Claras Allerleiweltsgedanken


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Geimpft

Das mit der Impferei ging ja alles RELATIV schnell und unkompliziert. Die Frau Doktor hat mitten ins Tattoo gestochen. Frauen sind wissbegieriger als Männer und sie fragte prompt, was das heißt. Da sie noch relativ jung war, habe ich ihr geraten, chinesisch zu lernen, denn das wird irgendwann die neue Weltmacht.

Eigentlich wollte ich den angebotenen Taxidienst nicht nutzen, doch Frauen aus der Doppelkopfrunde haben mir dazu geraten. Und wenn der Jens schon den Apothekern für jede FFP2-Maske 6,00 € erstattet, die in der Beschaffung maximal 1,00 € kostet, kann ich der Taxiinnung auch was Gutes zukommen lassen. Wahrscheinlich wurden bundesweit so unendlich viele FFP2-Masken angeschafft, so dass sie jetzt überall PFLICHT sind. Vorher konnte ich ja noch hinter einer Op-Maske entspannt atmen, jetzt „ersticke“ ich unentspannt hinter einer FFP2-Maske.

Mir wurde gesagt, dass ich nach dem Taxiausstieg sofort ins Impfzentrum gehen kann. Die Realität war anders. Er ließ mich raus und ich musste mich ans Ende der ca. 300 m langen Schlange stellen.

Nach fertiger Impfung hat es die längste Zeit gedauert, einen Tätowierer zu finden, der mir den Schriftzug auf die Stirn geschrieben hat. Ich habe keine Lust, ständig und immer eine Impfbescheinigung oder den Impfausweis vorzulegen. – Und deswegen erscheint der Artikel auch nicht schon um 00.05 Uhr wie alle anderen, sondern erst zu der Zeit, wo ich heil wieder zu Haus bin.

Aber misstrauisch, wie dieses Land geworden ist, wird der deutliche Schriftzug auf der Stirn vielleicht doch nicht ausreichen.

Jetzt ruhe ich mich ein wenig aus!


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Vor lauter Umräumerei …

… bin ich so überdreht, dass ich nur noch Blödsinn im Kopf habe

Da ich weder Zeit noch Lust zum Kochen habe, gibt es heute Abend getoastete Mund-Nasen-Schutz-Scheiben zu essen. Alles ist gut abgehangen und frei von sämtlichen Fremdkörpern wie Antibiotika oder gar Viren.

Sollten die Scheiben etwas trocken oder gar dröge sein, kann alles mit dem Bier des Hauses runter gespült werden. Von 99,99% der menschlichen Gattung wird das Bier getrunken – von mir wurde es ans Regal genagelt.

Ihr seid herzlich eingeladen – es ist genug für alle da!

Doch jetzt zum Texteingang zurück. Im Zuge der geplanten Fenstererneuerung war ich noch mal in einer der Wohnungen direkt unter mir – die Frau wohnt auch mehr oder weniger allein in der Wohnung, da die Söhne aus dem Haus und der Gatte andernorts berufstätig ist.

Sie äußerte ihr Unverständnis, warum ich das kleine Zimmer mehr oder weniger ungenutzt lasse und mich mit dem Arbeitsplatz im Schlafzimmer „abplage“. Und da ist der Knoten bei mir geplatzt. Nach oben gekommen – und fast in der gleichen Minute mit dem Planen und Räumen und Schieben begonnen. Und wenn ich einmal angefangen habe, dann kann ich nicht mehr aufhören. Zum Glück bewegten sich alle Möbelstücke fast lautlos auf dem glatten Fußboden, zumindest, wenn man schwerhörig ist, da fand ich es keineswegs laut. Auch in den späteren Abendstunden kam kein Protest – aber dieses Zimmer, in dem die Haupträumaktionen stattfanden, wird unter mir erst nach Mitternacht genutzt.

