Claras Allerleiweltsgedanken


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Autoerlebnisse im Winter 1978/79 …

oder: Eine Horrorcrashtour mit einem fast neuen Auto

Ganz, ganz treue Mitlesende mit gutem Gedächtnis können sich vielleicht an Fetzen der Geschichte erinnern, denn ich habe sie bereits 2010 mal veröffentlicht. Was heißt „Geschichte“ – alles wirklich wahr, nichts beschönigt, nichts dazu erfunden – aber alles zum Glück ca. 40 Jahre her – aber durch die jetzigen Winterereignisse wieder ins Langzeitgedächtnis gekommen. – Da es dort nur zwei Kommentare gab, gab es auch nicht so viele Leser

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„So viel Schnee in den Bergen, das ist ja toll“, jubelt Clara innerlich vor sich hin, als sie die Nachrichten im Fernsehen sieht. Sie denkt an ihre Tochter Marie-Theres, die mit Mann und Kindern die Winterferien zum Skifahren in Österreich nutzt. Auch Clemens, der Filius, treibt sich in irgendwelchen Schweizer Bergen zum gleichen Zweck herum. – Sie sitzt gemütlich auf der Couch, eingepackt in ihre rote Kuscheldecke. Bei diesen Außentemperaturen kann Clara eine Zwiebelschale mehr gut vertragen. Auf ihrem Schoß liegt ein spannendes Buch. „Irgendwann muss ja mal Schluss sein mit dem Winter“, denkt sie.  Bei dem vielen Schnee und Eis auf Straßen und Gehwegen ist Clara froh, dass sie nicht mehr täglich von ihrem Chef gerufen wird. So kann sich ihr kleiner „Leon“ in der Garage wärmen und sie kann sich auf der Couch ausruhen – oder auch umgekehrt. (ihr seht, geschrieben, als ich noch meinen Twingo hatte)

In diesem Moment bekommt der Ansagensprecher einen fast sakralen Tonfall. Er kündigte für die nächsten Stunden flächendeckend Blitzeis an und bittet alle, nicht unnötig das Haus zu verlassen. – „Offensichtlich brauchen die Unfallchirurgen jetzt schon ein zweites und drittes Paar Hände zum Operieren“, denkt Clara so halblaut vor sich hin. Manchmal redet sie mit sich, wenn es kein anderer tut – aber in der Öffentlichkeit hat sie es noch gut im Griff.

Das Wort Blitzeis tritt eine Erinnerungslawine los, gegen die alle Frühlingsgedanken einen aussichtslosen Kampf führen. Sie ist sofort bei der Jahreswende 1978/79, in der innerhalb von Stunden das Thermometer um 20° fiel und ganz Deutschland mit Nachbarn im Schnee- und Eischaos versanken.

Der wunderschöne hellgrüne Wartburg Tourist mit dem liebevoll ausgesuchten Namen ‚Hannibal‘ hatte seinen Kilometerzähler noch nicht einmal fünfstellig gefahren. Er war also noch ein absolutes Greenhorn in seiner Gilde. An der Suche nach seinem Namen war die ganze Familie mehr oder minder engagiert beteiligt gewesen. Clemens’ Vorschläge bewegten sich in der Welt eines Achtjährigen und fanden bei den Großen kein Gehör. Theres zeigte sich an der Namensgebung nur geringfügig interessiert, überhaupt war ihr das neue Auto nur mittelmäßig wichtig. Mathematik war viel spannender als Mechanik. – Da er immer vor der Tür stehen musste, hatte die Redewendung „Hannibal ante portas“ den Ausschlag für die Namenswahl gegeben.
Wie es bei der langen Wartezeit auf seine „Ankunft“ nicht anders zu erwarten war, liebten ihn drei aus der Familie abgöttisch und eine registrierte ihn als Neuankömmling. Im Gegensatz zu seinem gebrauchten Vorgänger war er nagelneu und absolut jungfräulich. Clara konnte sich noch sehr gut an ihre Angst erinnern, als sie ihn – lediglich mit Trabanterfahrung ausgestattet – im zentralen Auslieferungslager Rummelsburg holen durfte.
Der Junior war stinksauer, dass er noch nicht im Fahrschulalter war. Wäre es nach ihm gegangen, hätte er ‚Hannibal‘ mit unserer Hilfe gern schon mal heimlich gefahren, um damit dann entsprechend in seiner Clique zu prahlen. Aber Clara legte heftigsten Protest ein. Schließlich war es ihre Aufgabe, mit den Automechanikern zu flirten, wenn es bei einer Reparatur mal zu lange dauern sollte oder, wie so oft, ein Ersatzteil nur schwer aufzutreiben war. Hannes hielt sich da mannhaft zurück.
Und dieses Auto sollte über Silvester polnische Luft schnuppern. Claras Cousine hatte zu einer zünftigen Party eingeladen. Clemens wollte sofort mitfahren, Theres jedoch blieb Silvester lieber bei der Oma. So konnte der freie Platz im Auto von Claras Tante eingenommen werden, die vom Gewicht her fast die drei anderen aufwog. Zum Glück war der Wartburg für 5 Personen zugelassen. Im Trabant hätten sich Hannes oder Clara durch den engen Einstieg auf den Hintersitz zwängen müssen, für „Tantchen“ wäre das nicht zumutbar gewesen.

