Claras Allerleiweltsgedanken


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Belgien – Niederlande – Schiff – 3

Wie ihr später noch sehen werdet, passt der heutige Beitrag wie die Faust aufs Auge (ein sehr unschöner Vergleich) zum heutigen Datum, denn zum heutigen Feiertag der Heiligen drei Könige, die leider nur in einigen Bundesländern FEIERlich empfangen werden, zeige ich sie euch in einigen Varianten

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Am Vormittag gingen wir mit unserem sehr sympathischen Reiseleiter durch Hasselt – ein nicht zu großer, angenehmer Ort mit ca. 77000 Einwohnern – natürlich in makelloser Sauberkeit, hatte aber noch anderes zu bieten. Übrigens bündeln sich dort verschiedenste Pilgerrouten zum Jakobsweg, der bekanntlich in Santiago de Compostela in Spanien endet.

In Hasselt war wie auch anderswo auf dem Weihnachtsmarkt natürlich ein Riesenrad … wir müssen immer zu den falschen Zeiten da gewesen sein, denn ich habe nie Leute in einer Gondel sitzen sehen

Hasselt muss sehr Aschenbrödelfreundlich sein (ich kenne diese spätere Prinzessin immer nur unter dem Namen AschenPUTTEL) denn im ganzen Zentrum sind Haselnüsse aus Kupfer in den Fußboden eingelassen. Ihre Spitze zeigt in Richtung Rundweg.

Fahrräder scheinen auch hier eifrig geklaut zu werden. Mit reinen Vorderrädern kann man nicht viel anfangen.

Die Katzen scheinen Genfutter zu bekommen, deswegen geraten sie so groß und abstrakt. – Typische „Clara-Falsch-Denke“. Ich habe in einem guten Hasseltreisebericht gelesen, dass das eine Brille im Großformat sein soll.

Der soll ein ganz berühmter Mediziner oder Pharmaziemensch gewesen sein – aber ich finde ihn nicht auf der Hasselt-Seite im Netz und habe seinen Namen vergessen – nicht weiter schlimm – so löchrig wie der ist, zerfällt er vielleicht bald.

Nach Daggis hilfreichem Kommentar habe ich noch einmal gesucht und bin fündig geworden. Es ist
Dr. Louis Willems, der 1822 als Sohn eines Geneverproduzenten geboren wurde. Er war nicht Biologe sondern Bakteriologe und hat sich in seiner Lebenszeit bis 1907 mit Impfungen verdient gemacht.

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Das ist ganz typisch – nicht nur für Hasselt. An jeder Ecke oder in jeder Nische steht eine Frau – eine heilige Frau – nämlich Maria, als Königin dargestellt. Hier in Deutschland kenne ich das wohl nur von Bayern – der Rest ist ja nicht so christlich.

Mallybeau soll auch nicht zu kurz kommen – es ist eine echte 3D-Kuh, nur nicht aus Herrn Heinrichs 3D-Drucker, sondern aus einem Schaufenster in Hasselt. Aber ich habe sie ihr dennoch fotografiert und gewidmet.

Wenn schon Landwirtschaft – dann aber richtig. Zu der Kuh gehört auch ein Pferd. Ob das Pferd gegen das Fahrrad gewinnt?

Das nenne ich farbenfreudige und lebensfrohe Hauswandbemalung. Es vogelt (ohne Punkte über dem o) so vor sich hin.

Über diesen jungen Mann habe ich erst im Netz gelesen, dass es ein Fallschirmspringer ist. Ich weiß gar nicht, für was ich ihn gehalten habe.

Das ist jetzt schon eine Einstimmung auf Brüssel, wo dieser kleine Pisser ja wirklich steht.

Farbenfroh und bunt – so waren viele Häuser.

