Claras Allerleiweltsgedanken


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Meine Generation kennt doch bestimmt noch „Eierkohlen“ –

Für mich waren das immer diese schwarzen Dinger – vielleicht gepresst aus Braunkohlenstaub – die stets in Säcken geliefert und vor das Haus geschüttet wurden. Mit Eimern wurden die dann in den Keller getragen. Zum Glück mussten sie nicht gestapelt werden.

Und ich habe jetzt was Neues erfunden: Die Eierpflaumen. Der Name fiel mir ein, weil sie genau so schwarz aussahen wie die Eierkohlen. Ich hatte gekocht – eine Gänsekeule von letztem Jahr Weihnachten musste endlich verbraucht werden. Mir war so danach, in die Bratpfanne zwei Hände voll Backpflaumen zu packen.

Die Temperatur war heiß bis sehr heiß, die Zeit war lange bis sehr lange – und die Backpflaumen waren schwarz bis kohlrabenschwarz und die ganze Pfanne nicht viel anders. Ein Foto habe ich mir und euch erspart – schade eigentlich.

Ich sollte wirklich was anderes machen als kochen – die Säuberung der Pfanne hat fast eben so viel Zeit gebraucht wie das Braten der Keule.

Als ich Tage zuvor Spaghetti kochen wollte, rutschten mir im Wohnzimmer  alle Dinger aus der Packung und verbreiteten sich dekorativ auf dem Teppich. Nach dem Wegräumen habe ich bedauert, das nicht im Foto festgehalten zu haben – sah echt gut aus.

Und noch eine Fotogelegenheit habe ich mir entgehen lassen – dieses Mal mehr aus Wut. Vom Regal fiel ein Sektglas, in dem sich sehr viele lila Kunststoff“diamanten“ befanden. Mein erster Impuls war, Splitter und Steine zusammen aufzusaugen – das wäre am schnellsten gegangen. Aber um lila tut es mir IMMER leid – also gab es eine Runde Abendsport. Alles Lila wurde aufgesammelt und alles Spitze und Glitzernde anschließend aufgesaugt.

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Als Beispiel, was ich machen könnte: Kaffee trinken und Kuchen essen, natürlich keinen selbst gebackenen, denn den könnte ich ja auch anbrennen lassen.

Als ich mit der HNO-Untersuchung in der Klinik fertig war, habe ich mir in dem appetitlichen Café das hier gegönnt:

Wenn ihr ganz lieb geguckt hättet, wäre ein Löffelchen für euch drin gewesen, aber nur eins!!!

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Als ich neulich in dem Markt meiner „Begehrlichkeiten“ war, lief mir das hier über den Weg – und ich habe mit mir gerungen und gerungen und gekämpft und und und – und ihr könnt überlegen, was am Ende rausgekommen ist:

 

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Jetzt mal was anderes – die Sache mit der Umweltverschmutzung geht mir schon mächtig an die Nieren, denn ich möchte den Generationen nach mir keine total versaute Umwelt hinterlassen. Nach wie vor bin ich zwar der Meinung, dass vieles nur über Verbote und Gesetze geregelt werden kann: Tempolimit MUSS beschlossen werden, Alukapseln für Nespressomaschinen dürften nicht produziert werden, to-go-Kaffeebecher müssten 2 Euro kosten oder oder oder. Doch mir geht es um etwas anderes. In der dunklen Jahreszeit bin sogar ich ein Kerzenfan – und in viele Gefäße passen eben nur Teelichter. Die haben aber meist eine Aluhülle, so dass sich ganz schnell ziemlich viel Abfall ansammeln kann. Wo gibt es Teelichter ohne Aluhülle. Ich habe genügend Glasbehälter für die Kerzen. Oder man kann Aluhüllen mehrfach verwenden. – Wie ich unsere Handelspolitik so kenne, werden die Kerzen OHNE Hülle teurer sein als die mit Hülle, weil sie ja von weniger Leuten gekauft werden.


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Altes zu Ende bringen und Neues freudig erregt anfangen

Vornweg ein bei mir beobachtetes Phänomen:

Ich kann mich „stundenlang“ mit mir, meinem Computer, meinen Problemen, meinen Aufgaben und anderem beschäftigen, ohne dass mir langweilig wird. Und dabei ist dann noch nicht einmal Saubermachen dabei.

