Claras Allerleiweltsgedanken


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Ich sehe gern Musik – RB

Soll ich euch mal ein Geheimnis verraten? – Ja?  – Na gut, ich höre nicht so sonderlich gut, und offenbar war das vor 5 Jahren auch schon nicht anders, denn sonst wäre ich doch nieeeeeeeeee auf die Idee gekommen, einen Artikel so zu nennen.:-) Normaler Weise hören alle Leute Musik – nur Clara tanzt aus der Reihe und sieht sie! –  (Achtung, 1183 Wörter!)

Diese Geschichte ist für Juzicka, damit sie was Schönes zu lesen hat, wenn sie nach der Op aufwacht und Lust auf ihren Laptop verspürt, weil sie nicht gleich loslaufen darf. – Grüße zu dir – und jetzt hast du es hinter dir!

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März 2010

Clara geht mit kindlichen Augen ins Konzert

Das ” sehe” ist kein Schreibfehler. Ich meine damit keine Fernsehsendungen wie Musikantenstadl oder ähnliche. Ich meine wirkliche Konzerte, genauer gesagt, Sinfoniekonzerte, möglichst mit großer Besetzung.
Da meine Ohren nicht nur beim Verstehen, sondern auch bei Musik Probleme machen, verlasse ich mich beim Konzertbesuch viel auf meine Augen. Ich beobachtete:
Bevor ich die ganze -isten oder -istinnen-Parade wie Violin-, Bratsch-, Cell-, Bass-, Flöt-, Klarinett-, Horn-, Posaun- und Fagottisten usw. usf. aufzähle, werde ich bei der Geschichte beim Instrument bleiben, denn bei Tubisten, Oboisten und Paukisten  bin ich mir sprachtechnisch nicht so sicher.

Was bietet sich also einer Konzertbesucherin aus dem 1. Rang?
Die Geigen, Bratschen und Celli, gewissermaßen die kleinen Streicher,  sitzen alle kerzengerade auf ihren Stühlen, den Kopf schräg auf ihrem Instrument abgelegt, ihre Körper wiegen sich  im Takt der Musik.

Doch halt, da geigt doch einer gegen den Strich, nicht akustisch, sondern optisch. Ein Linkshänder mit einer Links-Geige, ein äußerst seltener und doch recht kurioser Anblick. Ein ganz klein wenig stört er das gemeinsame nach links oder rechts aller Bögen – aber eben nur ein ganz klein wenig.
Die Besitzer der Bässe hingegen machen mitunter einen schwächelnden Eindruck – sie lehnen sich gegen ihr Instrument, als müssten sie sich von der schweren Schlepperei ausruhen.
Die Holzbläser (Klarinette, Flöte, Fagott mit ihrem König, dem Kontrafagott) haben an ihren Notenständern eine Extraablage befestigt, auf denen liegen viele weiße Blättchen herum, an denen sie immer wieder mal lutschen, es befeuchten, dann gegen das schon nass-gesabberte austauschen – damit sind die Damen und Herren richtig beschäftigt. Zum Glück  hören sie trotzdem auf das, was ihnen der Dirigent auf diskrete Art und Weise zu verstehen gibt.
Um die (Wald)hörner und die Posaunen herum muss das Parkett  besonders wasserfest versiegelt worden sein, denn diese kleinen Ferkelchen spucken offensichtlich zu sehr in ihre Instrumente. Jedenfalls sah ich, wie sie immer mal Teile abschraubten, umdrehten und ausschütteten. Offensichtlich ist das vollkommen normal, denn alle machten es.

