Claras Allerleiweltsgedanken


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RB 1 – Von 14 Tagen Reisezeit …

… geht es im Normalfall mit dem ersten Tag los,

aber ich fange fast mit dem letzten Tag an. Auf diesem tollen Wegweiser, der in Bergen auf der Plattform hoch oben bei der Seilbahn stand, habe ich mir das Ziel „Berlin“ ausgesucht, denn die Reise war so anstrengend, so dass ich mich zu diesem Zeitpunkt schon nach meiner ruhigen, schönen Wohnung gesehnt habe.

Was fand ich denn so strapaziös?
Es gab einige Tage, an denen wir mehr als 400 km fuhren – das bedeutete, dass an diesen Tagen fast nichts anderes stattfand als die notwendigen Toiletten- und Rauchpausen, eine Mittagsunterbrechung mit immer dem gleichen Snackangebot vom Busfahrer, die Zuteilung der Zimmer, die Kofferausgabe und das Essen.

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Wenn ich könnte, wie ich wollte …

… dann würde ich eine Agentur gründen 🙂

Für einen Mann heißt es, er soll in seinem Leben

  • ein Haus bauen
  • einen Baum pflanzen und
  • ein Kind zeugen.

Das haben wohl sehr viele Väter mit einem grünen Daumen und handwerklichem Geschick in ihrem Leben geschafft.

Aber ich bin eine Frau und jetzt nicht mehr so jung, dass ich ein „gezeugtes“ Kind austragen möchte, für einen Baum mein Balkon zu klein ist und ich noch nie angestrebt habe, in einem eigenen Haus zu wohnen – aus Gründen!

Und mein Gedanke mit der Agenturgründung ist leider auch nur Spinnerei – ich würde eine

Lebensmonate-Verschenk-Agentur 

gründen wollen. Vielleicht gäbe es auch einige andere spendenbereite Leute, die in ganz besonders akuten Fällen helfen möchten.

Ich betrachte jetzt mal meinen mütterlichen Gen-Pool – Die Großmutter wurde 90 Jahre alt, die Mutter 98, ihr Bruder 99 und ihre Schwester 88. Wenn ich daraus für mich einen Mittelwert errechne, komme ich auf 93,75 Jahre.

Da ich aber schon als Kind vehement behauptet habe, dass ich nicht richtig alt werden möchte, sind mir natürlich knappe 94 Jahre viel zu viel.

Viele aus meinem Bekanntenkreis wollen alt bis uralt werden, aber natürlich nur unter der Bedingung, dabei gesund und munter zu sein. Alt bin ich ja bereits geworden, nur mit der zweiten Sache hapert es sehr.

Lange Zeit habe ich – still und heimlich für mich – ein Alter von 85 angestrebt – das hielt ich für mehr als ausreichend. Das würde dann ganz genau mit meinem jahrelang erprobten Umzugs-Zeit-Rhythmus übereinstimmen  – nämlich aller 15 Jahre den Wohnaufenthalt zu wechseln:

1970 – nach Berlin gezogen

1985 – nach der Trennung (mit Kind) in eine Wohnung in Friedrichshain gezogen

2000 – das erste Mal nach „Westberlin“ gezogen, nämlich nach Lichterfelde – aber seit 89 ist es ja ein vereinigtes Berlin

2015 – wieder umgezogen – nach Tempelhof

2030 – wäre „planmäßig“ ein Umzug dran in eine Wohnung, die eine Etage unter der Erde ist

Doch nach und nach kam ich zu der Meinung, dass die runde Zahl von 80 Jahren ausreichend sein könnte. So hätte ich also im Vergleich zum genbedingten Durchschnittsalter 13 Jahre übrig.

