Claras Allerleiweltsgedanken


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Clara und ihre neue Technik … und Blumen

Eigentlich könnte ich dieses „Unternehmen Blog“ gleich wieder eine Zeit lang schließen oder zumindest ruhen lassen.
Grund: Technische Überforderung. Das neue Handy, das ich mir vor kurzem gekauft habe, fordert(e) mich ganz schön. Es sind zwar zum Teil die gleichen Apps wie vorher drauf, nur haben sich diese in den vier Jahren wesentlich verändert und funktionieren anders, als Clara das in ihrem Technikhirn abgespeichert hatte. – Der Kalender hätte graue Haare wachsen lassen, wenn sie nicht schon alle weiß wären.

Ich bin vom S4 auf das S7 gesprungen – Gründe gab es einige, aber eigentlich keinen wirklich zwingenden – das gestehe ich, bevor mich jemand deswegen angreift. Für mich ist das Ding ein Tor zur Außenwelt. Da ich alle meine schriftlichen Sachen in das Phone hineinspreche, kann ich wunderbar kommunizieren.

Die „grobe Arbeit“ – also alle Daten vom S4 auf das S7 zu übertragen, habe ich mir sogar machen lassen. Zu Haus habe ich dann versucht, die Start- und Sperrbildschirme ähnlich wie beim alten einzurichten. – Natürlich musste eine neue Hülle her, denn es soll ja ein wenig (wasser- und fall-)geschützt sein, wenn ich es mal im Bad oder WC versenke 🙂 Zufälliger Weise gab es diese nur in lila und weiß 🙂 😉

Ab nächsten Monat bin ich dann endlich meinen sauteuren Mobilfunkanbieter Mobilcom Debitel los. Ich muss gleich zu Beginn des neuen Vertrages nicht vergessen, zu kündigen, sonst erlebe ich eine ähnliche Pleite wie mit dem jetzigen.

Und damit ich nicht vergesse, wem das Dingens gehört, lasse ich ein Auge von mir über das ganze wachen. Vielleicht wird ein ehrlicher Finder dadurch auch motiviert, mich anzurufen und es mir zurück zu geben.

Und dann habe ich mich auf einen eBook-Reader vorbereitet. In der Bibliothek konnte ich mir einen Tolino ausleihen und ein Buch ausleihen. – Als alles geschafft war, erschien es mir einfach. – Dann kann ich mir ja einen kaufen oder schenken lassen.

Der kürzlich gezeigte Leuchter ist eine wunderbare Stütze für den kleinen „Grinskopp“. Im Bett konnte ich vorher nicht lesen, weil die Lampe bei aufgestelltem Kopfteil das Buch im Finsteren ließ. – Wenn aber das „Buch“ leuchtet, geht das wunderbar.

Bei mir heißt es sehr oft: Aller guten Dinge sind drei. Mit diesen Bluetooth,Kopfhörern, die ich aus dem Süden geschickt und geschenkt bekommen habe, soll meine Schlechthörigkeit am Handy überwunden werden, so dass ich auch mal ein Video anhören kann – und später Hörbücher oder oder oder.

Geladen, über Bluetooth mit dem Handy verbunden und ausprobiert. Was allerdings nicht geht, ist telefonieren. Und zwar nicht wegen des fehlenden Kabels mit Mikrofon, sondern, weil sich meine Stimme durch die aufgesetzten Kopfhörer so eigenartig anhört, wenn ich in das Handy spreche, dass mich das vollkommen nervös macht.

Dann habe ich meinen Akustiker konsultiert und gemeinsam haben wir die Verbindung über Bluetooth zwischen Handy und Hörgeräten direkt hergestellt. Ich muss nur das Antennenteil um den Hals hängen haben. Dieses hat auch ein Mikrofon, so dass ich beim Handytelefonat gut hören kann und auch gut sprechen kann – das Handy kann in der Tasche bleiben. – Unter diesem Aspekt habe ich mich dann doch gegen die Kopfhörer entschieden.

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Damit es nicht nur Technik gibt, zeige ich euch noch, was so aus meinen Prachtamaryllis geworden ist. Meine rote in der Küche, die tatsächlich aus dieser kleinen Wachsknolle gewachsen ist, ziert mein Fensterbrett und ist sogar von unten aus gut zu erkennen.

Und jetzt die 8 weißen Blüten, die eine Kooperation mit der Orchidee eingegangen ist.