Leider fehlt bisher immer noch das Umräumen des Computerarbeitsplatzes. Da es dort mit dem durch die Wand gezogenen WLAN-Kabel Probleme geben kann, muss da der Sohn der Hauptakteur sein – alle Vor- und Hilfsarbeiten habe ich schon geleistet. – Fotos gibt es später, heute erst einmal Fotos von der Aktion: Arbeit an der Hörgerätefront.

Die misslungene Sache mit den ersten Innenohrgeräten hatte ich schnell verarbeitet und vergessen. Doch als mich der Akustiker anrief und meinte: „Frau Himmelhoch, ich habe einen Anruf von der Firma Ph. bekommen und die sagen, dass für die geplanten Neugeräte ihr Gehörgang zu schmal ist – da passen die Geräte mit der beabsichtigten Technik nicht rein!“

Da war ich sehr geknickt, denn „mein“ recht erfahrener Akustiker hatte beim Abdruck gemeint, dass alles gut aussieht.

Er hatte zufällig freie Arbeitszeitkapazitäten und flugs war ich bei ihm. Wir haben die Sache mit den Abdrücken mal fotografiert.

Die Hörgeräte können aussehen wie sie wollen, aber nicht so schlüpferfarbig wie diese rosa Abdruckmasse – und auch hautfarben will ich sie nicht – aber das ist alles sekundär.

Das mit dem aufgesetzten roten und blauen Plastikohr ist hier nicht so schön zu erkennen – aber ich sah aus wie ??? – der mit den großen Ohren.

Zum Trost für die schief gelaufene letzte Aktion – aber die Geräte hatte ICH mir im Netz ausgesucht, der Vorschlag kam nicht von IHM – hat er eine doppelte Abdruckserie gemacht und die Abdrücke an ZWEI verschiedene Firmen geschickt. Dann kann ich wunderbar testen, vergleichen aussuchen und am Ende hoffentlich glücklich sein.

So eine Anfertigung geht nicht von heute auf morgen – den nächsten Termin habe ich am 23. April – zum Glück sind die 6 Jahre alten Geräte nicht defekt, sondern nur unzureichend. Aber es gibt ja im Moment eh nichts zu hören.

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Jetzt habe ich noch zwei Fotos, die ich gern zeigen möchte, auch wenn sie mit dem eeeeeeeeeeeewig zurückliegenden Ostern zu tun haben.

Ich konnte es mir nicht verkneifen, meinen Jüngsten beim Ostereiersuchen zu fotografieren – obwohl er gerade bei diesem Nest ganz enttäuscht geguckt hat – da war nämlich nichts drin.

Und auf dem nächsten Foto hat sich eine gefährliche Situation zusammen gebraut. Vor dem Brandenburger Tor rotteten sich viele Eierköppe zusammen – und als sich unter diese Menge auch noch Vermummte mengten, hätte es gefährlich werden können. – Zum Glück blieb alles ruhig.

Also, dann bis bald mal wieder!


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Claras Aprilscherz

Ich verzeihe meinem Körper durchaus, dass er nicht mehr 100 %ig funktioniert – – –

… aber muss er immer die mir wichtigen Stellen ausfallen lassen?

Kalenderblatt von Mallybeau Mauswohn

Leider sind die beiden  – vom Preis her eher einem Porsche als einem Volkswagen ähnelnden – Hörgeräte offenbar ein reines Montagskprodukt, bei deren Herstellung eine Mannschaft gearbeitet hat, die das ganze Wochenende durchgefeiert hat. – Mein Hörgerät soll mir nicht die Minuten meiner sozialen Kontakte und meine gelaufenen Schritte aufzeichnen, sondern meinen Hörgenuss maximieren. Aber Mister und Miss Starkey – aus dieser Familie kommen sie – erschrecken mich immer wieder mit seltsamen Tönen, unklaren Fernsehübertragungen und Lautstärken von Windgeräuschen, die einem Dauerorkan nicht unähnlich sind.

