als ich die Adventsidee noch nicht hatte – aber es zeigt mir, dass es in der alten Wohnung wärmer gewesen ist. Dort hatte ich im Wohnzimmer zwei Heizkörper, so dass ich diesen einen hier ausschalten konnte – der Mensch unter mir hat so viel geheizt, dass es für mich mit gereicht hat.
      Liebe Grüße, ich sollte endlich unter die Dusche, denn ich muss noch einkaufen – heute Nachmittag kommen Sohn, Freundin UND LENNY. Bei dem habe ich ja immer Angst, dass es das letzte Mal sein könnte – er ist wirklich RICHTIG alt mit seinen 12 Jahren.
      Dicken fetten Gruß zu dir

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    • Jetzt habe ich beim Absenden einen Riesenschreck bekommen, das klappte zuerst nicht und ich dachte, es ist ALLES weg von diesem riesenlangen Kommentar.

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