Ich bin sogar „todesmutig“ auf den Tisch gestiegen, um die Pracht von oben fotografieren zu können. Sollten mir solche abartigen Gedanken öfter kommen, lohnte sich doch tatsächlich eine Fotodrohne, die das dann übernimmt.

 

 

 

 

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Eine Erinnerung an mein Schneechaos

Um meinem Schnapszahlfimmel zu huldigen, lasse ich an einem 11.1. meinen Artikel erst um 1.11 Uhr statt 00.05 Uhr erscheinen – aber die wenigsten werden das merken.

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Der in weiten Teilen des Landes, aber auch in anderen Ländern wie Österreich und Polen unaufhörlich fallende Schnee fordert immer mehr Opfer – die Lawinengefahr ist zum Teil auf der höchsten Warnstufe. Der Landkreis, in dem ich in Bayern geboren wurde, ist von der Außenwelt abgeschnitten. Tausende müssen Angst haben, dass die Last des Schnees ihre Dächer zum Einsturz bringt. Vor Jahren war das ja mal mit einer Sporthalle passiert.

Monatelang hatte Deutschland fast überall Sommer und Spätsommer – und dann kommt der Winter mit fast nicht mehr zu beherrschender Gewalt. Wissenschaftler vermuten, dass auch das eine Folge der Klimaveränderung sein kann.

Diesen Artikel, den ich schon am 22. Februar 2010 veröffentlicht habe, will ich heute in stark gekürzter Form noch einmal einstellen.

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So viel Schnee in den Bergen, das ist ja toll, jubelt Clara innerlich vor sich hin, als sie die Nachrichten im Fernsehen sieht. Sie denkt an ihre Tochter, die mit Mann und Kindern die Winterferien zum Skifahren in Österreich nutzt. Auch Clemens, der Filius, treibt sich zum gleichen Zweck in irgendwelchen Schweizer Bergen  herum. – Sie sitzt gemütlich auf der Couch, eingepackt in ihre rote Kuscheldecke. Bei diesen Außentemperaturen kann Clara eine „Zwiebelschale“ mehr gut vertragen. . „Irgendwann muss ja mal Schluss sein mit dem Winter“, denkt sie. Bei dem vielen Schnee und Eis auf Straßen und Gehwegen ist Clara froh, dass sie nicht mehr täglich von ihrem Chef gerufen wird. So kann sich ihr kleiner „Leon“ in der Garage wärmen und sie kann sich auf der Couch ausruhen.

In diesem Moment bekommt der Ansagensprecher einen fast sakralen Tonfall. Er kündigte für die nächsten Stunden flächendeckend Blitzeis an und bittet alle, nicht unnötig das Haus zu verlassen. – „Offensichtlich brauchen die Unfallchirurgen jetzt schon ein zweites und drittes Paar Hände zum Operieren“, denkt Clara so halblaut vor sich hin. Manchmal redet sie mit sich, wenn es kein anderer tut – aber in der Öffentlichkeit hat sie es noch ganz gut im Griff.

Das Wort Blitzeis tritt eine Erinnerungslawine los. Sie ist sofort bei der Jahreswende 1978/79, in der innerhalb von Stunden das Thermometer um 20° fiel und Deutschland mit seinen Nachbarländern im Schnee- und Eischaos versank.

Der wunderschöne hellgrüne Wartburg Tourist mit dem liebevoll ausgesuchten Namen ‚Hannibal‘ hatte seinen Kilometerzähler noch nicht einmal fünfstellig gefahren. Er war also noch ein absolutes Greenhorn in seiner Gilde.

Wie es bei der langen Wartezeit auf seine „Ankunft“ nicht anders zu erwarten war, liebten ihn drei aus der Familie abgöttisch und eine registrierte ihn als Neuankömmling. Im Gegensatz zu seinem gebrauchten Vorgänger war er nagelneu und absolut jungfräulich. Clara konnte sich noch sehr gut an ihre Angst erinnern, als sie ihn – lediglich mit Trabanterfahrung ausgestattet – im zentralen Auslieferungslager Rummelsburg holen durfte.
Der Junior war stinksauer, dass er noch nicht im Fahrschulalter war. Wäre es nach ihm gegangen, hätte er ‚Hannibal‘ mit unserer Hilfe gern schon mal heimlich gefahren, um damit dann entsprechend in seiner Clique zu prahlen. Aber Clara legte heftigsten Protest ein.

