Claras Allerleiweltsgedanken


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Soll ich? … Oder soll ich lieber doch nicht?

Die Auflösung gibt es weiter unten.

Für mich sind die verordneten Separierungsvorschriften nicht so schlimm. In der Wohnung bin ich eh allein, aber auch beim Spazierengehen bin ich lieber allein, weil ich dann nur mit einem Ohr lauschen kann – und das ist bei Straßenlärm oder Vogelgezwitscher nicht so gut möglich wie im ruhigen Raum beim  Tête-à-Tête.

„Spaziergang“ – der ist bei mir zwangsläufig mit dem Britzer Garten verbunden, alles andere heißt „1000 Schritte schaffen“, „Einkäufe oder Besorgungen erledigen“ und und und.

Ich darf nicht mehr Doppelkopf spielen gehen, ich darf kaum noch Kaffee trinken oder Eis essen gehen, also steige ich auf Natur um und habe nur noch Natur oder Bäume oder im Kopf.

 

Im BG = Britzer Garten gibt es viele Exemplare, die mir gefallen. Der hier ist doch ein Augengedicht in seiner Blütenpracht! Und sagt jetzt nicht nein!!!!!

Wäre ich noch Kind oder Jugendliche, hier könnte sogar ich klettern – bei richtigen Bäumen habe ich mich immer etwas blöd angestellt. Wahrscheinlich war ich auch früher eher kopflastig als sportlastig.

Bei den nächsten dürft ihr mir helfen. Ist dieser Weißstämmige etwa doch eine Birke? Birken haben doch aber eher gescheckte Stämme wie auf dem zweiten Foto und nicht so weiße.

Dass im BG gebaut wird, ist nicht zu übersehen. Die Parkeisenbahn ist bei Eltern mit kleinen Kindern und für alte Leute, die auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, sehr beliebt. Der Lokführer verfrachtet Kinderwagen und alles andere hilfsbereit in einem Anhänger.

Aber denkt jetzt ja nicht, dass ihr um meine lila Krokusse herum kommt – was sein muss, muss sein.

Hier könnt ihr sehen, dass Caféhausplätze auch im Freien fast verwaist sind – und wir sind erst am Anfang des „Zusammenrottungsverbots“. Vielleicht war es aber auch einfach nicht warm genug.

Steinmännchen oder wie die heißen, werden ja besonders an der See gern gebaut – aber da wird nicht so geschummelt wie hier. Wäre hier nicht so viel Zement zwischen den Steinen, gäbe es Poltersteine und nicht Steinehaufen.

 

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Ihr kennt doch alle diese unschöne Sitte am Pool, wo die ersten schon früh gegen 6.00 Uhr ihre bevorzugten Liegen mit einem Badehandtuch reservieren. Und das ist jetzt verfeinert worden. An der Haltestelle will man ja auch sitzen, wenn man so lange auf die zahlenmäßig reduzierten Busse warten muss 🙂 😉

Berlin kotzt mich derartig an, in den Anlagen und auf den Wiesen gibt es fast mehr Dreck als Blumen, es ist wirklich sehr, sehr schlimm. Und es wird wirklich von Jahr zu Jahr schlimmer, dreckiger, zugemüllter. Die Raucher mit ihren Kippen sind ganz besonders schlimm – die liegen überall herum. – Wäre ich in der Politik, würde ich manches anders regeln – aber zum Glück bin ich das nicht.

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Und jetzt zu der in der Überschrift gestellten Frage. – Zu der Stunde, in der ich den Beitrag geschrieben habe, gab es in Berlin 1077 offiziell registrierte Coronapatienten und zwei Tote. Das ist für eine Dreimillionenstadt wenig, sehr wenig sogar. Und dennoch wird jetzt schon von einem eventuellen Zusammenbrechen des Gesundheitswesens palavert.

Wenn ich einen dieser 1077 Infizierten kennen würde, wäre es dann nicht am besten für mich, mich gezielt anzustecken, jetzt, wo es noch Intensivbetten gibt, jetzt, wo noch Atemmasken vorhanden sind, jetzt, wo das Gesundheitswesen noch nicht kollabiert ist???