Motto: Wenn man immer nur tut, was sich gehört, verpasst man den ganzen Spaß!

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Meine Leidenschaft für Schnapszahlen ist ja wohl hinreichend bekannt – dabei mag ich gar keinen Schnaps. Ich freue mich immer wie ein Kind, wenn ich auf irgendeiner Digitaluhr (Herd, Mikrowelle, Computer, Handy, Uhr im Flur) eine Zahl doppelt oder sogar dreifach hintereinander sehe.

Wenn ich meine Medikamente für 14 Tage in die zwei Boxen fülle, freue ich mich genau so, wenn ich die benötigte Menge GENAU aus der Packung in die Hand geschüttet habe – bei Curcuma z.B. 28 Stück, bei Hyaluron und Magnesium 14 Stück. – Ist das etwas Gutes, wenn ich mich von kindlicher Freude so wenig weg oder wieder so stark angenähert habe? – Echte Medizin ist nur die, die ich eingekreist habe. Und dann konnte ich es nicht lassen, mir ein NIkolausClaraHaus zu „bauen“. Sonnenklar, nur das zweite ist echt – bei dem anderen hat jemand versucht, meinen Stil zu kopieren 🙂

Mit solchen Spielereien kann frau natürlich auch ihre Zeit vertrödeln.

Wenn ich mein ganz privates Nikolaushaus mit vielen „Energie-Einfangplatten“ ausstatten würde, könnte ich vielleicht sogar Strom verkaufen und „reich“ werden. – Pfui, Clara, solche Gedanken hat man doch nicht zu Jahresbeginn – und wenn, dann äußert man sie nicht laut.

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Mit der Überschrift habe ich ein wenig gerungen.

Was meine ich mit „Altes zu Ende bringen“? Kann man Weihnachten zu Ende bringen? Nein – aber die Deko kann man wegräumen. Da ich ja damit nicht gespart hatte, entartete es fast in Arbeit. Bis zum Fest der Heiligen drei Könige am 6. Januar (eine katholische Vorbildung ist manchmal nicht übel) blieb fast alles unberührt – nur die Kugeln wurden schon im Keller verstaut.

Ein siebenarmiger Leuchter spendet den ganzen Winter warmes Licht vor sich hin – ich habe ihn im zarten Alter von unter 20 Jahren von dem Mann bekommen, der als erster mein Herz erobert und dann gebrochen hat.

An der beleuchteten Dekoration wurden vor dem Wegräumen erst noch alle Batterien aufgebraucht. In der nächste Adventszeit werden Akkus eingesetzt, um die Umweltsauerei nicht noch zu fördern.

 

 

Am Ende kamen mir dann noch so einige Gedanken über Familie und das, was ich mir so darunter vorstelle. Meine zwei Blumentöpfe mit den Dickblattgewächsen animierten mich zu einigen Gedanken.

Als erstes die Mutter, die sich so liebevoll um alle ihre Kinder Ableger kümmert, so dass alle groß und stark werden können.

Und was macht der Vater, Vati oder Papa? Er geht seiner Wege und seinen Hobbys nach und überlässt die Brutpflege seiner Frau.

Mir gefallen beide Töpfe sehr gut, auch wenn ich gar keinen konkreten Grund dafür nennen könnte.

Die große Amaryllispflanze in der Küche entwickelte sich so vor sich hin – aber die kleine in ihrem Wachsmäntelchen explodiert gerade (geschrieben und fotografiert am 9.1.) – hätte ich kaum geglaubt, dass ohne Wasser und sonstige Pflege so eine Pflanze entstehen kann. Das Wasser, was sie nicht braucht, fällt ungenutzt vom Himmel.

Eine einzige Tischdecke für den quadratischen Tisch ist zu wenig – aber ich habe noch keine einfarbige bekommen, die mir gefiel. Da bin ich mal kurz auf Filz ausgewichen – kann eine Zeit lang so bleiben.

Und von dem in der Überschrift angedeuteten neuen Sachen berichte ich übermorgen.

Und der Artikel hat 555 Wörter.