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Zum Hasselt-Schluss kommen jetzt noch paar Clarafotos. Ich wollte dem Reiseleiter in einem Café was ausgeben, weil er mich in einem Souvenirladen so ausdauernd fotografiert hatte. Er hat gemeint, es wird klappen mit dem Kürbis – aber es klappte nur Minisekunden lang. Mir bleibt vor Schreck der Mund offen stehen. – Und auf dem Fahrrad mache ich angeblich auch eine gute Figur.

Als ich an der Theke seinen und meinen Kaffee und den Kuchen bezahlen wollte, meinte der Eigentümer, dass er uns beide einlädt, weil der Reiseleiter ihm immer so nette Gäste bringt. (Ob der wirklich mich gemeint hat???)

Aus Freude fotografierte ich gleich seine vorgezogene „Osterdekoration“

Bevor uns der tolle Reiseleiter seiner Nachfolgerin in Brüssel übergeben hat, verteilte er noch eine Flasche Genever mit Karamellgeschmack unter uns Reisenden – das Zeux war richtig lecker und wird hier in Hasselt produziert.

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So – jetzt klappt es mit den Heiligen drei Königen zum 6. Januar doch nicht, weil ich den Nachmittag des Tages, den wir schon in Brüssel verbrachten, auf den nächsten Post verschiebe. Die Menge der Fotos (17) ist ausreichend und der Artikel mit 630 Wörtern auch lange schon lang genug.


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Belgien – Niederlande – Schiff – 2

Das Jahr ist gerade 3 Tage alt und steht fast am Abgrund. In Australien brennen Tausende von Quadratkilometern und nehmen Menschen und Tieren ihren Lebensraum, vernichten alles, womit die Flammen in Berührung kommen.

Und jetzt haben die Amerikaner durch die Tötung des iranischen Generals die Gefahr eines Krieges im Nahen Osten heraufbeschwört. Und wer will es wirklich wissen, ob sich so ein Krieg nicht auch ausbreiten kann. 

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Lüttich – so heißt die Stadt wohl nur im deutschen Sprachgebrauch – ist eine überschaubare Stadt mit vielen schönen Kirchen. Von ihrer Sauberkeit hatte ich ja schon im letzten Beitrag geschwärmt – und auch bei Tageslicht wurde die Stadt nicht dreckiger oder unansehnlicher.

Die Gruppe wurde aufgeteilt, weil sich trotz Mikrofonübertragung schlecht 42 Leute an einen Reiseleiter koppeln lassen. Und ich kam zu diesem in die Gruppe.

Ich kann nur sagen: Damit hatte ich den falschen Joker gezogen. Der Mann konnte wohl fünf Sprachen – aber er konnte sich nicht schnell genug entscheiden, welche er gerade sprechen wollte oder sollte. Oft warf er uns Worte oder Satzteile in französisch, englisch, niederländisch oder ??? hin und manchmal bekam er dann auch die Übersetzung aus der Gruppe zugerufen. – Egal, frau muss nicht alle Kleinigkeiten über Architektur verstehen.

Mit diesem Gentleman konnte ich mich besser unterhalten – er meinte ernsthaft, ihm sei nicht kalt. Dennoch hatte ich wenig Lust, neben ihm Platz zu nehmen und mich fotografieren zu lassen. – Es gibt Fotos, die sind verschmerzbar.

Und jetzt einige Fotos aus Kirchen. Ich weiß noch nicht mal genau, ob es alles die gleiche Kirche war, von der die Fotos stammen. Doch ich habe gerade bei den Originalen geschaut – die Aufnahmezeiten lassen den Schluss zu, dass es alles der Dom von Lüttich war. Die auf dem letzten Foto war aber nicht die Heilige Clara, die es ja geben soll.

Irgendwie waren wir in dieser Gruppe wohl alle froh, als die Stadtbesichtigung zu Ende war. Die aus der anderen Gruppe waren sehr zufrieden mit ihrem Stadtführer.

Der Nachmittag war entweder zur freien Verfügung vorgesehen oder man konnte für einen Extrabetrag eine Fahrt nach Löwen buchen. Dass Löwen und Löwinnen sich einen Ausflug in „ihre Stadt“ nicht entgehen lassen können, ist ja wohl klar.