Je später so eine Infektion bei Risikopatienten (bin ich leider, obwohl ich es selbst nicht wahr haben möchte) passiert, desto näher kommen auch bei uns italienische Verhältnisse, wo die Ärzte wie in Kriegszeiten entscheiden müssen, wer eine Atemmaske bekommt und wer nicht und dann ersticken muss. Für mich in meiner Vorstellung ein grausamer Tod – keine Luft mehr zu bekommen.

Natürlich werde ich jetzt keinen Aufruf starten, um einen von den 1077 zu suchen. Ich überlasse es mal dem Schicksal, denn was kommt, das kommt.


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Mitten ins Schwarze ge(troffen)stochen …

… das war ja wohl aber auch nicht so schwer

Was macht Frau nicht alles, um gesund zu bleiben. Meinen letzten Hausarztbesuch vor einigen Tagen habe ich mit einer Pneumokokken-Schutzimpfung beendet. Den leichten, muskelkaterähnlichen Schmerz im linken Oberarm habe ich gern in Kauf genommen. Die Helferin meinte zu mir: „Ich nehme das kleine Dreieck in der Mitte als Einstichziel – und da es chinesisch ist, werden sich die Viren kurzschließen und es wird helfen!“

Die Sache mit der Reparatur des ausgebissenen Zahns hat auch geklappt. Ich hatte mir ein Zahntechniklabor gesucht, was nahe einer ehemaligen Wohnung von mir ist.

Alles steht wieder in Reih‘ und Glied. Im Tausch gegen drei rote Scheine wanderte mein Zahn wieder an den angestammten Platz.

Den Weg zum Labor fuhr und ging ich so:

Das war dieses Mal keine Dusseligkeit, sondern der linke große Zeh will partout in keinen Schuh ohne zu schmerzen. Das wird langsam zum Dauerzustand – und meine Fußpflegerin musste ihren Salon schließen.

Nach der Scheidung wohnte ich mit dem Sohn ab 1985 bis 2000 im Bezirk Frieddrichshain auf der Proskauer Straße. Wenn ich also schon in dieser Gegend bin, guckte ich mich natürlich bei dem ehemaligen Haus um. – Ich muss schon ewig nicht mehr dort gewesen sein – das Haus war ziemlich verfallen, obwohl ich damals u.a. aus dem Grund ausgezogen bin, weil ich die monatelangen Beschränkungen bei einer geplanten Generalsanierung mit WC und Bad nicht in Kauf nehmen wollte und außerdem eine Arbeitsstelle im Westen der Stadt bekommen hatte, so dass der Arbeitsweg viel zu weit war. Der Sohn war schon ausgezogen und stattdessen wohnte meine Mutter bei mir. – Ein Blick auf das Haus sagte mir, dass die ständig wechselnden Besitzer wahrscheinlich immer wieder pleite gingen und gar keine Sanierung stattgefunden hat.

Jetzt stehen mehrere sehr schöne Häuser dort, die nicht billig aussehen – vielleicht sind es Eigentumswohnung. Sollte ich je zu einem völlig unmöglichen Millionengewinn kommen – dort würde ich mir sofort eine Eigentumswohnung kaufen. Ganz dicht an der U-Bahn und S-Bahn und viele Geschäfte in der Nähe – dabei aber vollkommen ruhig, da im Innenhof. In oder besser aus diesem Innenhof hat man mir 1990 meinen fast neuen Trabant Kombi geklaut, der nicht kaskoversichert war (Verschulden der Versicherung, die nicht wusste, wie sie einen Trabant finanziell einschätzen sollen)  und 15.000 DDR-Mark gekostet hat.

Was ich bemerkenswert fand, aus mehreren Fenstern und an einem quer über die Straße gespannten Seil hingen mehrere Regenbogenfahnen.

Und zu Haus gab es für mich eine Premiere. Mein Sohn ist ja gerade in Kanada. Plötzlich klingelt mein Handy und ein Anruf von ihm über WhatsApp. Ich nehme das Telefon natürlich ans Ohr – was denn sonst. Und er meint, warum SEHE ich dich denn nicht? – Da begriff ich, dass es ein Videoanruf war und ich war ganz glücklich, als ich ihn so frisch und munter über so viele tausend Kilometer sehen und hören konnte. – Hoffentlich klappt alles mit den Rückflügen. Coronakritisch ist es dort im Schnee nicht.

