Claras Allerleiweltsgedanken


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Baltikum 7 – the end!

Tag 10 – 28.5. – Abfahrt nach Mragowo in den Masuren

Das Hotel „Zemaites“  in Vilnius war eines der besten, wenn mich auch der Blick aus dem Fenster an Berlin denken ließ. Na gut, wir haben keine Busse mit Oberleitung – hier auf dem Foto aber auch nicht. Aber LIDL habe ich.

So einen schönen großen (lila) Stiefmütterchentopf habe ich auch nicht.

Ich bin mit einem frohen Gefühl eingestiegen, denn ich wusste, übermorgen kann ich mich bei Bedarf in meine eigene Badewanne setzen.

Unterwegs hielten wir an einer Burganlage an. Die war wunderschön – doch leider war der Regen genau so wunderschön. Da wir nur eine Stunde Aufenthaltszeit hatte, stürzte ich mich nicht in das Gewimmel von Erwachsenen und Kindern sondern beschaute mir die Außenanlagen der Burg.

Da 7 meine Lieblingszahl ist, höre ich mit diesem Beitrag mit der Berichterstattung über den Baltikumurlaub auf.

Etwas MUSS ich euch noch zeigen, denn ich habe mir doch noch ein zweites Souvenir geleistet. Es gab wohl keinen DDR-Haushalt mit Kindern, wo diese „schwangeren“ Holzpuppen mit dem Namen Matroschka nicht zu finden waren.

https://www.google.de/search?nord=1&q=matroschka&tbm=isch&source=hp&sa=X&ved=2ahUKEwi60InC6NTiAhUMJlAKHaPLB20QiR56BAgIEAw&biw=1536&bih=694

Hier könnt ihr euch von der Vielfalt überzeugen. – Wenn ich die alle so sehe, finde ich meine natürlich wunderschön.

Und tschüss, meine lieben mitfahrenden BloggerInnen, bis bald mal wieder!


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Baltikum 6

Tag 8 – 26.5. Abfahrt nach Sigulda – dabei den Gauja Nationalpark und die Burg Turaida streifen

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus – obwohl ich nicht so richtig weiß, ob ein „Abgang“ ins Klinikum Riga ein großes Ereignis ist.  Auf jeden Fall habe ich mich den ganzen Tag ganz gar nicht überhaupt nicht gut gefühlt.

Wir warten alle auf die Abfahrt aus Tallin. Um 9 Uhr soll der Bus starten. Da aber die Fahrstuhl Situation hier mehr als kritisch ist, mussten wir zusehen, unsere Koffer und uns in eine Fahrstuhlkabine zu bekommen. Es gibt für neun Etagen mit 44 Zimmern gerade man zwei kleine Fahrstühle, in die vier Personen ohne Koffer und zwei Personen mit Koffer hinein passen. Das wird manchmal ganz schön eng. Aber jetzt kann ein neuer Tag beginnen.

Dieses Hotel sieht aus wie ein DDR-Plattenbau, dem man 2 Etagen geklaut hat. Unsere typischen Häuser dieser Art waren immer 11geschossig – hatten aber mehr und größere Fahrstühle. – Die Telefonpreise rentieren sich in der heutigen Zeit der Handys sicher auch nicht mehr.

Bei einem kleinen Zwischenstop an der See war es pfiffig, kalt und ungemütlich – bei mir jedenfalls kamen keine Badegedanken auf.

Wir haben heute aus dem Bus heraus den sogenannten Velo Marathon erlebt auf Fahrrädern haben die sich Steigungen hoch gequält, die würde ich noch nicht erstmal laufen wollen. Und mindestens 90% der Radfahrer sind gefahren. Aber es haben auch einige geschoben. Hammer hammer hart.

 Dann konnten wir uns die bekannte Bobbahn in Sigulda näher ansehen – nicht lachen, die hatte außer steiler Abfahrtsbahnen auch eine Toilette. Wenn man so eine Cystitis hatte wie ich, ging das Denken nicht weit über eine Toilette hinaus – und das ist jetzt kein Jammern!!!

