Claras Allerleiweltsgedanken


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Keine nachträglichen Scherze zum 11.11. 11 Uhr 11

An was denkt eine „besorgte Bürgerin“ 🙂 😉 wie ich, wenn sie auf dem Handy die ersten beiden Eindrücke bekommt in einer Mail von „Keinem Absender“:
Cyberattacke, Virenalarm, wer will Clara hier etwas andrehen?

Ich weiß ganz genau, dass ich mir nicht selbst eine Überraschung hinterlegt habe und lösche alles ganz schnell. – Dann gibt es auf dem Daggiblog die Mitteilung, dass DauerleserInnen eine Mail bekommen haben. Natürlich moniere ich, dass ich keine bekommen habe und auch im Spam nichts ist.

Als dann der Schriftführer alles aufklärte und sie noch einmal schickte, habe ich sie dann tatsächlich geöffnet und war vollkommen beruhigt und erfreut, dass ich mich wieder (intern blamieren darf bei Kniffelfragen) öffentlich amüsieren darf. – DANKE! Jetzt kann ich schon die einzelnen Türchen suchen – da dauert es kurz nach Mitternacht nicht mehr so lange.

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Und jetzt zu meiner Heizung, die allerdings schon einige Tage früher instandgesetzt wurde.

In der DDR konnte man sich als Installateur eine goldene Nase verdienen, weil manche Leute, die schneller oder besser bedient werden wollten, mit blauen DM-Scheinen bezahlten. Da konnte schon ein kleines Westgeldvermögen zusammen kommen.

Der Chef von der Firma, bei denen wir die beiden Reparaturen in Auftrag gegeben haben, stammt auch aus der DDR. Vielleicht hat er sich diese „Reich-werde-Mentalität“ auf eine andere Art und Weise erhalten.

Der Chef selbst kam, um den Auftrag zu konkretisieren. Er schrieb die Maße für den neuen Heizkörper in meinem Zimmer auf und schaute sich den halbherzig heizenden Flachheizkörper in der Küche an. Er bemerkte – wie ich schon einmal hier berichtete – dass die beiden Rohre vertauscht wurden – Zufluss und Abfluss waren falsch montiert.

Mehr als 4 Wochen nach der Besichtigung wurde der Termin festgelegt. Gegen 7.00 Uhr sollte der Klempner auf der Matte stehen. Einen Tag vorher wurde der Termin um eine Stunde nach hinten verschoben. Die Kollegin am Telefon sagte mir, dass der Monteur erst sein Auto in die Werkstatt bringen muss. (Später stellte sich heraus, dass das gelogen war, der Monteur war im Auftrag der Firma früh unterwegs.)

Gegen 8.00 Uhr stand der Monteur mit einem Azubi aus Syrien vor der Tür. Meine sofortige Frage: „Wo ist der neue Heizkörper?“ Worauf er mir entgegnete, dass er den erst aus dem Lager holen müsse. Wenn das nicht eine knappe Stunde gedauert hätte, in der der Azubi wartend auf seinem Handy spielte, wäre ich nicht so erstaunt gewesen.

So schön, so gut schlecht: der Heizkörper war falsch. Die Angaben vom Chef stimmten alle, aber die Kollegin hatte (aus Dummheit oder Unaufmerksamkeit) den falschen bestellt.

Also das gleiche Spiel noch einmal: Telefonat, neuer Heizkörper wurde geordert, der Monteur war wieder eine knappe Stunde unterwegs, der Azubi spielte.

Dann klappte es mit der Heizung und der Einbau war erledigt. Neues Ventil war dran und alles paletti. Mein Pendant, der Löwe, nickt die Arbeit ab. Aber der Löwe kann nicht überall sein.

Der Monteur verlegte seinen Arbeitsplatz in die Küche und setzte wunderschöne Kupfer- und Messing- und überhaupt -teile ein. So sah es aus:

 

Gegen 14.00 Uhr verließ er die Wohnung. Auf dem Arbeitsbogen, den ich unterschreiben sollte, stand als Arbeitszeit 7.00 Uhr bis 15.00 Uhr. Natürlich veränderte ich das selbstherrlich in 8.00 – 14.00 Uhr, wobei aber nur 4 Stunden reine Arbeitszeit war, denn die restliche Zeit brauchte der Monteur zur Beschaffung zweier Heizkörper.