Die Trompeten feuchteten auch ein wenig, aber sie blieben ziemlich ruhig (außer akustisch), wechselten keine Mundstücke, keine Teile und kein Instrument.
Den Pauker – hä, ist der  Lehrer? Oder heißt er doch Paukist – bewunderte und bedauerte ich gleichermaßen. Ein richtiger Schlagzeuger ist er nicht, dazu fehlt ihm der ganze andere Kram – er begnügt sich mit drei großen Pauken. Ob sie ihn damit in die U-Bahn lassen? Braucht er extra einen LKW als Dienstauto? Hat er noch Freunde in  seiner Wohnumgebung?
Wenn er sich für die richtigen Schlegel entschieden hatte, haute er mächtig auf die Pauke – ja, ohne Übertreibung. Aber, als ob es ihm gleich unmittelbar darauf wieder leid täte, machte er den Nachklang seines Handelns gleich wieder zunichte, indem er die Hand auf das Fell legte. – Ob der Dirigent das so will? Schade! Der Klang war so schön, besonders von der größten, die er allerdings am meisten geschont hat. Wahrscheinlich war es die teuerste. Die hätte er meinetwegen gern länger nachklingen lassen – vielleichgt hätte das  dann die anderen irritiert.
Doch am meisten hat mir folgendes gefallen. Nach der Pause wurde Mr. Beethoven zu den Akten gelegt und ein neuer Komponist durfte zeigen, dass er ein schönes Stück geschrieben hat. Der Herr Pauker bekam Verstärkung – dachte ich. “Vielleicht wechseln die sich jetzt ab, oder der eine paukt auf den zwei Kleinen herum und der andere bekommt die Große zum bepauken.”
Doch nein, plötzlich steht dieser erwachsene Mann auf und hat dieses winzige Metalldreieck und ein Metallstöckchen in der Hand, eine Triangel. Das finde ich immer zu schön, wenn ein Musiker den halben Abend im Orchester rumsitzen muss, um ca. 6x auf das Triaangelchen schlagen zu dürfen. Ist so ein Musiker nicht wegen Mindereinsatz depressionsgefährdet? Wäre das nichts für ein Musiker-Kind, das sowieso auf seine Mama oder seinen Papa warten muss, bis die fertig sind?

Doch nun, Scherz beiseite – es war ein wunderschönes Konzert. Es war für mich auch deswegen so besonders, weil das Hartz IV-Einkommen in keiner Rubrik Konzertkarten o. ä. berücksichtigt. – Hier war das mal anders. Danke!

Als besonderes Instrument kommt jetzt noch das Klavier,  in diesem Fall natürlich ein Flügel, in die Geschichte spaziert. Zum Glück bin ich nicht in einem Pop-Konzert und der Flügel ist schwarz. Bei einem weißen kommen ja immer gleich Putzgedanken auf, denn die werden doch so schnell schmutzig. Ob sich die Herren Pianisten und Damen Pianistinnen auch immer schön davor die Hände waschen, damit die weißen Tasten nicht nah einiger Zeit aussehen wie ihre kleineren Geschwister?

Schade, dass die den Deckel hochgeklappt haben, denn so glänzend wie das Instrument ist, könnte ich glatt von oben sehen, ob meine Frisur auch sitzt. Schließlich schwebe ich fast über dem Flügel, weil ich mich immer so weit über die Brüstung beuge.

So, und jetzt bekommt der Pian-ist (siehe oben die ganze -istenparade) sein Zeichen. Anfangs wirkt er, als wenn er seine Strecke auf den Tasten vergessen hat. Lange überlegt er, welchen Weg er einschlagen soll und bewegt sich mehr oder weniger auf der Stelle. Dann trennen sich seine Hände – die eine marschiert nach links und die andere nach rechts, ich könnte natürlich auch sagen, die eine will tiefe und die andere Hand hohe Töne spielen und dann  hören. Aber das scheint den Händen nicht zu gefallen. Ganz schnell sind sie wieder beieinander und marschieren vereint in die gleiche Richtung. Erstaunlich, wie schnell der seine Finger bewegen kann – der macht bestimmt jeden Tag Finger-Yoga oder Finger-Gymnastik.

Das lasse ich mir so eine ganze Weile gefallen und lehne mich entspannt zurück. Doch halt, aus einem Augenwinkel heraus sehe ich, dass er sich jetzt verheddert hat. Hat er den falschen Befehl bekommen? Auf jeden Fall spielt er jetzt überkreuz – na, das geht ja mal schon gar nicht. Bis zu welchen Höhen und gleichzeitigen Tiefen will er denn da mit seinen Händen kommen, bevor er sich die Luftzufuhr absperrt?

Das scheint er – Gott sei Dank – zeitig genug mitzubekommen und auf einen deutlichen Wink des Herren mit dem Stock / Stöckchen pfeift er seine rechte Hand zur Raison und beordert sie wieder auf die ihr zustehenden Tasten.