Wie schön wäre es, wenn ich diese verschenken könnte – an Personen, die in jungen Jahren lebensbedrohlich krank werden, die aber gern noch ihre kleinen Kinder weiter begleiten möchten. Solche Kranke gibt es durch die immer noch nicht besiegte Krankheit Krebs sehr, sehr oft. Wie schön wäre es in einer solchen Situation, wenn ich sagen könnte: „Ich schenke dir 5 Jahre!“

Es werden auch nicht immer komplette Jahre als Lebensverlängerung gewünscht. Ein ganz besonderes Ereignis in der nahen Zukunft – z.B. die Geburt eines Enkelkindes oder die Hochzeit eines Kindes könnte sehr wohl ein Grund sein, noch einige Monate länger leben zu wollen, als es die Krankheit zulässt. –

Aber auch eine Aufgabe und natürlich die Liebe können dafür sprechen, länger leben zu wollen. Ich habe meine Mutter mal gefragt, warum sie denn so alt werden möchte. Und da hat sie wirklich und wahrhaftig gesagt, dass sie mich doch wegen meines miesen Hartz-IV-Einkommens wenigstens bis zur Rente finanziell unterstützen will. Ich bin 2010 in Rente gegangen und 2013 ist sie gestorben.

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Ich weiß, dass das mit dem Monate/Jahre-verschenken-wollen alles Hirngespinste sind – aber frau darf ja mal träumen! Leider bin ich so realistisch, dass so eine Agentur wahrscheinlich noch schlechter funktionieren würde als die Sache mit der Organspende – denn mit einem gespendeten Organ NACH DEM TOD kann man noch besser Leben retten als mit meinem Traum – aber das sehen leider zu wenige Leute ein.


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Never change a running system …

… ist einer der wenigen englischen Sätze, den ich verstehe und begreife und den ich (hoffentlich) auch fehlerfrei schreiben kann.

Eigentlich müsste der Artikel aber so heißen:

8 Euro an der falschen Stelle gespart – nämlich am Kopf!

Es ist ca. ein Jahr her, da habe ich beim Friseur meines Vertrauens 16 € für einen Haarschnitt OHNE Kopfwäsche bezahlt. Ich kann diese Rückwärtsbecken nicht leiden, da tut mir nach der Haarwäsche die Halswirbelsäule weh.

Mein Lieblingsfriseur konnte den gesamten, allerdings sehr dünnen Haarschopf mit der Maschine kürzen – und ich war IMMER zufrieden.

Doch dann legte sich dieser aufmüpfige „Knabe“ mit seiner türkischen Chefin an und wurde aus dem Personalbestand entfernt.

Dennoch blieb ich dem Salon treu, musste jedoch (plötzlich und unerwartet) 20 € bezahlen – fand ich ja noch okay, obwohl meine 753 Haare relativ schnell gekürzt sind.

Dann kam Corona, die Salons hatten längere Zeit geschlossen und die Chefin dachte vielleicht, dass die Kundinnen in der Zwischenzeit die Preise vergessen haben. Gut, jetzt kam die Pflichthaarwäsche dazu, doch 28 € fand ich dann in dieser kurzen Zeit doch eine ziemlich heftige Preissteigerung.

Also suchte ich mir einen anderen Salon, in dem ich wieder für 20 € meine abgeschnittenen Fusseln auf dem Fußboden, auf meiner Kleidung und schlimmstenfalls in meinen Augen finden konnte.

Aber ich habe es selten so bereut, „geizig“ gewesen zu sein. Jedes mal, wenn ich in einen Spiegel gucke, wende ich mich ganz schnell ab. Ich hatte noch Glück, dass sie mir keine Löcher oder Stufen in die Haare geschnitten hat – aber SCHÖN ist anders.

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Ich habe noch ein zweites Beispiel. Zahnärzte und ich sind nicht die Partner, die komplikationslos miteinander auskommen. Mir sind Exemplare begegnet, die müssen ihren Berufsabschluss oder sogar den Doktortitel im Lotto gewonnen haben – so wie manche Leute ihren Führerschein.

Dieses Mal wollte ich es ganz besonders gut machen. Doch offensichtlich sind zu viel „Master“ nicht unbedingt ein Garant für den Erfolg. – Doch eine Nachbarin hatte ihn mir empfohlen, aber gleich dazu gesagt, dass er nicht günstig oder billig oder preiswert ist. Doch meine Zähne sind schon eine wichtige Sache, deswegen bin ich hin gegangen.

