Claras Allerleiweltsgedanken


31 Kommentare

Das Erbe wurde vom Winde verweht

„Eigentlich“ ist mir nicht nach Bloggen – doch da es in diesen zurückgezogenen Zeiten für mich quasi die Möglichkeit bedeutet, unter Leute zu gehen, habe ich mich doch selbst dazu überredet.

Vornweg eine positive Meldung. Einen Tag, nachdem mein Sohn aus Kanada zurück gekommen ist, wurde er krank – am Telefon hörte es sich nach „sehr krank“ an. Der ganze Rachen war verschleimt, seine Stimme kaum zu identifizieren, Fieber war auch vorhanden – es ist ja sofort zu raten, wovor ich Angst hatte. In seinem Fb-Profil zeigte er sich mit Schutzmaske und hatte sich auch selbst in Quarantäne begeben –

doch am gestrigen Tag war alles schon wesentlich besser geworden. – Nun hoffen alle Beteiligten: seine Freundin, seine Mutter, seine Angestellten und sein Hund, dass er bald wieder die Geschicke seiner Firma selbst in die Hand nehmen kann. – Und ich hoffe, dass er sich nicht einkaufsmäßig oder anders um eine kranke Mutter kümmern muss, weil ich nämlich nicht krank werden will.

************

So, jetzt komme ich zu der eigenartigen Überschrift. Meine Mutter hat mich Zeit meines Lebens immer unterstützt – sehr oft auch finanziell, denn sie hatte (nach meiner Einschätzung) wirklich ein sehr gutes Gehalt und dann zu Westzeiten eine phänomenale Rente, die durch den sehr zeitigen Unfalltod meines Vaters (er wurde von einem russischen LKW überfahren) gewaltig aufgebessert wurde. – Aber über ein finanzielles Erbe will ich hier nicht sprechen, obwohl das wesentlich dazu beigetragen hat, dass ich jetzt in der Eigentumswohnung meines Sohnes wohne.

Goldschmuck und Sammeltassen habe ich großzügig an EnkelIn und Nichten verteilt, weil ich mir gar nichts daraus mache. Ich habe mir andere Sachen ausgesucht, unter anderem zwei (Bunzlauer) Tontöpfe. Einer beherbergt im Korridor meine Schirme – nass oder trocken – und kein Fußboden wird nass.

Und der größere diente mir – bis gestern – als Blumenübertopf für eine monströse, dennoch hässliche Kunstpflanze. Ich habe sie nur behalten, weil das Zurücksenden so umständlich gewesen wäre. Sie musste aus meinem täglichen Umfeld weichen und stand deswegen in einer Ecke des Balkons auf einem Hocker.

Und so fand ich sie samt Übertopf am Sonntag früh:

Entweder war es wieder mal stürmischer als ich es eingeschätzt hatte oder die Uhren haben in der Nacht beim Umstellen so einen Wind gemacht, dass es die schwere Pflanze vom Hocker geweht hat.

Hätte ich alle Scherben, Splitter und Teile von dem Tontopf ins Ägyptische Museum gebracht, hätten die sicherlich spielend daraus wieder einen heilen Tontopf machen können – doch den hätte ich dann nicht mehr bezahlen können.

Also habe ich noch ein wenig damit rumgespielt, ein wenig Bedauern geäußert und dann die Überreste weggeworfen. Und wie zum Trost stand auf den Papiertonnen eine große Kiste mit sehr gut erhaltenen Büchern. Daraus habe ich mir dann 5 ausgesucht und habe mich bei dem kaputten Tontopf bedankt, denn sonst wäre ich nicht zum Müll gegangen.

Ich fand für die Monsterpflanze einen anderen Keramiktopf. Und weil es immer noch sehr pfiffig war, wurden alle drei großen Blumentöpfe auf dem Boden gelassen.