Und dieses Auto sollte über Silvester polnische Luft schnuppern. Claras Cousine hatte zu einer zünftigen Party eingeladen. Clemens wollte sofort mitfahren, Theres jedoch blieb Silvester lieber bei der Oma. So konnte der freie Platz im Auto von Claras Tante eingenommen werden, die vom Gewicht her fast die drei anderen aufwog. Zum Glück war der Wartburg für 5 Personen zugelassen und hatte 5 Türen. Im 3türigen Trabant hätten sich Hannes oder Clara durch den engen Einstieg auf den Hintersitz zwängen müssen, für „Tantchen“ wäre das nicht zumutbar gewesen.
Die Feier war okay, das Wiedersehen auch. Nach drei Tagen hieß es wieder, nach Hause zu fahren. Die Temperaturen waren schlagartig gefallen. Die dicke Eisschicht von der Windschutzscheibe konnte nur mit heißen Lappen abgetaut werden, kratzen half da nichts mehr. Ein letztes Winken – und auf ging es Richtung Berlin.
Die vergeblichen Rufe der Cousine, die Fahrt zu verhindern, wurden nicht mehr gehört. Sie hatte die Warnung im Radio gehört, dass die wichtigsten Autobahnen dicht sind, weil Autos im Schnee stecken geblieben waren. Natürlich war auch die Ost-West-Achse lahmgelegt. Hannibal kam noch auf die Autobahn, musste dann aber kilometerweit rückwärts fahren, denn wenden war unmöglich.
Handy? Navigationsgerät? Winterreifen? Davon träumte der wilde Osten zu dieser Zeit noch nicht einmal, aber auch im Westen gab es das wohl noch nicht.
Ein Stück lief auf der Landstraße alles völlig normal – bis zum ersten Knall. Rote Ampel, Glatteis, Auto in Warteposition – physikalisches Gesetz von dem einen und dem anderen Körper! Die Tante hat uns sicherlich für den Aufprall den nötigen Schwung verliehen. Somit war Hannibal stärker, nur büßte er dabei seine „Stoßzähne“ in Form der Scheinwerfer ein.

Kleines Malheur, bei diesem Wetter ohne Licht. Großes Malheur, bei diesem Wetter ohne Heizung. Ständig musste einer von innen die Windschutzscheibe vom Eis frei kratzen. – Der zweite Knall ließ nicht sehr lange auf sich warten, nur stand Hannibal diesmal unglücklich als Hindernis im Weg. Somit hatten sich die Rücklichter auch noch verabschiedet.
Und dann war sie plötzlich dicht, die Straße. Ratlos diskutierten alle, nur Claras Polnischsprachkenntnisse reichten unter diesen Umständen nicht aus.
Plötzlich tauchte ein rettender Engel in der Person eines Bauern auf. Er lud alle zu sich auf seinen Hof ein und gewährte Kost und Logis. Nun bewährte sich Tantchen doch noch, denn sie konnte polnisch parlieren.

Nach einer Übernachtung wurde Hannibal wieder in den Kampf geschickt. Die Schneepflüge hatten die Hauptstraßen geräumt, aber dadurch die Zu- und Ausfahrtmöglichkeiten zu den Nebenstraßen total blockiert. Der hilfsbereite Bauer benachrichtigte einen Freund, der das Auto samt Insassen auf einem Schleichweg mit dem Traktor zur Straße ziehen sollte.
Die Furchen der Lastwagenräder waren so tief, dass Hannibal nicht mit den „Füßen“ auf den Boden kam. Das bedeutete – das Seil zog ihn auf dem Unterboden rutschend über den Schnee. Clara war einem Heulkrampf nahe, Hannes bekam fast einen Herzinfarkt, die Tante zeterte und wollte ständig aussteigen und Clemens fand es spannend, spannend, spannend.

