Claras Allerleiweltsgedanken


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Meine tolle BB-Reise – Teil 4: Das Stickwunder

Bis jetzt war ja hier oft vom Hausherrn die Rede, der sich als geisteswissenschaftlicher Koch hervortat. Doch jetzt wird es Zeit, dass ich auch mal die Vorzüge der Dame des Hauses erwähne.

Für den Hausherrn gibt es hier nur noch zwei Fotos. Diese Schachfiguren hat er vor Jahren in mühevoller Kleinstarbeit bemalt und dann mit Klarlack versiegelt. Das ist wirklich eine tolle Arbeit!

 

Im Gegensatz zu „Hausherr“ macht „Hausfrau“ für mich immer so einen leicht abwertenden Eindruck, und das passt auf Reine so 100%ig gar nicht. Wenn man allerdings Hausherr durch „Hausmann“ und Hausfrau durch „Hausdame“ ersetzt, hat man die umgekehrte Wirkung.  Viele von ihren Vorzügen kann und will ich hier nicht erwähnen. Als ich überall im Haus wunderschöne, gestickte Bilder hängen sah, fragte ich neugierig, wer die alle gestickt hat. Als sie einfach sagte „Ich“, war ich so etwas von erstaunt – ich hätte dieser quirligen Frau alles zugetraut, aber nicht stundenlanges Stillsitzen und eine Nadel mit einem Stickfaden durch das Gewebe zu ziehen.

Stickereien rund um das Alphabet

Stickereien rund um die Schönheit

Liebe Reine, falls ich einen Titel oder einen Orden vergeben dürfte, dann wärst du die Meisterstickerin aus „DeutschFranklandreich“ Ich weiß, dass es dieses Land nicht gibt, und deswegen gibt es meinen Orden auch nur virtuell.

Aber das gab es, wir beide vor dem Lokal und Gerard, der uns fotografiert hat.

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Frei von Baustelle und Lärm …

habe ich einen Tag genossen

Beim Großelterndienst hatte ich mich für einen Ausstellungsbesuch in Babelsberg angemeldet. Es ist dicht bei Potsdam und das Schloss, zu dem wir wollten, liegt in einem ganz wundervollen Park.

Die Schlösser sind in dieser Gegend dicht gesät, denn Glienicke und Potsdam haben ja auch welche zu bieten. Aber ich bleibe jetzt und hier in Babelsberg, das war schon anstrengend genug. Hauptsächlich deswegen anstrengend, weil das Wetter bzw. die Sonne gleich wieder übertrieben hat. Sie steigerte sich auf über 34° in der Sonne – für mich als eher Kaltblutpferd nicht auszuhalten.

Die Anfahrt dauerte etwas länger, so dass ich 8.30 Uhr das Haus verließ und – noch mit anderen schönen Sachen beschäftigt – erst kurz vor Mitternacht zurückkehrte. Einen Tag lang kein Hämmern, kein Bohren, kein Kleben, kein Trampeln, keine Männergesichter und keine Männerbeine vor dem Fenster. Ich war es schon fast entwöhnt.

Die Ausstellung hieß „Pückler – Babelsberg; Der grüne Fürst und die Kaiserin

Wir näherten uns dem Schloss über das Café, aber die Zeit reichte nicht, einen Frühcafe einzunehmen.

Fürst Pückler war mir nicht nur über das Eis bekannt, sondern auch über den Park in Bad Muskau. Dieser Ort lag auf der Strecke nach Görlitz, so dass wir uns zur entsprechenden Zeit oft die wunderbaren Rhododendronsträucher angesehen haben.

Vor Beginn der Besichtigung sah ich mich ein wenig um. Die erst in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts angebrachten Medaillons gefielen mir. Ich habe nicht alle Porzellanköpfe auf die Speicherkarte geholt, aber Pückler, Schinkel und Lenné haben es verdient – das hat sich der Künstler auch gesagt, der die Medaillons geschaffen hat. (anklicken, dann werden die Fotos größer)

Vor dem Schloss fiel mir etwas auf – von weitem sah es aus wie eine Kanone, von näherem war diese „Kanone“ mit einem Baum bestückt. Dieses zweirädrige Instrument ist dafür gedacht, größere Bäume an einen anderen Ort zu transportieren. Die großen Gartenbaugestalter hatten nicht so viel Zeit, jahrelang auf das Wachsen kleiner junger Bäume zu warten – sie setzten Bäume einfach um.