Ich zeigte ihm meinen jetzigen Zahnbefund und meinte nur, dass die gewünschte Neuanfertigung in etwa so aussehen sollte wie das vorhandene – nur an manchen Stellen besser.

 

Dann kommt der erste Entwurf – und die Zahnfarbe wich so gravierend ab, dass ich entsetzt war. Er schob mir den Schwarzen Peter zu, aber es hatte eine Helferin gemacht – und ich weiß, dass es bei der Vergleichsprobe korrekt war.

Leider habe ich in dem Moment zu wenig auf die Zahnform geachtet. Er war wortreich der Meinung, Schneidezähne haben weitaus anders auszusehen als meine, nicht so klein und nicht so mit Abstand wie bei mir. Dementsprechend hat er mich mit einem Modell „überrascht“, mit dem ich wenig zufrieden war.

 

Dann kam der nächste Termin und der Meister war im Urlaub – doch er wurde von einem jungen Zahnarzt vertreten. Und der hat sich wirklich alle Mühe gegeben und ca. 20 Minuten versucht, Fehler des Zahnarztes oder des Labors auszubügeln, was aber nicht ging   – es passte nicht, es saß nicht, es hielt nicht. – Also musste ich auf den Chef warten.

Meine Argumente: zu lang, zu breit, zu wenig haltend wollte er am liebsten nicht anerkennen – aber ich führte es ihm bildlich vor. Trotz meiner Bitte bemühte er sich nicht darum, so zu sprechen, dass ich ihn verstehen konnte – so blieb über die Hälfte unverstanden.

Er meinte, einen Schaden mit einer Unterfütterung zu beheben.

Zwei Tage später: nichts passte, alles drückte und ich wurde ungehalten.

Als er die Worte sprach: „Sie müssen nichts bezahlen, ich breche die Behandlung ab“ hättet ihr mal sehen sollen, wie schnell ich draußen war.

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Das Leben macht klug und weise – manchmal dauert es länger, manchmal geht es schneller!


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Mal Hü, mal Hott … dann wieder Hü!

Keine Angst, ich schreibe jetzt keine langweiligen Tiraden über mein wankelmütiges Wesen – ich kann auch mal Geheimnisse für mich behalten. – Ich rede von meinem Reiseveranstalter, der lange Zeit so erpicht darauf war, mich für teures Geld 14 Tage durch Skandinavien zu fahren. Dann hatte er aus Gründen Schweden gestrichen und Dänemark abgespeckt, so dass es eigentlich nur noch eine Norwegenreise war.

Warum auch immer, aber ich hatte mir eingebildet, Mitte August in Oslo vor dem Königspalast zu stehen und mich wie eine (HIlfs-)Königin zu fühlen.

Dann sagte mir mein Anrufbeantworter, ich möge doch bitte die und die Nummer anrufen. Gesagt – gehört – getan. Und ich vernehme: „Frau Himmelhoch, Sie dürfen leider nicht mitfahren, wir haben so viele Umbuchungen und Stornierungen bekommen, dass wir nur mit einem Bus fahren, aber mit halber Besetzung. Und mehr als 25 Personen dürfen dann leider nicht in den Bus. Sie haben die Möglichkeit, auf nächstes Jahr umzubuchen oder kostenlos zu stornieren.“

Kurz ließ ich mir die Sache durch den Kopf gehen – aber zu einer anderen Zeit als dieses Jahr August hätte ich diese kostenintensive Reise nicht gemacht. Nun hatte ich schon bezahlt und auf dem Tisch stand kein Trockenbrot – also wollte ich auch mitreisen.

