Claras Allerleiweltsgedanken


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Ich dachte immer, …

… ich spreche perfekt Medizinisch!

Doch dass ich mich damit TOTAL geirrt habe, musste ich feststellen, als ich heute dem Chirurgen die vier Fäden aus der Stirnwunde schenkte (und er hat sie doch tatsächlich achtlos entsorgt) und den Befund in die Hand gedrückt bekam.

Das lag sicherlich daran, dass er an die Hautärztin adressiert war und nicht an mich.

Von den ersten drei Punkten des Befundes habe ich knapp die Hälfte verstanden.

Den vorletzten Punkt habe ich mir dank Google halbwegs verständlich gemacht und habe beschlossen, mir nichts draus zu machen. Die Fotos, die mir dort gezeigt wurden, machten die Sache nicht besser. Am blödesten finde ich, dass man überall den Cookies zustimmen muss, so dass ich mich nicht wundere, warum mir so viele Leute Spammeldungen in meinen Mailordner schicken.

Der letzte Punkt ist der beste und den schreibe ich für mich und für euch hier auf:

Keine Malignität, insbesondere kein Basalzellkarzinom.

Und das habe ich tatsächlich ohne jegliche Hilfe verstanden – habe ich es doch geahnt.

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Dieser Post wird mal nicht um 00:05 Uhr veröffentlicht, dann da kommt der nächste Bahnhof.


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Ich mache ungern Werbung …

… aber heute muss es mal sein

Werbung ist das, was ich am wenigsten im Fernsehen leiden kann. Entweder ist ein Produkt gut, dann verkauft es sich (fast) von allein – oder es ist so grottenschlecht, dass ich jeden Tag Werbung im Fernsehen machen muss, doch davon wird das Produkt auch nicht besser.

Es gibt drei Werbeclips, die ich hasse wie die Pest, und diese kommen immer vor der Tagesschau, so dass ich ihnen kaum ausweichen kann – und damit meine ich nicht die 9 Sekunden für das Bauhaus.

Am allerschlimmsten finde ich die Trulla, die ihr Omnibiotic unter die Leute bringen will. Allein ihre Sprache, ihr salbungsvolles Getue und ihr teuer überkrontes Pferdegebiss lassen mich den Spaß an Werbung verlieren

Als nächstes rege ich mich über die täglich wechselnde Besetzung von „Kijimea Reizdarm pro“ auf, die alle genau den gleichen Text sprechen, nur mit unterschiedlichem Gesichtsausdruck. Das Zeug ist echt teuer – und nutzt NICHTS – ich habe es drei Monate eingenommen, bin fast verarmt und geändert hat sich nichts.

Bei den „Kolumnisten“ hat einer über diese Werbung geschrieben:
„Es ist wie mit der Werbung für ein Reizdarm-Heilmittel, die seit gefühlt 10 Jahren gefühlt jeden Abend unmittelbar vor der 20h-Tagesschau über den Bildschirm flimmert: die tägliche Erinnerung an unseren (Reiz-) Darm und das (angeblich) Heilung spendende Mittel nervt gewaltig, die Sache verkehrt sich in ihr Gegenteil. Selbst anfangs gutwillige Betrachter/potenzielle Käufer wenden sich gelangweilt ab oder reagieren aggressiv, wenn sie bloß den Namen „Kijimea“ “ hören.“

Der Sprecher mit seinem Seitenbacher Müsli ist da noch der Harmloseste von allen – aber wie er sein „Seitenbacher“ rausposaunt, bringt mich immer zum grollenden Grinsen. – Gelacht habe ich, als Christian Ehring bei Extra3 genau diese Werbung erwähnt hat mit dem Tenor, dass man sie maximal 3x hören kann, bevor sie einem zu den Ohren rauskommt.

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Es war genau an dem Sonntag, als sich Funkuhren mit langen Zeigern nachts um 3:00 Uhr plötzlich wie von Geisterhand bewegt um 23 Stunden vorwärts bewegten, um auf 2:00 Uhr stehen zu bleiben.

Der Tag war nicht nur in Berlin für einen 30. Oktober viel zu warm, viel zu sonnig, viel zu trocken – und dennoch nutzten Tausende von Berlinern und Touristen das Wetter, um die frische Luft zu genießen und den vielen Restaurants und Cafés mit ihren Außenplätzen die Einnahmen zu erhöhen.

Ich hatte mit einem lieben Familienmitglied um 14:00 Uhr einen Treff am Bahnhof Friedrichstraße ausgemacht. Wir schlenderten ein bisschen durch die Gegend, hatten dann aber bald Lust auf einen Kaffee. Ich wollte gern zum Restaurant „Ständige Vertretung“ am Schiffbauer Damm – aber erstens gefiel es uns nicht und zweitens erinnerte es zu sehr an Politik.

Ein Blick zu Google zeigte vier Hausnummern weiter ein Café mit dem lustigen Namen „Zimt & Zucker“ an. Ich war jetzt einfach mal so kühn und keck, mir dieses Foto aus dem Netz auszuleihen, denn ich will das Café ja empfehlen und Berliner Lesern ans Herz legen.