Ihr seht, es passiert nichts Spannendes – deswegen blogge ich im „Schontempo“

Liebe Grüße aus der „Kontaktisolation“ von Clara


22 Kommentare

Manche sind wieder glücklich …

… ich auf jeden Fall!

Gestern gegen 17.00 Uhr klingelte mein Mobiltelefon. Ich sah, dass es mein Sohn ist – nicht wie beim letzten Mal über whatsApp und Video, sondern ganz normal über seine Nummer. Er teilte mir mit, dass er soeben seine Wohnung betreten hat. – In Kanada bestand kaum eine Ansteckungsmöglichkeit – wenn er sich nicht im Flugzeug noch was geholt hat, dann ist alles gut gegangen.

Tja, und wer ist auch wieder glücklich? Die Mehl-Käufer, denn heute wurde bei uns aufgefüllt, aber überall hängen Schilder, die auf eine Begrenzung beim Kauf hinweisen.

Tja, das war es dann aber auch schon mit den Glücksnachrichten.

Als ich im Jahr 2000 von Ostberlin nach Westberlin (alte Bezeichnungen) zog, dachte ich, ich verbessere mich mit Dingen außerhalb der Wohnung wesentlich – war aber nicht so. Und 2015 zog ich ja aus einer Mietwohnung in eine Eigentumswohnung (zwar nicht meine), in der auch die ca. 280 anderen Wohnungen alles Eigentumswohnungen sind. Da war ich so naiv zu glauben, dass jetzt die Entsorgung von Müll, Papier und vor allem von Sperrmüll auf jeden Fall vorbildlich funktioniert. – Ich kann so alt werden wie ich will – ich werde mich immer und immer wieder irren.

So sieht oder sah es vor paar Tagen in unserem Vorkeller aus: Der Sperrmüll vom ersten Foto steht schon so lange, wie ich in dieser Wohnung bin – also 4 1/2 Jahre. Der andere ist gerade neu dazu gekommen. Und mit dem roten Schrank – das war die größte Unverschämtheit – jeder, der eine Tür öffnen wollte, musste erst das rote Monstrum so verschieben, dass die Tür aufging. – Aber der wurde tatsächlich abgeholt.

Jetzt wird doch überall aufgerufen, für unsere tapferen Pflegekräfte, Ärzte, Busfahrer und auch für die VerkäuferInnen abends 21.00 Uhr auf den Balkons zu klatschen. – Bis zu unseren Häusern hat sich das offensichtlich nicht rumgesprochen. Aber vielleicht liegt es auch einfach nur an der falschen Benennung. – Vielleicht hätte man nicht Verkäuferinnen sagen sollen, sondern LADENDAMEN – das klingt doch viel vornehmer, oder nicht?

Heute und morgen habe ich hoffentlich junge, hübsche und knackige Handwerker bei mir zu Besuch, die alles wieder „heile“ machen. Die Dinge sind längst nicht mehr so gut wie noch vor Jahren. Meine Geschirrspülmaschine von Miele ist noch nicht mal ein Jahr alt. Der Fehler – ein lautes unregelmäßiges Knacken, tritt nicht immer auf. Es ist aber nicht der Sprüharm, der irgendwo anschlägt – ich bin zum Testen fast in die Maschine gekrochen.

Ich habe kleine Videos gemacht, damit er sich die Sache anhören kann. Mal sehen, was rauskommt.

**********

Und übermorgen kommt ein Markisenmonteur. Sie ist Anfang Oktober 2019 angebracht worden und seitdem noch nie benutzt worden. Jetzt stelle ich fest, dass sie in beide Richtungen irgendwann knirscht und knarrt und außerdem hält sie den eingebauten Stopp am Ende nicht ein.

Wenn man schon keine Party feiern darf, da lädt frau sich eben Handwerker ein.

Apropos Handwerker – die Gerüstbauer fangen an, die andere Seite unserer 3 Häuser einzurüsten. Außer Dämmplatten und neuen Anstrich bekommen wir neue Haustüren und neue Briefkästen – und wieder fröhlich vor Bad- und Küchenfenstern herumlaufende freundliche Handwerker.