Ganz schön schweißtreibend, solch ein langer Einsatz. Was die einen an Feuchtigkeit in ihren Instrumenten fabrizierten, das perlte auf seiner Stirn. Der etwas größere Junge neben ihm, der seine Noten auf ein leichtes Kopfnickzeichen umblätterte, hätte doch gleich noch als Schweißabwischer eingesetzt werden können. – Die sollten mich mal befragen, ich hätte da bestimmt noch ein paar Ideen.

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Original: https://chh150845.wordpress.com/2010/03/28/ich-sehe-gern-musik/

Kommentare:
anna-lena, april, freidenkerin, nql  beethoven,  podruga, sunny, wildgans, 

Gesa, gucke mal, ich habe hier schon das Kontrafagott erwähnt: “Fagott mit ihrem König, dem Kontrafagott”


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Kunst für Flüchtlinge

Heute um 11.11 Uhr wird ja die fünfte Jahreszeit eingeläutet, aber farbig ist nicht immer Karneval
… sondern es können auch Bilder sein, wirklich wunderschöne Bilder, die alle zu einem guten Zweck verkauft werden sollen. Als ich diesen Beitrag “Kunst für Flüchtlinge” bei Anna Schmidt auf ihrem Blog las, ging mir das Herz auf – einfach deswegen, weil es Menschen gibt, die nicht an ihren Gewinn denken, sondern helfen wollen, dass Not und Elend gemildert und gelindert wird.

Und dann entschied ich mich, ihn nicht nur zu verlinken, sondern zu rebloggen, was ich bisher mit fremden Artikeln selten gemacht habe.

Bunt und farbenfroh ...

Wildwuchs - Katrin Munke Wildwuchs – Katrin Munke

Sie sind im Moment in aller Munde, viele Berichte, Nachrichten und Ereignisse beschäftigen sich täglich mit ihnen. Menschen, die ihr eigenes Land verlassen, weil die Verhältnisse dort aus irgendeinem Grund nicht mehr zu ertragen sind. Sie werden Flüchtlinge und suchen sich eine neue Heimat, Schutz und Ruhe um ein neues Leben aufbauen zu können. Dort, wohin sie gehen, überlegen andere Menschen ob, wie und wo man sie integrieren kann. Diskussionen werden geführt, ob man sie will oder nicht. Politiker rangeln um die Bedingungen, Gemeinden beklagen fehlendes Geld, Gemeinschaften organisieren sich, um ihnen zu helfen. Oftmals sind es aber ganz kleine Dinge, die mich staunen lassen, mit welchem Einfallsreichtum und welcher Energie man helfen kann.

Ich ging ins Gutshaus Lichterfelde, ein Haus mit dem Schwerpunkt auf nachbarschaftlicher Arbeit. Ich bin oft und gerne dort, auch weil ich für den Träger, das Stadtteilzentrum Steglitz e.V., arbeite. Diesmal blieb…

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Stehen sie für Frieden?

In meinem Nachbarort Teltow gibt es eine Firma, die sich mit der künstlerischen Verschönerung von alten Mauerteilen beschäftigt. Die ursprünglichen Graffitis werden einfach übersprüht – sehr oft mit bekannten oder weniger bzw. mir nicht bekannten Personen des öffentlichen Lebens.

Angenehm aufgefallen sind mir diese fünf, die ich sogar auf Anhieb benennen konnte. Da ich wenig fernsehe, ist das bei mir nicht immer so klar.

2909 Mauerteile Friedensleute 13

Und so sieht der Platz insgesamt aus.

2908 Mauerteile 14

Und damit du siehst, dass ich nicht nur auf deinem Blog, sondern auch auf meinem an dich denke, zeige ich diese Teile ganz besonders für dich, liebe Ruth – denn du hast sie auch fotografiert. (Damit keine Missverständnisse entstehen, diese Fotos sind von mir, aber Ruth hat bei ihrem Besuch bei mir auch Fotos gemacht)

 


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Drachenfest in Tempelhof

Dort, wo früher die etwas größeren Maschinen gestartet und gelandet sind, durften an diesem Tag die abenteuerlichsten Gebilde in die Luft gehen – wenn sie es denn geschafft haben.