Als letztes stutzte ich an einem Souvenirstand über diese Tischdecke – aber ich habe mir dann gesagt, dass es dieses berüchtigte Kreuz nicht ist, weil es ja seitenverkehrt oder anders ist.

Am Abend ging es wieder in das schöne Hotel (sh. Baltikum 3) mit den zu engen Betten, die aber für mich allein vollkommen ausreichten.

Doch ich habe mein Bett für diese Nacht mit einem viel unangenehmeren getauscht – ich bin nämlich wegen ziemlich starker Schmerzen mit dem Krankenwagen ins Klinikum nach Riga gefahren. Dort bekam ich zwei verschiedene – heißt das „Tröpfe“ oder „Tropfe“ und verbrachte dann die Zeit zwischen 0:00 Uhr und 7.30 Uhr in einem Saal mit 6 Betten. Jetzt noch bin ich den Schwestern dankbar, dass sie um mein Bett Sichtblenden gestellt haben.

Diesen Bericht schreibe ich am 6. Juni – und nur soviel, ich komme gerade vom Urologen, weil es immer noch nicht gut ist. Bei der Hitze in den letzten Tagen wollte ich mir weder ein heißes Bad noch ein Heizkissen antun, aber werde ich wohl machen müssen. Das Labor hat eine Kultur angelegt – und wenn da was wächst, schlucke ich das nächste Antibiotikum.

Es ist blödsinnig, dass ich das hier schreibe, denn ihr lest es ja eh erst am 15. Juni – und bis dahin schwimme ich schon wieder wie ein Fisch im Wasser.

Tag 9 – 27. Mai

Die anderen starteten gegen 9:00 Uhr am Hotel und lasen mich gegen 9:30 Uhr in Riga auf der Hauptstraße vor dem Klinikum auf. Der Busfahrer musste NICHT EINEN Umwegkilometer meinetwegen fahren.

Das Ziel unserer Fahrt war die Hauptstadt LitauensVilnius.

Dieses Plakat finde ich ehrlich und aufrichtig:

Vilnius hat wie alle besuchten baltischen Städte wahnsinnig viele Kirchen – und das nicht nur mit der ehemaligen russisch-orthodoxen Vorherrschaft zu tun. Die rein christlichen Kirchen nach europäischem Sinn waren auch vertreten und noch viele andere.

An Wunder und Träume scheint der Mensch zu glauben. Der viereckige Stein mit den Buchstaben hat folgende Bewandnis: Draufstellen, Augen schließen, dreimal mit geschlossenen Augen drehen und sich wünschen, dabei nicht umzufallen – und schon hat sich der Wunsch erfüllt – oder auch nicht.

Der Vogel auf dem Krummstab ist eine Meisterleistung von Prinz Lumix – ich habe den Vogel mit bloßen Augen kaum erkennen können.

Und auf dem letzten Foto trifft sich ein Sangesverein und probt.


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Baltikum 5

In der Realität ist es der 24. Mai und die komplikationsfreie Fahrt nach Tallin. Unser Hotel hieß Dzingel und war nicht ganz so schlecht.

Der Fb-Text ist nur Krankengejammere, deswegen lasse ich ihn weg.

Die Altstadt von Tallin ist wunderschön, aber noch viel wunderschöner besser war die Stadtführerin. Und diese sofortige gegenseitige Sympathie fing durch die beiderseitige Lila-Liebe an, aber von meiner Seite vor allem dadurch, dass ich JEDES Wort von ihr verstand. Sie sah für meine Begriffe sehr jung aus – aber bei neugierigem Nachfragen war sie im Alter meines Sohnes und hatte DREI = 3 Kinder, die ich ihr am allerwenigsten angesehen habe. – Vom Stadtführerjob könnte sie nicht leben, deswegen macht sie es nur in ihrer Freizeit, um den Haushaltsetat aufzubessern. – Ich hoffe, dass sie ganz ganz viel Trinkgeld bekommen hat, denn sie hat uns an zwei Tagen geführt – heute in der Altstadt, morgen in der Neustadt.