Als dann beide weg waren, wartete ich immer auf den großen „Knalleffekt“ – dass meine Heizung endlich warm wird. Als sie das auch später und am nächsten Tag nicht tat, erboste mich das doch sehr und ich rief in der Firma an.

Er kam – leicht genervt – und ich bemerkte, dass er weder entlüftet hatte noch Wasser in die Heizung hat laufen lassen. Er musste am Ablaufventil noch was ändern, bevor ich mich in wohliger Küchenwärme aufhalten konnte.

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Und dann warteten wir auf die Rechnung. Gleich vornweg: ICH hätte sie reklamiert, aber mein Sohn, der Wohnungseigentümer, hat sie bezahlt.

Sie hatten die Arbeitszeit im Gegensatz zu dem Angebot zwar herunter gesetzt, aber nicht ausreichend, denn die Zeit zur Beschaffung EINES Heizkörpers war in der Gesamtzeit von 5 Stunden eingerechnet.

Der Helfer war ein junger Mann aus Syrien, der maximal eine halbe Stunde im Einsatz war – für ihn waren nur 3,5 Stunden angesetzt. Früher hieß es immer: „Aufbauhilfe Ost“ – jetzt sage ich: „Hilfe für Migranten“ – das war der einzige Posten auf der Rechnung, den ich willig abgenickt habe.

 

 

 

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CKKK – was immer das auch heißen mag!

Da ich beim letzten Post in den Kommentaren geschrieben hatte, dass ich erst kochen und mit meinem Besuch essen möchte, bevor ich kommentieren kann, ist mir ein Essenbeitrag eingefallen. Das war aber nicht das Essen vom 18.11. Da gab es nämlich Spargel (trotz sorgfältigster Schälerei mit Haut) und Hühnerbrüste.- Doch jetzt zum Artikel.

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Ich drösele mal den Begriff auf:

C ist klar, kann nur Clara heißen

K1 kann Kunst darstellen, kann Kartoffeln bedeuten und kann Kochen = Kochwerk heißen. Als Erweiterung kann K auch Kerzen bedeuten, allerdings passt dann das Kochen nicht dazu.

K2 und K3 teilen sich die vorhergehenden Begriffe. Also kann es heißen: – und es gibt bei einem feststehenden und 3 variablen Teilen immerhin 6 Möglichkeiten, wenn man leichte Veränderungen zulässt, wie zum Beispiel:

  1. Claras KartoffelKunstKochwerk (123)
  2. Claras KochwerksKunst aus Kartoffeln (321)
  3. Clara kocht KartoffelKunst (312)
  4. Claras Kartoffeln kochen als Kunst (132)
  5. Claras KunstKartoffelnKochprojekt (213)
  6. Claras künstlerische KochKartoffelshow (231)

So, genug geblödelt und variiert, jetzt kommen die Fotos dazu.

In einem „künstlerischen Reigen“ schmiegen sich die Kartoffelstückchen an die Topfwand und beschützen das würzende Salz. Alle sind moralisch auf ihre heiße Dusche mit 100° heißem Wasser vorbereitet.

Und – da ich nun das „Schmiegen an die Wand“ so schön fand, habe ich das gleich mit Teelichtern nachgestellt. Allerdings müssen sich die Kerzen auf kein heißes Wasser einstellen.

Doch, es kommt noch Nachschub:

Denkt ja nicht, dass ich bei den Teelichtern keinen Nachschub habe – ich habe extra noch eine 100er-Packung gekauft, die dunkle Jahreszeit ist lang. Damit der ganze Aufbau nicht ins Rutschen kommt, wird die Mitte mit einem „Dreigestirn“ stabilisiert.

Aber nun muss das Kochgefäß oder der Blumenübertopf wegen Überfüllung geschlossen (und zugedeckt) werden.

 

(Ihr seht, wenn ich mit so viel Knete im Kopf an das Kochen herangehe, können ja keine Meisterwerke entstehen)

Dann wird der famose Herd auf Beenden-Automatik gestellt, das heißt, nach 23 Minuten wird der Platte der Saft abgedreht – das hilft mir sehr, weil ich nie den Kochvorgang mit meiner Anwesenheit begleite.