Es war ein Samstag und ich hatte Anna-Dienst. Vergnügt machten wir uns auf die Füße – im wahrsten Sinne des Wortes, denn wir stiegen zwei Stationen zu früh aus. Das Kind wollte sich nicht an einen aufgeblasenen Bären,

1610 DrF Flugfiguren 81

1610 DrF Flugfiguren 84Drachen oder sonstiges hängen – nein, es wollte hüpfen, springen, rutschen – alles kostenlos, alles von der veranstaltenden Wohnungsbaugesellschaft finanziert. Die Hüpfburgen ließen schon ihr Herz höher schlagen, aber noch heftiger schlug es wohl auf dem Trampolin, aus beiden Gründen: Freude und Anstrengung.

 

1610 DrF Anna Hüpfburg verp

(Da Annas Vater momentan computermäßig nicht erreichbar ist, konnte ich keine Freigabeerlaubnis bekommen – deswegen verpixxelt.)

Ich konnte sie gerade noch zu einem Rundgang bewegen – den Rest der “Kunst” musste ich mir dann allein ansehen.

1610 DrF Flugfiguren Stelzenmänner 83

Den großen, weißen Männern zollte sie ein wenig Respekt – aber sie wollte zurück zu der Hüpferei.

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Als wir dann jedoch “Clara” am Himmel entceckten (lila), freuten wir uns beide, dass sie so mutig war.

1610 DrF Flugfiguren lila 88

Die teilweise recht unverständliche Kunst, die auf ausrangierten Minigolfbahnen angeordnet war, zeige ich als Minigalerie.

 

Morgen gibt es noch ein paar Fotos im Fotoblog.


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Gasometer erwacht zu neuem Leben

Immer, wenn ich zum Doppelkopf auf der Potsdamer Straße fahre, bleibt mein Blick kurze Zeit an dem alten Gasometer in Schöneberg hängen. Eine Bloggerin gab mir den Tipp, mich dort mal umzusehen, weil sich in dieser Gegend kräftig was tut.

Gesagt, getan – am 6. Oktober war das Wetter wunderschön warm und sonnig und der Weg für mich nicht weit. Vom S-Bahnhof Schöneberg sind es keine 10 Minuten zu laufen, wenn frau gleich den richtigen Weg wählt. Mein ausgesprochen guter Orientierungssinn *frechgrins* ließ mich drei Anläufe brauchen, bis ich das Eisengerippe auch tatsächlich gefunden hatte.

Daneben gibt es ein ausgesprochen schönes Cafe mit ganz leckerem Kaffee, das Foto davon kommt aber erst morgen im Fotoblog.  Etwas weiter weg lockt ein Sandfeld zum beach volleyball, doch es war keine Mannschaft da, nur Liegestühle und Standkörbe warteten auf Sonnenhungrige.

Als ich mich am Kunst-, Technik- und Architekturangebot satt gesehen hatte, ging ich vor die Tore des Areals. Dort ist der Viktoriapark mit einigen sportlichen Angeboten für Erwachsene.- Ich beobachtete zwei Männer, die immer und immer wieder vergeblich versuchten, mit ihren großen Boulekugeln die kleine gelbe zu treffen oder zumindest in die Nähe zu kommen. Ob es an ihrer Wurftechnik oder an ihren Augen lag, dass beide immer sooooooooooo weit voneinander landeten, habe ich bis zum Schluss nicht ergründen können.

 

 


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Tag 3 findet nicht in der Luft statt

Als mein Enkel bei mir zu Besuch war, wollte ich mit ihm und Anna in den Kletterpark fahren. Die beiden waren schon ganz begeistert – doch leider musste diese wieder auf Null zurückgefahren werden, nicht nur des Regenwetters wegen. Aber es stellte sich raus, dass Kinder unter 12 nur in Begleitung von Erwachsenen klettern dürfen. Der Enkel ist seit wenigen Tagen 13, aber Anna wird erst im Januar 12. Sieht man die beiden nebeneinander, ist Anna ca. 10 cm größer und sieht aus wie 13, der Enkel könnte auch noch als 11 durchgehen. – Nun denkt aber bitte ja nicht, dass ich mich bereit erklärt hätte, die erwachsene Begleitung für die beiden abzugeben. Das Ergebnis wäre nämlich gewesen, dass die beiden MIR und nicht ICH IHNEN hätte Hilfestellung geben müssen. – Oma Clara macht sich schon mal gern zum Affen, aber alles hat seine Grenzen.

