Claras Allerleiweltsgedanken


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Heute wäre eine 77 fällig …

… wenn die Beteiligten noch leben würden

Meine Liebe zu Schnapszahlen hat mich bewogen, den zweitägigen Veröffentlichungsrhythmus zu unterbrechen.

Diese 43 Tage ist keine absolute Zahl, denn mein Vater ist erst am 8. Mai 1946 tödlich verunglückt. – Aber nach seinem sehr gut geführten Tagebuch konnte ich ausrechnen, dass sie sich wegen Krieg, Gefangenschaft und Arbeit in seiner Heimatstadt, während dessen meine Mutter schon evakuiert mit mir im Bauch in Bayern war.

Einen dieser 43 Tage haben sie genutzt, um Ei und Spermium zu vereinigen, so dass KleinClara entstehen konnte.


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Ein Vergleich mit deutschen Schulkindern

Es ist jetzt schon einen guten Monat her, konkret war es in der Nacht vom 18. zum 19. Oktober, dass bei 3SAT vier Dokumentationssendungen hintereinander angezeigt wurden – alle mit dem gleichen Titel, und der hieß

„Die gefährlichsten Schulwege der Welt“

Nicht nur, weil ich seit 2004 über den Berliner Großelterndienst Kinder betreut habe – zum Teil bis zum 12. Lebensjahr und damit schon lange Schulkind – interessierte mich dieses Thema.

Obwohl ich wusste, dass bei den Dreharbeiten Erwachsene und damit Hilfe in der Nähe der Kinder sind und ihnen damit bei Gefahr geholfen werden könnte, hat es mir mehr als einmal vor Angst um die Kinder die Sprache verschlagen.

Und natürlich musste ich da an viele unserer deutschen Kinder denken, die von ihren überängstlichen Müttern die überschaubare Strecke zur Schule mit dem Auto gefahren werden – es muss nicht immer ein SUV sein.

Vorgestellt wurden die Länder Nicaragua, Mexiko, Sibirien und die Mongolei und die Sendungen waren erst um 3:45 Uhr beendet.

ALLE gezeigten Kinder wollten unbedingt zur Schule gehen, egal, welche Strapazen sie auf sich nehmen mussten. Wenn diese zu groß waren und der Schulweg entweder zu lange oder zu gefährlich war, übernachteten sie in der Woche in einem Internat – meist drei Kinder in einem Bett, weil nicht mehr Geld für eine bessere Ausstattung vorhanden war. – Dennoch wollten die Kinder unbedingt in der Schule sein, dafür hatten sie verschiedene Gründe

  • sie waren in dieser Zeit von der schweren Arbeit zu Haus befreit
  • dort konnten sie mit ihren Freunden und Freundinnen SPIELEN – etwas, was sie zu Haus nicht konnten
  • in der Schule bzw. im Internat bekamen sie täglich drei Mahlzeiten, die fast ausnahmslos ohne Besteck eingenommen wurden
  • ihnen war von ihren Eltern sehr deutlich erklärt worden, dass sie nur mit einer Schulbildung lesen, schreiben und rechnen können und eventuell eine höhere Schule besuchen dürfen, um ihre gesellschaftliche Position zu verbessern. Viele der Kinder wollten Lehrer werden, eine davon Schachlehrerin, denn in dieser Schule war Schach Unterrichtsfach
  • in Sibirien durften die Kinder ab minus 55°C ihr Zuhause nicht mehr verlassen und auch nicht vor die Hütte zum Spielen gehen – da wurde ihnen schnell langweilig. Im Internat hatten sie gleichaltrige Gesellschaft.

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Neue Besen kehren gut …

… wirklich besser als der alte?

Mit dem „neuen Besen“ ist eine Hausärztin gemeint, die ich am 27. Oktober zum ersten Mal aufgesucht habe. Ich muss gestehen, dass ihr Vorname „Claire“ bei mir viele Gutpunkte bei der Auswahl eines neuen Arztes gemacht haben.

Ich hatte es zuvor auf der Suche schon bei sehr vielen anderen Haus- und Allgemeinärzten versucht, die alle keine neuen Patienten aufnahmen. Bei ihr klappte das auf Anhieb. Beim Praxisbesuch wusste ich dann auch (sofort), warum. Alle Gehbehinderten, Rollatorenbenutzer oder gar Rollstuhlfahrer haben in ihrer Praxis KEINE Chance, denn in die erste Etage kommt man einzig und allein zu Fuß – Fahrstuhl ist Fehlanzeige.