 


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An Corona werden wir uns die Zähne ausbeißen …

… und ich bin mit gutem Beispiel vorangegangen

Na gut, ich gebe ehrlich zu, es war ein Endstück von einem selbstgebackenen Brot. Im Toaster aufgefrischt, schmeckte es himmlich – bis zur Mitte des Kantens, dann knackte es. Geistesgegenwärtig unterband ich den Schluckakt, so dass ich das kleine Zähnchen in der Hand hielt.

Wenn ihr mir versprecht, keine Antireklame gegen mein Jung-Frauen-Image zu machen, gestehe ich euch, dass ich insofern Glück hatte, dass es kein richtig echter Zahn war.

Also hieß es, beim Zahnarzt vorbeizugehen, um die Sache wieder in Ordnung zu bringen. Ein Instinkt sagte mir, dass ich besser vorher anrufe. Die Helferin meinte, dass sie kein eigenes Praxislabor mehr haben (das war der Hauptgrund auf seiner Website, warum ich mir diese Praxis ausgesucht habe) und alle Arbeiten außer Haus erledigen lassen. Und ich würde es garantiert nicht bis Freitag zurückbekommen – das hieße dann das ganze Wochenende Suppen, Kartoffelbrei und Apfelmus (oder so ähnlich) bis zum Montag.

Also verlegten wir den Termin auf Montag 9.00 Uhr. Mein Telefon war noch nicht abgekühlt, da bekam ich eine SMS, ich sollte anrufen, der Termin muss verlegt werden.

Also machte ich das und erfuhr, dass dieser Zahnarzt (oder alle Zahnärzte in Berlin???) die tägliche Sprechzeit auf zwei Stunden begrenzen. Ich redete mit Menschen und mit Engelszungen, dass ich den Zahnarzt gar nicht bräuchte, sondern nur den Auftrag für das Zahntechniklabor. Ich wollte es selbst zum Labor schaffen und hätte aus Kulanz alle anderen Sachen auch mitgenommen. – Aber auf solche Eigeninitiativen ist der Westen nicht eingerichtet. – Ihre Aussage: Montag abgeben und Mittwoch zurück bekommen.

Was macht Clara???? Sie sucht sich ein Zahntechniklabor im ehemaligen Ostberlin und ruft dort an. Ich brauchte ganz schön lange, bis ich den Chef überredet hatte. Am Freitag 9.30 Uhr soll ich da sein. „Läppische“ 30,00 € will er von mir haben, für eine Arbeit, die maximal 10 Minuten dauert. Aber natürlich habe ich den Mund gehalten und nicht protestiert.

Bei meinem Zahnarzt sollte ja jetzt eine größere Sache gestartet werden, für die ich gestern den bestätigten Heil- und Kostenplan meiner Krankenkasse bekommen hatte. Doch bei zwei Stunden täglicher Arbeitszeit können wir das vergessen.

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Ich habe noch so einen unerklärlichen „Hamsterschlager“ entdeckt. Meine Mülleimertüten gingen dem Ende entgegen – wie gesagt, ich betreibe keine große Vorratswirtschaft. Und jetzt: N*etto: Nichts, nur teure Biomülltüten; A*LDI: das gleiche Bild und bei L*IDL gab es welche, aber für zu viel Inhalt – aber die habe ich dann dennoch genommen, denn ich wollte den täglichen Müll – immerhin drei Eimer für Verpackungsgedöns, Papier und normalen Abfall – nicht in zwei Händen runterschaffen.

Und allmählich sehen einige Regale wirklich leer aus. Die Verkäufer sagten mir, dass auch nicht geliefert wird. Die Tiefkühltruhen können eigentlich abgeschlatet werden, denn es ist nichts drin – Verar…….. die uns dann nicht doch im Fernsehen, wenn sie immer wieder sagen, es ist alles zur Genüge da.

Aber ich habe beschlossen, NICHT zu verhungern.

