Claras Allerleiweltsgedanken


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Was macht der Mitbewohner?

Fühlt er sich noch wohl?

Ich habe ihm angeboten, er könne hier bei freier Kost und Logis wohnen, wenn er zweimal in der Woche alle Fußböden nach Staub und Krümeln absucht und danach zur Sicherheit noch ein wenig Wasser auf den Wohnflächen verteilt.

Da es keine Manteltarifverträge für beschäftigte Saug-/Wisch-Roboter gibt, sind wir uns schnell einig geworden.

Von meinem Flur gehen insgesamt 5 Türen in 3 Zimmer, eine Küche und ein Bad ab. Als ich ihm vollkommen freien Lauf ließ, fühlte er sich ein wenig überfordert – kam mir jedenfalls so vor. Er hielt immer wieder mal inne, um zu überlegen, ob er nun nach rechts, nach links, geradeaus oder im Kreis fahren soll – und das alles ohne Navigationsgerät. Ich hatte Mitleid mit ihm und reduzierte die Räume durch geschlossene Türen.

Das Saugen und das Wischen sollten ziemlich dicht hintereinander erfolgen – na gut, einmal darf er sich dazwischen neuen Strom holen – denn mit Krümeln kann er beim Wischen nichts anfangen. Verständlich!

So sieht sein „Unterhöschen“ nach dem Wischen aus – das ist zwar fast rufschädigend, aber ihr verpetzt mich ja nicht beim Arbeitsmoralministerium.

Ob diese Infrarotschranke wirklich das Gelbe vom Ei ist, da bin ich mir immer noch nicht sicher. Beim ersten Probelauf bretterte er durch die Schranke, dass es nur so eine Freude – oder eben nicht eine Freude war.

Das führte zu meinem Anruf im Kundencenter – der kann länger dauern, als man gern warten möchte, aber es geht auch per Mail – und mir wurde eine neue zugeschickt. Bei anderen Saugrobotern wird das Problem, den Roboter für verschiedene Bereiche zu sperren, mit Magnetbändern gelöst. 5 m bekommt man meist kostenlos mitgeliefert, ansonsten kann man Meterware zukaufen. Die Bänder werden z.B. unter den Teppich geklebt und der „Arbeitssklave“ dreht um und fährt nicht darüber.

Ganz klein steht in der Gebrauchsanweisung der Hinweis, dass der Roboter den Sperrstrahl IMMER von der rechten Seite aus bekommen müsste – vielleicht kann er auf dem linken „Auge“ nicht so richtig gucken.

Egal wie, sollte es nicht funktionieren, könnnen auch Bücher eine Schranke sein.

Der Befehl: „Geh zu deiner Ladestation“ klappt nur bedingt – in dem Zimmer, wo sie steht, marschiert er geradlinig mit gebremster Kraft darauf zu – drücke ich aber in irgend einem anderen Zimmer diese Hometaste, dann ist er ewig und drei Tage verwirrt, wo er hin soll – Ob sich mein schlechter Orientierungssinn auch auf Technikgeräte vererben kann?

Ich könnte ihn noch zurückschicken – und MEDION könnte es sicher verkraften – aber er wird bei mir bleiben.

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Und wenn wir jetzt schon bei Fotos von weißen Gegenständen sind, dann ergänze ich gleich noch ein paar. Es ist nicht zu fassen, aber wir hatten wirklich Winter in Berlin – man könnte fast sagen, wir haben immer noch welchen.

Bei Tag und bei Nacht begeistert mich mein Balkonschnee. Vor einigen Tagen wollte ich meine Nase und meinen Popo mal ein wenig vor die Tür tragen – doch als ich merkte, wie glatt es an Stellen sein kann und wie wenig rutschhemmend meine Schuhsohlen sind, ging ich fast gleich und sofort in mein warmes Kämmerlein zurück.

Die Herz-Clara ist auch nicht mehr die frischeste, aber sie ist noch da.

 

Meine Klebeblumentöpfe lassen mich ganzjährig erahnen, dass es schneefreie Zeiten gibt. in denen dann die echten Blumen und Pflanzen blühen, wachsen und gedeihen. Aber das Foto habe ich hauptsächlich deswegen gemacht, um zu demonstrieren, wie hoch der Schnee angeweht wurde. Leichtsinniger Weise habe ich mal das Fenster geöffnet … und hatte einen weißen Teppich – mal was Neues.