Wenn das nicht besser wird, bezahle ich von dem Geld lieber meine neuen Fenster, da weiß ich wenigstens, was ich habe.


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Schön ist anders …

… aber ich will mal nicht zu pessimistisch sein …

und immer nur über das halbleere Glas jammern.

  • Gestern, inzwischen vorgestern, wurde ich geimpft und mein linker Arm schmerzt derartig, dass ich mir für die Nacht einen Trick einfallen lassen musste, um ja nicht etwa nach links in die Embryostellung zu rollen. Er ist dick und äußerst berührungsempfindlich. Zum Glück weiß ich von der ersten Impfung gegen Gürtelrose, dass das nach ein paar Tagen verschwindet und ich dann diese widerwärtige Krankheit nicht bekomme.
  • Morgen will sich mein Herr Urologendoktor aus nachvollziehbaren Gründen meine Blase von innen ansehen – ich kann mir das nicht interessant vorstellen. Aber wieder hat ihm mein Status nicht gefallen, weil er eine leichte Cystitis signalisiert – das hätte ich allein vom Ansehen OHNE Laboruntersuchung bemerkt. – Also muss ich Antibiotika schlucken – offensichtlich ziemliche Hammerdinger, denn sie werden nur 5 Tage eingenommen. Wenn ich mir da auf dem Beipackzettel die häufig und weniger häufig auftretenden Nebenwirkungen durchlese, ist Astra seneca viel, viel sicherer. – Ich kann gut reden, ich bekomme ja ein anderes.
  • Am letzten Tag des Monats erwartet mich ein Termin, dem ich ein wenig skeptisch entgegen sehe. Bei der letzten Cataract-Operation im Jahr 2018 ist ein wenig der alten Linsenkapsel im Auge geblieben – und das will er jetzt mit Laser entfernen. – Wird schon schiefgehen. – Vielleicht laufe ich dann wieder so herum.
  • Was haben wir denn noch so zu klönen. Natürlich über mein wichtigstes Thema: Meine Hörgeräte. Ich hatte sie ja fast als Porsche angekündigt, bestenfalls ein Mercedes – aber im Moment erfüllen sie noch nicht mal die Kriterien eines Golfs. Für die – so wie sie jetzt sind – würde ich noch nicht einmal 1000,00 @ zuzahlen, geschweige denn mehr als die dreifache Summe. Sie wurden mit 1,2 benotet, ich würde ihnen momentan eine 3,5 geben. – Mein Akustiker, mit dem ich in regem Mailkontakt stehe, hat mir einen vorgezogenen Termin gegeben und er meint, dass er viele meiner Kritikpunkt ausräumen kann. Schau’n wir mal. – Aus verschiedenen Gründen werde ich sie wahrscheinlich dennoch nicht nehmen. – Ich sehe doch fast wie das große Sandohr aus.

Damit ich noch einen hellen Ausblick habe, kommt morgen nachmittag der Chef einer Firma, die hier im Haus schon in vielen Wohnungen die Fenster zur vollen Zufriedenheit der Bewohner gewechselt haben.

Alle Wohnungsfenster werde ich nicht tauschen lassen, das wäre mir zu teuer. – Ich habe mich bei den Leuten erkundigt, wann sie die Fenster einbauen ließen – es war 1993, also nicht gerade vorgestern. Auf meine Frage, warum er bei dem großen Balkonfenster die 2-Fenster-Variante gewählt hat, grummelte er nur – in der ganzen Wohnsiedlung haben in etwa 80 % der Wohnungen eine durchgehende Scheibe, die nicht geöffnet werden kann. Aber putzen ist vom Balkon aus möglich, also entscheide ich mich für die durchgehende Version. Dann sind aber alle Hibiskusblüten weg. – Er hatte sich bei der Verwaltung erkundigt, die ihm gesagt haben, eine Veränderung wäre nicht erlaubt. – Alle anderen haben nicht gefragt, sondern einfach tauschen lassen.