Zum Glück war auch irgendwann dieser Streckenabschnitt bewältigt. Die Insassen der hinteren Reihe wurden in den Zug gesetzt, der Rest versuchte, das stark ramponierte Auto auf deutschen Boden zur Reparatur zu bringen. Im 30er Tempo war das ein etwas länger dauerndes Unterfangen, deswegen musste noch eine Hotelübernachtung eingeschoben werden. Nicht das Glatteis war jetzt der Hinderungsgrund, sondern die eingefrorene Knüppelschaltung. Üblicherweise hatten ja alle DDR-Autos Lenkradschaltung – hier wollten die Konstrukteure mal was besonderes leisten. Warum sie den Kardantunnel nach unten offen ließen, blieb für immer ein ungeklärtes Geheimnis. Waren es Materialeinsparungsgründe? Durfte die DDR keine geschlossenen Tunnelsysteme in Autos einbauen?
Als Theres freudig Mutti und Vati begrüßte, beglückwünschten sie alle zu ihrer weisen Entscheidung, diese Fahrt nicht mitmachen zu wollen.“Hatte das Kind etwa den Seherblick?“, überlegt Clara ca. 30 Jahre später.

Bei den letzten Gedanken an diesen Horrortrip rutscht Clara auf dem Sofa immer tiefer, macht es sich bequem und denkt: „Heute verpasse ich garantiert nichts da draußen. Meinem „Leon“ will ich ähnliche Erfahrungen ersparen.“

Das Telefonklingeln hört sie schon nicht mehr – sie schlummert ihre Mittagsruhe.


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Nostalgie pur: Die Fischerinsel

Heute ist genau der richtige Tag, um diesen Artikel zu veröffentlichen. Ich weiß das und einige andere wissen es vielleicht auch.

Heute ist aber auch ein Tag, wo KEINER mit dem Namen „Himmelhoch“ am angestammten Platz ist. Die einen treiben sich in südlichen Gefilden im Ausland herum. Der andere ist ganz weit weg in Hongkong. Die nächsten treiben sich irgendwo im westlichen Ausland herum – nur ich bin in meiner Heimatstadt Görlitz und damit genau am richtigen Fleck zum heutigen Tag. Mit anderen Worten, ich bin ins SEMMELLAND gereist.

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Fünfzehn Jahre meines Berliner Mietlebens wohnte/n ich/wir auf der Fischerinsel – zuerst in der 6. Etage des Hauses  Nr. 6, vier Personen in 49 m² war nicht gerade üppig – ein Zimmer für die Kinder und Omabesuch, ein Zimmer für die, die die Kinder produziert hatten, sie liebten und von ihnen geliebt wurden.

Elf Jahre später, nämlich 1981, „erschlichen“ wir uns mit unüblichen Tricks eine Vierzimmerwohnung – genau gegenüber auf der anderen Straßenseite. Der Ausblick aus der 17. Etage war phänomenal. Wir konnten dem „bösen Onkel Springer“ fast in seine BILD-Zeitung spucken gucken.

In den schönsten Oktobersonnentagen hat es mich mal wieder dorthin getrieben. Ich finde die Wohnlage am Wasser wunderschön. Doch als ich hörte, dass seit 2014 die Mieten um 25 % gestiegen sind, war ich doch froh, dort nicht mehr zu wohnen. Vor allem gab es viel zu wenig Balkons – vielleicht hätte es uns aus der 17. Etage auch weggepustet. Der kleine Küchenbalkon war so schmal, dass er nur zur Vorratshaltung geeignet war.

Eine Politstory erinnere ich – alle Balkone sollten zu jedem 1. Mai mit einer vom Haus gestellten Fahne ge“schmückt“ werden, was mir aber nicht gefiel. Ich befestigte die Fahne an der oberen Balkonstange, ließ sie dann aber innen hängen. Es dauerte nicht lange, klingelte der Hausmeister. Auftragsgemäß sollte er das mit der Beflaggung regeln. Ich erklärte ihm, dass ich extrem höhenkrank bin und mein Mann deswegen jeden Spalt mit Holz abgedeckt hat. Deswegen kann ich die Fahne unten nicht befestigen. – So wichtig war es ihm offenbar auch nicht und wir lebten 4 Jahre ohne Balkonfahne.

In dem verlinkten Artikel steht folgendes:

Die Wohnungen waren beliebt, wer in den 1970er- und 1980er-Jahren dort einziehen durfte, galt als privilegiert. Kein Wunder, dass die Einwohner zum 1. Mai ordentlich flaggten, wie das Foto oben zeigt.