ABER:

Jetzt kommt die Ernüchterung: Berlin ist keine Schneestadt

Der Schnee wird täglich weniger, doch ich werd‘ immer mehr.
Wie soll denn das nur weitergeh’n, ich liebe das nicht sehr.

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Haben die Schreiberlinge, die immer noch mit dem alten Editor arbeiten – so wie ich – in letzter Zeit auch Schwierigkeiten bemerkt, die uns offensichtlich WP in den Weg legt? Oder liegt es bei mir nur am Browser Firefox? Bei Chrome hat nämlich einiges noch besser geklappt. Hier sehe ich beim Schreiben eines längeren Artikels nicht mehr die obere Einstellleiste, so dass ich bei allen Befehlen erst nach oben scrollen muss.

Vielleicht muss ich mich doch endlich mit dem neuen anfreunden.

 

 


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Bauchtaschenpullover werden zum Hit …

… und ich immer mehr zum schwangeren Beuteltier 🙂 !

Ich nun wieder! Was meine ich?

Wenn das so weiter geht, werde ich noch süchtig! Mobilfunktelefonsüchtig! Diesen Satz können nur Leute nachvollziehen, denen nach 3 Minuten Telefonat auch schon das linke (oder rechte) Ohr weh tat, weil sie sich den Hörer fast bis ins Gehirn gedrückt haben, um besser verstehen zu können. Ich kann ja seit Jahren nur auf dem linken Ohr einigermaßen hören und damit eben auch nur links telefonieren. Da erlahmen eben nach einiger Zeit Ohr und Arm.

Doch jetzt – bei Bluetoothverbindung zwischen Ohrdremmel und Mobilphon – es ist, als hätte ich nie in meinem Leben schlecht gehört. Oder – ich habe das schlecht Hören an meine Gesprächspartner weitergereicht. Denn sie bekommen meine Stimme mehr oder weniger über „Raumton“ geliefert – nämlich über die Mikrofonöffnungen an meinen Geräten hinter dem Ohr. Da ich aber KEINE Schwerhörigen in meiner Telefonliste habe, werden sie es verkraften (müssen). Ich frage jetzt schon zum Teil nach einer Bewertung. Frau „Computerdoktor“ benotete das Hören mit einer 7 auf einer Skala von 1 bis 10.

Das Telefon wollte aus der hinteren Jeanstasche schon oft mal Toiletten-Suizid begehen. Habe ich dieses jedoch vor meinem Bauch, kann es nicht ins Toilettenwasser stürzen.

Gleich in der Nacht noch habe ich meinen Handyvrtrag geändert. Ich hatte bisher bei C*ongstar eine supergute Sprech- und Datenverbindung, aber fast alle Sachen waren limitiert, deswegen aber auch nur mit 10 € kostenpflichtig. Sie boten 300 Minuten in alle deutschen Netze, 100 SMS und 1,5 GB Datennutzung. Deswegen: zu Haus nur über Festnetz telefoniert und seit ewigen Zeiten zu Haus alles über WLAN gemacht.

Aber jetzt werde ICH meine Anrufe alle anders machen, denn jetzt habe ich für 2,00 € mehr eine Flatrate für alles und 3 GB Datenvolumen. Damit bin ich glücklich bis in die Steinzeit hin und zurück.

Ich weiß, dass es Anbieter gibt, die billiger oder preiswerter sind, aber ich lege unbedingt Wert auf ein vernünftiges Netz. Und in den ersten 18 Monaten hatte ich mit dem Anbieter nie Probleme.

Ob das mit meinen Hörgeräten schon der Weisheit letzter Schluss ist – ein paar Unpässlichkeiten gibt es schon noch – manches liegt an Phonak, anderes an Bluetooth, wieder anderes an meinen Gehörgängen – aber da ich zu diesem Akustiker wirklich Vertrauen habe, bin ich überzeugt, dass ich das mit meinem Hören besser und schneller in den Griff bekomme als mit meinem Computer.

Dem habe ich zwar gestern Nacht eine Frischzellenkur verabreicht, die bis früh 5:00 Uhr dauerte – aber sie hat nicht den gewünschten Erfolg gebracht, obwohl ich mehr als 15 Gigabyte Daten löschen durfte. Damit hat er über 2 Stunden gerödelt und getrödelt – aber das steht ihm bei seinem Alter zu.