Die Mitarbeiterin des Reisebüros fand in einigen Telefonaten ein Ehepaar, das bereit war, die Reise auf nächstes Jahr zu verschieben – und es kam der Anruf: „Frau Himmelhoch, Sie dürfen reisen!!!“

Hoffentlich bereue ich das nicht eines Tages nicht, wenn ich bei der Heimkehr ein Wattestäbchen in den Rachen und die Nase gerammt bekomme, weil jemand wissen will, ob ich Cc bin. Im Normalfall bedeutet diese Abkürzung „Clara Christine“ – aber jetzt wäre es „Corona clean“

Da kann ich ja meine zwei Arten von durchsichtigen Masken doch noch verwenden: Die erste kennt ihr ja schon. Die zweite kam heute im 10er Pack. Falls sie keine Viren oder Aerosole abhält – für Radfahrten in den Abendstunden ist sie super geeignet, sie verwehrt nämlich jeglichen Fliegen oder anderem Ungeziefer den Weg in den Mund. – Ich habe bei meinen Radtouren immer sehr gelitten.

Nachdem ich begriffen hatte, dass auf der Folie eine durchsichtige Schutzabdeckung war, wurde der Durchblick besser. Leider klebt der Kinnbügel (alles aus Plastik) bei Hitze und ist unangenehm. Zuerst habe ich die Kinnstütze, die für alle Masken verwendet werden kann, mit Leukoplast bezogen – aber das war auch noch nicht das Gelbe vom Ei. Dann legte ich einen Wattepad hinein und schnitt die überstehenden Teile ab – und ein Leuchten erhellte mein Gesicht.

 

 


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Bildungsbloggen bei Clara Himmelhoch

Kinder bekommen Zahnspangen – alte Damen bekommen Nagelspangen

Alter schützt vor „Eitelkeit“ nicht – meine großen Zehen bzw. deren Nägel haben ein „teures Piercing“ bekommen.

Schon sehr lange habe ich ja auf schmerzhafte Weise mit einwachsenden Zehennägeln zu tun. Stärker denn je bin ich der Ansicht, dass das u.a. durch eine falsche Schnitttechnik der verschiedenen Fußpflegerinnen begünstigt wurde. Die Nägel sollen gerade und nicht zu kurz, rund oder spitz geschnitten werden – das heißt, die ECKEN sollen eben NICHT herausgeschnitten werden. Das gibt zwar für kurze Zeit Linderung, aber danach wird das Problem eher schlechter als besser.

Die Hautärztin hatte ein Einsehen mit meiner Jammermiene und verordnete Metallspangen. Dann ging ich in eine Podologiepraxis und ließ einen Kostenvoranschlag erstellen. Den schickte ich zur Krankenkasse und bekam ihn zu 75 % bestätigt zurück. Die Praxis hatte rund 800,00 € für die ca. 1 Jahr dauernde Behandlung veranschlagt – die Kasse übernimmt davon 600,00 €.

EINE Spange kostet 200 €, die Kasse zahlt 150 € pro Spange. Ungefähr aller 6 Wochen müssen die Spangen nach vorn versetzt werden – die Praxis will 22 € pro Spange, die Kasse zahlt nicht ganz so viel.  Und dabei kann ich noch sehr, sehr froh sein, dass sie diese Behandlung überhaupt übernehmen – viele machen das nicht mehr.

Lange Zeit hatte ich Ruhe, so dass ich noch mal zum Chef der Podologiepraxis ging. Der meinte, eventuell komme ich ohne Spangen aus – die Verordnung sei ein halbes Jahr gültig und ich solle die Sache beobachten.

Und dann kam das:

Eine Seite war entzündet und tat einfach nur weh. Mit einer dicken Zellstofflage unterfütterte ich den großen Zeh, so dass er viel höher kam und ihn der Nachbar nicht ärgern konnte – es half!!!! – war nur sehr umständlich. Und die tragbaren Schuhe waren nur noch semi-elegant.

Unter der Dusche sah ich so aus:

Zuerst wurde ein Abdruck mit „Knete“ gemacht, damit sich „das Piercing“ auch passgenau an die Unterlage schmiegt. Und am gestrigen Tag war es so weit. Ich WhatsAppte einer Freundin: „Ich habe eine Sch….angst“, denn ich kann Schmerzen nicht leiden. Die Angst wurde durch die 20 Minuten Wartezeit nicht kleiner.