Als sie meine absonderlichen Blutdruckwerte auf der mitgebrachten Tabelle sah, handelte sie. Meinen alten Hausarzt hat das nicht gestört – bei meiner altersbedingten „isolierten systolischen Hypertonie“ = ISH ist EIN Medikament vollkommen fehl am Platz: ein Betablocker. Und genau einen solchen hat er mir beim letzten Besuch verordnet – ich habe ihn weder aus der Apotheke geholt noch eingenommen – das war dann das letzte Tröpfchen, welches das Fass zum Überlaufen und mich zum Weglaufen gebracht hat.

„Die Neue“ hat mich sofort zum Herzecho = Echokardiographie und zum Endokrinologen überwiesen. Ein Herzecho soll zeigen, ob die Aortenklappe (noch) ganz dicht ist – im negativen Fall könnte das die Ursache für die tiefen diastolischen Werte sein.

Es gibt zwei unterschiedliche Ausführungsmethoden, wovon die zweite durch die Speiseröhre weniger angenehm sein dürfte. Vielleicht könnt ihr euch denken, mit welch ängstlichem Gefühl ich dort hingegangen bin. – Es war einigermaßen in Ordnung und durch ein Lanagzeit-EKG und ein Belastungs-EKG will sich der Kardiologe genauer über mich informieren.

Die Endokrinologin beschäftigt sich in meinem Fall mit der Schilddrüse – der Termin kommt erst noch. Vor -zig Jahren wurde in meiner Schilddrüse ein kalter Knoten festgestellt. Immer wieder mal habe ich meinen (trägen) Hausarzt gebeten, sich darum zu kümmern – doch meine Bitte verhallte ergebnislos. – Die Schilddrüse kann auch für solche „abartigen“ Werte zuständig sein.

Am 29. Oktober war ich mal zur Abwechslung in der Notaufnahme – aber dieses Mal nicht mit Krankenwagen vorgefahren. Frau kommt ja sonst kaum noch irgendwohin. Wenn frau denkt, im Brustkorb eine übereifrige Maschine zu haben, die alles andere überlagert, und die Ohren im Takt des Herzschlags dröhnen, dann ist Angst angesagt – am meisten um meine Ohren, denn einen 14. Hörsturz überleben die nicht.

Gegen 20:00 Uhr war ich da und den Bus um 00.23 Uhr habe ich um 2 Minuten verpasst – also lief ich die 4 km nach Haus – Bewegung soll ja immer gut sein.

Dass Krankenschwestern, die jeden Tag viele, viele Blutabnahmen machen, meine Arme derart verzieren, hatte ich nicht erwartet. Und ich habe gute Venen – so etwas ist mir bisher kaum passiert.

Bei der zweiten Blutentnahme meinte die Schwester, mein Blut sei dick wie Sirup und stellte mir 2 Flaschen Mineralwasser auf den Tisch. Brav wie ich bin, trank ich eine und eine halbe aus – und deswegen verpasste ich dann meinen Bus, weil ich nochmal bei 00 einen Zwischenstopp einlegen musste.

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Ich hatte schon bessere Artikel – aber zumindest habe ich nicht über Corona gejammert. 😉 🙂


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Fotos mit Untertiteln

Ich ging im Park allein für mich hin – Abwechslung zu suchen hatt‘ ich im Sinn

Allein neben Blättern

Allein unter Blättern

Mindestens 100 l Kürbissuppe auf die Treppe gestellt

Puschelchen wollen über die Grenze durch den Zaun

Kummer über missglückten Grenzgang

Spieglein Spieglein an der Wand zeig‘ mir den schönsten Baum im Berliner Land

Nahrung für Hungrige???

 


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Zwei Tage lang dritte oder …

… auch vierte Welt „gespielt“

Deswegen gezwungenermaßen nur „gespielt“, weil wir uns entsprechend vorbereiten konnten, weil wir vorausschauend entsprechende Behälter füllten und weil die ganze Einschränkung nur zwei Tage acht Stunden lang bestand – und zwar von 8:00 bis 16:00 Uhr.

Um was geht es? In unserem Haus mussten Reparaturarbeiten an den Abwasserleitungen durchgeführt werden. Dazu wurde nicht nur das Wasser abgestellt – es durfte auch nichts weggeschüttet werden. UND!!!!!!! Es durften auch keine Toiletten benutzt werden.

