Claras Allerleiweltsgedanken


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Und wer im August geboren ist …

… und so weiter – und falls das mit dem tiefen Knicks noch klappt, dann mache jedes Augustgeburtstagskind auch einen

Mit dem Knicks klappt es momentan nicht ganz so gut, ob es daran liegt, dass der Orthopäde Urlaub hat, glaube ich nicht, dafür hat der Apotheker immer „Leckerlis“ auf Vorrat. Und ich habe jetzt auch ein paar fotografische Leckerlis für euch. Ist es nicht ein wirkliches „Geschenk“, dass ich genau an „meinem Feiertag“ in einer Kirche war, die diesen Namen trägt. So ein kleines bisschen katholisches Kind ist ja immer noch in mir.

Ebenfalls genau am 15. konnte ich den Schritt ins neue Lebensjahr wagen. War aber schon ein wenig gewagt, weil ich mit dem Schuh hängen blieb, als ich wieder auf zwei Beine wollte. Aber der Fotograf hat bei einer so beherzt ausschreitenden Dame liebevoll geholfen.

Warum die in dem Ort meinen Familiennamen (zum Glück schweizerisch verändert) so groß an den Pranger gehangen haben, weiß ich nicht. Und was ich beizen soll oder was gebeizt wird, weiß ich auch nicht. Soll ich den Schweizern sagen, dass ich mich nicht mit „F“ schreibe?

Na gut, bei Facebook habe ich zum Glück nicht solche hässlichen Plastikrosen geschenkt bekommen …

… sondern echt wunderbare Glückwünsche bekommen. Sogar die Schnabeltasse habe ich „geschluckt“. Die meisten haben mir Gesundheit (sagte ich schon, dass dieser Artikel gerade nur rationiert zugeteilt wird) und gute Laune gewünscht – mit dieser klappt es meist besser.

Aber am allerschönsten fand ich die Geburtstagscollage von Mallybeau Mauswohn – sie liegt schon ausgedruckt vor mir, muss nur noch laminiert werden, damit sie etwas mehr glänzt. – Die fliegende lila-rosa Schweinecrew ist einmalig schön!!! Woher weißt du, dass ich mein nächstes eingespartes Urlaubsgeld – keine Busreise mehr, keine Gruppenreise mehr, keine Auslandsreise mehr – dafür verwenden will, einen Fesselballonflug zu machen. Was ich NICHT machen werde, ist ein Absprung mit einem Fallschirm und auch einen Gleitschirmflug werde ich mir verkneifen.

Auch bei den anderen Gratulanten möchte ich mich noch einmal herzlich bedanken.

Aber nun denkt bitte nicht, dass ich alle Geschenke nur virtuell bekommen habe. Mein Enkel, der bald 16 wird, hat mir per whatsApp ein Video geschickt. Dort sind seine Hände und sein Flügel drauf und er variiert das Lied „Zum Geburtstag viel Glück“ – zum Weinen schön.

Als ich am Abend des 16.08. gegen 22.00 Uhr wieder zu Haus war, warteten zwei sehr schöne Karten auf mich. Ein kleiner brauner Wuschelbär war sicherlich von meiner Enkelin ausgesucht worden und von Tochter und Töchterchen geschrieben.

Die andere LILA Karte kam von einer Frau, die in Görlitz in meine Parallelklasse ging. Wahrscheinlich auch nicht mehr ganz jung, aber mit viel Elan durchs Leben gehend.

Und dann kam der Knüller – in mehrfacher Hinsicht. Frau Fee aus dem Hause Karfunkel hatte mir angekündigt, dass der Postbote klingeln wird. Er hat sicherlich geklingelt, aber ich war schon unterwegs.

Gestern Abend fand ich die Benachrichtigungskarte, auf der stand: Aus Postbox fischen, sonst am 17. wieder zurück. Das ließ natürlich sofort den Stressfaktor hochschnellen.