Für heute ist es genug.

 


39 Kommentare

Soll ich? … Oder soll ich lieber doch nicht?

Die Auflösung gibt es weiter unten.

Für mich sind die verordneten Separierungsvorschriften nicht so schlimm. In der Wohnung bin ich eh allein, aber auch beim Spazierengehen bin ich lieber allein, weil ich dann nur mit einem Ohr lauschen kann – und das ist bei Straßenlärm oder Vogelgezwitscher nicht so gut möglich wie im ruhigen Raum beim  Tête-à-Tête.

„Spaziergang“ – der ist bei mir zwangsläufig mit dem Britzer Garten verbunden, alles andere heißt „1000 Schritte schaffen“, „Einkäufe oder Besorgungen erledigen“ und und und.

Ich darf nicht mehr Doppelkopf spielen gehen, ich darf kaum noch Kaffee trinken oder Eis essen gehen, also steige ich auf Natur um und habe nur noch Natur oder Bäume oder im Kopf.

 

Im BG = Britzer Garten gibt es viele Exemplare, die mir gefallen. Der hier ist doch ein Augengedicht in seiner Blütenpracht! Und sagt jetzt nicht nein!!!!!

Wäre ich noch Kind oder Jugendliche, hier könnte sogar ich klettern – bei richtigen Bäumen habe ich mich immer etwas blöd angestellt. Wahrscheinlich war ich auch früher eher kopflastig als sportlastig.

Bei den nächsten dürft ihr mir helfen. Ist dieser Weißstämmige etwa doch eine Birke? Birken haben doch aber eher gescheckte Stämme wie auf dem zweiten Foto und nicht so weiße.

Dass im BG gebaut wird, ist nicht zu übersehen. Die Parkeisenbahn ist bei Eltern mit kleinen Kindern und für alte Leute, die auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, sehr beliebt. Der Lokführer verfrachtet Kinderwagen und alles andere hilfsbereit in einem Anhänger.

Aber denkt jetzt ja nicht, dass ihr um meine lila Krokusse herum kommt – was sein muss, muss sein.

Hier könnt ihr sehen, dass Caféhausplätze auch im Freien fast verwaist sind – und wir sind erst am Anfang des „Zusammenrottungsverbots“. Vielleicht war es aber auch einfach nicht warm genug.

Steinmännchen oder wie die heißen, werden ja besonders an der See gern gebaut – aber da wird nicht so geschummelt wie hier. Wäre hier nicht so viel Zement zwischen den Steinen, gäbe es Poltersteine und nicht Steinehaufen.

 

***********

Ihr kennt doch alle diese unschöne Sitte am Pool, wo die ersten schon früh gegen 6.00 Uhr ihre bevorzugten Liegen mit einem Badehandtuch reservieren. Und das ist jetzt verfeinert worden. An der Haltestelle will man ja auch sitzen, wenn man so lange auf die zahlenmäßig reduzierten Busse warten muss 🙂 😉

Berlin kotzt mich derartig an, in den Anlagen und auf den Wiesen gibt es fast mehr Dreck als Blumen, es ist wirklich sehr, sehr schlimm. Und es wird wirklich von Jahr zu Jahr schlimmer, dreckiger, zugemüllter. Die Raucher mit ihren Kippen sind ganz besonders schlimm – die liegen überall herum. – Wäre ich in der Politik, würde ich manches anders regeln – aber zum Glück bin ich das nicht.

**********

Und jetzt zu der in der Überschrift gestellten Frage. – Zu der Stunde, in der ich den Beitrag geschrieben habe, gab es in Berlin 1077 offiziell registrierte Coronapatienten und zwei Tote. Das ist für eine Dreimillionenstadt wenig, sehr wenig sogar. Und dennoch wird jetzt schon von einem eventuellen Zusammenbrechen des Gesundheitswesens palavert.