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Auch Adventsdeko muss vorbereitet werden

Immer wieder nehme ich mir vor, nichts mehr zu kaufen, was saisonbedingt (Adventszeit) in der Wohnung rumliegt, rumsteht, ständig-und-rum-im-Wege-ist.

Aber ihr kennt mich, ihr wisst – immer wieder werde ich schwach, weil ich eben eine dicke fette Elster bin, die in manchen Situationen das Glänzen so mag. Fällt seit Jahren das Glänzen in Kinderaugen weg, so habe ich das durch Kugelglänzen ersetzt. Adventszeit ist schon seit eh und je bei mir Kugelzeit.

Hier ein paar Beispiele aus den letzten Jahren – aber alle schon in der „neuen“ Wohnung. 2015 war das erste Weihnachten, das ich unter „fremden“ Menschen erlebte. Mit fremd meine ich, dass ich viele in meiner alten Wohnumgebung kannte – hier aber bereits am 2. Weihnachtstag am Nachmittag so unsanft zusammengerüffelt wurde, weil ich es gewagt hatte, eine Mutter mit zwei Jungen (unter 10 Jahren) einzuladen, die sich sehr gesittet benommen haben. Da war ich erst einmal bedient.

 

Jetzt von 2016 – warum ich keine Kugelfotos finde, weiß ich auch nicht – aber ich habe ein Kugelfoto geschenkt bekommen: Und ihr werdet sehen, so ein ähnlicher Kranz taucht bei mir in echt im jetzigen Jahr auf – aber nicht in lila, sondern in rein silber und mit silber-grün. – Was für ein Glück, dass es diese Kränze nicht in lila gegeben hat – vielleicht wäre ich schwach geworden, vielleicht wäre ich stark geblieben und hätte nicht gekauft.

 

Und zum Schluss der Archivbilder 2017

 

So, und jetzt kann ich mich also der Gegenwart widmen. Hier sind sie, die beiden Kränze. Mein Glitzer-Sucht-Effekt ist restlos befriedigt.

Und der Weihnachtskaktus gibt sich Mühe, die Sache noch aufzuhübschen.

Das mit den vier Adventskerzen mache ich schon lange nicht – auf dem silbernen Kugelteller sind zwar vier Kerzen, aber die werden IMMER ALLE angezündet. Vergesslich wie ich bin, sähen die drei ersten so aus und die vierte hätte ich verpennt.

Dezent mit 10 kleinen Leuchtdioden strahlt dieser Holzschmuck.

Motiv mit Krippe, Maria und Josef plus Kind, 3 Königen, Hirten, Schafen, Kuh und Esel finde ich nicht passend – da muss man auch wirklich gläubig sein, nicht nur Weihnachten.

Weil ich wusste, dass ich zwei Vasen mit Perücken rumstehen habe, konnte ich einfach nicht widerstehen:

Tische werden auch ein wenig geschmückt – schließlich habe ich 5 davon in der Wohnung – der im Besucherzimmer und der in der Küche kommen ungeschoren ungeschmückt davon. Die mit ca. 20 Jahren gemalte Decke mit den Kurrendesängern hat sich wirklich amortisiert, denn sie wird nach ca. 50 Jahren immer noch aufgelegt.

Dass ich einen KK = Kugelknall habe, würde ich nie und nimmer abstreiten.

Und zum Schluss noch ein wenig allgemeine Raumdeko – und schon ist alles für den Advent fertig verkleidet.

 

 

 

 

 

Und das war es dann.


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Clara ist von einem schnell heilbaren Virus befallen … ???

Und zwar vom Bastelvirus. Eigentlich ist es mehr ein Ehrgeizvirus denn ein Bastelvirus, denn das Ergebnis lässt sehr zu wünschen übrig.

Doch von Anfang an. Mallybeau Mauswohn zeigt täglich ein hübsches, bisher eher nostalgisches denn modernes Kalenderblatt in ihrem Adventskalender. Und so war am 2. Dezember ein Bastelbogen zu sehen. Klavier spielt ja in unserer Familie eine sehr große Rolle – bei mir eher eine schlechte oder untergeordnete, aber bei den anderen.