Die ersten Schritte klappten – besonders die bis zur Postbox. Dann kam der Schritt 4: Einscannen des Barcodes. Und ich hielt und ich hielt den Barcode vor den Bildschirm.

Zum Glück war daneben ein Edeka-Markt, deren Gemüsemann mir bereitwillig helfen kam. Wenn ich natürlich an der völlig falschen Stelle scannen will, KANN nichts passieren.

So weit, so gut. Dann wollte ich auf der Bildschirmtastatur meinen Namen eingeben – per Tastenclick. Da passierte wieder nichts. Er schrieb für mich (Analphabetin) 🙂

Doch als ich dann per Finger meine Unterschrift auf den Bildschirm bringen sollte, war das ein einziger Witz. Meine Haut ist so trocken, dass sie mit dem Bildschirm nicht reagiert – geht mir beim Handy auch oft so. Aber es wurde akzeptiert und eine Klappe ging auf.

Der Rest war dann einfach. So viel lila Freude war wirklich freudevoll. Zum Glück hatte Stefanie auf ihren nicht-lila-Zetteln immer noch Gebrauchsanweisungen notiert – wer weiß, was ich sonst mit dem Antistresstee gemacht hätte 🙂 😉 – sicher nicht getrunken.

Und dann stellte ich alles auf den Geschenketisch.

 

Ich weiß, so etwas Schönes kann man sich nicht verdienen, das kann man nur geschenkt bekommen.

 

 

 


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Dreiländerhauptstadttour – Stockholm 2

Übernachtung 2: Malmö 29.07.17 über Puttgarden, Schiffsfahrt nach Rodby, Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden

Rom wurde nicht an einem Tag erbaut – und Stockholm nicht in einem Ritt erobert.

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Die Facebookleser wissen es schon: Ich bin einfach zu „blöd“ zum Verreisen. Bei der letzten Reise vergaß ich mein Handy, welches ich zur Orientierung über G. Maps dringend gebraucht hätte, doch dieses Mal vergaß ich etwas weitaus Notwendigeres, was mich richtig teuer zu stehen kam. Zum Glück war ich zwei Stunden vor der geplanten Busabfahrt am ZOB. Unmittelbar davor bemerkte ich, dass meine Hördremmel zu Haus in der Schachtel liegen. Ohne diese verstehe ich so gut wie nichts – ich verstehe ja schon MIT ausreichend wenig.

Mit Koffer und Rucksack öffentlich zurück und wieder zum ZOB zu fahren, wäre zwar knapp, aber machbar gewesen. Sicherheitshalber entschied ich mich für die Taxivariante. Der Fahrer – vor 40 Jahren aus dem Iran gekommen – war genau der richtige für mich. Durch Geschichten aus seiner Familie beruhigte er mich und lenkte mich ab. Wir schafften es ganz bequem, da er ganz geschickt jedem Stau aus dem Weg ging. Die Rechnung betrug etwas mehr als 70,00 €, aber ich habe noch nie so gern auf den nächsten Zehner aufgerundet wie hier.

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Der Bus kam relativ pünktlich und schon mehr als halbvoll an. Der Fahrer hatte Fahrgäste aus Zwickau, Chemnitz und Dresden abgeholt. Fazit war, die besten Plätze waren weg und blieben auch weg. – So wie hier auf diesem „idyllischen Regenbild“ ist es uns oft in den nächsten Tagen ergangen.

Bald fuhren wir über eine der vielen ingenieurtechnischen Meisterleistungen von Brücken und kamen zur Fähre, die uns nach Schweden übersetzte. Diese riesigen Schiffe mit ihren drei Decks für Busse, Autos und Motorräder brauchte 45 Minuten für die Überfahrt. Die einen beschäftigten sich in Spielsalons, die anderen fuhren imaginäre Motorrennen, andere gaben im Duty free-Shop ihr Geld für Alkohol aus und die ganz Langweiligen knabberten an ihren Essensvorräten und gingen fotografierend übers Schiff.

