Claras Allerleiweltsgedanken


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Seit Monaten mal wieder in der Innenstadt gewesen …

… und bemerkt, dass ich nichts versäumt habe.

Da mich im Normalfall die lange S-Bahnfahrt mit Maske stört, bin ich immer brav in meinem Kiez geblieben. Aber gestern, am heiligen Pfingstsonntag, wollte ich doch mal beobachten, ob die Flamme des heiligen Geistes über den Köpfen der Leute leuchtet – mit anderen Worten, ob sie sich alle lieb, nett und freundlich benehmen.

Obwohl die Temperaturen mit Mühe über die 10°-Grenze kletterten, saßen einige unverdrossen in der geöffneten Außengastronomie. Ich hätte ja auch gern einen Kaffee getrunken, aber nur unter der Bedingung, dass ich meine Füße in eine Schüssel mit heißem Wasser stellen kann.

Das schönste, was ich gesehen habe, waren zwei schwule Pärchen – wirklich bildschön und sehr verliebt.

Schockierend war der Preis für eine Kugel Eis, die noch nicht mal groß war. Die wollten 1,70 € dafür, die müssen doch einen Knall haben.

Den wunderschönen Berliner Dom haben irgendwelche „Idioten“ mit Impfreklame verschandelt. Als wenn man jetzt noch dafür werben müsste. Die sollen mal für genügend „Stoff“ sorgen, dann rennen ihnen die Leute von ganz allein die Bude ein.

Nicht nur die Außengastronomie kann wieder etwas Geld in die Kassen spülen, auch die Schifffahrt wurde wieder aufgenommen. Da kann man ihnen wirklich nur wärmeres Wetter wünschen. Ob es am Wetter oder an den Abstandsregeln lag, dass so wenige Leute auf dem Deck waren, kann ich nicht sagen.

Ich konnte es mir einfach nicht verkneifen, von dieser Stelle mal wieder ein Auge auf meine geliebte Fischerinsel zu werfen.

Genau solche dramatischen Wolken waren ja damals auch über den Himmelhochs aufgezogen – aber lang, lang ist’s her.

Und wenn schon diese Ecke mit Nikolaiviertel und anderem, dann können Herr Marx und Herr Engels nicht unfotografiert bleiben. Der Witz war, dass mir dann vor meiner Haustür ein Nachbar über den Weg lief, den ich wegen seines ungewöhnlichen Bartwuchses ansprach. Und er sagte doch tatsächlich: „In Coronazeiten lasse ich alles wachsen, bis ich aussehe wie Karl Marx.“

Ob die damals etwas ähnliches wie Corona hatten und auch nicht zum Friseur konnten? Weil sie beide so zugewachsen aussahen.

Bei diesen Kandelabern überlegte ich, ob es Absicht ist, dass die beiden Lampen unterschiedlich aussehen.

Und jetzt noch ein paar Fotos vom Schloss, was ich für mich immer noch für entbehrlich gehalten hätte. Ich weiß nicht, warum man diesen Klopper dort hingestellt hat. – In einer Buchhandlung erkundigte ich mich, was es mit dem Portal des Originalschlosses auf sich hatte, von dem Liebknecht seine flammende Rede hielt. Und als die DDR das stark kriegsbeschädigte Schloss in den 50er Jahren sprengen ließ, wurde wohl dieses Portal erhalten und dann – allerdings abgewandelt – in das Staatsratsgebäude auf dem Schlossplatz eingefügt. Selbstverständlich hieß der Platz anders, denn ohne Schloss einen Platz „Schlossplatz“ zu nennen – so schizophren war noch nicht mal die DDR-Führung.

 

Ob ich aus Dummheit das falsche Foto gelöscht und demnach hier das gleiche Portal zweimal zeige, weiß ich nicht genau – es gibt jedenfalls zwei, die dicht beieinander liegen und sich meiner Meinung nach nur geringfügig unterscheiden.

Und das war es auch schon von mir und meinem kleinen Pfingst“ausritt“. Die Straßen waren voll mit Elektrorollern und Demonstranten. Plötzlich waren ganz ganz viele Blaulichtwagen und ein Überqueren der Straße „Unter den Linden“ war nicht mehr möglich. Kilometerlang fuhren Motorräder aller Arten vorbei. Teilweise saßen die mitfahrenden Sozia verkehrt auf dem Rücksitz, um zu fotografieren. Es gab uralte Motorroller, ganz tolle Supermaschinen und lustige Beiwagengespanne, aus denen Kinder heraus guckten. Dafür habe ich mich gerne aufhalten lassen.

 

 


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RB 16 – Wer Stavanger kennt –

… kann jetzt mit mir von Stavanger schwärmen

Es soll ja Leute geben, die finden, dass Vorfreude die schönste Freude ist – nicht immer und unbedingt gehöre ich dazu. Ich habe heute folgende Kategorien im Angebot:

  • Fähre
  • Hafen
  • Kunst
  • Stavanger Ortsbesichtigung
  • Tiere

Also fange ich mal ganz brav alphabetisch an – denn ohne Fähre wären wir nie dorthin gekommen, wo wir laut Reiseprospekt hin wollten. – Es gab nicht eine Fährfahrt (mit Toilette), die mir nicht gefallen hätte.