(Wer aber mit zwei Kindern nur eine Zweizimmerwohnung bekam, war nicht privilegiert, sondern musste den Rest nehmen, den die guten Genossen nicht wollten)

So näherte ich mich von der U-Bahnstation Spittelmarkt aus:

Insgesamt gesehen hat sich in den Jahren seit 1985 unheimlich viel dort verändert – nicht unbedingt alles zum positiven. Der Kindergarten, jetzt unter dem Namen Fröbel, ist noch da. Wie oft musste da die große Schwester den kleinen Bruder hinbringen, weil es die Mutter früh mal wieder nicht geschafft hatte und der Chef kein Pardon kannte. – Auf dem Spielplatz haben die Kinder allein gespielt, ohne dass einer von uns beiden um sie Angst gehabt hätte. – Und das ist die Schwimmhalle, an deren Existenz ich mich partout nicht erinnern konnte.

Als ich mir die Frontseite von der 6 anschaute, konnte ich unsere Fenster (rote Kreuze) kaum sehen – die Bäume waren inzwischen so hoch geworden, dass sie uns sicherlich schon Schatten gespendet oder Licht weggenommen hätten. Im Erdgeschoss waren ein Kiosk und ein „Späti“ eingezogen, so dass man jederzeit Bier ordern kann, so man noch Geld dafür übrig hat. – An was ich mich aber gut erinnern konnte, war das „Ahornblatt“ – eine Mehrzweckgaststätte. Die Kinder bekamen dort ihr Schulessen und im großen Saal fanden viele, viele Veranstaltungen statt. Leider hat man dieses ungewöhnliche Bauwerk abgerissen und durch diesen nichtssagenden Bau (letztes Foto) ersetzt. Der Link zum Ahornblatt ist ein sehr guter Artikel.

Ja, dann gucken wir doch mal zu dem Haus, in dem wir ab 1981 wohnten – leider nur 4 Jahre, denn dann gingen die Eltern getrennte Wege und die Kinder auch. – Ihr seht, ich beherrsche die Naturgesetze und mache mir meine Bäume, wie ich sie will. – Den Wohnungsgrundriss hat mein Sohn auf meine Bitte hin gezeichnet – ich habe ihn dann nur vergrößert. Nicht für euch habe ich ihn so schön beschriftet, sondern für mein Gedächtnis 🙂

Als ich das letzte Foto aufnahm, hörte ich hinter mir empörtes Gemurmel. Was ich denn hier mache und warum ich fotografierte. Ich erklärte, dass ich hier mal gewohnt habe und nostalgische Anfälle bekommen hätte. Daraufhin erklärte die eine Mieterin, dass sie in dem Haus seit Anfang an wohnt und sie mich nicht kennt. Ein wenig ließ sie sich beruhigen, als ich bekannte, schon 1985 aus diesem schönen Haus wieder ausgezogen zu sein und mich seit dieser Zeit geringfügig verändert hätte. Doch erst, als ich mich an den Namen der Tauschpartner erinnerte, war ich wohl rehabilitiert. – Wie war das doch, treue Genossen und viele bei der Staasi, da die Wohnungen ja so privilegiert waren.

Dann durfte ich auf den Treppenhausbalkon (Sicherheitstreppenhäuser für Brandfälle) gehen, um zu fotografieren. Das erste Foto zeigt die Fischerinsel 6, das zweite ein Panorama mit den Domen am Gendarmenmarkt.

In der frühen Abenddämmerung musste ich schnell ein Foto von der Leipziger Straße machen, die sich auch so unendlich verändert hat.

 

 


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Nachträglich: Tapsige Ostergrüße vom öligen Löwen

Diese Überschrift KANN niemand verstehen – noch nicht einmal ich, wenn ich das Drumherum der Entstehung vergessen haben werde. Erklären werde ich sie im Laufe des Textes.

Alles kam so: Die Ostersachensuchmannschaft, die eigentlich „Frauschaft“ heißen müsste, rückte am Karfreitag an, obwohl ja mein „Clarino“ eigentlich geschlossen hatte. Zuerst trafen wir uns im Botanischen Garten und schlunzten durch die schönen Tropenhäuser.

Zum Glück schien aber die Sonne so warm und schön, dass es auch unter den Frühblühern wie Krokussen und Stiefmütterchen und Tausendschönchen und Enkelinschönchen Spaß gemacht hat. Auf einen Kaffee in der Sonne verzichteten wir dann doch, denn der Weg zur Hölle zum Kaffee  war mit einer riesigen Warteschlange gepflastert.