Da ja der Busfahrer immer zwischendrin mal eine Pause machen muss, bekommen wir so einiges vom Wegesrand mit:

Das erste Foto ist für die „Fee“: Mal über eine Rechtschreibreform nachdenken? – Das zweite ist für Myriade – für mich klang das so österreichisch. – Das dritte und das vierte – die sind für alle, die estnisch lernen wollen. – Das vorletzte ist einfach nur Deko – denke ich zumindest – und das letzte ist ganz allein für mich, denn ich fühlte mich fast reif für den Psühhiaater. Aber wie hätte ich seine (oder ihre?) guten Ratschläge verstehen sollen?

Die nächsten Fotos zeigen mir, dass wir die Koffer im Hotel untergebracht haben und zur nachmittäglichen Stadtbesichtigung gestartet sind.

Tallin am finnischen Meerbusen hat eine wunderschöne gut erhaltene Altstadt vorzuweisen. Die wunderschöne Silhouette zeigt wie ein Scherenschnitt aus dem Mittelalter die Satteltürme der Stadtmauer. Von dieser Mauer umgeben befindet sich eine kleine Mittelalterstadt, die heute zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Kaum läuft man durch das alte Stadttor wird man erstmal gefühlsmäßig 200 -300 Jahre zurückversetzt. Kleine Gassen und alte Hansehäuser verleihen der Stadt ein tolles Flair. Es ist einfach Wahnsinn wie schön noch alles erhalten ist.

Tag 7 25.5. – Immer noch Tallin

Für diese paar Fotos lohnt kein neuer Beitrag.

Laut Aussagen der Stadtführerin

sind die Esten sehr sangesfreudig und es gibt immer große Festivals, zu denen auch sogenannte Promis einreisen. Das Foto  zeigt so ein Veranstaltungsplakat.

Estland hatte wohl mit dem KGB so ähnlich viel Ärger wie die DDR mit der Staasi.

Am 25. des Monats spielte für mich das Thema Toilette fast schon die wichtigste Rolle der Reise – deswegen war ich so froh und erleichtert, als wir in einem Souvenirladen die Toilette benutzen durften. Aus einem gewissen Dankbarkeitsgefühl heraus kaufte ich mir das erste Souvenir dieser Reise: Kitschig, aber lila.

 

 

 


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Baltikum 4

5. Reisetag – 23. 5. – Stadtrundfahrt und -besichtigung in Riga (Lettland)

(Achtung, sucht euch schnell einen Schirm, damit ihr von der jetzt kommenden Fotodusche nicht nass werdet!!!!)

Bei Fb schrieb ich: 23.5. – 7:35 Uhr

Es heißt doch immer, reisen bildet. Und ich habe jetzt dazu gelernt, dass man ein Zimmer mit einem 1,20 m breiten Bett, ohne Schrank und ohne Nachttisch oder anderes, wo man Sachen unterbringen kann und mit ganz ganz wenig Platz auch als Doppelzimmer vermieten kann. Was habe ich für ein Glück, dass ich Einzelreisende bin.
Wenn ich so weiter mache, bin ich bald der Haus- und Hofhund dieser Gruppe. Ich belle, dass ich schon jeden Stein erweiche.

Bei der Stadtbesichtigung: Viel Historie, interessante Neubauten, barocke Kirchtürme. Kirchen werden übrigens im Baltikum GROß geschrieben, da es so unheimlich viele Splittergruppen von Kirchenbesuchern gibt.

Eine der Partnerstädte von Riga ist Bremen – da verwundert es nicht, dass die bekannten Tiere Esel, Hund, Katze und Hahn hier in voller „Schönheit“ zu finden sind. Ich muss sagen, ich habe schon schönere Tiere gesehen. Ob das die blondzöpfige junge Dame auch so sieht?

Schmiedearbeiten gab es immer und immer wieder an den Häuserfronten zu bewundern; aber auch als Laternen waren sie oft schön anzusehen.

So, jetzt ist der größte Teil der angekündigten (31) Fotos gezeigt. Was gibt es noch? – Ein Paar Füße, wo Hineinsteiger gesucht werden.