Zimt & Zucker Berlin - Empfehlung von Vegans And Friends

Als wir kamen, waren die Stühle aber nicht so frei und unbelegt – sondern bei schönstem Sonnenwetter am Zeitumstellungstag war alles belegt – innen und außen, aber wir mussten nicht lange warten.

Unsere Bestellung machte zwei Stück Kuchen, für mich einen Eiscafé und für mein Gegenüber einen Café Latte.

Wer mich persönlich kennt, weiß, dass ich immer mit viel Mimik und Gestik rede – vielleicht will ich einfach verhindern, dass mein Gegenüber so wenig versteht wie ich. – In meinem Eiscaféglas war ganz viel Schlagsahne obenauf und ein wunderschöner Glastrinkhalm, denn die haben ja die Plastikhalme abgelöst. Er war nicht nur schön, sondern vor allem auch lang und überragte das Glas um mindestens 10 cm.

Und das konnte meine gestikulierende rechte Hand nicht ab. Plötzlich waren meine Hose total nass, meine Jacke vorn kaffeedreckig und der Fußboden lud zum Eis-lecken ein. Zum Glück waren Glas und Trinkhalm auf dem Tisch geblieben, so dass es nicht noch Scherben gab.

Und Werbung für dieses Café mache ich u.a. jetzt auch deswegen, weil ich auf Kosten des Hauses gleich und sofort einen neuen Eiscafé geliefert bekam – dieses Mal aber klugerweise mit einem ganz kurzen Trinkhalm, der gerade mal so über die Sahne hinwegguckte.

Das nenne ich Kundendienst vom guten alten Schlag!

Beim anschließenden Spaziergang durch das Charitégelände musste ich feststellen, dass nicht nur meine Koordinationsfähigkeit zu wünschen lassen, sondern vor allem mein Gedächtnis. Ich wusste partout nicht mehr, dass mein Sohn in der Charité seinen Wurmfortsatz gelassen hat. Allerdings wohnte er zu der Zeit nicht mehr bei mir – und Mobiltelefone gab es Anfang der 90er Jahre noch nicht für Krethi & Plethi, nein für Clara und Clemens.


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Zimmertemperaturforschungsprogramm

Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach

In meinem Falle müsste ich aber eher schreiben: „…, aber das Fleisch ist KALT“ – na gut, noch nicht völlig, so dass es horizontal aus der Wohnung getragen werden muss. Doch Außentemperaturen wie hier auf diesem Foto vom 20. Juni haben wir (zum Glück) schon lange nicht mehr – so kurios kann der kurioseste Oktober nicht sein. Inzwischen ist es vor der Haustür und vor den Fenstern zum Teil schon empfindlich kalt. Ich habe das Empfinden, bei unserer wohngebietsinternen Heizung mit Heizöl wurden die Temperaturen gedrosselt – nur der Badezimmerstrang wird noch so wie eh und je befeuert.

Doch was nutzen sämtliche Einsparmaßnahmen, wenn dann die Eigentümer ihre Thermostate auf 4 oder 5 drehen, so dass es kuscheliger wird. Andere lassen die warme Luft kontinuierlich zu den gekippten Fenstern hinaus, als wenn es keine Energiepreiserhöhung gegeben hätte.

Wenn das nur auf die private Heizungskostenabrechnung der „Lüftungs-ABC-Schützen“ ginge, wäre mir das relativ egal. Aber zum mindestens 100sten mal erwähne ich jetzt, dass wir weder Heizkostenzähler noch Wasseruhren haben – bei uns wird brav auf gegenseitige Rücksichtnahme und „Kollegialität“ gesetzt und alle Verbrauchspreise einzig und allein nach der Größe der Wohnung berechnet.

Manchmal denke ich: „Ich habe Long-Covid-Symptome, ohne Short-Covid gehabt zu haben“

Ganz stark ausgeprägt ist die Müdigkeit – ich könnte fast immer schlafen und habe auch mit 8 nächtlichen Schlafstunden keinerlei Probleme. Aber eben so ausgeprägt ist das Friergefühl. Hitze mag ich aber erst recht nicht und bei Temperaturen jenseits der 28° C werde ich ungemütlich.

Wenn aber meine Wohnzimmertemperatur unter einen bestimmten Wert fällt, werde ich noch ungemütlicher. Da kann ich mir noch so sehr das Energiesparen vornehmen – wenn ich dann nachts in die heiße Badewanne muss, weil ich vor Kälte nicht einschlafen kann, sind die guten Absichten misslungen. Und dabei sitze ich nicht mit kurzen Ärmeln, sondern mit Pullover und meist schon mit einer Decke. – Offensichtlich wird offiziell schon weniger geheizt, denn „früher“ war es bei Stufe 3 deutlich wärmer als jetzt.