Die Feier war okay, das Wiedersehen auch. Nach drei Tagen hieß es, wieder nach Hause zu fahren. Die Temperaturen waren schlagartig gefallen. Die dicke Eisschicht von der Windschutzscheibe konnte nur mit heißen Lappen aufgetaut werden, kratzen half da nichts mehr. Ein letztes Winken – und auf ging es Richtung Berlin.
Die vergeblichen Rufe der Cousine, die Fahrt zu verhindern, wurden nicht mehr gehört. Sie hatte die Warnung im Radio gehört, dass die wichtigsten Autobahnen dicht sind, weil Autos im Schnee stecken geblieben waren. Natürlich war auch die Ost-West-Achse lahmgelegt. Hannibal kam noch auf die Autobahn, musste dann aber kilometerweit rückwärts fahren, denn wenden war unmöglich.
Handy? Navigationsgerät? Winterreifen? Davon träumte der wilde Osten zu dieser Zeit noch nicht einmal.
Ein Stück lief auf der Landstraße alles völlig normal – bis zum ersten Knall. Rote Ampel, Glatteis, Auto in Warteposition – physikalisches Gesetz von dem einen und dem anderen Körper! Wir hatten sicherlich das größere Gewicht und somit war Hannibal stärker, nur büßte er dabei seine „Stoßzähne“ in Form der Scheinwerfer ein.
Kleines Malheur, bei diesem Wetter ohne Licht. Große Katastrophe, bei diesem Wetter ohne Heizung. Ständig musste einer von innen die Windschutzscheibe vom Eis frei kratzen. – Der zweite Knall ließ nicht sehr lange auf sich warten, nur stand Hannibal diesmal unglücklich als Hindernis im Weg. Somit hatten sich die Rücklichter auch noch verabschiedet.
Und dann war sie plötzlich dicht, die Straße. Ratlos diskutierten alle, nur Claras Sprachkenntnisse reichten unter diesen Umständen nicht aus.
Plötzlich tauchte ein rettender Engel in der Person eines Bauern auf. Er lud alle zu sich auf seinen Hof ein und gewährte Kost und Logis. Nun bewährte sich Tantchen sehr, denn sie konnte polnisch parlieren.

Nach einer Übernachtung wurde Hannibal wieder in den Kampf geschickt. Die Schneepflüge hatten die Hauptstraßen geräumt, aber dadurch die Zufahrmöglichkeiten zu den Nebenstraßen total blockiert. Der hilfsbereite Bauer benachrichtigte einen Freund, der das Auto samt Insassen auf einem Schleichweg mit dem Traktor zur Straße ziehen sollte.
Die Furchen der Lastwagenräder waren so tief, dass Hannibal nicht mit den „Füßen“ auf den Boden kam. Das bedeutete – das Seil zog ihn auf dem Unterboden rutschend über den Schnee. Clara war einem Heulkrampf nahe, Hannes bekam fast einen Herzinfarkt, die Tante zeterte und wollte ständig aussteigen und Clemens fand es spannend, spannend, spannend.
Zum Glück war auch irgendwann dieser Streckenabschnitt bewältigt. Die Besetzer der hinteren Reihe wurden in den Zug gesetzt, der Rest versuchte, das stark ramponierte Auto auf deutschen Boden zur Reparatur zu bringen. Im 30er Tempo war das ein etwas länger dauerndes Unterfangen, deswegen musste noch eine Hotelübernachtung eingeschoben werden. Nicht das Glatteis war jetzt der Hinderungsgrund, sondern die eingefrorene Knüppelschaltung. Üblicherweise hatten ja alle DDR-Autos Lenkradschaltung – aber hier bei dieser Version wollten die Konstrukteure mal was besonderes leisten. Warum sie den Kardantunnel nach unten offen ließen, blieb für immer ein ungeklärtes Geheimnis. Waren es Materialeinsparungsgründe? Durfte die DDR keine geschlossenen Tunnelsysteme in Autos einbauen?
Als Theres freudig Mutti und Vati begrüßte, beglückwünschten sie alle zu ihrer weisen Entscheidung, diese Fahrt nicht mitmachen zu wollen.“Hatte das Kind etwa den Seherblick?“, überlegt Clara ca. 30 Jahre später.