Leider kam auch hier die Enttäuschung im Bus – dieser Ort heißt nur für bequeme deutsche Touristenohren so – die belgische Originalbezeichnung hätte ich nie mit einem Löwen in Verbindung gebracht.

 

Überall in allen Prospekten wurde mit der adventskalenderähnlichen Beleuchtung des Rathauses geworben. – Na gut, für mich war sie hart am Kitsch, aber dennoch habe ich fleißig fotografiert und zeige euch hier nur eine Auswahl.

Doch erst noch mal etwas Skulpturenschmuck. Dieser Kanzelschmuck war sehr beeindruckend. Ich staune immer und immer wieder, wieviel Geld, Zeit und Können die Leute früher auf die Ausgestaltung von Kirchen, Schlössern, Burgen und sonstigen Protzbauten aufgewendet haben. Wie gut, sonst hätten wir nicht so vieles bewundern können. – Manchmal frage ich mich, ob die Hinterlassenschaften unserer letzten Jahrhunderte von der Nachwelt auch noch so staunend betrachtet werden.

Jetzt in Nachsilvesterstimmung und „guten-Rusch-Laune“ macht der junge Mann mir hier den Eindruck, als wäre er auch ausgerutscht. Aber das ist sicherlich nur wieder „Clara-Definition“.

Auch zu dieser jungen Dame wollte ich mich nicht dazusetzen – es war mir zu kalt. Die Autos hinter ihr sind eingepackt – und ihr hat keiner eine warme Jacke gestrickt oder gehäkelt.

Einer (Lo???) hatte vor kurzem die Frage erwähnt: Quo vadis? Hier hättest du sie vielleicht beantwortet bekommen.

Das Gelände um das beleuchtete Rathaus war mit weihnachtlichem Schmuck gestaltet. Ein Hirsch weihnachtete da so vor sich hin. Er war aus reinem Naturmaterial. (Vom Hygienemuseum in Dresden gab es immer Körper- und Muskeldarstellungen, an die mich dieser Hirsch erinnerte)

Und Krippen gab es auch an den verschiedensten Orten zu sehen, manchmal wirklich zu bewundern. Die meisten waren „Jesuskind-frei“, weil das Kind ja noch nicht verfrüht in der Krippe liegen durfte. Es wirkt etwas befremdlich, denn die Könige hätten ja auch noch nicht da sein dürfen, die ritten ja erst langsam aus dem Morgenland an und mussten sich von Herodes den Weg weisen lassen.

Genug von frommen Bibelgeschichten. – Nach der Besichtigung blieb noch ein wenig Freizeit. Ich habe die mehrfach angepriesenen Pommes probiert – die sind wirklich ein Gedicht. Liegt es an den Kartoffeln oder am Öl oder an den Zubereitern??? Ich weiß es nicht – ich würde sie sofort wieder essen wollen.


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Belgien – Holland – Schiff – 1

Den gestrigen Tag habe ich euch noch Ruhe gelassen, damit ihr euch von der Silvesterfeierei und -knallerei erholen könnt. Ich finde 2020 eine schöne Zahl und lege deswegen fest, dass es für mich ein gutes Jahr wird. Und wenn es MIR gut geht, dann bin ich auch gern bereit, mit euch zu teilen und euch von meinem Wohlbefinden abzugeben.

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Das war Vorspann und Wünsche genug für das neue Jahr. Bei mir ist ja schon Tradition, dass ich gemachte Reisen auch beschreibe – als Eigennutz für mich selbst, damit ich mich später besser an manches erinnern kann – und als eventuell interessanten Spaß für euch, wenn ihr über meine Erfahrungen lachen könnt. – Das Fotobuch zeigt alles mehr von der fotografischen Seite, hier sind die Worte ausgeprägter.