Als wir zum ersten Mal schwedischen Boden betraten, fielen uns bald die wunderbaren Pflanzkübel auf, die immer Ton in Ton bepflanzt waren. In Gedanken habe ich einen stillen Gruß an die schwedischen Lila-Fans geschickt.

Und dann waren wir in Malmö – der Turning Torso, ein Wohnhochhaus, ist wohl das bekannteste Gebäude. Bei Wiki kann man sich alle Fakten holen: https://de.wikipedia.org/wiki/Turning_Torso

Nicht nur die Bewohner der 54. Etage werden sich kräftig den Wind um die Nase wehen lassen müssen – bei den unteren ist es sicher nicht viel weniger. Abends im Hotelzimmer fand ich das Motiv auch auf einem meiner geliebten Glasbilder – zum Glück sind meine Wände voll, so dass kein Kaufzwang aufkam.

Aber in Malmö sind natürlich auch noch andere Fotos entstanden. Ein Kanaldeckel für Frau Tonari lag mal so rum.

Die Kunst auf Kugeln und mit Brunnen stand  oder hing oft herum. Als ich die Musikkapelle sah, da endlich wusste ich genau, dass ich vor Jahren schon mal zu einem Kurzbesuch in Malmö gewesen bin. – Was das mit der Wäsche auf hohen Leinen mit Kunst zu tun hatte, kann ich euch nicht sagen.

Was finde ich noch unter diesem Datum auf meiner Speicherkarte? An diese äußerst kunstvoll ausgestaltete Löwenapotheke auf dem Marktplatz erinnere ich mich auch, denn vor Jahren habe ich sogar Innenfotos machen können – jetzt war sie geschlossen.

Und zum Abschluss lasse ich einen Erfrischungsbrunnen sprudeln, damit wir uns alle bis zum nächsten Beitrag erholen können.


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Dreiländerhauptstadttour – Prag 3

Wie kann ich nur an so wenigen Tagen (eigentlich nur zwei) so viele Fotos machen? Das wäre mit Film im Apparat nie passiert – doch virtuell gibt es immer Überflutungen. Dabei lösche ich ähnliche Fotos fast immer, weil ich meiner Festplatte auch nicht zu viel zumuten will.

Ich möchte mit einer spielerischen Sache anfangen. An mehreren Stellen Prags standen junge Männer und ließen für staunende Kinder und jung gebliebene Erwachsene Seifenblasen in den Himmel steigen. – Durch die viele Übung hat er am nächsten Tag sicher keinen Muskelkater in den Armen.

Des Tschechischen nicht mächtig, konnte ich ihn nicht fragen, ob er es beeiflussen kann, dass nur große Blasen oder ganz viele kleine entstehen.

Doch jetzt zu dauerhafterer Kunst. Im Park auf dem Vysehrad standen wunderschöne Skulpturen. Immer, wenn ich mir die Fotos auf meinem Display ansah, störte mich ein größerer heller Fleck. Zuerst hielt ich es für Sonnengegenlicht, bis ich merkte, dass die Linse verdreckt war. Ein wenig konnte ich es beseitigen. – Auf dem ersten Foto sieht man es ziemlich deutlich. Die anderen Fotos mit Fleck habe ich gelöscht.

Und jetzt zu der großen Baukunst auf dem Vysehrad. Die Kirche war leider verschlossen, so dass ich mich mit ihren sehr schönen Türen begnügen musste.

Ihr werdet übermorgen noch vom Vysehrad lesen können, denn dort war ein wundervoller Friedhof, auf dem ich fotografiert habe.

Pragbesucher wissen, dass sich Prag einen kleinen Eiffelturm leistet – er ist auf dem Hügel Petrin, ca. 63 m hoch und lässt die Besucher weit über Prag schauen. Zum Glück hat er für ältere und behinderte Personen (leider war ich an diesem Tag beides) einen Aufzug, denn meine Hüfte hätte diese 299 Treppenstufen nicht mitgemacht. Für alles musste ich 110,- Kronen bezahlen – den Preis einer Tageskarte für alle Verkehrsmittel und umgerechnet minimal mehr als 4,- € – also äußerst bezahlbar.