Also verfiel ich auf den Wahnsinnsgedanken, dieses Klavier zu „bauen“. Es scheiterte gleich am Fotopapier, aber meine immer sehr hilfsbereiten Nachbarn halfen mir mit 5 Bögen hochglänzendem Papier aus. – Mein Drucker hat meist Papierstau gemeldet, wenn ich ihn mit Fotopapier gefüttert habe – doch ich konnte ihn überlisten und die Bastelbögen ausdrucken.

Dann kam die nächste Hürde. Alle Klebstoffreste waren eingetrocknet und bewegten sich nicht aus Tube oder Flasche. Im Baumarkt stand ich vor einer schier unendlichen Auswahl – ich entschied mich für die preiswerteste Tube, denn der Rest trocknet doch eh wieder ein.

Die Investition von 2,85 € trug keine Früchte, denn auf dem glatten Fotopapier hielt kein Klebstoff, auch wenn ich die Klebestellen noch so stark und lange zusammen presste.

Da war ich schon geneigt, mittelschwer enttäuscht oder wütend alles hinzuschmeißen. Doch auch hier halfen mir meine Nachbarn aus der Patsche. Er reichte mir eine Rolle doppelseitiges Klebeband. Das ließ sich zwar nur klebrig mit der Schere schneiden, aber es ging und hielt. – Na gut, das Klavier ist etwas schief zusammengeklebt, aber für den Anfang nach so unendlich langen Jahren Bastelabstinenz bin ich es zufrieden.


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Jetzt ist wirklich Adventszeit –

nicht dann, wenn alle Verkaufseinrichtungen schmücken, anbieten und dudeln wie die Weltmeister.

Gestern ist seit Wochen die erste positive Sache über die Bühne gegangen, ich hoffe, dass jetzt noch einige andere hinterher kommen.

Doch jetzt will ich euch ein wenig Adventsgefühle herüber schicken.

Das Besucherzimmer ist ganz sparsam geschmückt. Diese Weihnachtsdecke habe ich vor ca. 50 Jahren selbst gemalt und meiner Mutter zu Weihnachten geschenkt. Ich wohnte in Dresden und die Kurrendesänger waren ein gängiges Weihnachtssymbol. Nicht nur in der Mitte, nein an allen vier Ecken habe ich mich auch noch betätigt.

 

In der Küche habe ich mich sehr zurückgehalten und nur mit einem – natürlich roten – Stern gezeigt, dass Licht einziehen sollte in der Welt – nicht nur für die satten und alles habenden Deutschen, sondern auch für die Armen im eigenen und fremden Land. – Auf dem einen Foto sieht man nicht, dass der Stern rot ist, deswegen habe ich noch ein zweites gemacht. – Und das Glas mit rotem Weihnachtsschmuck fügt sich gut ein.

 

Mein Zimmer hat auch nicht so sehr viel abbekommen, obwohl noch viele Adventsutensilien im Keller lagern. Ich finde, man darf nicht übertreiben. Ich sehe das immer in einer anderen Wohnung – und das mahnt mich dann zur „Deko-Sparsamkeit“, wenn es überhaupt noch sparsam zu nennen ist.

Ein kleiner und ein großer Krug mit Kugeln, 8 lila Teelichter und ein weißer leuchtender Stern – das ist Vorweihnachten genug. Schmetterlinge und Weihnachtsstern, passen die zusammen?

Das Bad  hat genügend Fische- und Muscheldekoration, da muss nichts mehr hin. Und der Flur glänzt durch seinen neuen Fußboden genug. Außerdem habe ich mich wieder handwerklich betätigt und an zwei Türen eine neue Klinkengarnitur angebracht – die guten, bei denen man keine Schrauben sieht. Ich bin richtig stolz auf mich.

Aber jetzt kommt das Wohnzimmer, da sternt und kugelt und lichtert es nur so um die Wette. Für Kugeln jeder Art habe ich schon lange ein Faible – das ist so etwas Unendliches – kein Anfang und kein Ende. – Sterne am Fenster habt ihr ja jetzt schon zwei gesehen. Dass im Wohnzimmer noch ein gleicher hängt, ist fast selbstverständlich. Die beiden hell leuchtenden sind mit LEDs bestückt und verbreiten bei mir Glücksgefühle. Ich war schon immer der Typ, der es eher hell als schummrig braucht. Meine Mutter saß bei einer 15,5 W-Lampe in ihrem Sessel und las. Ich kam in ihre Wohnung und machte als erstes die Deckenlampe an, weil ich kaum etwas sah.