Jetzt haben wir die Zeit der technischen Panne überstanden und begeben uns ins Schloss. Drin habe ich allerdings nicht zu viel fotografiert. Anhand der Fotos kann man erkennen, dass hier in die betreffenden Schlösser noch einiges Geld hineingesteckt werden muss, um sie entsprechend zu sanieren. Der Einzeleintritt ist mit 15,00 € kein Schmankerl, aber die Schlösser müssen Geld verdienen, nicht nur ausgeben.

Ich erfuhr in der Ausstellung, dass Fürst Pückler es besonders auf die Ausblicke vom Schloss aus Wert legte. Er gestaltete die Terrassen und die Bepflanzung entsprechend.

Ich zumindest wurde durch die Führung so hungrig, so dass ich gern an dieser fürstlich gedeckten Tafel Platz genommen hätte. Aber sicher hätte mir der Gebrauch der verschiedensten Besteckteile Schwierigkeiten bereitet. – Mein Gott, was müssen die geschlemmt haben.

Überall im Schloss und im Schlossgarten begegnete uns der blaue Papagei. Er ist wohl so etwas wie das Maskottchen der Ausstellung. Fürst Pückler hat wohl seiner Königin so einen Vogel geschenkt und damit sicher große Freude bereitet. – Ich hoffe, ihr könnt ihn auf den Fotos entdecken – bestimmt dann, wenn ihr die Fotos durch Anklicken vergrößert.

Und zum Abschluss haben wir noch einen Spaziergang durch den Garten gemacht. Dabei fiel mir auf, dass ich diesen schon schöner erlebt habe, als nämlich alles bepflanzt war, was jetzt nur kahle, schwarze Flächen zeigte. – Vom Schlosspark kann man wunderbar auf die Glienicker Brücke sehen, die durch die ab und an stattfindenden Agentenaustausche Ost gegen West ihre traurige Berühmtheit erlangt hat. http://www.spiegel.de/einestages/agentenaustausch-auf-der-glienicker-bruecke-1985-a-1037667.html oder
http://www.planet-wissen.de/geschichte/ddr/geteilte_stadt_berlin/pwieagententauschinberlin100.html


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Und wieder 13 lila „Beweise“

Graffiti im Schöneberger Südgelände

Echte Sprayer mit echter Sprayer-Ehre im Leib sprayen nicht auf genehmigten Flächen – das ist nicht gefährlich genug. Aber hier im Park wird das Angebot eifrig angenommen. Ich habe beobachtet, wie Sprayer erst eine riesige Fläche mit einer neutralen Farbe übersprühen mussten, um eine Arbeitsfläche zu bekommen. Allein dafür gehen viele Sprühdosen drauf – für ihr eigentliches Bild dann noch viel mehr.

Wie die das so aus dem Handgelenk hinbekommen, muss ich immer wieder bewundern. – Und dann fiel mir auf, wie verbreitet inzwischen lila geworden ist. Das kann ich nicht allein gewesen sein mit meiner Reklame.


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Am 05. 05. um 05.05 gibt es 55 IGA-Fotos (2)

Die nächsten Besuche besser ohne Fotoapparat!!!!!

Denkt nicht, dass es schwer war, auf der IGA lila Blüten, Blumen, Gegenstände und anderes zu fotografieren – umgekehrt wird ein Schuh draus: Lila Sachen zu ÜBERsehen und nicht zu fotografieren, das wäre eine Meisterleistung.

Wäre ich nicht bis ins innerste Claraherz in diese Farbe verliebt, ich würde mir eine andere suchen, eine, die nicht inzwischen von Hinz und Kunz gemocht wird, sogar von Grabdesignern. Glaubt ihr nicht? Beweise ich euch heute. (17 Fotos)

Damit es mit den 55 Fotos nicht zu heftig wird, habe ich sie in einzelne Galerien sortiert.

Ich kam in die Blumenhalle – und prompt wurde mir ein lila Elefant präsentiert. Er musste noch aufgehübscht werden, deswegen konnte ich ihn nur aus der Ferne fotografieren. Und alles um ihn herum war auch LILA.