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Autoerlebnisse im Winter 1978/79 …

oder: Eine Horrorcrashtour mit einem fast neuen Auto

Ganz, ganz treue Mitlesende mit gutem Gedächtnis können sich vielleicht an Fetzen der Geschichte erinnern, denn ich habe sie bereits 2010 mal veröffentlicht. Was heißt „Geschichte“ – alles wirklich wahr, nichts beschönigt, nichts dazu erfunden – aber alles zum Glück ca. 40 Jahre her – aber durch die jetzigen Winterereignisse wieder ins Langzeitgedächtnis gekommen. – Da es dort nur zwei Kommentare gab, gab es auch nicht so viele Leser

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„So viel Schnee in den Bergen, das ist ja toll“, jubelt Clara innerlich vor sich hin, als sie die Nachrichten im Fernsehen sieht. Sie denkt an ihre Tochter Marie-Theres, die mit Mann und Kindern die Winterferien zum Skifahren in Österreich nutzt. Auch Clemens, der Filius, treibt sich in irgendwelchen Schweizer Bergen zum gleichen Zweck herum. – Sie sitzt gemütlich auf der Couch, eingepackt in ihre rote Kuscheldecke. Bei diesen Außentemperaturen kann Clara eine Zwiebelschale mehr gut vertragen. Auf ihrem Schoß liegt ein spannendes Buch. „Irgendwann muss ja mal Schluss sein mit dem Winter“, denkt sie.  Bei dem vielen Schnee und Eis auf Straßen und Gehwegen ist Clara froh, dass sie nicht mehr täglich von ihrem Chef gerufen wird. So kann sich ihr kleiner „Leon“ in der Garage wärmen und sie kann sich auf der Couch ausruhen – oder auch umgekehrt. (ihr seht, geschrieben, als ich noch meinen Twingo hatte)

In diesem Moment bekommt der Ansagensprecher einen fast sakralen Tonfall. Er kündigte für die nächsten Stunden flächendeckend Blitzeis an und bittet alle, nicht unnötig das Haus zu verlassen. – „Offensichtlich brauchen die Unfallchirurgen jetzt schon ein zweites und drittes Paar Hände zum Operieren“, denkt Clara so halblaut vor sich hin. Manchmal redet sie mit sich, wenn es kein anderer tut – aber in der Öffentlichkeit hat sie es noch gut im Griff.

Das Wort Blitzeis tritt eine Erinnerungslawine los, gegen die alle Frühlingsgedanken einen aussichtslosen Kampf führen. Sie ist sofort bei der Jahreswende 1978/79, in der innerhalb von Stunden das Thermometer um 20° fiel und ganz Deutschland mit Nachbarn im Schnee- und Eischaos versanken.

Der wunderschöne hellgrüne Wartburg Tourist mit dem liebevoll ausgesuchten Namen ‚Hannibal‘ hatte seinen Kilometerzähler noch nicht einmal fünfstellig gefahren. Er war also noch ein absolutes Greenhorn in seiner Gilde. An der Suche nach seinem Namen war die ganze Familie mehr oder minder engagiert beteiligt gewesen. Clemens’ Vorschläge bewegten sich in der Welt eines Achtjährigen und fanden bei den Großen kein Gehör. Theres zeigte sich an der Namensgebung nur geringfügig interessiert, überhaupt war ihr das neue Auto nur mittelmäßig wichtig. Mathematik war viel spannender als Mechanik. – Da er immer vor der Tür stehen musste, hatte die Redewendung „Hannibal ante portas“ den Ausschlag für die Namenswahl gegeben.
Wie es bei der langen Wartezeit auf seine „Ankunft“ nicht anders zu erwarten war, liebten ihn drei aus der Familie abgöttisch und eine registrierte ihn als Neuankömmling. Im Gegensatz zu seinem gebrauchten Vorgänger war er nagelneu und absolut jungfräulich. Clara konnte sich noch sehr gut an ihre Angst erinnern, als sie ihn – lediglich mit Trabanterfahrung ausgestattet – im zentralen Auslieferungslager Rummelsburg holen durfte.
Der Junior war stinksauer, dass er noch nicht im Fahrschulalter war. Wäre es nach ihm gegangen, hätte er ‚Hannibal‘ mit unserer Hilfe gern schon mal heimlich gefahren, um damit dann entsprechend in seiner Clique zu prahlen. Aber Clara legte heftigsten Protest ein. Schließlich war es ihre Aufgabe, mit den Automechanikern zu flirten, wenn es bei einer Reparatur mal zu lange dauern sollte oder, wie so oft, ein Ersatzteil nur schwer aufzutreiben war. Hannes hielt sich da mannhaft zurück.
Und dieses Auto sollte über Silvester polnische Luft schnuppern. Claras Cousine hatte zu einer zünftigen Party eingeladen. Clemens wollte sofort mitfahren, Theres jedoch blieb Silvester lieber bei der Oma. So konnte der freie Platz im Auto von Claras Tante eingenommen werden, die vom Gewicht her fast die drei anderen aufwog. Zum Glück war der Wartburg für 5 Personen zugelassen. Im Trabant hätten sich Hannes oder Clara durch den engen Einstieg auf den Hintersitz zwängen müssen, für „Tantchen“ wäre das nicht zumutbar gewesen.