Wir machten uns auf den Heimweg und die drei „Kinder“ freuten sich, dass es bei 13 Busstationen lohnend ist, einen Platz im Oberdeck zu ergattern. Zu Haus gab es selbstgemahlenen Kaffee, selbstgekaufte exzellente Apfeltorte (ich hätte sie nie so gut backen können), selbstgeschlagene Schlagsahne und später selbstgesuchte Osternaschereien, selbstgeschnippelten Eisbergsalat mit farbgegensätzlichen Mandarinenstücken, zwei selbstausgesuchte Pizzen und selbstzubereitete Nudeln mit viel Gemüse und unvegetarischen Einlagen.

Meine „generalstabsmäßig vorbereitete Versteckerei“ ist sehr gut angekommen, die Regeln wurden allerdings von den Teilnehmern „selbstherrfraulich“ geändert. Alle drei suchten in einem Raum gemeinsam und forschten auch nach allen drei versteckten Köstlichkeiten. Wer als erste alle drei entdeckt hatte, durfte sich setzen. Das älteste Kind hatte fast immer die Suchnase vorn und saß als erste auf dem Sofa – da kamen vielleicht doch Kindheitserinnerungen vom Unterbewusstsein ins Oberbewusstsein.

Jetzt gibt es ein paar Fotos, die ich beim Verstecken machte. Alle Heizkörper wurden auf Minimum eingestellt, denn es sollte ja keine breiförmigen Schokoeier gesucht werden.

Balkon: Das an der Balkonbrüstung baumelnde Küken – die beklebte Hockerrückseite – die eierkükenlegende Wollmilchsau Grünpflanze (ohne Foto)

Flur: Der schokoladentafelschwangere Bilderrahmen; die lila Tuchecke mit Schokolade, die natürlich nicht rausguckt; die Schokolade an der Schuhschranktür

Besucherzimmer: Schokolade statt Kaffee in der Tasse; den Wasserkocher bitte erst entleeren vor dem Kochen, dieses Ei wird nicht leuchten

Wohnzimmer, Küche und mein Zimmer habe ich jetzt weder Lust noch Zeit, ausführlich zu beschreiben, da ich ja endlich zu dem „öligen Löwen“ kommen will. Es wurde alles gesucht, alles gefunden und alles begrüßt.

Kurz nur paar Fotos, auf die ihr euch selbst einen Reim machen könnt. Küche

Wohnzimmer:

Clarazimmer:

Nun aber endlich genug gesucht – dachte ich. Nein, die drei Besucherinnen „rächten“ sich, versteckten 7 winzige Schokoladentafeln und ein paar wunderschöne Bettsocken in passender Farbe und amüsierten sich wie Bolle über meine Blindheit beim Suchen und nicht-Finden.

Und jetzt nun endlich zum „öligen Löwen“. Als die drei versteckten, wurde ich in die Küche zum Warten verbannt. Meine Enkeltochter drückte mir den Löwen in die Hand, mit dem sie die ganze Zeit gespielt hatte. Nur fiel es keiner von uns beiden auf, dass er unbemerkt seine Hinterpfote in eine große volle Tasse getaucht hatte. Dort war die Essig-Öl-Gewürzmischung für den Salat schon vorbereitet.

Das anschließende Ergebnis war: Meine Hose total verölt und in fast allen Zimmern riesige Öltapsen, da meine Socken und auch die der anderen zum Teil vollkommen vollgesogen waren. Das war eine ziemlich aufwändige Sache, das Öl von Parkett und Vinyl wieder wegzubekommen. Da habe ich es aufrichtig bedauert, dass ich keinen Dampfreiniger für den Fußboden habe.

 

 


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„Generalstabsplanung“ zur Ostereiersuche

Vor ein paar Tagen erfuhr ich, dass ich um Ostern plusminus 3 Tage für kurze Zeit Besuch bekomme, und zwar ein großes Kind und zwei kleinere Kinder.

Da ich leidenschaftlich gern auch mal was verstecke, wuchs in mir gleich und sofort ein Plan. SUCHEN muss ich nicht, denn das mache ich mindestens zwei Mal pro Woche – und zwar gründlich, weil ich wieder irgendetwas verlegt habe, was sich nicht finden lassen will.