Was mit den Kerzen geworden ist, ist schnell gezeigt:

 

Und was mache ich dann mit den schönen weich gekochten Kartoffeln??? Kartoffelbrei, mag ich unheimlich. Hier muss die heiße Milch und die Butter noch ein wenig untergerührt werden. Von der Menge her habe ich mindestens noch eine weitere Mahlzeit aus dieser „Kartoffelkunst“ 🙂 😉

Der Rest ist ganz schnell erzählt – bei diesem Vorwinterwetter mag ich sehr gern Sauerkraut und wenn sich dann noch Bratwurst oder Leberkäse dazu gesellt, sieht es so aus:

Und ich schwöre euch – es hat gut geschmeckt.

Und dazu ein Bier oder besser ein Alsterwasser: (das sind die Hände meiner Mutter) – da bin ich mit meinen bescheidenen kulinarischen Ansprüchen durchaus zufrieden

 

 


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Restmarokko blieb im Hamam

Clara hat ’nen Knall – was spinnt die sich denn jetzt wieder zusammen? ——

Nix da, nichts ist ersponnen, alles am eigenen Leib erfahren.

Am Donnerstag hatte ich meinen Termin im Hamam. Da nicht immer reine Frauentage sind und ich an angebotenen Terminen nicht konnte, habe ich sogar meinen Doppelkopfabend sausen lassen.

Ein wenig Auffind-Probleme gehabt – das Reklameschild verwies auf einen anderen Hinterhof, aber dann kurz vor 14.00 Uhr fristgemäß am Tresen. Wie schon in der Therme wieder Probleme mit dem Elektronikschloss gehabt – die Technik war im Armband versteckt. Entweder bekam ich die Tür nicht auf oder nicht zu – aber ich kann da hartnäckig sein im Probieren.

Die Anordnung der Räume: Hamam, Dampfhamam, Peeling- und Einseifraum, Duschraum, Föhnkabinett, Kosmetikraum, Sauna,  Ruheräume, Massageräume, Garderoben, Imbissraum und Verkaufsraum mit Rezeption stellten mich vor eine neue Herausforderung meines Orientierungssinns. Doch 5 Stunden Aufenthalt reichten, um am Ende den Überblick zu haben.

Ich hatte zum Geburtstag ein sehr großzügiges Geschenk bekommen, denn die Preise dort sind nicht von schlechten Eltern.

Abfotografiert vom Prospekt der Einrichtung

Genug mit schnöden Zahlen – ab jetzt wird auf Genussprogramm gestellt.

Im eigentlichen Hamam erschloss sich mir der Sinn der Metallschüssel, die ich an der Rezeption bekommen hatte.
Gießen – schöpfen – gießen – schöpfen usw. usf. war ihre Aufgabe. Es gab keine Einhebelmischbatterien, da alles ein wenig auf nostalgisch gemacht war. Und ich kleines Trottelchen füllte meine Schale immer erst mit heißem Wasser, das ich dann mit kaltem neutralisierte. Bis ich sah, dass sich die anderen das Wasser in den großen Becken temperierten und dann daraus schöpften udn sich immer wieder begossen. – Wenn ihr mich fragt: Ich finde duschen praktischer.

Jetzt, wo ich alles begriffen habe, muss ich mindestens noch einmal hingehen – aber 3 Stunden reichen aus.

In dieser Galerie kann man die Räume und alles andere recht gut sehen.

Diese Modeseite finde ich lustig. Warum haben alle Bademäntel unten Fransen?   Von den auf der Seite „Hamamtücher“ angebotenen Exemplaren sind mir viele begegnet. Da bräuchte ich echt keinen Bademantel einzupacken.

Jetzt zum Verlauf. Als erstes wollte ich wie eine Flunder auf dem heißen Stein liegen und mich aufwärmen. Auf dieser großen Platte haben vier Leute Platz, drei aber unbedingt – doch blockiert wurde sie von zwei Frauen, die sich und ihre Handtücher so platziert hatten, dass um Gottes Willen keine mehr dazu passte. Der Gedanke: „Hauptsache ich“ ist im Großen und im Kleinen sehr verbreitet.

Abfotografiert vom Prospekt des Sultan Hamam

Über ein ähnliches Verhalten, nur im Whirlpool, berichtet Patricia Cammarata in ihrem Blog „Das Nuf„: „Mit ihrem stählernen Willen zur Entspannung hat sie mir den ganzen Platz weggenommen. Ich kauere in der Ecke des Whirlpools und bin perplex vor so viel Dreistheit. Das war MEIN Whirlpool! ICH hab mich hier gerade aufgewärmt! “ – Egoismus ist also KEINE Einzelerscheinung, wie ich es schon dachte.