Die Feier war okay, das Wiedersehen auch. Nach drei Tagen hieß es, wieder nach Hause zu fahren. Die Temperaturen waren schlagartig gefallen. Die dicke Eisschicht von der Windschutzscheibe konnte nur mit heißen Lappen aufgetaut werden, kratzen half da nichts mehr. Ein letztes Winken – und auf ging es Richtung Berlin.
Die vergeblichen Rufe der Cousine, die Fahrt zu verhindern, wurden nicht mehr gehört. Sie hatte die Warnung im Radio gehört, dass die wichtigsten Autobahnen dicht sind, weil Autos im Schnee stecken geblieben waren. Natürlich war auch die Ost-West-Achse lahmgelegt. Hannibal kam noch auf die Autobahn, musste dann aber kilometerweit rückwärts fahren, denn wenden war unmöglich.
Handy? Navigationsgerät? Winterreifen? Davon träumte der wilde Osten zu dieser Zeit noch nicht einmal.
Ein Stück lief auf der Landstraße alles völlig normal – bis zum ersten Knall. Rote Ampel, Glatteis, Auto in Warteposition – physikalisches Gesetz von dem einen und dem anderen Körper! Wir hatten sicherlich das größere Gewicht und somit war Hannibal stärker, nur büßte er dabei seine „Stoßzähne“ in Form der Scheinwerfer ein.
Kleines Malheur, bei diesem Wetter ohne Licht. Große Katastrophe, bei diesem Wetter ohne Heizung. Ständig musste einer von innen die Windschutzscheibe vom Eis frei kratzen. – Der zweite Knall ließ nicht sehr lange auf sich warten, nur stand Hannibal diesmal unglücklich als Hindernis im Weg. Somit hatten sich die Rücklichter auch noch verabschiedet.
Und dann war sie plötzlich dicht, die Straße. Ratlos diskutierten alle, nur Claras Sprachkenntnisse reichten unter diesen Umständen nicht aus.
Plötzlich tauchte ein rettender Engel in der Person eines Bauern auf. Er lud alle zu sich auf seinen Hof ein und gewährte Kost und Logis. Nun bewährte sich Tantchen sehr, denn sie konnte polnisch parlieren.

Nach einer Übernachtung wurde Hannibal wieder in den Kampf geschickt. Die Schneepflüge hatten die Hauptstraßen geräumt, aber dadurch die Zufahrmöglichkeiten zu den Nebenstraßen total blockiert. Der hilfsbereite Bauer benachrichtigte einen Freund, der das Auto samt Insassen auf einem Schleichweg mit dem Traktor zur Straße ziehen sollte.
Die Furchen der Lastwagenräder waren so tief, dass Hannibal nicht mit den „Füßen“ auf den Boden kam. Das bedeutete – das Seil zog ihn auf dem Unterboden rutschend über den Schnee. Clara war einem Heulkrampf nahe, Hannes bekam fast einen Herzinfarkt, die Tante zeterte und wollte ständig aussteigen und Clemens fand es spannend, spannend, spannend.
Zum Glück war auch irgendwann dieser Streckenabschnitt bewältigt. Die Besetzer der hinteren Reihe wurden in den Zug gesetzt, der Rest versuchte, das stark ramponierte Auto auf deutschen Boden zur Reparatur zu bringen. Im 30er Tempo war das ein etwas länger dauerndes Unterfangen, deswegen musste noch eine Hotelübernachtung eingeschoben werden. Nicht das Glatteis war jetzt der Hinderungsgrund, sondern die eingefrorene Knüppelschaltung. Üblicherweise hatten ja alle DDR-Autos Lenkradschaltung – aber hier bei dieser Version wollten die Konstrukteure mal was besonderes leisten. Warum sie den Kardantunnel nach unten offen ließen, blieb für immer ein ungeklärtes Geheimnis. Waren es Materialeinsparungsgründe? Durfte die DDR keine geschlossenen Tunnelsysteme in Autos einbauen?
Als Theres freudig Mutti und Vati begrüßte, beglückwünschten sie alle zu ihrer weisen Entscheidung, diese Fahrt nicht mitmachen zu wollen.“Hatte das Kind etwa den Seherblick?“, überlegt Clara ca. 30 Jahre später.