Ein Katzendrama auf dem Dach – ich habe nicht verstanden, wie das mit der Richtung des Schwanzes von der Katze war – wen es interessiert, G. berichtet hier
https://www.liveriga.com/de/3177-katzenhaus/ und ganz viele Fotos davon hier
https://www.google.com/search?q=riga+katze+auf+dem+dach&tbm=isch&source=univ&client=firefox-b-d&sa=X&ved=2ahUKEwit2o6Dh9LiAhXByqQKHTEvBFwQsAR6BAgGEAE&biw=1536&bih=694
sehen.

Dabei fällt mir auf, dass es in allen drei baltischen Ländern kaum Hunde zu sehen gab – die Deutschen sind ja DIE Hundeliebhaber, doch dort sind kaum welche zu sehen. Da mag es vollkommen unterschiedliche Gründe dafür geben.

Und jetzt zum Schluss noch die Galerie, die mir am besten gefällt. Diese schönen Tiere fand ich alle auf einem Spielplatz. Das Gürteltier hat mich an meine Reise mit Anna nach Greifswald und Gettdorf erinnert, wo wir so ein Gürteltier in echt in der Hand hatten.

https://clarahimmelhoch.wordpress.com/2012/08/25/auf-tierparkpfaden-wandeln/

Am späten Nachmittag schrieb ich bei Fb:

Hier sind die neuesten Meldungen vom Hund von Baskerville:
Das Sprachsystem erkennt meine Stimme fast nicht mehr und guckt mich ganz dumm an, was es schreiben soll.
Es soll schreiben, dass Busfahren offensichtlich süchtig macht. Wir haben heute zweieinhalb Stunden lang Riga besichtigt. Und dann hatten wir viereinhalb Stunden Freizeit oder Freigang. Und das alles bei glühender Hitze und viel zu warmer Kleidung.
Dann habe ich 17 € für ein wenig Medizin ausgegeben. Und danach hatte ich nichts anderes im Sinn, als im kühlen klimatisierten Bus zu sitzen und ins Hotel zu fahren, um mich auszuruhen.
Morgen fahren wir in den dritten baltischen Staat.
Mal sehen, ob die meine Bakterien wollen, dann lasse ich sie dort.


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Baltikum 3

22. Mai in der Realität

Bei Fb schrieb ich um 5.58 Uhr: Wundert euch nicht über die frühen Zeiten, dort war die Uhr noch eine Stunde nach vorn gestellt, mein Fb und anderes gingen aber nach deutscher Zeit.

Eure guten Wünsche wurden hier im Land offensichtlich nicht verstanden, denn sehr wenige Leute können deutsch. Die erfahrensten von euch werden sich ausmalen können, was es bedeutet, starken Husten und eine Blasenentzündung zu haben. Na schauen wir mal, ob es irgendwann mal im nächsten Hotel eine Badewanne gibt, denn Wärme hilft in so einem Falle immer am besten. Ich hätte doch das Heizkissen mitnehmen sollen. Es ist zum kotzen, das Gepäck von alten Leuten wird immer umfangreicher.

Dann habe ich nur für Mallybeau ein Foto eingestellt. Offensichtlich macht das der Busfahrer seit 2013 oder noch früher – denn in einem Reisebericht aus dieser Zeit las ich, dass der Fahrer jeden Tag eine besonders auffällige Krawatte trug – einige auch mit einem besonders auffälligen schlechten Geschmack.

Mallybeau, ich nehme das Geschenk zurück – diesen Mann und seinen Schlips hast du nicht verdient – im positiven Sinne gemeint.

Bequeme Schaukeln liefen mir überall über den Weg – und Platz nehmen durfte ich kaum auf einer, weil uns immer die Zeit im Nacken saß.