Als ich endlich einen Platz bekommen hatte, wurde ich zum Ganzkörperpeeling und Einseifen gerufen. Ohne Übertreibung, das war himmlisch. Es hat zwar stellenweise ganz schön gekratzt, aber danach hatte ich eine Haut wie ein Baby. Und hier habe ich auch meine letzte Marokkobräune (s. Überschrift) gelassen, denn die abgeschubberten Hautröllchen waren nicht klein.

Besänftigt wurde meine leicht gereizte und ziemlich rote Haut durch das Einseifen – das war wirklich schaumig schön.

Dann hatte ich mehr oder wenig Freizeit und Umsehzeit. Die Sauna war leer und einfach nur heiß, heißer, am heißesten. Ich bekomme fast nie Klaustrophobieanwandlungen, aber hier passiert mir das. Ich würde nur mit leicht geöffneter Tür saunieren, denn die Idee, dass sich die Tür verschließt und ich in diesem heißen Raum bleiben muss, macht Gedankenchaos – also sofort wieder raus.

Den Kosmetik-, Hand- und Fußpflegekabinetten stattete ich keinen Besuch ab – ich bin eine Naturschönheit *grinsgrinsgrins*

Auf meinem Geschenkgutschein standen 7,00 € für die Lounge – vornehmer Ausdruck. Mit zwei Getränken war der Betrag unterfordert, mit einem Essen dazu überfordert – dennoch entschied ich mich freudigst für einen gut schmeckenden Kaffee, ein superleckeres Mango Lassi und ein Zaziki mit Brot. Das Zaziki wurde ganz frisch zubereitet und schmeckte himmlisch, genau wie für mich gemacht.

Dann blieb weiteres Entspannen und die Massage. Da ich als ehemalige Physiotherapeutin auch in Massage ausgebildet wurde, konnte ich gut beurteilen, dass diese Frau ihre Sache sehr gut gemacht hat. ICH hätte damals keine Patientin eine Stunde lang kneten, massieren und beruhigen wollen. Die Verständigung war ein wenig schlecht – trotz HG war der trotz langer Jahre in Deutschland verbliebene russische Grundakzent für meine Ohren hinderlich – aber vom Prinzip her hat es geklappt. Am meisten habe ich darüber gestaunt, dass ich es ca. 45 Minuten auf dem Bauch ausgehalten habe.

An der Kasse erfuhr ich, dass nicht eine einzige Türkin als Masseuse arbeitet – wer weiß, was bei ihnen dagegen spricht, so einen Beruf auszuüben. Alle sind verschiedener Herkunft: Italien, Frankreich, Russland und anderswoher. Ich habe mich nicht getraut, nach den Löhnen zu fragen. Bei diesen Preisen müssten die doch trotz Betriebskosten gut sein – glaube ich aber nicht so ganz.

Und tschüss sagt Clara, die Feinhäutige.

 

 


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Heute wird es süß … und trocken

Jetzt möchte ich – zur Freude aller Marzipanliebhaber in weiblicher und männlicher Form – einiges an Kunst zeigen, was weitestgehend mit Backen zu tun hat. Die Fotos aus Lübeck aus der Marzipanmanufaktur sind deswegen nicht im Blog zu finden, weil ich damals = 2007 noch nicht gebloggt habe. –

Wenn ICH etwas aus Marzipan „kreiere“, werden das komischer Weise immer Kartoffeln, zu mehr Kunstfertigkeit sind meine Finger nicht bereit. Meinem Magen ist das aber egal, der schnurrt bei den mit Kakao bestäubten Kartoffeln eben so wie bei einer von Meisterhand geformten Figur.

Ich übernehme also keine Garantie dafür, ob es jetzt dort in Lübeck auch noch so aussieht, denn es ist ja schon 11 Jahre her.

Am beeindruckendsten ist die Gruppe am Tisch – sie heißt „Das Abendmahl“ – von der Personenzahl stimmend.

Diese Marzipnkörper sind inzwischen bestimmt so steinhart getrocknet, dass mich keinerlei Aufess-Gelüste befielen. Anders war das schon bei dem Kullerpfirsich und bei all den schönen Früchten, die da in dem großen Kasten leuchteten.

Wer will dagegen schon ein Segelschiff anknabbern? Ich nicht!

Und so viel Cholesterin von Eiern soll ja auch nicht gesund sein, auch aus Marzipan nicht!