Stavanger ist bis auf Oslo und das Hotel in den Bergen eine Stadt, die am Wasser ist – also auch Hafen zu sehen. Auf dem letzten Foto kann man sehen, dass für die Bewohner der Häuser ein Boot vielleicht wichtiger ist als ein Auto.

Geduld, Geduld – Stavangers Stadtbesichtigung kommt bald, noch zwei Fotos von Kunst im Ort. Das Kind auf dem Pferd kann ich ja künstlerisch nachvollziehen – das andere überlasse ich eurer Einschätzung.

Doch jetzt kommt sie auch schon, die Stadtbesichtigung von Stavanger und die tolle Stadtführerin, die auch mal aus Deutschland abgehauen ist.

Dieses Jahr haben die Stadtführerinnen und ihre männlichen Pendants nicht den besten Job, denn die Besucher sind wirklich deutlich weniger geworden.

Die Altstadt von Stavanger gilt als „Die weiße Stadt“ – und alles ist auch wunderbar restauriert worden. Auf dem letzten Foto seht ihr aber: Sie können auch bunt. – Die Geschichte der Stadt ist bewegt – vor Jahren war der größte Teil der Bevölkerung mit Fischfang und -verarbeitung beschäftigt oder sie arbeiteten im Schiffsbau. – Als das zurückging, wurde 1969 Erdöl vor der Küste gefunden und davon lebte es sich dann nicht schlecht. In Stavanger war die Konzernzentrale –  bis 2014 der Erdölpreis drastisch einsank, so dass sich keine Förderung mehr gelohnt hat. Die Arbeitslosigkeit stieg auf 69 % – aber auch aus dieser Krise haben sie einen Ausweg gefunden.

Das Blumenherz auf dem dritten Foto tröstet uns darüber hinweg, dass der Dom renoviert und deswegen nicht besucht werden kann.

Auf einem Foto trägt die Puppe im Schaufenster die Landesnationaltracht. Das sieht an den entsprechenden Feiertagen bestimmt schön aus.

Und jetzt gibt es noch ein paar Tiere. Seitdem mir vor Jahren mal eine Möwe das Fischkotelett   vom Pappteller stibitzt hat, sehe ich diese Tiere mit einem gewissen Respekt an. – Die Quallen konnte mein Fotoapparat im Wasser kaum erkennen – aber mein Fotoprogramm hat dann nachgeholfen.

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Übermorgen – gleiche Welle, gleiche Stelle!

Übrigens – lange werden meine Posts nicht mehr mit RB xx anfangen! Also genießt Norwegen noch so lange, wie es möglich ist.


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RB 15 – Manchmal ist das Leben ganz schön besch … eiden

… und das werde ich euch jetzt bildlich beweisen

Du warst zu Lebzeiten eine bedeutende Persönlichkeit. Du warst sogar soooooo bedeutend, dass man dir eine Statue aufgestellt hast. Du schaust kühn und keck über die Menschen hinweg und machst ihnen entweder Freude oder jagst ihnen immer noch einen Schrecken ein, weil du zu Lebzeiten grausam warst.

Doch dann leben neben dir diese Tiere, auch wenn du nicht neben dem Markusplatz stehst.

Und wenn du dann sooooooo aussiehst, dann lachen die Menschen über dich und haben garantiert keine Angst mehr.

Die anderen Skulpturen oder Figuren oder Tiere, die ich noch fotografiert habe, die hat es nicht so (weich) hart erwischt.

Jetzt habe ich – wegen der Überschrift – diese Fotos vorweg genommen, aber sie gehören auch zu der Stadtführung in Bergen. Die Seilbahnfahrt vom letzten Beitrag gehörte auch dazu und war auch nach der Stadtführung – wir werden die fehlende Chronologie verkraften.

Zum Glück hat unsere Stadtführerin nicht die ganze Zeit so ein Schnütchen gezogen, sondern zwischendurch auch ein paar Fakten erzählt.

Am Ende seht ihr, dass es regnet. Eigentlich ab dem 21.8. war es mit dem schönen Wetter vorbei, denn wir hatten danach so einige Tage, an denen ich Schirm UND Regenjacke gut gebrauchen konnte.

Diese Unsitte, das ganze Jahr über Weihnachtssachen zu verkaufen, gibt es auch in Norwegen, wie man auf dem letzten Foto lesen kann.

Während der Stadtführung habe ich einige schöne Hauswandverzierungen oder -malereien gefunden, aber anders als bei uns – seht sie euch an.

Ein bisschen „richtige Kunst“ habe ich auch noch.

Das ist Henrik Ibsen, der bekannte norwegische Dramatiker und Lyriker, der sich neben das Theater gestellt hat, damit er gut aufpassen kann, dass die dort drin auch seine Werke spielen.

Bisschen musikalische Kunst gefällig?

Oder ein bisschen was Modernes, Abstraktes?