Am 15. Dezember quälte sich eine hundemüde Clara an einem Sonntag früh um 5:30 Uhr zum Zentralen Omnibusbahnhof, weil die Berliner die ersten waren, die die Fahrt nach Lüttich starteten. An weiteren sieben Haltestellen nahmen wir neue Gäste, auf bis wir 42 waren. Der Bus musste in die kleinsten Motzpläken, um an irgendwelchen Parkplätzen oder Tankstellen neue Leute aufzunehmen. Mit allen Pausen kam eine Fahrzeit von ca. 13 Stunden zusammen. Zum Glück hatte ich eine Bank für mich allein, was bei den kleinen Gepäckfächern und einem Rucksack ein großer Vorteil war.

Der Bus war wirklich sehr chic und an dem Busfahrer konnte ich NICHTS aussetzen. Er fuhr sehr gut, war witzig und vor allem war er ein uriges Original. (1. Foto: heller ist es früh um diese Zeit noch nicht am Busbahnhof!!!) Der Vorteil eines roten Busses ist, dass sogar ich den überall finde.

 

Der Busfahrer legte großen Wert auf seine halbitalienische Herkunft und wollte liebend gern Tomaso statt Thomas genannt werden. Die ligurische und die italienische Fahnen wiesen auf seine Abstammung hin und die beiden Teufel Luzifer und Kleinlucie auf seine Vorliebe für rot.

Auch an ihm war bei seiner ausgefallenen Kleidung, die wie aus einem Theaterfundus wirkte oder wie das Gewand von Mephisto, viel rot zu finden. Ein Mantel hatte ein komplettes rotes Seidenfutter, der andere nur die Schnürung – und der Maestro hatte lange Fingernägel wie eine Diva. Dass der Schmuck für einen Mann ebenfalls ausgefallen war, ist fast selbstverständlich. – Das klingt alles ein wenig spöttisch – aber er war sehr sympathisch und ich bedauerte sehr, wenn ich bei seinen Witzen gerade die Pointe akustisch nicht verstanden habe.

Die ersten beiden Nächte verbrachten wir in einem sehr schönen Hotel in Lüttich. In der Zimmerausstattung fehlte es mir an nichts. Das ist übrigens mein Begleiter.

Wenn vor dem Hotel solche schnaubenden Tiere stehen, kann einem ein kräftiger Löwe schon mal behilflich sein.

Und hier Fotos von außen, von innen, vom Interieur und aus dem Zimmer.

Das Breitreifenfahrrad war wohl mehr als Schmuck gedacht, obwohl man sich Fahrräder und Elektroroller durchaus auch ausleihen konnte. Der Gebrauch von E-Rollern war im Ort etwas gemäßigter als in Berlin – aber das ist auch keine Kunst.

Jetzt wundert ihr euch sicher, warum ich euch hier einen Papierkorb präsentiere. Damit will ich mich an meine Begeisterung über die Sauberkeit der belgischen Städte erinnern. Wir haben zu abendlicher Stunde noch einen Gang in die Innenstadt von Lüttich gemacht – immer an der Maas (?) entlang. An der Uferpromenade standen viele Bänke. Bei jeder Sitzgruppe war auch ein Papierkorb – die maximale Entfernung bis zum Abfalleimer waren wohl 15 m. Ich habe wohl noch nie so eine saubere und gepflegte Stadt gesehen. In Brüssel war es als Hauptstadt nicht mehr in dieser Perfektion, aber gegenüber Berlin, das für mich die dreckigste Stadt ist, noch um Meilen besser. Sogar Kippen lagen kaum auf den Straßen herum.

Es geschehen also doch noch Zeichen und Wunder.

 


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Jahresendgedöns 2

Über das Pro und das viele Kontra von privatem Feuerwerk im Laufe des heutigen Tages und Abends ist ja schon viel geschrieben und diskutiert worden. Mit den am Himmel aufgehenden Lichtstrahlfiguren könnte ich ja noch einigermaßen gut leben, nur der mörderische Krach ist so ätzend, nicht nur für Hunde und Katzen, auch für Claras und Christines. Ich habe zwar den Krieg nicht miterlebt, doch an diesem Tage kann ich mir vorstellen, wie sich die Syrer, Palästinenser, Juden und andere fühlen, wo auch heutzutage Bomben fallen.