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Kurzer, vorübergehender Fotobuchrappel

Einige von euch haben meinen Fotoblog trotz langer Ruhezeiten noch auf dem Schirm – so wie mir der Kommentar von Myriade zeigte. Die Veröffentlichung des letzten Artikels mit den Julifotos war keine zwei Minuten her, da kam schon ihre Bemerkung ins Haus geflattert.

Für die anderen bin ich einfach mal so dreist und stelle hier die Links ein:

Julifotos: https://clarahimmelhoch.wordpress.com/2018/11/14/jetzt-fehlen-nur-noch-drei-julifotos/

Augustbilder: https://clarahimmelhoch.wordpress.com/2018/11/14/der-claramonat-august/

September: https://clarahimmelhoch.wordpress.com/2018/11/14/unchronologisch/

Oktober: https://clarahimmelhoch.wordpress.com/2018/11/14/drei-oktoberfotos/

Wie ich das jetzt gemacht habe, ist es falsch – gleich und sofort sollte ich ein Foto im Fotoblog meine Augen erfreuen lassen, nicht erst Monate später.

MM hat mich als fleißig bezeichnet – ich glaube, ich bin schwer am Computervirus erkrankt. Und deswegen gehe ich Anfang Dezember in Therapie. Auch sie ist natürlich gleich mit ins Kommentarrennen gegangen – aber sie musste 24 Minuten Rückstand zu Myriade aufarbeiten 🙂

Ihr alle meine Kommentatoren seid unglaublich – lieb, witzig und und und – und deswegen muss ich euch auch mal loben. In aderen Blogs passiert das viel häufiger – ich freue mich wirklich.


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Chemie auf der Straße

Und was soll das schon wieder für ein Schwachsinn werden??? Ich dachte mir so, wenn ich gerade bei Schuldingen bin, kann ich das ja gleich mit anhängen.

Ich hatte von der 9. bis zur 12. Klasse, einen Chemielehrer, für den wirklich ALLE Mädchen meiner Klasse schwärmten – er war gutaussehend, witzig, klug, nur sehr eingeschränkt „bösartig“ und wirklich ein guter Lehrer – das sagt man ja über diese Berufsgruppe leider viel zu selten.

Da er nach seiner Scheidung ohne Frau durchs Leben ging, haben sich bestimmt schon einige gute Chancen ausgerechnet. Und was soll ich euch sagen – er hat tatsächlich eine Schülerin geheiratet, aber sie war mehrere Klasse höher als ich und ich kannte sie auch nicht persönlich. Ob der Altersunterschied plusminus 25 Jahre und mehr betrug oder sich so um die 10 Jahre hielt – noch nicht einmal das weiß ich, aber ist auch nicht wichtig.

Mir geht es um einen Spruch von ihm – derer hatte er viele und zu fast jeder Gelegenheit einen parat.

Feldspat, Quarz und Glimmer, die drei vergess‘ ich nimmer!

Hättet ihr mich VOR meiner Fahrradstrecke (auf der Suche nach meinem Fahrradschloss) gefragt, hätte ich ziemlich dumm aus der Wäsche geguckt. Doch dann sah ich:

Also mich schnell ein wenig schlau gemacht. Alles, was ich bei Wiki über Feldspat las, war ein Buch mit sieben Siegeln. Einzig hängen geblieben ist, dass es für die Porzellanherstellung notwenig ist. Das blende ich jetzt aus.

Mit Quarz verhält es sich ähnlich – auch dieser Rohstoff wird bei der Porzellanherstellung gebraucht. – Aber wir und ich, wir schätzen sicherlich mehr die Quarzkristalle, die in der Elektronik Verwendung finden. – Was habe ich bedauert, als meine Quarz-Armbanduhr den Geist aufgegeben hat. Wer auf Abahrtszeiten angewiesen ist, schätzt eine genaue Uhrzeit.

Über das umgangssprachliche „quarzen“ = stark rauchen will ich jetzt meine Raucher-Antipathie nicht weiter auslassen.

Und Glimmer könnte mich jetzt in die vollkommen falsche Richtung lenken. Es hat nichts mit Glanz, Glorie und Glimmer zu tun – obwohl, mit dem glitzern irgendwie schon. Die Kristallhaufenschichten haben einen schlechten Zusammenhalt untereinander – aber das ist alles nur Halbwissen.

Diese kleine Grafik von Wikipedia glitzert zwar nicht sehr, aber dennoch wirkt sie auf mich „edel“  – von Edelstein.