478 Worte sind genug über Zähne und Corona!

 


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Kriminalfall im Hause Himmelhoch

Langjährige LeserInnen können sich bestimmt noch an diese Fotos erinnern:

Die Frau des Hauses ist für eine geringfügige Affinität zu der Farbe Lila bekannt. Als ein Discounter vor ca. 2 Jahren Toilettenpapier in dieser zarten Farbe anbot, konnte sie sich nicht zurückhalten und kaufte 3 Pakete.

Der Unterschied zu heute ist der, dass damals der Verkäufer glücklich war über diesen Umsatz und keiner der Kunden auch nur im entferntesten an Hamsterkäufe gedacht hat.

Würde sie das momentan machen, käme sie vor den Richter wegen Hamsterei und würde mit einer Quarantänestrafe nicht unter einem Jahr belegt, eventuell auf Bewährung.

Vielleicht könnte ich beim Richter um mildernde Umstände bitten, indem ich ihm meine Sparsamkeit mit anderen, eben so stark gefragten  Ressourcen wie Papierhandtücher vor Augen führe. Damit mein Papierabfallbehälter nicht täglich gefüllt ist, zerschneide ich die Blätter in Teile, da man ja nach jedem Schnäuzen ein neues „Taschentuch“ nehmen soll. Das finde ich Verschwendung – deswegen nehme ich kleinere Stücke – die reichen vollkommen aus.

Heutzutage ist es ja schon so, dass eine einzelne Toilettenrolle im Fonds eines Autos als „Wertgegenstand“ bezeichnet wird, den man nicht unbeaufsichtigt liegen lassen soll. Es könnten Langfinger kommen und die kostbare Fracht von dannen tragen.

Zum Abschluss noch eine ganz andere Frage: Wie lange wird das Virus noch als „neuartiger“ Coronavirus benannt werden? Muss erst ein Impfstoff gefunden sein, bis es nicht mehr „neuartig“ ist.

Das fällt mir nur so besonders auf, weil ich mal in einer Arbeitsstelle länger als ein Jahr von meiner Kollegin immer als „Und das ist unsere neue Kollegin, Frau Himmelhoch“ vorgestellt wurde. Irgendwann hat es mir dann gereicht und ich war eingegliedert.


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Es hat nicht sollen sein …

dass ich euch aktuelle FFs = Frühlingsblumen-Fotos aus dem Britzer Garten zeige

Und warum nicht? Ich bin immer noch durch den Wind, die ganze Situation geht mir viel mehr an die Nieren, als ich es je vor zwei Wochen gedacht hätte. Da ja im Grunde genommen die Erkrankungszahlen in Berlin immer noch relativ niedrig sind, hätte ich diese drastischen Maßnahmen, die jetzt getroffen wurden, nie und niemals nicht erwartet.

Und jetzt zu den Fotos, die hier nicht antanzen. Ich war Kopf lüften, Herz an den Frühlingsblühern erfreuen und fast 10.000 Schritte für die Gesundheit im Britzer Garten laufen. Als Eintrittsentgelt habe ich mir wieder eine Jahreskarte gekauft. Wenn ich in den nächsten Wochen schon keine Sozialkontakte haben soll, dann kann ich wenigstens Kontakte zu Bäumen, Sträuchern, Blumen, Eseln, Schafen und Ziegen haben – besser als gar nichts. Ich werde schnell noch Zickisch lernen, da kann ich mich wenigstens mit den Tieren unterhalten.

Die ganze Strecke bis zum Britzer Garten zu Fuß zu gehen, ist mir zu weit. Das Fahrrad ist noch eingemottet und wegen meiner häufigen „Schwindeleien“ nicht günstig, also fuhr ich doch mit dem Bus, obwohl man Verkehrsmittel möglichst meiden soll. In allen Bussen sind die Vordertüren gesperrt und es gibt keinerlei Zugang mehr zum Fahrer, also kann man auch nicht bezahlen. Ich habe eine Jahreskarte, aber die Schwarzfahrerzahlen werden sprunghaft ansteigen und den Erkrankungszahlen Konkurrenz machen. Aber darauf kommt es bei dem ganzen Wirtschaftschaos jetzt auch nicht mehr an.