Ich habe mir mal die Mühe gemacht, das Angebot durchzurechnen, was ein einziger Discounter mit großem A anbietet.

Es werden 33 Artikel zum Verkauf präsentiert, die nur für Erwachsene sind. Kinder ab 12 Jahren dürfen auch schon kaufen, aber für sie sind nur 4 Sachen im Angebot. – Kaufte eine Person von allen Sorten nur eine einzige Packung, so müsste sie 476,63 € auf das Zahltablett legen.

Selbst, wenn man mir alle schenken würde, um das von mir gewünschte Experiment durchzuführen – ich würde sie nicht nehmen. Fast alle Packungen bestehen aus sehr vielen Teilen. – Wie lange wäre ein Mensch mit Knallen und Feuern beschäftigt, wenn er nacheinander alle Teile zündet oder krachen lässt. Bei Raketen und ähnlichen schönen Sachen muss er natürlich die Schönheit auch in einer bewundernden Pause genießen. – Der ganze „Spaß“ würde bestimmt viele Tage lang dauern. – Ich habe mal bei ALDI paar Fotos gemacht. Lediglich mit der Konfettikanone macht man keinen Krach, sondern nur Ärger. Dem unliebsamen Nachbarn auf dem Teppich entleert … doch wie kommt man zum Teppich?

Die Namen und Bezeichnungen sind teilweise recht romantisch wie Supernova oder Sky of Diamonds. Auch mit den Namen Kopernikus, Atlantis, Galaxy oder van Gogh kann ich gut leben. – Aber es gibt auch viele, sogar die meisten, die schon gelesen schrecklich klingen: Kanonenschläge, 36 Schuss Effekt Bombettenbatterie, Cobra oder Goliath.

Immer wieder muss ich sagen, dass ich in meinem nicht gerade kurzen Leben noch nicht eine Ostmark, Westmark oder einen Euro für solche Sachen ausgegeben habe. Ich würde mich bestimmt so dusselig anstellen, dass etwas passieren würde. – Die Fotos sind aus München, da war ich mit Mitzi bei einem gigantischen Feuerwerk – da habe ich also den Eintritt bezahlt.

Mit einem halbstündigen Feuerwerk könnte ich mich ja anfreunden, doch die Knallerei geht ja schon am Nachmittag los und endet hier in meiner Gegend so zwischen 2.00 und 3.00 Uhr am Neujahrstag.

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Was erwartet mich im kommenden Jahr?

  • die Fassadensanierung der vorderen Hausseite – vor zwei Jahren ist ja die Balkonseite gemacht worden und ich hatte darüber ja umfangreich berichtet. Wenn jetzt das Gerüst vor meinen Fenstern lang geht, können mir die Bauarbeiter entweder beim Kochen oder beim Duschen zuschauen – beides nicht so erfreulich, also werden sie es lassen. Wir bekommen neue Haustüren und moderne Briefkästen, aus denen man endlich nicht mehr die Post herausnehmen kann. Das erste Foto ist die alte Form
  • eine Reise im Mai nach Sardinien
  • ein halbrunder Geburtstag im August, den ich aber bestimmt nicht in großem (oder kleinem) Rahmen feiern werde, denn sobald mehr als zwei Leute um mich herum sind, verstehe ich nichts mehr – und da sehe ich den Sinn einer solchen Feier nicht ein.
  • Stattdessen werde ich mir vielleicht eine wunderschöne Reise im August gönnen
  • Neue Hörgeräte darf ich auch ordern, nur macht mir der Akustiker wenig Hoffnung, dass sie die Situation wesentlich verbessern. Ich bekam vor kurzem so einen unpassenden Ratschlag, Gebärdensprache zu lernen. Ich kenne niemand aus meinem Bekanntenkreis, der mit mir dann so sprechen würde oder könnte. – Und das Lippenlesen klappt wohl bestenfalls bei einzelnen, deutlich gesprochenen Worten, nicht bei fließender Unterhaltung.