Das kleine Fenster ist ja das, was mir beim davor-sitzen einen kalten oder steifen Nacken beschert. Im Winter steht das Wasser mehrere Zentimeter hoch auf dem unteren Schenkel. – Aber auch hier werden die Schmetterlinge ins Nirwana flattern, denn ich kann sie nicht umsetzen.

Die Balkontür ist vom Prinzip her noch in Ordnung. Mal sehen, welches Argument er anführen wird, ums die auch zu tauschen. – Und wieder kann ich nur bedingt meine Fensterbilder retten.

Der Chef hat mir versprochen, dass die beiden Rollos für Tür und kleines Fenster wieder angebracht werden.


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Gutes Hören kann mich teuer zu stehen kommen

… doch von nichts kommt nichts!

Bekomme ich das Ergebnis, was ich mir seit mehr als 10 Jahren wünsche, ist jeder Euro gut investiertes Geld.

Doch jetzt der Reihe nach. Seit meinem ersten Besuch bei meinem jetzigen Akustiker spürte ich, dass ich hier gut aufgehoben bin. Im Normalfall haben die großen Akustikerketten, die über sehr viele Niederlassungen verfügen, nicht unbedingt immer den besten Ruf. Auf jeden Fall haben sie den Vorteil, mit exzellenter Technik ausgestattet zu sein, die sich kleinere Akustikerniederlassungen gar nicht leisten können.

Ich war schon dort, als eine Neuversorgung noch über ein Jahr warten musste, denn die Zuzahlung der Krankenkassen in Höhe von ca. 1500,00 € für beide Geräte gibt es nur aller sechs Jahre.

Anfang des Jahres war es dann so weit – aber durch die Pandemie fielen für mich die extrem wichtigen Testsituationen wie „Doppelkopf in der Kneipe mit Musik und alle sprechen durcheinander“

Der Slogan:

Raus aus der Hörfalle: Nie wieder wegen Schwerhörigkeit ausgegrenzt werden“

auf der Seite https://hoergeraete-info.net ließ mich dort Stunde um Stunde virtuell verweilen. Als ich dann entdeckte, dass Peter Wilhelm – der Betreiber des Bestatterweblogs – einmal pro Woche telefonische Beratung macht, versuchte ich es und hatte Glück. Ich bekam so viele gute Ratschläge und Tipps, dass die kleine erwünschte Spende gern überwiesen wurde.

Schon die ersten eingesetzten Geräte ließen die berechtigte Hoffnung keimen, dass da was zu machen ist. Ich recherchierte wie eine Irre im Netz, um mich über alle Möglichkeiten zu informieren, was neue Geräte ersetzen können, was mir seit Jahren fehlt. Dazu zählen:

  • Räumliches Hören – um das klingelnde Telefon endlich wieder orten zu können, bevor der AB anspringt
  • Windgeräuschunterdrückung – damit der kleinste Wind nicht Orkangeräusche im Ohr verursacht
  • Lärmunterdrückung –
  • Impulsschallunterdrückung – starke Knallgeräusche werden blitzartig gedämpft
  • Situationserkennung der Umgebung, um daraufhin das richtige Hören automatisch einzustellen
  • Equalizerbänder – mit 16 aufwärts bis hin zu 24 kann der Akustiker Wunder bewirken, wenn er sein Handwerk versteht
  • vernünftige App zur Begleitung, die auch auf Androidgeräten läuft
  • Streaming – Ton wird drahtlos über Bluetooth vom Fernseher oder anderen Tonquellen in die HG übertragen, ohne dass ein Ton im Zimmer zu hören ist – sehr nachbarschaftsschonend
  • Mit Akku = aufladbar oder weiter mit Batterie; mit zittrigen Händen könnte das Einsetzen kleiner Batterien problematisch werden – die HG selbst werde ich hoffentlich auch noch in einigen Jahren in die Ladestation setzen können
  • Eingewöhnungsmanager, der die Geräte von allein nach und nach an die notwenige Lautstärke heranführt
  • Ferneinstellung – kann ich mal nicht zum Akustiker, kann er das Problem beheben und mir dann das entsprechende Datenpaket aufs Handy schicken