Ich war kaum drin im Garten, da wurde ich förmlich von Blumenwiesen überschwemmt. Am deutlichsten drängte sich die Gelb-Fraktion in den Vordergrund. Büschelweise gepflanzte und wunderbar in der Sonne blühende Krokusse konkurrierten mit Osterglocken, die sich stolz in die Höhe erhoben und etwas hochnäsig auf die kleinen Krokusse hinabblickten.

Und ich wechselte mich in meinen Fotografenstellungen ab: Gestreckt von oben die ganze Wiese, etwas gebückt eine zusammenhängende Kolonie auf dem Display jongliert und dann knieend oder fast liegend die Soloaufnahmen von besonders schönen Exemplaren. Manchmal hatte ich schon Sorge, ich komme nicht unbeschadet wieder nach oben.

Doch dann sah ich von weitem eine lila Wiese – und da hättet ihr mich mal sehen sollen, wie schnell ich auf und bei der Wiese war. So viele und so viele wundervolle Krokusse – es war eine einzige Augenweide.l Und obwohl ich auf meiner Festplatte bestimmt nicht wenige Krokusfotos habe, konnte ich mich fotografierend nicht zurückhalten.

Im Laufe der ausgedehnten Parkwanderung kamen noch einige sehr schöne Fotos dazu.

Und dann war ich zu Haus. Ich schloss den Fotoapparat an den Computer an und wollte ihn erst ein wenig aufladen. – Doch dann kam vieles nicht so Schönes dazwischen. Unter anderem schrieb ich meine Reisestornierung für die Fahrt nach Italien an das Reiseunternehmen. Ich hoffe, dass ich es genügend gut mit einem Paragraphen aus dem BGB (höhere Gewalt) begründet habe, der eine kostenlose Stornierung erlaubt. Doch 400,00 € haben sie ja schon von mir – das war die Anzahlung, die ich schon voriges Jahr im Mai bezahlt habe. Ich glaube kaum, dass ich davon etwas zurück bekomme.

Die Zeit wurde später und später und ich lud die Fotos nicht mehr auf den Computer. Das allein wäre ja noch nicht schlimm – aber dann löschte ich die Originale auf der Speicherkarte des Fotoapparates. Wahrscheinlich habe ich mit dem Kopf die eine Sache gedacht und mit den Händen die andere (falsche) gemacht.

Jetzt habe ich mir einfach ein paar Fotos aus vergangenen Jahren geholt, denn ganz ohne wollte ich diesen Beitrag nicht schreiben.

Die nächsten Tage werden bestimmt nicht die besten in meinem/deinem/unserem Leben, aber sie gehen vorbei und dann läuft irgendwann alles wieder normal.

 


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Clara piep einmal –

anstelle des Kinderspiels „Hänschen piep einmal!“

Ein ganz klein wenig habe ich mich in den letzten Tagen rar gemacht – im Normalfall schreibe ich ja jeden zweiten Tag einen Post, doch mir war wirklich nicht danach. Doch da heute ein Freitag, der 13. ist, sage ich einfach mal „piep“

Ganz am Anfang eine Frage als Minirätsel, die ich am Ende auflösen werde. (Von einem Kalenderblatt abgekupfert)

Es gibt zwei Wörter, die dir im Leben viele Türen öffnen werden.
(Welche zwei Wörter sind das?)

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Nun zum Tagesgeschehen. Es gibt ja wohl kaum noch eine öffentliche Verlautbarung, in der nicht das Wort Coronavirus oder der wissenschaftliche Name dafür vorkommt. Ich bezeichne ihn für mich als „Herr Corona“ und habe ihm auch ein Gesicht gegeben: Hässlich, gierig, zähnefletschend.

Ich kann leider nicht ganz verleugnen, dass so ein kleines bisschen Angst bei mir Platz genommen hat, denn nicht nur altersmäßig zähle ich zu der Risikogruppe – nein, auch mein hoher (zwar behandelter) Blutdruck zählt wohl auch als Vorerkrankung.