Also wurde ein würdiger Ersatz gesucht, um das Geburtstagskind noch nachträglich zu beschenken. Meine Frage: “Hast du Lust, dass wir ins Wachsfigurenkabinett gehen?”, wurde mit einem begeisterten “Jaaaaaaaaaaaa” beantwortet. Die neu erworbene Joy-Karte machte die Eintrittspreise bezahlbar. Ohne diese hätte ich für eine Erwachsene und ein Kind 40,00 Euro auf das Bezahltablett legen müssen, so war es nur die Hälfte. Die 5,00 Eus für die Karte haben sich also schon mehrfach amortisiert.

Hände können lügen oder Hände können einfach nur eine Pfeife halten. Die Meineidhand gehörte dem ersten Staatsratsvorsitzenden der DDR, Walter Ulbricht. Noch wenige Tage vor Mauerbau schämte er sich nicht, mit absolut unsympathischer Stimme zu tönen: “Keiner hat die Absicht, eine Mauer zu bauen!”

0610 Ulbrichts Hand

Sein Konterfei und seinen ganz schlecht sitzenden Anzug erspare ich euch heute – morgen ist im Fotoblog noch was zu sehen.

Günter Grass ist in der Nähe vieler Worte modelliert. Seine Hand, die eine Pfeife hält, zeigt kleinste Falten und Adern. Es ist schon ein Kunstwerk, so eine Figur zu schaffen. Wenn sie dann der lebenden Person auch noch ähnlich sieht – hier nur bedingt bei allen zu sagen – ist es ein Meisterwerk der Kunst.

0610 Grass Hand

Solche Besuche sind ja immer eine wunderbare Gelegenheit, eigenes Wissen an die Generation nach uns weiterzugeben. Als wir vor der Figur von Sophie Scholl standen, ließen sich ein paar Worte über die Widerstandsgruppe “Die weiße Rose” einstreuen und auch darüber, dass sie alle hingerichtet wurden – viele noch nicht mal 20 Jahre alt – und das alles nur, weil sie mit dem System nicht einverstanden waren und Widerstand geleistet hatten. – Im ersten Moment, als ich so neben ihr stand, hielt ich sie für eine Besucherin.

0610 Sophie Scholl

Bleiben wir gleich bei der Politik. Wer kennt diese wunderschöne Frau? Das “Bermudadreieck ihrer Finger” ist nur allzu gut bekannt. – Den kleinen Parlamentsredner dagegen kenne ich nur zu gut.

Seht es mir nach, dass die Bilder von schlechter Qualität sind, aber da drin ist es fast so finster wie in einem Bärenpopo, alle Nasen lang hat frau einen Ellenbogen in den Rippen und meine Miniknippse hat kein lichtstarkes Objektiv.

0610 Merkel

Und bleiben wir doch gleich bei dem Parlamentsredner – hier macht er doch tatsächlich einen Besuch bei Albert Einstein – und ich habe ihm strengstens untersagt:-) , für das Foto die Zunge rauszustrecken. Prompt hat er sich umgedreht.

0610 Einstein

Und mit diesem “lustigen Gesellen” will ich mich für heute verabschieden. Die Fotos morgen sind sehenswerter als die heutigen.

0610 ET

 


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Aus Eins mach Vier (3)

Und, seid ihr bereit für den Fotomarathon, Teil 3?

2609 Brunnen Collage

Hier beobachtet der Rabe aus dem rechten Augenwinkel, was denn dieser komische Schatten bedeutet. Er kann nicht verstehen, warum diese Frau mit den bunten Hosen den Brunnen so intensiv beäugt und versucht, etwas Genaueres zu erkennen. Sie vermutet, dass in Frankfurt in diesem Brunnen Geldwäsche stattfindet – na gut, nicht Euro und auch nicht Zloty, das Geld ist schon etwas älter, dafür um so sauberer, weil das Wasser schon lange darüer fließt.

2609 Collage

Der Oderspeicher, sicher früher ein Kornspeicher, wie der seitliche Haken schlussfolgern lässt. (Fotoblog) – Der Pegelstand gab keinen Grund zur Besorgnis. – Das unhübsche Hochhaus habe ich fotografiert, weil ich  mir über die vertikalen Stangen, die mittig über die Fenster gehen, keinen Reim machen konnte. Nur Zier? Zum Runterklettern bei Gefahr ungeeignet, weil sie zu weit oben enden. 2609 Kirche Ausstellung 2

Kunst in der Marienkirche. Die versandete Nachricht war mehr humoristisch zu verstehen, aber die anderen Sachen waren alle sehr aufrüttelnd und gegen den Krieg gerichtet.