Clara musste später in Berlin in ihrer Autowerkstatt den „Charmingblick“ einsetzen, damit für Hannibal alle Ersatzteile beschafft und eingebaut wurden.

Bei den letzten Gedanken an diesen Horrortrip rutscht Clara auf dem Sofa immer tiefer, macht es sich bequem und denkt: „Heute verpasse ich garantiert nichts da draußen. Meinem „Leon“ will ich ähnliche Erfahrungen ersparen.“ Das Telefonklingeln hört sie schon nicht mehr – sie schlummert ihre Mittagsruhe.

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Technik schafft Clara …

Nicht: Clara schafft Technik

oder

Damit ich nicht so allein wohne, habe ich einen „Kumpel“ eingeladen

das Leben, nein, vorrangig die Wohnung mit mir zu teilen. Da er ziemlich klein ist, reicht ihm das Besucherzimmer als Aufenthaltsort, wenn er sich von mir oder von der anstrengenden Arbeit erholen muss und neue Kraft tanken will.

Als ich mein freies Zimmer „annoncierte“, gab es natürlich viele Bewerber. Mir waren ganz bestimmte Dinge wichtig und nach gründlicher Recherche entschied ich mich für diesen „Spross aus dem Hause Medion“. Mit seiner weißen Farbe passt er sich hier an die meisten Möbel gut an und die zwei Bürsten erschienen mir wie zwei Teufelshörnchen. Ich finde, die zwei könnten Freunde werden, oder? Und ich finde auch, er kann den sonst von mir immer „missbrauchten“ Handstaubsauger gut entlasten. – Natürlich bekommt er einen Namen, damit ich ihn rufen und mit ihm sprechen kann. – Ich zeige euch mal alle Bewerber. Die „Mädels“ waren mir alle zu aufgepeppt, der eine Mann zu finster – aber der Hase kann doch wenigstens einmal im Jahr Gutes tun.

 

Mit folgenden Sätzen hat er sich eingeschmeichelt:

Der Saugroboter hat 90 Min. Laufzeit, säubert bis zu 100 qm (hier sind ca. 70 zu säubern), für Hartböden, Teppiche, Fliesen, Laminat – nur Parkett ist nicht aufgeführt, es sei denn, es zählt zu Hartböden. Saugen darf er dort auf jeden Fall, vielleicht aber nicht wischen.

  • Der MEDION Saugroboter mit Wischfunktion putzt Ihre Böden in systematischen Bahnen jetzt noch effizienter und gründlicher.
  • Zweifach putzen: Dieser Kombi-Haushaltshelfer hält Deine Böden als Saug- und Wischroboter gleich doppelt sauber.
  • Flexible Putzkraft: Sie geben Ihrem neuen Haushaltshelfer mit der Timer-Funktion genau vor zu welchen Zeiten geputzt wird.
  • Lieferumfang: MEDION Saugroboter mit Wischfunktion und Intelligenter Navigation mit integriertem Li-Ion Akkublock, Fernbedienung, … … Wasserbehälter & Staubbehälter, … virtuelle Lichtschranke, Ladestation & Netzteil

Das alles war angekündigt und das musste er jetzt lediglich beweisen, damit ich weiß, ob er sein Geld wert ist.

So, jetzt genug von dem Dingelchen – ob er sein Geld wirklich wert ist, kann ich erst nach ein paar  Saug- und Wischdurchgängen feststellen.

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So, aber jetzt muss ich ja noch die Überschrift erklären, denn ein er Saugroboter wirft mich ja noch nicht aus der Bahn.