Bildergebnis für Glimmer

Mehr Chemieunterricht gibt es jetzt auch schon nicht mehr.

Doch warum man diesem schädlichen Baustoff auch einen Weg gewidmet hat, verstehe ich nun nicht – aber ich muss dort nicht wohnen. Ich habe das Foto so unbearbeitet und das Straßenschild so dreckig gelassen – alles andere wäre Schönfärberei.

Die edleren Werkstoffe in Gottes Chemiebaukasten sind dann keine Wege mehr, sondern steigen auf zu -ringen. Und gleich leuchten Schild und Natur wieder.


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Wochenende in Görlitz mit Klassentreffen – 2

Also geht es weiter mit Görlitz, in das die EU und das Land sehr viel Geld gesteckt haben, um es wieder halbwegs in seinem alten Glanz erscheinen zu lassen. Aber die Stadt hat auch noch von anderer Seite her Geld bekommen. Es gab einen ANONYMEN Spender, der JEDES Jahr eine Million Euro (oder DMark) an Görlitz überwiesen hat. Irgendwo ist sicher registriert, was mit diesem Geld alles instand gesetzt werden konnte. – Schön, dass es Leute gibt, die ihr Geld sinnvoll einsetzen.

Ich will mal mit dem DDR-Begriff „Plaste“ anfangen, den ich ja vor kurzer Zeit schon einmal mit „Plaste und Elaste aus Schkopau“ erwähnt hatte. Hier hält er sich – einmal alt, einmal neu.

So einen elektrisch gesteuerten Wartburg wie oben auf dem Plakat hat unser Sohn mit ca. 3 Jahren zu Weihnachten bekommen – mit Fernbedienung. Er wurde die ganze Nacht nicht müde, damit zu fahren, zu rangieren und zu kollidieren, letzteres allerdings kaum, denn es war ein Polizeiwartburg. Er hat es bestimmt noch besser gemacht als der Superheld aus dem Kinderfernsehen.

 

Hier sitzen noch mehr Kinderhelden (Pittiplatsch, Schnatterinchen, der Herr Fuchs und ???) aus dem Fernsehen und Kinder dürfen – zumindest im Schaufenster – auch mal an die Macht. – Aber warum Berlin so abgewirtschaftet aussieht, ist mir nicht klar. Ob deswegen der Flughafen nicht zu Ende gebaut werden kann?

Streicht man von dem Wort „Plaste“ hinten das e, wird ein Pflaster daraus.

Der Name ist offenbar geschützt.

Hier könnte sich eine Bloggerin angesprochen fühlen, die zumindest das eine Wort in ihrem Blog in der Bezeichnung hat.

Und jetzt möchte ich zu den Fotos kommen, die ich vom Desktop abfotografiert habe. Da ich mir schon die Arbeit für das neue Fotobuch gemacht habe, kann ich es hier verwenden. Allerdings hat es mit den Farben nicht hingehauen – ich habe fast allen Fotos die Farbe entzogen und schwarzweiß, sepia oder ähnliches bevorzugt.

Wenn ich am Bahnhof ankomme und die Berliner Straße Richtung Altstadt laufe, bin ich jedes Mal neu entsetzt, wie abgewirtschaftet diese Straße jetzt wirkt. Es sind nicht die Häuser, deren Wohnungen nur z.T. vermietet sind, obwohl sie instandgesetzt sind – es sind die vielen leeren Geschäfte und die Ramschläden, die sich eingenistet haben.

Das linke Foto – das Weihnachtshaus von Käthe Wohlfahrt – war meinem Hotelfenster genau gegenüber. Im November kann man ja den Gedanken an Weihnachten schon ertragen – aber das Geschäft hat das GANZE Jahr geöffnet. Das müsste ich nicht haben.

Das „Hotel zur Börse“ steht am Untermarkt. Ich habe extra Ortskundige gefragt, ob da früher mal ein VPKA = Volkspolizeikreisamt drin gewesen ist. Als sie bejahten, war ich sicher, dort im Sommer 1964 meine Fahrerlaubnis = Führerschein ausgehändigt bekommen zu haben. Alles ganz billig, nur die Mindeststunden gemacht – nicht wie heute – allerdings war auch der Verkehr nicht annähernd so wie heute, was jedem klar ist.

Bier ist ja in Görlitz ein lebenserhaltendes Getränk, nur deswegen schreibt die Landskronbrauerei (sh. voriger Artikel) so gute schwarze Zahlen (hoffe ich, ich habe es nicht überprüft).