2609 Kirche Ausstellung 82

Dieser mit Beton beschwerte und mit Spiegelscherben verzierte Einkaufswagen wird bestimmt nicht mehr entwendet (bei uns stehen diese Wagen nämlich überall rum). Na gut, das Gemüse war auch nicht mehr das frischeste.

2609 Kirche Ausstellung

Ich weiß nur noch, dass die beiden unteren Kunstwerke “Der Terrorist” und das “Trojanische Ei” heißen – letzteres gefiel mir ausnehmend gut.

2609 Skulpturen 2 Collage

Schach ist international – das kann man auch spielen, wenn der Gegner von der polnischen Seite nicht mehr als “Guten Tag” auf deutsch kann. Der Deutsche revanchiert sich mit dzien dobry. – Wenn Bremen seine Stadtmusikanten hat, dann hat Frankfurt seinen Turm der Tiere. Leider wurde davor gebaut – aber die Bauarbeiter waren so freundlich, mir die Zäune wegzuräumen, damit ich besser an FlusspferdBärZiegeHaseRabe rankomme. – Diese neugriechische Dame mit wallenden Gewändern steht mitten in der Stadt. Ich vermute, dass ihr ehemaliges Zuhause zerbombt wurde, sie aber überlebt hat. – Der Herr, der auf der goldenen Kugel tanzt, schert sich um all das nicht, sondern narrt weiter vor sich hin.

2609 Skulpturen Collage

Kunst und Skulpturen gibt es in Frankfurt reichlich. – Ob die beiden Geschwister rechts oben (1990) darauf aufmerksam machen wollen, dass es in der neuen Gesellschaftsordnung auch Bulimiekranke gibt? – Dagegen spielt der kleine Junge (1970) selbstvergessen mit dem Fisch, den er gerade geangelt hat.

Und morgen nur noch Tag 4 im Fotoblog.


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Aus Eins mach Vier (1)

Gemeint: Ein Tag Frankfurt Oder – vier Tage darüber fotodokumentieren

Gudrun schwärmte so von Frankfurt – von diesem, das so groß ist, dass man es teilen muss: In eins an der Oder und eins am Main. Ich suchte mir diesmal das an der Oder raus, weil ich das preisgünstiger und schneller erreichen kann. Ich war vor noch gar nicht so langer Zeit mit dem Großelterndienst dort gewesen. Ich gehe aber lieber allein auf Erkundungstour – und deswegen habe ich diesen Tag sehr ausgenutzt.

Im Jahr 1950 schrieb B. Brecht folgende Hymne: (gekürzt)

Anmut sparet nicht noch Mühe,
Leidenschaft nicht noch Verstand,
daß ein gutes Deutschland blühe,
wie ein andres gutes Land.

Und nicht über und nicht unter
andern Völkern wol’ln wir sein,
von der See bis zu den Alpen,
von der Oder bis zum Rhein.

Deutschland grenzt in dieser Stadt – wie u.a. auch in meiner Heimatstadt Görlitz – an das Nachbarland Polen. Wenn ich mir die Zeilen der unteren Gedichtstrophe so durchlese, fallen mir gleich die vielen abqualifizierenden Witze über Polen ein. Mir scheint, dass dieses “Über-Denken” noch nicht aus den Köpfen raus ist.

Da die Flut der Bilder – nicht so schlimm wie die Flut der Oder am Ende des letzten Jahrtausends – so gewaltig war, wusste ich mir nur mit Photoscape-Collagen zu helfen. – Die Friedensglocke mahnt – in der heutigen Zeit könnte sie weltweit mahnen.

2409 Friedensglocke Collage

Oderland = Grenzland  – Aus einer Grenzstadt kommend, weiß ich, aus welchen Gründen die meisten Deutschen in die Nachbarstadt = Nachbarland fahren. Sie wollen preisgünstig tanken und einkaufen. Das ist sicher legitim, denn es passiert an den anderen EU-Grenzen ebenfalls. Damit die Deutschen nicht den Weg zur Tankstelle verfehlen, wird er ihnen gleich gewiesen. – Und die, die nicht ihr Auto mitnehmen, können mit dem Bus fahren – die Straßenbahn fährt nur in Frankfurt, nicht in Slubice.