Wenn man sich entsprechende Eimer, Töpfe Kannen füllt oder zum Händewaschen das Duschwasser vom frühen Morgen in der Badewanne lässt, kommt man sicher gut über den Tag.

Besonders in solchen Situationen denke ich an Menschen in anderen Länder, die ständig und immer Wasserknappheit haben, für die so ein überaus großzügiger Umgang mit Wasser, wie wir ihn handhaben, schlichtweg undenkbar ist. Teilweise schleppen Frauen und Kinder das Wasser in Krügen von weit entfernten Pumpen.

Wer kann sich so etwas wirklich in Deutschland noch vorstellen. Nach dem Krieg gab es wohl ähnliche Einschränkungen, aber über den sind wir 75 Jahre hinweg – ich muss das genau wissen 🙂

Nach wie vor ärgere ich mich in meinem Wohngebiet, dass wir weder Heizkostenzähler noch Wasseruhren haben und dem ungebremsten Verbrauch auf Kosten der Mitbewohner Tür und Tor geöffnet sind. Aber alle, die ich von den alteingesessenen Erstbesitzern kenne, sträuben sich mit Händen und Füßen dagegen.

Mich würde es wirklich interessieren, um welche Menge sich der Wasserverbrauch senken würden, wenn jeder sein verbrauchtes Wasser selbst bezahlen müsste.

Jetzt einfach nur ein paar vor längerer Zeit gezeigte Wasserfotos.

 

Kommt genügend Nachschub aus den Bergen, muss man nicht so sparsam sein.

Springbrunnen und Fontänen „füttern“ sich selbst

Wir haben Wasserhähne, die wir auf- oder zudrehen können.

Berlin ist ja eine Stadt, die über viele Teiche, Flüsse und Flüsschen und Seen verfügt.

Für heute habe ich genug gewässert.

 


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Spaziergangsgeschenke

Man – aber auch frau – haben es nicht leicht, wenn sie für eine außergewöhnliche Person ein nicht ganz alltägliches Geschenk suchen – das aber nicht reell sein soll, sondern virtuell. Also kann es nach meinem Dafürhalten nur ein Foto sein, denn mit Lyrik kenne ich mich nicht so aus – und für das Lesen langer Geschichten fehlt dieser Person fast immer die Zeit, weil sie so viel arbeitet, diese Person.

Und deswegen kam mir dieses Überflieger-Foto genau richtig vor die Linse – das stellt diese Person für mich dar.

Na gut, auf dieser lustigen Hausmalerei ist das Geschlecht der Person eindeutig festgelegt und das Alter ist anders als das, was jetzt gerade gefeiert wurde – aber ansonsten alles richtig.

Blumen gehören auch zum Geburtstag – hat jemand Zweifel, dass diese lila und winterfest sein sollten, damit sie sich eine Weile halten?

Manchmal braucht auch die klügste Person einen Rat – das Leben kann ja so vielfältig und manchmal auch kompliziert sein, also wie wäre es damit?

Großzügig, wie ich bin, verschenke ich auch noch eine wunderschöne Schnapszahlanzeige: So ist das Wetter zu uns.

Und wenn ich diese liebenswerte Person am Ende noch zum Essen einlade, nehme ich auch vorher die Wienerwurststücke wieder raus oder packe sie erst gar nicht mit in die Auflaufpfanne, denn manche mögen ja nichts mit Fleisch.

Wenn ich schon einmal fotografierend unterwegs war, kam mir auch anderes vor den Apparat. Hat sich „Melissengeist“ in Berlin verwandelt? Ich habe das Zeug weder eingenommen noch getrunken, kenne es aber nur unter „Klosterfrau Melissengeist“.

In der DDR gab es den Begriff: „Kunst am Bau“ – und hier müsste ich sagen: „Kunst VOR dem Bau“

Was doch der simple Buchstabe A für eine Bedeutung bekommen kann!

Umgebungserforschung

Jetzt mal im Ernst – ich wohne schon 5 Jahre in dieser Ecke, denn diese Metallgebilde sind höchstens 4 oder 5 km von mir entfernt – und ICH WAR NOCH NIE auf dieser Straße, die soviel Industrie zeigt. – Empfinde ich nicht als Verlust.