Und jetzt weile ich bei den „Gräbern“ – deswegen in Anführungszeichen, weil ja keine Toten darunter liegen. Nur die Gärtner und Bildhauer zeigen hier, was sie gut finden. – Mir gefällt dieses Ressort immer sehr. Und am Ende kommen auch die lila Gestalter zu Wort. (17 Fotos – 34 zusammen)

Ihr habt es fast geschafft – jetzt kommt nur noch ein kleiner Teil, denn 34 Fotos habt ihr schon gesehen – ob in klein oder groß ist egal.

Wie findet ihr denn diese (lustige) Interpretation von Hortensiensträuchern – das ist bestimmt einem Mann eingefallen. (5 Fotos = 39)

Was haltet ihr kurz mal von einer Spielplatzrunde, ich muss mich mal erholen und an was anderes denken als Fotobearbeitung. (7 Fotos = 46)

Und jetzt zum Endspurt. Etwas Blumen, etwas grüne Kugeln, etwas Häuserbemalung am Rand der IGA, etwas Reinigungsdienst per Fahrrad und etwas von den neu gepflanzten alten Apfelbäumen. Aber die beste Idee der Gärtner ist der Flaschentrick: Vieltrinker müssen jetzt ihre Flaschen nicht zum Grünglascontainer bringen – nein, sie verarbeiten sie zum Blumenmobile. Spätestens, wenn sie nur noch mit dem Kopf gegen Flaschen knallen, merken sie, dass es auch nicht die allerbeste Idee war. (9 Fotos = 55 Fotos)

 

 


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Nein, wie unanständig, aber menschlich

… damit meine ich den Titel der Ausstellung „Drauf geschissen„, die zur Zeit in Storkow (Mark) zum Ansehen einlädt. In aller Deutlichkeit wird gesagt und geschrieben, was wir alle einmal am Tag machen oder machen sollten, damit es uns gut geht.

Dem Ausstellungsplakat kann man entnehmen, dass die Ausstellung verlängert wurde, so dass wir sie besuchen konnten.

Die Leiterin des Großelterndienstes hatte alles perfekt organisiert, so dass wir nur noch zur richtigen Zeit am richtigen Gleis des richtigen Bahnhofs stehen mussten. Wir hatten einen sachkundigen und auch lustigen Führer durch die Ausstellung.

Mit seinem blauen Plastikeimerchen hatte er alle wichtigen Toilettenutensilien bei sich. Darüber hinaus erheiterte er uns mit Sprüchen und Gedichten berühmter Leute. Am Ende griff er sogar zur Geige, wusste, was er mit Bogen und Saiten anfangen sollte und trug uns eine kleine „Mordballade“ vor.

Hier war ein eifriger Radler dabei, sein Gefährt so umzurüsten, dass er jederzeit seine dringendsten Bedürfnisse erfüllen kann.

Nach diesem Plakat kam das Thema „Kackstühle“ auf. Ich denke, es war ein großer Fortschritt, wenn nicht jeder an jeder Stelle einfach das ausschied, was ihn gerade belastete. Doch wenn ich mir dann vorstelle, dass es keine Kanalisation gibt, in die man die Eimer ausschütten kann, dann ist es mit der Hygiene auch schon wieder im A…. Allmählich fing man an, mit Wasserspülung zu arbeiten. Auf dem letzten Bild sitzt das Kind schon sehr bequem, wohingegen die Haltung des Erwachsenen doch recht unbequem aussieht.

Hier ist bestimmt ein Toilettenensemble der wohlhabenderen Leute, denn es ist aus feinstem Porzellan.

Und hier kommen wir zu den hightech-Toiletten der Jetztzeit. Diese Bidettoilette haben die Japaner gebaut und sie kostet so um die schlappe 15.000 €. Wenn ihr nicht bereit seid, so viel Geld auszugeben, dann befindet ihr euch in guter Gesellschaft – ich nämlich auch nicht.

Und was braucht man ganz dringend, wenn man auf der Toilette sitzt??? Klopapier oder Toilettenpapier. Damit konnten sie dort auch dienen – ich hätte mir mit keinem davon meinen Popo putzen wollen.

Das letzte Foto verdeutlicht uns, welchen Bereich an der Burgmauer man meiden musste. Dort, wo es ab und an braun regnete, sollte man unbedingt drum rum gehen.