Wenn ich einen dieser 1077 Infizierten kennen würde, wäre es dann nicht am besten für mich, mich gezielt anzustecken, jetzt, wo es noch Intensivbetten gibt, jetzt, wo noch Atemmasken vorhanden sind, jetzt, wo das Gesundheitswesen noch nicht kollabiert ist???

Je später so eine Infektion bei Risikopatienten (bin ich leider, obwohl ich es selbst nicht wahr haben möchte) passiert, desto näher kommen auch bei uns italienische Verhältnisse, wo die Ärzte wie in Kriegszeiten entscheiden müssen, wer eine Atemmaske bekommt und wer nicht und dann ersticken muss. Für mich in meiner Vorstellung ein grausamer Tod – keine Luft mehr zu bekommen.

Natürlich werde ich jetzt keinen Aufruf starten, um einen von den 1077 zu suchen. Ich überlasse es mal dem Schicksal, denn was kommt, das kommt.


32 Kommentare

Mitten ins Schwarze ge(troffen)stochen …

… das war ja wohl aber auch nicht so schwer

Was macht Frau nicht alles, um gesund zu bleiben. Meinen letzten Hausarztbesuch vor einigen Tagen habe ich mit einer Pneumokokken-Schutzimpfung beendet. Den leichten, muskelkaterähnlichen Schmerz im linken Oberarm habe ich gern in Kauf genommen. Die Helferin meinte zu mir: „Ich nehme das kleine Dreieck in der Mitte als Einstichziel – und da es chinesisch ist, werden sich die Viren kurzschließen und es wird helfen!“

Die Sache mit der Reparatur des ausgebissenen Zahns hat auch geklappt. Ich hatte mir ein Zahntechniklabor gesucht, was nahe einer ehemaligen Wohnung von mir ist.

Alles steht wieder in Reih‘ und Glied. Im Tausch gegen drei rote Scheine wanderte mein Zahn wieder an den angestammten Platz.

Den Weg zum Labor fuhr und ging ich so:

Das war dieses Mal keine Dusseligkeit, sondern der linke große Zeh will partout in keinen Schuh ohne zu schmerzen. Das wird langsam zum Dauerzustand – und meine Fußpflegerin musste ihren Salon schließen.

Nach der Scheidung wohnte ich mit dem Sohn ab 1985 bis 2000 im Bezirk Frieddrichshain auf der Proskauer Straße. Wenn ich also schon in dieser Gegend bin, guckte ich mich natürlich bei dem ehemaligen Haus um. – Ich muss schon ewig nicht mehr dort gewesen sein – das Haus war ziemlich verfallen, obwohl ich damals u.a. aus dem Grund ausgezogen bin, weil ich die monatelangen Beschränkungen bei einer geplanten Generalsanierung mit WC und Bad nicht in Kauf nehmen wollte und außerdem eine Arbeitsstelle im Westen der Stadt bekommen hatte, so dass der Arbeitsweg viel zu weit war. Der Sohn war schon ausgezogen und stattdessen wohnte meine Mutter bei mir. – Ein Blick auf das Haus sagte mir, dass die ständig wechselnden Besitzer wahrscheinlich immer wieder pleite gingen und gar keine Sanierung stattgefunden hat.

Jetzt stehen mehrere sehr schöne Häuser dort, die nicht billig aussehen – vielleicht sind es Eigentumswohnung. Sollte ich je zu einem völlig unmöglichen Millionengewinn kommen – dort würde ich mir sofort eine Eigentumswohnung kaufen. Ganz dicht an der U-Bahn und S-Bahn und viele Geschäfte in der Nähe – dabei aber vollkommen ruhig, da im Innenhof. In oder besser aus diesem Innenhof hat man mir 1990 meinen fast neuen Trabant Kombi geklaut, der nicht kaskoversichert war (Verschulden der Versicherung, die nicht wusste, wie sie einen Trabant finanziell einschätzen sollen)  und 15.000 DDR-Mark gekostet hat.