Auf den Berg hoch fährt eine Standseilbahn, die ins öffentliche Verkehrsnetz integriert ist. Sie erinnerte mich an meine Standseilbahnzeiten Ende der sechziger Jahre in Dresden.


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Dreiländerhauptstadttour – Prag 2

Da ich mein eigenes Smartphone zu Haus vergessen hatte, musste ich auf das meiner Begleiterin bauen und vertrauen. Es ist schon erstaunlich, wie genau G. Maps uns durch die Stadt geführt hat und auch die Verkehrsverbindungen richtig rausgesucht hat. Stellte man die Satellitenansicht ein, hätte man bald gar nicht rumfahren müssen.

Eine Stadt mit einem Fluss hat immer etwas gemütliches an sich. Die Prager sind auf ihre Moldau oder Vltawa auch ganz stolz, zumal sie ihr großer Komponist Bedrich Smetana auch noch so ohrenschmeichelnd in seinem Werk „Mein Vaterland“ vertont hat.

Doch was ich mir auf diesen Knaben für einen Reim machen soll, weiß ich nicht so richtig. Haben wirklich die Prager Frauen das gute Stück so blank poliert? Oder waren das (deutsche) Touristinnen, die ohne ihren Mann in den Urlaub gefahren sind? Oder jetzt (auch in der Tschechei?) können ja auch Homosexuelle ihre Wünsche rubbelnd zum Ausdruck bringen.

Oder hat etwa der Künstler das Werk von vornherein so glänzend erschaffen und lässt alle darüber grübeln, wie es entstanden ist? Indirekt schiebt er den Frauen den Glanz zu?!?!?!

Wir hatten vor längerer Zeit im WDR die Sendung „Wunderschön“ gesehen, die uns Prag näher gebracht hat. In der Mediathek konnten wir dann die nötigen Notizen machen – so haben wir Sachen gefunden, von denen man nicht gleich weiß. Zum Beispiel die schmalste Gasse. Die Begegnung zweier Personen ist fast nicht möglich, deswegen ist der Durchgang ampelgeregelt.

Die Prager haben nicht nur diese schmale Gasse, die haben auch ganz schmale Hotels, z.B. am Ende des Wenzelsplatzes das Jungmannhotel, das nur zwei Fenster breit ist – aber ich sehe gerade bei meiner für heute vorgesehenen Bildauswahl, dass das Hotel später kommt, also Geduld.

Wer  uns oft begegnete, war der „kleine Bruder“ von Till Eulenspiegel. Er scheint der jüngere zu sein, denn er ist ja fast noch ein Kind.

Und jetzt zum eigentlichen Hrad – von uns Hradschin genannt – er ist der kulturelle und politische Mittelpunkt der Stadt. Auf dem Berg liegt auch der Veitsdom, eine Perle der gotischen Baumeisterkunst.

Wir nähern uns den Sehenswürdigkeiten langsam von außen und weiter weg.

Dann sehe ich den Dom gewaltig auf meinem Display und drücke einfach ab. Leider habe ich eine ungeheuer ungeduldige Reisebegleitung. Mein Standardspruch für solche Leute: „Die haben Jagdwurst gegessen.“ – Keine Ruhe zum Genießen.

Natürlich gehen wir in den Dom hinein – und wie in all diesen Kirchen sind die Fenster ein sehr beeindruckender Schmuck.

Das letzte Foto ist nicht der beeindruckende Haupteingang, sondern ich fand folgende Frage dabei interessant: Ist das Abflussrohr aus dem Abfallmaterial der Tür entstanden?