Clara musste später in Berlin in ihrer Autowerkstatt den „Charmingblick“ einsetzen, damit für Hannibal alle Ersatzteile beschafft und eingebaut wurden.

Bei den letzten Gedanken an diesen Horrortrip rutscht Clara auf dem Sofa immer tiefer, macht es sich bequem und denkt: „Heute verpasse ich garantiert nichts da draußen. Meinem „Leon“ will ich ähnliche Erfahrungen ersparen.“ Das Telefonklingeln hört sie schon nicht mehr – sie schlummert ihre Mittagsruhe.

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RB 21 – auf Wunsch eines einzelnen Herrn

Autopict hat in seinem Kommentar zu meinem 19. Reisebericht folgendes geschrieben:

21 ist aber auch eine klasse Zahl, das Produkt von 2 Primzahlen, darüber hinaus nicht teilbar… eine sehr schöne Zahl, häufig den Tierkreiswechsel markierend, oder den Jahreszeitenwechsel… 21 zergeht auf der Zunge wie Sahnetortellini in Knoblauchsauce, einfach lecker.

Und das hat mich dann überzeugt – denn meine Mathematikertochter, die diesen Wissenschaftszweig schon seit ihrer Kindheit heiß und innig liebt, hat ein inniges Verhältnis zu Primzahlen – aber nicht so solchen, wie ich sie verstehe, also zu den ein- oder zweistelligen – nein, bei ihr müssen sie mindestens dreistellig sein, besser noch mehr. Und da hört dann meine Liebe zur Mathematik auf. Damit es noch ein klein wenig Neues gibt, habe ich Seiten aus dem Norwegen-Fotobuch abfotografiert. Das wird aber immer nicht so toll, da da Buch ja in der Mitte einen Falz hat. Egal wie – ich lebe damit. Und damit der Abschied richtig rund wird, benutze ich zum ersten Mal die runde Form in der Galerie. Es sind Seiten aus dem Fotobuch. Ich weiß, dass durch die runde Darstellung viele Infos verloren gehen, aber man kann sie sich ja auf Wunsch vergrößern. Und tschüss!!!!!

Und jetzt noch was für den „einzelnen Herrn“, damit es 4 x 7 Fotos werden und sind:

Damit du das mit dem „Eis à la Vietnam“ (oder sonst wo) üben kannst – ganz kalt werden lassen, dünn ausstreichen und dann mit einem Spachtel Rollen formen

Und wenn du es geschafft hast, reißt jemand vor Begeisterung die Arme hoch und applaudiert!

Und wenn du dann von den Bemühungen und dem Applaus ermattet bist, kannst du dich für eine Zeit in eine uralte Hütte zurückziehen

Und am Ende kannst du dir einen leuchtenden (Lorbeer-)Kranz aufsetzen.

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So, jetzt aber echt und ehrlich: Blogpause bis November zur Erholung für euch und mich. Ich werde üben und probieren, ob mir der neue Editor doch zusagt oder ich beim alten bleibe.
Lasst es euch gut gehen und bleibt vor allem gesund!
Viel frische Luft ins Zimmer lassen!
Ich reiße gleich mal bei mir das Fenster auf.

 


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RB 20 – Zugabe – fast nur Fotos

Jetzt hat es mich auch kalt erwischt – alle bisherigen Berichte konnte ich noch mit dem alten WP-Reader schreiben. Und jetzt, wo ich mich darauf eingelassen habe, noch einen zwanzigsten Post zu erstellen, grätscht sich dieses komische Ding hier bei mir rein. Ob ich das schaffe, weiß ich noch nicht.