Was ich bemerkenswert fand, aus mehreren Fenstern und an einem quer über die Straße gespannten Seil hingen mehrere Regenbogenfahnen.

Und zu Haus gab es für mich eine Premiere. Mein Sohn ist ja gerade in Kanada. Plötzlich klingelt mein Handy und ein Anruf von ihm über WhatsApp. Ich nehme das Telefon natürlich ans Ohr – was denn sonst. Und er meint, warum SEHE ich dich denn nicht? – Da begriff ich, dass es ein Videoanruf war und ich war ganz glücklich, als ich ihn so frisch und munter über so viele tausend Kilometer sehen und hören konnte. – Hoffentlich klappt alles mit den Rückflügen. Coronakritisch ist es dort im Schnee nicht.

 


35 Kommentare

An Corona werden wir uns die Zähne ausbeißen …

… und ich bin mit gutem Beispiel vorangegangen

Na gut, ich gebe ehrlich zu, es war ein Endstück von einem selbstgebackenen Brot. Im Toaster aufgefrischt, schmeckte es himmlich – bis zur Mitte des Kantens, dann knackte es. Geistesgegenwärtig unterband ich den Schluckakt, so dass ich das kleine Zähnchen in der Hand hielt.

Wenn ihr mir versprecht, keine Antireklame gegen mein Jung-Frauen-Image zu machen, gestehe ich euch, dass ich insofern Glück hatte, dass es kein richtig echter Zahn war.

Also hieß es, beim Zahnarzt vorbeizugehen, um die Sache wieder in Ordnung zu bringen. Ein Instinkt sagte mir, dass ich besser vorher anrufe. Die Helferin meinte, dass sie kein eigenes Praxislabor mehr haben (das war der Hauptgrund auf seiner Website, warum ich mir diese Praxis ausgesucht habe) und alle Arbeiten außer Haus erledigen lassen. Und ich würde es garantiert nicht bis Freitag zurückbekommen – das hieße dann das ganze Wochenende Suppen, Kartoffelbrei und Apfelmus (oder so ähnlich) bis zum Montag.

Also verlegten wir den Termin auf Montag 9.00 Uhr. Mein Telefon war noch nicht abgekühlt, da bekam ich eine SMS, ich sollte anrufen, der Termin muss verlegt werden.

Also machte ich das und erfuhr, dass dieser Zahnarzt (oder alle Zahnärzte in Berlin???) die tägliche Sprechzeit auf zwei Stunden begrenzen. Ich redete mit Menschen und mit Engelszungen, dass ich den Zahnarzt gar nicht bräuchte, sondern nur den Auftrag für das Zahntechniklabor. Ich wollte es selbst zum Labor schaffen und hätte aus Kulanz alle anderen Sachen auch mitgenommen. – Aber auf solche Eigeninitiativen ist der Westen nicht eingerichtet. – Ihre Aussage: Montag abgeben und Mittwoch zurück bekommen.

Was macht Clara???? Sie sucht sich ein Zahntechniklabor im ehemaligen Ostberlin und ruft dort an. Ich brauchte ganz schön lange, bis ich den Chef überredet hatte. Am Freitag 9.30 Uhr soll ich da sein. „Läppische“ 30,00 € will er von mir haben, für eine Arbeit, die maximal 10 Minuten dauert. Aber natürlich habe ich den Mund gehalten und nicht protestiert.

Bei meinem Zahnarzt sollte ja jetzt eine größere Sache gestartet werden, für die ich gestern den bestätigten Heil- und Kostenplan meiner Krankenkasse bekommen hatte. Doch bei zwei Stunden täglicher Arbeitszeit können wir das vergessen.