Über diese Frage lasse ich euch bis übermorgen grübeln 🙂

 


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BB = Balkon nach den Bauarbeiten – Teil 4

Nach der Länge der Berichterstattung über den Balkon könnte man annehmen, dass dieser Raum mein Lieblingsaufenthaltsort ist. Das könnte bei schönem Wetter fast hinkommen, nur der Autolärm steht diesem Prädikat im Wege. – Vielleicht habe ich so viele Male über ihn berichtet, weil er ziemlich arbeitsintensiv gewesen ist. Doch jetzt mache ich mindestens 10 Jahre nichts mehr an und auf ihm – oder zumindest ein Jahr nicht.

Jetzt, wo er fertig ist, frage ich mich doch ganz im fernen Hinterstübchen, ob sich dieser finanzielle Aufwand gelohnt hat, nur um 4 Bilder aufhängen zu können. Die neuen Wände dürfen nicht verletzt werden, also sah ich nur die Möglichkeit, vor eine der Seitenscheiben eine Platte zu setzen, die einen Quadratmeterpreis von 46,00 € hatte. Dazu kamen dann 2 Tuben Spezialklebstoff für 14,00 € und eine Kartusche Silikon zum Abdichten der Fugen zu 10,00 €. Wenn das Zeug wenigstens aufgebraucht werden würde – aber nein, die zweite Klebstofftube ist fast noch voll und Silikon wurde auch nur zur Hälfte aufgebraucht. – Bei der Anbringung der Platte war ich froh, meinen Sohn zu haben, denn ich wäre nie und nimmer auf die Leiter gestiegen, um die Platte fest zu drücken, vor allem aber nicht dafür, die oberste Schraubzwinge anzubringen. Auf dem zweiten Foto zeigen die Pfeile, wo überall Silikon gespritzt werden muss, denn 1972 kannte man offenbar noch keine rechten Winkel.

Als der Kleber ausgehärtet war, entfernte ich die unteren drei Schraubzwingen und hängte die Bilder auf. Damit sie nicht von den häufigen Balkonstürmen geschüttelt werden, klebte ich sie zusätzlich fest. Der Aufhängeort ist genau der richtige, denn ich sehe die Bilder auch von meinem Lieblingsplatz im Wohnzimmer. Und wehe, die gehen im Winter bei Nässe und Kälte kaputt!!!!

An einem Tag zwischen den Regenschauern und Regengüssen war mein Sohn da und hat alle Fugen mit weißem Silikon verschmiert. Liebend gern hätte ich das selbst gemacht, aber wie gesagt: Leiter und Schwindel gehen bei mir nicht den Bund der Ehe ein.

Wenn ich tief in meinen Balkonstuhl eingekuschelt sitze, geben die beiden Blumenkästen folgendes Profil ab – und damit kann ich gut leben.

Und wenn ich euch jetzt noch zeige, wie die kleinen Pflanzschalen aussehen, die nicht mit echten Pflanzen und echten Tieren bestückt wurden, könnt ihr erkennen, dass ich ein verliebtes Vogelpaar habe. Zwei Behältnisse weiter ist der verschmähte Liebhaber zu sehen.

Wenn ihr diese Zeilen lest, treibe ich mich gerade ganz kurz in einer wunderbaren benachbarten Hauptstadt rum, deswegen dauern meine Reaktionen auf eure Kommentare einen Tag länger als sonst..


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BB = Balkon nach den Bauarbeiten – Teil 3

Das ist der Artikel, der ganz im Zeichen der Scheuerleiste steht. Ich hatte den ersten Besuch auf dem hergerichteten Balkon. Mitten beim nettesten Kaffeeplausch kam die Frage: „Aber die Scheuerleiste machst du noch, die bleibt nicht so hässlich?“ Und damit hatte er voll ins Schwarze bei mir getroffen. Warum ich das nicht vor dem Auslegen der Kunststofffliesen gemacht habe, weiß ich nicht – ich scheute die unmögliche Haltung beim Streichen und die Anstrengung. Als ich Farbe besorgt und mit weiß aufgehellt hatte und begann, kam ich mir vor wie ein Moslem beim Freitagsgebet oder so, als wenn ich die Scheuerleiste küssen wollte. Ich hatte mir ein Sitzkissen gefaltet und unter die Knie gelegt – dennoch war es immer noch anstrengend genug.