Ich besorgte das nötige Osterzubehör und plante folgendes: Alles wird zu dritt bereit gelegt. Jedes Zimmer und jeder Raum versteckt immer nur eine Sorte von Süßkram. Wer eines pro Zimmer gefunden hat, hört in diesem Raum auf mit der Sucherei und wendet sich dem nächsten Raum zu.

Ich werde alle Verstecke in einer Datei auflisten, denn sonst schmelzen manche Schokoladensachen noch Wochen später vor sich her.

Jeder Raum hat an der Tür einen Hinweis hängen, nach was hier gesucht werden darf.

Ich kann jetzt nichts verraten, weil ich nicht weiß, wer hier vielleicht doch mitliest. – Da ich so eine Suchaktion zum letzten Mal 2013 gemacht habe, sind jetzt bestimmt alle bestens vorbereitet.

Die Regeln: Keine Schrank- oder ähnliche Türen öffnen, bestenfalls mal eine Dose schütteln und erahnen, dass etwas drin sein könnte. Die Verstecke sind schon ziemlich schwer – eines verrate ich mal. Aus einer Lampe habe ich die Glühbirne rausgeschraubt und durch ein grünes, dickes Ei ersetzt.

Na, dann schau’n wir mal.


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Ein schrecklich-schöner Donnerstag

Vielleicht sollte ich doch ab und an mal Radio hören. Doch mich stören alle zusätzlichen Geräuschquellen, weil ich dann die notwendigen Alltagsgeräusche nicht höre.

Aber es würde ja auch reichen, auf die Wetterapp zu schauen, was ich (eigentlich) oft genug machen. Die muss am Donnerstag, dem 5. Oktober, Alarm im Quadrat „gebrüllt“ haben. Doch ich stellte sie nicht an und war dementsprechend vollkommen unvorbereitet.

Ich hatte einen Orthopädentermin bei dem neuen Arzt und ich muss sagen, ich fühlte mich „angenommen“. Die Spritze tat ziemlich weh, aber die Hoffnung auf Erfolgt ließ mich leise wimmernd die Prozedur überstehen.

Dann begann der Heimweg, der im Normalfall 45 Minuten dauert, sich dieses Mal aber über Stunden erstrecken sollte. Der Bus brachte mich zur S-Bahn Yorckstraße – und das war es dann erst einmal. Die vorhergehende war noch abgefahren, doch bei uns sagte der Fahrer durch, dass der gesamte S-Bahnverkehr in Berlin wegen Sturmschäden eingestellt ist. Das glaubte ich sofort, denn mich hätte es bei 10 kg weniger vielleicht umgehauen. Ich klammerte mich an einen Mast.

Also wieder zum Bus, der mich zum Glück noch zur U-Bahn fuhr. Fällt in Berlin die S-Bahn aus, dann sind alle anderen Verkehrsmittel rettungslos überfordert. Nur mit Trick kam ich noch in einen Wagen hinein. Die U-Bahn fuhr mich zur Endstation U-Mariendorf.

Endstation – nach 13 Minuten Wartezeit in Wind und Regen kam mein Bus, der mich vor die Haustür fahren sollte. Doch nach 2 Stationen kam die Durchsage von der Zentrale: Bitte stellen Sie Ihre Busse so ab, dass sie ungefährdet stehen, und stellen Sie den Fahrverkehr ein. – Taxis fuhren alle besetzt vorbei. Also ca. 4 km Fußmarsch – ich habe geflucht wie ein Droschkenkutscher, weil mir das rechte Bein im Laufe der Zeit von oben bis unten weh tat.

Aber irgendwann war es geschafft – und es hat sich kein Bus auf der Straße sehen lassen. Ich war so unendlich froh, als ich meine Wohnung erreicht hatte.

Ein Blick auf den Balkon zeigte mir das:

Ich will jetzt weder jammern noch klagen – es gibt so viel schlimmere Sturmschäden, was wir ja erst kürzlich im Fernsehen sehen konnten. Da haben Leute ihre ganze Existenz verloren – ich nur 2 Blumentöpfe, etwas Dreck und eine demolierte Fußbodenfliese. Da kann ich gut mit dem  Tischbein verdecken oder – falls ich mich zu arbeitslos fühle – auch durch eine Ersatzfliese austauschen.

Und dann kam das Schöne des Tages. Ein Paket, ein ziemlich großes Paket, war von Hermes bei meinen Nachbarn abgegeben worden.