Doch jetzt zu mir. Der kleine Couchtisch wurde mit einer Sternendecke geschmückt. Advent und Weihnachten ist für mich die einzige Zeit, in der ich goldfarbene Sachen in meiner Wohnung akzeptiere – ansonsten mag ich weder Messing noch Gold. – Meine Couch hat auch ihr Winterfell angelegt, toll kuschelig.

 

Wo leuchtet es denn überall? Und wo kugelt es? Und echte Teelichter haben wir auch! Und Kugeln hinter Glas in Gold und durchsichtig und viele in rot – überall ist Advent – auch im Herzen?

 

 


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Manchmal sehe ich rot

Damit meine ich nicht die erneute Pfuscharbeit meines Zahnarztes, damit meine ich nicht das geräuschempfindliche Leben um mich herum im täglichen Umgang mit Menschen und im weiteren Umfeld – damit meine ich schlicht und ergreifend das leuchtende Rot in meiner Küche. Die – für mich immer noch wunderschönen –

leuchtendroten Fliesen sind an einigen Stellen ein wenig zugestellt, denn irgendwo müssen ja die weniger roten = weißen Küchengeräte ja stehen.

Die Mikrowelle bietet mir roten freudigen Anblick genug, zumal ich ständig Essen oder Trinken kalt werden lasse und es wieder aufwärmen muss – und das schon früh um 9.04 Uhr. – Nach zwei Jahren habe ich entdeckt, dass ich mit ihr auch grillen kann. Beim Erstgebrauch hat es gottsmörderlich gestunken – aber nach 5 Minuten hatte sie sich freigequalmt.

So, Clara, nun komm endlich zu dem, was du erzählen willst. – Da du gegen alle Ratschläge deine Messer immer in der Spülmaschine abgewaschen hast, gab es für „schneiden“ die Synonyme drücken, durch die Materie ziehen und hoffen, dass es endlich abgeschnitten ist. – Na gut, ein wenig claramäßige Übertreibung ist schon dabei, aber so richtig scharf waren oder sind sie nicht. Man kann sie bestimmt schärfen und deswegen werde ich sie auch verschenken und nicht wegwerfen.

Ich ging am letzten Sonntag über den Trödelmarkt. Ich liebe solche Märkte üüüüüüüüüüüüüberhaupt nicht, und noch weniger kann ich es leiden, wenn ich mir etwas ansehen will und der Verkäufer stürzt sich wie ein Geier auf mich, um mir das Produkt schön zu reden. Ich weiß, welche Features ich bei einem Rucksack brauche.

Aber ich wollte wieder tolles Obst kaufen, Khakis, Weintrauben und Clementinen – gegen Marktende steigen die Mengen in den Tüten und fallen die Preise. Und dann kam ich an einem Stand vorbei, an dem Messer verkauft wurden, rote Messer, scharfe Messer, Messer mit einer verkleideten Klinge, die wie Keramik aussehen, aber einen Stahlkern haben.

Natürlich wurde in mir die Hoffnung genährt, dass der junge Koch zu diesem „knife set“ gleich mitgeliefert wurde. Da wurde ich jedoch enttäuscht – aber die wunderschönen Griffe reichten für eine Kaufentscheidung. Ich darf gar nicht sagen, wie wenig Geld diese 5 Messer und ein Schäler gekostet haben. Wenn sie länger als ein Vierteljahr schneiden, dann hat sich der Kauf mehr als gelohnt.

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Wenn schon Küchenrot, dann richtig Küchenrot. Die Adventszeit naht und dann verkleiden wir Frauen ja immer einen Teil unserer Wohnung, denn die Weihnachtsschmuckkisten sollen ja nicht immer so ungenutzt im Keller rumstehen.

In dem Sinne wünsche ich euch eine frohe Voradventszeit!

 


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Ich kugle mich durch den Advent …

streue dabei viele Sterne um mich und freue mich, dass alles in Ordnung ist.