Von allem anderen lasse ich mich überraschen.

 

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Mit zwei Sprüchen aus meinem sträflich behandelten Abreißkalender will ich mich für 2019 von euch verabschieden :

„Es ist nie zu spät, so zu sein, wie man es gerne gewesen wäre.“

George Eliot alias Mary Anne Evans – englische Schriftstellerin

und

„Mögen alle Sorgen nicht länger dauern als die zu Neujahr gefassten Vorsätze“


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Jahresendgedöns 1

Viel Zeit bleibt ja nicht mehr, also werde ich mich wohl ein wenig sputen müssen. Momentan schläft die Blogbegeisterung ein wenig – warum weiß ich gar nicht so genau.

Da ich ja meiner Wohnung den Weihnachtsschmuck dieses Jahr vorfristig übergestülpt hatte, fand ich, dass ich jetzt auch schon „abrüsten“ durfte – ich hatte mir die ganze Kugelei übergesehen. Die Lichtbringer durften noch bleiben, schließlich will ich keine angefangenen Batterien wegwerfen.

 

Kombiniert mit einer tollen Marzipanpackung bekam ich eine Pflanze, deren Übertopf wie ein Geschenkpaket gemacht war. Leider sind die Goldkrümel schnell flüchtig, besonders von den stark vorstehenden Teilen, so dass es jetzt bei mir an vielen Stellen „goldig“ aussieht.

Als es gestern heftig polterte, erschrak ich schon ein wenig – andere Leute springen aus dem 4. Stock, nur weil jemand in die Wohnung eindringt und die Tür eintritt. Aus der 8. Etage müsste ich mir einen anderen Ausweg überlegen, denn diesen Abgang würde ich nicht nur verletzt überleben.

Ich kam ins Wohnzimmer – und – die ZEIT war abgestürzt, oder meine „Ersatzweltzeituhr“ war verunfallt.

Das Original der Weltzeituhr ist ja am Berliner Alexanderplatz

und ein beliebter Treffpunkt für ein erstes Date. Da das sehr viele machen, kann man sich schnell einen Überblick verschaffen und wenn einem das Angebot nicht gefällt, wieder unauffällig den Rückzug antreten. – Aber aus solchen Zeiten bin ich ausgewachsen.

Was will mir das sagen??? Ist meine Zeit bald abgelaufen? Gute 10 Jahre wollte ich eigentlich noch machen – aber wenn es anders kommt, muss ich es auch akzeptieren.

Ich konnte den ziemlich schweren Bilderrahmen nicht einfach wieder aufhängen, weil die Aufhängung gebrochen war. Also ließ ich mir eine Interimslösung einfallen:

Als das Bild so hing, musste ich an die „Regenbogenbrücke“ denken, über die ja dem Vernehmen nach Hunde und Katzen gehen, wenn sie ihre Menschen verlassen.

Und dann habe ich ein wenig rumprobiert, wo ich meine Weltzeituhr erst einmal unterbringen kann:

Und jetzt steht sie definitiv bis zum nächsten Jahr dort – und ich melde mich noch einmal kurz in diesem Jahr.


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Hirsch Heinrich wird zu Clara HimmelHIRSCH

Den Heiligabend verbrachte ich nicht in oder mit Familie, sondern im Freundeskreis. Eine der Frauen, die sich um die Organisation und das Essen gekümmert hat, hielt ein Wichteln für angebracht.

Mit zwei Würfeln rückten wir dem Geschenkepaketeberg in der Mitte zu Leibe. Jede bekam ein Päckchen, wenn sie eine 1 oder eine 6 gewürfelt hatte und in der nächsten Runde durfte jede – wiederum auf eine bestimmte Würfelzahl – ihr Paket auspacken. Gleich und sofort fiel mit ein „Gegenstand“ auf, der mein Interesse weckte.