Ich holte es und als erstes kam mir ein großer dunkler Sack mit einer Geschenkbandschleife und ein Kärtchen mit Grüßen meiner Tochter und meiner sicherlich stark geschenkbeeinflussenden Enkeltochter unter die Finger.

Dann gab es einen zweiten Karton im ersten Karton. Ich grübelte ernsthaft, was da drin sein könnte. Für den Koffer erschien es mir zu klein, für einen Rucksack zu groß. Ob der Einkaufstrolley zusammengelegt nicht mehr Platz einnimmt, war mir nicht bewusst. Da half nur auspacken. – Tatarata!

Da muss ich also doch noch ein wenig verreisen, denn so ein schicker Koffer möchte ja ausgeführt werden. Oder???? Er sieht wirklich ganz chic aus und passt zur Unterbringung in seinen größeren Bruder hinein.

Danke, danke, danke!


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Mit Besuch macht Besuch gleich viel mehr Spaß

Wen oder was kann ich meinen? Natürlich mein liebes Glubschaugenkind und den Britzer Garten.

Auto im Stall, Garten vor der Tür – also fuhren wir natürlich zu dieser von mir so geschätzten Freizeiteinrichtung, bevor das Glubschaugenkind total aus dem Spielplatzalter entwachsen ist.

Kurz hinter dem Eingang Tauernallee ist eine richtige Spiellandschaft. Dieses Mal konnte ich sie viel besser als sonst beobachtend genießen. Da gab es zum Beispiel die Pyramidenbezwingerin. Obwohl glatt und glitschig, schaffte sie es mit ein wenig omalicher Anschubförderung bis ganz nach oben – und das meine ich jetzt nicht sinnbildlich.

Und diese Titel werde ich jetzt weiterhin vergeben, denn ein Kind, das so mühelos nach oben klettert, kann nur eine Baumwipfelerstürmerin sein. Gut, dass sie ein leuchtendbuntes Shirt trug, sonst hätte ich sie mit dem Fotoapparat womöglich gar nicht orten können 🙂

1808 BrG Baumklettern 17

Doch das waren nicht die einzigen Titel, die es hier im Blog zu erobern gilt – weitere gibt es morgen im Fotoblog. Was haltet ihr von einer (fast freihändig laufenden) Seiltänzerprinzessin? Ich fand, sie wurde dieser Rolle und diesem Titel hervorragend gerecht. (Dass sie auf der Hängebrücke die Oma durch ihr unvorhergesehenes Gehopse fast aus dem Gleichgewicht gebracht hat, wollen wir hier mal nicht erzählen! Wir petzen ja nicht!)

1808 BrG Spielplatz 01

Was war sie noch? Ich hätte ja immer gedacht, dass sie für eine Rutschbahnnutzerin schon zu erwachsen ist – Irrtum! Aber bei so einem schönen Aufbau mit offenen Augen konnte das Glubschaugenkind wahrscheinlich nicht widerstehen.

1808 BrG Spielplatz 11

Jetzt haben wir uns vom Spielplatz noch immer keinen Meter fortbewegt, denn sie will ja noch Couchaufbau-Eroberin werden – vielleicht ist es nicht die feine badenwürttembergische Art, den Betrachtern den Rücken und dessen Verlängerung  zuzuwenden, doch der soll ja bekannterweise auch entzücken können.

1808 BrG Spielplatz 97

Wie gut, dass jetzt nur noch ein Foto auf mich zur Verarbeitung wartet, denn mir gehen allmählich die Substantive aus. Was ist das Kind denn hier? Heimchen am Herd? – Hoffentlich nie! Hüterin von Heim und Herd? – Schon angenehmer! Ich überlasse es euch, eine geeignete Bezeichnung zu finden.

1808 BrG Spielplatz 98

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Jetzt habe ich viele, viele Fotos von dem einen Kind gezeigt, nicht unbedingt, wo sie immer zu sehen ist, sondern auch, die ihrem Kopf entsprungen sind (fast wie in dem Weihnachtslied mit dem Ros‘)

Doch das größere Geschwisterkind hat auch was (ent)springen lassen, nämlich einen Eigenbau zu meinem Geburtstag. Versteht ihr, warum in lila??? 🙂 Und das, obwohl er lila absolut nicht leiden kann, noch nicht mal als Fahrradpacktaschen!

1808 Geschenk Enkel