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Ich habe mein Tagessoll von 20 Fotos geschafft und kann mich wieder auf die faule Haut legen 🙂


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RB 3 – Blumen und Wasser –

… das gehört in Norwegen unbedingt zusammen

Ohne zu schleimen kann ich sagen, dass ich in allen Orten, in denen wir rumgelaufen sind, WUNDERSCHÖNE Blumenarrangements gesehen habe – alle gepflegt, keine vertrockneten Strünke in den Kübeln. Das Klima ist ja immer etwas feuchter als bei uns – bekommt den Blumen sehr gut. – Was aber meinen Augen ganz besonders bekam, das war die „Abfall-Freiheit“ auf den Straßen. Das dreckige Berlin geht mir so auf die Ketten – da waren die dortigen sauberen Straßen wirklich eine Augenweide. – Insgesamt  hat ja Norwegen ungefähr so viele Einwohner wie Berlin und Hamburg zusammen – doch diese setzt das Land gut ein.

Der Wohlstand scheint recht hoch zu sein, zumindest, wenn man es an der Qualität der Boote in den Marinas und der Autos auf den Straßen messen will. Und die Preise, die oft doppelt bis mehr höher als bei uns sind, lässt vermuten, dass sie das auch bezahlen können. Stadtführer haben von Wohnungsmieten erzählt – deswegen boomt der Wohnungskauf so. Bei uns bekäme man für den Preis einer 4 Zimmerwohnung schon ein ganzes Haus. Mein Sohn hat ja während seines Irlandaufenthaltes ähnliche Mieterfahrungen gemacht.

In armen EU-Ländern ist es für uns so wie früher für die Westler in der DDR – es kostete für sie alles nur einen Appel und ein Ei – in den baltischen Staaten habe ich bei meiner Reise ebenfalls diese Erfahrung gemacht: Alles war BILLIG.

Ich fange mit einem privaten Garten in der „weißen Stadt Stavanger“ an – die Straßenblumen kommen dann als Galerie.

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Belgien – Niederlande – Schiff – 7 Ende

20. Dezember – Thorn – Heimreisetag

Die Sache mit den Koffern war so gut organisiert wie auf einer Luxusreise. Wir sollten sie früh neben die Kabinentür stellen.
Da wir zwei getrennte Reisegruppen aus verschiedenen Bussen waren, wurden die Koffer entweder mit einem lila oder einem silberfarbigen Kräuselband gekennzeichnet. – Unsere Reiseleiterin trug ja schon einen lila Mantel – also mochte sie diese Farbe und mein Koffer wurde mit LILA Band in den ROTEN Bus sortiert – ganz nach hinten, da die Berliner ja am anhänglichsten sind und zuletzt zu Haus ankamen.
Unser Tomaso hat sich um alles hervorragend gekümmert, während wir das kleine Städtchen Thorn besuchten – leider im Regen.

Da ich mir schon mal vor Jahren auf einer Reise eine Sony durch Regen versaut habe, war ich jetzt sehr zurückhaltend mit Fotografieren.

Bei Wiki lese ich, dass es den Städtenamen Thorn eigentlich gar nicht mehr gibt, weil sich dieser Ort schon 2007 mit zwei anderen zu einem neuen, größeren unter einem anderen Namen zusammen geschlossen hat.

Der Ort ist als die weiße Stadt bekannt. Charakteristisch sind die vielen zugemauerten Fenster. Die Franzosen führten vor langen Jahren eine Steuer ein, die nach Anzahl und Größe der Fenster berechnet wurde. Die armen Leute mauerten also kurzentschlossen einige Fenster zur Straße zu und übertünchten alles mit weißer Farbe. Dennoch kann man diese Stellen noch sehen.

Hausmusik im Hause Thorn – die waren also so arm, dass sie noch nicht einmal Kleidung hatten? Es ist unüblich, Querflöte nackt zu spielen – oder?

Typisch – die Kirchen mussten keine Fenster zumauern, weil sie nicht so arm waren – und deswegen sind sie auch nicht weiß gestrichen.

So, und dann hieß es Abschied nehmen – noch nicht so ganz, denn die Reiseleiter aus beiden Bussen fuhren bis Venlo mit, weil sie dort ihre Autos abgestellt hatten.

Wer mehr über Thorn erfahren will, kann hier schauen – da sind auch hübsche Fotos dabei:

Thorn in den Niederlanden  

Auf der Rückfahrt ging das „Beladeprocedere“ von der Hinfahrt in umgekehrter Richtung vor sich – da habe ich z.B. die beiden Damen aus Bielefeld beneidet, da sie viel früher als ich zu Hause waren.

Wir fuhren nach 22 Uhr in Berlin ein. Und genau da wurde mir ein Glücksmoment geschenkt. Thomas, der im Norden Deutschlands wohnt, hatte sein Auto in Berlin-Marienfelde abgestellt. Er nahm mich mit und 5 Minuten nach dem Aussteigen kam mein Bus, der mich 8 Minuten später vor meiner Haustür auslud.

Fazit: Ich hatte schon schlechtere Reisen! Vor allem aber schlechtere Busfahrer! –
In Klardeutsch: Eine schöne Reise