Ich sehe alles hier zum ersten Mal und finde NICHTS, aber wirklich auch NICHTS besser oder einfacher als beim bisherigen Reader. Hoffentlich meckern genügend Leute, so dass sie den neuen so einstellen, dass er FREIWILLIG genutzt werden kann, aber nicht ZWANGSWEISE benutzt werden MUSS.

Ich habe mir von jedem Tag des Reiseberichtes EIN Foto ausgesucht. Mal sehen, wie ich die jetzt präsentieren kann.

Ich fand 19 Reiseberichte so unrund, deswegen gibt es jetzt noch diesen zwanzigsten – als Zugabe. Ich finde das Einfügen von Fotos viel umständlicher als vorher – aber damit das Gehirn nicht einrostet, will ich mich heute mal damit beschäftigen.

Der Bus war das A und O unserer Reise, der BusFAHRER eher nicht.

Ich höre auf zu jammern über den neuen Editor – man kann auch weiterhin mit dem klassischen arbeiten. – Aber ich habe schon Sachen entdeckt, die ich gar nicht sooooooo schlecht fand – ich werde mich mit ihm beschäftigen.

Typischer kann ein Foto von meinem Norwegentrip nicht sein: Wasser, Berge, Wolken, trotzdem blauer Himmel und natürlich eine Fähre, die aber nur ein Stück Geländer von sich preisgibt

Das Foto hat sich chronologisch vorgeschummelt – denn es ist ein Garten in Stavanger – aber ich suchte ein gutes Beispiel für Blumen

Die Kunst wird in Norwegen NICHT mit einem Leichentuch bedeckt – wir haben viele Beispiele erlebt, dass sie gefördert wird und sich munter entfaltet

Wenn wir auf der Bank mit den vielen Kissen hätten auch sitzen dürfen, gefiele mir das Foto noch viel besser

Dieses Foto vom Osloer Rathaus werde ich mir jetzt immer als Ersatz für das ansehen, was wir alles nicht zu sehen bekommen haben

Diese – nach Wildgans‘ Meinung ein Wintertyp seiende Reiseleiterin Katja hat uns gut und sicher durch alle Querelen der Reise gebracht – norwegisch ist nicht Bedingung, mit Englisch kam sie überall weiter

Wenn die Reiseleiterin ein Wintertyp ist, sind diese beiden hier auf dem Foto „Gruseltypen“

Was man doch alles so am Wegrand findet – uralte Schädel, die aber noch gut erhalten aussehen.

Hafen, Wasser, Boote, Spiegelungen, Sonnenuntergang, bunte Häuser – was fehlt euch noch für Romantik???

Kultur in sakraler Form Diese Rosette in dem gotischen Fenster im Nidarosdom in Trondheim war anbetungswürdig schön.

„Anbeten“ konnte ich keine Fähre, dazu kreuzten sie unseren Weg zu oft – aber für ihre WCs ohne anzustehen war ich ihnen schon dankbar.

Für mich eins der schönsten Hotels – zumindest, was die Aussicht betraf. Von den zwei ausgefallenen Fahrstühlen und dem mehrmaligen Treppensteigen bis zur zwölften will ich hier nicht noch einmal erzählen.

Kinderspielplätze – ich liebe sie – vielleicht deswegen so sehr, weil es in meiner Kindheit so einen Luxus nicht gab – vielleicht sind wir deswegen kreativer geworden, weil wir uns selbst etwas einfallen lassen mussten

Skulpturen in der Kunst – immer wieder schön und in wohl allen Städten sind uns welche begegnet. Hier ein kleiner Paganini-Verschnitt.

Weiß, weiß. weiß sind viele schöne Häuser … weil sie uns in ??? erfreu’n.
Da ihr alle aufgepasst habt, ersetzt ihr natürlich die Fragezeichen gegen Stavanger.

Irgendetwas ist beim Abspeichern schief gegangen. Ich weiß, ich hatte die letzten drei Bilder auch schon eingesetzt – aber plötzlich zeigte die Version nur noch das Busfoto – sonst nichts mehr. Dann habe ich die alten Revisionen aktiviert und habe eine Version gefunden, die wenigstens bis hierher ging.

Clara und die Rettungsboote – eines meiner Lieblingsfotos der Serie – weil es mich und meine Angst vor dem großen Wasser zeigt. Ertrinken würde ich auf keinen Fall als Todesursache wählen – aber wahrscheinlich mindestens 10 andere Arten auch nicht.