Bevor ich anfing, hatte ich mit Spachtelmasse die schlimmsten Stellen ausgebessert. – Den ersten kurzen (20 cm) Anstrich machte ich mit der Originalfarbe. Obwohl dunkelgrau, wirkte sie wie schwarz. – Als kurz nach dem Streichen der erste Regen der Sintfluttage kam, wurde alles abgewaschen.

Und dann habe ich mir auch noch die Mühe gemacht, alles abzukleben, um mit meinem Tatterich nicht zu viel Schaden anzurichten.

Ich war noch nicht lange fertig mit einem 1,50 langen Stück und es begann wieder zu regnen. Mit zwei Fußabtretern und einer Plastiktischdecke schützte ich den frischen Anstrich.

Meine geliebten Metallkugeln haben ihre Daseinsberechtigung auf dem Balkon erkämpft – mal nass, mal trocken.

Ja, so nach und nach wurde eine Sache nach der anderen fertig. Das sind jetzt die Blumenkästen, wie sie nach dem Wechsel aussehen und am Ende ist die, die das alles gemacht hat.

Jetzt noch ein paar Einzelfotos zu den Balkonkästen.

Die beiden Grünpflanzen entwickeln sich immer mehr zu einem Balkonschmuck – das dürfen sie.

Zum Abschluss Kugel-Clara, nicht in lila!

Oder doch?


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BB = Balkon nach den Bauarbeiten – Teil 2

Nach dem ersten Probesitzen auf dem noch nicht mit Kunststofffliesen aufgebesserten Boden wusste ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin. – Dann kamen die „Erdarbeiten“ – die Kästen wurden mit Erde und Samen gefüllt, die schon lange in den zu engen Töpfen ausharrenden Pflanzen wurden umgetopft. Die weißen Kunststoffsessel wurden wieder in den Keller gestellt und gegen die bequemen Hochlehner ausgetauscht.

Und dann wurde das Problem angegangen, das die meisten Schwierigkeiten machte. Meine Bilder (aus Glas, jedes ca. 1 kg schwer) durfte ich nicht an die Wände hängen, da die Isolierung nicht verletzt werden darf. Also kam ich auf die Idee, vor die eine Wind-Schutz-Scheibe eine Platte zu kleben.

Gesagt getan. Sie ist aus Kunststoff, weiß, nur 5 mm dick, aber dennoch sauschwer und ganz hart. Maße: 100 x 145 cm. Ich habe sie kaum allein anheben  und noch  schwerer ins Auto verfrachten können.

Zu Haus hievte ich sie auf den ausgezogenen Esszimmertisch, legte etwas drunter und versuchte, vier Löcher hinein zu bohren. Das ging so schwer, dass ich schon aufgeben wollte. Doch als ich es viel Druck auf die Bohrmaschine endlich geschafft hatte, war ich gleich durch bis in die Tischplatte.

Jetzt, wo ich den Artikel schreibe, warte ich auf meinen Sohn, der mit meiner geringen Hilfe die Platte anbringen soll. Ein Wunderkleber ist gekauft, der allerdings 24 Stunden aushärten soll. In diesen Stunden kann aber keiner stehen und die Platte fest andrücken. – Wenn es gelungen ist, seht ihr am Ende auch ein Foto.

Dann kam in Berlin die Sintflut. Im obersten Stockwerk hat sie keinen allzu großen Schaden anrichten können – aber immer noch so viel, dass die Bepflanzungspläne umgestellt wurden. Jeden Tag habe ich die Umgebung der Blumenkästen wischen müssen, weil so viel Erde rausgespritzt ist. Deswegen habe ich die Erde entfernt und anderes in die Kästen gestellt.