**********

Ich habe noch so einen unerklärlichen „Hamsterschlager“ entdeckt. Meine Mülleimertüten gingen dem Ende entgegen – wie gesagt, ich betreibe keine große Vorratswirtschaft. Und jetzt: N*etto: Nichts, nur teure Biomülltüten; A*LDI: das gleiche Bild und bei L*IDL gab es welche, aber für zu viel Inhalt – aber die habe ich dann dennoch genommen, denn ich wollte den täglichen Müll – immerhin drei Eimer für Verpackungsgedöns, Papier und normalen Abfall – nicht in zwei Händen runterschaffen.

Und allmählich sehen einige Regale wirklich leer aus. Die Verkäufer sagten mir, dass auch nicht geliefert wird. Die Tiefkühltruhen können eigentlich abgeschlatet werden, denn es ist nichts drin – Verar…….. die uns dann nicht doch im Fernsehen, wenn sie immer wieder sagen, es ist alles zur Genüge da.

Aber ich habe beschlossen, NICHT zu verhungern.

478 Worte sind genug über Zähne und Corona!

 


44 Kommentare

Kriminalfall im Hause Himmelhoch

Langjährige LeserInnen können sich bestimmt noch an diese Fotos erinnern:

Die Frau des Hauses ist für eine geringfügige Affinität zu der Farbe Lila bekannt. Als ein Discounter vor ca. 2 Jahren Toilettenpapier in dieser zarten Farbe anbot, konnte sie sich nicht zurückhalten und kaufte 3 Pakete.

Der Unterschied zu heute ist der, dass damals der Verkäufer glücklich war über diesen Umsatz und keiner der Kunden auch nur im entferntesten an Hamsterkäufe gedacht hat.

Würde sie das momentan machen, käme sie vor den Richter wegen Hamsterei und würde mit einer Quarantänestrafe nicht unter einem Jahr belegt, eventuell auf Bewährung.

Vielleicht könnte ich beim Richter um mildernde Umstände bitten, indem ich ihm meine Sparsamkeit mit anderen, eben so stark gefragten  Ressourcen wie Papierhandtücher vor Augen führe. Damit mein Papierabfallbehälter nicht täglich gefüllt ist, zerschneide ich die Blätter in Teile, da man ja nach jedem Schnäuzen ein neues „Taschentuch“ nehmen soll. Das finde ich Verschwendung – deswegen nehme ich kleinere Stücke – die reichen vollkommen aus.

Heutzutage ist es ja schon so, dass eine einzelne Toilettenrolle im Fonds eines Autos als „Wertgegenstand“ bezeichnet wird, den man nicht unbeaufsichtigt liegen lassen soll. Es könnten Langfinger kommen und die kostbare Fracht von dannen tragen.

Zum Abschluss noch eine ganz andere Frage: Wie lange wird das Virus noch als „neuartiger“ Coronavirus benannt werden? Muss erst ein Impfstoff gefunden sein, bis es nicht mehr „neuartig“ ist.

Das fällt mir nur so besonders auf, weil ich mal in einer Arbeitsstelle länger als ein Jahr von meiner Kollegin immer als „Und das ist unsere neue Kollegin, Frau Himmelhoch“ vorgestellt wurde. Irgendwann hat es mir dann gereicht und ich war eingegliedert.


25 Kommentare

Es hat nicht sollen sein …

dass ich euch aktuelle FFs = Frühlingsblumen-Fotos aus dem Britzer Garten zeige

Und warum nicht? Ich bin immer noch durch den Wind, die ganze Situation geht mir viel mehr an die Nieren, als ich es je vor zwei Wochen gedacht hätte. Da ja im Grunde genommen die Erkrankungszahlen in Berlin immer noch relativ niedrig sind, hätte ich diese drastischen Maßnahmen, die jetzt getroffen wurden, nie und niemals nicht erwartet.