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Kunst in Rost

oder: Verrostete Kunst

Bevor ich mit dem heutigen Artikel anfange, will ich den Link mitteilen, unter dem ich schon einmal über diesen Park mit seiner seltsamen verrosteten Kunst geschrieben habe. Wer also Lust hat, kann gucken gehen – die Kunst hat sich so gut wie nicht verändert, obwohl der erste Artikel 2010 geschrieben wurde.

https://chh150845.wordpress.com/2010/05/11/kunst-im-park/

Es gibt jetzt so gut wie keinen Text, denn (diese) Kunst im Schöneberger Naturpark Südgelände kann ich nicht beschreiben.

Ich will einfach mal mit dem Ungewöhnlichsten anfangen. Es bringt mich zum Grübeln, wenn ausrangierte rostige Nägel oder kleine Stücke Steinkohle Kunst sein sollen.

Es geht nicht viel weniger seltsam weiter – ich halte mich an den Leitspruch: „Kunst muss man nicht verstehen, Kunst muss man nur bewundern und bestaunen.“ An manchen Stellen fiel es mir aber schwer.

Diese rostigen, sehr großen Behälter wurden bepflanzt und sahen dadurch recht hübsch aus.

In diese Schlange konnte ich mich ankuscheln und anlehnen, als ich eine Lesepause machen wollte.

und hier konnte ich grübeln, was es denn darstellen soll:


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ClaraAugen streifen durch Jordanien – 7

6. Reisetag – Besuch in der Moschee von Aqaba

Die Religion spielt in Jordanien und wahrscheinlich in allen muslimischen Ländern eine große Rolle. Heutzutage, wo viele der Religion des Islam eine tragende Rolle an den terroristischen Anschlägen in der ganzen Welt geben, sollten wir wenigstens versuchen, ein wenig von dieser Religion zu erfahren.

Unser Reiseleiter hat uns einiges über die Gepflogenheiten in einer Moschee erzählt. Ich zum Beispiel in meiner angeborenen Aufmüpfigkeit fand es ungerecht, dass sich Frauen zum Moscheebesuch verhüllen müssen und keinesfalls mit nackten Armen hinein dürfen – auch, wenn kein GottesAllahdienst stattfindet. Die Männer hingegen gingen im T-Shirt und mit Dreiviertelhosen, wie uns unser Reiseleiter vorzeigte.

Den sozialen Faktor einer Moschee finde ich gut. Alle, die verdienen, müssen einen Anteil ihres Gehaltes an die Moschee zahlen. So wie ich verstanden habe, hat es schon etwas mit unserer „Kirchensteuer“ zu tun, nur, dass man als Moslem nicht aus der Kirche oder der Moschee austreten kann, auch wenn man nicht mehr an Allah glaubt. So besteht die Pflicht zur Geldabgabe also immer, zumindest so lange, wie der Mensch verdient.

Die Moscheen dagegen übernehmen für arme Leute die Verpflegung. Sicherlich werden sie dadurch in die Moschee „gelockt“, dennoch erscheint es mir als kein so schlechtes Modell – wenn ich hier an die vielen Leute denke, die Papierkörbe nach Flaschen durchsuchen oder durch die S-Bahnen betteln, um was zu essen zu bekommen.

Für den gemeinsamen Moscheebesuch hätte ich ja gern diese Moschee auf dem großen Bild in der linken oberen Ecke genommen, aber zu dieser sind wir nicht gegangen. Es wird schon seinen Grund gehabt haben.

0501-coll-moscheen

Schriftkundige können den Namen der Moschee im Original lesen, die anderen machen es darunter in unserer Schrift. – Die Minarette finde ich oft sehr schön – die lauten Rufe aus den Lautsprechern allerdings weniger.

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Das ist ja eine vollkommen un-moschee-n-hafte Collage. Na gut, das Foto mit dem Schal ist bei der Moscheebesichtigung entstanden. Alle anderen Fotos sollen zeigen, dass man SO nicht in Allah-Häuser gehen darf – aber sicher auch nicht geht, denn selbst Nicht-Christen oder Anti-Christen würden doch sicher nicht im Badeanzug in eine Moschee gehen wollen. Und auch nicht mit unbedeckten Armen.

Das rechte untere Foto zeigt den Ausschlag, den ich dort hatte. Dadurch machte das Baden im Salzwasser weniger Spaß. – Er hat in Berlin lange gebraucht, ehe er verschwunden war. Ein Daseinszustand war: Haut wie Sandpapier

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Und hier kommt gleich noch eine Collage, die nur bedingt zur Moschee passt. – Auf den Straßen zu gehen und die Augen nicht unten auf der Erde zu haben, war für mich gefährlich, denn ständig und überall gab es Überraschungen, nicht unbedingt die der angenehmen Art.