Auf dem Weg in Richtung Riga kamen wir an einem Kuriosum vorbei – nach meiner Auffassung ist es die größte Sammlung von Kreuzen. Viele von den hinströmenden Leuten trugen ein Kreuz bei sich, das sie vorher an den unendlich vielen Ständen erworben hatten. Mit guten Gedanken an einen Verstorbenen oder einen anderen wird er in dem unendlichen Kreuzchaos abgelegt. Das letzte Foto zeigte den Unterstand für den Papst, der irgendwann dort war und predigte – ob im Regen, weiß ich nicht, auf jeden Fall stand er im Trockenen.

Um diesen katholischen Wallfahrtsort bei Siauliai in Litauen nicht so als „Kuriosum“ stehen zu lassen, füge ich noch ein paar Webseiten dazu. In der russischen Zeit war es eine Art von Widerstand gegen die Besatzer. Wie immer, Wiki zuerst.

https://de.wikipedia.org/wiki/Berg_der_Kreuze….. dort zeigen die Fotos noch verwirrtere Kreuze

Berg der Kreuze

und als letztes noch einen Reiseblog, der darüber berichtet. Die Fotos sind besser als meine.

Kreuz und quer – Der Berg der Kreuze

(Eigentlich sollten hier nur die Links stehen, aber die Textstellen sind gleich aufgegangen – kann ich auch nichts dafür)

 

Ein kleines „Kathedralenschmankerl“ von unterwegs.

Und irgendwann waren wir an unserem Ziel für zwei Nächte angekommen: Hotel Porto Resort, ca. 35 km von Riga entfernt im Ort Lilaste. Coca Cola hat sich auch in den baltischen Ländern breit gemacht.

In wenigen Kilometern waren wir zu Fuß an der Küste – keiner soll sagen, ich hätte nicht in der Ostsee gebadet, und wenn es nur die Füße waren. Und keiner soll sagen, dass die Sitte des Montagherzes nicht auch dort bekannt ist – allerdings hängt dieses Herz JEDEN Tag am Zaun.

Ungewöhnlich fand ich das Grab, das ganz allein am Weg am Waldrand war – das würde keiner in Deutschland zulassen.

Am 23.5. habe ich in aller Herrgottsfrühe über Fb gepostet:

Es heißt doch immer, reisen bildet. Und ich habe jetzt dazu gelernt, dass man ein Zimmer mit einem 1,20 m breiten Bett, ohne Schrank und ohne Nachttisch oder anderes, wo man Sachen unterbringen kann und mit ganz ganz wenig Platz auch als Doppelzimmer vermieten kann. Was habe ich für ein Glück, dass ich Einzelreisende bin.

Und etwas später kam:

Hier sind die neuesten Meldungen vom Hund von Baskerville:
Das Sprachsystem erkennt meine Stimme fast nicht mehr und guckt mich ganz dumm an, was es schreiben soll.
Es soll schreiben, dass Busfahren offensichtlich süchtig macht. Wir haben heute zweieinhalb Stunden lang Riga besichtigt. Und dann hatten wir viereinhalb Stunden Freizeit oder Freigang. Und das alles bei glühender Hitze und viel zu warmer Kleidung.
Dann habe ich 17 € für ein wenig Medizin ausgegeben. Und danach hatte ich nichts anderes im Sinn, als im kühlen klimatisierten Bus zu setzen und ins Hotel zu fahren, um mich auszuruhen.
Morgen fahren wir in den dritten baltischen Staat.
Mal sehen, ob die meine Bakterien wollen, dann lasse ich sie dort.

Also kommen jetzt die Fotos von der Stadtbesichtigung in Riga –doch als ich die Menge von 31 Fotos bemerkt habe, habe ich mich spontan entschlossen, das erst im nächsten Beitrag zu machen. 612 Wörter und 19 Fotos reichen für heute.

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Schöne Pfingsttage!

 

 


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Baltikum 2

3. Tag – 21.5.

Um 6.00 Uhr früh habe ich bei Fb geschrieben:

Ich grüble darüber nach, ob man hier in Litauen wunderbar ein Remake von dem Film „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ drehen könnte.
Ca 80% aller Dächer sind irgendwie mit Metall gedeckt. Manche sehen aus, wie das primitive DDR-Wellasbest. Bei anderen ist es etwas vornehmer und bei manchen sieht es fast aus wie Schindeln, aber eben aus Metall. Ich konnte noch nicht googeln und ermitteln, warum das so ist. Vielleicht klärt ihr mich auf.
Jetzt geht es in aller Herrgottsfrühe zum Frühstück.