2409 Grenzlandcollage 2

Die Stadtbrücke, die auf der Collage nur in Teilen zu erahnen ist,  ist der Übergang in die Nachbarstadt. Der Grenzpfahl ist mehr oder weniger nur noch ein Relikt.

2409 Grenzlandcollage

Doch Frankfurt wird nicht nur von tankwütigen Touristen belagert, es lockt auch mit schönen Backsteinbauten.

2409 Backsteinbauten

Ich habe in FFO festgestellt, dass nicht nur der Möbelschwede für die Farben blau und gelb schwärmt, sondern offensichtlich die Designer der Stadt auch. An der Universität Viadrina, wird ein Sohn von J.S. Bach, Carolus (Carl) Philipp Emanuel Bach, hoch geschätzt und sogar an Laternenmasten und Treppenstufen verewigt.

2409 CPEB Collage

Doch das ist nicht die einzige Kunst bzw. Erinnerung daran, die Wasserkunst hat mir auch sehr gut gefallen. Am Brunnenplatz (ob hier der Platz nach den Brunnen oder umgekehrt benannt wurden, weiß ich nicht) . Aus dem oberen Brunnen fließt das Wasser bis nach unten. Kaskaden will ich es nicht nennen, doch als Füßeabkühlrinne wunderbar geeignet.

2409 Brunnenplatz

Frankfurt hat bestimmt viele bedeutende Söhne und Töchter hervorgebracht, einer davon ist Heinrich von Kleist. Den Literaturbeflissenen unter euch wird bei diesem Namen bestimmt mehr einfallen als mir – ich habe mich über den treffenden Fensterspruch gefreut und habe mich auf einer der Bänke niedergelassen, um etwas zu essen und zu trinken. Leider gab es dafür keine Extrabank.

2409 Lesen Collage

Ist es nicht entzückend, dieses kleine, bezopfte Lesemädchen. Sie wird doch nicht etwa stark fehlsichtig gewesen sein, weil die Buchstaben in ihrem Buch so groß geschrieben sind???:-)

2409 Lesen Collage 2

Doch jetzt ist langsam genug für heute. Zuletzt will ich euch noch eine kleine Sonderlichkeit zeigen. Der Brunnen ist aus DDR-Zeiten und steht auf der Hauptstraße, die am Oderturm = höchstes Haus am Platz. Meine Gedanken werde ich erst einmal noch für mich behalten, ich überlasse die Collage eurer freien Interpretation.

2409 Brunnen Collage

Tag 2 und 4  der Fotodokumentation finden im Fotoblog statt, morgen und danach.


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Wer mit dem Kopf durch die Wand will …

hat wenigstens ein Ziel vor Augen.

2209 Kopf durch die Wand 32

Hier und morgen im Fotoblog versucht dieser Riese, im oberen Stockwerk auf den Kaffeetisch zu schauen.

2209 Kopf durch die Wand 31

Wenn Clara nicht mehr “mit dem Kopf durch die Wand will”, dann ist sie zwar domestiziert, aber dann ist sie nicht mehr Clara.

(Der Riese ist kurz hinter dem Maxim-Gorki-Theater zu finden)

Molliges in der Landgalerie Brandenburg

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Was gut ist, sollte auch auf beiden Blogs gezeigt werden. Ich finde die Bilder von Kristina Polster so amüsant, dass ich den Post reblogge.

Himmelhohes Fotogeflüstere

Wer hier schon lange liest und ein gutes Gedächtnis hat, wird sich an Karl Witzleben und seine Wildgänse erinnern, die er an Kindes Statt angenommen hat, bevor er sie in die Freiheit des Lebens entlassen hat.

Vor einigen Tagen war ein Hoffest und ich war mal wieder dort. Von der Malerin Kristina Polster, die im gleichen Jahr wie ich das Licht der Welt erblickte, war ein ganzes Zimmer voller molliger Frauen. – Einige der Bilder sind unverkäuflich, aber für die anderen gibt es eine Preisliste. Also sollte sich jemand interessieren, ich stelle gern den Kontakt her – OHNE Vermittlungsgebühr.  – Einige dieser Bilder sind so herrlich und voller Ironie, dass ich schallend gelacht habe.

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