Aber wenn am gleichen Tag noch zwei andere technische Großereignisse stattfinden, dann ist das für eine Lock-down-Ruhe-gewöhnte-Clara einfach zu heftig.

Als erstes kam der Sprechanlagen-Elektriker und bastelte an der gesamten Hausanlage. Das Ergebnis war, dass die Sprache zwar lauter wurde, aber ein unangenehmes Begleit-Ton-Pfeifen auch – mir fielen fast die Ohren ab. – Aber der Mann war doch sein Geld wert – denn nach einiger Zeit pfiff es nicht mehr und ich konnte das erste Mal nach fünfeinhalb Jahren mit jemandem sprechen, der unten vor der Haustür stand – und ich konnte nicht nur sprechen, ich konnte sogar VERSTEHEN. Ich glaube, die Freude darüber kann nur ich nachvollziehen. – Eventuell kaufe ich mir eine neue Anlage für die Wohnung, die ich dann allerdings selbst löhnen muss. Aber die hat einen Laut-Leise-Regler und noch andere Feature – er will mir den Prospekt am Montag schicken.

Aber das Schönste und Wichtigste kommt zum Schluss – gegen 17.00 Uhr hatte ich bei meinem Hörgeräteakustiker einen Termin und die neuen Geräte lagen auf dem Tisch.

Es ist schon von Vorteil, wenn man zu so einem Optik-und-Akustik-Riesen geht, denn diese Geschäfte sind wirklich mit der allerfeinsten Technik ausgestattet. Ich konnte auf einem großen Display verfolgen, wie die Geräte an meine Hörkurve angepasst wurden.

Im Moment ist alles noch ein wenig laut – aber das ist immer bei neuen Geräten. Besonders solche Sachen wie Plastiktütenrascheln oder Besteckklappern – aber auch die Tastatur hört sich ätzend an – ich habe die Geräte nach einiger Zeit um zwei Stufen reduziert. – Das rechte Ohrpassstück sitzt so fest, dass ich es kaum rein oder raus bekomme – aber da wird es Abhilfe geben. – Kurz vor meinem Abendprogramm im Fernsehen habe ich die neue Technik angeschlossen – und ich hatte danach eine exzellente Nachrichtensprecherin im Ohr. Geht doch! – Aber wie kann ich die Kneipensituation beim Doppelkopfspielen simulieren – da ist mir noch nichts eingefallen. – Aber Handytelefonate sind jetzt die große pure Freude – die Ohrdremmel sind den ganzen Tag über Bluetooth mit dem Smartphone verbunden. Nicht nur jedes Telefonat kommt sofort in die Ohren rein – auch jeder Sprachkommentar per WhatsApp oder Videos im Handy, die für mich bisher immer „die Hölle“ waren, konnte ich verstehen. Da sage noch einer, ich hätte schlechte Ohren – ich hatte nur schlechte Teräte.

 

 

 


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Frau „Doktor“, mein „Kind“ ist krank …

… und ich natürlich gleich mit!

Offensichtlich habe ich laut, lange und deutlich im Blog gebarmt, dass mir mein Computer seit kurzem große bis größte Schwierigkeiten macht. Und da meine technischen Geräte Mobilphone, Computer und Fotoapparat inzwischen in meiner Familienkonstellation Karriere gemacht haben, sind sie zu meinen „Kindern“ mutiert. Das finde ich mal eine positive Mutation, die vor allem nicht infektiös ist.

Ich bekomme also unter meinen Jammerpost folgenden Kommentar: „Technische Hilfe ist möglich – Roe“

Gute Sachen soll frau sich nicht entgehen lassen – und deswegen griff ich sofort zu. Wir vereinbarten einen Termin. Ich bekam den Link für das Programm Team Viewer zugeschickt, lud es runter und installierte es. Als dann eine jugendliche Stimme aus dem Telefon drang, konnten wir es ganz schnell bewerkstelligen, dass sie meinen Computer genau so gut sieht wie ich. Ich war erst mal kurz damit beschäftigt, mich über die Stimme von Roe zu freuen – ihr wisst ja, wie oft ich Leute nicht verstehe, weil ihre Sprache nicht mit meinem Gehör konform geht. Aber hier: absolut dialektfrei, klar und deutlich und so oft mit einem hellen, klingenden Lachen.