Apropos Covid oder Grippe oder Influenza – vor einigen Tagen habe ich mir den Anti-Grippe-Stich geholt. Ich hatte vollkommen vergessen, dass (mir) der Arm mehr weh tut als bei Biontech – ich konnte nicht auf der linken Seite liegen, aber dafür werde ich jetzt nicht krank -äääääääääätsch, ihr blöden Viren!

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Das ist mir die letzten 77 Jahre nicht passiert …

… und ich habe keinerlei Lust auf Wiederholung

Es war mal ein Feiertag der ganz besonderen Art, den ich wohl so schnell nicht vergessen werde.

Nachdem ich den Vormittag des „Tag der Einheit“ mit saugen, wischen, putzen und aufräumen zugebracht habe, wollte ich mir am Nachmittag in einer großen Doppelkopfrunde Entspannung und Erholung gönnen.

Der Bus kommt pünktlich und ich sitze in der U-Bahn und warte auf die Abfahrt. Da kommen zwei Jugendliche – ich würde sie auf 15 – 17 Jahre schätzen, sie können aber auch jünger sein. Ein „Wiedererkennungsmerkmal“ für mich waren ihre Milchtüten, an denen sie mit einem Plastikhalm nuckelten.

Plötzlich geht der dicke von den beiden zur Tür, drückt den Schließknopf und verhindert mit brachialer Gewalt das Schließen der Tür. Ich war kurz davor, etwas zu sagen, habe mich aber zurückgehalten.

Wir wollen abfahren und es geht nicht. Der Zugführer kommt gezielt zu dieser Tür und repariert sie. Und in dem Moment sind mir offensichtlich die Sicherungen durchgeknallt.

Die beiden Milchtütenjünglinge sind ein wenig weiter in einen anderen Wagen gegangen, aber ich fand sie natürlich. In relativ ruhigem Ton sprach ich den jungen Mann an und „bedankte“ mich für die verzögerte Abfahrt. Er wurde sofort laut und aggressiv und schrie: „Das war ich nicht“ und machte eine sehr bedrohliche Geste zu mir.

Und da habe ich ganz ernsthaft geglaubt, dass sich ein 17jähriger nicht an einer 77jährigen Frau vergreifen wird.

Einen winzigen Augenblick später musste ich meine gute Meinung über unsere Jugend – es waren wirklich zwei deutsche Jungen – revidieren. Als ich ihm sagte: „Lass deine Finger von mir!!!“ weil er leicht ausgeholt hat, gab er mir kurz danach einen so gewaltigen Stoß – ich weiß noch nicht mal genau, wohin – dass ich von der einen Tür zur gegenüberliegenden Tür flog, mit dem Kopf gegen die Scheibe donnerte und offensichtlich auch mit dem linken Unterarm den Sturz abgefangen habe.

Natürlich halfen mir sofort Leute wieder auf die Beine, andere sprachen vor der Tür mit dem Grobian. Als der Zugführer dazu kam, um ihn zur Rechenschaft zu ziehen, waren er und sein Freund so schnell die Treppe hoch, dass jegliche Hoffnung enteilte.

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Ich meldete mich beim Doppelkopf ab, da die Beule am Kopf schnell an Volumen zunahm. Ich bekam viel Zuspruch und den Link von der Berliner online-Polizei, wo man eine Anzeige aufgeben kann.

Unsere Bahnhöfe sollen ja videogesichert sein – meiner Meinung nach kann der Bengel ruhig ein paar hinter die Ohren bekommen – SO ETWAS MACHT MAN NICHT, ZUMINDEST NICHT MIT CLARA.

Es hätte aber wirklich schlimmer kommen können, so wie es geknallt hat. Und zum Glück ist meine neue Brille heil geblieben. Meine Nachbarin hat mich mit Birnen aus ihrem Garten getröstet.

 


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Ich wollte schon aufgeben …

… nicht unbedingt mein Leben, sondern nur die Zahnarztbehandlung

… aber vielleicht wendet sich die Sache doch noch zum Positiven.

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Da ich in den letzten Tagen so gut wie gar nicht am Computer war, hatte ich vergessen, dass ich die obersten Zeilen natürlich als kompletten Artikel gedacht hatte und auf den 29.9. vordatiert hatte. – Als ich nachts auf meinem Handy einen Kommentar von Myriade sah, fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren, dass der Artikel ja nur aus Überschrift besteht. Da habe ich mich noch in der Nacht hingesetzt und ein wenig geschrieben.

Die Zahnsache ist besser, aber nicht gut. Der Zahnersatz drückte nur an einer Seite und ich traute mich nicht – im Gegensatz zu der anderen Seite, an der ich selbst alles bereinigte –  selbst Hand und Manikürschleifmaschinchen anzulegen. Und das ging dann aus unergründlichen Sachen leider schief und es ist schlimmer als vorher.

Sind es nicht alte Schuhsohlen, die ich kauen will, geht es so halbwegs, ich zeige euch mal eine Kostprobe. Sollte mal was in zu großen Stücken runtergeschluckt werden müssen, spüle ich mit Alsterwasser nach.

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