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Heute gibt es bei der Berichterstattung nur einen realen Tag, weil ich so viele Fotos habe.

Wir fuhren in den Kurort Nida mit dem Thomas-Mann-Haus.

Das Naturschutzgebiet Kurische Nehrung erreicht man, wenn man mit der Autofähre übersetzt.

Dort auf der Nehrung sind Europas höchste Sanddünen,

endlos scheinende Strände, weite Buchten und romantische Fischerdörfer, außerdem ganz, ganz viele geschnitzte Kunstwerke. Ich habe schon unendliche viele Fotos gelöscht oder weggelassen. Interessanter Weise blieben 13 Fotos übrig – 13 eine meiner Lieblingszahlen. Ich fand nicht alle schön oder hübsch – aber die Holzbildhauer habe ich bewundert, die diese Skulpturen geschaffen haben.

Diese Holzplastiken haben wir auf einem Spaziergang über den sogenannten Hexenweg fotografiert. Der ging bergauf-bergab, treppauf-treppab und hat mich noch in den nächsten beiden Tagen mit Wadenmuskelkater begleitet.

Am Ende fotografierte ich das und das:

Leider hatte ich nicht genügend Muße, um mich auf der Schaukel zu erholen.

Im Ort gab es dann noch folgende Fotos: Das Haus in lila natürlich gleich zu Beginn, meine Hand im Ewigkeitsformat gleich danach und diese hübschen „Wind- und Himmelszeichen“ als letztes Foto.

Nachdem wir die Kurische Nehrung verlassen hatten, gab es eine Stadtbesichtigung zu Fuß in Klaipeda = Memel und erst danach fuhren wir zurück zu unserem Hotel  „Palanga Alanga“ in Klaipeda und schliefen dort die zweite Nacht.

Auf dem Platz vom ersten Foto steht die Figur von „Ännchen von Tharau“, die von dem deutschen Dichter Simon Dach so verehrt wurde. (Hoffentlich erzähle ich jetzt keinen Mist, aber der Gesang der Gruppe dieses Liedes hat mir die letzten Verstandeszellen aus dem Kopf gesungen.)

Der Begriff „Memel“ ist mir dunkel aus einer Nationalhymne bekannt, die ich zum Glück nicht mehr singen musste.

Die Sache mit dem Mann auf dem Dachfirst wurde von der jungen Stadtführerin genau erklärt, doch von mir weniger verstanden. Lustig fand ich es schon. –

In Klaipeda liegt das Geld auf der Straße – doch leider ist es dort im Laufe der Jahre festgeklebt – vielleicht, weil es keiner aufgehoben hat 🙂

Damit Geländer und Zäune nicht herhalten müssen, hat ein Künstler extra für die „Liebesschlösser“ einen Kugelbaum geschaffen.

 

Für meinen Enkel habe ich ein Klavier oder besser einen Flügel gefunden. Ist ihm das Klavierspielen zu anstrengend, kann er ja auf Schach umsteigen, was er wohl auch gut beherrscht.

Ein Schiff unter Segeln wurde mit viel Aufwand wiederhergestellt und gehört jetzt zu den Wahrzeichen der Stadt

Die Stadtführerin war jung – nach meiner Schätzung Anfang bis Mitte Zwanzig. Ihre Kleidung war so, wie sie in Deutschland kaum jemand in dieser Altersgruppe tragen würde – sehr konservativ.

Die Bronzefiguren waren typische Glücksbringer – bilden die Leute sich ein. Wie diese hässliche Katze mit einem (vielleicht) Politikergesicht Glück bringen soll, ist mir rätselhaft – alles kann der Schwanz auch nicht rausreißen. – Und eine Maus könnte für mich nieniemalsnicht Glücksbringer sein.