Bei einem anderen Spaziergang MUSSTE ich diese Hauswandmalerei fotografieren. Meine Eltern und meine Großeltern sind es nicht – bin ICH das etwa in einem früheren Leben? Vielleicht?!?

Und jetzt eine „Kuriosität“ – einen Tag später kam ich zufällig an dem gleichen Park und dem gleichen Haus vorbei – und ich sah folgendes:

Es war also keine Wandmalerei, sondern eine riesige Folie, die auf den Giebel geklebt war. Ich fragte natürlich, warum das zerstört wird. Von der Antwort habe ich nur das Wort „Denkmalschutz“ verstanden.

Und das letzte Foto habe ich bei Sven geklaut, weil ich es so unsagbar wahr und lustig finde. Watt’n Glück, dass ich nicht Schach spielen kann.

 


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Was gut ist gegen Corona –

… muss auch gut sein gegen Asbest!

Diese etwas kuriose Überschrift erkläre ich euch später.

Dass die Fassade unseres Hauses und die der beiden Nachbarhäuser momentan saniert wird, hatte ich ja schon erwähnt. Dicke Dämmplatten und feuerfeste Abschnitte zwischen den Etagen sollen die Kälte, aber auch die Hitze schlechter nach innen dringen lassen und im Ernstfall die Ausbreitung eines Feuers über die Etagengrenzen hinaus verhindern.

Dass das mit viel Dreck, aber mit noch viel mehr Lärm verbunden ist, sage ich euch jetzt einfach.

Vor einiger Zeit hatte ich schon mal irgendwo geschrieben, dass ich dem Firmenchef eine Mail geschrieben habe, weil seine Leute Arbeiten mit dem Bohrhammer OHNE Gehörschutz ausführen mussten. Ich habe die Leute vor kurzem gefragt: Sie haben diese schützenden Kopfhörer bekommen.

Für mich würde sich jetzt gleich ein neueres Feld auftun, um wieder etwas für die Gesundheit der ausländischen Bauarbeiter zu tun.

Unter der Flachdachabdeckung aller Häuser ist alles mit Asbest isoliert. Für die Entfernung dieser Platten müssten die Arbeiter mit Spezialmasken und eventuell bei großflächigen Arbeiten (so war es vor 2 Jahren an der Vorderfassade) sogar mit Schutzanzügen ausgerüstet sein.

Die ersten Wochen der normalen Arbeiten ist natürlich kein Bauarbeiter auf die Idee gekommen, mit Maske zu arbeiten – durch die kann man ja keine Zigarette in den Mund stecken.

Und plötzlich haben die zwei Männer, die mit der Asbestentsorgung zu tun haben, eine Maske auf – und darauf bezieht sich meine Überschrift.

Ich habe mit ihnen gesprochen und sie meinten: Kein DEUTSCHER Bauarbeiter würde mit so einer einfachen Stoffmaske arbeiten, aber mit den Ausländern kann man es ja machen. In dem Moment habe ich mich ein wenig für meine Nationalität geschämt.

So, das war jetzt die ernste Seite der Medaille, jetzt kommt die lustigere.

Da ja mein Badezimmerfenster eine Klarglasscheibe hat und ich auch jegliche Gardine verabscheue, wollte ich den Herren Bauarbeitern nicht unbedingt freie Sicht auf meine Badewanne und meine Toilette gewähren und habe einfach ein Handtuch davor gehängt.

Die Gerüstbretter sind nicht genau in unserer Wohnungshöhe, so dass das schon ein gewisser Schutz ist.

Es ist ein Samstag und ich freue mich auf einen geräuscharmen Tag, weil ja heute keine Bauarbeiter auf dem Gerüst rumwuseln. Leicht bekleidet mit der Nachtwäsche „schwebe“ ich ins Bad, um mir Wasser für ein Morgenbad einzulassen. Und da das: Die Knie eines Bauarbeiters drücken fast meine Fensterscheibe raus.

Um euch den Eindruck plastisch vor Augen zu führen, nehme ich das Handtuch weg und fotografiere im Bad und in der Küche.

Die jetzt vor die Scheiben geklebte Folie soll verhindern, dass beim Verputzen die Scheiben zu dreckig werden – aber den Durchblick beeinträchtigen sie nur minimal.

Den Beitrag habe ich gleich am Anfang meiner Pause geschrieben – die Bauarbeiten sind bei allen drei Häusern inzwischen fast abgeschlossen und es sieht wirklich sehr schön aus.