Doch dann waren beide Spangen aufgesetzt und es war wirklich nicht schlimm – nur ein bisschen – ein ganz kleines bisschen – kaum erwähnenswert. – Na gut, es spannt ein wenig beim Laufen. Wenn die Tamponaden für das nicht geflossene Blut weg sind, lässt der Druck vielleicht nach – oder auch nicht. – Jedenfalls am 31. August werden sie umgesetzt – wie meine Deko im Zimmer das auch ständig macht. – Und da ich mit einem Paar knalllila Gummihandschuhe getröstet wurde, konnte gar nichts mehr richtig schlimm sein.

Ich kam gleich wieder auf kindische Ideen. Das zweite Foto heißt: Das Daumenlutscherkind – nicht, dass jemand auf dümmere Gedanken kommt.

Falls sich meine Zehen doch wieder entzünden sollten und mit Streptokokken um sich werfen, bin ich jetzt gewappnet. Mein Gesichtsschild ist angekommen und wird mich hoffentlich gut durch die Busfahrten im Urlaub bringen. – Es ist nur für den Transport etwas sperrig. – Da wir aber jeden Tag auf dem gleichen Platz sitzen, kann ich es gut und gern im Bus liegen lassen und die restliche Zeit dann (Bankräuber-)maskiert rumlaufen.

Bei diesen langen Monaten wollten bestimmt schon viele die Zeit anhalten oder umdrehen und nicht nur bei mir haben sich die Haare zu Berge gestellt.

 

 


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Kuriositäten, die mein Leben so schreibt

In den dritten Etagen zweier Häuser wohnen hier offenbar leicht seltsame Leute. – Von einem Balkon stürzt ein schöner Übertopf mit noch schönerem Inhalt ab. Da würde ich doch erwarten, dass die Eigentümer den hinterlassenen Schaden auf der Wiese wegräumen, damit die Hausmeister wieder das Gras kurz schneiden können. Doch darauf wartete ich mehrere Tage vergebens. Zuerst bat ich sie per Briefkasten mit einer höflichen Mitteilung um Schadensbeseitigung – ohne Wirkung. .Erst als ich ihnen eine Scherbe des Übertopfes in den Briefkasten warf, haben sie sich zum Wegräumen bequemt. – Diese Haltung verbreitet sich immer mehr: Irgend jemand wird es schon erledigen.

Ähnlich war es mit diesem kleinen Tier. Auch der lag unbeachtet mehrere Tage lang auf der Wiese – doch nicht .etwa schon seit der Weihnachtszeit, wie seine Verkleidung vermuten ließe.

Mit anständigem Zoom identifizierte ich das Dingens von meinem Balkon aus als Teddybär. Da in meinem Strang nur eine einzige Wohnung ist, in der Kinder leben, erbarmte ich mich. Es sind Migranten, die mit VIER = 4 Kindern in „meiner“ 2,5 Zimmer Wohnung wohnen. Gut, nach dem Krieg haben bei uns auch viele so beengt gewohnt – wir selbst ja auch 10 Jahre zu viert in 49 m². Wahrscheinlich habe ich nach dieser Eigenerfahrung so viel Mitleid mit anderen.

Als ich mit dem Teddy vor der Tür stand, wurde er von den Kindern freudig begrüßt. Die beiden ältesten konnten ein wenig deutsch – für meine Begriffe zu wenig, denn sie wohnen schon längere Zeit hier. Aber wenn auch wegen C-Zeiten wochenlang die Schule ausfällt … und die öffentlichen Einrichtungen so anzusehen sind, wie sollen sie dann ihre Kenntnisse verbessern.

Die armen Leute, die mit dem Gesicht zur Wand sitzen müssen *hahaha*

Das zweite „Funderlebnis“ fand ich etwas seltsam. Ich sah auf dem Überdach der Hauseingangstür von unten aus etwas liegen. Na gut, liegt dort eben was. Am nächsten Tag lag es immer noch – und da schaute ich nach. Es war ein grünes Schlüsselband mit drei Schlüsseln daran. Wenn ICH das versehentlich verloren hätte, wäre es nach einer halben Stunde dort von mir weggeholt worden, denn anhand der auf dem Hausschlüssel eingravierten Wohnungsnummer kann man genau identifizieren, welche Wohnungstür man jetzt problemlos öffnen kann.