Nicht immer hinterfrage ich meine Tätigkeit so stark, wie ich es dieses Jahr mit meiner Adventsschmückerei mache. Aus meinen katholischen Jahren weiß ich, dass das Wort „Advent“ von dem lateinischen „adveniat“ kommt und „Ankunft“ bedeutet. Ich spüre, dass ich (wohnungsmäßig) angekommen bin und diese hier meine letzte Wohnung vor dem Übergang ins Jenseits sein wird. Mein Umzugszyklus bzw. -abstand beträgt 15 Jahre. seit 1970 war es so. – Sollte ich noch einmal umziehen, wird das bestimmt keine Wohnung mehr sein, sondern eine Bleibe oder ein(e) Heim(statt).  – Und genau wegen all dieser Überlegungen habe ich dieses Jahr meine Wohnung förmlich in Vorweihnachtsschale geworfen.

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Im Gegensatz zu den Vorjahren war ich dieses Jahr vorfristig mit meiner Adventsdeko fertig. Kein Wunder, das Räumen und Gestalten ist mir von den Wochen davor noch so im Blut.

Bevor ich euch die Fotos zeige, will ich vorbeugen: Es ist bis auf eine Kleinigkeit nichts Neues dazu gekommen, nur anders arrangiert. Ich bin keine Verfechterin davon, jedes Jahr den ganzen Raumschmuck zu erneuern, um ihn auf die neueste Modefarbe „lilagrünpinkorange“ oder so ähnlich abzustimmen. Dazu fehlen mir Geld und Lust, denn mit ein wenig Phantasie lässt sich Altes immer wieder anders hinlegenstellenhängen oder so.

In der vergangenen Woche hatte ich auf der Tauentzienstraße einen Arzttermin. Kenner wissen, dass das die Straße ist, wo das KdW seine Fänge nach zahlungskräftigen Kunden ausstreckt. Da ich noch mehr als eine Stunde Zeit hatte, wollte ich mir den Vorweihnachtstrubel von innen betrachten, da der Schmuck immer recht schön ist. Allerdings war ich von den Schaufenstern ein wenig enttäuscht. Es gab schon Jahre, da habe ich mir die Nase an den Scheiben plattgedrückt. Doch dieses Jahr alles sehr unterkühlt, wenig romantisch, sehr modern und farblich recht eigenwillig, um es mal vorsichtig zu sagen.

Drin ein ca. 10 m hoher Baum, der mit Kugeln nur so überladen war. Alles drängte sich danach, ein Foto machen zu können. Ich habe darauf verzichtet, denn mir gefiel er nicht – er hatte mit dem, was ich mir unter einem Weihnachtsbaum vorstelle, so gar nichts mehr zu tun – ich hätte ihn stattdessen Wohlstandsbaum genannt.

Der Baumschmuck in den Auslagen rund um den Baum ließ an Ausgefallenheit nichts zu wünschen übrig – es gab von vergoldeten Turnschuhen über andere Geschmacklosigkeiten bis hin zu Big Ben und Eiffelturm alles, was an den Baum gehängt werden könnte. Die Kugeln übertrafen sich gegenseitig in Kunstfertigkeit und Kitsch, aber auch im Preis.

Und wenn ich dann sah, wie Frauen ihre Einkaufskörbe mit türkisfarbigen Edelkugeln bis oben hin füllten, verstand ich, dass Deutschland im Ausland als reiche Nation angesehen wird.

All dieser ausgefallene und ausgeflippte Weihnachtsschmuck konnte nicht erreichen, dass ich meinen nicht mehr schön fand. Ich kam nach Hause, holte aus dem Keller die große Weihnachtskiste hoch und schmückte, schmückte, schmückte – bis ich mir den leicht angesammelten Frust von der Seele geschmückt hatte.

Die Adventszeit ist die einzige Zeit, in der ich die Farbe Gold oder Messing ohne Magengrimmen in meiner Wohnung ertragen kann. Was mich aber bewogen haben mag, diese kleinen goldigen (Konfetti-)Sterne auszustreuen, kann ich mir nur mit leicht getrübtem Bewusstsein erklären. Oder die Idee ist im Unterbewusstsein von der Staubsaugerindustrie gesponsert – ich finde diese Goldsterne ÜBERALL in der Wohnung, obwohl ich sie nur im Wohnzimmer auf die Schrankwand geschüttet habe.