Die Peterskirche mit ihren zwei sandgestrahlten Türmen ist mehr oder weniger das Wahrzeichen der Stadt. Sie steht unmittelbar an der jetzt problemlos zu Fuß zu überschreitenden Grenze nach Polen. Ob die Autos immer noch nach Zigaretten kontrolliert werden? Wäre Blödsinn, denn über die Fußgängerbrücke kann man ganze Fahrradhänger voller Zigaretten einführen.

Hier sind die Türme der Peterskirche in voller Schönheit – es ist schon eine sehr imposante Kirche. – An historischen Kneipen und so mangelt es in Görlitz auf keinen Fall – und an Bier sowieso nicht – das wissen die Landskron-Bier-Trinker.

Die beiden unteren Fotos zeigen die Neiße, den Grenzfluss. Zu meiner Schulzeit hieß sie noch die „Deutsch-polnische-Friedensgrenze“. Viele Deutsche gehen gern in die polnischen Restaurants, weil es sehr gut schmeckt und weil es vor allem preiswerter ist als bei uns.

Görlitz ist für mich die Stadt der seltsamen Tiere. In dem Restaurant „Dreibeiniger Hund“ war auch schon mal ein Klassentreffen, bei dem aber die vierbeinige Katze und das zweibeinige Pferd keine Rolle gespielt haben.

Zwei der bekanntesten Görlitzer Sehenswürdigkeiten – die Rathaustreppe mit der Justitia und der Uhrenturm vom Rathaus. Schon damals hatte die Dame mit der Waage in der Hand keine Binde vor den Augen – sie wollte ganz genau sehen und zählen können, wie viel Bestechungsgeld sie zugeschoben bekommen hat. – Über den beiden Uhren thront natürlich ein Löwe – wie könnte es anders sein.

Hier sind so ein paar Schmankerln. Trotz November hatten viele Innenhöfe von Kneipen noch geöffnet. – Unten links ist der Brunnen vom Untermarkt. Sein Neptun wacht mit seinem Dreizack, dass niemand Unbefugtes die Geldstücke aus dem Brunnen fischt. – Ist man zu arm, um in den Trevibrunnen von Rom das Geld zu werfen, macht man das eben hier – ich konnte viele Geldstücke sehen.

Und die Sessel waren verlockend – ich wollte niemanden ansprechen, um von mir ein Foto zu machen – es geht auch ohne.

Und jetzt kommt eine Galerie von verschiedenen Straßenschildern. Ich fand die Antiquaschrift (?) sehr schön und die Namen nicht weniger. – Die Via Regia war ja etwas Besonderes im Mittelalter – und die verfallenen Häuser waren vor einigen Jahren der übliche Anblick der Häuser – jetzt sind es Einzelfälle.

Und das Wichtigste kommt zum Schluss:

Tja, und zur letzten Gasse ist mir noch eine Collage eingefallen. Warum ich es trotz der vielen Jahre immer noch nicht verwinden kann, dass ich von einer ehemaligen sehr engen Freundin verraten wurde, die so vieles von mir wusste, und von einem Klassenkameraden gnadenlos an den politischen Pranger der Schule gestellt wurde, verstehe ich selbst nicht. Aber Verrat ist etwas, was ich ganz schlecht wegstecken kann, denn mit Tina und ihren Anhängerinnen ist mir das ja im Blog mit gewaltigen Folgen ebenfalls passiert. Wer denkt, ich übertreibe, muss einfach meine Abiturbeurteilung lesen. Noch Fragen?

Dabei sieht diese EOS = Erweiterte Oberschule = Gymnasium so schön und harmlos aus – aber in Zeiten gleich nach dem Mauerbau war sie das überhaupt nicht – fast jeder Lehrer und viele Schüler wollten ganz nach oben in die besten Positionen. Wer da nicht so richtig mitgezogen hat, MUSSTE gnadenlos bestraft werden, oder?

Dabei hatte ich doch noch Glück, denn in irgendeine Justizvollzugsanstalt (heutige Bezeichnung) musste ich zum Glück nie, schon gar nicht in das „Gelbe Elend“ in Bautzen, wo fast nur politische Gefangene saßen.

Hier hat wohl jemand durch Vandalismus seinen Unmut über das Görlitzer Gefängnis zum Ausdruck bringen wollen. Oder ist das etwa Kunst???