Hin und her und her und hin – gut festhalten, die Kurven sind eng, die Straßen schmal und die Abhänge tief.

Das habt ihr gerade erst vorgestern gesehen – CC = CoronaClara mit Maske auf der Fähre auf dem Weg von Stavanger bzw. dem nächstgelegenen Fähranleger nach Dänemark.

 

 

 


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RB19 – Ende – slutten – finito – koniec

Mit einer doppelten Freude über Zahlen setze ich heute meinen letzten Norwegenbeitrag in meinen Blog:

Der 10.10. ist ja für mich so etwas wie eine Schnapszahl, die ich so mag. Und 13 Fotos habe ich hochgeladen – eine meiner zwei Lieblingszahlen. – Jetzt kann also nichts mehr schief gehen.

Die allgemeinen Fotos von der Fähre sind die — War da jemand Rettungsbootsüchtig? Nein! Kennt ihr etwa jemand?

Dass für die Kinder ein schöner Spielplatz eingerichtet war, fand ich sehr schön – denn sie haben ja doch schnell Langeweile.

Jetzt zeige ich euch mal meine Kabine, die natürlich sehr geräumig war, da nur ein Bett runter geklappt war.

Das Frühstücksrestaurant lag am Bug des Schiffes, so dass wir eine gute Aussicht auf unsere Bugwelle und anderes hatten. Auf dem Tisch seht ihr die vielen, vielen, dünnen Plastikhandschuhe, die man kaum voneinander trennen konnte.

Als wir am frühen Morgen die Fähre verließen, klickte ich schnell noch zweimal auf den Auslöser – so schnell kommt so eine Fotolust nicht wieder.

Mein Abschiedsselfie von der Fähre ist das: Coronaurlaub in Norwegen.

Dieses „Kunsttier“ muss ich euch noch zeigen, sonst werden es keine 13 Fotos. dem armen Hirschbock haben sie das Geweih geklaut oder gekürzt oder beschnitten oder überhaupt.

Und mit dieser Möwe, die fast überall um uns herum flogen, gehe ich jetzt (fast) in eine Urlaubs-Erholungs-Pause, aber nicht lange.
Ich habe es mir überlegt, und lasse übermorgen doch noch einen Artikel erscheinen, denn 19 ist keine schöne Zahl.


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RB 18 – Serpentinensausen …

… oder besser natürlich „nicht sausen“

Wenn man mit dem Bus durch so ein Land fährt, das über so zahlreiche Berge verfügt, will man natürlich auch ab und an mal nicht nur unten am Wasser bleiben, sondern die ganze Sache auch von oben betrachten – so wie Clara das jetzt hier gerade tut.

Mit ihrem noch nach ängstlich überstandener Fahrt ein wenig verkniffenem Gesicht (irgendwie muss ich doch die vielen Falten erklären, die ich immer noch nicht durch ein facelifting habe beseitigen lassen) verdeckt sie mit ihrem breiten Kreuz viele Serpentinen, aber ich kann euch noch andere Fotos zeigen von Serpentinenstraßen, wo wir uns hochgequält haben oder runter gefahren sind. So überzeugt angeschnallt war ich noch nie während dieser Fahrt – nur, hätte es was genutzt? Im Ernstfall?

Vielleicht gibt es unter meinen Lesern (ohne Gendersternchen Leser*innen) viele, die Serpentinen echt begeisternd finden. Im Auto selbst am Lenkrad fand ich sie auch nicht so schlimm – nur die Autofahrer hinter mir waren sicher genervt, weil ich nicht in ihrem gewünschten Tempo gerast bin.

Als Ausgleich gibt es jetzt noch ein paar Fotos von Wasserfällen, auf die ich auch nie lange warten musste.

Unsere Reiseleiterin hatte sich für den Bootsausflug vom Vortagsbericht mit Wasser von oben wetterfest angezogen und ist uns nicht davon geschwommen..

Und hier schenke ich uns noch ein Foto von Segelschiffen, was ich aber schon am 15.8. aufgenommen hatte.

Steine und Steinflächen und Steinmännchen gab es immer wieder mal zu sehen.

Bevor wir mit dem Bus zu unserer letzten Fähre starten sollten, die uns nach Dänemark bringt, hatten wir noch ein wenig Freizeit und konnten im neuen Teil von Stavanger herumbummeln. Diese rot gestrichenen Holzfassaden vieler Häuser begeisterten mich immer wieder – aber auch andere Farben wurden genutzt. – Das Holz, was jetzt im Bau verwendet wird, soll wohl feuerfest sein – kann man nur hoffen – oder die Feuerwehren heutzutage sind schneller – aber bei diesen engen und verwinkelten Gassen habe ich da so meine Bedenken.