Und dann hat sie mein „Kind abgehorcht“. Immer wieder musste ich kleine Progrämmchen runterladen und ausführen. Aus den Ergebnissen zog sie dann ihre computertechnischen Schlussfolgerungen. Plötzlich wollte sie beim „Kind“ Fieber messen – nicht ganz richtig, sie wollte die Temperatur sehen, ob sich irgendetwas wegen „Überfüllung“ überhitzt.

Ich hatte schon davor ein käuflich erworbenes Diagnoseprogramm von Avast gelöscht, weil ich der Meinung war, es ist für die Verlangsamung des Computers verantwortlich. Aber: LEIDER NEIN! – Dann löschte ich den Bildschirmhintergrund und kehrte zu dem nackigen Windowshintergrund zurück.- Seht ihr auf der linken Seite Anna, wie sie huldvoll aus dem Auto winkt? Und die Füße von Clarofant sind auch gerade noch zu sehen.

Aber auch das brachte nichts. Gleich und sofort holte ich mir wieder meine lila Löwenfamilie von Mallybeau auf den Bildschirm zurück.

Ein Wunder, dass ich kein „Magenfüllstands-Diagnoseprogramm“ runterladen musste – wahrscheinlich gibt es so etwas nicht. Denn wir beide bemerkten, dass der Computer immer mal wieder beim Schreiben stockt und viele Buchstaben verschluckt. Da ich sie auf der Tastatur gedrückt hatte, gucke ich natürlich nicht immer, ob sie auch auf dem Bildschirm erschienen sind. – Sind sie leider nicht immer, Mist!!!!!

Lange Rede, gar kein Sinn – Frau „Doktor“ hat nichts Konkretes gefunden und meinte, ich solle mich wirklich endlich von diesem seit einem Jahr nicht mehr mit Updates versehenen Computer trennen.

Als wenn das so einfach wäre – wir sind eine unschlagbare Einheit, der Computer und ich!

Aber ich bedanke mich dennoch ganz, ganz herzlich bei Frau Doktor RoeRainrunner!

Sie werden einen Heidenschreck bekommen, was ich alles für Fragen haben werde, wenn ich einen neuen Computer habe.

 


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Die Konstrukteure vom BER …

… hätten mich als Versuchskaninchen nehmen sollen …

denn wenn ich mich mit meinem rudimentär entwickelten Orientierungssinn zurechtfinde, dann können das alle anderen auch.

Dass es nach „ganz kurzer Bauzeit“ einen neuen Flughafen in Berlin gibt, ist wohl jedem schon mal zu Ohren oder Augen gekommen. Also wurde es Zeit, dass die rasende Reporterin Clara H. sich ihn ansieht, dieses Superprodukt deutscher Ingenieurskunst. Der ehemalige Flughafen Berlin-Schönefeld SXF wurde mehr oder weniger als Terminal 5 in den jetzigen BER „Willy Brandt“ eingemeindet. Bei der Terminalbezeichnung war man wieder großkotzig wie sonst was. Es gibt bisher drei Terminals: 1, 2 und 5. Ob es beim jetzigen Stand der Flugfreudigkeit der Leute noch jemals zum Bau von Terminal 3 und 4 kommt, steht in den Sternen. Terminal 1 ist offen, zwei soll im Frühjahr eröffnet werden. Bei dieser „überstürzten Eröffnung“ konnte nicht alles geschafft werden, es sind noch viele Innen- und Außenarbeiten dort zu machen.

Der alte Flughafen = Terminal 5 ist genau 12 Busfahrminuten von den anderen beiden Terminals entfernt. Wahrscheinlich dürfen sich die Maschinen nicht ins Gehege kommen bei Start oder Landung. Hoffentlich sind die Flugrouten nicht so geplant, dass die Passagiere von 5 nach 1 oder umgekehrt wechseln müssen, denn einen Shuttle gibt es nicht. Vielleicht nur jetzt noch nicht – fliegt ja eh kaum jemand. –

Für mich haben sie extra eine neue Buslinie eingeführt, die fast vor meiner Haustür abfährt. Ich sollte vielleicht doch mal überlegen, wenigstens einmal pro Woche zu fliegen, um das auszunutzen 🙂 😉

Das ist der erste Eindruck, wenn man zum neuen Teil, dem Terminal 1, hinfährt, um von dort ab zu fliegen.