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BB = Balkon nach den Bauarbeiten – Teil 1

Auch die längsten Fassadenarbeiten gehen mal zu Ende – doch nicht alle Bewohner der 8 betroffenen Balkons hat es so hart getroffen wie mich. – Das Hauptproblem war die elektrische Markise, die so ca. 90 kg bei ihren 4 m Länge wiegen soll. Dass sie abgenommen werden musste, weil sonst die Dämmung nicht dahinter gepasst hätte, schrieb ich ja schon. Ich schrieb auch schon von den 230,00 € für das Wiederanbringen und den 110,00 € für die Elektrik, die eine Firma von mir wollten. Also habe ich die vor Ort vorhandenen Handwerker gebeten, das zu erledigen.

Vom Prinzip her hat es auch geklappt, außer dass die Markise fast nach unten gestürzt wäre, weil der zweite Mann zu klein war, um seine Aufgabe richtig erfüllen zu können. Bei dem mühsam aufgetriebenen langen Inbusschlüssel musste der Kunststoffgriff halbiert werden, weil er sonst hätte nicht gedreht werden kann. Die Markise sitzt fast auf der Wand auf. – Lange Rede, wenig Sinn, alles ist dran und auch die Elektrik funktioniert. – Als die Steckdose mit Schwierigkeiten (ein anderer hatte mit der orangefarbigen Füllungsdose das dritte Kabel ganz nach hinten ins Loch geschoben) angebracht war, kam ein Elektriker und wollte auf allen Balkons eine neue anbauen – da war ich wieder zu schnell.

Wenn jetzt schon alles schön und fein aussieht, dann soll auch diese hässliche Brüstung mit ihren vielen abgeplatzten Farbstellen aufgehübscht werden. Ich bin ja als Folienfreak bekannt, also waltete ich meines Amtes und kaufte Metallicfolie. – Mir gefällt das Ergebnis. Ich hoffe, dass es auch weiterhin der Sintflut trotzt.

Als nächstes kam der Fußboden dran. Eigentlich wollte ich das mit einer Freundin machen, aber ich war zu ungeduldig. Vier Reihen konnte ich ohne Probleme verlegen (Ich hatte sie ja reihenweise sortiert abgelegt). Doch die letzte Reihe passte nicht mehr, da die Wände jetzt dicker sind als vorher.

Also schnell die Stichsäge vom Sohn geholt und abgeschnitten oder abgesägt. Jetzt viel passender als vorher. Übung macht die Meisterin.

Es gibt eine Fortsetzung


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Ein Zwischen-B: Baugerüstabbau

An dem Tag, an dem ihr diesen Bildbericht lest, ist das Gerüst schon sechs Tage weg und ich habe mich daran gewöhnt, die vor dem Balkon befindliche Industrie ohne Balken, Bretter, Metallstangen und Netze zu sehen. Auch die am Bett vorbeitrampelnden Bauarbeiterfüße vermisse ich inzwischen nicht mehr – sie waren kurz nach 7 Uhr der zuverlässigste Wecker, den ich mir vorstellen konnte.

Aber sie haben auch Rücksicht auf Gewohnheiten genommen. Ist Frau es mehr als 2,5 Monate gewöhnt gewesen, einen verbauten Blick zu haben, kann das nicht von heute auf morgen vorbei sein. Und deswegen haben die lieben PutzerMaurerMaler das Gerüst vor einem Fenster noch stehen gelassen. Nach meinem Balkon kommt ein 90°-Häuserknick und dann geht es viele, viele Meter weiter an den anderen Häusern entlang. Also kann ich aus meinem letzten Wohnzimmerfenster noch immer den vertrauten Anblick genießen.

Beim Abbau beobachtete ich, dass es nur einen einzigen gab, der sich das Arbeiten auf schwankenden Brettern OHNE jegliche SICHERUNG zutraute. Mir ist allein beim Zusehen schlecht geworden. Einige Stunden später hätten sie den Abbau nicht machen können und dürfen, denn es regnete und der Wind wurde viel zu stark.