Die nächste Würfelrunde nahmen die einen mit Freude, die anderen mit Kummer auf. Die etwas „Blödes“ erwürfelt hatten, waren froh, wenn sie mit einer anderen tauschen konnten – die anderen waren unfroh, dass sie ihre Beute wieder abgeben mussten.

Das Objekt meiner Begierde kam nicht auf dem Wege des Tauschens zu mir. Erst ganz zum Schluss wurde der freie Tausch angeboten. Ich machte der Besitzerin meines Wunschgegenstandes so wunderschöne blaue Augen, dass sie gar nicht anders konnte, als mit mir zu tauschen. Und als ich diesen „Gegenstand“ auf die Nase setzte, sah sie ein, dass diese Brille und ich einfach zueinander gehören.

Engel – Bengel – Teufel Clara

 

Immer mit einem Schmunzeln im Gesicht

So, jetzt lasse ich euch wieder mit Euer ZweitFeiertagsStimmung alleine und in Ruhe.


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Weihnachten steht vor der Tür …

… und wer will, lässt es herein oder lässt es auch draußen stehen.

Ich beneide und bedaure die Frauen und Familien, wo jetzt Hektik ist, um sich dann zu den Feiertagen in Familie – ob groß oder klein – hinzusetzen und Kontakte aufzufrischen, die durch seltenes Treffen etwas eingerostet sind.

Das wird bei mir nicht sein – das männliche Kind treffe ich zwischen Weihnachten und Neujahr und das weibliche Kind plus die zwei Kinder sind weit weg.

Mein wenig gefülltes Gedächtnis erinnert sich jetzt mal an das Essen, was es zum Heiligabend gab – völlig unspektakulär. Der Fleischer hatte für Heiligabend und für Silvester eine ganz bestimme Bratwurst, die es nur an diesen beiden Tagen im Jahr gab.

Na gut, ich habe mir zwei Bratwürste in der Verpackung gekauft, weil es hier weit und breit keinen Fleischer gibt oder bzw. ich nicht zu Edeka möchte. – Und dazu gibt es ganz tolles Sauerkraut und richtig schönen handgestampften Kartoffelbrei. – Mir wird es schmecken, auch wenn danach kein Glöckchen klingelt und ich in das mit einem Weihnachtsbaum geschmückte Zimmer darf, um meine Geschenke unter dem Baum zu finden.

Und dann gehörte Weihnachten zur Esstradition auch der Chicoréesalat, weil es die dafür notwendigen Zutaten wie Bananen, Apfelsinen und anderes eben nur zu Weihnachten zu kaufen gab. Immer wieder muss ich dran denken, wie mein damals ca. 7jähriger Sohn seine Oma nach Chicoréesalat fragte. Als sie freudig erregt bestätigte, dass es den wieder geben wird, kam sein Kommentar: „Aber ich mag den nur ohne Rosinen und ohne Chicorée!“

Und jetzt muss ich in die Küche und den Salat für morgen (24.12.) machen. Es bleibt bestimmt noch was übrig, so dass ich an den anderen Tagen auch noch genussvoll essen kann.

Euch allen wünsche ich – mit Salat oder ohne, mit Karpfen, Gans oder Braten oder auch vegetarisch – frohe Tage, gute Gespräche, schmackhafte Getränke und vielleicht auch mal ein schönes Spiel wie z.B. Scrabble oder Doppelkopf.

Bei mir gibt es schon lange keinen Weihnachtsbaum in der Wohnung – ich sehe sie doch überall, wo ich hinkomme, künstliche und echte, vollkommen überladene und geschmackvoll geschmückte. Für den Balkon hätte ich vielleicht doch einen im Topf – doch ohne Auto lässt sich so etwas schlecht heranschleppen – also reicht das geschmückte Zimmer.

                                            Herzliche Grüße von Weihnachtsfrau Clara