Ich will jetzt nicht noch weiter rumschwärmen, wen es wirklich interessiert, der kann es hier nachlesen: Ein fast futuristischer Traum

Ganz kurz nur noch über die „Edge-Funktion“. Will ich doch mal selbst auf das Hörgeschehen einwirken, muss ich keine Knöpfe rechts oder links drücken – nein, angeblich muss ich nur mit dem Finger an die Ohrmuschel tippen, dann weiß das Gerät, dass ich nicht zufrieden bin und sucht in seinem inneren Computer nach anderen Angeboten zum Hören. – Das ist jetzt Clara-life erklärt, aber so ähnlich muss es funktionieren.

Über die Bewertung 1,2 kann man nicht meckern – so gut war mein Abizeugnis nicht.

Ich habe es tatsächlich in schwarz geordert, denn fleischfarben=schlüpferfarben finde ich ätzend. So sähe es aus: (ich habe mir das menschliche Foto von der obigen Seite gemopst, aber noch ein wenig beschnitten)

 

Lila gab es nicht. Bei Brille, angelegten Ohren und Maskenbändern ist es hinter meinen Ohren schon lange viel zu eng – also schau’n wir mal.

 


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Kleiner Hauptgewinn

Am gestrigen Tag war ein ziemlich dicker Umschlag in meinem Briefkasten. Ich wollte es kaum glauben, die Berliner Gesundheitsministerin schrieb mir persönlich. Die Überschrift lautete:

Einladung zur Impfung gegen SARS-CoV-2 (Corona-Impfung)

Ein 19stelliger Terminbuchungscode soll sicherstellen, dass sich wirklich nur Clara Himmelhoch impfen lässt.

Es gibt 6 Impfzentren in Berlin. Ich suchte mir das nächstgelegene heraus und wollte gleich telefonisch einen Termin buchen. Das ging – im Gegensatz zu den oft angeführten Beispielen – gleich und sofort. Nur mit dem Ort klappte es nicht, denn am ehemaligen Flughafen Tempelhof wird nur Astra Zeneca geimpft. Dreist, wenn ich es gewollt hätte, lehnte sie es ab und meint: Dort werden nur Leute bis geimpft.

Dann ging ich auf die Website, die ich sehr gut und übersichtlich fand. Alle 6 Zentren waren mit Adressen aufgelistet und mit dem Impfstoff, der dort verabreicht wird. Das heißt also, jedes Zentrum verimpft nur einen Stoff – und ich begebe mich zu dem tiefgekühlten.

Die ersten Termine dort waren ab 12. April zu haben. Ich bin ja eventuell vom 9. Mai für eine Woche verreist, also muss das mit dem Zweittermin auch klappen – den bucht man nämlich gleich mit.

Ab 14. April kann mich Corona mal … kreuzweise


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Wir gingen zusammen in den Kindergarten …

… wir lernten in der gleichen Klasse rechnen und schreiben

… wir lebten im gleichen Land, bis ihr 1956 nach Aachen „gezogen seid“

… und jetzt bist du nicht mehr da!

Dieses „nicht mehr da sein“ empfand ich schon viel früher, denn Alzheimer hatte fast alle deine Erinnerungen gelöscht – aus allen Jahrzehnten. Vor Jahren war ein Besuch bei dir geplant – und nach sehr vielen Erklärungen und Erinnerungen sogar mit dir am Telefon vereinbart. Der Tag war da, ich stand vor deiner Wohnungstür, doch niemand öffnete. Zum Glück hatte ich die Telefonnummern beider Söhne – und der Ältere sagte mir: „Sie freut sich auf dich, sie ist vielleicht kurz in ihr Lieblingseinkaufscenter gegangen!“ – Also ging ich ihr entgegen – und da kam sie auch schon. Wir trafen uns – und 10 Sekunden hielt ich ihre Frage „Verzeihung, wer sind Sie denn, ich kenne Sie nicht“ für einen üblen Scherz, bis ich begriff, dass es bitterster Ernst war.