Direkt neben dem „Ölmuseum“ war ein schöner Spielplatz, auf denen sich die Kinder nur so tummelten

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Jetzt komme ich noch einmal und dann komme ich nimmermehr – zumindest nicht aus Norwegen.

 


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RB 17 – Wasser dreidimensional –

… von unten als Fjord, von oben als Regen und von der Seite als Wasserfälle

Watt’n Glück, dass ich bei der Bearbeitung meiner Fotos die Originalzeiten nicht verändert habe, denn sonst wüsste ich kaum, welches Foto wohin gehört – na gut – bei manchen wüsste ich es vielleicht doch. Dabei habe ich entdeckt, dass Sonyboy die falsche Uhrzeit zeigt – wer weiß, wo sich der Schlingel ohne mich herumgetrieben hat.

Der heutige (23.8.) Programmpunkt hieß „Schiffsfahrt auf dem Lysefjord“ – das wäre bestimmt ein supertoller Schiffsausflug geworden, wenn uns der Regen nicht dazu verdonnert hätte, im Inneren des Schiffes zu sitzen.

Dieses Boot war es, was uns auf dem Wasser landeinwärts gefahren hat.

Wie immer, habe ich mir erst einmal die Sicherheitssachen angesehen

Als ich die für gut befunden hatte 😉 🙂 – konnte es losgehen. Zuerst fuhren wir natürlich noch im Hafengebiet von Stavanger herum.

Dann kamen wir langsam in freies Gewässer – und da kam uns dieses Monsterboot entgegen. Ob das auch eine Fähre ist, weiß ich nicht. Es ist wohl eher etwas Militärisches, denn wer hat schon seinen eigenen Hubschrauber an Bord. Oder – vielleicht fuhr da einfach der König an uns vorbei – und ich habe es nur nicht mitbekommen.

Da saßen wir nun in unserem „Regenkäfig“ – die großen Tropfen trommelten nur so auf die Scheiben des Bootes. Plötzlich wurde der Steg herunter gelassen – aber es wollten nur einige Fahrgäste aussteigen, die wohnten vielleicht dort oder hatten ihr Urlaubsdomizil dort.

Wir fuhren weiter – doch als vor einer Felswand plötzlich der Steg wieder herunter gelassen wurde, kam Unruhe unter die Fahrgäste. Zwei Besatzungsmitglieder trauten sich in den Regen hinaus – beide hatten einen Eimer bei sich. Und da waren sie schon – die Bergziegen, die schon hungrig auf ihr Futter warteten. Ob sie vom Motorgeräusch angelockt werden oder eine Uhr im Bauch haben, das kann ich euch nicht  sagen.

Während der Fütterung und danach trauten sich dann doch einige Passagiere auf Deck. – Und dann sahen wir viele Wasserfälle, die den Berg hinunter rauschen.
Alles, was in der Reisebeschreibung steht, hat entweder nicht stattgefunden oder ich habe es nicht mitbekommen weil überhört.
Dort steht:

Entdecken Sie das Geheimnis der Höhle des Vagabunden, probieren sie das kristallklare Bergwasser des Wasserfalls Hangjane und lassen Sie sich am Fuß des imposanten Preikestolen, einer 604 Meter hohen Felskanzel den Atem rauben“

Mir hat keiner und nichts den Atem geraubt – schade eigentlich!

Auf der Seite  „my newsdeck“  „Drei auf einen Streich – Trolltunga, Preikestolen und Kjerag – habe ich mal diese drei Fotos kopiert – da wird mir schon beim Foto schwindelig.

Dort habe ich auch das abgeschrieben:

Der Preikestolen überragt den Lysefjord in der Nähe von Stavanger um 600 Meter. Er gehört zu den meistfotografierten Orten des Landes und wurde aktuell von Lonely Planet zum atemberaubensten Aussichtspunkt der Welt gekürt. Bis zum Plateau des „Predigtstuhls“ wandert man zügigen Schrittes etwa zwei Stunden. Im vergangenen Jahr besuchten mehr als 250.000 Einheimische und Touristen den Preikestolen und machten ihn damit zu einer der beliebtesten Attraktionen Norwegens.