 

 

 


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Baltikum 0

Da ich gerade beim Einkauf so richtig mit Schmackes auf einer zermatschten Erdbeere ausgerutscht bin und mir den sowieso schon lädierten rechten Arm noch weiter mit blauen Flecken verziert habe, bin ich in der genau richtigen Stimmung für die Eröffnung meines Urlaubsberichterstattungsreigen.

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Nur in diesem ersten Artikel über meinen leicht missratenen Urlaub vom 19. bis zum 29. Mai wird es etwas über die Querelen zu lesen geben – der Rest wird krankheitsfrei abgehandelt.

Nachdem ich auf einem ungewünschten Fensterplatz in der Fahrersitzreihe direkt unter dem Klimagebläse die unendlich langen Busfahrten zugebracht habe, ließen die Folgen nicht zu lange auf sich warten. „Ungewünscht“ deswegen, weil ich vom Gangplatz aus 1. schneller an der Gepäckablage und der Toilette bin und 2. mit dem linken Ohr auch eine Chance hätte, meine Sitzplatznachbarin zu verstehen. Ein Tausch war nicht möglich, sie hatte ähnliche positive Ansichten über einen Gangplatz. Aber zumindest habe ich bei den ersten Krankheitszeichen gleich ihren Pullover geborgt bekommen, um dem Zug zu entgehen. – Ich fühlte mich wie gewürgt.

Der rechte Arm ist deswegen lädiert, weil ich mich beim Stehen in meiner Sitzreihe plötzlich nicht mehr halten konnte und rückwärts über den Gang auf der gegenüberliegenden Bank plus hartem Griff aufgeschlagen bin.

Der beginnende Schnupfen wuchs sich aus und ließ beim Bücken in den Kieferhöhlen einen unangenehmen Schmerz auftreten, der beim gleich und sofort dazu eintretenden Husten nicht unbedingt besser wurde. Man konnte mich echt mit dem Hund von Baskerville verwechseln.

Am dritten Tag passierte mir während der Fahrt ein Missgeschick – ich wollte Cola mit Wasser verdünnen und in eine andere Flasche füllen. Leider ging das gründlich schief – und die Jeans war im Schritt bis auf die Haut nass. Das hat meine Blase RICHTIG übel genommen und entwickelte eine Cystitis. In der Apotheke gab es nur (unwirksame) pflanzliche Mittel, da Antibiotika ärztlich verordnet werden müssen. Heizkissen für die Nacht oder Badewanne zur Erwärmung war nicht – ich war ja schon froh über eine Duschwanne, in die ich einen Stöpsel stecken konnte, um in dem heißen Wasser zu sitzen. Leider gab es die erst am Ende der Reise. – Von Mitreisenden bekam ich Aspirinkomplex und Ibuprofen geschenkt, das half ein wenig. In der Apotheke kaufte ich mir ACC 600, was den Husten anfing zu lösen – doch bis zum Erlöschen des Hustens haben die 10 Stück nicht gereicht.

Von Tag zu Tag steigerte sich die Blasenentzündung und hatte am 26. ihren Höhepunkt. Wir waren ca. 30 km von Riga in einem Hotel untergebracht. – Ich bekam Fieber, leichten Schüttelfrost und Schmerzen, die mich am Denken hinderten.

Der Busfahrer – eine richtige Reiseleitung hatten wir nicht – sprach mit der Niederlassung des Reiseunternehmens „Happy Day Touristik“ und diese Dame besorgte einen Krankenwagen, der sowieso nach Riga fuhr und mich mitnahm. Ihr seht meine Schuhe in dem Wagen mit dem grünen Kreuz.

Dann erkundigte er sich nach der Adresse des Klinikums. Am nächsten Tag – die Reiseroute ging über Riga – sollte ich um 9.30 Uhr an der Straße stehen und in den Bus einsteigen, der mich abholte. Das habe ich auch brav gemacht. – Meine einzige Angst war der Akkustand meines Handys, mit dem ich ja noch telefonieren musste. Ein Ladekabel hatte ich natürlich nicht dabei. – Die Verständigung mit dem Personal war für mich sehr schwierig – Deutsch konnte niemand. Und das Englisch war so stark eingefärbt oder so schnell, dass ich auch nur wenig verstand.