Ich nahm einen Besenstiel, hatte gleich das Corpus delicti geangelt, stellte anhand der Wohnungsnummer fest, dass es die „Kinderreich-Wohnung“ ist und klingelte – aber mir wurde nicht aufgemacht.

Als ich nach einiger Zeit den zweiten Versuch machen wollte, kam mir schon der Älteste entgegen, der mich nach dem Schlüssel fragte. Entweder hatte mich jemand beobachtet oder mein erstes Klingeln hatte sie es vermuten lassen.

Meine Kinderliebe lässt vermuten, dass ich mich mit den beiden älteren vielleicht mehr beschäftigen werde, damit sie hier heimischer werden.

Wenn wir zusammen auf meinem Balkon säßen, könnten wir zumindest über Pflanzen, Schmetterlinge, Steine und UHRZEITEN plaudern oder lernen. Denn wer ist schon so verrückt, auf dem feuchten Balkon eine  elektrisch betriebene Uhr hängen zu haben. Jetzt ist endgültig der letzte Raum uhrenbestückt.

Man kennt ja Pharaonengräber – ich zwar nur vom Bild, nicht von eigenen Besuchen her – und die sind kulturgeschichtlich doch etwas sehr Bedeutsames. Doch in welche Kategorie müsste ich meine „Sockengruft“ einordnen? In gar keine, denn der viele Platz für die wenigen Socken war mir zu schade und ich habe umgeräumt. Das Foto fand ich jedoch lustig.

 


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Ein Versprechen einlösen …

So, jetzt habe ich lange genug meine Wunden geleckt – meine Zunge ist schon ganz rau – aber viel genutzt hat es dennoch nicht.

Denn alles, was mir so zu schaffen gemacht hat, ist nicht beseitigt oder verändert. Ein großer Teil davon war politisch und öffentlich. Diese Kindermissbrauchsskandale, die Finanzbetrügereien im Zusammenhang mit Coronaunterstützungen, der Skandal, wie rumänische Leiharbeiter bei Tönnies „gehalten“ werden und damit im Zusammenhang die „Beschäftigung“ von Sigmar Gabriel für diesen Konzern für einen monatlichen Salär von 10.000 € plus Einzelentschädigung für „Anwesenheitstage“ und und und – wenn es mir aus persönlichen Gründen nicht gut geht, dann kann ich mit solchen Nachrichten nicht umgehen und könnte nur noch reihern.

Ich bin ja seit hundert Jahren bipolar erkrankt – aber meist neigt sich die Waage zur manischen Seite hin und ermöglicht mir, viele Dinge, die mich sehr belasten, irgendwie auszuhalten. Ohne diese Tendenz hätte ich bei meiner Situation schon in den Sack gehauen, denn die körperlichen Unpässlichkeiten gehen weit über das Schlecht-Hören hinaus, haben aber fast alle mit dem Kopf zu tun. Allein zu sein ist ja in Ordnung – aber die Gewissheit zu haben, einsam zu sein, ist nicht immer zu verkraften.

Verstärkt wird das ganze Dilemma durch meine Hörsituation – ohne Hörgeräte tendiert die Hörleistung so gegen 10 – 20 % vom Normalohr. Mit Geräten bin ich in manchen Situationen bei ca. 95 % und in Umgebung von Krach oder Musik und vielen Leuten so bei ca. 50 %. Leider reicht das nicht, um Kommunikation zu betreiben – die mir so unendlich wichtig ist und die mir unter gewissen Umständen Kraft gibt. Da war der leicht unwirsch erteilte Rat meines „Thronfolgers“, doch Gebärdensprache zu lernen, wenig zielführend, weil all die Personen in meiner näheren und ferneren Umgebung keine Gebärdensprache können. Es wäre so einfach: Nur etwas langsamer und deutlicher zu sprechen – aber das ist wahrscheinlich schon zu viel verlangt. Weiterlesen