Die Trolltunga befindet sich oberhalb des Sørfjords bei Odda und ist rund vier Busstunden nach Norden vom Preikestolen entfernt. Der Aufstieg zur spektakulären „Trollzunge“ gilt als sehr anspruchsvoll und dauert etwa zehn Stunden. Laut der „Best in Travel Liste 2015“ von Lonely Planet ist die Trolltunga einer der weltweit besten Orte für Heiratsanträge.

Der Kjerag mit seinem einzigartigen, in eine Felsspalte eingeklemmten Monolithen wird nicht nur von Wanderern geschätzt. Auch bei Basejumpern und Kletterern ist der Berg am Südufer des Lysefjords beliebt.

Wenn ich bei Wiki lesen, dass dieser spektakuläre Felsen ca. 25 km Luftlinie entfernt ist, waren wir wahrscheinlich in den vier Bootsstunden gar nicht so weit gekommen, denn ein Schiff fährt in ca. 2 Stunden auf einem geschlängelten Fjord sicherlich nicht so schnell und nicht so weit.

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Jetzt geht Norwegen bald zu Ende, aber übermorgen komme ich noch einmal.

 

 

 

 

 


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RB 16 – Wer Stavanger kennt –

… kann jetzt mit mir von Stavanger schwärmen

Es soll ja Leute geben, die finden, dass Vorfreude die schönste Freude ist – nicht immer und unbedingt gehöre ich dazu. Ich habe heute folgende Kategorien im Angebot:

  • Fähre
  • Hafen
  • Kunst
  • Stavanger Ortsbesichtigung
  • Tiere

Also fange ich mal ganz brav alphabetisch an – denn ohne Fähre wären wir nie dorthin gekommen, wo wir laut Reiseprospekt hin wollten. – Es gab nicht eine Fährfahrt (mit Toilette), die mir nicht gefallen hätte.

Stavanger ist bis auf Oslo und das Hotel in den Bergen eine Stadt, die am Wasser ist – also auch Hafen zu sehen. Auf dem letzten Foto kann man sehen, dass für die Bewohner der Häuser ein Boot vielleicht wichtiger ist als ein Auto.

Geduld, Geduld – Stavangers Stadtbesichtigung kommt bald, noch zwei Fotos von Kunst im Ort. Das Kind auf dem Pferd kann ich ja künstlerisch nachvollziehen – das andere überlasse ich eurer Einschätzung.

Doch jetzt kommt sie auch schon, die Stadtbesichtigung von Stavanger und die tolle Stadtführerin, die auch mal aus Deutschland abgehauen ist.

Dieses Jahr haben die Stadtführerinnen und ihre männlichen Pendants nicht den besten Job, denn die Besucher sind wirklich deutlich weniger geworden.

Die Altstadt von Stavanger gilt als „Die weiße Stadt“ – und alles ist auch wunderbar restauriert worden. Auf dem letzten Foto seht ihr aber: Sie können auch bunt. – Die Geschichte der Stadt ist bewegt – vor Jahren war der größte Teil der Bevölkerung mit Fischfang und -verarbeitung beschäftigt oder sie arbeiteten im Schiffsbau. – Als das zurückging, wurde 1969 Erdöl vor der Küste gefunden und davon lebte es sich dann nicht schlecht. In Stavanger war die Konzernzentrale –  bis 2014 der Erdölpreis drastisch einsank, so dass sich keine Förderung mehr gelohnt hat. Die Arbeitslosigkeit stieg auf 69 % – aber auch aus dieser Krise haben sie einen Ausweg gefunden.

Das Blumenherz auf dem dritten Foto tröstet uns darüber hinweg, dass der Dom renoviert und deswegen nicht besucht werden kann.

Auf einem Foto trägt die Puppe im Schaufenster die Landesnationaltracht. Das sieht an den entsprechenden Feiertagen bestimmt schön aus.

Und jetzt gibt es noch ein paar Tiere. Seitdem mir vor Jahren mal eine Möwe das Fischkotelett   vom Pappteller stibitzt hat, sehe ich diese Tiere mit einem gewissen Respekt an. – Die Quallen konnte mein Fotoapparat im Wasser kaum erkennen – aber mein Fotoprogramm hat dann nachgeholfen.

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Übermorgen – gleiche Welle, gleiche Stelle!

Übrigens – lange werden meine Posts nicht mehr mit RB xx anfangen! Also genießt Norwegen noch so lange, wie es möglich ist.