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Und morgen wieder im Fotoblog.

 


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ClaraAugen streifen durch Jordanien 2

Reise-Highlight: Petra – UNESCO Weltkulturerbe

(diese Überschriften schreibe ich aus dem Reiseprospekt ab)

Der Tag beginnt wie immer mit einem exzellenten Frühstück, dann mit dem Koffer-Reise-Ritual und dann mit Ärger.

Im Restaurant hatte ich keinen Fotoapparat dabei, außerdem schmeckt es immer besser als es aussieht.

Als ich die Koffer meiner Mitreisenden sah, fragte ich mich ernsthaft, ob sie nach Jordanien auswandern wollen. Zwei Personen haben zwei riesige Koffer und einen dritten kleineren, den sie als Handgepäck in die Kofferablage „schummeln“. Offenbar ist die Royale Fluglinie nicht so streng. Da kam ich mir mit meinem kleinen Koffer richtig unterrepräsentiert vor. 🙂 … und, ich wäre mit noch weniger ausgekommen.

Der unter dem Pfeil hat wohl Angst, dass er von den Großen verdrängt und nicht mitgenommen wird, weil der Platz im Kofferabteil nicht reicht.

1812-amman-hotel-koffer-pfeile

Hätte ich bemerkt, dass J.W. dieses Foto macht, hätte ich seinen Focus auf etwas weiter rechts verschoben, damit man besser sieht, wie klein dieser Blaue mit dem Bauchgürtel ist.

Und jetzt zum Ärger. Am zweiten Urlaubstag wagte ich es, mich auf einen Platz zu setzen, auf dem ich dem Reiseleiter  und damit vielleicht auch einem besseren Verstehen näher wäre. Das Gezeter von der grimmigen Alten mit ihrem untergeordneten Ehemann hättet ihr eigentlich bis Deutschland hören müssen. Sie haben da schon IMMER gesessen und da bleiben sie auch sitzen, das ist ihr gutes Recht. Wer also am ersten Reisetag so früh wie möglich vor dem Bus steht und auf den besten Platz sein „Handtuch“ legt, hat für den Rest des Urlaubs ausgesorgt.

Als der Reiseleiter mich unterstützen wollte und meine Schwerhörigkeit als Argument anführte, fiel ihr plötzlich ein, dass ihr Gatte ja auch schwerhörig sei. Meine Frage nach seinen Hörgeräten konterte er mit einem dummdreistdämlichen „Was haben sie gesagt?“ und dann mit der Auskunft, dass er die zu Haus gelassen habe, um sie hier nicht zu verlieren. – Den Rest der Reise konnte er sich aber sehr wohl flüsternd mit seinem Hausdrachen unterhalten. – Aus Personenschutzgründen darf ich kein Foto von ihr zeigen – ich habe selten ein verbisseneres und verkniffeneres Gesicht gesehen. – Ich habe ihnen nicht so übelgenommen, dass sie ihren Platz in der ersten Reihe mit Händen und Füßen verteidigt haben, sondern dass sie schamlos gelogen haben.

Das Drama ging noch ein wenig weiter. Die fünfte Reihe links war mit zwei Rucksäcken besetzt, zu denen die „Rücken“ fehlten. Als der Reiseleiter fragte, bekannten sich die beiden dahinter sitzenden Einzeldamen dazu. Auch da gab es erst Gezeter, da sie meinten, dass sie nicht an die Ablage reichen könnten. Zumindest eine von ihnen war groß genug und mit Hut sogar größer als ich. – Die Welt ist voller friedlicher Adventsmenschen.

Doch jetzt zum richtigen Reiseprogramm: Der Tagesausflug führte uns heute in das UNESCO-Weltkulturerbe Petra. Ich habe ja schon Angst, als Kulturbanause zu gelten, wenn ich zugebe, dass sich meine Begeisterung ein wenig in Grenzen hält. Das hat nichts mit den unwahrscheinlich schönen Felsformationen zu tun, auch nicht mit den um die Zeitenwende errichteten Bauten in den Felsen, auch nicht mit den angebotenen Waren an Ständen und Kiosken – es hat mit dem ganzen Drumherum zu tun.