Was sieht man so im Inneren? Viele Treppen, die in der Mitte eine Rolltreppe haben, die alle nur nach oben fahren. Will man runter ohne Treppen, gibt es Fahrstühle. – Nicht nur in dem Bereich der Freiheitsstatue war niemand, auch sonst war das Display sehr übersichtlich und aus allen Ecken schrie es: CORONA, setze dich nicht hierher, komme nicht zu uns, sicherheitshalber sperren wir alles ab.

Wenn schon alle Verkaufsstände oder Restaurants geschlossen sind, müssten sie solche Wandbilder  zuhängen, denn die machten mir Hunger oder Appetit.

Ich habe mal die Ankunfts- und Abflugzeiten fotografiert – wirklich sehr übersichtlich. Die ganze Sache hat einen Vorteil: es gibt nirgendwo Gedränge oder gar Stau. Leute mit Koffern oder Gepäck habe ich nicht gesehen – ob die vielen Angestellten den ganzen Tag über Doppelkopf spielen dürfen?

Da ich vorher nicht wusste, dass Terminal 2 noch gar nicht eröffnet hat, bin ich solchen Hinweisschildern gefolgt, einen langen Gang lang gelaufen, um dann von einem „Maschendrahtzaun“ am Weiterlaufen gehindert zu werden.

Ein wenig ins Transpirieren gekommen, habe ich kurz überlegt, ob ich das Duschangebot nutzen soll.

Wer bei diesem Schild keine „supergute Laune“ bekommt, ist selbst dran Schuld.

Wohin natürlich diese an verschiedenen noch nicht vermieteten Verkaufsständen zu findenden Schilder die Laune der Verantwortlichen sicher wieder sinken lässt.

Die Überschrift muss ich ja noch erklären. Ich sehe dieses Schild und google sofort: „Übergang zu KMQ“ : Ich finde diesen Link und denke, nach Japan möchte ich jetzt aber nicht laufen. Es war echt außerhalb des Geländes. Vielleicht sind die japanischen Flieger so klein, dass die vom Parkplatz aus starten können 🙂 😉

Stimmt nicht, was ich weiter oben schrieb, dass ich keine Leute mit Gepäck gesehen habe. An einer Stelle häuften sie sich:

Ich zeige euch das nur, damit ihr wisst: 15 Minuten vor dem Test keinen Apfel essen, nichts trinken und keine Zähne putzen. Und kostenlos gab es die Tests nicht.

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Ich schicke euch jetzt mal alle zum Testen – zwar nicht auf Corona, sondern auf Clara-Flughafen-Texte, und mache übermorgen weiter mit meinen vielen Fotos.


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RB 12 – Alles hat mit Wasser zu tun

Bin ich auf der Fähre, bin ich im Hafen oder bin ich im Hotel unter der Dusche – Wasser ist in Norwegen allgegenwärtig.  Da wir letztens mit Fähren aufgehört haben, fangen wir dieses Mal zur Abwechslung mal damit an.

An den ersten beiden Fotos kann man erahnen, dass das Fahren auf dem Wasser nicht 100%ig mein Ding ist, denn sonst hätte ich keine Fotos von den Rettungswesten und den Rettungsbooten- oder -inseln gemacht. Zum Glück musste nicht eine Sache davon ausprobiert werden.

Das letzte Foto mit der „Haifisch-Fähre“ (so habe ich sie genannt) hat mir offensichtlich so gut gefallen, dass ich es gleich für die Rückseite meines Fotobuchs genommen habe.

Auf dem Deckblatt könnt ihr eine kleine Delle sehen – da ist beim Transport mit DHL der Umschlag und das Buch beschädigt worden. Ich habe es sofort gemeldet und bekomme anstandslos ein neues Buch gedruckt und zugeschickt. Das habe ich dann als willkommenes Verschenkexemplar.

Sind wir von der Fähre runter, dann sind wir im Hafen. Ich erwähnte es ja schon – es gab kaum einen Hafen, in dem wir nicht ein Schiff von Hurtigruten antrafen. Hier habe ich mal probiert, ob der Zoom immer noch funktioniert.

Und jetzt die anderen.

Was bleibt jetzt noch zu zeigen? Lachs, der offenbar beliebteste Fisch in Norwegen, wird natürlich gezüchtet, denn auf herkömmlichem Wege könnte der Bedarf nie und nimmer abgesättigt werden. – Ich habe mal einen Fernsehbericht über Lachse gesehen, da ist mir ein wenig der Appetit vergangen. Das sind also solche Lachsfarmen.