Antibiotikum- und Schmerzmitteltropf stillten erst einmal die schlimmsten Beschwerden. – Die restliche Nacht von 0.00 Uhr bis 7.30 Uhr verbrachte ich in einem Raum mit 6 Betten. Ich war den Schwestern sehr sehr dankbar, dass sie um mein Bett Sichtblenden stellten. So konnte ich mir nur anhand der (schrecklichen) Geräusche ausmalen, was sich gerade in den anderen Betten abspielte. – Dann löste ich in der Klinikumsapotheke die beiden Rezepte ein. – Bevor ich das Klinikum verlassen durfte, musste ich bezahlen. – Die Summe für die bezahlte Allroundversicherung und die Ausgaben hielten sich in etwa die Waage – jetzt muss ich nur noch mit der Versicherung abrechnen.

In Apotheken gab ich das meiste Geld in diesem Urlaub aus. – Frau gönnt sich doch sonst nichts – hahaha!

 

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So weit die allgemeine Schilderung. Worüber ich mich maßlos geärgert habe, passierte am letzten Tag.

Der Chemnitzer Busfahrer und seine Frau liebten mich wohl nicht sonderlich. Der Frau habe ich kaum etwas von ihren überteuerten Speisen und Getränken abgenommen. Der Kaffee schmeckte mir nicht und mich ärgerten die ständigen Plastikbecher, die nur 3/4 gefüllt zum Reisegast kamen.

Den Busfahrer hatte ich mal wegen seines exzellenten Fahrstils und der Schnelligkeit beim Kofferverladen gelobt, aber gleichzeitig gesagt, dass ich höchstens 10 % von dem verstehe, was er den ganzen Tag über so durchsagt. – Ich hatte vorher andere gefragt, die zwar nicht so viele Schwierigkeiten hatten wie ich, aber längst auch nicht alles verstanden. Es ist schon schwierig für Berliner, einen Chemnitzer zu verstehen. Aber ich verstehe ja auch keine Hessen, Schwaben oder Bayern, was auch 1993 mit guten Ohren schon so gewesen ist.

Und dann spielte sich auf der Heimfahrt folgendes ab:

Er zog Resümee über die Fahrt. Dann erwähnte er, dass eine Mitreisende ins Krankenhaus gebracht werden musste. Er sei aber kein Taxiunternehmen und hätte das gar nicht machen müssen (so seine Worte sinngemäß – mir stieg gleich der Blutdruck vor lauter Ärger – zumal alles ER festgelegt hat, wie ich mich zu verhalten habe.

Die Reiseroute ging von Lilaste, wo das Hotel war, über Riga nach Vilnius. Er musste nicht einen einzigen Umwegkilometer fahren.

Beim Empfang meines Koffers in Berlin bedankte ich mich mit sarkastischem Unterton dafür, dass er mich nicht in Riga ausgesetzt hat.

Da ging sein Gemaule erst richtig los. Er: „Ich habe mit der Geschäftsleitung des Reisebüros ‚Happy day Touristik‘ in Berlin telefoniert (dort weiß aber keiner von so einem Anruf) und die meinten: „Die Frau ist erwachsen, die muss selbst zusehen, wie sie nach Hause kommt.“ – (Diesen Reiseabbruch hätte keine Versicherung akzeptiert, da es ja nur eine ambulante Erkrankung war.)

Ein Punkt des Pauschalreiserechts nach BGB lautet:

Der Reiseveranstalter leistet dem Reisenden Beistand, wenn dieser sich in Schwierigkeiten befindet.

Wahrscheinlich hat er von mir ein Bakschisch erwartet, was aber nicht kam. Und er wusste natürlich nicht, dass mein Beitrag zum allgemeinen Sammelbetrag sehr großzügig ausgefallen war.

Wozu braucht ein Ehepaar kurz vor seinem 70. Lebensjahr noch so unendlich viel Kohle???