Und jetzt zu den Fotos, die hier nicht antanzen. Ich war Kopf lüften, Herz an den Frühlingsblühern erfreuen und fast 10.000 Schritte für die Gesundheit im Britzer Garten laufen. Als Eintrittsentgelt habe ich mir wieder eine Jahreskarte gekauft. Wenn ich in den nächsten Wochen schon keine Sozialkontakte haben soll, dann kann ich wenigstens Kontakte zu Bäumen, Sträuchern, Blumen, Eseln, Schafen und Ziegen haben – besser als gar nichts. Ich werde schnell noch Zickisch lernen, da kann ich mich wenigstens mit den Tieren unterhalten.

Die ganze Strecke bis zum Britzer Garten zu Fuß zu gehen, ist mir zu weit. Das Fahrrad ist noch eingemottet und wegen meiner häufigen „Schwindeleien“ nicht günstig, also fuhr ich doch mit dem Bus, obwohl man Verkehrsmittel möglichst meiden soll. In allen Bussen sind die Vordertüren gesperrt und es gibt keinerlei Zugang mehr zum Fahrer, also kann man auch nicht bezahlen. Ich habe eine Jahreskarte, aber die Schwarzfahrerzahlen werden sprunghaft ansteigen und den Erkrankungszahlen Konkurrenz machen. Aber darauf kommt es bei dem ganzen Wirtschaftschaos jetzt auch nicht mehr an.

Ich war kaum drin im Garten, da wurde ich förmlich von Blumenwiesen überschwemmt. Am deutlichsten drängte sich die Gelb-Fraktion in den Vordergrund. Büschelweise gepflanzte und wunderbar in der Sonne blühende Krokusse konkurrierten mit Osterglocken, die sich stolz in die Höhe erhoben und etwas hochnäsig auf die kleinen Krokusse hinabblickten.

Und ich wechselte mich in meinen Fotografenstellungen ab: Gestreckt von oben die ganze Wiese, etwas gebückt eine zusammenhängende Kolonie auf dem Display jongliert und dann knieend oder fast liegend die Soloaufnahmen von besonders schönen Exemplaren. Manchmal hatte ich schon Sorge, ich komme nicht unbeschadet wieder nach oben.

Doch dann sah ich von weitem eine lila Wiese – und da hättet ihr mich mal sehen sollen, wie schnell ich auf und bei der Wiese war. So viele und so viele wundervolle Krokusse – es war eine einzige Augenweide.l Und obwohl ich auf meiner Festplatte bestimmt nicht wenige Krokusfotos habe, konnte ich mich fotografierend nicht zurückhalten.

Im Laufe der ausgedehnten Parkwanderung kamen noch einige sehr schöne Fotos dazu.

Und dann war ich zu Haus. Ich schloss den Fotoapparat an den Computer an und wollte ihn erst ein wenig aufladen. – Doch dann kam vieles nicht so Schönes dazwischen. Unter anderem schrieb ich meine Reisestornierung für die Fahrt nach Italien an das Reiseunternehmen. Ich hoffe, dass ich es genügend gut mit einem Paragraphen aus dem BGB (höhere Gewalt) begründet habe, der eine kostenlose Stornierung erlaubt. Doch 400,00 € haben sie ja schon von mir – das war die Anzahlung, die ich schon voriges Jahr im Mai bezahlt habe. Ich glaube kaum, dass ich davon etwas zurück bekomme.

Die Zeit wurde später und später und ich lud die Fotos nicht mehr auf den Computer. Das allein wäre ja noch nicht schlimm – aber dann löschte ich die Originale auf der Speicherkarte des Fotoapparates. Wahrscheinlich habe ich mit dem Kopf die eine Sache gedacht und mit den Händen die andere (falsche) gemacht.

Jetzt habe ich mir einfach ein paar Fotos aus vergangenen Jahren geholt, denn ganz ohne wollte ich diesen Beitrag nicht schreiben.

Die nächsten Tage werden bestimmt nicht die besten in meinem/deinem/unserem Leben, aber sie gehen vorbei und dann läuft irgendwann alles wieder normal.