Eine Situation empfand ich als besonders schrecklich. Er steht am Ende eines Steges und will das letzte Teil aus der Verankerung lösen. Vor ihm und nach zwei Seiten geht es in die Tiefe. Und er bekommt das Teil nicht gelöst. Der Steg schwankt und er muss noch mehr Kraft anwenden. – Wäre etwas passiert, ich hätte hier sicher nicht mit launigen Worten darüber berichtet.

Ein Maler, der ziemlich blass um die Nase wirkte, begleitete ihn. Sobald der Gerüstbauer eine Sicherungshalterung aus der Wand drehte, fing es natürlich an zu schwanken. Der Maler spritzte mit einer langen „Kanüle“ Füllstoff in das Loch und überstrich mit weiß oder grün, je nachdem, wo die Halterung gehalten hat. Und dann verfatzte er sich blitzschnell – ich hätte es nicht anders gemacht.

Der „Oberabbauer“ war gut an seinem haarlosen Kopf und an den vielen Tattoos zu erkennen. Ich beobachtete den Abbau ganz fasziniert.

Als er in der zweiten Etage angekommen war, wurde er abgelöst. Wahrscheinlich gab es für diese Höhe mehrere Gerüstbauer, die sich das zutrauten.

Ich zeige euch jetzt eine Bildergalerie. Wollt ihr ein einzelnes oder alle Bilder größer sehen, einfach draufklicken. Ich bekomme die Fotos nicht ganz chronologisch in der Galerie sortiert – aber was ich zeigen will, kommt auch ohne Chronologie zum Ausdruck.

 

 


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Meine tolle BB-Reise – Teil 1 Bonn allgemein

Das erste B war bei mir Bonn, obwohl im Alphabet Bochum zuerst kommt. Ich habe mich jedoch an der Geografie und der Deutschen Bahn orientiert.

Pfingstsonntag war die Reise auch ohne Platzkarte möglich, so dass ich sitzend und unbehelligt bis Köln fuhr und dort vom schönen ICE in einen Regionalzug wechselte. Meine Gastgeber holten mich ab und bei der Fahrt zu ihrem wunder-, wunderschönen Haus wurde ein wenig Sightseeing gemacht.

Vor längerer Zeit wohnten vier Personen in dem Haus und hatten immer noch ausreichend Platz – doch jetzt wohnen die Söhne in anderen Bonner Wohnungen, so dass für mich genug Platz war – dennoch war es mir peinlich, dass ich das Schlafzimmer bekam und das Paar nach unten gezogen ist.

Auf einer hellen, sonnigen Terrasse tranken wir Kaffee und dann schaute ich mich im Garten um – nicht zu groß und nicht zu klein und sehr liebevoll gepflegt. Da es ein Reihenhaus ist, gibt es rechts, links und hinten Nachbarn – die Bonner scheinen leiser und friedlicher als die Berliner zu sein 🙂

Ich mag ja Steine – und hier gab es ausreichend davon. Dem Schmetterling scheint die Natursteinwand auch zu gefallen. Leider habe ich den Fußboden mit den schieferähnlichen Steinen nicht fotografiert.
All diese Arbeiten hat der mehrfach begabte Hausherr gemacht. – Nein, stimmt nicht, bevor meine Freundin hier lautstark protestiert. Die Struktur an der Wand hat sie in mühevoller Handarbeit geschaffen. Ich hoffe, dass man es bei der Vergrößerung in der Galerie sieht.

Der Garten hat alles, was der Mensch zur Erholung braucht: Blumen, Sträucher, Obststräucher oder -bäume, Schattenplatz, Polsterliege und Wasser, was bei sehr heißen Tagen gefragt ist, nicht nur von den Pflanzen.

Ich hoffe nicht, dass Reine die lila Pflanzen extra wegen mir in die Erde gebracht hat. – Glaube ich aber nicht, denn ich habe auch im Haus vieles entdeckt, das meine Farbe hat. Da wir beide am gleichen Tag nur in anderen Jahren geboren sind, kann ja diese Lilaliebe durchaus Löwentypisch sein.

Für heute ist es genug – ich will die Erinnerung an die Fahrt noch einige Zeit genießen.