Der Weg vom Eingang (eine Tageseintrittskarte kostet ca. 67,00 €) bis zu den ersten Sehenswürdigkeiten ist ca. 800 m lang, der Weg ist schmal und natürlich von der Pflasterung so wie damals.

Da sich sehr viele Besucher mit der Mini-Pferdekutsche oder mit Kamelen oder Dromedaren hinbringen lassen, ist der Weg gepflastert mit den Hinterlassenschaften dieser Tiere, so dass das Auge tunlichst nach unten gucken sollte. – Und wenn wir dann wieder zum Bus auf dem schmalen Weg zurück gehen mussten, machten mir die Rennen-fahrenden Kutschen oder auch die Dromedare, die in ca. 20 cm Abstand mit einem Affenzahn an mir vorbeiritten, schon ein wenig Angst. Ich hatte das Gefühl, dass zu Fuß gehende Personen davon überzeugt werden sollten, dass es in der Kutsche oder auf dem Kamel doch besser sei.

Doch jetzt endlich zu Collagen. Hier wird uns vorgeführt, wie diese Sandflaschen entstehen.

1812-coll-petra-sandkunst

Hier wird mir vorgeführt, wie Dromedare in Ruhe friedlich aussehen.

1812-coll-petra-kamele

Und das sind die Kutschen, die wie beim Sulkyrennen auf der Marienfelder Pferderennbahn rasen können. Wenn Gäste drin saßen, fuhren sie ganz gesittet – nur leer auf dem Rückweg schlugen sie auf die Pferde ein, dass einem diese Leid tun können.

1812-coll-petra-pferdekutschen

Von unserem Reiseleiter habe ich bisher immer nur erzählt, hier ist er zu sehen.

1812-coll-petra-reiseleiter

In der unteren Reihe ist der zweite Reiseleiter zu sehen. Die Notwendigkeit eines zweiten Reiseleiters habe ich nicht verstanden, weder akustisch noch mental. Der größere kommt aus dem Jemen, hat aber jetzt die deutsche Staatsangehörigkeit. Der zweite ist Jordanier und konnte wohl manche Sachen besser regeln als ein „Ausländer“.

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Die Schönheit und Gewaltigkeit der Felsen kommt auf diesen Aufnahmen nicht genügend zur Geltung – aber morgen gibt es wieder welche im Fotoblog.

Mich erstaunte immer wieder, wie zwischen diesen Felsen noch Grünzeug wachsen kann.

1812-coll-petra-pflanzen

Felsen, Felsen, Felsen und Bauwerke derer, die Petra erschaffen haben.

1812-coll-petra-hochkantfotos

Aber Hunde und Katzen habe ich auch viele rumlaufen sehen – sehr zur Freude vieler Mitreisenden, die zu Haus Hund oder Katze haben.

1812-coll-petra-tiere

Heute sollen es nicht wieder so viele Wörter werden, deshalb Schluss.

Der Reisetag war der 26.11.2016 ….. und morgen kommen wieder im Fotoblog die großen Bilder.

 

 


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ClaraAugen streifen durch Jordanien 1

„Am Abend wird die Faule fleißig“ – im doppelten Sinne gemeint. 9 Tage vor Weihnachten beginne ich mit einer Reise“reportage“, die sich garantiert bis nach Weihnachten erstreckt.

Generell habe ich mir die Frage gestellt, ob es günstiger ist, allein oder zu zweit zu reisen. Wenn ich all die zwar schon älteren (Viva d’Or ist der Reiseveranstalter für die fortgeschrittene Jugend), aber dennoch sehr liebevoll miteinander umgehenden Paare erlebt habe, spricht das unbedingt für das eheliche Reisen. Na gut, es gab noch einen Reise-Single und zwei anders gemischte Paare unter den 30 Leuten, aber die vermeintlich Glücklichen überwogen mit einer Zahl von 24.

Der Flieger ging am 24. 11. gegen 14.00 Uhr. Zwei Frauen aus meinem ehemaligen Haus kamen früh zum Frühstück und die eine von ihnen fuhr mich dann zum Flughafen. Sie liegen (für mich) zwischen der Töchter- und der Enkelgeneration, also blutjung. Um so schöner finde ich es, dass wir noch immer Kontakt haben. Danke J., danke P.!!!! – Als ich wieder WLAN-Empfang hatte, bekam ich die Daten zu unserem Flug – J. hätte als erste in der Heimat mitbekommen, wenn mit unserem Flug was nicht gestimmt hätte.