Ich weiß nicht genau, aus welchem Jahr dieses Foto ist – ist es noch in der DDR fotografiert? Hast du es mir schon aus Aachen geschickt?  Dazu ist das alles zu lange her – ich bin überhaupt erstaunt, dass es in meinem Fotoarchiv zu finden ist.

Die langen Jahre der deutschen Trennung waren auch wir fast getrennt, zumal du lange Jahre in Nigeria wohntest. Deinen Mann hattest du in Hamburg als Medizinstudenten kennen gelernt – aber er war nicht nur ein sehr guter Mediziner, er war noch ein viel besserer Geschäftsmann und wollte in sein Heimatland zurück. Da inzwischen zwei ganz hübsche kleine Jungen eure Familie belebten, hast du kurzerhand deinen Lebensmittelpunkt nach Afrika verlegt.

Irgendwann kam die deutsche Vereinigung, irgendwann kam die Trennung von deinem Mann, denn der hatte vom ehelichen Leben, vor allem von ehelicher Treue weitaus andere Vorstellungen als die deutschen Ehefrauen sie haben. Deine Söhne bekamen einige Halbgeschwister, worauf es dich dann doch wieder nach Deutschland zog. Versüßt wurde diese Trennung durch eine exzellente Eigentumswohnung in einem sehr schönen Hamburger Stadtteil.

Die Söhne leben halb in Deutschland, halb in Afrika, bekamen selbst Kinder und der jüngere betrieb eine lange Zeit mit afrikanischen Geweihen, die kunstvoll verziert waren, ein Geschäft. Ich hatte mal darüber geschrieben.

Durch ein Klassentreffen begegneten wir uns erneut und konnten unsere damals beendete Freundschaft auf Sparflamme weiterführen. Durch deine Vermittlung lernte ich noch eine Freundin aus der Nähe von Kiel kennen – und zu dritt haben wir so einige schöne Sachen erlebt.

Sehr schön fand ich den Besuch der Hamburger Gartenschau, der sich bis Norderstedt ausbreitete. Wir waren echt beschäftigt. Freundlichst wurden wir von den Maskottchen der Gartenschau begrüßt – das nenne ich Gendergerechtigkeit!

 

Wie fast immer bei Gartenschauen beleben Kleinkünstler das Geschäft – aber hier ist der Begriff „klein“ nicht passend, denn es sind eher „Groß“künstler.

So erwachsen wir waren, so „Verrückte Hühner“ konnten wir trotzdem sein. Na gut, manchmal nehme ich es mit dem Federvieh nicht so genau – und wir waren eben dann Watschelenten, je älter wir wurden. Aber „verrückte Hühner“ können auch auf einem Frosch reiten.

Ist denn das erste Tier nicht ausgesprochen wonnig? Ganz im Gegensatz zum Krokodil, das aber in einer solchen Ausführung auch keine Angst macht.

Die gezeigte Kunst war zum Teil recht eigenwillig.

Und keine Gartenbauausstellung kommt ohne einen Grabteil aus – doch damals dachten wir nicht unbedingt vorrangig an Tod und unsere eigenen Gräber. Das zweite Foto stellt jüdische Gräber dar.

Und ganz zum Schluss bekommst du diesen Blumenstrauß von mir, liebe Freundin.

Außer meinen Verwandten sind bisher hier im Blog nur Leute gestorben, die alle jünger waren als ich. Du kommst zwar  nicht aus der Bloglandschaft – aber du bist die erste, die älter ist oder war als ich – wenn auch nur 2,5 Monate. Der „Blitz“ schlägt immer dichter ein.