Und deswegen habe ich mich jetzt natürlich vorbereitet auf den Besuch von „Herrn Corona“. Ich bin zu diesem Kundenparkplatz gelaufen und habe alle drei Dienstleistungen in Anspruch genommen, um erstens hübsch auszusehen, zweitens scharf gucken zu können und drittens mit großen Ohren auf alles zu lauschen, was Herr Corona mir zu sagen hat.

So weit, so gut erst einmal – Aber wenn mich Herr Virus mit ins Krankenhaus nehmen wollte, müsste ich ihn doch durch schicke Unterwäsche beeindrucken und von seinen eigentlichen Zielen ablenken. Oder nicht? Vielleicht denkt er auf dem ersten Foto, dieses bauchfreie Girl sei ich. Leider nein – und jetzt habe ich auch erst einmal den Besuch des Fitnessstudios gestoppt, weil es mir dort zu infektiös vorkam. Bin ich so lange Jahre ohne so eine Einrichtung ausgekommen, geht das jetzt auch noch ein halbes Jahr ohne.

Das zweite Foto ist etwas farbaufgebessert, denn ganz so violett = purple = lila sind sie nicht, die drei Popoverhüller.

Wenn ich plane, dann plane ich richtig, auch wenn ich nicht denke, dass es so weit kommt. Der Herr Corona gefällt mir ja partout nicht – und das merkt man mir auch an. Deswegen wird er mich so schnell wie möglich wieder loswerden wollen. Dafür gibt es ja zwei Möglichkeiten: den letalen Ausgang und den un-letalen. Für den ersten Weg hat schon Herr Johann Sebastian Bach für mich die Musik geschrieben: Ein Himmelfahrts-Oratorium, passender kann es nicht sein.

In der zweiten Zeile scheint mir ein Fehler zu sein. Meinten die eigentlich: „Lobet Gott mit seinen Reichen“ – denn die Kirche gehört ja nicht zu den Ärmsten dieser Erde.

Noch etwas fällt mir mit dem ganzen Coronaschlamassel ein. Könnt ihr euch erinnern, dass viele von uns gesagt haben, dass 2020 sicher besser werden wird als 2019 – besonders bei mir gab es ja viele Probleme im letzten Quartal.

Wenn 2020 das noch schaffen will, besser zu werden, darf es sich solche Kapriolen wie Epidemie oder Pandemie aber nicht leisten, denn diese beiden Erscheinungen haben mehr als genug unangenehme Folgeerscheinungen.

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So, und jetzt die Auflösung von der Eingangsfrage:

Es gibt zwei Wörter, die dir im Leben viele Türen öffnen werden:
ziehen und drücken.


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Clara und die Vi(e)ren

Falls ich mir gestern nicht den Tod oder andere schlimme Krankheiten geholt habe, dann macht Corona auch einen Bogen um mich: Dann bin ich zu zäh!!!!

Ich war mit einem bestimmten Ziel unterwegs – wie immer ohne Schirm. Dabei habe ich mir extra welche gekauft.

Ich musste vom Bahnhof 1,3 km laufen – und da mein gewünschter Besuchskontakt nicht da war, musste ich mehr oder weniger 1,3 km wieder zurücklaufen. UND DAS ALLES IN STRÖMENDEM REGEN.

Ich mag ja Regen, da die Natur wohl immer noch unter Wasserknappheit leidet – aber doch nicht einen, der durch die vielen Pfützen meine Schuhe durchweicht, meine Jeans in Flüssigkeitsbehälter verwandelt und meine Brille mich zum Halb-blind-Objekt macht.

Vor diesem Regen hätte mich einzig und allein ein sogenannter „Monsterschirm“ (auf die Größe bezogen) geschützt, aber auch der ist eher zu Haus als an der Frau.

Ich saß in der Regionalbahn und schlotterte und klapperte und fror wie ein Schneider.

Zu Haus war ich zum zigsten Mal über meine Badewanne erfreut. Mit einer großen Tasse vorbeugendem Blasentee und einer eben so großen Tasse herzerfreuendem Kaffee lag ich 30 Minuten im Wasser (kurz vor der Kochstufe) und jagte Krankheitserreger von dannen.

Corona kommt unter diesen Umständen hoffentlich nicht zu mir – und wenn, dann aber erfolglos.