Im Flieger saß ich zufällig neben einem Ehepaar aus der Gruppe. Ihren Erzählungen konnte ich entnehmen, dass sie in den Jahren nach der Wende all die Reisen nachgeholt haben, die sie früher nicht machen konnten. Mir wurde ganz schwindlig bei der Aufzählung all der Orte und Länder, in denen sie gewesen sind.

Die Stewardessen sprachen kein Wort Deutsch, obwohl diese Royal-Jordanian-Airlines regelmäßig zwischen Berlin und Amman fliegt. – Das Essen war gut, der Tomatensaft würzig und dieses Bier das letzte preiswerte für Tage. Der in der Rückenlehne eingelassene Bildschirm zeigte immer, ob wir beim zu heftigen Ruckeln nach den Schwimmwesten oder nach den Luftkissen für eine weiche Landung hätten suchen müssen. – Nein, ich will nicht unken, es war ein vollkommen ruhiger und schöner Flug.

Unser Begleiter für die nächsten 12 Tage holte uns am Flughafen ab. Alle Koffer waren da, alle Pässe in Ordnung und bald saßen alle im Bus, der uns zum Grand-Palace-Hotel in Amman bringen sollte. Amman bei Nacht zeigte wenig von dem Sand, dem Staub und dem wenigen Grün, es zeigte Verkehr, es zeigte dicken Verkehr, es zeigte Wahnsinnsverkehr. Es ließ mich zwar keine Verkehrsregeln erkennen, aber es muss welche gegeben haben, denn Unfälle sah ich keine.

Die Schwierigkeiten für die nächsten Tage ließen sich für mich schon vorausahnen. Der Reiseleiter sprach gut deutsch und ich wäre froh, eine Fremdsprache so perfekt zu beherrschen – ich verstand ihn dennoch nicht, zumindest nicht gut, zu wenig, um Zusammenhänge mitzubekommen.

Die ganze Zeit über bekam ich ein Doppelzimmer. Na gut, mit 40,00 € pro Nacht hatte ich den Ausgleich vom EZ zum DZ bezahlt. Ich fand es nur deswegen traurig, weil dieses Land an seiner Trockenheit leidet. Böse Reiseleiter Zungen behaupten, dass ihnen das Wasser vom Nachbarstaat Israel durch einen Staudamm am Jordan abgegraben wird. Und deswegen fand ich es so wahnsinnig schade, wenn nach einer Nacht (die ersten drei Übernachtungen) 4 große Kopfkissenbezüge, ein riesiges Bettlaken und ein riesiger Bettbezug gewaschen werden müssen.

Nach einem superguten Abendessen und einem nicht minder gutem Frühstück ging es in aller Herrgottsfrühe los.

Die großen Einzelbilder kommen immer einen Tag später auf dem Fotoblog, hier gibt es fast nur Collagen, um die Bilderflut in Grenzen zu halten.

Amman – Berg Nebo – unterwegs auf der Straße der Könige – Madaba, die Stadt der Mosaike – Kerak, Festung der Kreuzritter

… so wäre der Programmablauf gewesen, wenn alles glatt gegangen wäre.

Wir fuhren zum Berg Nebo – die Temperaturen und der Wind waren fast so heftig wie in Deutschland. Der Berg hat viel mit Religions(geschichte) zu tun. Besonders beeindruckend waren die Mosaike und Teppiche, die zu besichtigen waren. – Vor einiger Zeit war der letzte Papst auf diesem Berg – und ihm zu Ehren hat man ein Denkmal aufgestellt. (Es ist das unten links)

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Es wurde ein Besucherzentrum eingerichtet, damit man die Mosaike und die Teppiche besser sehen kann.

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Die Bilder waren zwar in einer anderen Kirche, aber solche „Reiseverfälschungen“ müsst ihr in Kauf nehmen.

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Dann ging es in eine Kirche, in der eine ganz berühmte Mosaiklandkarte zu sehen war – ihr könnt sie erst morgen sehen.

Touristen sollen Geld ins Land bringen – und dafür wurden die vielen Verkaufseinrichtungen eröffnet. Zuerst waren wir im Mosaikzentrum. Es war schon interessant, die Männer beim Legen der kleinen Steine zu beobachten, die meist in Naturtönen gehalten werden.

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Und keiner kommt jetzt bitte auf die Idee, dass der Löwe aus bestimmten Gründen mein Lieblingstier sein könnte.

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Dann ging es noch in einen weiteren Laden. Weder die Sessel noch die voluminösen Porzellansachen wollten zu mir nach Haus – vom Ärger mit dem Zoll mal abgesehen, da man nichts davon im Koffer verschwinden lassen kann.

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Auch die Kronleuchter waren mir zu ausgefallen.

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Schlendern macht Appetit oder gar Hunger. Da hatte es dieses Geschäft leicht – alle, alle wollten dort was kaufen.

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Mit diesem schönen Tor verabschiedeten wir uns aus dieser Gegend.

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Dann sollte es zur Festung Karak gehen. Bei den Blicken aus dem Busfenster fielen mir die vielen, vielen Polizisten auf, die überall auf der Straße präsent waren. Auch wir hatten einen mit im Bus, der sich später als sehr nützlich erweisen sollte. Wir fuhren durch einen Ort und plötzlich ein ohrenbetäubender Knall, der von einem kräftigen Zittern des Busses begleitet war.

Ein Auto war uns trotz Ortschaft mit rasender Geschwindigkeit entgegen gekommen. Offenbar hatte der Fahrer die Gewalt über sein Fahrzeug verloren und knallte gegen unseren Bus. Der Beifahrer war sofort tot und der Fahrer verstarb ebenfalls, bevor der Rettungswagen eintraf.1512-coll-busunfallIch will jetzt darüber nicht viel sagen – tragisch war nur, dass die beiden Männer Brüder war und sie zu ihrem schwerkranken Bruder nach Amman wollten. Ich stelle mir den Schmerz der Eltern vor, die auf einen Schlag gleich zwei Söhne verlieren.

Wir standen lange an der Unfallstelle. Viele von uns hatten Prellungen, auch ich war mit dem Brustkorb auf die vor mir eingebaute Getränkekiste geknallt.

Unser Busfahrer – obwohl absolut unschuldig – wurde inhaftiert und nur gegen Kaution freigelassen. Wir unterschrieben dann alle ein Blatt, in dem wir seine Unschuld bezeugten. Seltsame Gerichtsbarkeit.

Wir fuhren im Schritttempo zur Polizeiwache und warteten dort auf einen neuen Bus. Dieser Besichtigungspunkt war außergewöhnlich und hoffentlich einmalig.

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Da es für alle geplanten Unternehmungen zu spät war, spendierte die jordanische Reiseleitung von Hit-Reisen und Viva D’or-Reisen ein Essen. Ich habe zwar nicht das Essen fotografiert, sondern den schönen gestickten Teppich, der dort ausgestellt war.

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Reisetag: 25.11.2016

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Morgen Fotos im Fotoblog und dann wieder hier.

 

 

 

 


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Kunst in Teltow – Teil 2

Im gleichen Ausstellungsraum (Landhotel Diana) wie die Bilder von Elvira Zimmermann befanden sich auch zwei Portraits von Elena Lück. Sie stammt aus Odessa, wohnt aber jetzt in Trebbin.

Ich bat darum die Bilder fotografieren zu können. Durfte ich und will sie euch jetzt nicht vorenthalten. Sie wirken aus der Entfernung anders als hier, wo ich sie ziemlich aus der Nähe fotografiert habe. Es gibt ja eine Kunstrichtung, die als Pointillismus bezeichnet wird https://de.wikipedia.org/wiki/Pointillismus

Nicht genau so, aber ähnlich empfand ich, als ich mir die beiden Bilder immer und immer wieder ansah. Und ich weiß nur noch den Titel vom zweiten, das erste war ein Männername.

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Von weitem sah er nicht aus wie ein Regenbogengesicht. – Kunst gefällt einem oder sie gefällt einem nicht – dazwischen gibt es nichts.

Und dann hing da das Bild „Meditation“ – das Format war (ca.) 40 x 40. Hat es mich deswegen so angesprochen, weil mir seit einiger Zeit meine innere Ruhe (die eigentlich selten habe) total abhanden gekommen ist? Das Gesicht ist ziemlich gegenständlich – die Farben sind es, die es von der Normalität abweichen lassen. Ich weiß nicht, ob ich es im Zimmer hängen haben möchte …

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